Bauplan Pflanztisch: Umtopfen leicht gemacht

Jeder begeisterte Hobbygärtner kennt die Rückenschmerzen, die oft nach einem arbeitsreichen Tag im Garten auftreten. Warum dann nicht einen Teil der Arbeiten an einen Tisch verlagern, an dem man be­quem stehen kann und auch das benötigte Werkzeug zur Hand hat? Deshalb haben wir für Sie einen solchen Tisch entworfen, der zudem auch noch schön anzuschauen und leicht nachzubauen ist. Ebenfalls rückenschonend ist ein hochgelegenes Frühbeet.

Pflanztisch

Das Material für den Tisch sind so genannte Bau- oder Mauerbohlen aus Fichtenholz. Eine Übersicht über geeignetes Gartenholz und was darunter zu verstehen ist haben wir für Sie auf baumarkt.de bereit gestellt. Sie können die Boh­len entweder gebraucht beim Maler- oder Baubetrieb um die Ecke oder neu im Baumarkt bekommen. 

Als Verbindung bieten sich Dominodübel an. Sie können aber alternativ auch Runddübel verwenden oder alles miteinander verschrauben. Verwenden Sie aber auf jeden Fall witterungsbeständige Verbinder, also Schrau­ben aus VA oder Domino- und Runddübel aus Sipo-Holz. Wenn Sie die Blume in der Mitte farbig gestalten möchten, sollten Sie dies vor dem Verleimen tun. Der Pflanztisch sollte die Herbst und Winter­monate unter einer Plane oder im Trockenen verbringen. Ideal wäre aber grundsätzlich ein geschützter Platz, beispielsweise unter einem Dachvorsprung oder auf einer überdachten Terrasse.

Schritt 1: Einzelne Bretter schneiden

Schneiden der einzelnen Bretter

Schneiden Sie die einzelnen Bretter z. B. mit einer Tauch­säge und Führungsschiene zu. Markieren Sie sich auf den ein­zelnen Brettern die Vorderkante und schreiben Sie auf die Au­ßen­fläche die Nummer aus der Materialliste. 

Schritt 2: Konturen der Blume aufzeichnen

Konturen der Blume ausschneiden

Mit einem weichen Bleistift wird die Form der Blume auf das Brett aufgezeichnet. Zeichnen Sie auch die Höhe der Plattenunterkante auf der Mittel­seite (Pos. 1) an. Skizzieren Sie nun auf den Seiten (Pos. 2) die spätere Position der Mittelseite und der Bodens (Pos. 3) an. 

Schritt 3: Konturen der Blume mit Kurvensägeblatt ausschneiden

Kurvensägeblatt
Festspannen der Mitteilseite

Mit der Stichsäge und einem Kur­ven­sägeblatt werden die Kon­turen der Blume ausgeschnitten. Ein Kurvensägeblatt ist schmaler als ein normales Sägeblatt. Da­durch lassen sich auch enge Radien gut sägen. Sägt man enge Kurven mit einem norma­len Blatt, glüht dieses wegen der stärkeren Reibung sehr schnell durch und wird unbrauchbar.

Schritt 4: Verbindungslöcher fräsen

Fräsen der Verbindungslöcher

Stellen Sie die Mittelseite ge­nau an der Stelle auf ein Seiten­teil auf, an der sie später mitein­ander verbunden werden. Die Mittelseite wird am Strich nach hinten gekippt und festgespannt. Wenn Sie eine Dominofräse ha­ben, nehmen Sie den 10 mm Fräser, da Domino Dübel Größe 10 x 50 mm verwendet werden. Legen Sie die Fräse am unteren Querholz der Mittelseite an und fräsen Sie das Dübelloch mit exakter Breite (Frästiefe 25 mm) in die Mittelseite. Stellen Sie dann die Dübelfräse senk­recht auf die Seite und fräsen Sie das Gegenloch. Markieren Sie weiter oben an der Mittel­seite die Position des zweiten Verbinders und fräsen Sie die beiden Löcher mit der zweiten Breiteneinstellung. Fräsen Sie nun die Verbindungslöcher auf der anderen Seite. 

Schritt 5: Boden durch Domino Dübel verbinden

Domino Dübel

Der Bo­den wird mit den Seiten durch drei Domino Dübel verbunden. Die Arbeitsweise ist die gleiche wie zuvor. Fräsen Sie in die beiden Hälften der Platte vier Verbindungslöcher. Alternativ können Sie zum Domino Dübel natürlich auch Runddübel 10 mm mit Dübelspitzen oder einer Dübelschablone verwenden.

Schritt 6: Ausschnitt für den Stiel der Blume anzeichnen und Öffnung aussägen

Zeichnen Sie den Ausschnitt für den Stiel der Blume an

Stecken Sie die Plattenhälften zusammen und zeichnen Sie die Position des Untergestells an der Platte an. Die beiden Seiten wer­den nach­einander auf der Unterseite der Platte festge­spannt und die Verbindungs­löcher gefräst. Zeichnen Sie den Ausschnitt für den Stiel der Blume an und schneiden Sie die Öffnung mit der Stichsäge aus. 

Schritt 7: Kanten abrunden

Kanten abrunden

Nach dem Ausschneiden werden alle sichtbaren Kanten mit einer Kantenfräse oder einem Hand­schleifklotz gerundet oder ge­fast. An den Stellen, an denen der Anlaufring ein vollständiges Fräsen verhindert, können Sie den Rest mit einem scharfen Stemmeisen profilieren. Schlei­fen Sie rauhe Stellen mit einem Schleifpapier nach. Mit wasser­festem PU-Kleber werden die Dübel eingeklebt und die Teile zusammengesteckt. 

Schritt 8: Alles mit Zwingen verspannen

Verspannen der Zwingen

Verspannen Sie alles mit Zwingen und stellen Sie das Untergestell auf dem Boden auf. Zwischen den Blät­tern werden Abstandsklötze verwendet, um ein Zusammen­drücken beim Anziehen der Zwingen zu verhindern. Legen Sie die Platte zunächst einmal „trocken“ auf und kontrollieren Sie, ob alles passt.

Schritt 9: Dübellöcher verleimen

Verleimen der Dübellöcher

Geben Sie Kleber auf die Dübel oder in die Dübellöcher, schlagen Sie die Dübel ein und stecken Sie die Plattenhälften um den Stiel der Blume zu­sammen. Legen Sie unter die Blume ein Brett, das in etwa der Länge der Platte entspricht, und spannen Sie dann die Platte mit Zwingen nach unten. Alternativ können sie auch oben auf die Platte schwere Gegenstände, z.B. Steine, legen und so die Platte nach unten drücken.

Schritt 10: Überschüssigen Kleber entfernen

Trockenphase

Schneiden Sie den hervorquel­lenden Kleber nach dem Aus­härten mit einem scharfen Stemmeisen weg. 

Schritt 11: Gartenutensilien aufhängen

Aufhängen von Gartenutensilien

Zum Auf­hängen von Gartenutensilien können Sie entweder Metall­haken in den Pflanztisch schrau­ben oder Haselnussäste anspitz­en und in vorgebohrte Löcher (D=10 mm) einkleben. Um die Standfläche und um die Platte schrauben Sie verzinktes Loch­band fest. Dies erhöht die Sta­bilität und beugt gegen größere Rissbildung vor.

Schritt 12: Einzelteile der Pflanzbox ausschneiden

Einzelteile der Pflanzbox ausschneiden

Schneiden Sie die Einzelteile der Pflanzbox mit einer Tauch­säge oder Tischkreissäge zu. Zeichnen Sie die Form der Sei­ten auf und schneiden Sie den Schwung mit einer Stichsäge aus. 

Schritt 13: Erdbeere schneiden und Kanten abrunden

Schneiden der Erdbeere

Die Form der Erdbeere wird auf ein Brett aufgezeichnet und mit der Stichsäge und einem feinem Kurvensägeblatt ausge­schnitten. Wenn sie mit der Erdbeere zufrieden sind, übertragen Sie die Form auf die Seiten der Box. Schneiden Sie hier die Negativ­form der Erdbeere aus und stecken Sie die beiden Teile zusammen. Falls es noch nicht genau passen sollte, schleifen Sie einfach noch etwas nach. Alle sichtbaren Kanten werden gefast oder gerundet. Bohren Sie die beiden Löcher für die Griffstange.

Schritt 14: Verbindungslöcher fräsen, Seiten miteinander verbinden, Boden aufkleben und Griffstange einstecken

Verleimen der Dübellöcher

Fräsen Sie die Verbindungs­löcher (Domino 5x 30 mm oder Runddübel 6 mm) in die Einzel­teile, stecken Sie die Dübel ein und verkleben Sie die vier Sei­ten, ähnlich wie beim Pflanz­tisch, miteinander. Der Boden wird von unten einfach aufge­klebt. Die Griffstange wird in die Löcher eingesteckt und mit zwei eingebohrten Ästchen fixiert.

Maschinenliste
- Handkreissäge
- Stichsäge
- Kantenfräse
- Verbindungsfräse (optional)
- Akkuschrauber
Werkzeugliste
- Schleifklotz
- Winkel
- Hammer
- Bohrer 10 mm
- Forstnerbohrer 25 mm
- Japansäge
- Stemmeisen
- Taschenmesser
- Pinsel
- Farbbecher
- Zwingen
Materialliste Pflanztisch
Position Anzahl Bezeichnung Länge Breite Dicke Material
1 1 Mittelseite 2000 260 40 Fichte
2 2 Seiten 940 280 40 Fichte
3 1 Boden 260 260 40 Fichte
4 1 Platte schmal 800 230 40 Fichte
5 1 Platte breit 800 270 40 Fichte
6 10 Aufhänger 80 10 10 Haselnuss
Alle Maße in Millimeter
Materialliste Pflanzbox
Position Anzahl Bezeichnung Länge Breite Dicke Material
1 1 Seite quer hoch 330 240 20 Fichte
2 1 Seite quer niedrig 300 240 20 Fichte
3 2 Seite längs 400 140 20 Fichte
4 2 Erdbeere ca. 80 ca. 95 20 Fichte
5 1 Boden 400 280 20 Fichte
6 10 Griff 440 25 25 Haselnuss
Alle Maße in Millimeter


Tipps zur Bemahlung

Generell gilt: Wenn man die Farben nicht deckend aufträgt wirken die Flächen später natürlicher. Zunächst werden die Seitenflächen der Blüte und anschließend die Vorder- und Rückseite bemalt. Man taucht den Pinsel satt in die Farbe ein und streift ihn dann am Behälterrand ab. Wenn man mit dem Pinsel die Formen der Blätter abfährt, wirkt die Blume noch organischer. Sie sollten hochwertige Künstleracrylfarben ver­wen­den. Wichtig ist, dass die Farbe (nach dem Aushärten) wasserfest ist. Auch der Pinsel sollte hochwer­tig sein und ca. 40 mm breit. Beim Anmalen der Blume hat sich folgende Reihenfolge bewährt:

Malen Sie zunächst die Blütenblätter weiß an, die Mitte wird ausgespart. Danach wird der Stängel mit einer Misch­ung aus grün und gelb bemalt. Anschließend wird das Blüteninnere und ein paar Highlights auf dem Stängel gelb bemalt. Die gelbe Farbe für das Blüteninnere tragen Sie zunächst dünn auf, lassen sie kurz antrocknen und bringen dann ein zweites Mal Farbe auf. Die weiße Farbe für die Blütenblätter wird unverdünnt aufgetragen. Beim Stängel haben wir grün und gelb im Verhältnis 3:2 gemischt und 3:1 mit Wasser verdünnt. Sie sollten die Farben über Nacht trocknen lassen und dann mit einem witterungsbeständigen Klarlack versiegeln. Welche Lacke von matt bis hochglänzend sich wofür eigenen, erklären wir hier.

Bauplan Pflanztisch

Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihres Pflanztisches verwenden.

Skizze der Arbeitsschritte


Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.