Anbaubalkone - Aluminium ist zum nachträglichen Anbau geeignet

Ob Alt- oder Neubau - jede Wohnung gewinnt durch einen Balkon an Wert und Attraktivität. Doch oft wird am Balkon gespart, schließlich versuchen die Bauherren, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Die Folge: Der Zustand vieler Balkone ist schlecht. Durch Mängel im Oberflächenschutz sowie bei der Pflege ergeben sich bei Balkonen aus Beton und aus Stahl ganz typische Karbonatisierungs- oder Korrosionsschäden. Aus dem 3. Bauschadensbericht der Bundesregierung geht sogar hervor, dass jeder dritte Balkon sanierungsbedürftig ist.

Balkonsysteme in allen Farben und Formen


Darauf haben die sogenannten Systemanbieter reagiert. Sie bieten inzwischen eine breite Palette an Balkonsystemen in den unterschiedlichsten Farb- und Formvariationen an. Diese Systeme eignen sich übrigens nicht nur für die Sanierung, sondern auch für den nachträglichen Anbau. Das macht die für die Aufwertung von Altbauten ganz besonders attraktiv.

Als Baumaterialien kommen da Holz, Beton, Stahl und Aluminium in Frage, wobei besonders Aluminium wegen seiner Haltbarkeit als Baustoff immer beliebter wird. "Aluminium hat im Vergleich zu anderen baustoffen eine ganze Reihe von Vorzügen", meint Thomas M. Ladwein, Referent des Teams Bauen und Gestalten bei der Düsseldorfer Aluminium-Zentrale, "Aluminium ist formstabil bei geringem Gewicht. Das Material ist kostengünstig zu verarbeiten, es ist präzise in der Formgebung und es ist durch die glatten Oberflächen sehr pflegeleicht." Zudem korrodiere Aluminium nicht und sei damit witterungs- und wertbeständig.

Aluminium-Balkone als Anbau-Systeme


Solche Aluminium-Balkone werden in aller Regel als Anbau-Systeme ausgeführt. Diese werden weitgehend in der Werkstatt vorgefertigt und am Bau nur noch schnell zusammengesetzt. Da die Systeme vor den eigentlichen Baukörper gesetzt werden, ist die Gefahr von Kältebrücken minimiert. Auch Feuchtigkeitsschäden treten praktisch nicht auf, da die Anbaubalkone zumeist ein eigenes Entwässerungssystem mit gesonderten Rohren aufweisen. Probleme gibt es höchstens bei zu hohen Gebäuden: Die meisten Anbausysteme sind "nur" bis zum sechsten Stockwerk zugelassen.

Befestigung von Anbaubalkonen


Befestigt werden die Anbaubalkone auf unterschiedliche Art und Weise: Die "Zwei-Stützen-Variante" benötigt Auflageanker an der Gebäudewand, die "Vier-Stützen-Variante" dagegen setzt nur sogenannte Gleitkonsolen zur horizontalen Befestigung voraus.

Die Gestaltung der Aluminium-Balkone ist dabei sehr flexibel. Wichtiges Gestaltungselement sind dabei die Geländer: Die Palette reicht vom offenen bis zum geschlossenen Geländer. Denkbar sind ebenso Rahmen mit Füllungen aus Glas, farbigen Paneelen, Lochblechen oder - ganz klassisch - Stäben.

Zusätzlich zu den Standard-Balkonen bieten die meisten Systemhersteller mittlerweile ein umfassendes Zubehörprogramm an. In "Vollausstattung" ähnelt so ein Alu-Balkon dann eher einem Wintergarten, denn einem klassischen Balkon. Mit Hilfe von Schiebekonstruktionen aus Glas werden Wind, Nässe und Verkehrslärm wirkungsvoll abgeschirmt. Zum Teil lässt sich die gesamte Verglasung sogar bei Bedarf einschwenken.