Bausparvertrag - richtig beraten lassen

Das Umfeld für deutsche Bausparer kann guten Gewissens als nahezu perfekt bezeichnet werden: Bauherren treffen derzeit auf Niedrigzinsen, leider mangelt es häufig bei der Beratung, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat. Nahezu 50 Prozent der 154 Beratungen von Testkunden wurden zwar mit gut oder sehr gut bewertet, jede Vierte erhielt allerdings das Urteil „mangelhaft“.

Der Bausparvertrag - das Produkt der Stunde

Die aktuellen Niedrigzinsen machen dem Bausparvertrag zu einem der beliebtesten Produkte des Immobilienmarktes. Einer Umfrage des Marktforschers TNS zufolge vertrauen 35 Prozent der Bundesbürger ihr Geld einem Bausparvertrag an. Verwunderlich ist das nicht, denn Bausparkassen ist es gesetzlich untersagt, mit riskanten Papieren an der Börse zu spekulieren. Zudem werden Darlehen immer zu 100 Prozent aus den Bauspareinlagen der Kunden bedient. Die Refinanzierungsstruktur des Finanzmarkts spielt für Bausparkassen somit keine Rolle.

Nicht nur die Sicherheit macht den Bausparvertrag aktuell sehr attraktiv. Derzeit erhalten Sparer relativ niedrige Renditen für Fest- und Tagesgeld. Somit gewinnt der Bausparvertrag auch als Zinsprodukt immer mehr an Bedeutung. Alle Bausparer erhalten bei zahlreichen Bausparkassen rückwirkend zum Guthabenzins einen willkommenen Bonuszins, wenn sie nach sieben Jahren Laufzeit auf die Zuteilung des Baudarlehens verzichten. Ob dieser Bonuszins erteilt wird, müssen die Sparer selbst ermitteln. Aktuelle Bauspar-Angebote können auf http://www.kreditvergleich.net/bausparvertrag-vergleich/ verglichen werden.

Gebühren und staatliche Prämien

Interessierte sollten sich nicht von hohen Zinsen verführen lassen, denn an guten Renditen hängen oftmals auch hohe Gebühren. Variationsreich sind die Abschlussgebühren, die Verwaltungs- und Vertriebskosten der Bausparkassen decken und zwischen einem und 1,6 Prozent der Bausparsumme betragen. Bei 25.000 EUR liegen die Kosten bei 250 bis 400 Euro. Aus diesem Grund wird zu niedrigen Bausparsummen geraten. Bausparkassen verlangen zusätzlich zu den Abschlussgebühren bis zu zwölf Euro pro Jahr für die Kontoführung.

Staatliche Prämien sollten niemals vernachlässigt werden. Singles mit einem zu versteuernden Einkommen unter 25.600 Euro erhalten eine Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent, maximal aber 45,06 Euro pro Jahr. Verheiratete kassieren das Doppelte, 90,11 Euro, wenn ihr Einkommen unter 51.200 Euro liegt.

Vorsicht bei der Beratung

Wie zuvor erwähnt, lohnt sich Bausparen aktuell sehr. Interessierte müssen bei der Beratung allerdings achtgeben. Die Berater berechnen oftmals die Sparzeit falsch. Im Test der Stiftung Warentest wollten Kunden in vier Jahren modernisieren. Viele erhielten allerdings ein Angebot, bei dem die Bausparsumme erst nach fünf Jahren oder später ausgezahlt wird. Die Folge einer solchen Zuteilung ist, dass die Kunden nicht nur ihr Vorhaben verschieben müssen, oftmals kann die Finanzierung erheblich verteuert werden.