Ballenware, Containerware, wurzelnackte Pflanzen und die ideale Pflanzzeit

Ballenware, das sind Gehölze und Bäumchen, die "verschult" - also auf dem Feld (mehrfach) umgesetzt worden sind. Verschulte Gehölze wachsen wesentlich besser an, als nicht verschulte. Eine vier Meter hohe Leyland-Zypresse, die mehrfach verschult und mit Wurzelballen ausgegraben worden ist, kann trotz ihres zentnerschweren Gewichts unbedenklich im Herbst oder Frühjahr verpflanzt werden. Der gleiche Baum, jedoch nicht verschult, eignet sich nur noch als Schnittware für Friedhofsgärtnereien, auch wenn er noch so einen schönen Wurzelballen hat.

In diesem Zusammenhang muss davor gewarnt werden, auf einen sog. Scheinballen hereinzufallen. Es gibt auch Händler, die um einen normal ausgegrabenen Strauch, bei dem der Wurzelballen abgefallen ist, mit feuchter Erde einen neuen Ballen formen und mit Sackleinwand schön zusammenpressen. Wenn beim Pflanzen der Ballen sofort abfällt, sollten sie reklamieren! Natürlich müssen nicht alle Gehölze einen Ballen haben. Bei Eiben, Thuja, Scheinzypresse und allen Zypressenarten ist jedoch nur Ballen- oder Containerware zur Neupflanzung geeignet.

Bei den Laubgehölzen muss es sich auch aus Kostengründen nicht um "ballierte" Ware handeln, Sie können auch "wurzelnackte" Pflanzen kaufen. Die Wurzeln müssen jedoch beim Kauf in feuchtem Boden "eingeschlagen" sein und sollten nach dem Kauf wieder in feuchter Erde eingeschlagen werden, damit sie bis zum Pflanztermin nicht austrocknen. Natürlich dürfen Sie die ins Boden eingeschlagenen Pflanzen nicht wochenlang herumliegen lassen, sondern in wenigen Tagen nach dem Kauf einpflanzen. Vor dem eigentlichen Setzen ist es unerläßlich, die Wurzeln zwölf Stunden zu wässern.

Vor dem Pflanzen sind die Wurzeln auf Beschädigungen zu überprüfen. Geknickte Wurzeln sind hinter der Knickstelle zu beschneiden; ähnlich wie beim Pflanzen von Rosen empfehlt es sich, die kräftigen Wurzeln um 3 mm zu kürzen. Werden die Sträucher im Herbst gepflanzt, müssen sie im Frühjahr um etwa ein Drittel eingekürzt werden. Achtung: Hier ist nur von Laubgehölzen die Rede, Nadelgehölze erhalten keinen Pflanzenschnitt nach der Anpflanzung! Erfolgt die Pflanzung im Frühjahr, muss sofort um ein Drittel gekürzt werden. Dieses Beschneiden regt die Pflanzen dazu an, kräftig auszutreiben.