Auch beim Herbstlaub herrscht Räumpflicht

Fällt im Herbst das Laub, denken viele an romantische Spaziergänge. Wird das Laub aber nass, ist es mit der Romantik schnell vorbei. Straßen und Gehwege verwandeln sich in glitschige Rutschbahnen. Wie auch beim Schnee im Winter trifft Hauseigentümer und Mieter eine Räumpflicht.

Herbstlaub auf dem Gehweg

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Auch wenn es verführerisch klingt: Auf den nächsten Windböe sollte man nicht warten, damit das Problem sich von alleine erledigt. Zum einen lässt die nächste Windböe vielleicht auf sich warten, zum anderen weht nasses Laub nicht einfach so davon. Da hilft also nur, zum Besen zu greifen und die matschige Pampe zu entsorgen. Für die öffentlichen Wege trägt natürlich auch die Kommune die Verkehrssicherungspflicht, jedoch stehen auch Hausbesitzer und Mieter in der Verantwortung. Insofern unterscheidet sich das Kehren von Herbstlaub nicht großartig von der Räumpflicht im Winter. Für Vermieter lohnt es sich also, die Verpflichtungen im Mietvertrag festzulegen.

Entsorgung des Herbstlaubs

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Das Straßenlaub kann man durchaus in der Biotonne entsorgen, jedoch sollte man darauf achten, dass die Tonne nicht zu schwer wird. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass der lokale Entsorgungsbetrieb diese stehen lässt. Auch sollte der Anteil von Straßendreck nicht allzu hoch sein. Das Laub aus dem Garten hingegen kann bis zu einem gewissen Umfang auf den Kompost wandern. Nimmt man es mit dem Rasenmäher auf, lässt es sichmit dem Rasenschnitt gut kompostieren. In bereits aufgehäufte Laubhaufen sollte man aber nicht gedankenlos mit dem Rasenmäher hineinfahren. Evtl. haben sich hier bereits Tiere zum Schlafen oder für den Winter eingenistet. Auch Beete kann man mit dem Herbstlaub bedecken. So werden Pflanzen und Boden vor dem Frost geschützt. Eine Schicht von 5 Zentimetern reicht vollkommen aus. Entlang von Hecken und rund um Büsche und Baumstämme kann man das Laub auch anhäufen, um so Tieren einen Unterschlupf im Winter zu bieten. Wenn die Biotonne voll ist und auch der Garten kaum noch Kapazitäten bietet, kann man das Laub auch beim lokalen Entsorgungsbetrieb vorbeibringen und als Grünabfall entsorgen.

Das Laub des Nachbarn

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Weht das Laub des Nachbarn auf den Fußweg oder in den Garten, ist das besonders ärgerlich. Insbesondere wenn man selber gar keine Laubbäume auf dem Grundstück stehen hat. Jedoch ist Herbstlaub bei uns ortsüblich, weshalb man sich in der Regel mit den Blättern abzufinden hat. Nur wenn das Laubaufkommen ungewöhnlich stark ist und so über ein zumutbares Maß hinausgeht, kann man eine Aufwandsentschädigung für das Reinigen verlangen oder gar die Fällung des Baumes durchsetzen. Steht der Baum aber unter Schutz und darf deswegen nicht gefällt werden, wird man den Laubfall nicht verhindern können. In Einzelfällen kann aber eine sogenannte Laubrente fällig werden. Diese muss der Eigentümer des Baumes jährlich an den betroffenen Grundstückbesitzer zahlen und ergibt sich aus § 906 BGB. Die Höhe richtet sich nach dem Aufwand, den der erhöhte Reinigungsaufwand mit sich bringt.

Muss man beispielsweise wegen des starken Laubfalls mehrmals die Woche auf die Leiter steigen oder gar ein Unternehmen beauftragen, um die Dachrinne oder Flachdachentwässerung vor der Verstopfung zu bewahren, stehen die Chancen für einen Anspruch auf eine solche Laubrente gut. Muss man jedoch auch eigenes Laub aus Rinne und Dach entfernen, sinkt dieser Anspruch schnell wieder.

Foto(s): www.fotoatelier-schumacher.de