Alte Dielenböden mit Schüttdämmung renovieren

Trockenestrich-Konstruktionen werden immer häufiger eingesetzt - auch in Neubauten. Kein Wunder, läßt sich mit Hilfe der stabilen Elemente doch vergleichsweise einfach ein ebener, stabiler Untergrund erzielen, der praktisch sofort mit einem beliebigen Bodenbelag ausgestattet werden kann.

Die eigentliche Domäne der Trockenestrich-Konstruktionen ist jedoch nach wie vor die Renovierung von Altbauten. Speziell im Zusammenhang mit Schüttungen lassen sich durch Trockenestrich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Unebene, ausgetretene Dielenböden werden ausgeglichen
  • Neu zu verlegende Rohre und Kabel werden in die Schüttung eingebettet und müssen nicht aufwendig verlegt werden
  • Luftschall (Hundegebell, laute Musik, Gespräche) wird gedämpft
  • Trittschall (Laufgeräusche) wird deutlich reduziert.
  • Verbesserung von Wärmedämmung und Brandschutz

Im folgenden stellen wir am Beispiel des Systems Perlite den Einbau einer solchen Trockenestrich-Konstruktion in einem Altbau mit ausgetretenen, unebenen Holzdielen vor. Dabei wird mit Hilfe einer Perlite-Schüttung, die aus kleinen Körnern eines veredelten Vulkangesteins besteht, der unebene Boden ausgeglichen. Es folgt der eigentliche Trockenestrich: Dabei handelt es sich um äußerst robuste, zementgebundene Elemente, die verklebt und verschraubt einen soliden Untergrund ergeben.

Schritt 1: Dielenboden vorbereiten

Bevor Sie mit dem Einbau des Trockenestrichs beginnen, müssen Sie den vorhandenen Dielenboden vorbereiten: Schrauben Sie lose oder quietschende Dielen nach und sägen Sie knarrende Nut-Feder-Verbindungen einfach auf. Rollen Sie nun als Rieselschutz eine Schicht Papier aus, die sich an den Stoßstellen überlappen sollte. So verhindern Sie, daß sich die Schüttung durch Öffnungen, Ritzen oder Fugen später stillschweigend verabschiedet.

Als nächstes sollten Sie die Höhenunterschiede des Bodens feststellen. Bringen Sie mit Hilfe einer Schlauchwaage oder einem Lasergerät als Orientierungspunkt den Meterriß an. Ermitteln Sie anschließend zunächst den höchsten Punkt des Bodens und anschließend die Höhenunterschiede im Raum.

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Schritt 2: Schütthöhe markieren

Markieren Sie nun die gewünschte Schütthöhe. An der höchsten Stelle des Bodens muss diese mindestens noch 1 Zentimeter betragen. Auch freiliegende Rohrleitungen oder Stromkabel müssen mit mindestens 1 Zentimeter Schüttung überdeckt werden.

Kalkulieren Sie gegebenenfalls die Verdichtung der Schüttung mit ein. Perlite-Schüttungen wie Bituperl und Nivoperl verdichten sich beispielsweise um 10 Prozent, Siliperl-LS und Siliperl um 5 Prozent. Markieren Sie die Überhöhung am Meterriß. An dieser Markierung werden später die Abziehlehren ausgerichtet.

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Schritt 3: Schwellholz anbringen

Markieren Sie nun die Schütthöhe ringsum an der Wand. Die Markierungen sollten einen Abstand von höchstens zwei Metern haben. Damit das Schüttungsmaterial nicht wegfließen kann, muss im Türrahmen ein Schwellholz angebracht werden, daß so hoch sein muss, wie die Perlite-Schüttung im verdichteten Zustand.

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Schritt 4: Lehren ausrichten

Richten Sie nun die Lehren aus. Beginnen Sie an der Wand, die von der Tür am weitesten entfernt ist. Schütten Sie entlang der Wand bis zur markierten Schütthöhe einen etwa 25 Zentimeter breiten Streifen der Perlite-Schüttung aus. Einen zweiten Hilfsstreifen ziehen Sie bitte in etwa 2,50 Meter Entfernung. Nehmen Sie nun die Perlite-Abziehlehren zu Hilfe. Richten Sie die zwei Auflegeschienen auf den Hilfsstreifen aus. Darauf legen Sie dann die Abziehlehre, mit deren Hilfe die Höhe der Auflegeschienen zueinander kontrolliert werden kann.

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Schritt 5: Fläche mit Schüttung auffüllen

Füllen Sie nun die Fläche zwischen den beiden Auflagen mit der Perlite-Schüttung auf. Achten Sie dabei darauf, daß Sie nur eine so große Fläche aufschütten, die Sie im Anschluß abziehen können, da die Schüttung auf gar keinen Fall betreten werden darf.

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Schritt 6: Schüttung mit Abziehlehre abziehen

Ziehen Sie dann die Perlite-Schüttung mit der Abziehlehre ab. Arbeiten Sie dabei immer in Richtung Türe. Nischen, Mauervorsprünge und andere Randbereiche bringen Sie mit einem Reibebrett oder einen zusätzlichen kurzen Abziehlehre auf die vorgesehene Markierungshöhe. Wichtig: Ziehen Sie die Schüttung nur ab und versuchen Sie auf gar keinen Fall, die Schüttung schon jetzt durch Klopfen zu verdichten.

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Schritt 7: Platten verlegen

Ist die Schüttung im ganzen Raum verteilt und abgezogen, beginnen Sie mit der Verlegung der Fasoperl-Platten. Diese Holzweichfaserplatten dienen als Abdeckung für die Schüttung und dämpfen die Ausbreitung von Trittschall. Diesmal arbeiten Sie von der Tür in den Raum hinein. Legen Sie die Platten sorgfältig von oben auf die Schüttung, so daß die Oberfläche planeben bleibt. Verlegen Sie die Abdeckplatten wandbündig und stumpf gestoßen. Vermeiden Sie Kreuzfugen.

Die Fasoperl-Platten lassen Sie leicht auf die passende Größe bringen: Fasoperl-TS-Platten lassen sich mit einem Messer auf die gewünschte Größe zuschneiden, während die stabileren Fasoperl-A8-Platten mit einem Klingenmesser geritzt und dann gebrochen werden können.

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Schritt 8: Schüttung verdichten

Ist die Abdeckung vollständig, muss die Schüttung verdichtet werden. Bis zu einer Schütthöhe von 6 Zentimetern geschieht dies durch schlichtes Begehen der Abdeckplatten. Beachten Sie aber, das dies unbedingt vollflächig geschehen muss. Vergessen Sie die Wand- und Eckbereiche nicht. Ab einer Dicke der Schüttung von mehr als sechs Zentimetern, müssen Sie die Schüttung mechanische verdichten. Dazu geeignet ist ein Handstampfer oder ein Elektroflächenrüttler. Zum Schutz der Fasoperl-Platten sollten Sie vorher allerdings Spanplattenstreifen auslegen.

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Schritt 9: Trockenestrichplatten verlegen

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Anschließend können Sie endlich die Trockenestrichplatten verlegen. Besonders für hellhörige Gebäude geeignet sind beispielsweise die zementgebundenen Trockenestrichelemente Perlcon-Floor MF, auf die bereits eine zusätzliche Trittschall-Dämmplatte aufkaschiert ist.

Schritt 10: Dämmstreifen verlegen

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Zur Vermeidung von Schallbrücken sollten Sie am Übergang zur Wand einen Dämmstreifen verlegen. Bei den ersten Elementen, die Sie entlang der Wand verlegen, schneiden Sie bitte den überstehenden Falz ab. Als Schneidewerkzeug bieten sich Tauchsägen mit Diamantsägeblatt oder Pendelstichsägen mit hartmetallbeschichteten Sägeblättern an.

Schritt 11: Letztes Trockenestrich-Element

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Arbeiten Sie immer aus dem Raum heraus. Vermeiden Sie auch bei der Verlegung der Trockenestrich-Elemente Kreuzfugen. Schneiden Sie das letzte Trockenestrich-Element jeder Reihe als Paßstück zu und beginnen Sie mit dem Reststück eine neue Reihe. So erhalten Sie den notwendigen Fugenversatz (mindestens 20 Zentimeter) und vermeiden Verschnitt.

Schritt 12: Abschlussarbeiten

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Beim Verlegen der einzelnen Elemente werden diese zunächst mit einem speziellen Kleber fixiert. Säubern Sie zunächst den Falzbereich von Staub. Tragen Sie nun in engen Wellen eine Kleberaupe auf. Verlegen Sie die Elemente nun innerhalb von zehn Minuten.

Sofort nach der Verlegung müssen Sie die Trockenestrichelemente verschrauben. Die Elemente sind vorgebohrt bzw. vorgestanzt - und damit ist der Schraubenabstand schon vorgegeben.

Nach zwölf Stunden ist der so aufgebaute Fußboden voll belastbar. Keramische Beläge können direkt aufgebracht werden. Für dicke Teppichböden mit Schaumstoffrücken ist es völlig ausreichend, den Fugen- und Schraubenkopfbereich mit Perlcon-Fugenspachtel zu glätten. Wollen Sie jedoch dünnschichtige Bodenbeläge wie PVC, Linoleum oder Textil aufbringen, müssen Sie die Trockenestrichfläche zunächst noch vollflächig mit Perlcon-Nivellierspachtel spachteln.

(mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Perlite GmbH)