Bauanleitung für ein katzensicheres Igelhaus

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Wer hätte nicht gerne Igel im eigenen Garten, schließlich sind sie nicht nur putzig anzusehen sondern auch nützliche Helfer. Die dämmerungs- und nachtaktiven insektenfressenden Säugetiere stehen in einigen europäischen Ländern bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. In Deutschland ist der Igel ganzjährig durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Circa 500.000 Igel werden pro Jahr in Deutschland überfahren. Hinzu kommt, dass die Tiere durch Agrarwüsten und Monokulturen keine Nahrung und keinen Unterschlupf mehr finden. Dadurch ziehen sie sich in den menschlichen Bereich zurück - z.B. in Gärten, Parks und begrünte Randbereiche. Aber auch dort finden sie aufgrund der Aufräumwut vieler Gärtner keine Nistgelegenheiten in Hecken oder Gebüsch mehr. Mit unserem katzensicheren Igelhaus geben Sie den Igeln eine Nistgelegenheit zurück.

Igelunterschlupf bauen

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Der Igelunterschlupf besteht aus einem unten offenen Kasten mit überstehendem Schrägdach. Damit der Unterschlupf katzensicher ist, wird eine Zwischenwand eingebaut, die an beiden Seiten ausgeklinkt ist, so dass eine Art Labyrinth entsteht. Gleichzeitig wird der Igel vor Zugluft geschützt. Der Eingang des Igelunterschlupfes erhält zudem ein Vordach.

Schneiden Sie alle Einzelteile nach den Maßen der Zeichnung zu. Die Seitenteile werden entsprechend der Zeichnung in einer Höhe von 25 cm abgeschrägt. Die Trennwand erhält beidseitig eine Ausklinkung mit einer Höhe von 10 cm und einer Tiefe von 10 cm. 

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Zuerst wird die Zwischenwand an den Seitenwänden befestigt. Sie wird in einer Entfernung von 10 cm zur Vorderkante an den Seitenwänden angeschraubt. Das aus drei Einzelteilen bestehende Vordach wird in folgender Reihenfolge zusammengebaut: als erstes verschrauben Sie das Dach des Vordaches (Teil 7) mit den Seitenteilen des Vordaches (Teil 6), im zweiten Schritt wird das komplette Vordach an die Vorderwand angeschraubt. Erst jetzt wird die Vorderwand mit den Seitenwänden verschraubt. Jetzt folgt die Rückwand und zuletzt wird das Dach aufgesetzt und verschraubt. 

Der Igelunterschlupf sollte am besten in einer ruhigen Ecke des Gartens aufgestellt werden. Der beste Standort wäre unter Sträuchern. Zusätzlich sollten Sie ihn mit Reisig oder Schnittgut bedecken. Wenn Sie möchten, können Sie den Boden mit etwas Streu oder Holzwolle bedecken.

Materialliste Igelunterschlupf

Nr.Anz.BenennungMaßeMaterial
11Vorderwand35 cm x 30 cm x2 cmunbehandeltes Holz - Kiefer, Fichte
22Seitenwand35 cm x 30 cm x2 cm
31Rückwand35 cm x 25 cm x2 cm
41Dach45 cm x 45 cm x2 cm
51Zwischenwand31 cm x 25 cm x2 cm
61Dach-Vordach14 cm x5 cm x2 cm
72Seitenteil-Vordach10 cm x5 cm x2 cm
Holzschrauben

Informationen über Igel und ihre Haltung

Nahrung

Die Hauptnahrung der Igel sind die Larven von Nachtschmetterlingen, Regenwürmer und Laufkäfer. Ohrwürmer sind eine besondere Delikatesse, während ihnen Asseln nicht besonders gut schmecken. Sie fressen außerdem auch Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer, Spinnen und sonstige Insekten. Pflanzliche Nahrung nehmen Igel nur zufällig auf, etwa wenn an einem Regenwurm noch etwas Gras haftet. Sie fressen kein Obst und kein Gemüse! 

So sieht ein igelfreundlicher Garten aus:

Sie benötigen einen Durchgang zu anderen Gärten, da sie große Gebiete auf der Nahrungssuche durchstreifen. Als Umzäunung gut geeignet sind Hecken und Lattenzäune. In grobmaschigem Draht können sich Igel verfangen ebenso sollten Drahtzäune nicht bis auf den Boden reichen. Auch Stütz- und Gartenmauern sollten Durchschlüpfe erhalten. 

Kein Einsatz von Gift!

Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichter töten Insekten, Igel finden dann keine Nahrung. Sollten "Schädlinge" überhand nehmen, nur mit ökologisch verträglichen Mitteln bekämpfen. 

Kein Kunstdünger!

Komposterde, Rindenmulch, Gesteinsmehl und ähnliche natürliche Dünger erfüllen den gleichen Zweck und schaden keinem Tier. 

Nur einen Teil des Gartens mähen!

Auf kurzgeschorenem Rasen finden Igel Insekten und vor allem Regenwürmer. Blühende und aussamende Gräser und Blumen sind nicht nur für Insekten wichtig. Deshalb sollte an den Gartenrändern, unter Gebüsch und Hecken am besten gar nicht, jedoch höchstens zweimal im Jahr - nach genauer Inspektion! - gemäht werden. 

Nur einheimische Stauden und Gehölze pflanzen!

Sie sind nicht nur unseren Böden und unserem Klima besser angepasst als exotische Pflanzen, sondern bilden auch die Lebensgrundlage für vielerlei Insekten, für Vögel und für Kleinsäuger wie den Igel. Exotische Pflanzen sind steril, ohne Nutzen für unsere einheimische Tierwelt. 

Vorhandene Unterschlüpfe belassen!

Als Unterschlüpfe bevorzugen Igel dichte Hecken, Gebüsche, Reisig-, Laub- und Komposthaufen, Hohlräume unter Holzstapeln, Gartenhäuschen, Schuppen, Treppen, Steinhaufen und alten Baumwurzeln. Entdeckt man bei Gartenarbeiten ein Igelnest - womöglich mit Jungen darin - muss es umgehend wieder abgedeckt und vor weiteren Störungen geschützt werden (Hunde sollten fernhalten werden!). 

Wasserstellen einrichten!

Ein kleiner Gartenteich mit flach auslaufendem Uferbereich rettet besonders in trockenen Sommern Igel vor dem Verdursten. Flache, standfeste Schalen, die täglich mit frischem Wasser versehen werden, erfüllen diesen Zweck aber ebenso. Im Frühjahr und Herbst sollte zugefüttert werden! 

Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle in den nahrungsarmen Jahreszeiten erübrigt es sich oft, untergewichtige Igel in menschliche Obhut zu nehmen. Für den Futtertelller eignen sich z.B. Hundefeuchtfutter, mit Igeltrockenfutter vermischtes Katzendosenfutter oder ungewürztes Rührei. Damit das Futter vor Vögeln, aber auch vor Regen geschützt ist, stellt man es abends in ein Kistchen, welches mit mindestens zwei 10 x 10 cm kleinen Einschlupflöchern versehen ist. Muss das Futter zusätzlich noch vor Katzen geschützt werden, empfiehlt sich der Bau eines Futterhauses mit verwinkeltem Eingang (siehe Bauanleitung). Futterreste müssen morgens unbedingt beseitigt und die Schüsseln heiß gespült werden.