Risse und Abplatzungen - Schäden auf Balkon und Terrasse beheben

terrasse280.jpgIn den letzten Winterwochen wächst die Vorfreude auf die Gartensaison. Endlich die ersten warmen Sonnen­strahlen tanken und milde Abende an der frischen Luft genießen. Endlich wieder den Grill anschmeißen und eine gute Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Doch nach dem Winter und dem ersten Frühjahrsputz im Garten fällt das Auge auch auf den Zustand der Terrasse oder des Balkons. Vorzeigbar ist der nicht mehr unbedingt. Gerade durch Feuchtigkeit und Frost im Winter tauchen zahlreiche Schäden und Verunrei­nigungen auf. Wir stellen hier die häufigsten Schäden vor und erklären, wie man diese beheben kann.

Ausblühungen und Grauschleier sehen

Gerade auf gefliesten Terrassen und Balkonen sieht man bei abtrocknender Feuchtigkeit helle Kränze. Diese stammen nicht aus den Fliesen selber, sondern sind das Resultat von ausgewaschenen Salzen aus Fugen und Untergrund. Dazu kommt es, wenn eingedrungene Feuchtigkeit verdunstet und die Salze zurückbleiben.fliesenschaden280.jpg Die Salze sind Alkalisilikat oder Kalziumcarbonat und lassen sich mit einem sauren Reiniger entfernen (z B. Zementschleierentferner). Diesen sollte man zuvor an einer unauffälligen Stelle ausprobieren, ob er sich mit den Fliesen verträgt.

Das ist aber nur Kosmetik, die Ursache für die Ausblühungen liegt tiefer. Häufig sind ist über defekte Abdichtungen Wasser in die Unterkonstruktion eingedrungen. Dort hat es die Salze aus dem Zement gewaschen und bei der Verdunstung an die Oberfläche befördert. Hier müssen die Abdichtungen erneuert werden.

Risse können harmlos sein

Entdeckt man einen Riss im Boden, erschrickt man häufig. Zunächst sollte man die Risse klassifizieren. Ziehen sie sich über die gesamte Breite eines Balkons, kann das auf ein statisches Problem hindeuten. Es kann sich beispielsweise um Setzrisse handeln. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um ein oberflächliches Problem. Möchte man nicht, dass diese sich weiter ausbreiten und dass deshalb Feuchtigkeit eindringt, hilft es schon diese kraftschlüssig zu verschließen. Dafür empfiehlt es sich, sie zunächst mit einem Winkelschleifer auf 5 mm aufzuweiten und etwa alle 20 Zentimetern senkrecht zum Riss weitere Einschnitte vorzunehmen. Je nach Untergrund gibt es verschiedene Harze und Zementputze, die für die Anwendung geeignet sind. Eine Anleitung zum Schließen von Estrichrissen, steht auf baumarkt.de bereit.

Abplatzungen und Korrosion gefährden Stabilität

betonriss280.jpgStreusalze setzen Beton zu. Auch die oben beschrie­benen Ausblühungen können in ihrer Folge dazu führen, dass der Beton seine Festigkeit verliert. Dringt Feuchtigkeit in den Beton ein, kann diese nicht nur einzelne Stoffe auswaschen. Je mehr Bestandteile aus dem Zement gelöst werden, desto mehr Feuchtigkeit kann eindringen. Gefriert das Wasser, vergrößert es sein Volumen und die Beton- und Estrichstruktur wird aufgelockert. Das kann bis zu Abplatzungen führen. Liegt sogar die Bewehrung frei, fängt sie an zu rosten. Fortschreitende Korrosion kann dazu führen, dass man die betroffenen Terrassen und Balkone nicht mehr nutzen darf.

Um es gar nicht soweit kommen zu lassen, sollten frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. So sollten alle losen Teile abgestemmt werden und die angerosteten Stellen mit einem Sandstrahler gereinigt werden. Danach sollte ein Korrosionsschutz aufgetragen werden. Danach kann man die betroffene Stelle wieder neu verputzen.

Auch Holzterrassen brauchen Pflege

holzterrasse280.jpgWenn es draußen feucht ist und eine Holzterrasse wegen geringer Sonneneinstrahlung nicht richtig durchtrocknen kann, bilden sich Algen in den Poren. Der grüne Belag sieht nicht nur ungepflegt aus, er kann das Holz bei Regen auch schnell in eine glitschige Rutschbahn verwandeln. Hier hilft es, die Terrasse mit einem groben Straßenbesen vom Schmutz zu befreien und sie anschließend mit Seifenlauge und einem Schrubber reinigen. Es empfiehlt sich abschließend, die Holzdielen mit klarem Wasser abzuspülen und trocknen zu lassen, damit sich die aufgerauten Holzfasern wieder legen können. Hochdruckreiniger sollte man nur verwenden, wenn der Belag aus hartem Gartenholz besteht. Und auch dann sollte man einen möglichst weichen Strahl einstellen, um das Holz nicht zu schädigen.

Dass Holz vergraut, ist ein ganz normaler Vorgang und nicht schädlich. Dennoch stört es einige Gartenbesitzer, da sie gerne einen anderen, satteren Holzfarbton hätten.

Nachdem die Terrasse gereinigt wurde, kann man sie problemlos lasieren oder ölen. Gerade wenn man kein Tropenholz auf der Terrasse liegen hat, sollte man bei dieser Gelegenheit Holzschutz in die Terrasse einarbeiten.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de