Alle Methoden zum Verschönern von Fassaden

Der optische Eindruck eines Hauses ist enorm wichtig, wenn man die Immobilie verkaufen will. Fassaden sind Wind, Regen, Hitze und Frost ausgesetzt, weshalb jede Fassadenbekleidung oder —beschichtung im Laufe der Jahrzehnte an Schönheit einbüßt — von Schäden wie abgeplatztem Putz ganz zu schweigen. Die kann man auch mit farbenfroher Wandbemalung nicht kaschieren. Wenn die Fassade aufpoliert werden muss, ist die Situation im 

Jahr 2014 besonders günstig, wenn die Renovierung mit einer Fassadendämmung verbunden wird. Dafür gibt es unterschiedliche Zuschüsse und Kredite durch die KfW.

Die Redaktion von baumarkt.de stellt hier für ihre User die wesentlichen Verfahren vor, damit sich Hausbesitzer informieren können, was der Markt so alles bietet und was für das eigene Haus infrage kommen kann.

Neuer Anstrich („Beschichtung“) — der Klassiker

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Einen Fassadenanstrich muss man etwa alle 8 bis 15 Jahre erneuern. Lebt man an einer Hauptverkehrsstraße in der Großstadt, ist sicherlich eher ein neuer Anstrich nötig, als am Haus in einer Stichstraße auf dem Land. Farbe drauf, fertig! — so einfach könnte es sein. Doch auch ein einfacher Anstrich ist nicht mal eben so gemacht. Bewohnt man keinen Bungalow, wird man um ein Gerüst kaum herumkommen. Ab einer gewissen Höhe muss man sich zudem fragen, ob man den Anstrich denn selber durchführen kann oder besser auf professionelle Hilfe zurückgreift. Gerade bei stuckverzierten Fassaden muss man sehr ernsthaft abwägen, ob man sich die Arbeiten zutraut und diese auch zur persönlichen wie allgemeinen Zufriedenheit vollenden kann.

Der Hausbesitzer muss sich ganz genau anschauen (wenn er die Fassade selbst beschichten will), für welches Produkt er sich entscheiden soll. ob eine Grundierung erforderlich ist und ob man die Fassadenfarbe zweimal auftragen muss, bis sie „deckt“.

Wurden schon einige Schichten Farbe aufgetragen, kann es sogar sein, dass die alte Farbe zunächst runter muss, was mit einem Universalgerät für die Wandbearbeitung auch vom Heimwerker zu schaffen ist. In hartnäckigen Fällen muss die Fassade gesandstrahlt werden, was natürlich nur eine Fachfirma erledigen kann.

Sofern man nicht in einem denkmalgeschützten Haus lebt, hat man bei der Fassadengestaltung im Prinzip Narrenfreiheit. Aber was heißt schon Prinzip? Wenn Gemeindesatzungen Regelungen zur Fassadengestaltung enthalten, hat man sich an diese zu halten. Wer meint, dass großflächige Graffiti oder Ringelstreifen ein Haus in einer dörflichen Umgebung am besten zur Geltung bringen, hat sicherlich Recht. Ob das einer guten Nachbarschaft zuträglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Und großformatige Wandgemälde auf der eigenen Fassade sind sowieso genehmigungspflichtig. Aber mit etwas Mut zur Farbe kann man vielleicht auch die Nachbarn animieren, vom Einheits-Hellgrau abzuweichen.

Ist man Mitglied einer Eigentümergemeinschaft, haben bei der Fassadengestaltung mehrere Parteien mitzureden. Grundsätzlich fällt ein neuer Anstrich unter die Kategorie „Instandsetzung“ und kann je nach Vereinbarung mit einfacher Mehrheit beschlossen werden. Wechselt man von einem neutralen Farbton zu einer auffälligen Fassadenfarbe oder setzt optische Akzente mit einer weiteren Farbe, kann dies eine Umgestaltung und damit eine bauliche Veränderung der Fassade darstellen, die der Zustimmung aller Parteien bedarf (LG München I, 36 S 1982/12 WEG).

Neuer Putz, der aber auch farbig ausfallen darf

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Wenn die Schäden an einer verputzten Fassade über abblätternde Farbe und starke Verschmutzungen hinausgehen, ist eine Erneuerung des Putzes unausweichlich. Loser, sandender Putz muss vollständig entfernt werden. Und möchte man nicht, dass mit der Zeit ein Flickenteppich an der Fassade entsteht, empfiehlt es sich, den gesamten Putz zu erneuern. Im Zuge einer energetischen Sanierung kann man dies sogar bezuschussen lassen. Die Alternative zu neuem Putz und neuem Anstrich ist, durchgefärbten Putz aufzutragen. Dieser ist bedeutend beständiger als ein Farbanstrich. Die Sanierung von verputzten Altbauten ist ein Thema für sich und natürlich hat die Redaktion von baumarkt.de auch darüber eine Info ins Netz gestellt.

Verblender und Riemchen, wenn die tragende Wand das zulässt

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Riemchen sind ein Klinker aus etwa ein bis drei Zentimeter hohen länglichen Platten, die meistens wie ein Ziegel gebrannt werden, aber auch aus Naturstein oder Leichtbeton hergestellt werden. Verblender in Natursteinoptik verleihen dem Haus ein rustikales Äußeres. Eine beliebte Fassadenverkleidung ist auch Verblendmauerwerk in Backsteinoptik, so dass der Eindruck entsteht, man habe es mit einem klassischen „Ziegelhaus“ zu tun. Der Vorteil einer Verklinkerung des Mauerwerks in Ziegelstein- oder Natursteinoptik ist verständ­licher­weise, dass Fassadenanstriche vollkommen überflüssig werden. Im süddeutschen Raum können Verklinkerungen aus Ziegelstein-Riemchen aber als landschaftsuntypisch angesehen und im Bebauungsplan untersagt werden.

Fassaden-Hinterlüftung mit Faserzement-Platten

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Lange Zeit wurde Faserzement mit Asbest hergestellt, wodurch er einen sehr schlechten Ruf erhielt. Faserzement ist heute asbestfrei und nach wie vor feuerfest. In seiner Form und Farbe ist Faserzement flexibel, wodurch sich zahlreiche Möglichkeiten für Erscheinungsbild und Einsatzbereich ergeben. Auch Dächer lassen sich mit Faserzementplatten eindecken, wobei anthrazitfarbige Platten den Eindruck von Schiefer vermitteln.

Vorgehängte Fassaden haben den primären Zweck, die dahinterliegende Dämmung und die Wand gegen Schlagregen zu schützen. Allerdings sind die Kosten für vorgehängte Fassaden etwas höher als für Wärmeverbundsysteme. Durch die Hinterlüftung entsteht hinter der Verkleidung ein Luftstrom, wodurch Feuchtigkeit zügig abtransportiert wird, während die Wärme im Gebäude bleibt. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass Faser-Zementplatten anfällig sind gegen mechanische Beschädigungen.

Fassaden-Hinterlüftung mit Holzverschalung

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Hinterlüftete Fassaden lassen sich natürlich nicht nur mit Faserzementplatten reali­sieren. Auch mit dem traditionellsten aller Baustoffe ist das möglich. Gestal­terisch kann Holz sehr ansprechend wirken. Wenn man an Holzhäuser denkt, entstehen sofort die verschiedensten Bilder. Angefangen von urigen Blockhütten über rustikale Tiroler Bauernhöfe und Schwarzwald­häuser bis hin zur opulenten Villa im Stil der Neu-England-Staaten. Was bei Vorhangfassaden aus Holz mit Hinterlüftung zu beachten ist, haben wir in einem weiteren Beitrag zusammengefasst.

Schiefer, die klassische Variante aus dem Bergischen Land

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Besonders beliebt sind Schieferfassaden — wie sollte es auch anders sein? — in den Schiefergebirgen. Bei bergischen Schieferfassaden denkt man zunächst an die Altdeutsche Deckung und an Häuser, deren Dächer und Fassaden an Fischschuppen erinnern. Diese Deckung ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Denn der Naturstein Schiefer lässt sich sehr flexibel bearbeiten. 15 verschiedene Deckarten sind weit verbreitet. Von großflächigen Tafeln bis zu kleinen Riemchen kann Schiefer in nahezu jeder Form eingesetzt werden. Die Verarbeitung des Baustoffes ist jedoch anspruchsvoll. Schieferdecker bilden einen eigenen Teilbereich des Dachdeckerhandwerks, weil in erster Linie natürlich Dächer mit Schiefer eingedeckt werden. Farblich ist man nicht auf das buchstäbliche Schiefergrau festgelegt. Denn Schiefer gibt es in unterschiedlichen Schattierungen. Neben Anthrazit gibt es Schiefer auch in bläulichen, grünlichen und rötlichen Farbnuancen. Schäden an Schieferfassaden und Dächern lassen sich leicht durch den Austausch einzelner Platten beheben, sofern man sich einen Reparatur-Vorrat angelegt hat.

Isolierklinker — außen Ziegel, dahinter Wärmedämmung

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Isolierklinker ist äußerlich vom normalen Verblender oder Riemchenklinker nicht zu unterscheiden. Unter der Oberfläche versteckt sich jedoch die Dämmung in einem Wärmeverbundsystem. Die Isolierklinker werden direkt auf die vorhandene oder das Gemäuer geklebt.

Durch die integrierte Dämmung sind die Platten natürlich etwas dicker, als die herkömmlichen Riemchen. Bringt man Isolierklinker nachträglich an, wird der Dachüberstand natürlich etwas verkürzt und die Fenster rücken optisch weiter nach innen. Der U-Wert wird damit aber deutlich verringert. Der U-Wert gibt an, wie viel Energie in Watt pro Quadratmeter bei einem Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin von warm nach kalt fließt. Eine Heizkostenersparnis von bis zu 50% ist durch den Einsatz von Isolierklinker also möglich.

Dämmplatten, die nach der Montage verputzt werden

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Auch verputzte Dämmplatten beruhen auf einem Wärmeverbundsystem. Dabei können die Platten aus den verschiedensten Materialien bestehen. In Deutschland wurden Dämmplatten nach der Entwicklung des Polystyrols („Styropor“) populär. Heutzutage reicht die Produktpalette von synthetisch-anorganischen Platten aus Mineralwolle (Stein- und Glaswolle) bis hin zu natürlich-organischen Platten aus Kork, Hanf oder Schilf. Auf die Platten wird eine Armierungsschicht aus Putz und Gewebe aufgetragen. Ein Oberputz bildet den Abschluss. Dieser kann ganz wie jeder andere Putz weiß, hellgrau oder farbig beschichtet werden

Energieberater helfen bei der Entscheidung für die geeignete energetische Sanierung. Bund und Länder stellen dafür zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung.

Keramikplatten als „Fassadenfliesen“ fast nur noch an Gewerbebauten

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Keramik hat als Fassadengestaltung eine lange Tradition. Wer in Portugal und Südspanien unterwegs ist, wird an alten Fassaden noch zahlreiche Azulejos entdecken. Diese glänzenden Fliesen wurden einst von den Mauren aus Nordafrika importiert und sind fester Teil der Baukultur auf der iberischen Halbinsel geworden. Auch in Deutschland findet man insbesondere an Jugendstilhäusern Fassaden mit glasierten Kacheln. Die Hackeschen Höfe in Berlin sind ein prominentes Beispiel.

In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Keramikfliesen für die Gestaltung von Fassaden kleinerer Einfamilienhäuser wieder entdeckt. Insbesondere im Ruhrgebiet und anderen Industriestädten fand diese Fassadengestaltung Anklang. Das hatte weniger ästhetische Gründe, als einen ganz praktischen Nutzen. Denn derartige Fassaden sind sehr pflegeleicht. Zum einen spart man sich regelmäßige Anstriche, zum anderen konnte man den Ruß und Staub, den Fabriken und Hochöfen ungefiltert in die Luft pusteten, einfach abwaschen. Allerdings erwiesen sich diese Kacheln nicht immer als frostfest.

Heutzutage wird Keramik vorwiegend zur Gestaltung von Gewerbeimmobilien eingesetzt, deren Bausubstanz eine ausreichende Stabilität vorweisen muss, denn großformatige Platten werden nicht mit Fliesenkleber an das Mauerwerk geklebt, sondern an Halfenschienen verankert.

Kein Marmor, aber Naturstein an der Fassade — das geht natürlich auch

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Landläufig wird immer von „Marmorpalästen“ gesprochen, den sich deutsche Versicherungs­konzerne bauen ließen. Das stimmt insofern nicht, als Marmor nicht frostfest ist und im Außenbereich in unseren Breiten nicht eingesetzt wird — auch nicht als Terrassenbelag. Anders sieht die Sache bei Naturstein aus. Hier haben wir für unsere User eine Fachinformation über Natursteine ins Netz gestellt. Hunderte Natursteine aus aller Welt von Brasilien bis Norwegen werden in Deutschland verarbeitet, natürlich auch Naturstein aus deutschen Steinbrüchen. Die Farbenvielfalt ist enorm. Wer solche Steine an der Fassade haben will, dessen Haus muss — ähnlich wie bei Keramikplatten — sehr tragfähiges Mauern haben. Und er sollte auch einige Platten für spätere Reparaturen bevorraten, denn Natursteine fallen, selbst wenn sie aus demselben Steinbruch stammen, in der Textur und in der Farbe sehr unterschiedlich aus. Eigenheime werden selten mit Naturstein verkleidet. Anders ist es bei Geschäftsbauten wie Juweliergeschäften oder Hotelbauten (siehe Foto). Da Natursteinplatten eine ähnliche Optik haben können wie Faserzementplatten, kann man oft den Unterschied nur feststellen, indem man dagegen klopft.

Trapezblech als Mittel der Fassadengestaltung — geht das`?

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In Reykjavik stehen noch heute viele Holzhäuser, die in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts einen „Panzer“ aus Trapezblechen erhalten haben. Für die Wärmedämmung eignen sich diese natürlich nicht, wohl aber, um Regen und Schnee von der Fassade fernzuhalten. In Deutschland werden Trapezbleche vor allem für Fassaden im Stahlhallenbau verwendet. Wer solche Gewerbe­objekte errichtet, dem geht es nicht um Schön­heit, sondern darum, sich für die Zukunft Renovierungsarbeiten zu ersparen. Und wenn beim Rücksetzen ein LKW solch eine Wand­verklei­dung beschädigt, so sind Trapez­bleche schnell auszu­wechseln. Aber besonders modern denkende Architekten bringen es auch fertig, ein Wohnhaus mit Trapez­blechen zum umhüllen. Problematisch ist, solche Bleche zu beschichten. Natürlich gibt es auch Lacke, die im Außenbereich auf Blech halten — die Frage ist nur: Wie lange?

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de