Brandvermeidung - wertvolle Tipps zu Brandgefahren

Einleitung

In der Bundesrepublik sind jedes Jahr mehr als 800 Tote bei Bränden in Wohnungen und Eigenheimen zu beklagen. Die meisten Brände würden sich allerdings verhindern lassen, wenn der vorbeugende Brandschutz berücksichtigt werden würde. Der vorbeugende Brandschutz umfasst in erster Linie persönliche Vorkehrungen zur Brandverhütung, aber auch die Sicherung der Fluchtwege und Notausgänge, sowie die Schaffung von Vorkehrungen für einen erfolgreichen Feuerwehreinsatz (beispielsweise Zufahrten freihalten).

Küchenbereich

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In der Küche können durch die große Ansammlung von Wärmequellen schnell Brände entstehen. Je besser Ihre Küche geplant ist, je geringer ist die Brandgefahr. Sie sollten ihre Küche (besonders Öfen, Herdplatten und Wärmegeräte) regelmäßig auf Sicherheitsabstände zu brennbaren Gegenständen, Funktionstüchtigkeit der Geräte und Nichtbrennbarkeit von Standplätzen und Umgebung überprüfen. Legen Sie niemals brennbare Gegenstände (Holzbrettchen, Küchentücher...) auf oder in gefährliche Nähe von Herdplatten, Öfen oder Gasplatten. Vorsicht ist auch bei der Dunstabzugshaube angebracht. Sie sollten Ihr Essen nie unter der Dunstabzugshaube flambieren. Was kaum jemand weiß: Die Filter der Dunstabzugshaube müssen regelmäßig von Fett und Staub gereinigt werden und einen Mindestabstand zu Kochplatten und Fettspritzern haben. Wenn Sie ihre Dunstabzugshaube sehr häufig verwenden, ist ein früheres Austauschen nötig. Ausgewechselte Filter sind leicht brennbare Abfälle. Was passieren kann, wenn man diese Ratschläge nicht beherzigt, ist auf dem Foto zu sehen. Die Dunstabzugshaube ist völlig ausgebrannt. Ein Risiko entsteht ebenfalls, wenn das Abzugsrohr von Dunstabzugsrohren durch den Dachboden geführt wird, da es bei nicht sachgemäßer Ausführung im Falle eines Küchenbrandes zu einer raschen Brandausbreitung auf dem Dachboden kommen kann. Gewöhnen Sie sich an, immer noch einmal nachzusehen, ob der Herd ausgeschaltet ist, wenn Sie die Küche verlassen. Wenn Kinder im Haus sind, kontrollieren Sie die Herdplatten, ob Sie noch angestellt bzw. heiß sind. Kochplatten, Kaffeemaschinen, Wasserkocher und ähnliches sind immer auf einer unbrennbaren Unterlage abzustellen und sollten einen halben Meter Mindestabstand zu brennbaren Geräten haben. Beim Kochen ist es sehr wichtig, dass Sie Töpfe und Pfannen, in denen Fett erhitzt wird, nicht aus den Augen lassen. Fett kann sich schnell überhitzen und entzünden. Wenn das Fett einmal brennen sollte, löschen Sie es niemals mit Wasser! Ersticken Sie den Brand mit einem Topfdeckel oder einer dichten Wolldecke. Im Fachhandel gibt es kleine Wandbehälter mit Reissleine zu kaufen. Ziehen Sie an der Leine, kommt eine Löschdecke heraus. Befestigen Sie einen solchen Behälter in der Küche! Legen Sie kein tropfnasses Fleisch in heißes Fett. Durch das auf eine glühende Herdplatte spritzende Fett kann leicht ein Brand entstehen. Frittiergeräte sollten nur unter Aufsicht betrieben werden. Die meisten Frittiergeräte sind zwar mit einem Thermostat ausgestattet, jedoch kann es durch einen Defekt zu Überhitzungen kommen. Ein häufiger Fettwechsel in der Fritteuse erhöht die Brandsicherheit, da frisches Fett nicht so schnell brennt wie altes.

Kamine, Ölöfen und offenes Feuer

muelleimer.jpgWenn Sie den offenen Kamin in Gang setzen, achten Sie stets darauf, dass Sie feste Stoffe in Feuerstätten nicht mit brennbaren Flüssigkeiten entzünden. Bewegliche Feuerstellen, also Öl- oder Gasöfen auf Rädern, müssen von brennbaren Stoffen und ungeschützten Bauteilen aus brennbaren Stoffen seitlich mindestens einen Meter und nach oben hin mindestens zwei Meter entfernt sein. Bei der Benutzung Ihres Kamins achten Sie auf brandsichere Umgebung! Legen Sie weder Teppiche noch Holz unmittelbar vor den Kamin. Ausgeräumte Asche kann bis zu 24 Stunden lang zu einem Brand führen. Bevor die Asche in einer Mülltonne entsorgt wird, lassen Sie diese erst in einem feuerfesten Behälter auskühlen. Schütten Sie heiße Asche niemals in brennbare Behälter, also auch nicht in Kunststoff-Mülltonnen. Was passieren kann, wenn man es dennoch tut, können Sie auf der Abbildung sehen. Vor Beginn der Heizperiode sollten Sie Ihre Feuerstellen und den Kamin durch den Schornsteinfeger überprüfen und bei Bedarf instandsetzen lassen. Lassen Sie ebenfalls Ihre Heizungsanlage überprüfen, um Brandgefahren durch defekte Geräte zu vermeiden und betreiben Sie diese nur laut Herstellervorschriften. Noch warme Zimmer-Ölöfen dürfen solange nicht wieder in Betrieb genommen werden, bis Sie genügend abgekühlt sind. Ansonsten herrscht Explosionsgefahr. Füllen Sie erst wieder neues Öl nach, wenn der Ofen gut abgekühlt ist. Zündhölzer, Gaskocher und andere Kleingeräte mit offener Flamme oder offenem Licht, dürfen in Räumen (offene Dachräume, Holzbauten), in denen leicht entzündbare oder explosionsgefährliche Stoffe gelagert, produziert oder verarbeitet werden, und die sich leicht entzünden lassen, nicht benutzt werden. Bewahren Sie in Kellern oder Abstellräumen nur geringe Mengen brennbare Flüssigkeiten wie Spiritus oder Benzin auf. Die Menge von einem Liter darf nicht überschritten werden. Wenn Sie Kerzen entzünden wollen, achten Sie darauf, dass diese in Haltern mit Auffangschale aus nicht brennbaren Material stehen und genügend Abstand zu brennbaren Materialien wie Vorhängen, Dekorationen und Holz haben. Generell ratsam ist, sich als Hausbesitzer oder Wohnungsinhaber darüber zu informieren, wie bei einem Wohnungsbrand gelöscht wird

Beleuchtung

Beleuchtungsgeräte, die mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, müssen so beschaffen bzw. angebracht sein, dass sie keinen Brand verursachen können. Verwenden Sie keine offenen oder unsicheren Beleuchtungsgeräte in brandgefährdeten Räumen. Kaum jemand weiß, dass Glühlampen eine sehr hohe Oberflächentemperatur erreichen und daher schnell zu einem Brand führen können. Achten Sie auf ausreichenden Abstand zu brennbaren Materialien und schirmen Sie Glühbirnen niemals durch Papier oder textile Stoffe ab. Achten Sie auf die richtige Wattzahl, wenn Sie Glühbirnen ersetzen. 

schwelbrand2.jpg Eine Glühlampe entwickelt eine ungeheure Hitze, je höher die Wattzahl, desto größer ist diese. Es ist daher unbedingt beim Wechseln von Glühlampen darauf zu achten, dass die Wattzahl nicht zu hoch ist. Das Modell einer Deckenleuchte auf der Abbildung war zum Beispiel nur für 40 Watt-Glühlampen ausgelegt. Eingedreht wurden jedoch 80 Watt-Glühlampen. Die Folge war ein beginnender Schwelbrand, der zum Glück noch rechtzeitig entdeckt wurde, bevor schlimmeres passieren konnte.

Achten Sie vor allem darauf, dass Glühlampen nicht mit Gardinen oder Vorhängen in Berührung kommen. Dass ein brennender Vorhang das Bettzeug entzündet und verheerende Brände mit Todesfolge entstehen, ist leider kein Einzelfall.

Kleidung

Um ein Feuer durch brennende Kleidungsstücke zu vermeiden, trocknen Sie Ihre Kleidung nicht über, oder in unmittelbarer Nähe von offenem Feuer. Achten Sie darauf, nie in weiten Blusen oder Hemden in die Nähe von Gasherden oder sonstigen offenen Flammen zu kommen. Wenn Sie von der Arbeit kommen, reinigen Sie Ihre Arbeitskleidung regelmäßig, soweit diese mit Fetten oder Ölen verdreckt ist. Die Gefahr, das sich Ihre Kleidung bei Kontakt zu Feuer, Hitze oder Funken sofort entzündet, ist enorm.

Spraydosen

Bei der Benutzung von Spraydosen sollten Sie stets darauf achten, dass Sie diese nicht in der Nähe von offenen Flammen, eingeschalteten Wärmegeräten (Heizlüfter, Fön) oder bei brennender Zigaretten verwenden. Beachten Sie in jedem Fall Sicherheitshinweise auf der Dose und bedenken Sie, dass die Spraydosen bei starken Erhitzen explodieren können. Öffnen Sie die Spraydosen nach Gebrauch nicht gewaltsam und werfen Sie diese nicht ins Feuer.

Elektrische Geräte

Während des Betriebs sollten Sie alle elektrischen Geräte (Bügeleisen, Kocher...) ausreichend beaufsichtigen. Bügeleisen müssen Sie bei einer Arbeitsunterbrechung oder zum Arbeitsende auf jeden Fall abschalten und den Netzstecker ziehen. Ein vergessenes Bügeleisen kann durch die große Wärmeabgabe schnell zum Brand führen.

Überwachen Sie elektrische Strahlungsöfen, Heizsonnen, Heizkissen/Decken und ähnliche Elektrowärmegeräte und stellen Sie diese nicht in brandgefährlichen Räumen bzw. neben brennbaren Gegenständen ab.

Verwenden Sie Elektrowärmegeräte, z.B. Wasserkocher, möglichst mit Abschaltautomatik und Knickschutz am Zuleitungskabel.

Heizmatten sollten nur zum Vorwärmen des Bettes eingeschaltet werden. Dauernd eingeschaltete Heizmatten können durch einen Wärmestau zum Brand führen. Auch beschädigte Heizmatten stellen ein hohes Risiko dar und sollten nicht mehr verwendet werden.

Weiterhin sollten Sie die Benutzung von Mehrfachsteckern vermeiden und Wandsteckdosen nicht durch unzulässige Abzweigstecker erweitern.

Da Waschmaschinen, Trockner und Kühlschränke ausreichende Entlüftungsmöglichkeiten benötigen, dürfen Sie die Lüftungsschlitze nicht zudecken. Beim Trockner sollte zusätzlich regelmäßig das Flusensieb gereinigt werden.

Informieren Sie sich, wo sich die Abschalt-Armaturen für Gas, Wasser und Elektroversorgung in Ihrem Haus befinden und überprüfen Sie diese regelmäßig auf Ihre Funktionstüchtigkeit. Überbrücken Sie keine Haushaltssicherungen mit Aluminiumfolie oder ähnlichem. Auch bei Ihrem Fernseher gilt es, einige Sicherheitshinweise zur Brandvermeidung zu beachten. Fernsehgeräte brauchen genügend Lüftung. Halten Sie bei einem Schrankeinbau einen Mindestabstand von seitlich 15 cm und oberhalb von 20 cm ein. Lassen Sie vor allem ältere Geräte, wegen größerer Brandgefahr, von einem Fachmann überprüfen und reparieren. Beachten Sie, dass nur Elektrofachkräfte Leitungen und Geräte überprüfen und reparieren sollten. Schalten Sie Ihren Fernseher immer völlig aus, nicht im "Stand-By-Betrieb" lassen. Wenn das Bild auf dem Fernseher zu einem waagerechten Strich zusammenfällt, sollten Sie das Gerät sofort abschalten, den Netzstecker ziehen und bei Brand-und Löschversuchen lediglich seitlich vom Gerät stehen, da die Gefahr einer Implosion besteht. Beachten Sie immer die Gebrauchsanweisung. Verwenden und kaufen Sie nur Elektrogeräte, die CE, VDE, bzw. TÜV-geprüft sind. Vermeiden Sie panikartiges Löschen mit Wasser bei brennenden oder glühenden Elektrogeräten - Sie geraten sonst in Lebensgefahr durch Stromschlag. Erst Stecker ziehen, dann löschen. Im Fall eines Brandes Ihres Elektroherdes erst die Hauptsicherung ausschalten.

Heimarbeiten

Besondere Vorsicht bei Arbeiten mit Geräten, die Funken erzeugen, gilt an Stellen, an denen das Rauchen oder die Benutzung von Feuer oder offenem Licht verboten ist, an oder auf weich gedeckten oder mit Pappe gedeckten Dächern (der Brand im Flughafen Düsseldorf im April 1996 wurde bei Reparaturarbeiten durch brennende weich gedeckte Dächer ausgelöst) und in Räumen unter weich oder mit Pappe gedeckten Dächern. Sie sollten sich stets etwas Löschwasser bereitstellen, bewegbare und brennbare Gegenstände aus dem Gefahrenbereich entfernen und ortsfeste, brennbare Gegenstände gegen Entzündung schützen.

Schließen Sie Öffnungen zu Räumen mit brennbarem Inhalt und dichten Sie Fugen und Ritzen in Decke und Boden mit nichtbrennbaren Stoffen ab. Brennen Sie Farbe nur auf solchen brennbaren Bauteilen ab, die von nicht brennbaren Bauteilen so umgeben sind, dass ein Brand auf andere Gebäudeteile nicht übergreifen kann.

Beseitigen Sie mögliche Explosionsgefahren, die durch Staub-oder Luftgemische entstehen können. Denken Sie daran, dass Sie niemals Lötlampen füllen oder heizen, wenn Sie in der Nähe leicht entzündbarer Stoffe stehen. Beobachten Sie ständig die Flamme, wenn Sie Schweißbrenner, Lötgeräte oder ähnliches während der Arbeit ablegen. Wenn möglich, legen Sie die Geräte auf geeigneten Ablegevorrichtungen ab.

Wenn Sie mit der Arbeit fertig sind, prüfen Sie sorgfältig, ob im Gefahrenbereich liegende Gebäudeteile oder Gegenstände brennen, schwelen oder übermäßig erwärmt sind. Achten Sie dabei besonders auf Risse und Fugen. Löschen Sie Brand-und Glimmstengel sorgfältig. Sind diese schwer zugänglich oder besteht sonst Brandverdacht, so rufen Sie unverzüglich die Feuerwehr.

Reinigen Sie nach den Heimarbeiten Ihre Hände nicht mit Nitroverdünnung (oder ähnlichen Lösemitteln)! Es besteht höchste Brand- und Explosionsgefahr. Außerdem werden die schädlichen Stoffe durch die Haut aufgenommen und gefährden dadurch Ihre Gesundheit. Dass in jede Werkstatt eine Heimwerker-Apotheke gehört sollte eigentlich selbstverständlich sein. 

Weihnachten und andere Feste

Besonders an Weihnachten entstehen durch Unachtsamkeit und Leichtsinn jedes Jahr viele Brände, die meist schlimme Folgen haben. Um die Gefahr von Bränden durch Adventskränze, Kerzen und Weihnachtsbäume zu verhindern, gibt es auch an Weihnachten und in der Adventszeit einige wichtige Dinge, die beachtet werden müssen. Lassen Sie Kerzen auf Adventskränzen niemals ganz abbrennen und entzünden Sie keine Kerzen auf trockenen, ausgedörrten Kränzen und Bäumen und neben Vorhängen. Kaufen Sie den Christbaum erst kurz vor dem Fest und stellen Sie ihn bis dahin in einen Eimer Wasser, so bleibt er länger frisch. Verwenden Sie nur Kerzenhalter aus Metall mit einer Wachsauffangschale und entzünden Sie Kerzen auf dem Christbaum immer von oben nach unten, löschen diese jedoch in umgekehrter Reihenfolge (um nicht mit der Kleidung in die Flammen zu gelangen). Eine gute Waffe gegen den brennenden Weihnachtsbaum ist Löschspray.

Verwenden Sie Wunderkerzen nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen und auf dem Christbaum, da Sie extrem brandgefährlich sind. Legen Sie noch glühende Wunderkerzenreste nur auf einer nicht brennbaren Unterlage ab oder entsorgen Sie diese in einem geschlossenen Metalleimer. Wenn Sie zu Hause feiern, befestigen Sie Lampions mit Kerzen sicher und hängen Sie diese so hoch auf, dass sie außer Reichweite von Kindern sind. Achten Sie stets darauf, das hängende Dekorationen wie Girlanden, Luftschlangen oder andere brennbare Gegenstände nicht mit offenem Feuer, Kerzen oder Fackeln in Berührung kommen.

Verwenden Sie nur solche Dekorationen für Ihre Feste, die schwer entflammbar sind oder möglichst nicht brennen. Da Zigarettenglut ebenfalls sehr gefährlich ist, denken Sie daran, bei Festen immer genügend Aschenbecher bereitzustellen.

An Silvester sollten Sie Feuerwerksraketen stets nur im Freien und nicht bei Trockenheit entzünden und dabei genügend Abstand zu Gebäuden und brennbaren Gegenständen einhalten. Da das Zünden von Feuerwerkskörpern immer ein Brand- und Verletzungsrisiko birgt, sind Gebrauchsanweisung und Altersbeschränkung unbedingt zu beachten.

Gefahren durch verschiedene Materialien

Gase: Anlagen für die Verwendung brennbarer Gase dürfen nur von Fachleuten errichtet und in Betrieb genommen werden. Gasleitungen und Gasflaschenanschlüsse müssen dicht sein. Dichtheitsprüfungen sind nur mit Prüfspray oder Seifenwasser durchzuführen. Keinesfalls sollten Sie die Dichtheit durch Ableuchten mit offener Flamme überprüfen. Merken Sie sich, dass Erdgas leichter ist als Luft und sich nach oben verflüchtigt. Flüssiggas dagegen ist schwerer als Luft. Es sinkt zu Boden und fließt in tiefergelegene Räume. Flüssiggasflaschen dürfen nicht in Kellerräumen, Gängen, Treppenhäusern, Hauseingängen und Hausdurchfahrten abgestellt werden. Ab einer Temperatur von 70° C muss mit dem Bersten von Versandbehältern gerechnet werden. Diese sind deshalb vor Wärme zu schützen und dürfen keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Gase an sich sind geruchslos, Ihnen werden jedoch von den jeweiligen Stadtwerken, spezielle, unverwechselbare Duftstoffe beigemischt, die den typischen unangenehmen Warngeruch verursachen. Erdgas riecht dank dieser Duftstoffe so intensiv, dass selbst kleinste Mengen wahrgenommen werden. Bei Gasgeruch sind einige wichtige Regeln zu beachten, um schlimme Folgen zu verhindern. Zunächst müssen Sie die vom Gasgeruch betroffenen Räume gut lüften. Verwenden Sie kein offenes Feuer oder Licht und betätigen Sie keine Lichtschalter. Zum Telefonieren (Verständigung der Feuerwehr) wählen Sie bitte einen Raum, der möglichst weit von der Gefahrenzone entfernt liegt. Schalten Sie keine elektrischen geräte Ein oder Aus und schließen Sie die Gasanspeisung (beim Gaszähler oder beim Hauptventil der Hausanspeisung).

Wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, sollten Sie schnellstmöglich die Nachbarn verständigen, jedoch ausschließlich durch klopfen. Vermeiden Sie unbedingt die Betätigung der Klingelanlage. Verlassen Sie dann gemeinsam mit den anderen Hausbewohnern das Haus und warten Sie auf die Ankunft von Feuerwehr oder Gasversorgungsunternehmen. Lassen Sie Undichtheiten an Geräten oder Leitungen nur vom Fachmann beheben.

Flüssigkeiten: Auch brennbare Flüssigkeiten bergen eine große Gefahr durch plötzliche Explosion oder Entzündung. Beachten Sie, das nicht nur die Flüssigkeiten selbst, sondern auch entleerte Behälter von brennbaren Flüssigkeiten immer noch brennbare Dämpfe enthalten und daher keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden dürfen. Aber die hauptsächliche Gefahr geht von den Flüssigkeiten selbst aus. Die Lagerung dieser Flüssigkeiten ist innerhalb der Wohnung nur in begrenzten Mengen und in gut durchlüfteten Räumen ohne Feuerstätte zulässig. Da viele Reinigungsmittel, die von Ihnen im Haushalt verwendet werden, brennbar sind, sollten Sie in jedem Fall die Flaschenkennzeichnung beachten. Bewahren Sie Heizöl für Zimmer-Ölöfen nur in dafür zugelassenen Behältern auf.

PVC: Jeder hat in irgendeiner Form PVC in seiner Wohnung, man denke nur an die Rolladen aus PVC! Auch in Fenstern, Beschichtungen, Küchenmöbel und Fußbodenbelägen ist PVC enthalten. Prinzipiell ist das auch kein Problem, gefährlich wird PVC erst im Brandfall. Dann nämlich setzt PVC lebensbedrohliche Gase und Chemikalien frei. Durch den chlorhaltigen Baustoff wird eine starke Rauchentwicklung verursacht. Besonders im Falle von PVC-Kabeln wird die Brandausbreitung stark begünstigt. Die Opfer von PVC-Bränden kommen oftmals nicht einmal mit den Flammen in Berührung, sondern sterben an den hohen Konzentrationen giftiger Substanzen in den dichten Rauchgasen. Die Gase enthalten gesundheitsschädigende und krebserzeugende Dioxine und Furane und vor allem Salzsäure. Die Salzsäure in den Brandgasen schränkt die Lungenfunktionsfähigkeit so sehr ein, dass die Opfer bereits an geringen Kohlenmonoxidkonzentrationen sterben. PVC ist ähnlich wie Wachs selber nicht brennbar, sondern glimmt und glüht lediglich, wird es jedoch zu stark erhitzt, entstehen brennbare Gase und das PVC verbrennt tropfend. In allen bekannten und beprobten PVC-Brandorten konnte die Existenz von Dioxinen nachgewiesen werden.

PVC ist inzwischen überall ersetzbar und der Ausstieg aus der PVC-Nutzung hat längst begonnen. Da PVC bisher jedoch nicht gekennzeichnet wird, fällt es den Verbrauchern schwer, eine bewusste Kaufentscheidung gegen PVC zu fällen. Leider wird immer noch ein Großteil aller Tapeten mit PVC hergestellt. Im Falle eines Brandes kann ein mit PVC-haltigen Tapeten ausgestatteter Raum eine zusätzliche Gefahr darstellen. Inzwischen gibt es viele Alternativen, die der Verwendung von PVC vorzuziehen sind. Verwenden Sie Rauhfaser, Textil- und Naturfasern, Papiertapeten, Profil- und Prägetapeten aus Papier oder Wandputze.

Rauchmelder

In Deutschland sterben jährlich über 800 Menschen durch Brände im häuslichen Bereich, die meisten sind Rauchtote. Jedes Jahr melden die Versicherungen Sachschäden von rund 1,6 Mrd. DM. Der Einsatz von Rauchmeldern im privaten Bereich rettet erstens viele Menschenleben und reduziert außerdem die Brandschäden um mindestens 50 Prozent. Bei einem Brand bleiben zur Flucht weniger als 3 Minuten Zeit, um bei ausreichenden Sicht- und Atembedingungen zu fliehen. Andernfalls wird der giftige Brandrauch zur tödlichen Falle. Innerhalb von 3 Minuten sinkt nämlich durch den entstehenden Rauch die Sichtweite so weit ab, dass man die Orientierung verlieren und sich so nicht mehr selbst in Sicherheit bringen kann. Eine schnelle Feuerwehr benötigt mindestens acht Minuten, um zum Einsatzort zu gelangen. Eine Rauchvergiftung tötet aber bereits nach zwei bis drei Minuten.

Da die größten Katastrophen nachts passieren und viele Menschen durch giftige Rauchgase das Bewusstsein verlieren, ist die Sicherheit besonders wichtig. Rauchmelder helfen zu schützen, da sie eine erhöhte Rauchkonzentration messen und mit einem lauten Warnton Alarm schlagen, so dass die Menschen selbst aus dem Tiefschlaf gerissen werden und sich in Sicherheit bringen können. Seit neuestem gibt es auch einen Rauchmelder für Gehörlose, der Blitzlicht mit Vibration verbindet und unter das Kopfkissen gelegt wird. Installieren sollten Sie Rauchmelder unter der Zimmerdecke am besten in der Raummitte. Besonders wichtig sind Rauchmelder in Schlafzimmern. Die Installation in Küchen und Badezimmern ist nicht so sinnvoll, da Koch- und Wasserdämpfe schnell zu einem Fehlalarm führen können. In Häusern mit mehreren Stockwerken sollte sich in jedem Flur und im Keller ein Rauchmelder befinden. Gute, batteriebetriebene Rauchmelder sind schon unter hundert Mark in Elektrofachgeschäften, Baumärkten und in der Technikabteilung von Kaufhäusern erhältlich. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Gerät ein CE-Zeichen hat und mit dem GS-Zeichen geprüft wurde.

Moderne Entwicklungen integrieren inzwischen mehrere Erkennungssysteme, beispielsweise optische, thermische und chemische Sensoren. Der Chemo-Sensor erkennt verschiedene Brandgase, er "riecht" sie förmlich. Treten Brandgase in den Sensor ein, färbt sich die Beschichtung eines optischen Systems; die Beleuchtungsstärke wird reduziert und löst Alarm aus. Der Vorteil eines solchen Brandmelders ist die wesentlich frühere Warnmeldung, da Brandgase viel früher erkannt werden können als Rauchpartikel. Außerdem lassen sich bereits geringe Gasmengen nachweisen. 

Unterschied zwischen Rauchmelder und Brandmeldeanlage

Brandmeldeanlagen: Brandmeldeanlagen haben die Aufgabe, einen entdeckten Brand an die Brandmeldezentrale weiterzuleiten. In der Zentrale wird dann angezeigt, von welchem Objekt und aus welchem Raum die Brandmeldung stammt. Aufgrund dieser Meldungen können dann schnelle Maßnahmen ergriffen werden (meist die automatische Verständigung der Feuerwehr).

Es gibt automatische und nicht automatische Brandmelder. Ein nicht automatischer Brandmelder ist Teil einer Brandmeldeanlage, mit dem die Brandmeldung per Hand ausgelöst wird. Ein automatischer Brandmelder ist der Teil einer Brandmeldeanlage, der eine geeignete physikalische und/oder chemische Kenngröße zur Erkennung eines Brandes im Überwachungsbereich ständig oder in aufeinanderfolgenden Zeitintervallen beobachtet.

Rauchmelder: Rauchmelder sind Brandfrüherkennungssysteme, die speziell für den privaten Haushalt entwickelt wurden. Sie können einzeln oder vernetzt im ganzen Haus betrieben werden und lösen bei Brandentstehung (Schwellbrand, Rauch) ein akustisches Warnsignal aus, so dass eine gute hausinterne Überwachung besonders von Schlafräumen gewährleistet wird. Unbedingt zu beachten ist allerdings die Tatsache, dass Rauchmelder keine Brandmeldeanlagen ersetzen. Die Signale werden nicht weitergeleitet, sondern dienen nur der lokalen Warnung. Die Erweiterung des Alarms zu einer öffentlichen Empfangsanlage ist sogar verboten.


Wichtige Hinweise zum Verhalten im Falle eines Brandes

  1. Alarmieren! Geben Sie bei einer Alarmmeldung immer bekannt, wer spricht (Ihren Namen nennen), was passiert ist (Brand, Unfall), wo die Feuerwehr gebraucht wird (Adresse, Anfahrt) und Hinweise auf besondere Umstände (z.B. eingeschlossene Personen). Sprechen Sie langsam und deutlich ins Telefon. Alarmieren Sie die Feuerwehr auch bei Brandverdacht - der Feuerwehreinsatz kostet nichts.

  2. Retten! Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung! Stellen Sie fest, ob Verletzte oder Behinderte aus dem Gefahrenbereich gebracht werden müssen. Bringen Sie sich und andere schnellstmöglich in Sicherheit. Brennende Kleidung mit Hilfe von Decken o.ä. löschen. Schließen Sie Fenster und Türen im Brandraum, benachrichtigen Sie alle anderen Mitwohner und benutzen Sie auf keinen Fall den Aufzug!

  3. Eingeschlossen sein! Wenn Sie vom Brand eingeschlossen sind, entfernen Sie sich soweit wie möglich vom Brandherd und schließen Sie alle Türen zwischen sich und dem Feuer. Machen Sie durch Rufen und Winken am Fenster auf sich aufmerksam. Behalten Sie in jedem Fall Ruhe! Es wird Ihnen geholfen.

  4. Löschen! Knapp die Hälfte aller gemeldeten Brandfälle wird noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr von den betroffenen Menschen selbst gelöscht. Sie sollten nur einen Löschversuch angehen, wenn der Brand noch so klein ist, dass Sie keiner großen Gefahr ausgesetzt sind. Richten Sie den Löschwasserstrahl nur in die Glut nicht in die Flamme oder den Rauch! Entfernen Sie noch nicht vom Brand erfasste Gegenstände aus dem Raum und schließen Sie unbedingt die Tür hinter sich. Denken Sie auch daran, dass Sie den Brandraum vor dem Eintreffen der Feuerwehr nicht belüften, wenn nicht jemand am Fenster auf Hilfe aufmerksam machen muss. Sie müssen in jedem Fall versuchen, den Brand auf den jeweiligen Brandraum zu begrenzen, also eine Ausbreitung zu verhindern.

  5. Feuerwehr! Weisen Sie die Einsatzkräfte an der Hauptzufahrt zu Ihrem Haus ein. Machen Sie Rettungs- und Fluchtwege frei und öffnen Sie benötigte Eingänge. Versuchen Sie schaulustige und unbeteiligte Personen vom Brandort fernzuhalten, um die Löscharbeiten nicht zu gefährden. Informieren Sie die Einsatzkräfte der Feuerwehr über die Lage des Brandherdes, eventuell vermisste Personen und besondere Gefahren. Stellen Sie sich der Feuerwehr zur Verfügung, da Sie wichtige Orts- und Personenkenntnisse besitzen.

  6. Nach dem Brand! Die vom Brand betroffenen Räume dürfen nicht betreten werden. Alle Wahrnehmungen, die zur Ermittlung der Brandursache dienen, müssen weitergegeben werden. Handfeuerlöscher erst nach Wiederbefüllung an den Standort zurückhängen.

Beim Renovieren/Einrichten beachten

Beim Gardinenkauf können Sie die Schwerentflammbarkeit der Gardinen am Etikett erkennen. Lassen Sie sich das Etikett vor dem Kauf zeigen. Am Besten entscheiden Sie sich für leichtes Polyester oder schwere Wolle, da beide Stoffe schwer entzündlich sind. Die CS-Norm steht für Sicherheit.

Beim Teppichkauf erkundigen Sie sich beim Personal nach der Entflammbarkeit, da Teppiche kein Etikett tragen. Auch bei Teppichen bieten Produkte aus Wolle einen guten Brandschutz. Achten Sie auf das Siegel am Teppichboden. Trägt es den kleinen Vermerk "TA" dann brennt diese Ware nur sehr schwer und Sie können den Teppich beruhigt kaufen.

Beim Kauf von Matratzen und Möbeln ist es ebenfalls sehr wichtig, dass Sie sich beim Personal über die Brandgefahr der Produkte informieren. Die Etiketten auf Matratzen und Möbeln enthalten keine Hinweise auf die Entzündlichkeit der Füllung. Bitten Sie Ihren Händler, sich beim Hersteller nach der Entzündlichkeit zu erkundigen.

Vermeiden Sie den Kauf von Federbetten, Kissenfüllungen und Baumwollstücken aus chemischen "Flocken", da von diesen Stoffen die größte Brandgefahr ausgeht.