Blumenzwiebeln und Knollengewächse

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Groß ist die Zahl der Blumen, die Jahr für Jahr aus Knollen oder Zwiebeln neu austreiben. Sie alle gehören zu den mehrjährigen Stauden. Viele sind winterhart, wie Tulpen, Narzissen und Lilien. Andere, wie Dahlien, Canna, Knollenbegonien oder Gladiolen müssen im Herbst ausgegraben werden. Ihre Zwiebeln oder Knollen überwintern im Haus.

Sommerblüher (Frühjahrspflanzung)

Holländische Iris, Gladiolen, Ranunkel, Freesien, Knollenbegonien, Anemonen, Dahlien, Lilien, Canna und Indisches Blumenrohr.

Frühlingsblüher (Herbstpflanzung)

Tulpen, Narzisse, Hyazinthen, Krokusse, Scilla, Lilien, Anemonen, Ranunkeln, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, Winterlinge, Ixia und andere Kleinzwiebelgewächse. Im Herbst an frostfreien Tagen von September bis spätestens Anfang Dezember, im Frühjahr bei genügend erwärmten Boden pflanzen.

Boden und Düngung

Blumenzwiebeln lieben lockeren Gartenboden. Schwere Böden durch spatentiefes Einarbeiten von Kompost und abgelagertem Stalldung, evtl. auch von Sand, verbessern. Nicht über mehrere Jahre auf der gleichen Fläche dieselben Blumenarten pflanzen! Falls aber ein Platzwechsel nicht möglich ist, Boden tief umgraben oder gegen reichlich Kompost- oder Lauberde austauschen. Vor allem in Blumenkästen, Trögen und Gartenkübeln vor der Pflanzung frische, nährstoffreiche Erde einfüllen.

Pflanzhilfsmittel

Zwiebeln und Knollengewächse vorsichtig einsetzen. Beim Pflanzen nie Gewalt anwenden, denn zerdrückte Zwiebeln blühen nicht! Daher ist, besonders bei festen Böden, ein sogenannter Blumenzwiebelpflanzer sehr zu empfehlen.

Pflanztiefe

Faustregel: etwa ein- bis höchstens zweifache Zwiebelhöhe unter der Erdoberfläche. Bei schweren, lehmigen Böden kann es angebracht sein, die angegebene Pflanzentiefe leicht zu verringern.

Spezielle Empfehlungen zu einzelnen Arten

Tulpen

Günstige Pflanzzeit von Ende September bis Mitte November. Für Garten, Pflanzenschalen oder Topfkultur gleichermaßen geeignet. Gruppen, Tuffs und ganze Rabatten von 10 und mehr Stück wirken am schönsten. Pflanzen Sie Tulpen mit unterschiedlichen Blütezeiten: dann haben sie von März bis Mai Ihre "blühende" Freunde.

Narzissen

Pflanzenabstand etwa eine Handspanne. Können jahrelang an der gleichen Stelle bleiben. Nach der Blüte das Laub stehen lassen, bis es vergilbt.

Hyazinthen

Zeitige Pflanzung im Herbst sichert die volle Blütenentfaltung. In den folgenden Jahren werden die Blüten kleiner. Aufzucht in Gläsern, Töpfen und Schalen am Fenster möglich. Durch aufgesetzte spitze Tüten dunkel und kühler halten, dann allmählich wärmer stellen und gut gießen.

Krokusse

Pflanzabstand 7-8 cm. Blühen bei Schonung des Laubes jahrelang an derselben Stelle. Blüten werden aber zunehmend kleiner.

Schneeglöckchen, Ixien, Scilla, Traubenhyazinthen, Winterlinge, Sparaxis

Sind genügsam und gedeihen auch im Halbschatten. Ixien und Sparaxis sind frostempfindlich, daher im Spätherbst mit Laub oder Fichtenreisig abdecken.

Lilien

Brauchen sehr nahrhaften, lockeren Boden mit reichlich Vorratsdünger und einen sonnigen Standort — am Boden allerdings etwas Schatten (Polsterstauden dazwischenpflanzen). Dadurch wird auch vermieden, daß beim Hacken die Zwiebeln verletzt werden. Pflanzenabstand ca. 25 cm. Bei Topfkultur tiefe Tontöpfe mit nahrhafter Blumenerde verwenden. Zunächst mäßig, beim Austreiben mehr gießen.

Kaiserkrone (Fritillaria)

Liebt Sonne bis Halbschatten, Pflanzabstand 20 cm. Beim Schneiden der Blumen Laub schonen!

Garten-Freesien

Lieben Sonne bis Halbschatten, Pflanzzeit April bis Mai, Pflanzabstand etwa 8 cm. Die Zwiebeln sind nicht winterhart. Weiterkultur möglich, aber nicht zuverlässig.

Knollenbegonien

Nicht gleich ins Freie setzen, sondern ab Ende März in Töpfen, Kisten oder im Frühbeet mit sehr lockerer Lauberde oder Kompost-Blumenerde vortreiben. Vor dem Einlegen die Knollen einige Stunden in Wasser quellen lassen. Die Rundung der Knolle gehört nach unten, die vertiefte Höhlung nach oben! Die Knollen sind frostempfindlich; können erst nach den "Eisheiligen" ins Freie gepflanzt werden. Im Herbst beim ersten Frost aus dem Boden nehmen, abtrocknen lassen, Laubreste entfernen und kühl aufbewahren. Im Frühjahr wird wieder neu vorgetrieben.

Gladiolen und Montbretien

Pflanzenabstand etwa eine Handspanne, Montbretien etwas dichter einsetzen. Nicht mehrere Jahre an gleicher Stelle einpflanzen! Bei Gladiolenkrankheiten (Gelbsteifigkeit, faule Knolle) sofort Knolle ausreißen und vernichten. Gleich ins Freie, jedoch nicht vor Mitte April pflanzen; am besten in zeitlichen Abständen bis zum Frühsommer, um eine dauernde Blütenpracht zu haben. Ende September aus dem Boden nehmen, abschütteln, kühl und trocken aufbewahren und im nächsten Frühjahr wieder einsetzen.

Canna und Zwergcanna

Pflanzkultur ähnlich der der Gladiolen. Die Wurzel jedoch ähnlich wie bei Dahlien mäßig feucht und kühl in Sägermehl oder Sand einschlagen und überwintern. Vorkultur im Frühjahr in Töpfen oder im Frühbeet ratsam.

Anemonen, Ranunkeln

Knollen vor dem Einsetzen 24 Stunden lang ins Wasser legen und quellen lassen, damit sie schneller wurzeln. Die Spitzen gehören nach unten! Bei Herbstpflanzung mit Lauberde abdecken.

Dahlien

Man unterscheidet einjährige, niedrige Arten, die aus Samen gezogen werden können, und Sorten, deren Knollen nach Abfrieren der oberirdischen Teile aus dem Boden genommen und frostfrei überwintert werden. Pflanzenabstände nach der Faustregel: Wuchshöhe ist gleich Abstand untereinander. Pflanzenzeit: Frühestens ab Anfang Mai. Blütenqualtität wird verbessert, wenn umfangreiche Knollen immer wieder geteilt werden.

Bio-Tipp

Wer unter Wühlmäusen leidet, sollte Narzissen pflanzen. Die Nager rühren diese gifthaltigen Zwiebeln nicht an. Der junge Dahlienaustrieb ist von Schnecken bedroht. Stellen Sie Bierfallen auf und streuen Sie dicke Sägemehlringe um die Pflanzen. Vorgetriebene, starke Dahlien sind weniger gefährdet.

(Aus dem Ratgeber des Garten-QUELLE-Teams)