Bauplan Sonnenliege: Oase der Ruhe

Sonnenliege


Sonne, Strand und Meer - wer wünscht sich das nicht im Sommer? Doch auch zu Hause kann man es sich gemütlich machen. Ein schöner Liegestuhl ist eine Oase der Ruhe und ein Schmuckstück für Balkon oder Terrasse. Doch warum muss es denn immer ein gekaufter sein? Wir möchten Ihnen eine Anregung geben, wie Sie sich einen klassischen Liegestuhl selbst bauen können. Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist eine gute Vorbereitung allerdings das A und O. Eine Alternative zur Sonnenliege ist der Liegestuhl, auf dem es sie auch elegant faulenzen können.

Schritt 1: Teile für den Klapprahmen

Teile für den Klapprahmen

Schneiden Sie die Gestell­teile, die Teile für den Klapp­rahmen sowie die Rückenlehne auf das in der Materialliste angegebene Maß ab. Kennzeichnen Sie die Position der Einzelteile mit Hilfe des Schreinerdreiecks (die Spitze des Dreiecks zeigt immer zur Oberseite).

Schritt 2: Falz für die Auflageleiste

Falz für die Auflageleiste

Den Falz für die Auflageleiste müssen Sie mit der Tischkreissäge herausschneiden. Kontrollieren Sie die Sägeeinstellung durch einen Probeschnitt. 

Schritt 3: Probeschnitt

Probeschnitt

Beim Schneiden ist es wichtig, dass das Abfallstück am Schluss links vom Sägeblatt frei auf dem Maschinentisch liegt.

Schritt 4: Schlitz- und Zapfenverbindung

Schlitz- und Zapfenverbindung

Um die Schlitz- und Zapfen­verbindung zwischen den Beinen und der Querstrebe auf der Zugsäge herstellen zu können, benötigen Sie eine Schablone. Die Breite von Schlitz und Zapfen ist so gewählt, dass die Holzdicke gedrittelt wird. 

Schritt 5: Schlitz an den vier Enden

Schlitz an den vier Enden

Zuerst schneiden Sie den Schlitz an den vier Enden der Querstreben. Dabei ist der Arbeitsablauf folgendermaßen: Erster Schnitt, Holz um 180 Grad drehen, zweiter Schnitt.

Schritt 6: Zwischenraum heraussägen

Zwischenraum heraussägen

 Erst wenn alle vier Enden so eingeschnitten sind, den Anschlag um Säge­blattbreite verstellen und den Zwischenraum heraussägen.

Schritt 7: Passgenauigkeit

Passgenauigkeit

Bevor Sie den Zapfen am Fuß ausschneiden, empfiehlt es sich, an einem Probestück die Pass­genauigkeit zu prüfen. Der Arbeitsablauf ist ähnlich wie beim zuvor gesägten Schlitz. 

Mit dem Unterschied, dass anstatt den Zwischenraum heraus­zusägen, die Abfallstücke liegend auf der Zugsäge abge­schnitten werden.

Schritt 8: Schnitttiefe

Schnitttiefe

Falls die Schnitttiefe der Säge geringer ist als die Rahmenbreite, muss der Zapfen noch abgesetzt (auf der Innenseite abgeschnitten) werden. 

Schritt 9: Holzreste mit Stemmeisen entfernen

Holzreste mit Stemmeisen entfernen

Die durch die Säge­schnitte zurückbleibenden Holzreste müssen Sie mit einem scharfen Stemmeisen entfernen.

Schritt 10: Passgenauigkeit

Passgenauigkeit

Legen Sie sich vor dem Verleimen das Material und Werkzeug, das benötigt wird, bereit. Damit wird unnötiger Stress während des Verleimens vermieden. Es empfiehlt sich auch, die Verbindung durch "trockenes" Zusammenstecken auf ihre Passgenauigkeit zu prüfen. Zum Verleimen wird wasserfester PU- (Polyurethan) Kleber verwendet. Den Kleber auf Zapfenaußenseiten und Schlitzinnenseiten angeben und mit einem Holzrest verstreichen. 

Schritt 11: Schlitzinnenseiten angeben

Schlitzinnenseiten angeben

Die Teile zügig zusammen­stecken und mit Zwingen ver­spannen. Zunächst müssen Sie die Zwingen von unten an die Beine ansetzen. Wenn der Zapfen zurücksteht, mit Klebe­band schmale Zulagen­klötze an den Beinen befestigen. 

Schritt 12: Rechtwinkligkeit

Rechtwinkligkeit

Falls Sie die benötigte 200 cm lange Zwinge nicht besitzen, können Sie auch zwei kürzere Zwingen in der Mitte zusammen­setzen (hierbei am besten mit einem Gehilfen arbeiten). Am Schluss noch eine Zwinge quer auf die Verbindung setzen. Die Rechtwinkligkeit mit einem Winkel kontrollieren, wenn nötig durch Versetzen der Zwingen korrigieren.

Schritt 13: Rückenlehne

Rückenlehne

Zeichnen Sie die Ausspar­ungen und das Loch für die Drehachse auf den Seiten des Klapprahmens (Rückenlehne) an. Beim Bohren der Löcher arbeiten Sie mit einem Unter­lage­brett. Zuerst bohren Sie die Löcher, in denen später die Aluminiumstange einrastet, sowie das Loch für die Dreh­achse mit einem 20 mm Forst­nerbohrer.

Schritt 14: Aussparung beim Einklappen

Aussparung beim
Einklappen

Im nächsten Schritt spannen Sie die beiden Teile zusammen und bohren ein 35 mm großes Loch (dient als Aus­sparung beim Einklappen der Rückenlehne). Die Rasterungen mit der Stichsäge oder einer Handsäge vollständig heraussägen.

Schritt 15: Rasterungen

Rasterungen

Die beiden Seitenteile laufen am oberen Ende in einem Halbkreis aus. Zeichnen Sie diesen an und sägen Sie ihn mit der Stichsäge aus.

Schritt 16: Klapprahmen mit Dominos

Klapprahmen
mit Dominos

Bei unserer Liege wird der Klapprahmen mit Dominos (5x 30) verbunden. Dazu müssen Sie den Leistenanschlag der Domino­fräse auf die Leisten­breite einstellen und die Höhe der Klappe über die Schnell­verstellung auf 20 mm ein­stellen. 

Schritt 17: Unterkante an den Positionen der Querstücke anlegen

Unterkante an den
Positionen der Querstücke anlegen

Zunächst werden die Löcher in das Querholz der kurzen Rahmenteile gefräst. Danach die Klappe wieder nach oben klappen und die Domino­fräse mit der Unterkante an den Positionen der Querstücke an­legen und die Löcher fräsen. Beim Verleimen zunächst den Domino in die kurzen Rahmenteile einkleben. 

Schritt 18: Rahmenteile einkleben

Rahmenteile einkleben

Dann den Kleber in den Löchern der Seitenteile angeben und alles mit Zwingen verspannen. Am Schluss den Winkel kontrollier­en, am besten messen Sie dazu das Diagonalmaß.

Schritt 19: Trocknungszeit

Trocknungszeit

Nach ca. 2 Stunden Trock­nungszeit können Sie die verklebten Liegestuhlseiten wieder ausspannen. Grobe Kleberreste entfernen Sie am besten mit einem Stemmeisen. Nun alle Teile mit einem Exzenterschleifer (Körnung P 120) schleifen.

Schritt 20: Löcher bohren

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Zeichnen Sie die Löcher auf den Seitenleisten der Liegefläche an. Zum Bohren verwenden Sie am besten einen stationären oder mobilen Bohrständer. Zum Übertragen der Löcher auf die Liegestuhlseiten legen Sie die gebohrten Seitenleisten auf ihre spätere Position und kennzeichnen den Lochmittelpunkt durch Einstecken des Bohrers. 

Schritt 21: Bohrer mit Tiefenanschlag

Bohrer mit
Tiefenanschlag

Nun können sie auch diese Löcher bohren. Um die Löcher alle auf die exakte Tiefe zu bohren, verwenden Sie am besten einen Bohrer mit Tiefenanschlag.

Schritt 22: Kanten abrunden

Kanten abrunden

Runden Sie alle Kanten mit einer Kantenfräse oder einer Oberfräse (Radius 3 mm). Die Rundungen mit einem Hand­schleif­klotz schleifen. Abschließend alle Flächen noch einmal mit dem Exenterschleifer schleifen (Körnung P 180).

Schritt 23: Falz in ein Kantholz schneiden

Falz in ein Kantholz schneiden

Die Aluminiumstangen mit der Zugsäge auf das angegebene Maß abschneiden (Drehzahl drosseln). Damit die Aluminium­abschnitte beim Abschneiden nicht durch die Werkstatt fliegen, einfach einen Falz in ein Kantholz schneiden und die Alu-Stange beim Schneiden darunter legen.

Schritt 24: Schnittkanten mit Schleifpapier oder Feile entgraten

Schnittkanten mit
Schleifpapier oder Feile entgraten

Die Schnitt­kanten mit Schleifpapier oder Feile entgraten.

Schritt 25: Liegestuhlseiten

Liegestuhlseiten

Bevor Sie die Einzelteile miteinander verkleben, sollten Sie den Stuhl einmal ohne Kleber zusammenstecken und kontrollieren, ob alles passt. Legen Sie nun beide Liege­stuhlseiten flach auf den Ar­beitstisch und geben Sie in den Löchern PU-Kleber an. 

Schritt 26: Aluminiumstangen in eine Seite einstecken

Aluminiumstangen in eine Seite einstecken

Jetzt die Aluminiumstangen in eine Seite einstecken und zügig nachein­ander Abstandshülse, die erste Seitenleiste, beim Kopfteil den Klapprahmen, die zweite Seiten­leiste und wieder eine Abstands­hülse auf die Stange schieben. Die zweite Liegestuhlseite aufstecken und mit Zwingen alles verspannen. 

Schritt 27: Rechtwinkligkeit

Rechtwinkligkeit

Die Rechtwinkligkeit mit einem Winkel kontrollieren, wenn nötig durch Versetzen der Zwingen korrigieren.

Schritt 28: Kanten mit Fräse abrunden

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Die beiden Seitenleisten nach außen schieben und den Zwischenraum im Falz messen. Die Leisten für die Liegefläche auf das gemessene Maß ab­schneiden. An den Leisten alle Kanten mit der Fräse runden

Schritt 29: Senkbohrer mit Tiefenanschlag benutzen

Senkbohrer mit Tiefenanschlag
benutzen

... und die Löcher zum Fest­schrauben bohren (D = 3,5 mm: am besten Senkbohrer mit Tiefenanschlag benutzen). 

Schritt 30: Rundungen der Leisten schleifen

Rundungen der Leisten schleifen.

Mit einem Handschleifklotz die Schmalflächen und die Rundungen der Leisten schlei­fen. Nach ca. 2 Stunden Trocknungszeit können Sie den verklebten Liegestuhl wieder ausspannen. Kleberreste mit einem scharfen Stemmeisen entfernen.

Schritt 31: Außenkante der Seitenleiste

Außenkante der
Seitenleiste

 Legen Sie alle Leisten auf die spätere Liegefläche. Schieben Sie die Leisten an einem Ende zusammen und messen Sie den Abstand zur Außenkante der Seitenleiste. 

Schritt 32: Abstandsklötze

Abstandsklötze

Den Abstand durch die Anzahl der Leisten minus eine Leiste teilen. Das Ergebnis ist der Zwischenraum zwischen den Leisten. Schneiden Sie sich nun zwei Abstandsklötze, die Sie beim Festschrauben zwischen die Leisten legen. Die gleiche Prozedur beim Kopfteil wiederholen. 

Schritt 33: Edelstahl-Spax

Edelstahl-Spax

Nun können Sie die Leisten nacheinander mit Edelstahl-Spax (3,5x 30) in den Falz der Seitenleisten schrauben.

Schritt 34: Schleifen Sie mit dem Exzenterschleifer

Schleifen Sie mit dem Exzenterschleifer

Schleifen Sie mit dem Exzenterschleifer (Körnung P 180) über die Sitzfläche. Kontrollieren Sie beim gesamten Stuhl noch einmal, ob noch raue oder schmutzige Stellen vorhanden sind und schleifen Sie diese weg. 

Schritt 35: Fasern wegschleifen

Fasern wegschleifen

Für die Oberflächenbehandlung empfehlen wir ein wasserfestes Öl für den Außenbereich (z.B. Clou Holzöl). Das Öl im ersten Schritt dünn mit einem Pinsel auftragen und über Nacht trocknen lassen. Die hochgestellten Fasern mit Schleifpapier (Körnung P 280) wegschleifen (Zwischenschliff).

Schritt 36: Oberflächenbehandlung

Oberflächenbehandlung

 In weiteren 2 bis 3 Arbeitsgängen das Öl dünn mit dem Pinsel oder Lappen auf den Stuhl auftragen. Zur Pflege den Stuhl einmal jährlich dünn mit einem Leinentuch nachölen.

Schritt 37: Schablone zum Schlitz

Schablone zum Schlitz

Schablone zum Schlitz und Zapfen schneiden. Verwenden Sie ein grobes Sägeblatt.

Materialliste

PosAnz.BezeichnungLängeBreiteDickeMaterial
12Längsfrieß Fuß20006040Teak/Robinie
24Fuß2806040Teak/Robinie
32Längsfrieß große Liegefläche11804540Teak/Robinie
42Längsfrieß kleine Liegefläche8004540Teak/Robinie
532Querlatte Liegefläche5504015Teak/Robinie
62Hakenleiste Stützrahmen4203020Teak/Robinie
72Querleiste Stützrahmen4653020Teak/Robinie
84Domino Dübel 5x 30 mm305Buche
964Spax VA 3,5x 30 mm303,5Edelsthl
105Alu Rohr lang675ø20Aluminium
111Alu Rohr kurz560ø15Aluminium
126Distanzhülse Alu17ø25Aluminium
Alle Maße in Millimeter

Holzarten

Bei der Holzwahl für den Liegestuhl scheiden Nadelhölzer durch Ihren hohen Harzanteil aus. Da es nur wenige einheimische Hölzer gibt, die man dauerhaft im Außenbereich einsetzen kann, werden die meisten Gartenmöbel aus Tropenhölzern hergestellt. Sollten Sie in Ihrem Liegestuhl Tropenholz verwenden wollen, achten Sie bitte darauf, dass es aus nachhaltigem Plantagenanbau kommt. In der anschließenden Holzempfehlung stehen die Hölzer, die es auch in den meisten Schreinereien gibt. Dadurch wird die Holzbeschaffung etwas einfacher.

Robinie Robinie
Einheimische Alternative zu Tropenhölzern, mit großer Widerstandsfähigkeit gegen Verwitterung und Schädlings­befall. Ursprüngliches Her­kunftsgebiet ist Nordamerika. 
In Europa ist diese Holzart seit mehreren hundert Jahren hei­misch. Die Farbe ist grüngelblich bis goldbraun. Mit normalem Werkzeug ist dieses Holz gut zu bearbeiten. Es kann sowohl lackiert als auch geölt werden.

Teak Teak
Teak ist wohl das beste Holz für den Außenbereich. Das gold­gelbe bis mittelbraune Holz stammt hauptsächlich aus Südostasien, wird aber mittler­weile auch als Plantagenholz in anderen Tropengebieten ange­pflanzt. Von Natur aus hat es einen sehr hohen Ölgehalt im Holz und ist dadurch schwer zu lackieren. Bitte beachten Sie: Normales Werkzeug wird bei der Bearbeitung von Teak sehr schnell stumpf.

Sipo-Mahagini Sipo-Mahagini
Dieses widerstandsfähige afri­kanische Laubholz ist meist günstiger als Teak und rot bis rötlichbraun gefärbt. Es ist mit jedem Werkzeug gut zu bearbeiten und kann sowohl lackiert als auch geölt werden.

Eine Übersicht über Holzbehandlungsmittel und Holzschutz von A bis Z steht auf baumarkt.de für Sie bereit.

Bauplan Sonnenliege

Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihrer Sonnenliege verwenden.

Skizze der Arbeitsschritte
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Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.