Adventsbeleuchtung — so vermeidest du Streit in der Vorweihnachtszeit

Was wäre die Adventszeit ohne Beleuchtung? Hell erleuchtete Einkaufsmeilen sollen die Bürger in Kauflaune versetzen. Der Duft von Waffeln, Glühwein und heißen Maronen an den Weihnachtsmarktbuden tragen ihr Übriges zur vorweihnachtlichen Stimmung bei. Da ist es nur verständlich, dass sich manche in Zeiten des Online-Shoppings diese Stimmung auch nach Hause holen möchten und sich zum Adventskranz und dem üblichen Weihnachtsschmuck immer mehr Lichterketten und Lichternetze gesellen. Dank LED’s halten sich auch die Stromkosten in Grenzen.

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Doch beim Adventsschmuck gehen bei vielen Menschen die Geschmäcker auseinander. Wie sich zeigte, lässt sich darüber leider auch trefflich streiten. Denn während einige eher den Advent als eine besinnliche Zeit empfinden, kann es anderen nicht bunt und knallig genug sein. Seit einigen Jahren fühlen sich manche Hausbesitzer berufen, ihre Häuser nach amerikanischem Vorbild umzugestalten. Was mit einer langen Lichterkette entlang der Silhouette des Eigenheims begann, kann zu einem sportlichen Wettkampf zwischen zwei Nachbarn ausarten. Zu der Lichterkette gesellte sich dann ein animiertes Rentier, das sich auf wundersame Weise mit den Jahren zu einer Herde vermehrte und schließlich hat jeder Dachziegel seine eigene Beleuchtung. Was den Hausherren mit Stolz erfüllt und für viele Passanten eine Attraktion ist, kann dem Nachbarn von Gegenüber ein taghell erleuchtetes Schlafzimmer bescheren. Denn Licht ist eine Emission und diese kann, wenn sie das übliche Maß wesentlich überschreitet, zu einem Unterlassungsanspruch führen.

Wenn es nicht gelingt, auch diese Nachbarn in den sportlichen Wettkampf um das illuminierteste Haus zu involvieren, sollte „weniger ist mehr“ die Devise für die Außendekoration sein oder analog zur Störung der Nachtruhe durch Lärm wenigstens von 22 Uhr bis 6 Uhr Dunkelheit herrschen. Doch auch wenn man sich selber an alle gesetzlichen Regeln hält und sein Haus in eine Touristen-Attraktion verwandelt, besteht die Möglichkeit, dass man als Störer haftbar ist. Bietet beispielsweise der Vorgarten des Nachbarn den Schaulustigen für ein Erinnerungsfoto die beste Perspektive auf das Lichter-Spektakel, kann man als greifbarer Verursacher für entstandene Schäden haften. Auch kann man zur Verantwortung gezogen werden, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung beispielsweise durch Verkehrsstörungen gefährdet wird.

Das sind natürlich Extrembeispiele und sie bedeuten nicht, dass man gänzlich auf Beleuchtungen im Außenbereich verzichten muss, selbst wenn sonst niemand in der Nachbarschaft sein Haus mit Lichtern verziert. Nur sollten sich die Emissionen in einem allgemein verträglichen Rahmen bewegen - auch im Interesse eines vertrauenswürdigen Nachbarschaftsverhältnisses. Tatsächlich ist es so, dass man diese Beleuchtung gerade zur Weihnachtszeit in einem gewissen Maß hinnehmen muss. Zwar kann bereits eine dauerhaft leuchtende Außenlampe von 40 Watt (entspricht etwa 470 Lumen bei einer LED-Leuchte) neben der Haustür eine wesentliche Beeinträchtigung für den Nachbarn darstellen (LG Wiesbaden, 10 S 46/01), aber gegen eine Beleuchtung der Terrasse mit einer Lichterkette kann auch der Vermieter nichts sagen. (LG Berlin, 65 S 390/09). Installationen wie einen an der Hauswand hochkletternden Weihnachtsmann kann er aber problemlos untersagen. Eigenmächtige Bohrungen zur Befestigung der Lichtinstallationen oder gar Wanddurchführungen für Leitungen müssen spätestens beim Auszug aus der Wohnung wieder vom Mieter behoben werden, da diese eine unangemessene Beschädigung darstellen und über das übliche Maß an Bohrungen hinausgehen. Generell gilt, dass man derartige Veränderungen mit dem Vermieter abstimmen sollte und als Mieter vom Wanddurchbohren am besten gleich die Finger lässt. Auch bei der Gestaltung des Treppenhauses dürfen Mieter eines Mehrfamilienhauses nicht schalten und walten, wie es ihnen gefällt. (AG Münster 38 C 1858/08). Das Treppenhaus stellt einen Gemeinschaftsbereich dar und wenn der Vermieter das anordnet, muss sämtliche Dekoration verschwinden.

Innerhalb seiner vier Wände kann man dem Weihnachtsenthusiasmus freie Bahn lassen und ganz nach eigenem Geschmack dekorieren. Vielleicht gefallen ihnen ja unsere Bastelanleitungen für ein beleuchtetes Winterlandschaftsdiorama oder für einfache Weihnachtsdekoration aus Holz?

Wie auch immer ihre Vorstellungen von perfekter Adventsdekoration aussehen und trotz unschlagbar günstiger Angebote im Internet, sollte man Lichterketten mit dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit kaufen. Wer die Leuchten für die Illumination des Hauses und des Garten einsetzen möchte, sollte zudem darauf achten, dass die Produkte wetterfest sind. Das Kürzel IP44 zeigt dieses an.

Foto: © Kurt Bouda / pixelio.de