Baumschnitt - für schöne und gesunde Bäume im Garten

Gute Gründe für den Baumschnitt 

Wer einen schönen Garten haben möchte, der weiß, daß dazu mehr gehört, als nur regelmäßig den Rasen zu mähen. Gerade Bäume und Sträucher kann man durch fachgerechtes Schneiden in Aussehen, Wuchs und Gesundheit positiv beeinflussen. Werden beispielsweise kranke und abgestorbene Zweige regelmäßig entfernt, haben Schädlinge kaum noch eine Chance.

Wer sich regelmäßig mit Freunden und Bekannten im Garten aufhält, der hat noch einen anderen Grund, den Zustand seiner Bäume kritisch zu überprüfen. Stellen Sie sich einmal vor, Sie sitzen mit Ihren Nachbarn in fröhlicher Runde unter einer mächtigen Kastanie in Ihrem Garten und plötzlich bricht ein zentnerschwerer Ast ab, kracht zu Boden und verletzt Ihre Gäste schwer. Im Zweifelsfall haften Sie, weil Sie Ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen sind. Besonders ältere Bäume sollten daher mindestens einmal jährlich geprüft und von beschädigten und morschen Ästen befreit werden.

Denn sie wissen nicht, was sie tun 

saege.jpgAllerdings sollte man schon genau wissen, was man tut: Schnitte, die nicht fachgerecht ausgeführt werden, zerstören die Schönheit des Baumes genauso wie sein Abwehrsystem und sind die Hauptursache für spätere Krankheiten oder im Extremfall das Absterben des Baumes. Auch das Zurückschneiden bis auf den Stamm schadet dem Baum ungemein. Die Wurzeln werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff, Stärke und Kohlenhydraten versorgt, so daß die Bäume dadurch weniger Wasser und Nährstoffe aufnehmen und ihre Substanz zunehmend geschwächt wird. Niemals dürfen Sie den Astkragen beschädigen oder gar ganz wegschneiden, denn sonst können Schädlinge ungehindert in die Wunde eindringen und großen Schaden anrichten! Diese Regel gilt sowohl für lebendige als auch für tote Äste.

Der richtige Zeitpunkt

So wie Obst nur zu bestimmten Zeiten im Jahr geerntet werden kann, dürfen Bäume auch nur zu bestimmten Zeiten geschnitten werden. Dieser Zeitpunkt richtet sich unter anderem danach, welcher Baum geschnitten werden soll. Generell gilt: der Baumschnitt sollte zwischen Oktober und Februar erfolgen - am besten gegen Ende der Winterruhe. Keinen Sinn macht es, Bäume während des Blattaustriebes zu schneiden. In dieser Zeit würde man dem Baum Energiespeicher entziehen, die er dringend zum Aufbau neuer Blätter braucht.

Laub- und Nadelbäume werden grundsätzlich im Winter geschnitten. Für die meisten Obstbäume gilt der gleiche Zeitraum. Apfel- und Birnenbäume kann man auch im August schneiden. Pfirsichbäume dagegen schneidet man am besten im November / Dezember sowie im April und Mai. Der Walnußbaum ist eine Ausnahme: Er darf nur von August bis September geschnitten werden. Informationen diesbezüglich erhalten Sie beim Grünflächenamt in Ihrer Stadt/Gemeinde.

Welcher Schnitt darf es sein?

Um einen Baum fachgerecht zu schneiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem Erziehungsschnitt für junge Bäume, dem Auslichtungs- oder Erhaltungsschnitt und dem Verjüngungsschnitt. 

Oberstes Ziel des Erziehungsschnittes ist es, ein kräftiges, standsicheres Grundgerüst zu erreichen und schon früh die gewünschte Endform der Baumkrone festzulegen. Mit dem Schnitt wird normalerweise erst begonnen, wenn die Blätter voll ausgebildet sind. Werden unerwünschte Verzweigungen sowie krankes und totes Holz entfernt, gelangen Luft und Sonne besser in die Krone. Der Schnitt darf hierbei nur über den Knospen des Zweiges erfolgen bzw. bei Seitenästen an der Basis zum nächst stärkeren Ast. 

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Erziehungsschnitt

Den Auslichtungs- oder Erhaltungsschnitt führt man durch, um größere Schattenflächen in der Baumkrone zu reduzieren. Große Astpartien werden hier ebenfalls bis zum nächst stärkeren Ast geschnitten. Zusätzlich kann man jetzt noch für leichte Formkorrekturen der Baumkrone sorgen.

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Erhaltungsschnitt

Da bei älteren Bäumen das Triebwachstum eingeschränkt ist, kann man einen Verjüngungsschnitt durchführen. Dadurch erreicht man eine Erneuerung des alten Kronengerüstes. Die Krone kann dabei bis zur Hälfte gestutzt werden und wird durch den darauf folgenden starken Austrieb weitgehend neu aufgebaut.

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Verjüngungsschnitt

Die Technik wächst mit

Übrigens müssen Sie heute auch nicht mehr mühsam mit einer Leiter in den Höhen der Baumkrone herumbalancieren: Moderne Elektro-Astsägen gibt es auch mit stufenlos arretierbaren Teleskopstangen. Mit solchen Geräten können Sie Äste mit einem Durchmesser von über 50 Millimetern noch in einer Höhe von mehr als vier Metern mühelos vom Boden aus schneiden.

(Mit freundlicher Unterstützung von Bosch-Gartengeräte)