Arbeitsanleitung: Holzboden schleifen und versiegeln

Insbesondere Hobby-Heimwerker stehen nicht selten vor der Frage: "Was kann ich mir zutrauen?" Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen geht da schon jede Menge, vor allem dann, wenn das richtige Werkzeug dabei ist. An das Thema "Parkett abschleifen" oder neu versiegeln (oder für die neue Optik einfach ein neuer Anstrich) können Sie sich getrost herantrauen. Geht es Ihnen "nur" darum, einen Parkettboden abzuschleifen oder neu zu versiegeln, finden Sie hier die passende Erläuterung. Der Arbeitsablauf muss dann sein: Abschleifen (es gibt dafür diverse Leihgeräte), etwaige Fugen und Risse reparieren, dann versiegeln. Wie man in fünf Schritten das Parkett renoviert, wird in einer Anwenderbroschüre von Sadolin beschrieben. Diese Broschüre haben wir aufbereitet und stellen Ihnen diese hier vor. 

Wollen Sie Parkett oder Schiffsboden-Parkett verlegen finden Sie dazu unsere Anleitung hier: "Holz-Fertigböden und Laminate selbst verlegen".

Vorbereitende Arbeiten vor dem Parkettschleifen

parkett1.jpgOb das Parkett neu ist oder alt: Vor der Versiegelung muss der Boden geschliffen werden. Bei alten Böden wird bis auf das rohe Holz abgeschliffen, bei neu verlegten Böden soll eine glatte Oberfläche geschaffen werden. Schaffen Sie sich zuallererst eine freie Arbeitsfläche, indem Sie Möbel, Teppiche, Vorhänge usw. entfernen. Nun müssen die Sockelleisten entfernt werden. 

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Dies geht am besten mit einem kleinen Meißel. Zum Schutz der Wand können Sie einen Holzkeil dazwischen schieben. Prüfen Sie anschließend die Beschaffenheit des Fußbodens: Leimen Sie gelöste Holzteilchen fest und versenken Sie vorstehende Nagelköpfe. Denn sonst beschädigen diese später das Schleifpapier und Funkenschlag könnte den Beutel mit dem Schleifmehl entzünden. Vor dem Schleifen den Boden noch einmal gründlich absaugen.

Schleifen des Parkett- oder Holzfußbodens

parkett3.jpgGrundsätzlich gilt es zu unterscheiden, ob der Boden nur eine Auffrischung benötigt, wie beispielsweise Laufspuren entfernen oder ein einheitliches Farbbild, oder ob ein kompletter Farbwechsel oder eine gründliche Bodensanierung fällig ist. 

Ist es mit einer Auffrischung getan, genügt es vollkommen, die beschädigte Lackschicht zu entfernen bzw. matt zu schleifen, um eine Verbindung mit dem neuen Lack zu schaffen. Dazu geht man mit einem Schwingschleifer einmal über das Parkett, um es anschließend neu zu versiegeln. Alle anderen Arbeiten verlangen einen intensiveren Arbeitsaufwand. 

Schleifgang Neu verlegter Boden Alter Parkettboden Alter Dielenboden mit Farbe
1. Gang K 40 K 24 K 16
2. Gang K 60 K 40 K 40
3. Gang K 100 K 60 K 60
4. Gang K 100 K 100
K = Körnung

Die Schleifrichtung hängt von der Oberfläche ab:

  • Mosaikparkett oder in Würfeln verlegtes Parkett schleifen Sie diagonal zum Faserverlauf von links nach rechts.
  • Stabparkett schleifen Sie im Winkel 7-15 Grad. Der Feinschliff erfolgt dann in Faserrichtung.
  • Dielenboden schleifen Sie parallel zum Dielenverlauf. Sollte der Boden Unebenheiten aufweisen, empfiehlt sich hier jedoch eine diagonale Schleifbewegung, damit die Unebenheiten schneller plan werden.

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Führen Sie die Schleifmaschine ruhig und kontinuierlich über die Oberfläche. Solange die Schleifwalze in Betrieb ist, dürfen Sie weder stehenbleiben noch die Schleifrichtung ändern. Es entstehen sonst Vertiefungen, die sich nicht mehr beseitigen lassen. Gibt es Unebenheiten im Boden, wird die Stelle im rechten Winkel zur Schleifrichtung abgeschliffen. Die Schleifpapierkörnung bleibt dabei die gleiche. Um Schleifspuren zu vermeiden, wird anschließend noch einmal in der alten Richtung nachgeschliffen. Der Schliff wird in Richtung des Lichteinfalls (vom Fenster weg) mit der feinsten Körnung durchgeführt. Danach gründlich absaugen und am besten noch mit einem leicht angefeuchteten Tuch nachwischen. 

Tipp: Der Staubsack sollte spätestens geleert werden, wenn er ein Drittel voll ist, da die Absaugleistung der Maschine sonst sehr schnell nachlässt. Da der Schleifstaub leicht entzündlich ist, sollte der Staubsack am besten im Freien gelagert werden. 

Ränder und Ecken schleifen

parkett4.jpgVor dem letzten Schleifgang kommt die Rand- und Eckenschleifmaschine zum Einsatz. Spannen Sie eine Scheibe mit 40er Körnung auf den Schleifteller. Fahren Sie dann kreisend - ohne zusätzlichen Druck - über die bisher unbearbeiteten Flächen. Auch hier sollten Sie ständig in Bewegung bleiben, um Schleif- und Brandspuren zu vermeiden. Für den abschließenden Feinschliff nehmen Sie eine 100er Körnung. Achtens Sie dabei darauf, dass der Übergang von der Fläche zum Rand glatt verläuft. Vergessen Sie zudem nicht die schwer zugänglichen Flächen unter der Heizung und in den Ecken nicht. Hierfür hat Ihre Maschine spezielle Vorsätze.

Risse, Fugen und loses Parkett

parkett5.jpgPrüfen Sie vor dem letzten Schleifgang, ob jetzt noch kleine Fugen oder Risse zu sehen sind. Diese lassen sich leicht ausbessern mit Parkett-Fugenlösung Fugen im Parkett beseitigen. Diese wird mit Schleifstaub zu einer Masse angeteigt, die dann mit dem Spachtel auf der Bodenfläche verteilt wird. Die überschüssige Masse gleich mit dem Spachtel abkratzen. Bei größeren Fugen das Ausspachteln gegebenenfalls wiederholen. Nach 30 bis 45 Minuten ist die Masse hartgetrocknet und Sie können mit dem Feinschliff beginnen.

Versiegeln mit Parkett- oder Holzbodenlack

parkett6.jpgVor der Versiegelung muss der Boden noch einmal sehr gründlich abgesaugt werden. Dann wird der Versieglungslack - z.B. Parkettlack oder der Holzbodenlack von Sadolin - in gleichmäßigen Streichbewegungen aufgetragen. Arbeiten Sie dabei von der Lichtquelle weg. Der Vorteil dabei ist, dass Fehlstellen sofort erkannt und nachgearbeitet werden können. Der Parkett- oder Holzbodenlack sollte idealer Weise in breiten Streifen von etwa 1,50 Metern auf der gesamten Raumbreite gestrichen werden. Wichtig: Schützen Sie die Fläche während des Versiegelns gegen direkte Sonneneinstrahlung. Es bilden sich sonst Bläschen. 

parkett7.jpgDie zweite Schicht kann am nächsten Tag aufgetragen werden. Zuvor empfiehlt sich ein Zwischenschliff, da das Holz durch aufquellende Fasern aufraut. Machen Sie den Zwischenschliff per Hand oder Handschleifer mit einer 120er Körnung. Danach müssen Sie den Boden unbedingt wieder säubern. Nach dem zweiten Lackauftrag ist der Boden am Folgetag bereits begehbar. Allerdings benötigt er etwa zwei Wochen, um gegen handelsübliche Haushaltsreiniger resistent zu sein. Erst dann ist der Lack voll belastbar. Für einen besonders widerstandsfähigen Boden ist ein dritter Anstrich sinnvoll. 

Neben der Versiegelung mit Lack, gibt es noch weitere Möglichkeiten der Versiegelung. Welche das sind und welche Schleifgeräte verwendet werden, erfahren Sie in einem eigenen Beitrag.