Aussentreppenstufen wackeln - eine Sanierungsanleitung

Irgendwann steht jeder Eigenheimbesitzer vor dem Problem, daß die Beläge der Außentreppe wackeln, die Fugen aufbrechen oder sich sogar der Oberbelag von der Rohbautreppe löst. Wenn wir uns über die Ursache klar sind, dann verstehen wir auch, weshalb Flicken nicht weiterhilft, sondern eine Generalsanierung notwendig wird.
Die Beläge der Außentreppe sind entweder Fliesen (Spaltplatten), Ziegel oder (und vor allen Dingen) Naturstein. Handelt es sich nur um ein oder zwei Stufen, so verfügen diese in der Regel über einen Unterbau. Die Treppe hat also "Erdberührung". Führen mehrere Stufen zur Hauseingangstür, so haben wir es fast ausschließlich mit einer Rohbautreppe aus Beton zu tun, über die die Bauarbeiter ins Haus gelangt sind und die dann als letztes mit einem Belag versehen wird - und der Bauherr kann einziehen.

Insbesondere diese Rohbautreppen "haben es in sich", denn sie sind dem Frost von allen Seiten ausgesetzt. Hier tritt dann auch der berüchtigte Brückeneffekt auf. Draußen herrschen schon + 4°, auf den Stufen liegt aber noch Glatteis und schlimmstenfalls rutscht jemand aus. Deshalb ist bei einer Sanierung darüber nachzudenken, ob nicht Heizdrähte unter den Stufen verlegt werden sollten.

Wie auch immer: Das Regenwasser dringt durch die Fugen (speziell im Sockelbereich), gelangt unter den Belag und sammelt sich dort entweder in Betonnestern oder unter Hohlräumen aufgrund falscher Verlegung. Fliesen- und Natursteinkleber muss im Außenbereich eben nicht "mit dem Kamm" aufgebracht werden, sondern absolut plano. Sind die Hohlräume einmal da, friert das Wasser in ihnen und die Platten lösen sich. Der Effekt tritt auch ein, wenn sich die Verleger selbst etwas aus Zement und Sand angemischt haben - der Mörtel weicht auf.

Nun zu den Arbeitsschritten bei der Sanierung:

  • a)
    treppe01.jpg
  • b)
    treppe02.jpg

a) Heben Sie die Platten auf oder stemmen Sie diese vorsichtig ab. Klopfen Sie allen brüchigen Altmörtel von der Betontreppe ab.

b) Bauen Sie eine Verschalung, damit Sie mit dem Reparaturmörtel (in unserem Fall wurde PCI-Repafix verwendet) exakte Stufen formen können. "Stopfen" Sie den Mörtel auch in alle Hohlräume.

  • c)
    treppe03.jpg
  • d)
    treppe04.jpg

c) Entfernen Sie Kleberreste von den Natursteinbelägen. Es kann passieren, daß Ihnen dabei eine Platte zerspringt. Das muss aber nicht tragisch sein (siehe Foto). Die Bruchstelle kann dauerelastisch verschlossen werden. Natursteinsockel- oder Stufenbeläge kann man auch in einem Natursteinbetrieb nachschneiden lassen.

d) Verwenden Sie für das Verkleben des Oberbelags einen Mittelbett- bzw. Ansetzmörtel, der für Fliesen oder Naturstein im Außenbereich zugelassen ist, (in unserem Fall wurde PCI-Carrament verwendet). Verfugen Sie zum Schluß entweder dauerelastisch oder mit Epoxidharz. Hier sehen Sie das Sanierergebnis nach einem Jahr - bei starkem Niederschlag.