Abfluss von Kondenswasser aus dem Schornstein

Malvin:"Ganz unten an unserem Schornstein (im Heizungskeller) ist ein 50er Kunststoffrohr angebracht, aus dem das im Schornstein durch die Verbrennung entstandene Kondenswasser abfließen kann. Über dieses Rohr wurde ein Kunststoffsack mit Kabelbinder befestigt und in einen 5 Liter Eimer gelegt. Gerade jetzt in der Heizperiode kann es durchaus vorkommen, dass ca. 10 Liter Kondenswasser aus dem Schornsteinrohr abgeleitet werden. Ich muss also mindestens täglich den Sack entleeren. Es kommt auch vor, dass ich es vergesse und somit das Wasser überläuft! Gibt es professionellere Lösungen als die mit dem beschriebenen Kunsstoffsack und dem Eimer?? Darf das Kondenswasser auch direkt in das Kanalnetz eingeleitet werden? (Ein Anschluss ist in der Nähe des Schornsteins.) Müssen diese Themen ebenfalls mit dem Bezirksschornsteinfeger abgekärt und genehmigt werden? Die Abgastemperatur wurde von ca. 240°C auf 140°C reduziert. "

Antwort von Martin: ""...Die Abgastemperatur wurde von ca. 240°C auf 140°C reduziert...": Wenn erst vor kurzem die Abgastemperatur verringert wurde und erst seit dem die hohen Kondensatmengen auftreten, dann paßt der Schornstein nicht mehr zur Heizung, d.h. der Rohrquerschnitt ist zu groß. Was passiert gerade? Die Abgase werden nun wesentlich kühler in den Schornstein geleitet. Dort kühlen sie an den kalten Wänden weiter ab und kondensieren aus. Je kleiner die Differenz zwischen Abgastemperatur und Außenluft ist, desto langsamer steigt die Luft nach oben durch ("der Schornstein zieht nicht mehr") und desto mehr kondensiert die Luftfeuchtigkeit der Abgase im Schornstein aus. Je mehr Kondensat anfällt (wenn keine Maßnahmen gegen Versottung und ggf Rohrquerschnittsverengung ergriffen wurden, wie Edelstahlrohr), desto schneller verfällt der Schornstein. Dem kann man entgegenwirken, indem man den Rohrquerschnitt verkleinert (dann muss die Luft wieder schneller ziehen). Hat das der Heizungsmonteur nicht gesagt? Solche Zeitgenossen wurden früher nicht mal zur Gesellenprüfung zugelassen..."

Antwort von Frank: "Alles schön und gut. Wie wäre es, aus der Not eine Tugend zu machen? Die Reduzierung der Abgastemperatur ist eine gute Energieeinsparung. Die verbleibenden 140 Grad können jetzt in einem Abgaswärmetauscher weiter abgekühlt werden und verlassen über ein dünnes Kunststoffrohr - verlegt mittig im alten Kamin - das Haus. Der Energiegewinn aus der Kondensation geht mit ins Heizungswasser, das säurehaltige Kondensat muss in einem Behälter mit Kalkstein und Kohle neutralisiert werden. Kein Problem, eine Füllung reicht für 6000 l Öl. Abgaswärmetauscher kostet nicht viel mehr als eine Kaminsanierung, amortisiert sich aber nach 6-7 Jahren über den Energiegewinn. "