Einfache Arbeitsanleitung: Mit Dekobeizen Holz farbig gestalten

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Rohes Fleisch wird in einer sauren Flüssigkeit eingelegt, um ihm eine längere Haltbarkeit und einen individuellen Geschmack zu verleihen. Ob Holz durch das Beizen einen besseren Geschmack bekommt, wurde von der Redaktion nicht getestet. Eine längere Haltbarkeit und Schutz vor Umwelteinflüssen bekommt das Holz jedoch auf alle Fälle. Zudem kann dem Holz eine andere Farbe gegeben werden, ohne dass die natürliche Holzstruktur überdeckt wird. Dies ist der Grund dafür, dass gebeiztes Holz sich steigender Beliebtheit erfreut. Daher wollen wir Ihnen mit diesem Kapitel das Thema Beizen näher bringen. Mit unserer Anleitung können Sie selbst Möbel, Türen, Wandpaneele oder andere Holzbauteile beizen. Bedingungen für eine einwandfrei gebeizte Oberfläche sind: Möglichst astfreies Massivholz, Span-, Tischler- und Sperrholzplatten mit fehlerlosen Furnieren. Zum beizen verwendet man Holz- und Dekobeizen, die in verschiedenen Farbtönen angeboten werden. Alle Farbtöne lassen sich zudem noch untereinander mischen, so dass jeder sich seinen individuellen Farbton zusammenstellen kann. Da die Beize keinen Abriebschutz hat, erfolgt die Endbehandlung mit Klarlack oder farblosem Holzwachs.

Was brauchen Sie zum Beizen

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Bevor Sie anfangen, müssen Sie im Fachhandel einige Dinge besorgen: Es werden zwar spezielle Beizpinsel angeboten, doch ein normaler Pinsel tut es auch. Weiterhin wird ein Schwamm und eine Messingbürste gebraucht. Da vor dem Beizen gut geschliffen werden muss, brauchen Sie auch Schleifpapier (100er Körnung). Eine normale Bürste, um den Schleifstaub aus den Poren zu bürsten, haben Sie vielleicht schon zu Hause.

Je besser der Pinsel, je besser das Ergebnis. Aus diesem Grund dürfte es unsere Heimwerker sicherlich interessieren, die kleine Pinselkunde zu studieren.

Wie Beizen Sie richtig

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  1. Die Holzoberfläche sorgfältig schleifen. Anschließend alle Teile, die gebeizt werden sollen, mit lauwarmem Wasser anfeuchten, damit sich die Fasern aufrichten können. Nach einer Trockenzeit von etwa fünf Stunden muss noch einmal geschliffen werden. Wer auf das Wässern verzichtet, kann eine böse Überraschung erleben, da das Holz sehr rauh ist und nach dem Beizen nicht mehr geschliffen werden kann.
  2. Beim ersten Arbeitsgang wird die Beize in Richtung der Maserung aufgetragen. Wer Massivholz beizt, sollte folgendes beachten: Hirnholz saugt so viel Beize auf, daß es nachher wesentlich dunkler wirkt als das übrige Holz. Deshalb das Hirnholz kurz vor dem Beizen noch einmal mit Wasser anfeuchten, dadurch kann es nicht mehr so viel Beize aufnehmen. Überschüssige Beize sofort entfernen!
  3. Jetzt wird die Beize quer zur Maserung "verrieben". Die Oberfläche darf zwar naß sein, doch "schwimmen" sollte die Beize nicht. Achten Sie auf gleichmäßiges Einstreichen.
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  1. Lassen Sie die Beize etwa zwei Minuten einziehen. Dann nehmen Sie die überschüssige Beize mit dem Schwamm in Maserrichtung ab.
  2. Möchten Sie größere Flächen beizen, geht dies mit dem Schwamm wesentlich schneller als mit dem Pinsel. Die Regeln sind die gleichen: Im ersten Durchgang die Beize mit der Maserrichtung, im zweiten Durchgang entgegen der Maserung aufbringen.
  3. Noch tiefer in die Poren dringt die Beize ein, wenn man Sie mit einer Bürste einreibt. Um Kratzer zu vermeiden, geschieht dies in Richtung der Maser.
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    beizen09.jpgWollen Sie eine besonders glatte und leicht glänzende Oberfläche, dann verwenden Sie eine Messingbürste. Damit vertiefen Sie die Poren. Vor dem Bürsten muss das Holz allerdings trocken sein.