Bauanleitung: Hängesessel für drinnen und draußen

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Wer möchte nach beschwerlicher Gartenarbeit nicht den Ausblick in den schönen gepflegten Garten genießen. Und das auch noch von einem selbstgebauten Hängesessel aus, den Sie außerdem in der kalten Jahreszeit nicht wegsperren müssen, sondern mit einem Untergestell auch in der Wohnung verwenden können. Der Sessel lässt sich zudem noch sehr vielfältig verwenden: an Seilen aufgehängt ist er eine Schaukel, den Sie durch die Anordnung der Seile verstellen können. Auf das Untergestell gesetzt in verschiedenen Positionen, ist er je nach Neigungswinkel ein Sessel oder eine Liege. Wenn Sie den Sessel vor allem im Außenbereich einsetzen möchten, achten Sie bei der Holzwahl auf witterungsbeständige Gartenhölzer.

Hängesessel bauen in 4 Schritten

Schritt 1: Seitenteile sägen

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Die beiden Seitenteile für die Schaukel werden aus 28 mm dickem Leimholz gesägt. Wir haben eine Leimholzplatte in der Größe von 800 x 2000 cm verwendet. Die Schablone wird auf ein Gitternetz übertragen, deren Kästchen eine Größe von 10 x 10 cm haben sollten. Nun übertragen Sie die Schablone auf das Holz und sägen die Rohlinge exakt mit einer Stichsäge aus. Danach sollten Sie die Seitenteile glätten.

Schritt 2: Fixierung der Bohrlöcher

Bevor Sie die Löcher für die Rundstäbe bohren, sollten Sie sich überlegen, wie die Unterlage, also die Sitzfläche aussehen sollte. Diese kann aus festen, in die Seitenteile eingelassenen Rundstäben oder lediglich aus einer losen Matte bestehen. Bei der losen Matte benötigen Sie nur oben und unten zwei Rundstäbe. 

Für die genaue Fixierung der Bohrlöcher werden beide Seitenteile genau übereinander gelegt und mit Schraubzwingen fixiert. Die Bohrlöcher können dann von der Schablone übertragen werden. Sie sollten beim übertragen der Bohrungen darauf achten, dass die Abstände der einzelnen Bohrungen gleichmäßig verteilt sind, und dass der Abstand von der Bohrung zur Aussenkante bei allen Bohrungen gleich groß ist. 

Nun können Sie mit dem Forstnerbohrer die Löcher bohren. Dabei erhält die Bohrmaschine in einem Bohrständer einen besseren Halt. Sollten Sie die lose Matte als Sitzfläche verwenden wollen, brauchen Sie nur die erste und die letzte Bohrung bohren. 

Schritt 3: Rundstäbe sägen

Sägen Sie die Rundstäbe auf Länge. Dabei müssen Sie darauf achten, dass der erste und der letzte Rundstab länger als die anderen sind. Nachdem Sie die Kanten der Rundhölzer entgratet haben, werden diese in eines der Seitenteil gesteckt und verleimt . 

Achtung: Das erste und das letzte Rundholz werden  nicht  eingesteckt und verleimt. Nachdem alle Rundhölzer eingesteckt sind, wird das zweite Seitenteil aufgesteckt und mit den Rundhölzern verleimt. 

Erst jetzt werden die beiden längeren Rundhölzer durch die äußeren Bohrungen (oben und unten) gesteckt gleichmäßig verteilt und verleimt. Dann werden die Holzkugeln auf die überstehenden Enden der oberen und unteren Rundstäbe geleimt. Vor dem Weiterverarbeiten muss der Leim gut durchtrocknen. 

Achtung:  Verwenden Sie als Sitzfläche die Lamellen, sollten Sie die beiden äußeren Rundstäbe und die Kugeln erst einsetzen und verleimen, wenn Sie den Sitz fertig haben und die Rundstäbe durch die Schlaufen der Gurte gezogen sind.

Schritt 3 (Alternative): Sitzfläche aus losen Lamellen

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Soll die Sitzfläche aus losen Lamellen bestehen, gehen Sie folgendermaßen vor: 

Messen Sie die genaue Länge für die Gurte aus und geben Sie für die Endschlaufen genügend Länge hinzu. Wobei Sie darauf achten sollten, dass die Schlaufengröße groß genug für die Aufnahme der Rundstäbe ist. 

Sägen Sie die Latten aus. Diese besitzen beidseitig zu den Seitenteilen einen Spielraum von ca.4 cm. 

Entgraten Sie die Einzelteile und legen Sie diese auf einer ebenen Fläche aus. Um die Seiten gleichmäßig zu bekommen, legen Sie am besten eine Seite der Lamellen an einer längeren Latte an. 

Um einen gleichmäßigen Abstand der Lamellen zu erzielen, sollten Sie Distanzstücke verwenden, die Sie vorher zugeschnitten haben und die eine gleichmäßige Dicke besitzen. 

Nun bestreichen Sie die Gurt-Unterseiten mit wasserfestem Holzleim und platzieren jeweils einen Gurt ca. 20 bis 25 cm von den Außenseiten entfernt und einen Gurt mittig auf den Lamellen. Anschließend befestigen Sie die Gurte mittels Tacker an den Lamellen. Dann lassen Sie den Holzleim gut durchtrocknen. 

Schritt 4: Seitenteile bearbeiten

Sobald das rohe Gerüst fertig ist, können Sie die Seitenteile bearbeiten. Alle Kanten und Flächen werden sauber geschliffen und das erste Mal vorgestrichen. Nach den Trocknen nochmals schleifen. Anschließend kann das Teil lackiert werden. Um den Sessel absolut wetterfest zu machen, empfiehlt sich ein zweiter Anstrich. Eine Übersicht über Holzbehandlungsmittel und Holzschutz von A bis Z steht für Sie hier bereit.

Das Untergestell für den Hängesessel bauen

Wollen Sie die Schaukel als Sessel oder Liege verwenden, müssen Sie ein Untergestell bauen. Das Untergestell besteht aus vier Seitenteilen und jeweils zwei Sprossen auf jeder Seite, die unterschiedlich lang sind. Die Sprossen, auf die der Sessel aufliegt, werden mittels Zapfen und Zapfenlöcher befestigt, die Seitensprossen mittels Rundstäben, die als Holzdübel verwendet werden. 

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Schritt 1: Seitenteile auf Maß zusägen

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Sägen Sie die vier Seitenteile auf Maß zu. Die Außenkanten der Fußteile sollten Sie entgraten und eventuell abrunden. Die Zapfenbohrungen werden durchgehend auf der breiteren Seite der Fußstützen gebohrt, während die Bohrungen für die Rundstäbe auf der schmaleren Seite nur bis auf eine Tiefe von 5 - 6 cm gebohrt werden.

Wie die Zapfen und die Zapfenbohrungen gefertigt werden, können Sie der folgenden Beschreibung entnehmen. 

Für die Zapfenlöcher der Fußteile zeichnen Sie die Mitten für drei Bohrungen ganz genau an, bohren drei 2 cm große Löcher nebeneinander und arbeiten dann die Öffnung mit dem Beitel aus.

Schritt 2: Sprossen zusägen

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Sägen Sie die Sprossen auf Maß zu. An den Enden der Sprossen werden die Zapfen (6x6 cm) angezeichnet und anschließend mit der Handsäge ausgeschnitten. Bevor Sie die Sprossen mit den Fußteilen verleimen, müssen die Kanten der Zapfen mit der Feile so abgerundet werden, dass sie stramm ins Zapfenloch passen. Die seitlichen Sprossen erhalten eine Bohrung von2,5 cm Durchmesser, in die die zugesägten Rundstäbe verleimt werden. Auch hier gibt es wieder eine einfachere, schlichtere Bauweise für das Untergestell. Sie können anstelle der Sprossen einfache Rundstäbe verwenden, die aber mindestes eine Dicke von 2,5 cm haben sollten. Die Fußteile bekommen dann jeweils eine durchgehende Bohrung von 2,5 cm Durchmesser, in die Sie die Rundstäbe dann einsetzen und verleimen. 

Schritt 3: Untergestell zusammenbauen

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Achten Sie beim Zusammenbau des Untergestells genau auf die Anordnung der Sprossen. Nach dem Trocknen des Holzleimes werden nochmals alle Kanten und Ecken überprüft und gegebenenfalls sauber geschliffen und anschließend lackiert. Nun kann der Sessel in das Untergestell in jede gewünschte Lage eingelegt werden.

Schritt 4: Näharbeiten

Nach den Schreinerarbeiten sind nun Fertigkeiten in der Näharbeit gefragt. Es sei denn, Sie kaufen einfach eine Auflage. Falls Sie oder sonst jemand in der Verwandtschaft mit der Nähmaschine umgehen können, fertigen Sie sich doch einfach eine Auflage passgenau zur Schaukelliege und genau nach Ihren farblichen Vorstellungen. 

Im Fachhandel bekommen Sie Schaumstoff in jeder Größe und Länge. Messen Sie die benötigte Breite und Länge aus und schneiden Sie den Schaumstoff zu. Messen Sie den benötigen Stoff aus und geben Sie genügend Nahtzugabe hinzu. 

Wenn Sie an einer Schmalseite auch noch einen Reißverschluss einnähen, können Sie den Bezug jederzeit in die Waschmaschine stecken, was bei einem gekauften Bezug leider nicht immer der Fall ist. 

Und nun wünschen wir Ihnen einen schönen Ausblick in Ihren Garten und einen geruhsamen Schlummer. 

Materialliste Hängesessel


Nr.Stck.BenennungMaßeMaterial
Sessel
12Seitenteileca 2,8x 80 x 140 cmLeimholz
221RundstäbeDurchm. 2,5 cm x 104 cmKiefer, Fichte
2a41Lamellen33 x 16 x 900 mmKiefer, Fichte
2b3Gurte30mm x 2,0m langGurtband
32RundstäbeDurchm. 2,5 cm x 130 cmKiefer/Fichte
44HolzkugelnDurchm. 6 cm
 4SeileLänge dem Bedarf anpassen
bei Verwendung des Lamellensitzes Distanzstücke Dicke ca. 0,7 cm
 
Untergestell
54Füße6x 10 x 35 cmLeimholz
64Sprossen6x 10 x 106 cmLeimholz
74Sprossen6x6x 84 mmLeimholz
88RundstäbeDurchm. 2,5 cm x 10 cmKiefer, Fichte
 
Sonstiges Material
wasserfester Holzleim,
wetterfester Lack,
Forstnerbohrer, Schleifpapier, Beitel,
Stichsäge, Handsäge, Tacker