Bauplan für ein Schneidbrett mit Messerbank

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Schnippeln wie die Kochprofis. Dazu gehört nicht nur ein scharfes Messer, sondern auch die richtige Schneidunterlage. Bei herkömmlichen Holzschneidbrettern werden die liegenden Fasern beim Schneiden durchtrennt und es kommt schnell zum Verschleiß. Stehen die Holzklötzchen, und somit auch die Holz­fasern aufrecht, gibt es so gut wie keinen Verschleiß und das Brett hält sehr lange. Gegenüber Kunst­stoffbrettern haben Holzbretter den Vorteil, dass Bakterien von der im Holz enthaltenen Gerbsäure abgetötet werden. Und wenn Sie sich häufig über unzählige Krümel ärgern, die zusätzlich noch die halbe Küche versauen haben wir hier eine gute Lösung für Sie. Ein Scheidebrett mit auswechselbarem Rost, das alle Krümel oder ähnliches auffängt.

Dieses Schneidbrett kann aber noch mehr: Durch das verborgene Fach und die Messerbank ist es das Schnippel-Center Ihrer Küche. Kleine Messer, Schäler, Dosenöffner und Küchenutensilien lassen sich darunter verstauen. Ihre drei großen Lieblingsmesser werden dahinter in der Messerbank sicher aufbewahrt. Das Brett kann von beiden Seiten verwendet werden. So kommt es nicht zu Geschmacks­beeinträchtigungen wenn zuerst Zwiebeln und dann Früchte geschnitten werden. Das Brett wird aus einer handelsüblichen Buche-Leimholzplatte hergestellt. Je nach Stärke der Platte (am besten zwischen 18 und 21 mm) ändern sich die Außenmaße des Brettes. Der verwendete Leim muss wasserfest sein.

Schritt 1: Aufzeichnen der Kreise

Aufzeichnen der Kreise

Das Schneidbrett (Pos. 4) wird aus einzelnen Streifen zu­sammengeleimt. Diese Streifen mit einer Tischkreissäge von der Leimholzplatte absägen. Legen Sie die einzelnen Streifen auf den Arbeitstisch und geben Sie den Leim an. Mit einem Leim­spachtel wird er so verteilt, dass sich auf der gesamten Fläche ein dünner Leimfilm bildet. 

Schritt 2: Kreis aussägen

Kreis aussägen

Beim Zusammenspannen sollten die Zwingen zunächst nur leicht angezogen werden. Span­nen Sie von oben und der Seite Kanthölzer an das Schneidbrett, um die einzelnen Streifen gegen Verrutschen zu sichern. Jetzt können Sie die Zwingen fest anziehen. 

Schritt 3: Probeschnitte an Holzresten

Probeschnitte an Holzresten

Kontrollieren Sie von beiden Seiten, dass auch jede Lücke zusammengepresst ist. Gegebenenfalls setzten Sie lieber eine Zwinge zusätzlich an, um eine perfekt geschlossene Oberfläche zu bekommen. Der Leim wird nach dem Aushärten mit einem Stemmeisen oder einem Leimkratzer entfernt.

Schritt 4: Halbkreise aufzeichnen

Halbkreise aufzeichnen

Für die Messerbank (Pos. 5) und für das Untergestell (Pos. 1) werden ebenso Streifen zuge­sägt. Die vier Streifen für die Messerbank werden, wie beim Schneidbrett, miteinander verleimt. Die genaue Länge und Breite des Untergestells ergibt sich durch das Schneidbrett. Schleifen Sie zunächst das Schneidbrett mit Körnung P80 vor.

Schritt 4: Mittelpunkt des Bohrloches festlegen

Mittelpunkt des Bohrloches festlegen

Jetzt können Sie die genaue Länge für das Untergestell anzeichnen. Das Gestell wird quadratisch, deshalb werden die vier Seiten genau auf die gleichen Längenmaße abgesägt. Die 45 Grad-Gehrung an den Ecken muss möglichst genau sein. Schneiden Sie zuvor aus Holzresten einen Proberahmen, um die Winkeleinstellung der Maschine zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. 

Schritt 5: Löcher am Ende des Griffs bohren

Löcher am Ende des Griffs bohren

Wenn die beiden Gehrungs­schnitte an jedem Einzelteil gesägt sind, werden diese auf der Oberseite mit dem Schrei­nerdreieck gekenn­zeichnet. Unten an der Innen­fläche wird in jede Seite eine Nut für den Boden gesägt.

Schritt 6: Einschnitt bis zum Endpunkt einsägen

Einschnitt bis zum Endpunkt einsägen

Sägen Sie in die vordere und hintere Seite jeweils drei Nuten mit einer Breite von 10 mm. In diese Nuten werden die Mittel­wände (Pos. 2) gesteckt, die das Fach unter dem Schneidbrett in vier Felder unterteilen. Mit mehreren nebeneinander verlaufenden Schnitten wird die Nut so breit ausgesägt, dass die Bretter eingesteckt werden können.

Schritt 7: In die Halbkreise eine Nut setzten

In die Halbkreise eine Nut setzten

Vor dem Verleimen des Untergestells muss der Boden (Pos. 3) geschliffen werden. Legen Sie die Seiten des Untergestells wie eine Abwicklung in der richtigen Reihenfolge mit der Innenseite nach unten auf den Arbeitstisch. Die Gehrungen werden passgenau ausgerichtet und jede Verbindung mit einem Klebestreifen fixiert.

Schritt 8: Unterkante der Nut

Unterkante der Nut

Drehen Sie die zusammen geklebten Seiten um und klappen Sie sie, mit dem Boden in der Nut, zusammen, um die Passgenauigkeit zu prüfen. Klappen Sie die Seiten wieder auseinander und geben Sie in den Verbindungen Leim an. Verspannen Sie anschließend die Seiten mit einem Streifen Klebeband.

Schritt 9: Sperrholzstück zur Kontrolle

Sperrholzstück zur Kontrolle

Entfernen Sie den über­schüssigen Leim an der Messerbank und hobeln oder schleifen Sie eventuelle Über­stände weg. Legen Sie das Schneidbrett und die Messer­bank in der späteren Position zusammen und messen Sie die Breite. Falls diese zu groß ist, wird das Schneidbrett an der Tischkreissäge abgesägt. 

Schritt 10: Abstand der Löcher vom Mittelpunkt

Abstand der Löcher vom Mittelpunkt

An der Unterkante der Messerbank und an Ober- und Unterkante des Schneidbrettes wird mit der Tischkreissäge jeweils ein Falz gesägt. Dadurch liegt das Schneidbrett mit beiden Seiten sicher auf dem Untergestell auf. 

Schritt 11: Mittelpunkt der äußeren Löcher

Mittelpunkt der äußeren Löcher

An der Oberkante des Untergestells wird auch ein Falz gesägt, um später das Schneidbrett besser greifen zu können. Alternativ können Sie die Falze auch mit einer Oberfräse mit Anschlag fräsen. Wenn es beim Fräsen zu dunklen Stellen (Brandstellen) am Holz kommt, müssen Sie die Drehzahl der Fräse vermindern.

Schritt 12: Viertelkreise aufzeichnen

Viertelkreise aufzeichnen

In die Oberseite der Messer­bank werden zwei Nuten gesägt, in die Auflageleisten (Pos. 6) eingeleimt werden, um das Herausrutschen der Messer zu verhindern. Die Leisten (Pos. 2) für die Facheinteilung im Untergestell werden auf die passende Länge abgeschnitten und an den Oberkanten gerundet. 

Schritt 13: Mittelseite

Mittelseite

Runden Sie mit einer Fräse oder einem Handschleifklotz alle sichtbaren Kanten ab. Auf Ober- und Unterseite des Untergestells Löcher für Gummipuffer bohren. Durch diese Gummipuffer steht das Gestell sicher und ohne verrutschen auf der Arbeitsplatte und kann beim Schneiden nicht klappern. 

Schritt 14: Kanten abrunden

Kanten abrunden

Die Trennwände werden mit einem Tropfen Leim in den Nuten des Untergestells befestigt. Schleifen Sie alle Teile mit einem Exzenterschleifer, letzter Schliff Körnung P180.

Schritt 15: Farbig gestalten

Farbig gestalten

Ölen Sie das Untergestell nur innen mit Olivenöl. Auf der Messerbank wird Leim ange­geben und sie wird mit Zwingen auf dem Untergestell festge­spannt. Achten Sie darauf, dass die Messerbank auf allen Seiten mit dem Untergestell bündig abschließt.

Schritt 16: Leimen

Leimen

Schleifen Sie nach dem Trocknen noch einmal alle Kanten von Messerbank und Untergestell nach und entfernen Sie alle eventuell vorhandenen Leimreste mit einem scharfen Stemmeisen. Ölen Sie alle Teile satt mit Olivenöl und lassen Sie es über Nacht ins Holz einziehen.

Schritt 17: Gewichtsverteilung

Gewichtsverteilung

Da das Holz das Öl stark aufsaugt, können Sie diese Behandlung mehrfach wiederholen. Lassen Sie die Einzelteile einige Tage lüften. Dadurch vermeiden Sie, dass das Olivenöl ranzig wird. Die Gummipuffer werden in die vorgebohrten Löcher eingedrückt.

Maschinenliste

  1. Tischkreissäge
  2. Akkuschrauber
  3. Evtl. Oberfräse

Werkzeugliste

  1. Leimspachtel
  2. Zwingen
  3. Stemmeisen
  4. Klebeband
  5. Schleifklotz
  6. Bohrer 5 mm

Materialliste

PosAnz.BezeichnungLängeBreiteDickeMaterial

14Seiten3606020Buche
23Mittelseiten3364010Buche
31Boden3323326Sperrholz
418Schneidbrett aus 18 Streifen2806020Buche
54Messbank aus 4 Streifen3608020Buche
62Auflageleistenca. 80108dunkles Holz
78Gummipuffer zum Einbohren
Alle Maße in Millimeter

Biertisch

Sicherheitstipp

Bei Schnitten längs zur Holzfaser muss ein möglichst grobes Sägeblatt mit wenigen Zähnen verwendet werden. Durch die beim Längsschneiden größeren Späne verstopfen die Zwischenräume von feinen Sägeblättern und es kommt zu einer sehr starken Reibung. Die dadurch entstehende Hitze kann das Sägeblatt zerstören und es entstehen Brandstellen am Holz. Die weit größere Gefahr ist aber die durch die hohe Reibung größere Rückschlaggefahr. Gerade beim Nuten kann es dann passieren, dass das Werkstück vom Sägeblatt nach oben geschleudert wird und den Bearbeiter trifft oder ins Sägeblatt zurückfällt und es zu Beschädigungen beim Werkstück kommen kann. Auch der Motor der Maschine wird stärker beansprucht, was zu Überhitzung führen kann. Im folgenden Beitrag haben wir ihnen noch einmal alle wichtigen Anweisungen zum sicheren Umgang mit der Kreissäge zusammengefasst.

Bauplan Schneidbrett

Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihres Schneidbretts verwenden.

bauplan_schneidbrett_skizze

Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.