Abwassergefälle falsch?

Siegfried L.: "Ich besitze eine Doppelhaushälfte in zweiter Reihe mit einer Länge der Abwasserleitung von ca. 35 m. Auf Grund von mehrmaligen Verstopfungen dieser Leitung vermute ich, daß das Gefälle nicht fachgerecht ist. Bitte teilen Sie mir mit, welches Gefälle (mit Angabe der zulässigen Toleranzen) für den Anschluß von Abwasserleitungen an die öffentliche Kanalisation vorgeschrieben ist."

Ihre Frage ist so nicht zu beantworten, weil die ganze Sache kompliziert ist - für den Laien. Die nackte Formel wird Ihnen nicht viel nützen, hier ist sie aber und sie gilt für das Mindestgefälle bei Außenleitungen für Schmutzwasser sowie Regen- und Mischwasser: 1 / DN (DN-Nennweite des Rohres). Hier gibt es auch wieder Ausnahmen. Leitungen sind jedenfalls "gleichmäßig" und mit einem Gefälle zu verlegen, das 5 % nicht überschreiten soll. Nun können aber Verstopfungen viele Gründe haben. Für Ihr Haus muss ein Entwässerungsplan existieren, der aus Grundrissplan, Gefälleplan und Strangschema besteht. Den müßten Sie überprüfen lassen, obwohl das wahrscheinlich zu nichts führen wird. Wie wollen Sie von außen sehen, ob in der Erde so verlegt wurde, wie es die Planung vorgesehen hat. Sie müssen sich an einen Sachverständigen wenden; eventuell muss das Leitungssystem mit einer Kamera "durchfahren" werden.