Brennholz wird knapp und immer teurer - so gelangst du günstig an Holz

Da schlägt auf einmal das ökologische Pendel zurück — Holzscheite und Holzpellets sollen einerseits eine Alternative sein zu steigenden Erdöl und Erdgas-Preisen. „Energieholz“ ist lt. Bayerischer Forstverwaltung zum Beispiel in diesem Bundesland der bedeutendste erneuerbare Energieträger. Andererseits werden Brennholz und Holzpellets knapp, weil der Verbrauch stark gestiegen ist. Die Folgen: Brennholz und Holzpellets werden teurer und immer mehr Menschen betätigen sich als Holzdiebe. Die Förster wissen ein Lied davon zu singen.

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Die legale Art, sich Brennholz zu beschaffen

Grundsätzlich kann jedermann in den Staatsforsten und in den privaten Forsten, die sich meist seit Jahrhunderten in Adelsbesitz befinden, Brennholz kaufen, das die Förstereien für diesen Zweck bereits gespalten und gestapelt haben oder als sog. Hackschnitzel anbieten. Das ist die eine, völlig legale und sichere Art, sich Brennholz zu beschaffen. Der Preis wird nach Raummetern berechnet und ist regional unterschiedlich.

Die andere Variante ist die des „Freizeit­selbst­erwerbers“, dem ein bestimmtes Stück Wald zugewiesen wird, in dem er Kronenholz oder auch „stehendes Holz“ sowie auf dem Waldboden liegende Äste „ernten“ kann. Das geht natürlich nicht ohne Motorkettensäge — und hier verlangen alle Forstämter und privaten Forstbetriebe einen „Kettensägen-Führerschein“, also den Nachweis über den erfolgreichen Besuch eines Motorsägenkurses. Der „Freizeitselbsterwerber“ darf dann mit seinem Geländewagen oder Traktor Waldwege und sog. Rückegassen befahren, aber nicht zwischen den Bäumen selbst herumkurven. Er muss also das Holz mit seiner Motorkettensäge „portionieren“ und dann zu seinem Fahrzeug tragen.

Bei alledem ist zu beachten, dass Brenn- oder Kaminholz nicht nur richtig und legal gekauft, sondern auch richtig gelagert und verfeuert werden muss.

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Schaut man sich die Statistik an, erkennt man die Dimensionen, um die es beim Heizen mit Brennholz, Hackschnitzeln und Holzpellets geht. Irgendwann sind unsere Wälder abgeerntet, zumal Holz ja auch für den Bau von Sichtschutz-Zäunen, Pergolen, Holzhäusern, Gartenhäusern oder Dachstühlen gebraucht wird. Und zwar in steigendem Maße, denn die Holzbauweise wird immer beliebter und die heimischen Wälder können das Rohmaterial bei weitem nicht alleine liefern. Es wird also Bauholz importiert aus Polen, Finnland oder Russland — Brennholz indessen weniger, denn was aus Osteuropa kommt, sind meistens Nadelhölzer und als solche für Heizzwecke nicht nur wenig geeignet, sondern auch verboten — wobei aber auch Laubholz sehr unterschiedliche Heizwerte hat und nicht in jedem Fall verheizt werden sollte — sieht man vom Holz der Obstbäume ab, die im eigenen Garten gefällt werden.

Die Räuber gehen heute in den Wald und klauen Holz

Schinderhannes und seine Räuber gingen in den Wald, fällten einen Baum und nutzten den Stamm dann als Rammbock, um Türen und Tore aufzusprengen. Die Brennholzräuber von heute arbeiten entweder in Mafia-ähnlichen Strukturen, sie kommen also nachts mit Kran-LKW’s und laden auf, was die Forstbetriebe fein sauber zugeschnitten im Wald aufgeschichtet haben. 40 Raummeter Laubholz „mal eben so“ abtransportiert, verursachen einen Schaden von etwa 1.500 €. Graf von Nesselrode aus der Eifel hat wie viele andere Waldbesitzer die Erfahrung gemacht, dass private Brennholzdiebstähle zunehmen. Man versucht dem entgegenzuwirken, indem man zugeschnittenes Holz nicht gerade in der Nähe von Waldparkplätzen und solchen Waldwegen aufschichtet, die in eine Landstraße einmünden. Den „Privaterwerbern“ wird dringend geraten, das von ihnen selbst zugeschnittene und gespaltene Holz am selben Tag abzufahren.

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Zum Volkssport ist im waldreichen Thüringen der Brennholzdiebstahl noch nicht geworden, so das Forstamt Oberhof, aber man beobachtet die Situation. Die ist in Ballungsgebieten wesentlich ernster, wobei die Diebe irrtümlich annehmen, das alles sei doch so etwas wie ein Kavaliersdelikt. Ist es aber nicht — eine saftige Geldstrafe ist das Mindeste, was auf die Diebe zukommt. Das Brennholz wird üblicherweise in Scheiten von 1m Länge aufgeschichtet — und dieses Maß ist, wie es Graf von Nesselrode ironisch formuliert hat, „Kofferraum-kompatibel“. Für ihn wie für alle Waldbesitzer ist aber „Schluss mit lustig“, denn fünfzig solcher Kofferraum-Fuhren verursachen einen Schaden in vierstelliger Höhe. Der Verkauf von Brennholz ist eine wichtige Einnahmequelle in der Forstwirtschaft, Und ohne Bewirtschaftung unserer Wälder gäbe es diese bald nicht mehr.

Darüber sollte nachdenken, wer es gern gemütlich vor dem Kaminofen hat, aber meint, die eigenen Energiekosten durch gestohlenes Brennholz niedrig halten zu müssen.

Foto(s): www.fotoatelier-schumacher.de