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Obendreher

Der Obendreher ist ein bestimmter Krantyp. Der Turm des Obendrehers (auch Hochbaukran genannt) ist fest mit dem Kranunterbau verbunden. Nur das über einen Drehkranz auf dem Turm gelagerte Oberteil dreht sich. Oben drehenden Krane passen sich leicht an die jeweiligen Einsatzbedingungen an und sind speziell für hoch gelegene, überfüllte oder ausgedehnte Baustellen geeignet. Alle drei Auslegerarten Nadelausleger, Laufkatzausleger und Knickausleger gibt es als Obendreher. Im Vergleich zum Untendreher sind beim Obendreher Aufbau und Wartung wesentlich aufwändiger, da alle erforderlichen Einrichtungen wie Schwenkwerk, Ballast und Winden im oberen Kranbereich angeordnet sind. Jedoch können mit dem Obendreher wesentlich höhere Krantürme für die Errichtung hoher Bauwerke aufgestellt werden.

obenlaufend

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Wenn es um Schiebewände, Schiebetore oder Schiebetüren geht, nicht zuletzt um Schiebetüren im Möbelbau, müssen die einzelnen Elemente sowohl geführt als auch gehalten werden. Von einer "obenlaufenden" Konstruktion spricht man, wenn das Element oben an der Kante mit einem Beschlag versehen ist, der in ein spezielles Profil eingehängt wird. Unsere Zeichnung zeigt einen Möbelbeschlag mit Laufrollen des Herstellers HETTICH. Die entgegengesetzte Variante ist die untenlaufende Schiebetür oder Schwiebewand.

Oberbau

Hat in einem Gelände eine Auskofferung bis zum Planum stattgefunden, um darauf eine Straße, einen Weg oder ein Gebäude zu errichten, muss zunächst der Oberbau erfolgen. Dieser besteht je nach Art des Weges oder der Straße und insbesondere je nach der Verkehrsbelastgung aus verschiedenen Materialien, z.B. Schotter oder Rollkies. Der Oberbau für einen gepflasterten Platz kann sich beispielsweise aufteilen in die Tragschicht aus frostsicherem und wasserdurchlässigem Material wie Bruchschotter 0/32, aus der Pflasterbettung und der Pflasterdecke.

Oberbauleiter

auch: Oberbauleitung

Der Oberbauleiter hat das gleiche Aufgabengebiet wie ein Bauleiter (siehe Bauleitung), ist diesem jedoch übergeordnet und hat eine weitergehende Handlungsbefugnis.

Oberboden

siehe Mutterboden.

Oberflächenabsauger

siehe Skimmer.

Oberflächenbearbeitung

Beton läßt sich durch nachträglich Bearbeitung des Festbetons äußerlich verändern. Dabei gibt es verschiedene Methoden: Mechanische Bearbeitung (Sägen, Spalten, Schleifen, Feinschleifen, Polieren), handwerkliche Bearbeitung (steinmetzmäßig), technische Bearbeitung (Strahlen, Flammstrahlen)oder auswaschen der obersten Zementschicht.

Oberflächendichtung

Oberflächenfeuchte

Als Oberflächenfeuchte wird das auf dem Betonzuschlag haftende Wasser bezeichnet. Die Oberflächenfeuchte muss bei der Bestimmung der Konsistenz und des Wasserzementwerts mit berücksichtigt werden.

Oberflächenrisse

auch: Oberflächenriß

Oberflächenrisse können auf den unterschiedlichsten Bauteilen auftreten, beeinträchtigen aber in der Regel nicht deren Funktion oder Standfestigkeit. Zu Oberflächenrissen kommt es bei Putzen und Anstrichen durch Trocknungs- und Spannungsvorgänge, bei Holz infolge zu scharfer künstlicher Trocknung. Sie beeinträchtigen dabei nur dann die von der Holzwirtschaft festgelegten Gütemerkmale, wenn sie durch mehr als 10 % der Holzdicke gehen oder bei Holzdicken bis 50 mm maximal 5 mm erreichen.

Oberflächenrüttler

auch: Rüttelbohle, Oberflächen-Rüttler

Der Oberflächenrüttler ist ein elektrisches, druckluft- oder benzinangetriebenes Gerät, das zum Verdichten des Frischbetons verwendet wird. Oberflächenrüttler in Form von Rüttelbohlen oder Rüttelplatten eignen sich zum Verdichten mäßig dicker, waagerechter oder schwach geneigter Betonschüttungen von der Oberfläche aus. Die Verdichtung erfolgt durch Schwingungen, die von dem aufgesetzten Gerät übertragen werden. Der Oberflächenrüttler eignet sich vor allem für dünne, flächige Bauwerke wie beispielsweise Fahrbahnen oder plattenförmige Fertigteilen. Oberflächenrüttler werden mit gleichmäßiger Geschwindigkeit über die Schüttung geführt, deren Dicke nach der Verdichtung maximal 20 cm betragen darf (maximale Tiefenwirkung des Oberflächenrüttlers).

Oberflächenschutz

Beschichtung einer Oberfläche durch unterschiedliche Materialien. Bei Holz wird damit eine Holzschutzmittelwirkung nur an der Oberfläche bezeichnet, im Gegensatz zum Randschutz oder Tiefenschutz.

Oberflächenskimmer

siehe Skimmer.

Oberflächenverzögerer

Oberflächenverzögerer wird auf die frische Betonoberfläche aufgetragen und verzögert das Erstarren des Betons. Nach dem Ausschalen läßt sich die oberste Schicht, die noch nicht ausgehärtet ist, auswaschen und es entsteht Waschbeton. Man unterscheidet verschiedene Oberflächenverzögerer wie Waschbetonlack, Waschbetonpaste und Waschbetonpapier.

Oberflächenwasser

Als Oberflächenwasser wird Wasser aus natürlichen oder künstlichen oberirdischem Gewässern (z.B. Seen, Flüsse) bezeichnet. Auch oberirdisch abfließendes Niederschlagswasser ist Oberflächenwasser. Die zunehmende Versiegelung der Landschaft, insbesondere in Siedlungsgebieten, führt zu Problemen bei der Abführung des Oberflächenwassers. Bei Häusern in Hanglage besteht bei fehlender Dränung die Gefahr, dass der Keller überschwemmt wird. Findet das Wasser nicht den direkten Weg ins Gebäude, drückt es von außen auf die Wände und kann bei fehlender Vertikalabdichtung zur Durchfeuchtung des Mauerwerks führen.

Oberfräse

auch: Oberfräsen

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Mit einer Oberfräse wird das Heimwerker-Leben einfacher. Wo früher Nut und Feder mühsam mit der Hand hergestellt werden mussten, übernehmen heutzutage die passenden Fräser diese Aufgabe. Auch Flächengestaltung ist mit der Oberfräse ein Thema. Das handwerkliche Geschick ist bei der Holzbearbeitung mit Oberfräsen nicht mehr so sehr gefragt, doch die Arbeit an Holz geht sauber und unkompliziert von der Hand (bzw. der Maschine). Dabei stehen dem Profi und dem Hobby-Schreiner eine Fülle unterschiedlicher Fräser zur Verfügung. Verschiedene Fräser sind beispielsweise Nutfräser, Hohlkehlfräser, Zinkenfräser, Falzfräser, Fasenfräser, Viertelstabfräser oder Bündigfräser. Oberfräsen sind gefährliche Werkzeuge, die bei falscher Handhabung schlimme Verletzungen hervorrufen können. Wichtige Regeln beim Umgang mit der Oberfräse sind:Beim Fräsen am besten an den Hirnholzseiten beginnen. Hierbei reißen leicht Fasern aus. Gesplitterte Ecken erden korrigiert durch Fräsen in Faserrichtung. Wichtig für optimale Ergebnisse ist die korrekte Vorschubrichtung. Von oben gesehen, dreht sich der Fräseinsatz im Uhrzeigersinn. Die Maschine immer so führen, dass der Fräser sich mit dem Vorschub ins Material hineinziehen kann. Liegt die hintere Seite an, wird die Maschine nach rechts geführt. Fräst man mit der körperzugewandten Seite, wird die Oberfräse nach links geführt. Beim Arbeiten mit der Oberfräse im Frästisch darauf achten, dass die Laufrichtung des Fräsers umgekehrt ist.

Obergaden

siehe Lichtgaden.

Obergurt

siehe Gurt.

Oberlegholz

siehe Rähme

Oberlichtöffner

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Oberlichtöffner sind Vorrichtungen zum Öffnen und Schließen von Fenstern oder Klappen mit unterschiedlichen Öffnungsarten – insbesondere Kipp- und Klappflügel – im Hochbau. Sie dienen dazu, Fensterflügel, die nicht im Griffbereich eines Menschen liegen, durch Betätigen eines Handhebels, welcher über ein Gestänge mit einer Öffnerschere verbunden ist, kraftschlüssig zu öffnen und zu schließen. Der Handhebel ist am Blendrahmen bzw. am Mauerwerk angeordnet. Die Betätigung der Öffnerschere kann weiterhin durch ein Kurbelgetriebe, einen Elektromotor, über Druckluftzylinder oder über Hydraulikzylinder erfolgen. Oberlichtöffnrt finden Anwendung an Fenstern aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Stahl und deren entsprechenden Werkstoffkombinationen. Für die unterschiedlichen Öffnungsarten der Fenster und entsprechend den unterschiedlichen Einbaumöglichkeiten im Bauwerk, werden Öffnerscheren mit unterschiedlichen Scherensystemen verwendet, welche an die jeweiligen Verhältnisse angepaßt sind. Die Öffnerscheren bringen die Fensterflügel in die verschiedenen Lüftungsstellungen und verschließen sie. Hiervon abweichende Benutzungen entsprechen nicht der bestimmungsgemäßen Verwendung.

Oberlichtschere

auch: Oberlichtscheren

siehe Fensterschere.

Oberputze

auch: Oberputz

Die oberste Lage eines Putzsystems wird als Oberputz bezeichnet. Sie kann entweder aus einem mineralischen Putzmörtel oder einem Kunstharzputz-Beschichtungsstoff hergestellt werden. Um dauerhaft haltbare Putzbeschichtungen zu erhalten, müssen Unterputz und Oberputz im System den Anforderungen entsprechend aufeinander abgestimmt sein. Während im Innern die Putzoberfläche meist glatt ist, kann im Freien dem Putz durch verschiedene Techniken eine gewisse Struktur gegeben werden. Beliebte Putzweisen sind Kratzputz, Reibeputz oder Kellenstrichputz.

Oberwasser

Oberwasser bekommen ist nicht nur eine Redewendung, Oberwasser gibt es tatsächlich. Der Fachmann bezeichnet das Wasser oberhalb einer Fallstufe eines Binnengewässers als Oberwasser. Auch das von oberhalb der Tidegrenze stammende Wasser im Tidegebiet (Gebiet, in dem die Gezeiten - also Ebbe und Flut zu messen sind) wird als Oberwasser bezeichnet.

Obholz

auch: Aufholz

"Obholz" oder auch "Aufholz" ist ein vom Zimmermann verwendeter Begriff. Genauer gesagt bezeichnet er den Holzquerschnitt, der oberhalb einer Kerbe bei einem Dachsparren stehen bleibt. Aus statischer Sicht ist die Tiefe des Einschnitts (der Kerbe) möglichst gering und damit das verbleibende Dickenmaß, eben das Obholz, möglichst groß zu halten, damit die Tragfähigkeit insbesondere bei auskragenden Sparren weitgehend erhalten bleibt. Der Zimmermann hingegen macht die Einkerbung hingegen lieber etwas größer (das Obholz wird also kleiner), weil dann der Sparren eine bessere Auflagerfläche besitzt.

Objektbänder

auch: Objektband

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Objektbänder sind Türbänder, die in Objekttüren eingelassen werden, also in Türen, die in Gewerbebetrieben in Gebrauch sind. Das können sehr unterschiedliche Türen von zum Teil erheblichem Gewicht sein, so dass die Objektbänder auch erhebliche Lasten aufnehmen müssen. Falls die Objektbänder Brandschutztüren tragen, müssen sie entsprechende Prüfzeugnisse haben. Generell geht man davon aus, dass Türen in einem Hotel oder Ladenlokal ganz anderen Beanspruchungen unterliegen, als eine private Innentür. Dementsprechend sind Objektbänder (Foto Simonswerk) auch vom Material her besonders verschleißfest.

Objektbelag

auch: Objektbeläge

Unter einem Objektbelag wird ein Bodenbelag für den Objektbereich verstanden, allerdings nur bezogen auf textile und elastische Bodenbeläge oder solche aus PVC oder Linoleum. Marmor, Bodenkeramik, Parkett usw. sind zwar auch Belagsmaterialien für den Fußboden im Objektbereich, werden aber nicht dem Begriff "Objektbeläge" zugeordnet. Eine Begründung gibt es dafür nicht; die Begrifflichkeit hat sich am Markt "so ergeben".

Objektbereich

auch: Objektbereiche

Allgemeine Formulierung für Bauten oder Teile eines Bauwerks, die für gewerbliche Zwecke vorgesehen sind. Der Begriff wird häufig von Innenarchitekten genutzt, wenn sie ihren Arbeitsschwerpunkt angeben. Für den Objektbereich eines Gebäudes können ganz andere und strengere Auflagen und Anforderungen infrage kommen, als für den reinen Wohnungsbau, beispielsweise im vorbeugenden Brandschutz. Auch Baustoffe wie z.B. Fliesen oder Bodenbeläge werden speziell für den Objektbereich hergestellt, siehe auch Objektbeläge. Derartige Bauststoffe sind in aller Regel strapazierfähiger, als Materialien für den Wohnungsbau, da sie auch wesentlich stärken Verschleißerscheinungen unterliegen.

Objektbetreuung

auch: Objektbetreuer

Die Objektbetreuung im Bauwesen hat zunächst einmal nichts mit der Bauleitung oder der Bauüberwachung zu tun. Vielmehr zählt sie zu den Leistungsphasen nach der HOAI, also der Honorarordnung für Architekten und (Bau)Ingenieure. Ganz genau heißt diese Leistungsphase "Objektbetreuung und Dokumentation". Sie beinhaltet nach Fertigstellung des Bauwerks eine Objektbegehung zur Mängelfeststellung vor Ablauf von Verjährungsfristen, die Überwachung der Beseitigung von Mängeln und die Mitwirkung bei der Freigabe von Sichertheitsleistungen. 3 % des Gesamthonorars darf der Architekt oder Bauingenieur für die Objektbetreuung abrechnen.

Objektkredit

auch: Objektkredite

andere Bezeichnung für Realkredit.

Objektziegel

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Bezeichnung deutscher Ziegelsteinhersteller für einen Lochziegel, dessen Kammern mit Perlite gefüllt sind. Der Stein ist hat hohe Schall- und Wärmeschutzeigenschaften und eignet sich speziell für den mehrgeschossigen Wohnungsbau, wobei ein mehrschaliger Wandaufbau entbehrlich ist, da der Stein die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllt. Durch den Wegfall einer zusätzlichen Wärmedämmung kann, so hat man ausgerechnet, bei 60 Wohneinheiten etwa 72 qm WEohnraum hinzu gewonnen werden. Allerdings bezeichnen österreichische Hersteller Lochziegel, die nicht mit einem Dämmaterial verfüllt sind, ebenfalls als Objektziegel. Die Maße der deutschen Ziegel liegen bei 24,8 x 30,0 x 24,9 cm, die österreichischen bei 38 x 25 x 23,8 cm.

Ochsenblut

Oculus

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Oculus ist lateinisch und bedeutet "Auge". Im Bauwesen wird als Oculus eine runde Wand- oder Fensteröffnung bezeichnet. Das Pantheon in Rom besitzt zum Beispiel an der Spitze seiner Kuppel ein Oculus.

ODA- Wert

auch: ODA-Werte

ODA steht für Outdoor-Air, was nichts anderes als Außenluft bedeutet. Der ODA-Wert gibt an, wie sehr die Außenluft belastet ist, er gibt also Auskunft über die Luftqualität.

Ofenrohr

auch: Ofenrohre

siehe Rauchrohr

Ofensetzer

Klassische Bezeichnung für den Handwerker, der Kamin- und Kachelöfen plant, baut, aufbaut und in Betrieb nimmt. Allerdings lautet der offizielle Titel eines Ofensetzermeisters heute Kachelofen- und Luftheizungsbauer.

offene Küche

auch: offene, Küchen

siehe Küche.

offener Kamin

auch: offene, Kamine

Der Kamin ist baufachlich ein Schornstein. Was als offener Kamin bezeichnet wird, ist im Prinzip eine offene Feuerstelle mitten im Raum oder in einer Raumecke. Offene Feuerstellen in geschlossenen Räumen gibt es, seit das Feuer entdeckt worden ist. Das Problem ist dabei, dass der Kamin "zieht", dass also der Rauch und die Abgase nach oben in die Außenluft entweichen. Dafür mauerten schon die alten Ritter in ihre Burgen Kaminrohre, heute sind die Rauchrohre aus unterschiedlichen Materialien industriell gefertigt. In jedem Fall müssen sie eine Sogwirkung entfalten und bei richtiger Konstruktion den Innenraum rauch- und abgasfrei halten - jedenfalls weitgehend. Der offene Kamin entfaltet im Prinzip keine Wärme, um einen größeren Raum zu beheizen, sondern ist allenfalls eine Zusatzheizung in strengen Wintern. Meist dient er eher einer seelisch-romantischen Gefühlserquickung oder er wird ganz einfach als Statussymbol in Landhäuser oder Hotelhallen eingebaut. Ungefährlich sind diese offenen Kamine nicht; Funkenflug kann nicht nur das Parkett versengen, sondern auch ein ganzes Haus in Flammen aufgehen lassen. Aus diesem Grund bietet die Indsutrei als Zubehör Paravants aus Glas an, die um den offenen Kamin aufgebaut werden und einen Funkenflug verhindern sollen. Die Energieeinsparwelle hat dazu geführt, dass vermehrt Kaminkassetten in offene Kamine eingebaut werden. Diese Kassetten haben Glasfener, sorgen für eine bessere Wärmeausbeute und verhindern vor allem den Funkenflug.

offene Systeme

Im Bauwesen werden als offene Systeme solche genormten Konstruktionen verstanden, bei denen genormte Produkte und Systemkomponenten einzubauen sind. Diese Produkte sind unabhängig vom Hersteller - also frei wählbar - und werden zum Beispiel in eine Wand- oder Deckenkonstruktion entsprechend den DIN-Normen eingebaut. Alternativen dazu sind halboffene Systeme und geschlossene Systeme.

offene Wasserhaltung

Unter Wasserhaltung werden alle Maßnahmen und Arbeiten verstanden, die dazu dienen, die Sohle einer Baugrube von Wasser freizuhalten. Wasser kann in Form von Regenwasser, durch Böschungen oder durchlässige Wände in die Baugrube gelangen. Bei der offenen Wasserhaltung wird dieses Wasser durch offene Gräben zu einem Pumpensumpf geleitet. Von dort wird es dann abgeleitet.

offene Zeit

Als offene Zeit wird die Zeitspanne vom Auftragen des Leimes oder eines Beschichtungsstoffes bis zum Beginn des Abbindens. Nur innerhalb dieser Zeit können bei einem Beschichtungsstoff noch Änderungen vorgenommen werden, ohne dass diese nach dem Trocknungsvorgang noch sichtbar sind. Beim Verleimen muss innerhalb der offenen Zeit gepresst werden, um die maximale Haltekraft zu erzielen.

offenporig

offenporig, geschlossenporig

auch: Offen,-geschlossenporig

Bestimmte Holzarten (z.B. Eiche) haben relativ große Poren, die man mit dem bloßen Auge erkennen kann. Für die Beschichtung besteht die Möglichkeit eine geschlossenporige Lackierung zu erreichen, die Poren also zu schließen und eine fühlbar und sichtbar glattere Oberfläche zu erzielen. Offenporige Lackierungen füllen die Poren nicht vollständig auf, die Poren bleiben sichtbar.

Offenzeit

auch: Offenzeit

Die Zeit, die ein Oberflächensystem im geöffneten Eimer oder Dose verbleiben kann, ohne seine Eigenschaften zu verändern.

Öffnungsrichtung

auch: Öffnungsrichtungen

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In Bauplänen wird nicht nur eingezeichnet, wo sich Fenster und Türen befinden, sondern auch, in welche Richtung diese geöffnet werden sollen. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich der Betrachter im Innern des Hauses befindet. Unsere Zeichnung erklärt die Symbolik. Sind durchgehende Linien gezeichnet worden, bedeutet dies: Der Flügel öffnet sich nach innen. Bei gestrichelten Linien öffnet sich der Tür- oder Fensterflügel nach außen, also vom Betrachter weg.

Öffnungswange

auch: Öffnungswangen

siehe Wangentreppe.

Ofram

siehe Limba.

Ohia

siehe Celtis.

OHT-Verfahren

Das OHT-Verfahren (Oil Heat Treatment) ist ein Verfahren zur Herstellung von Thermoholz. Dabei wird das Holz in einem Ölbad (reines, naturbelassenes Pflanzenöl) auf 220 bis 240°C erhitzt. Wichtig beim OHT-Verfahren ist ein gleichmäßiger Wärmetransport, die Wärmeverteilung und ein vollständiger Sauerstoffabschluss. Die Behandlung des Holzes dauert etwa 23 bis 30 Stunden, je nach Querschnitt und Ausgangsfeuchte des Holzes. Durch die OHT-Vergütung gewinnt das Holz spezifische Eigenschaften, die den Einsatz in Außenbereichen ermöglichen.

Ökobaustoff

auch: Ökobaustoffe

Ökodämmstoff

auch: Ökodämmstoffe, Ökodämmungen

Ökoholz

auch: Ökohölzer

Ökoholz ist ein nicht genau zu definierender Begriff für Hölzer, die für den Bau von Möbeln und Häusern verwendet werden. Einerseits werden darunter von Chemikalien unbelastete Hölzer verstanden wie z. B. alte Eichenpfähle (sogar aus der Lagune Venedigs oder aus Mooren), aus denen Möbel gefertigt werden. Andererseits gilt Ökoholz nur als Ökoholz, wenn es das %)FCS%)-Siegel aufweist oder das der PEFC-Organisation. Grundsätzlich ist jeder naturbelassene Baumstamm aus deutschen Forsten, also aus kontrollierter Forstwirtschaft, ein Ökoholz - und jedes Brett oder jede Bohle, die aus diesem Stamm gesägt wird, ebenso.

ökologisch Bauen

siehe Bauökologie.

Okoume

auch: Okume

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Okoume ist eine afrikanische Laubholzart, auch Gabun genannt. Die Holzfarbe ist graurosa und dunkelt nach. Das Kernholz zeigt ein helles Rosa, das unter Sonneneinstrahlung zu rosabraun reift. Okoume ist ein weiches, wenig festes Holz, das gelegentlich leicht filzig ist. Es schwindet wenig und besitzt ein gutes Stehvermögen. Das Holz ist nicht witterungsfest und im frischen Zustand nicht beständig gegen Pilz- und Insektenbefall. Okoume wird für Sperrholz, Furnier und für den Möbelbau eingesetzt.

Oktogon

In der Architektur versteht man unter einem Oktogon einen achteckigen Bau oder einen achteckigen Grundriss. Oktogonale Räume und Bauten sind in den meisten Epochen und Regionen eine der selteneren Zentralbauformen. Meist erscheint das Oktogon als Variation oder Reduktion eines runden bzw. quadratischen Grundrisses. Ebenso wie Rundbauten werden Oktogone fast immer von Kuppeln oder mehrteiligen Kappengewölben überspannt. Innen- und Außengestalt weichen bei Oktogonen wie bei allen Zentralbauten oft voneinander ab; es gibt von der Antike bis zum Ende des Mittelalters sowohl das Oktogon als Ummantelung runder, kreuzförmiger oder viereckiger Räume als auch verschiedenartige Ummantelungen oktogonaler Innenräume.

Okume

siehe Okoume.

Öl

auch: Öle

Öle sind synthetisch oder aus natürlichen Rohstoffen hergestellte Emulsionen, die - je nach Zusammensetzung - im Baubereich sehr vielseitig eingesetzt werden. Das kleine Ölkännchen oder Plastikfläschchen mit Öl zur Pflege von Tür- und Fensterbeschlägen, Getriebeschlössern oder elektromotorbetriebenen Heimwerker- und Gartengeräten dürfte in keinem Haushalt fehlen. Maschinenöl als Schmierstoff braucht nicht nur der PKW-Fahrer, sondern auch der Bagger- oder Raupenfahrer und auch der Kranführer. Spezielle Öle werden aber auch als Fußbodenöl zur Imprägnierung von naturbelassenen Holzböden eingesetzt. Zur Imprägnierung von offenporigen Keramikplatten und Cottoböden können ebenfalls produktspezifische Öle eingesetzt werden.

Öl-Brennwerttechnik

auch: Öl-Brennwerttechniken

siehe Ölheizung.

Oleanderkasten

auch: Oleanderkästen

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Tragbare Pflanzkästen mit trapezförmigen Seitenteilen. Diese Kästen werden vor allem mit subtropischen Pflanzen wie Oleander, Yucca oder Zitronenbäumchen bepflanzt, die im Sommer draußen stehen können, in der kalten Jahreszeit jedoch in einem Wintergarten oder Gewächshaus überwintern müssen.

Ölen

Parkett und andere Holzfussböden können mit Lack versiegelt werden oder mit Wachsen behandelt werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Ölen. Bei Ölen wird zwischen nichtaushärtenden und aushärtenden Ölen unterschieden. Beide Systeme bilden keine geschlossene Schicht, sondern stellen eine offenporige Imprägnierung dar. Öl ist durch die nicht gegebenen Seitenverleimung auch im Objektbereich eine Alternative zu Versiegelungen. Nichtaushärtende Öle bestehen aus natürlichem Leinöl oder Holzöl und wirken filmbildend. Pigmente unterstützen die Farbgebung. Der Schutz gegen Verschmutzung ist gering, so dass hier ein abschließendes Wachsen empfohlen wird. Aushärtende Öle enthalten zusätzlich Kunstharze. Die deshalb notwendigen Lösemittel zur Viskositätseinstellung dienen einerseits der Optimierung der Verarbeitungskonsistentz, andererseits helfen sie beim Trocknungsprozess.

Ölfarbe

auch: Ölfarben

Ölfarben sind quasi die Vorläufer der heutigen Lackfarben. Sie gehörten über Jahrhunderte hinweg zu den wichtigsten Anstrichmitteln des Malers. Heute werden sie fast nur noch für künstlerische Zwecke verwendet. Mit Harzen verkocht bilden Öle die Bindemittel für Öllacke und Alkydharzlacke. Ölfarben lassen sich nicht mehr umkehren, das heißt, sie lassen sich nach dem Erhärten überstreichen, ohne dass die nachfolgenden Schichten die unteren Schichten wieder anlösen.

Ölfarb-Strichzieher

siehe Strichzieher.

Olive

auch: Fensterolive, Oliven

Bezeichnung im Tischler- und Glaserhandwerk für einen Fenstergriff. Die Olive ist meist in einfacher und klarer Form gestaltet. Es gibt lang gestreckte, allseits gerundete Oliven, von der sich auch der Begriff Olive ableitet. Es gibt aber auch Oliven, die sich aus einfachen geometrischen Grundformen zusammensetzen wie zum Beispiel nach außen verjüngende konische Elemente oder auch Zylinderformen.

Olive (Olea europea)

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Die Olive ist im Mittelmeergebiet, in Südafrika, Indien und Australien zu finden. Das Holz ist gelblich bis mittelrötlich und der Splint ist hellbraun. Charakteristisch für das Olivenholz sind sein welliger Faserverlauf und die engen, kaum sichtbaren Jahresringe. Es ist sehr hart und dicht und daher gut zu drehen und zu schnitzen.

Öl-Kunstharzversiegelung

auch: Öl-Kunstharzversiegelungen

Neben der Polyurethan-Versiegelung, Säurehärtende Versiegelung oder Versiegelung mit Wasserlack ist die Öl-Kunstharzversiegelung eine Möglichkeit, Parkett zu versiegeln. Öl-Kunstharzsiegel bestehen aus trocknenden Ölen, Alkydharzen und Lösungsmitteln. Sie hat ein gutes Eindringvermögen und wirkt rutschhemmend. Mit einer Öl-Kunstharzversiegelung erzielt man seidenmatte bis glänzende Oberflächen. Der natürliche Farbton des Holzes wird intensiviert und Kontraste hervorgehoben. Zwischen zwei Aufträgen muss eine Trocknungszeit von 6 bis 12 Stunden eingerechnet werden. Dabei muss für ausreichende Lüftung gesorgt werden, da für die Trocknung Sauerstoff benötigt wird.

Öllack

auch: Öllacke

Öllacke bestehen aus einer Mischung aus Harz und Öl, denen meist Trockenstoffe und Pigmente zugegesetzt werden. Je nach Mischungsverhältnis unterscheidet man fette und magere Lacke. Fette Öllacke werden im Außenbereich für Fenster, Türen und Gartenmöbel verwendet. Sie haben einen guten Verlauf, geringe Härte und eine hohe Elastizität. Magere Öllacke werden für Möbel und Heizkörper verwendet. Sie haben nur einen mäßigen Verlauf, höhere Härte und nur eine geringe Elastizität. Die klassischen Öllacke sind durch Alkydharzlacke und Acryllacke wegen der besseren Glanzhaltung und Wetterbeständigkeit verdrängt worden.

Ölschiefer

Ölschiefer (Tonschiefer) ist ein Schiefermaterial, das beispielsweise in der Schwäbischen Alb abgebaut wird und nach dem Brennen als Bestandteil von Portlandölschieferzement verwendet wird. Gebrannter Ölschiefer weist in gemahlenem Zustand ausgeprägte hydraulische Eigenschaften aus.

Öl-Spezialkessel

Ein Öl-Spezialkessel ist ein Heizkessel, der nur auf das Verbrennen von Öl ausgelegt ist und sich auch nicht umrüsten lässt. Vorteil dabei ist, dass Brenner und Kessel genau aufeinander abgestimmt sind. Beim Brenner wird dabei zwischen Gelbbrennern und Blaubrennern unterschieden.

Onyx

Onyx ist ein Begriff mit mehreren Bedeutungen. Zunächst bezeichnet er einen schwarzen Schmuckstein, den es nur in sehr kleinen Einheiten gibt. Weiterhin ist Onyx ein an heißen Quellen oder in unterirdischen Wasserläufen periodisch abgesetzter Kalkstein (Sinterkalk). Er ist gekennzeichnet durch äußerst attraktive Texturen (eng-gebändert, nierig, blumig, schuppig, wolkig) bei ebenso spektakulären Tönungen von weiß bis schwarz, von rot bis türkis, meist aber gelb, ocker und braun, oft in Verbindung mit einem hellen Grün. Das Gestein ist relativ selten und es muss häufig nach neuen Lagerstätten Ausschau gehalten werden, da sie rasch erschöpft sind. Onyx wird nur ausnahmsweise in der Innenarchitektur, stattdessen vorwiegend im Kunstgewerbe, für Möbelbeläge oder Kleinkunst genutzt. Die wenigen Vorkommen stammen aus Italien, Türkei, Iran, Pakistan, Chile, Argentinien, Honduras und Mexiko.

opak

Baumaterialien sind dann opak oder transluzent, wenn Licht hindurchschimmern kann, die Durchsicht aber verwehrt oder stark eingeschränkt wird wie beispielsweise beim Milchglas oder Gussglas. Auch Acrylglas kommt in opaken Ausführungen auf den Markt; Badewannen werden beispielsweise aus diesem transluzenten Material hergestellt.

Opalsandstein

auch: Opalsandsteine

Opalsandstein ist eine Gesteinsart, die als Betonzuschlag verwendet eine Alkalireaktion im Beton auslösen kann.

Opferanode

auch: Opferanoden

Eine Opferanode ist ein Stück unedles Metall, das zum Korrosionsschutz von Funktionsteilen aus anderen Metallen verwendet wird. Die Opferanode wird im Laufe der Zeit zerstört und dann ausgetauscht. Das Metall darunter bleibt jedoch unbeschädigt. Opferanoden kommen zum Beispiel als Schutz gegen Korrosion bei Warmwasserspeichern zum Einsatz.

Opferkonstruktion

auch: Opferkonstruktionen

Als Opferkonstruktion werden im Holzbau Bauteile bezeichnet, die sich für andere, wichtigere Bauteile "opfern", damit diese nicht geschädigt werden. Soll ein tragendes Holzbauteil zum Beispiel vor Regen geschützt werden, bekommt es eine Abdeckung. Diese wird mit der Zeit geschädigt und unbrauchbar, so dass sie ausgetauscht werden muss. Die Abdeckung ist in diesem Fall dann eine Opferkonstruktion.

optischer Alarm

Optischer Alarm funktioniert wie ein akustischer Alarm, wobei natürlich statt eines Signaltons ein rot aufblinkendes Alarmlicht in Aktion tritt. Optischer Alarm kann auch mit an- und abschwellende Ton einer Sirene kombiniert werden. Ganoven, die auf ein Grundstzück oder in ein Haus eingedrungen sind, ergreifen dann meistens die Flucht. Optischer Alarm kann so ausgelöst werden, dass bei einem Ladendiebstahl, der in einem Kaufhaus aufgefallen ist, nur im Chefbüro das Blinklicht aufleuchtet. So ahnt der Dieb nichts davon, dass er beobachtet wird und die Polizei im Anmarsch ist. Überall sichtbare optische Alarme am und im Haus tragen natürlich auch dazu bei, Einbrecher in die Flucht zu schlagen. Selbstverständlich kann ein optischer Alarm auch an eine Sicherheitszentrale weiter geleitet werden.

Orangenschaleneffekt

auch: Apfelsinenschaleneffekt

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Von einem Orangen- bzw. Apfelsinenschaleneffekt spricht man, wenn eine Lackierung nach dem Trocknen das Aussehen einer Orangenschale annimmt (unebene Oberflächenformation, Spritznarben). Ursachen: - Lackviskosität zu hoch - Abstand zum Objekt zu groß - Spritzdruck zu gering - Der Spritztemperatur nicht angepasste Härter und Verdünnungen (zu kurz) - Zu hohe Spritzkabinentemparatur - Zu wenig Verdünnung - Produkte nicht sorgfältig aufgerührt, gemischt und vernetzt Vermeidung: - Härter und Einstellzusätze der Spritztemperatur anpassen - Pistolendüse und -druck richtig einstellen, Spritzmethode überprüfen - Empfohlene Spritzviskosität mit empfohlener Verdünnung einstellen - Alle pigmentierten Unztergründe und Decklacke gut aufrühren und sorgfältig mischen Reparatur: - Geringe Störungen mit Körnung P1200 anschleifen, danach mit Feinpolierpaste und Hochglanzpolitur aufpolieren - Größere Störungen planschleifen und neu lackieren

Orangenschalenöl

auch: Orangenschalenöle

Orangenschalenöl ist ein durch Auspressen von Orangenschalen und anschließender Destillation gewonnenes ätherisches Öl. Einsatz findet es z.B. als Lösungsmittel für Harze und Öle in der Naturfarbenherstellung oder als Aromastoff in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie. Orangenschalenöl ist entzündlich und brennbar. Der Behälter muss daher dicht geschlossen und Zündquellen fern gehalten werden. Orangenschalenöl reizt Haut und Schleimhäute. Bei Berührung mit der Haut muss es mit Wasser und Seife abgewaschen werden. Während der Arbeit muss für eine gute Belüftung gesorgt werden. Produktreste dürfen auch nicht ins Abwasser gekippt werden, sondern müssen in die Wertstoffsammlung gegeben werden.

Oregon Pine

siehe Douglasie

organische Mudde

auch: organische, Mudden

siehe Mudde.

organischer Boden

auch: organische, Böden

Organischer Boden entsteht, im Gegensatz zum anorganischen Boden, durch die Zersetzung von Pflanzen und Tieren. Er ist ein sehr nährstoffreicher Boden, der sich sehr gut für den Anbau von Pflanzen und weniger gut zum Bau von Häusern eignet. Organische Böden sind Humus und Torf. Häufig ist organischer und anorganischer Boden gemischt, so zum Beispiel beim Mutterboden.

organisch gebundene Spachtelmasse

auch: organisch, gebundene, Spachtelmassen

Organisch gebundene Spachtelmassen besitzen den großen Vorteil einer hohen Elastizität und Rissüberbrückung, so dass sie häufig sogar ohne zusätzliche Gewebearmierung auskommen. Entwickelt wurden diese verarbeitungsfertigen Produke ursprünglich als Armierungsmassen für Wärmedämmverbundsysteme. Aufgrund ihrer Eigenschaften haben sie aber längst auch andere Untergründe erobert. So werden organisch gebundene Armierungsmassen sowohl für die Überarbeitung von alten Kunstharzputzen als auch alten Mineralputzen eingesetzt. Wegen ihrer besonderen Eigenschaften können diese Produkte sowohl bei der Überarbeitung von alten Mineralputzen mit hoher Festigkeit als auch bei alten elastischen Untergründen zum Zug kommen. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt aber der hohen Elastizität wegen in der dünnschichtigen putztechnischen Risssanierung. Aufgrund der veränderten Bauweisen werden organisch gebundene Armierungsmassen auch im Neubau an Bedeutung gewinnen.

organomineralische Mudde

auch: organomineralische, Mudden

siehe Mudde.

Oriented Strand Board

siehe OSB-Platte.

Orientierungsleuchte

auch: Orientierungsleuchten

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Orientierungsleuchten sind in erster Linie über ihre Funktion der Orientierung definiert. Dies kann durch beleuchtende oder als Signal wirkende Leuchten erreicht werden. Sie dienen zum Beispiel der Kennzeichnung von Architekturlinien, Treppenstufen oder Sperrbereichen, Eingängen, Wegeführungen und Fluchtwegen.

Orientierungssystem

auch: Orientierungssysteme

orientierungssystem.jpg

Orientierungssysteme sind aus öffentlichen Gebäuden, großen Büro- und Fabrikationskomplexen, aus Hotels oder Flughäfen nicht wegzudenken. Neben reinen Textbeschriftungen und Richtungspfeilen, weisen solche Systeme insbesondere Piktogramme auf. Verschiedene Hersteller bieten solche Systeme auch in besonders repräsentativer Ausführung an, zum Beispiel (siehe Foto) aus Edelstahl.

Ornament

auch: Ornamente

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Ornamente sind gezeichnete, gemalte, in Holz geschnitzte, in Naturstein gemeißelte, aus Gips geformte, in Eisen gegossene oder aus Eisen geschmiedete Schmuckbänder, die quasi endlos aneinander gereiht werden können, um Decken oder Wände, aber auch klassische Zaunanlagen und dergleichen zu verzieren. Ornamente sind seit Jahrtausenden bekannt. Die Muster reichen von rauten- und mäanderförmigen Motiven bis zu figürlichen Darstellungen (auch) aus der Tierwelt. Meistens jedoch bestehen Ornamente aus Motiven der Flora wie etwa Weinlaub oder fantasievollem Blattwerk. Unsere Zeichnung zeigt ein romanisches Ornament von der Stiftskirche zu Aschaffenburg (12. Jahrhundert).

Ornamentstein

auch: Ornamentsteine

Ornamentsteine sind keine Frage des Materials, sondern eine Frage des Aussehens. Ornamentsteine gibt es aus Beton, Naturstein oder Mauerziegel. Sie werden als dekorative Lösung für Terrassenabgrenzungen, Sichtblenden und Trennwände verwendet. Sie setzen aber auch im Bereich von Fenster- oder Türeinfassungen, in den Giebeldreiecken oder als umlaufendes Band auffällige Akzente.

Ortbalken

auch: Streichbalken, Streifbalken

Der Ortbalken, auch Giebel- oder Wandbalken genannt, liegt als Teil einer Holzbalkendecke an einer Außenwand oder dem Giebel. Er ist also der letzte, an der Außenwand verlaufende Balken und schließt die Deckenkonstruktion ab. Der Ortbalken, und zwei bis drei weitere, werden meistens mit Metallstreben in den Wand verankert. Da er nur die halbe Last zu tragen hat, kann der Ortbalken auch ein Halbholz sein. Da der Ortbalken nicht auf dem Mauerwerk aufliegt, sondern daran entlangstreift oder entlangstreicht, wird er auch als Streifbalken oder Streichbalken bezeichnet.

Ortbeton

Ortbeton wird, im Gegensatz zu Betonfertigteilen, erst auf der Baustelle als Frischbeton in seiner endgültigen Lage eingebaut und erhärtet dort. Ortbeton ist zum Beispiel dort notwendig, wo große Teile oder Flächen erzeugt werden sollen.

Ortbetonbau

Beim Ortbetonbau wird der Frischbeton an seiner Einbaustelle in die Schalung eingebracht und nach dem Erhärten ausgeschalt. Größere Teile werden in mehreren Abschnitten hergestellt, dabei entstehen Arbeitsfugen. Am Ende entsteht, im Gegensatz zu anderen Bauweisen wie Fertigteil-,Holz- oder Stahlbau, ein monolithischer Körper. Es können jedoch auch verschiedene Bauweisen gemischt werden (Mischbauweise).

Ortbetonpfahl

auch: Ortbetonpfähle

Ortbetonpfähle sind Pfahlgründungen, die in den Baugrund betoniert werden. Dabei werden Löcher bis zu 80 cm Durchmesser und bis zu 50 m Tiefe gebohrt. Ist die Bodenart nicht genügend fest, muss zur Sicherung ein Stahlrohr mit eingeführt werden, das beim Betonieren wieder gezogen wird. Ortbetonpfähle können unbewehrt oder bewehrt sein.

Ortbetonrammpfahl

auch: Ortbetonrammpfähle

Bei dieser Art von Rammpfählen wird ein Vortreibrohr eingerammt bzw. einfibriert, der Armierungskorb eingebaut und gleichzeitig mit dem Einfüllen und Einstampfen des Betons das Vortreibrohr wieder gezogen. Diese Pfahlart ist für kleinere Durchmesser bis zu 60 cm geeignet und kann für größere Pfahllängen eingesetzt werden. Vorteile: - gute Verdichtung des Erdreichs und damit große Tragfähigkeit- geringe Setzungen- Verbreiterung des Pfahlfußes möglich Nachteile: - Lärmentwicklung und Rammerschütterungen - in weichen Kleiböden mitunter problematisch wegen Einschnürungen.

Ortbrett

auch: Ortbretter

siehe Ortgangbrett.

Ortgangbrett

auch: Windbord, Windbrett, Ortbrett, Windfeder, Ortgangbretter

Das Ortgangbrett bzw. Windbord oder Windbrett dient der seitlichen Begrenzung der Dachfläche am Ortgang. Das Brett, das vor allem bei älteren Häuser reich verziert sein kann, dient dem Schutz des Daches gegen Wind und Sturm. Es ist im Prinzip ein Verschleissteil, weil es immer wieder augetauscht werden muss/kann, um den Rest der Holzkonstruktion dahinter vor Zerstörung zu schützen. Historisch wurde jede dritte oder vierte Dachlatte durch das Ortgangbrett hindurchgesteckt und von außen verkeilt.

Orthotropie

Besonderheit eines geologischen oder technischen Körpers oder Stoffes, bezüglich bestimmter Eigenschaften (z.B. Festigkeit, Verformbarkeit, Durchlässigkeit) in orthogonalen Richtungen unterschiedliche Intensität zu zeigen.

Ortpfahl

auch: Ortpfähle

Ortrammpfahl

auch: Franki-Pfahl, Ortrammpfähle

Ein Ortrammpfahl ist ein vor Ort hergestellter Betonpfahl. Dabei wird ein Stahlprofil, das unten mit einem frischen Betonpfropfen verschlossen ist, in die Erde gerammt. Dadurch wird der Boden verdichtet und verdrängt. Hat das Profil die gewünschte Tiefe erreicht, wird der Betonpfropfen am Fuß herausgeschlagen und das Stahlprofil unter gleichzeitigem Ausbetonieren langsam gezogen. Nach ihrem Erfinder werden Ortrammpfähle auch als Franki-Pfähle bezeichnet.

Ortschaum

auch: Ortschäume

Als Ortschaum wird ein Baumaterial bezeichnet, das erst am Einbauort zu Dämm- und Montagezwecken aufgeschäumt wird (z.B. Montageschaum im Fenstereinbau).

Ortsterrazzo

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Der Begriff Ortsterrazzo ist eine genauere Bezeichnung als Terrazzo, worunter auch eine Terrazzoplatte verstanden werden kann. Ortsterrazzo wird "vor Ort" in pastösem Zustand ausgebracht und nach dem Erhärten geschliffen. Das scheinbar wahllose Vermischen verschiedener Steinchen gibt dem Ortsterrazzo einen interessanten Charakter. Wenn durch Wahl der Farben oder Muster ganz bestimmte Effekte erzielt werden sollen, sprechen die Beton- und Terrazzohersteller von einem Mosaik.

Ortungsgerät

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Ein Ortungsgerät ermöglicht das Suchen und Auffinden von Einschlüssen und Hohlräumen in Baukörpern und Baustoffen. Hierdurch lassen sich Unfälle wie z.B. das Anbohren elektrischer Leitungen oder Rohrleitungen verhindern. Unterschieden wird bei den Ortungsgeräten zwischen induktiver und kapazitiver Messung. Bei der induktiven Messung, welche zum Aufspüren von metallischen Gegenständen benutzt wird, erfolgt die Messung durch ein Magnetfeld. Die kapazitive Messung registriert durch ein hochfrequentes elektrisches Feld unterschiedliche Dichten von Baustoffen und Baukörpern und kann neben Metalleinschlüssen so auch Nichtmetalle wie Kunststoffe und Holz registrieren sowie Hohlkörper anzeigen.

Ösenschraube

auch: Ösenschrauben

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Ösenschrauben entsprechen der Hakenschraube, allerdings mit dem Unterschied, dass die Öse am Schraubenkopf geschlossen ist. Durch die Öse können also Seile oder Drähte geführt werden, eine direkte Befestigung ist mittels Karabinerhaken möglich. Ösenschrauben kommen besonders im Bootsbau zum Einsatz, aber auch auf Terrassen, wenn die Leinen von Segeln und Sonnensegeln festgezurrt und verknotet werden müssen.

Ösenzange

auch: Ösenzangen

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Die Ösenzange ist beispielsweise bei Notaren im Dauereinsatz, weil mit ihr Dokumente fest "veröst" werden. Was im Büro das Papier, das ist im Baubereich eine Plane, die fixiert werden muss. Hier tritt zunächst die Revolver-Lochzange in Aktion, mit der in die Plane oder in andere weiche Materialien Löcher gestanzt werden.In die Löcher werden Ösen gesteckt und diese dann mit der Ösenzange fest mit dem Material verpresst. Die Industrie bietet auch Ösenzangen an, die eine Vorrichtung zum Stanzen der Ösenlöcher haben.

Osmose

Die Osmose bezeichnet eine besondere Form der Diffusion. Dabei handelt es sich um eine einseitige Diffusion einer Flüssigkeit durch Trennwände aus keramischen Stoffen, natürlichen oder künstlichen Membranen mit der Tendenz, die Konzentrationsunterschiede gelöster Teilchen auf beiden Seiten auszugleichen (z.B. verdünnen – ungehindert durch die semipermeable Membran durchtretende – Wassermoleküle die einseitig höhere Konzentration größerer Teilchen. Der dabei wirksame osmotische Druck entspricht dem, den die gleiche Menge gelöster Substanz bei gleicher Temperatur und gleichem Volumen im Gaszustand auf die einschließenden Raumwände ausüben würde. Aus Salzwasser wird z.B mit Hilfe der Osmose Trinkwasser aufbereitet.

Oszillationswerkzeug

auch: Oszillationswerkzeuge

Outdoorpool

Ovalfeile

auch: Ovalfeilen

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Feile mit ovalem Querschnitt, die sich für feine Feil- und Polierarbeiten eignet. Verwendet wird die Ovalfeile von Graveuren, Feinmechanikern, Instrumentenmachern, Uhrmachern und Goldschmieden. (Foto: Hersteller BAHCO)

Ovalpinsel

Wie Rundpinsel, nur dass die Borsten eben nicht rund, sondern oval angeordnet sind.

Ovalzylinder

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Schliesszylinder werden nach ihren äußeren Form unterschieden. Neben dem Ovalzylinder sind Rundzylinder und Profilzylinder gebräuchlich.

Ovenkol

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Diese Holzart hat seine Heimat in Afrika und dort speziell Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun und Liberia. Die Farbe des Holzes variiert zwischen gelblichbraun bis olivbraun, das Splintholz ist weissgelblich. Das harte und dekorative Holz ist fest, schwer und ziemlich elastisch. Bei der Bearbeitung ist durch die hohe Dichte erhöhter Kraftaufwand nötig. Es lässt sich gut lackieren und ist witterungsfest. Verwendet wird es zum Beispiel für Außenanwendungen, für den exklusiven Innenausbau, als Parkett oder für die Bürstenfabrikation.

Overlay

auch: Overlays

Overlay läßt sich insofern nicht exakt übersetzen, als dieser Begriff verschiedene Bedeutungen hat. Die Beschichtung von Gegenständen mit Metall wie Gold oder Silber wird ebenso als Overlay bezeichnet, wie das Laminieren von Scheckkarten mit einer Folie. Beschädigte Schweißnähte an einer Pipeline können ebenfalls in einem Overlay-Verfahren vorübergehend abgedichtet werden. Im Baubereich wird unter einem Overlay fast ausschließlich die oberste Schicht eines Laminats verstanden, nämlich eine abriebfeste Melaminharzbeschichtung auf einem Dekorpapier oder einer Dekorfolie.

Overspray

Bei Spritzlackierungen gelangt nur ein Teil des Lackes auf das Werkstück. Der vorbeigehende Lack, der so genannte Overspray, ist zuverlässig zu erfassen und die Partikel müssen aus der Abluft abgeschieden werden. Das gilt jedenfalls für Lackierwerkstätten. Der Heimwerker, der mit einer Dose Farbspray hantiert, lässt den Nebel unschöner Weise in die Umgebung entweichen.

Oxford-Verband

Oxidation

auch: Oxidationen

Die Oxidation bezeichnet einen chemischen Vorgang der Verbindung von Elementen mit Sauerstoff, wobei Energie freigesetzt wird und sogenannte Oxide entstehen. Alle Verbrennungen sind Oxidationsvorgänge. Weniger heftig ablaufende Prozesse wie Verbrennungen oder Explosionen sind z.B. Korrosionen (Rostbildung) an Metallen. Bei der Trinkwasseraufbereitung dient die Oxidation auch z. B. zur Entfernung von Krankheitserregern.

Oxidationsbitumen

Oxidrot

Ozon

wird zur Entkeimung von Wasser und z.B. zum Bleichen von Ölen, Fetten, Papieren, Textilien benötigt. Entsteht unter anderem durch UV-Strahlung aus dem Sauerstoff der Luft.