Bauanleitung Nistplatz aus Holz für Turmfalken

turmfalkenkasten1.jpg Viele Stadtmenschen kennen ihn nicht: den Turmfalken, obwohl der Turmfalke der Städter unter den Greifvögeln ist.

Seine bevozugten Nistplätze sind Kirchtürme oder andere herausragende Gebäude, aber notfalls brütet der Turmfalke sogar im Blumenkasten der Etagenwohnung, gelegentlich auch in einem alten Krähennest auf einem hohen Baum (ein eigenes Nest baut er nämlich nicht).

Der Turmfalke ist ein Kulturfolger, aber durch die moderne Bauweise mit geraden, glatten und sogar verspiegelten Fassaden fehlen ihnen Nistmöglichkeiten. Zum Glück ist es ganz einfach, diesen Vögeln zu helfen.

Spezielle Nistkästen entsprechend gefertigt, werden von ihnen gerne angenommen.
Wichtig ist dabei nur, dass die Nistkästen hoch genug hängen. Sie sollten mindestens 12 m über der nächsten flachen oder geneigten Fläche (Erdboden, Flachdach, Kirchenschiff) hängen. Besonders gut geeignet sind Wände von großen Industriebauten, Kirchen oder fensterlose Seiten hoher Wohnhäuser. Besonders gerne werden Ziegelsteinwände von den Falken angenommen, da sich ihre Gefiederfärbung von der Hintergrundfarbe der meist roten Ziegelsteine kaum abhebt. So sind sie beim Sitz auf den Kästen nur zu erkennen, wenn man ganz gezielt nach ihnen sucht und ein besonders geschultes Auge hat.

Die Kästen sollten möglichst (jedoch nicht zwingend!) an einer Ost- oder Südwand aufgehängt werden, so dass sie bei der meist herrschenden Westwind-Wetterlage von Schlagregen und Sturmböen verschont bleiben. Je weniger exponiert, ruhiger und je geschützer (z.B. direkt neben einem Fallrohr unter der Dachrinne) die Kästen hängen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie belegt werden. Verkehrslärm oder Glockengeläut werden von den Vögeln offenbar gerne in Kauf genommen, nur auf menschliche Störungen unterhalb eines nicht sehr hoch hängenden Kastens reagieren die Vögel empfindlich. Dies kann sogar dazu führen, dass der Kasten nicht besetzt wird.

Nistkasten für Turmfalken bauen:

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Die einzelnen Teile werden aus wasserfesten Spanplatten oder Brettern gefertigt, die eine Dicke von mindestens 2 cm bis 2,4 cm haben sollten.

Der Nistkasten wird mit Vierkanthölzern verschraubt und gegen Feuchtigkeit und Schädlingsbefall imprägniert.

Es ist hierbei durchaus möglich, dass sich die Holzimprägnierung auch gegen den Befall der Vögel mit Federparasiten auswirkt.

Die Verschraubungen sollten sicherheitshalber mit rostfreien V2A-Schrauben erfolgen.

Sägen Sie die einzelnen Teile aus (Maße siehe Zeichnung und Stückliste).
Wichtig: Der Boden (Teil 1) des Nistkastens muss als Ablauf für eventuell eingedrungenen Schlagregen einige Bohrungen aufweisen.

Die Bohrungen können einen beliebigen Durchmesser bis 4 mm aufweisen. Die Seitenteile (Teil 3) erhalten einen Rücksprung im vorderen Bereich.

Der überstehende Bereich hat eine Höhe von 70 mm, an dem das Kopfbrett (Teil 5) befestigt wird.
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Das Kopfteil und die Rückwand werden entsprechend der Schräge der Seitenteile angeschrägt.

Die Vorderwand (Teil 6) wird zwischen die Seitenwände gesetzt. Vor die Vorderwand kommt noch eine Leiste von 40 mm Höhe und 20 mm Breite, damit die Sitzfläche breiter wird.

Dann wird das Dach (Teil 4) aufgesetzt und verschraubt. Verwenden Sie zum Verschrauben rostfreie Holzschrauben.
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Das Dach des Nistkasten sollte man gegen Feuchtigkeit von außen am besten mit einer qualitativ hochwertigen Schweißbahn für Flachdächer aus dem Dachdecker - Fachhandel schützen.

Die Außenwände können mit den verschiedensten Platten je nach optischen Erfordernissen verkleidet werden (schon genannte Schweißbahn, Natur - Schieferplatten, V2A-Bleche, Eternit-Platten, Aluminium-oder Kupferbleche).

Bei Verwendung von Blechen versteht es sich von selbst, dass die Stoßkanten am besten verlötet oder überlappend mit Silikon unter der Überlappung eingedichtet werden.

Die Verkleidung steht als Tropfkante ca. 2 cm nach unten an allen Wänden über.
Als Befestigung sollten entsprechend lange 6kant-V2A-Holzschrauben mit einem Durchmesser von 10 - 12 mm verwendet werden, die in die Steine der Wände (nicht der Fugen!) mit Dübeln verschraubt werden. Zum Schluß sollte der Boden der Nisthilfe fingerdick mit Buchholzhäcksel, Torf oder kleinen Sägespänen bedeckt sein, die man zum Beispiel im Zoo-Fachhandel erhält. Das Falkenweibchen muss in der Lage sein, eine Nistmulde für seine Eier zu scharren. Fehlt dieses Nistmaterial, ist alle Arbeit vergebens, denn der Kasten würde nie von den Falken angenommen und besetzt werden.
Materialliste:
Materialliste:
Nr. Stck. Benennung Maße Material
1 1 Bodenplatte 2,0 cm x 24,0 cm x 40,0 cm Wasserfeste Spanplatte
2 1 Rückwand 2,0 cm x 31,0 cm x 40,0 cm Wasserfeste Spanplatte
3 2 Seitenwände 2,0 cm x 30,0 cm x 31,0 cm Wasserfeste Spanplatte
4 1 Dach 2,0 cm x 36,0 cm x 47,0 cm Wasserfeste Spanplatte
5 1 Kopfbrett 2,0 cm x 7,0 cm x 44,0 cm Wasserfeste Spanplatte
6 1 Vorderseite 2,0 cm x 10,0 cm x 40,0 cm Wasserfeste Spanplatte
7 1 Vorderseite klein 2,0 cm x 4,0 cm x 40,0 cm Wasserfeste Spanplatte
8 2 Befestigungsleisten 2,0 cm x 5,0 cm x 36,0 cm Wasserfeste Spanplatte
Material für die Verkleidung
Rostfreie Holzschrauben, Holzimprägnierung