Bauanleitung drehbare Spiegelgarderobe mit Ablage

garderobe1.jpgNur wenig Raum braucht eine Garderoben-Säule, die auf ihrer Rückseite Regalfächer und Schubladen bereit hält. Der Pfiff dieses Möbels: Damit die Fächer leicht zugänglich sind, ist die Säule drehbar gelagert. Die Farbgestaltung bleibt dem persön­lichen Geschmack überlassen. Ob dezent oder lieber in kräftigen Farben lackiert, wird das neue Möbel zum attraktiven Blickfang im Flur. Ein Unikat ist es auf jeden Fall, denn die Garderoben-Säule gibt es nicht zu kaufen. Mit dem passenden Werkzeug und dieser Bauanleitung ist der Nachbau in der Heimwerkstatt in wenigen Stunden zu schaffen. Qualitätswerkzeug und das nötige Material gibt es im Holzland-Fachhandel, wo man sich die meisten Elemente auch gleich maßgenau zuschneiden lassen kann. Die Bauanleitung ermöglicht es Schritt für Schritt, die Garderobe nachzubauen. Die beigefügte Skizze enthält alle erforderlichen Maßangaben. Die Materialliste kann auch als Einkaufsliste dienen.

1. Schritt: Spanplatten zuschneiden

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Aus den 19 mm bzw. 16 mm dicken, weiß beschichteten Spanplatten werden die Einzelteile wie in der Materialliste angegeben mit einer Bosch-Handkreissäge (PKS 54 mit einer max. Schnitttiefe von 54 mm) zugeschnitten. Die Verwendung einer Führungsschiene von Bosch hilft dabei, sauber und genau zu arbeiten. Anschließend werden auf alle später sichtbaren Kanten weiße Kunststoffkanten aufgebügelt.

2. Schritt: Bodenplatte mit Stichsäge aussägen

Hier geht es um den Fußbereich. Die Bodenplatte wird mit einer Stichsäge ausgesägt. In der Mitte wird die "Verstärkung" mit UHU coll Holzleim aufgesetzt und verschraubt. Zuvor ist genau in der Mitte von unten mit einem 25 mm-Forstnerbohrer ein 14 mm tiefes Sacklochund danach ein Loch mit 8 mm Durchmesser für die Durchführung der Schloßschraube zu bohren.

Ebenfalls rund herausgesägt ist die Drehplatte, um die mit UHU coll express die Blende geleimt werden muss. Dazu werden die Klebeflächengarderobe3.jpg mit Leim bestrichen, die beiden Blendenteile aufgelegt und mittels Senkkopfschrauben mit der Drehplatte verschraubt. Dabei muss darauf geachtet werden, die Schraubenköpfe tief genug zu versenken, damit sie später verspachtelt und verschliffen werden können, um eine glatte Fläche zu erhalten. Wie man Schraubverbindungen zwischen Holzteilen herstellt, wird in einem gesonderten Beitrag erklärt. Sperrholz mit querlaufender Maserung ist nicht immer aus einem Stück in der gesamten, für die Blende erforderlichen Länge, zu bekommen. Deshalb werden hier zwei Stücke verwendet. Von innen werden auf die Stöße zur Verstärkung noch kurze Sperrholzstücke geleimt. Auch in der Drehplatte ist das Mittelloch zu bohren. Jetzt können auch die Bockrollen aufgeschraubt werden. Auf ihnen soll die Bodenplatte später ihre Runden drehen. Die Schlüsselschraube (liegt im Bild bereit) wird erst nach der Endlackierung eingesetzt.

3. Schritt: Sperrholzplatten biegen

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Nun müssen das Dachteil und der Schirmhalter gebogen werden. Wie dies geschieht ist hier am Dachteil zu sehen: Auf die dazu vorgesehenen zwei Sperrholzplatten wird UHU coll Holzleim ganzflächig mit dem Zahnspachtel aufgetragen und die zusammengefügten Platten werden über die spätere Form gebogen. Spanngurte (z.B. von Lux) sorgen für eine gute Verpressung, die bis zur vollständigen Austrocknung des Leims - am besten über Nacht - bestehen bleiben sollte. In gleicher Weise entstehen auch die beiden Bögen für den Schirmständer.Stumpf zusammengeleimt sind die beiden Schubkästen. Für den nötigen Anpressdruck sorgen hier - wie auch bei den halbrunden Griffen - entsprechend lange Schraubzwingen (z.B. Lux Werkzeuge).

4. Schritt: Korpus verbinden

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Die beiden Seiten des Korpus und die Platte, welche später den Spiegel tragen soll, werden mit Leim und Schrauben verbunden.

Auch die Böden ober- und unterhalb der beiden Schubkästen müssen mit eingeleimt werden. Sie werden dabei zusätzlich verschraubt oder gedübelt. Die übrigen Zwischenböden können ebenfalls jetzt mit eingeleimt werden, was zusätzliche Stabilität verleiht. Sie können aber später auch einfach auf entsprechenden Zapfen aufgelegt werden. (Falls die Böden verschraubt werden, erhalten die Schrauben weiße Kunststoffkappen.)

Der Garderoben-Korpus wird danach mit Leim auf die Drehplatte gesetzt und zusätzlich von unten verschraubt. Die       beiden Rundstäbe 1650 mm müssen mit einer 19 mm breiten Leimkante und je einer ausgestemmten Nut zur Aufnahme des oberen Schirmhalters versehen werden (siehe dazu auch Zeichnungs-Punkt E). Im Bild ist zu sehen, wie die Rundstäbe nach dieser Bearbeitung angeleimt und mit Zwingen verpresst werden.

Der Schirmhalter muss nicht sofort eingeleimt werden, denn er lässt sich so biegen, dass die Einleimung später separat erfolgen kann. Der untere Schirmhalter wird stumpf vor die Rundstäbe und auf die Drehplatte geleimt. Das fertige Dachteil wird noch mit Leim aufgesetzt. Als zusätzliche Verbindung können dort auch 8 mm Holzdübel dienen.

5. Schritt: Holzteile lackieren

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Mit Alpina Buntlack in verschiedenen Farben werden alle nicht weiß beschichteten Holzteile zwei Mal lackiert.

6. Schritt: Spiegelmontage

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(Spiegelseite): Sehr elegant wirkt das neue Möbel in dezentem Grau und rot abgesetzten Elementen. Hier wurde auch die Wandgestaltung in die optische Wirkung einbezogen. Zur Spiegelmontage: Er wird mit dem doppelseitigen Spiegelklebeband unten 50 mm von der Drehplatte entfernt aufgeklebt. Dieser Abstand ist sehr wichtig, denn der Spiegel sollte an der unteren Kante nicht längere Zeit (z.B. beim Wischen) nass werden. Der Spiegelbelag könnte sonst beschädigt werden.

7. Schritt: Garderobe lackieren

Wer kräftigere Farben mag, kann das neue Möbel wie hier in den Grundtönen Gelb, Blau und Rot lackieren. Das Weiß und das Schwarz stören nicht, denn sie ordnen sich bescheiden unter. In den sieben Fächern und den zwei Schubkästen können viele Dinge untergebracht werden, die beim Gehen und Kommen schnell zur Hand sein sollen, aber nicht unbedingt immer offen herum liegen müssen. Ein Dreh des Turmes, und schon ist alles griffbereit oder wieder verborgen.

Material
Position Anzahl Bezeichnung Maße Material
1 1 runde Bodenplatte aus 550 x 550 mm 19 mm Spanplatte
2 1 Verstärkung 70 x 70 mm 4 mm Sperrholz
3 1 runde Drehplatte aus 560 x 560 mm 19 mm Spanplatte
4 1 Drehplattenblende (aus 2 Stück ca. 80 x 880 mm) 80 x 1760 mm 4 mm Sperrholz
5 1 Spiegelträgerwand 1650 x 400 mm 19 mm Spanplatte, wejß beschichtet
6 2 Seiten 1650 x 300 mm 19 mm Spanplatte, weiß beschichtet
7 6 Böden 362 x 290 mm 16 mm Spanplatte, weiß beschichtet
8 2 Rundstäbe 1650 mm lang
für den Schirmhalter oben und unten aus je zwei Stück gebogen verleimt:
9 4 Stück 50 x 520 mm 4 mm Sperrholz
10 1 Dachplatte 600 x 431 mm 19 mm Spanplatte, weiß beschichtet
11 1 Dachrückwand 600 x 220 mm 12 mm MDF-Platte
für das Dachteil gebogen verleimt:
12 2 Teile 460 x 520 mm 4 mm Sperrholz
13 2 Schubkasten-Vorderstücke 360 x 100 mm 12 mm MDF-Platte
14 4 Schubkasten-Seiten 281 x 92 mm 12 mm MDF-Platte
15 2 Schubkasten-Hinterstücke 336 x 92 mm 12 mm MDF-Platte
16 2 Schubkasten-Böden 336 x 269 mm 12 mm MDF-Platte
17 2 halbrunde Griffplatten aus 120 x 120 mm 12 mm MDF-Platte
18 4 halbrunde Abstandhalter, verleimt aus je zwei Stück 80 x 80 mm
19 2 Schubkasten-Laufleisten 281 mm lang 15 x 15 mm Fichte

Zusätzlich zu den in der Materialliste genannten Positionen werden benötigt:

Weiße Kanten zum Aufbügeln, UHU coll original / spezial / express, 4 Kastenbockrollen mit 49 mm Bauhöhe, 1 Schloßschraube auf 85 mm gekürzt mit zwei Muttern und Unterlegscheibe, evtl. 1 Metallbuchse 24 mm lang mit 8 mm Innendurchmesser, Alpina Acryllack (Farben nach eigener Wahl), 6 Kleiderhaken, 1 Spiegel 1600 x 390 mm und Dicke 4 bis 5 mm, doppelseitiges Spiegelklebeband.

Weiterhin: Bosch-Handkreissäge PKS 54, Bosch-Akku-Bohrschrauber PSR 12VE-2 sowie Bosch-Schlagbohrmaschine PSB 650 RE.


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