Böschungsbefestigung mit Pflanzensteinen

  • Gartenlandschaft mit Böschungen
  • Pflanzensteine als Lösung
  • Flexible Elemente
  • Kleine Stützwände
  • Große Wälle
  • Erdaushub für das Fundament
  • Auf frostsicheren Baugrund achten
  • "Trockenbau"
  • Schicht für Schicht
  • Das richtige Substrat
  • Pflanzenauswahl
  • Bunte Mischung

Gartenlandschaft mit Böschungen 

Für die einen ist eine ebene Gartenfläche mit englischem Rasen der Traumgarten schlechthin, andere bevorzugen eine abwechslungsreiche, auf mehrere Ebenen verteilte Gartenlandschaft. Wer eine solche Lösung anstrebt, für den kommen neben klassischen Trockenmauern ("Sylter Mauer") vor allen Dingen die sogenannten Pflanzensteine als Lösung in Frage.

Pflanzensteine als Lösung 

Pflanzensteine (bepflanzbare Böschungselemente), die auch als Pflanzenringe oder Böschungssteine bezeichnet werden, werden in der Regel aus gefügedichtem Beton, gefügedichtem Leichtbeton oder aus haufwerksporigem Beton bzw. Leichtbeton hergestellt. Sie sind in verschiedenen Formen, Größen und Farben (grau, braun, anthrazit) erhältlich. Oft zeichnen sie sich durch eine profilierte Oberfläche aus. Vielfach sind dem Beton Zuschläge wie Lava, Blähton oder Blähschiefer zugemischt. So wird die Wasserversorgung der Pflanzen verbessert.

Flexible Elemente 

Dabei sind die Systeme äußerst vielseitig: Von der niedrigen, senkrechten Wand bis zu rund 5 Meter hohen Wällen mit einer Schräge von 45° ist je nach System praktisch alles machbar. Der große Vorteil der Elemente liegt in ihrer Flexibilität: So läßt sich der Verlauf der befestigten Böschung ganz hervorragend dem natürlichen Verlauf anpassen. Standfest werden die Konstruktionen zum einen durch das relativ hohe Gewicht der Pflanzringe (zum Teil an die 40 Kilogramm pro Stück), zum andern durch die Verfüllung mit Erde. Anschließend lassen sich die Böschungen so bepflanzen, daß schon nach kurzer Zeit die Stabilität gebenden Steine kaum noch zu sehen sind.

Kleine Stützwände 

Speziell kleinere Stützwände, die eine Höhe von 50 Zentimetern nicht wesentlich überschreiten, erfordern keine großen Erdbewegungen und nur relativ wenige Pflanzensteine. Sie lassen sich daher vom Heimwerker problemlos errichten. Bei so kleinen Hangbefestigungen kann zudem auf die Drainage verzichtet werden. Die Realisation von höheren Wällen ist ohne Entwässerung unmöglich, da die Standsicherheit der lose gestapelten Einzelelemente nur gesichert ist, wenn auf das Bauwerk kein Wasserdruck lastet.

Große Wälle

Die Drainage zu realisieren erfordert jedoch ein wenig Vorplanung: Zudem ist bei Trockenmauern (und um einen solchen Mauertyp handelt es sich baurechtlich bei einer Böschungsbefestigung mit Pflanzensteinen) ab einer Bauhöhe von einem Meter der gesonderte statische Nachweis über die Standsicherheit zu erbringen. Außerdem muss geklärt werden, wie man die benötigten Baustoff- und Erdmengen überhaupt bewegen kann. Beachten Sie auch, das es erforderlich sein kann, eine Baugenehmigung für die Böschungsbefestigung zu beantragen. Die Beaftragung eines fachunternehmens ist also durchaus sinnvoll.

Erdaushub für das Fundament 

Die eigentlichen Arbeiten beginnen mit dem Erdaushub. Bei der Errichtung einer rund 2 Meter hohen Böschungsbefestigung mit Pflanzensteinen hat es sich in der Praxis als ausreichend herausgestellt, am unteren Ende der Böschung einen rund 1 Meter breiten und 40 Zentimeter tiefen Graben auszuheben. In diesem Graben werden das Dränrohr (DN 100) und das Fundament für die Böschungsbefestigung "untergebracht". Als Unterlage für das Drähnrohr ist eine dünne Kiesschicht vorgeschrieben. Achtung: Je nach Höhe der Böschung und der Bodenbeschaffenheit bzw. der Hangneigung können sich andere Maße ergeben. Ein statischer Einzelnachweis ist unabdingbar.

Auf frostsicheren Baugrund achten 

Achten Sie darauf, daß der Baugrund ausreichend tragfähig und frostsicher ist. Die Gründung setzt sandige bis bindige Böden voraus. Organische Böden wie Torfe und Kleien aber auch gewöhnlicher Oberboden sind ungeeignet, da sie später noch nachgeben können. Gegebenenfalls muss vor dem Einbau des Fundamentes ein Bodenaustausch vorgenommen werden. Das Fundament übrigens sollte aus Beton B 15 bestehen und in unserem Beispiel etwa 80 Zentimeter breit und gut 30 Zentimeter hoch werden.

"Trockenbau"

Nun wird die erste Reihe der Elemente einzeln lot- und fluchtgerecht in das noch frische Betonfundament gesetzt. Die Elemente werden "trocken" - also ohne Mörtel - entsprechend den Herstellerangaben aneinandergesetzt. Bauteile mit Verbundkehlen werden so versetzt eingebaut, daß die Kehlen ineinandergreifen, die einzelnen Elemente sich aber nicht "knirsch" berühren.

Schicht auf Schicht 

Sobald eine Lage der Elemente auf dem Fundament versetzt ist, beginnen Sie mit dem Hinterfüllen. Dazu ist ein frostsicheres, wasserdurchlässiges Material zu verwenden. Ideal dafür ist Kiessand 0/32. Die daraus aufgebaute Dränschicht wird in einzelnen, Pflanzenstein-hohen Lagen eingebaut und jeweils verdichtet. Nun können Sie die nächste Reihe der Pflanzensteine in Angriff nehmen. Diese werden so versetzt auf die erste Reihe gesetzt, daß sich eine Hangneigung von 20° ergibt. So wird die gesamte Böschungsbefestigung Lage für Lage aufgebaut. Ist die oberste Reihe mit Pflanzensteinen gesetzt, folgt allerdings keine komplette Schicht Kiessand mehr - stattdessen besteht der Abschluß aus einer etwa 15 Zentimeter dicken Schicht Mutterboden.

Das richtige Substrat 

Nun müssen die Pflanzensteine zunächst mit Substrat gefüllt und anschließend bepflanzt werden. Dabei sollten Sie darauf achten, daß das Substrat aus möglichst wenigen organischen Bestandteilen besteht, um spätere Sackungen durch die weitere Zersetzung des Materials zu vermeiden. Desweiteren sollten Sie auf offenporige, formstabile mineralische Komponenten achten. Perfekt für Pflanzensteine geeignet ist eine Substratmischung aus 30 bis 40 Prozent Kompost, 30 bis 40 Prozent Sand und 20 bis 30 Prozent Lava, Bimsstein oder gebrochenen Blähton.

Pflanzenauswahl 

Für die Begrünung sind vor allen Dingen Pflanzen geeignet, die sich im Schatten wohlfühlen und die auch mit wenig Wasser auskommen. Denn durch die Drän-Schicht fehlt den Pflanzen die Verbindung zum gewachsenen Boden. Der Nachschub von Nährstoffen und Wasser ist daher nicht immer gewährleistet. Und durch den sehr steilen und teilweise senkrechten Aufbau ist auch das Lichtangebot nicht so üppig, wie es für viele Pflanzen erforderlich wäre.

Bunte Mischung 

Da sich auch nachträglich noch die örtlichen Bedingungen für die ein- oder andere Pflanze als nicht geeignet herausstellen, sollten Sie eine bunte Mischung aus etwa 10 bis 20 Pflanzenarten anstreben. Dabei sollten Stauden, Bodendecker und kleine Gehölze miteinander gemischt werden. Pro Quadratmeter sind maximal 3 Sträucher bzw. 6 Bodendecker und Stauden anzupflanzen. Außerdem hat es sich bewährt, die Bodenoberfläche zuletzt mit einer 5 bis 10 Zentimeter dicken Schicht Blähton oder Lava zu bedecken. So können Sie das Substrat vor Austrocknung schützen und gleichzeitig den Bewuchs mit Fremdpflanzen zuverlässig verhindern.