Betondecken sind zu rauh

Gerd H.: "Wir haben ein neues Haus von einem Bauträger gekauft, dessen Geschossdecken laut Baubeschreibung "glatte Fertigbetondecken mit gespachtelten Fugen" sind. Meines Erachtens sind die Decken aber durch viele Löcher (Luftblasen?) nicht glatt. Aus Zeit- und Kostengründen möchten wir selbst die Decken nicht spachteln, tapezieren oder spritzen, weil unserer Meinung nach der Bauträger für glatte Decken verantwortlich ist. Wir möchten die neuen Decken nur grundieren und streichen. Was können wir tun?"

Antwort des Baumarkt-Teams: "Lieber Gerd
per Ferndiagnose kann ich nur sagen: An Ihren Geschossdecken ist nichts zu beanstanden. "Glatt" heißt, daß der Beton glatt abgezogen worden ist, heißt aber nicht, daß er glatt wie ein Kinderpopo sein muss. Das ist bei Beton auch gar nicht möglich.

Die "Löcher" von denen Sie schreiben, halten wir für unbedenklich und systembedingt. Dadurch wird die Statik nicht beeinträchtigt. Wenn Sie auf der Decke einen schwimmenden Estrich ausbringen, sieht man das sowieso nicht mehr. Denken Sie dabei an das Anbringen von Randdämmstreifen.

Geschossdecken werden grundsätzlich mit Fließestrich versehen (und nicht "gespachtelt") oder mit Estrichverlegeplatten belegt, Wände werden grundsätzlich verputzt.

Es gibt keine Betondecke auf dieser Welt, die so glatt ist, daß sie darauf direkt einen Teppichboden verlegen könnten (was technisch sowieso fehlerhaft wäre). Betonwände werden allenfalls im Keller überstrichen. Im Wohnbereich sind Betonwände zu verputzen. Wenn Sie das nicht tun, handeln sie nicht fachgerecht.

Der Putz hat bauphysikalisch viele Funktionen: Er kann bis zu einem gewissen Grad Feuchtigkeit aufnehmen (insbesondere Sanierputz) und wieder abgeben, Beton aber nicht. Deshalb erlebt man es ja auch häufig, daß an Betonwänden das aus der feuchten Raumluft kondensierte Wasser an den Wänden herunterläuft. Putz hat auch eine Wärmedämm- und Schallschluckfunktion. Bekanntlich wird gerade über Betonwände der Schall über mehrere Geschosse weitertransportiert."