Brand- und Rauchschutztüren helfen Leben retten

brand01.jpg Jahr für Jahr muss die Feuerwehr in Deutschland rund 200.000 mal ausrücken, weil es brennt. Dabei wird ein Privatvermögen von über 3 Milliarden Euro zerstört. Viel schlimmer als Sachschäden sind jedoch die zahlreichen Tote und Verletzte, die bei Bränden zu beklagen sind. Rund 90 Prozent aller Brandopfer sind Rauchtote. Wichtig sind daher vorbeugende Brandschutz- und Rauchschutzmaßnahmen.

Damit sich ein Brand nicht ungehindert ausbreiten kann, müssen beispielsweise bestimmte Bauteile in öffentlichen Gebäuden und in der Industrie durch Brandmauern voneinander getrennt werden. Bei Durchbrüchen dieser Mauern müssen Brand- und Rauchschutztüren eingebaut werden. Sie sollen für eine bestimmte Zeit die Rauchentwicklung abhalten und dem Feuer widerstehen. Auf der Abbildung sehen Sie zum Beispiel eine Brandschutztür von Hörmann.

Türen in einer niedrigen Feuerwiederstandsklasse

Die Bauordnungen der Länder enthalten entsprechende Vorschriften, die in der DIN 4102 und in der DIN 18095 definiert sind. Die DIN 4102 ordnet dem Begriff "feuerbeständig" eine Widerstandsdauer von mindestens 90 Minuten, dem Begriff "feuerhemmend" eine Widerstandsdauer von 30 Minuten zu. Für Türen gilt im Regelfall, dass sie eine Feuerwiderstandsklasse niedriger gewählt werden können, als die für Wände zutreffende Feuerwiderstandsklasse. Türen werden in die Feuerwiderstandsklassen T 30 und T 90 unterschieden.
Wie bereits erwähnt, müssen Feuerschutztüren nach DIN 4102 geprüft werden. Bestandteil dieser Prüfung ist ein beidseitiger Brandversuch, bei dem auf der feuerabgewandten Seite die Temperatur an verschiedenen Punkten gemessen wird. Der Ofen wird bis zu einer Temperatur von 1000°C erhitzt. An den einzelnen Messstellen darf die Temperatur während des Versuchs den Wert von 180K ( entspricht ca. 200°C) nicht überschreiten. Zusätzlich unterliegt die ermittelte Temperatur einem Grenzwert. Während des Prüfvorganges wird vor allem auch die raumabschließende Wirkung der Tür kontrolliert. Entsprechend der Dauer bis zur Überschreitung der Prüfkriterien erfolgt die Klassifizierung als T 30- bzw. T 90-Tür. Eine Tür, die z.B. 45 Minuten gehalten hat, wird als T 30-Tür eingestuft.
Eine Feuerschutztür kann, muss aber nicht zwangsläufig auch vor Rauch schützen. Dazu müssen die Anforderungen der DIN 18095 erfüllt werden, die von rauchdichten und selbstschließenden Türen (Rauchschutztüren) spricht. Zunächst zur Rauchdichtheit. Rauchschutztüren haben die Aufgabe, den Durchtritt von Rauch durch Wandöffnung für einen Zeitraum von ca. 10 Minuten zu verhindern, um die Rettung von Menschen und Tieren zu gewährleisten. Damit eine Tür als dichtschließend bezeichnet werden kann, muss sie ein stumpf einschlagendes oder gefälztes vollwandiges Türblatt und eine mindestens dreiseitig umlaufende Dichtung besitzen.
Weiterhin muss eine Rauchschutztür selbstschließend sein, denn eine Rauchschutztür kann den Durchtritt von Rauch logischerweise nur verhindern, wenn die Tür geschlossen ist. Hierzu ist die Ausrüstung der Türen mit Türschließer unumgänglich. Türschließer mit integrierten Feststelleinrichtungen sind nur dann zulässig, wenn die Türkonstruktion entsprechend geprüft oder die Änderung gutachterlich zugelassen ist. Rauchschutztüren bekommen im übrigen den Zusatz "RS". Eine Tür mit der Bezeichnung T 90 RS besitzt somit eine Feuerbeständigkeit von 90 Minuten und ist zusätzlich noch rauchdicht.
Brand- und Rauchschutztüren sind vor allem im gewerblichen Bereich und bei öffentlichen Gebäuden häufig vorgeschrieben. Aber auch in privaten Wohnbauten bis hin zum Einfamilienhaus ist dieser zusätzliche Schutz für Wohnungseingänge und Heizungskeller, Hobbyräume und Partykeller wichtig. Typische Einsatzorte für Brandschutztüren im privaten Wohnbereich sind zum Beispiel der Abschluss zum Heizöllagerraum im wohnlich genutzten Kellergeschoss oder die Verbindung zwischen Hausflur und Garage.
brand02.jpg Rauch- bzw. Brandschutztüren müssen nicht zwangsläufig aus Stahl sein, wie man es häufig bei Türen zum Öllagerraum oder zur Garage sieht. Auch Glas oder Holz kommen inzwischen zum Einsatz. Brandschutzverglasungen gibt es in zwei Kategorien: F- und G-Verglasung. G-Verglasungen verhindern den Flammen- und Brandgasdurchtritt entsprechend der angegebenen Zeit, z.B. G 30,... G 120. Die Brandhitze kann sich bei G-Verglasungen ausbreiten. F-Verglasungen müssen neben der Rauch- und Flammendichtigkeit auch eine Übertragung des Brandherdes durch Hitzestrahlung im geforderten Zeitraum unterbinden. Die Bezeichnungen lauten z.B. F 30,... F 120. Vorwiegend werden F-Verglasungen im Innenbereich angewendet. Auf der nebenstehenden Abbildung ist eine Rauchschutztür von Teckentrup zu sehen. Andere Hersteller wie Prüm bieten ihre Innentüren auch als Feuerschutztüren oder Rauchschutztüren an. So braucht man bei aller Funktionalität beim Design keine Abstriche zu machen.

Sowohl Feuerschutz- als auch Rauchschutztüren müssen mit einem Kennzeichnungsschild ausgestattet sein. Dieses enthält mindestens Angaben über die jeweilige Norm, die Produktbeschreibung des Herstellers, die Herstelleranschrift, die Prüfzeugnis-Nummer, die Prüfstelle und das Herstellungsjahr. Darüber hinaus müssen Rauchschutztüren mit einer Einbauanleitung ausgeliefert werden, der eine Werksbescheinigung des Herstellers beigefügt ist.
Die Anforderungen der Landesbauordnungen an Türen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
Bauteile Anforderungen an Türen
Komplextrennwände T 90
Äußere Brandwände Nicht zulässig
Feuerbeständige Innenwände, die anstelle von Brandwänden zugelassen werden T 90
Feuerbeständige Trennwände T 30
Feuerhemmende Trennwände dicht
Öffnungen zwischen Treppenraum und Kellergeschoß T 30
Öffnungen zwischen Treppenraum und nichtausgebauten Dachräumen T 30
Öffnungen zwischen Treppenraum und anderen Räumen (Werkstätten, Läden o.ä.) T 30
Öffnungen zwischen Treppenräumen und allgemein zugänglichen Fluren rauchdicht
Öffnungen zwischen Treppenräumen und Wohnräumen in Gebäuden mittlerer Höhe dicht
Öffnungen zwischen Treppenräumen und Wohnräumen in Hochhäusern T 30
Öffnungen zwischen Fluren und Wohnräumen in Gebäuden mittlerer Höhe dicht
Öffnungen zwischen Fluren und Wohnräumen in Hochhäusern T 30
Türen zur Unterteilung von Fluren in Rauchabschnitte rauchdicht