Abplatzender Putz oder abblätternder Anstrich - häufige Schadensfälle an Fassaden

Schmutzige Fassaden

Nun ja, man sieht sie noch, die Fassadenverkleidungen der 60er Jahre. Sie hielten (und halten) zwar die Fassade trocken, doch der herablaufende Regen hat schmutzige Spuren hinterlassen. Schmutzig aussehende Fassaden sind ein typisches Problem in Gegenden mit hoher Luftverschmutzung. Die Schmutzpartikel werden vom Regen aus der Luft ausgewaschen und gelangen so auf die Außenwände. Besonders auffällig wirken diese Verschmutzungen, wenn auf der Wetterseite des Hauses das Regenwasser flächig in einzelnen Bahnen die Fassade hinabläuft. Schon nach kurzer Zeit werden diese Bahnen als dunkle Schmutzbahnen deutlich sichtbar, oft bilden sich auch Algenschleier, gut erkennbar durch ihre grünliche Färbung. Durch die geeignete Wahl des Fassadenaufbaus können Sie solche unschönen Witterungserscheinungen zumindest abmildern: Anorganische Putze und Anstriche gelten als unempfindlich, Außenputze mit einem hohem Kunststoffanteil dagegen sind deutlich schmutzanfälliger. Verschmutzte Betonfassaden und Balkone sind ein Problem für sich. Was in den 70-er und 80-er Jahren als Sichtbeton eine Modeerscheinung in der Architektur war, ist heute zu einem Beispiel an Hässlichkeit verkommen — insbesondere wegen der Verschmutzung. Aus diesem Grund haben wir diesem Thema einen eigenen Beitrag gewidmet. 

Abblätternder Anstrich an Fassaden

abblaetternde_farbe.jpgOft lösen sich Teile der Farbbeschichtung an Fassaden ab, weil sie aufgrund von Witterungseinflüssen die Haftung auf dem Putz verloren haben. Es entstehen zunächst kleine Risse, durch die Regenwasser unter die Farbschicht dringt. Wenn die Flüssigkeit nun verdunstet, entsteht durch den sich ausdehnenden Wasserdampf soviel Druck, daß sich der Riß langsam aber sicher vergrößert. Irgendwann werden aus den Rissen größere Blasen, die Farbe löst sich in größeren Bereichen ab. Das Problem tritt auch oft auf, wenn ein zu dicker Anstrich die Dampfdiffusion (also den Feuchtigkeitstransport) des Mauerwerks von innen nach außen behindert. Der alte Anstrich muss dann entfernt und durch eine neue, dampfdurchlässige Farbe ersetzt werden.

Risse in der Fassade

putzrisse.jpgDiese entstehen häufig durch Bewegungen im Mauerwerk, beispielsweise durch Setzungsvorgänge bei zu weichem Untergrund oder durch Bergschäden. Aber auch ein rostender Türsturz aus Metall kann feine Risse im Putz verursachen. Nehmen Sie Risse ernst. Im schlimmsten Fall sind Risse ein Anzeichen dafür, daß die Standfestigkeit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet ist. Immerhin ist es ratsam, dass sich der Hausbesitzer über die Entstehung von Putzrissen informiert.

Eine Reparatur von Rissen ist in aller Regel durch einen Heimwerker nicht zu leisten. Man sollte umgehend einen Statiker und gegebenenfalls den Architekten des Hauses hinzuziehen. Wenn feststeht, daß sich die Risse nicht weiter ausdehnen (Test mit einer Gipsplombe - dabei wird der Riß mit einem Gipsbatzen gefüllt. Ist der Gips nach 14 Tagen gerissen, ist die Setzungsbewegung noch nicht abgeschlossen), läßt sich mit Injektionsleim eine kraftschlüssige Verbindung zwischen den Mauerteilen herstellen. Mit Restauriermörtel kann man anschleißend den früheren Riß so behandeln, daß er sich optisch von der Mauer kaum noch abhebt. 

Abplatzender Putz an Fassaden

Dabei handelt es sich oft um eine Form der Verwitterung (z. B. Frostsprengung im Winter). Die Putzschicht haftet dann einfach nicht mehr auf dem Untergrund und bröckelt ab. Aber auch bei Neubauten bzw. relativ rasch nach Fassadensanierungen kommt es in Ausnahmefällen zum Abplatzen des Putzes. Das deutet daraufhin, daß entweder unterschiedliche, nicht aufeinander abgestimmte Putzmischungen oder ein nicht für den Untergrund geeigneter Putz verwendet wurden.