Was du beim Montieren deines Balkongeländer beachten musst

Bei der Gestaltung des Balkongeländers versucht der eine Hausbesitzer häufig, den anderen zu übertrumpfen. Schließlich will man selbst den schönsten Balkon in der ganzen Nachbarschaft haben. Was ein richtiger Heimwerker ist, so macht er natürlich auch alles selbst. Doch darf er ein Balkongeländer überhaupt anbringen? Nun ist es vielleicht nicht verboten, doch sollte sich der Heimwerker bewußt sein, dass ein Geländer nicht in erster Linie der Schönheit dient, sondern die Funktionen der Sicherung bzw. Sicherheit übernimmt. Dazu müssen die anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden. Werden diese Regeln nicht eingehalten und eine Person kommt zu Schaden, kann dies sogar strafrechtlich relevant werden. Als Heimwerker sollte man es sich daher dreimal überlegen, ob man das Geländer selbst montiert oder dies einem Fachmann überläßt.

Häufigste Fehler bei der Montage des Balkongeländers


Ein Geländer muss statisch berechnet sein. Dazu müssen nach DIN 1055 neben dem Eigengewicht des Geländers noch Horizontal- und Vertikallasten angenommen werden, die durch Wind, Blumenkästen oder Auflehnen entstehen. Ein Statiker ermittelt die maßgebenden Beanspruchungen, woraus sich die Pfostenabstände und Profilquerschnitte ergeben.
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Statik und Schweißfähigkeit fordern bei Rechteckprofilen bzw. Quadratrohren aus Stahl eine bestimmte Wanddicke. Diese Wanddicke ist abhängig von der Absturzhöhe. Bis zu einer Absturzhöhe von 12 m und einer Brüstungshöhe von 90 cm - der vorgeschriebenen Höhe bei Neubauten - beträgt die Profildicke 3 mm. Bis zu einer Abstürzhöhe von 20 m beträgt die Brüstungshöhe 110 cm bei einer größeren Profildicke oder einem Profilsprung. Liegt die Absturzhöhe über 20 m muss das Profil nochmals verstärkt werden, da die Statik mit erhöhter Windlast berechnet wird.

balkon03.jpgDoch nicht nur Abstände der Pfosten und die Dicke des Profils sind von Bedeutung, sondern auch deren Befestigung. Dabei darf man nicht nach dem Motto "mehr hilft mehr" vorgehen. Denn nicht nur die Anzahl der Dübel ist ausschlaggebend, sondern auch Art und Material. Für die Verankerung im vorderen Randbereich einer Balkonplatte dürfen nur spannungsfreie bzw. spreizdruckfreie, bauaufsichtlich zugelassene Dübel aus Edelstahl V4A verwendet werden. Dies sind zugzonentaugliche Klebeanker sowie Hinterschnittanker. Dabei kommt es auch immer auf die Bauteildicke an. Ist diese nicht ausreichend, muss mit einer Durchsteckmontage gearbeitet werden. Was bei einer stirnseitigen Befestigung an einer nicht ausreichend dicken Balkonplatte passieren kann, ist an einem Foto von Gutjahr ganz schön zu erkennen. Das Foto zeigt natürlich kein Gutjahr-Produkt, sondern nur ein Beispiel, wie man es falsch machen kann.

Der vorgeschriebene Dübelrandabstand wurde dort nicht eingehalten und der Beton ist gerissen. Der Abstand vom Dübel zum Rand muss nach beiden Seiten mindestens 100 mm betragen. Zwischen zwei Dübelachsen muss der Abstand sogar 200 mm groß sein. Daraus ergibt sich, dass bei einem Balkon mit einer Betondicke von z.B. 15 cm stirnseitig kein Geländer montiert werden darf. In diesem Falle muss das Geländer von unten angeschraubt werden. Ist die Betondicke sogar geringer als 13 cm, muss das Geländer zusätzlich noch durch Durchsteckmontage gesichert werden. Die Dübelabstände auf der folgenden Abbildung gelten als Richtwerte und können je nach endgültiger Objektstatik differieren. Hier liegen zugrunde: Pfostenabstände bis 1m und Geländerhöhen bis 1,1 m.
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