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Nachbar

auch: Nachbarn

Nachbar im Sinne des öffentlichen Baurechtes ist der Eigentümer eines Grundstückes im Einwirkungsbereich eines Vorhabens. Zum Personenkreis der Nachbarn gehören damit nicht nur die Eigentümer von Grundstücken, die an das Baugrundstück unmittelbar angrenzen, sondern die Eigentümer aller Grundstücke, die durch das Vorhaben einen rechtlich relevanten Nachteil erleiden können (siehe auch Nachbarbeteiligung).

Nachbarbeteiligung

Sinn und Zweck der Nachbarbeteiligung ist es, den Eigentümern von Grundstücken rechtzeitig von einem Bauvorhaben Kenntnis zu geben, um die Geltendmachung der ihnen zustehenden Rechte zu ermöglichen, die durch das Vorhaben verletzt werden könnten. Benachbart sind dem Baugrundstück grundsätzlich alle angrenzenden Grundstücke. Im Baugenehmigungsverfahren sind nur die Eigentümer oder Erbbauberechtigten der benachbarten Grundstücke zu beteiligen. Gemäß § 1011 BGB ist bei mehreren Miteigentümern jeder von ihnen Nachbar. Wohnungseigentümer werden durch den Verwalter, welcher nicht im eigenen Namen, sondern im Namen aller Wohnungseigentümer handelt, vertreten. Entsprechend den Regelungen in den Landesbauordnungen dürfen die Nachbarn den Lageplan und die Bauzeichnungen bei der Bauaufsichtsbehörde einsehen, soweit die Baumaßnahme ihre Belange berühren kann. Diese einzige Voraussetzung bestimmt gleichzeitig den Umfang des Einsichtsrechts. Durch die Einsicht soll dem Nachbarn ermöglicht werden zu prüfen, ob die Baumaßnahme Auswirkungen auf sein Grundstück haben wird und wie sie rechtlich zu beurteilen ist. Allgemeine wirtschaftliche Belange spielen hierbei keine Rolle.

Nachbarrecht

Nachbarschaftsrecht

auch: Nachbarrecht, Nachbarschaftsrechte

Das Nachbarschaftsrecht ist in den meisten Bundesländern gesetzlich verankert. Es regelt die Rechte und Pflichten der Nachbarn beim Umgang miteinander und betrifft nicht zuletzt auch Baumaßnahmen, Grenzabstände usw. Die Landesbauordnungen sehen auch alle eine Nachbarbeteiligung vor, wenn ein Bauvorhaben geplant ist.

Nachbehandlung

auch: Nachbehandlungsmittel

Frisch eingebrachter und verdichteter Beton muss nachbehandelt und vor schädigenden Einflüssen geschützt werden, damit die geforderten Eigenschaften des Festbetons auch erreicht werden. Schädigende Einflüsse sind beispielsweise Wärme, Kälte, Regen, Wind oder Erschütterungen. Mögliche Maßnahmen zur Nachbehandlung sind das Aufbringen feuchter Abdeckungen, das Besprühen mit nicht zu kaltem Wasser, Feuchthalten der Holzschalung, Abdecken mit Dämmmatten oder Kunststofffolien, das Auftragen von schutzfilmbildenden Nachbehandlungsmitteln oder das längere Belassen des Frischbetons in der Schalung.

Nachdunkeln

auch: Nachdunkeln

Anstrichfarben weisen gelegentlich nach der Trocknung einen dunkleren Farbton auf als in nassem Zustand. Diese Erscheinung beruht auf dem veränderten Lichtbrechungsvermögens des Anstrichfilms nach Verdunsten der Lösemittel.

Nacherhärten

Von Nacherhärten wird im Zusammenhang mit der Betonerhärtung bzw. Mörtelerhärtung gesprochen. Nach einigen Tagen haben Beton bzw. Mörtel bereits eine ausreichende Festigkeit erlangt, so dass er bereits belastet werden kann. Doch der Baustoff erhärtet weiter, d.h. er verliert Wasser, das mit dem Zement reagiert. Nach 28 Tagen spricht der Fachmann dann nicht mehr von Erhärten, sondern vom Nacherhärten des Betons. Je nach Zementart oder Betonzusammensetzung kann sich die Druckfestigkeit vom 28. Tag gerechnet noch einmal Verdoppeln. Die Nacherhärtungszeit kann mehrere Jahre andauern.

Nachgeschnittenes Holz

auch: Nachgeschnittenes, Holz

Von nachgeschnittenem Holz wird in der Forstwirtschaft bei Holz gesprochen, wenn es nach dem Trocknungsprozeß nochmals geschnitten wird.

Nachgründung

auch: Gründungssanierung, Nachgründungen

Nachgründungen werden erforderlich, wenn ein Gebäude oder ein Bauteil auf einem nicht (mehr) tragfähigen Baugrund steht und es deshalb zu Setzungen kommt. Wenn durch Umbaumaßnahmen oder Aufstockung höhere Lasten abgetragen werden müssen, können ebenfalls Nachgründungen unter den Fundamenten erforderlich werden. Nachgründungen werden meist mit Stahlpfählen vorgenommen, die Schritt für Schritt unter dem Fundament eingebaut werden.

Nachhallzeit

Die Nachhallzeit umschreibt das Zusammenwirken von Schallquelle und umgebendem Raum, indem sie den Faktor Zeit ins Spiel bringt und misst, wie lange es dauert, bis ein von einem Sender ausgesandtes akustisches Signal nur noch ein Millionstel seiner ursprünglichen Intensität aufweist. Mit anderen Worten: Die Nachhallzeit drückt in Worten aus, wie lange man den Klang eines Tones im Raum noch nachklingen hört, obwohl die Schallquelle bereits verstummt ist. Je länger die Nachhallzeit, umso länger hören wir den Ton im Raum klingen. Ist sie kurz, so ist der Raum überdämpft und wir hören ihn nicht deutlich genug. In einem Tonstudio gibt es so gut wie gar keine Reflektion. Die Nachhallzeit bewegt sich gegen Null. Man spricht von einem schalltoten Raum. Das Gegenbeispiel einer Kathedrale macht "ohrenfällig", wie der Klang in alle Winkel des Raumes reflektiert wird.

Nachhaltige Forstwirtschaft

auch: Nachhaltige, Waldbewirtschaftung

Unter nachhaltiger Forstwirtschaft oder auch nachhaltiger Waldbewirtschaftung sind verschiedene Maßnahmen zu verstehen, trotz Fällen von Bäumen den Wald in seiner Substanz und für spätere Holzernten zu erhalten. Dazu gehört u.a., dass große Stämme so geschlagen werden, dass kleinere Licht bekommen und nachwachsen können. Dazu gehört auch, dass die gefällten Bäume so aus dem Wald geschafft werden, dass Jungbäume nicht beschädigt werden. In der deutschen Forstwirtschaft ist die Nachhaltigkeit gang und gebe.

Nachhaltigkeit

Im Bauwesen bedeutet Nachhaltigkeit, durch Maßhalten so zu bauen, dass während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes und seiner Umgebung so wenig Umweltprobleme wie irgend möglich entstehen. Der Begriff "Nachhaltigkeit" kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Es heißt: Wer einen Wald hegt, muss darauf achten, nicht mehr Holz zu schlagen als nachwächst. Nachhaltigkeit bedeutet also, vom Ertrag zu leben, ohne die Substanz anzutasten. Siehe auch Nachhaltige Forstwirtschaft.

Nachklärbecken

Nachklärbecken als Teil einer Kläranlage sind Absetzbecken, in denen sich der Klärschlamm absetzt und das gereinigte Abwasser abgezogen wird. Der abgesetzte Schlamm wird nun zum größten Teil als Rücklaufschlamm wieder zum vorgereinigten (Vorklärbecken) Rohabwasser gemischt, der andere weitaus kleinere Teil wird als so genannter Überschussschlamm zur weiteren Verwendung abgeleitet.

nachleuchtende Pigmente

nachrangig

siehe erstrangig

Nachschaltheizfläche

auch: Nachschaltheizflächen

Nachschaltheizflächen sind bei einem Heizkessel die Heizflächen, die der Brennkammer bzw. dem Feuerraum einer nachgeschaltet sind. Sie sollen die heißen Rauchgase weiter abkühlen. Durch Berührung mit den Rauchgasen werden die Flächen aufgeheizt. Die Wärme wird dann an das Heizungswasser abgegeben.

Nachschutz

Der Begriff "Nachschutz" wird gelegentlich im Zusammenhang mit Holzschutz verwendet. Witterung, holzzerstörende Pilze und Insekten setzen dem Holz zu. Um es vor einer frühzeitigen Zerstörung durch diese Schadorganismen zu schützen, können Nachpflegemaßnahmen durchgeführt werden, die auf die unterschiedlichen Anforderungen abgestimmt sind. Gezielter Nachschutz ist ein wesentlicher Garant für die Verlängerung der Nutzungsdauer von Holzbauteilen und damit für ihre Werterhaltung.

Nachströmöffnung

siehe Abluftanlage

Nachtabsenkung

Bei der Nachtabsenkung wird die Heizungsanlage zu bestimmten Zeiten, vor allem nachts, mit niedrigeren Heizwassertemperaturen betrieben und somit Energie gespart. Die Absenkung erfolgt bei den heute üblichen Regelungen automatisch und nach einem Programm, das der Betreiber flexibel wählen kann. Sie lässt sich auch bei Tag einsetzen, z.B. wenn sich über einen längeren Zeitraum niemand im Haus oder in der Wohnung aufhält.

Nachtspeicherheizung

auch: Elektrospeicherheizung, Nachtspeicherofen, Nachtspeicherheizungen

Nachtspeicherheizungen sind Heizungen, die nachts mit günstigerem Nachtstrom „aufgeladen“, also angeheizt werden. Tagsüber wird die gespeicherte Wärme dann an die Räume abgegeben. Dies geschieht durch thermostatgeregelte Ventilatoren. Diese Technik der Nachtspeicheröfen wurde in den 70er Jahren gefördert, um die Auslastung und Effizienz der öffentlichen Kraftwerke zu erhöhen. So ließen sich die sogenannten Stromtäler sinnvoll überbrücken. Insbesondere bei der Altbaumodernisierung oder beim Dachausbau wurden die Nachtspeicherheizungen häufig als einfacher Ersatz für öl- oder kohlebefeuerte Einzelöfen eingesetzt. Die Heizungen sind aus heutiger Sicht weder energiepolitisch noch von den hohen Verbrauchskosten zu empfehlen. Der zweiten Novelle der Energieeinsparverordnung zufolge dürfen die klimaschädlichen Nachtspeicherheizungen nur noch bis Ende 2019 eingesetzt werden. Danach müssen sie durch eine effizientere Heizung ausgetauscht werden. Von der Regelung sind jedoch keine Eigenheimbesitzer betroffen, sondern nur Eigentümer von Häusern mit mehr als fünf Haushalten.

Nachtspeicherofen

auch: Nachtspeicheröfen

Nachtstrom

In den Zeiten, in denen weniger Strom gebraucht wird - also nachts, wenn alle schlafen - bieten die Energieversorgungsunternehmen Strom besonders günstig an. Dieser Strom wird als Nachtstrom bezeichnet. Er wird insbesondere zum Aufladen der sogenannten Nachtspeicherheizung verwendet.

Nachtstrom-Speicherheizung

auch: Nachtstrom-Speicherheizungen

Nachtstuhl

auch: Nachtstühle

siehe Leibstuhl.

Nachunternehmer

auch: Subunternehmer

Nicht immer erbringt der vom Bauherrn beauftragte Bauunternehmer beziehungsweise Handwerker sämtliche Arbeiten selbst. Häufig beauftragt er Dritte mit der Ausführung von Teilleistungen. Solche Drittunternehmer werden als Nach- oder auch Subunternehmer bezeichnet. Die Besonderheit dieser Konstruktion besteht darin, dass der Bauherr keine vertraglichen Beziehungen zum Nachunternehmer hat. Sein Vertragspartner ist einzig und allein der von ihm beauftragte Bauunternehmer/Handwerker, der auch als Hauptunternehmer bezeichnet wird. Auch für die vom Nachunternehmer erbrachten Leistungen ist im Verhältnis zum Bauherrn der Hauptunternehmer allein zuständig und verantwortlich.

Nachverdichtung

Nachverdichtung bezeichnet im Städtbau das Nutzen freistehender Flächen im Bereich bereits bestehender Bebauung. Nachverdichtung erfolgt z.B. durch Hinterlandbebauung, Aufstockungen oder Teilabriss und dichtere Neubebauung. Die Vorteile einer Nachverdichtung liegen auf der Hand. Es ist bereits eine komplette Infrastruktur vorhanden. Es gibt Schulen, Kindergärten oder Einkaufmöglichkeiten. Die Gebiete sind bereits erschlossen. Es gibt Strom, Wasser, Abwasserleitungen und nicht zu vergessen Straßen. Nachverdichtung kann die Verringerung der Bevölkerungsdichte infolge Verkleinerung der Haushaltsgrößen und höhere Wohnflächenansprüche kompensieren und damit die Inanspruchnahme vorhandener Infrastruktur verbessern.

Nachverpressung

auch: Nachverpressungen

Nachverpressung ist ein Begriff im Zusammenhang mit Injektionen. Mit einer Nachverpressung kann eine höhere Tragfähigkeit erreicht werden. Dazu wird ein bereits injizierter Bereich durch das Nachverpressung von Injektionsmitteln unter hohem Druck wieder aufgesprengt. Dadurch entstehen Hohlräume, die zu einer besseren Verzahnung des Injektionskörpers mit dem umgebenden Boden führen.

nachwachsender Rohstoff

auch: nachwachsende, Rohstoffe, nachwachsenden, Rohstoffen

Nachwachsender Rohstoff ist ein Sammelbegriff für land- und forstwirtschaftlich erzeugte Rohstoffe wie Holz, Flachs, Raps, Zuckerstoffe und Stärke aus Rüben, Kartoffeln oder Mais, die nach der Aufbereitung einer weiteren technischen oder energetischen Anwendung zugeführt werden können. Nachwachsende Energien bezeichnet man auch als Biomasse. Die heute populärste Anwendung von nachwachsenden Rohstoffen zur Energieumwandlung ist der Einsatz von Holz in Feuerungen.

nachzubessernder Mangel

auch: nachzubessernde, Mängel

Ein nachzubessernder Mangel ist ein Mangel, bei dem es zumutbar, möglich und verhältnismäßig ist, diesen zu beseitigen. Häufig versuchen Baufirmen sich mit dem Hinweis auf den unverhältnismäßig hohen Aufwand um eine Nachbesserung zu drücken. Gerade bei echten Beeinträchtigungen des Wohn- und Nutzwertes eines Hauses sollte man sich aber nicht scheuen, seine Ansprüche notfalls auch auf gerichtlichem Wege durchzusetzen.

nackte Bitumenbahn

auch: nackte, Bitumenbahnen

siehe Bitumenbahn.

Nackte Pappe

Nackte Pappe ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Bitumenpappe bzw. Bitumenbahnen.

Nadelabklopfer

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Der Nadelabklopfer ist ein druckluftbetriebenes Werkzeug, das sich besonders eignet zum Entrosten, entschlacken von Schweißnähten, entfernen von Mörtel, alter Farbe und anderen Rückständen, auf glatten und unebenen Stellen, speziell auch in Ecken und Winkeln. Der Nadelabklopfer besteht aus vielen einzelnen Nadeln, die auch einzeln ausgetauscht werden können. Im Elektrowerkzeugbereich werden Nadelabklopfer als Vorsatzgerät eines Bohrhammers angetrieben. Die Schlagenergie wird auf ein in einer Hülse geführtes Nadelbündel übertragen und die Oberflächen somit bearbeitet werden.

Nadelausleger

auch: Wippausleger

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Der Nadelausleger bzw. Wippausleger ist ein bestimmter Auslegertyp eines Kranes. Dabei ist der Ausleger unterhalb der Turmspitze in einem Drehpunkt gelagert. Durch das über Rollen auf der Turmspitze laufende Auslegerhalteseil wird der Ausleger auf- und abgeschwenkt. Nadelausleger haben ihre Vorteile dort, wo es auf Baustellen eng zugeht wie beispielsweise in der Innenstadt. Die Nachteile des Nadelauslegers wie zum Beispiel großer Totraum um den Kranturm, großer Platzbedarf bei der Montage, unstetige Lastbewegung und die Gefahr des Durchrutschens der Auslegerhaltebremse bei Auslegerverstellung unter Last führten dazu, dass er heute relativ selten eingesetzt wird. Diesen Krantyp gibt es sowohl als Untendreher, als auch als Obendreher. Das Foto zeigt einen Nadelausleger des Herstellers Liebherr.

Nadelfeile

auch: Nadelfeilen

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Kleine Präzisionsfeilen, wie sie bei Uhrmachern, Feinmechanikern usw. in Gebrauch sind, siehe auch Diamantnadelfeilen. Die Feilen haben ihren Namen von der nadelartigen Form, allerdings müssen die Feilen keineswegs rund und spitz zulaufend sein. Viele andere Formen sind je nach Anwendungszweck im Einsatz.

Nadelfilz

auch: Nadelfilzteppich

Nadelfilz ist ein Produkt, das für eine ganze Reihe von Anwendungen geeignet ist, beispielsweise für den Schutz von Erzeugnissen, zur Stabilisierung des Untergrundes oder zur Schalldämmung. Am bekanntesten ist aber wohl der Einsatz als Teppichboden. Nadelfilzteppich ist ein dünner, rauher Bodenbelag, mit einer eher borstigen Struktur. Dieser strapazierfähige Belag wird gerne im Objektbereich verwendet. Technisch gesehen ist Nadelfilz ein Flächengebilde, das durch wechselndes einstechen und Ausziehen einer Vielzahl von Nadeln mit Widerhaken in ein Faservlies (bis zu 1800 Stiche/min) verfestigt wurde.

Nadelfilzteppich

siehe Nadelfilz.

Nadelholz

auch: Nadelhölzer

Als Nadelholz wird allgemein das Holz von Nadelbäumen, insbesondere von Fichte und Kiefer bezeichnet. Nadelhölzer sind über die ganze Erde verbreitet, besonders aber auf der Nordhalbkugel, wo sie in den gemäßigten bis kalten Zonen auch in Massenvegetation auftreten, wenn die Lebensbedingungen für Laubhölzer zu ungünstig sind. Wegen ihres schnellen Wachstums werden viele Arten (Fichte, Tanne, Lärche) forstlich genutzt. Zwei Drittel des Waldes in Deutschland ist Nadelwald. Am stärksten verbreitet ist die Fichte. Sie ist das wichtigste Bau- und Werkholz. In Europa werden vorwiegend Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche und Douglasie genutzt. Die Nutzung erstreckt sich von Bauholz bis zu Möbelstücken.

Nadelholzlauge

siehe Holzlauge

Nadelholzsortierung

Nadelpistole

auch: Nadelpistolen

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Die Nadelpistole wird mit Druckluft betrieben und kann als Meißelhammer im Kleinen bezeichnen werden. Sie dient dazu, kleinere Betonreste abzuschlagen. In der Pistolenmündung ist ein Bündel von Stahlnadeln eingelassen, die - angetrieben von einem Kolben - schlagartig hervorschnellen und den überschüssigen Beton abhämmern. Die Nadelpistole eignet sich gut für kleine Arbeiten auch an schwer zugänglichen Stellen. Wenn größere Flächen bearbeitet werden müssen, kommen andere Geräte zum Einsatz wie etwa die Tellerfräse. Ein weiteres Einsatzgebiet der Nadelpistole ist das Entrosten z. B. von Eisenarmierungen.

Nadelvlies

Nadelvlies ist ein sehr strapazierfähiger Teppichbelag aus Faservlies, das mechanisch durch Nadeln und zusätzlich durch z.B. Kunststoffdispersionen verfestigt ist. Es wird unterschieden zwischen ein- und mehrschichtigen Nadelvlies. Beim einschichtigen Nadelvlies ist das den Belag bildende Faservlies nach Faserart, Farbe und Beschaffenheit über die Dicke einheitlich. Beim mehrschichtigen Nadelvlies hingegen besteht die aus Faservlies beschaffene Oberfläche aus mehreren in Faserart, Farbe und Beschaffenheit verschiedenen Schichten.

Nagekäfer

auch: Weicher Nagekäfer, Gewöhnlicher Nagekäfer, Gekämmter Nagekäfer

Der Nagekäfer ist ein holzzerstörendes Insekt. Zu den Nagekäfern zählen Weicher Nagekäfer, Gekämmter Nagekäfer und Gewöhnlicher Nagekäfer. Der Nagekäfer wiederum zählt zur Familie der Anobiidae, zu der auch Klopfkäfer, Pochkäfer und Bohrkäfer zählen. Einige Arten erzeugen klopfende oder pochende Laute. Dabei wird der Kopf gegen die Unterlage geschlagen und gleichzeitig der ganze Körper vorgestoßen. Dies geschieht besonders zur Fortpflanzungszeit im Frühling. Solche Geräusche sind es, die manchen Hausbesitzer unruhig werden lassen. Richtig Sorgen muss man sich allerdings vor allem beim Gewöhnlichen Nagekäfer machen. Der Gewöhnliche bzw. Gemeine Nagekäfer ist ein bis zu 6 mm langer, gedrungener, meist dunkelbrauner bis schwarzer Käfer, dessen Halsschild über den Kopf vorgezogen ist. Er ist ein ausgesprochener Allesfresser, denn er mag sowohl Laub- als auch Nadelholz, altes wie auch frisches Holz. Lediglich das Kernholz von Kiefer, Lärche, Robinie oder Eiche wird gemieden. Darüber hinaus sind die Plagegeister auch noch sehr anhänglich. Sie verbleiben über Generationen im gleichen Holz bis zu seiner vollständigen Zerstörung. Wobei die Entwicklung der Larve nicht wie beim Holzbock über zehn Jahre dauern kann, sondern nach ein bis drei Jahren abgeschlossen ist. Wie der Hausbock legt auch das Weibchen des Nagekäfers seine 20 bis 30 Eier in Risse. Die Larven bevorzugen ein kühles und feuchtes Klima. Man findet sie deshalb in Kellertüren, Fußböden, Möbeln, Treppen oder Kirchen, wo sie sich an wertvollen Kunstgegenständen zu schaffen machen. Liegt die Holzfeuchte unter 10% bis 12% hört die Entwicklung der Larve auf, dies ist beispielsweise in zentralbeheizten Räumen der Fall. Im Dachgebälk findet man die Nagekäferlarve meist nicht, da es ihr dort zu warm ist.

Nagel

auch: Nägel

Nägel sind so alte wie die Menschheit. Schon der Neandertaler steckte ein Holzstück in eine Felsspalte, um seinen nassen Sonntagspelz zu trocknen. Und schon war der Holznagel erfunden, der auch heute noch wichtige Funktionen hat. Früher wurden Nägel aus Schmiedeeisen hergestellt, z.B. Hufnägel vom Hufschmied. Die sprichwörtliche "Nagelprobe" ergab dann, ob der Nagel stabil war oder zerbrach. Und im Sprichwort "Er trifft den Nagel auf den Kopf" wurden besonders jene Zünfte hervorgehoben, deren Meister und Gesellen berufsmäßig gut mit dem Hammer umgehen konnten. Nägel gibt es heutzutage in unterschiedlichsten Formen und für unterschiedliche Zwecke, vom kleinen Ziernagel bis zum gewaltigen Zimmermannsnagel von 20 cm Länge.

Nagelbinder

Nagelbinder sind preiswerte, holzsparende und durchaus statisch hoch belastbare, aus miteinander vernagelten Bohlen (dickeren Brettern) hergestellte Dachträger (Dachbinder). Sie werden oftmals bei flachen und nicht zum Ausbau vorgesehenen Dachgeschossen eingesetzt.

Nagelblech

Nagelblech ist eine andere Bezeichnung für Nagelplatte.

Nagelbohrer

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Der Nagelbohrer besteht aus einem Stahldraht mit einem bügelförmigen "Nagelkopf". Durch Drehbewegung mit der Hand gräbt sich der Bohrer in das Holz, was ja nach Härte und Dicke des Holzes anstrengend ist. Nagelbohrer gibt es in Durchmessern von 2 bis 6 mm.

Nagelbrause

Eine Nagelbrause ist ein Brausekopf für die Dusche, bei dem die Düsen wie Nägel hervorstehen. Eine Nagelbrause erzeugt viele besonders feine und harte Strahlen. Meist als Kopfbrause direkt unter der Badezimmerdecke montiert.

Nagelbrettbinder

Nagelbrettbinder ist eine andere Bezeichnung für Nagelbinder.

Nageldichtband

auch: Nageldichtbänder

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Ein Nageldichtband ist ein einseitig klebendes Band zur Abdichtung von Nagelstellen unter diffusionsoffenen Unterdeckbahnen. Das Nageldichtband ist aus Bitumen oder auf Butylkautschuk-Basis hergestellt, ist wasser- und alterungsbeständig und versprödet nicht. Es wird auf der Unterseite der Konterlatte oder direkt auf der Unterdeckbahn, direkt über dem Sparren festgeklebt.

Nageldichtung

auch: Nageldichtungen

Folien für eine Dampfsperre oder Dampfbremse werden mit Nägeln oder Tackerklammern an einer Konterlattung angenagelt oder angetackert. Damit die Foline an den Nagelstellen nicht undicht werden und im Laufe der Zeit einreißen, werden Abdichtungsstreifen über die Nägel bzw. Klammern geklebt. Die Fachleute sprechen dabei von einer Nageldichtung.

Nageldübel

auch: Nagelschraube

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Der Nageldübel ist ein Durchsteckmontagedübel zur Befestigung von Metall- und Kunststoffleisten, Fußleisten, Dachlatten, Rahmen und Pfosten auf Beton oder Mauerwerk. Dabei werden Nagelschrauben verwendet. Diese lassen sich so schnell anbringen wie Nägel, sind jedoch sicher wie Schrauben. Das Widerhakengewinde ermöglicht das nachjustieren oder lösen der Verbindung.

Nageleisen

Nageleisen ist eine andere Bezeichnung für Nagelzieher oder Nagelheber. Vor allem im österreichischen Sprachraum ist der Begriff Nageleisen gebräuchlich.

Nagelfluh

Nagelfluh ist ist ein verkittetes Konglomerat der alpinen Molasse. Das Gestein entstand vor Millionen Jahren unter Vermischung von Wasser, Kies, Sand und einem natürlichen Bindemittel. Da es dem Beton sehr ähnlich ist, wird es gelegentlich auch als „Naturbeton“ bezeichnet. Die Vielfalt und die Buntheit der Komponenten machen den Stein zu einem beliebten Bau- und Dekorationsmaterial, das meist eine erstaunliche Festigkeit, einen geringen Abrieb und hohe Frostbeständigkeit aufweist.

Nagelhammer

auch: Nagelhämmer

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Der Nagelhammer dient nicht nur zum Eintreiben von Nägeln, sondern auch zum Herausziehen von Nägeln und zum Auseinanderreißen von Holzkonstruktionen. Das Werkzeug hat einen Kopf, dessen eine Seite in einer sog. Klaue endet. Diese Klaue hat einen V-förmigen Spalt, der unter den Nagelkopf geschoben wird. Der Stiel eines solchen Hammers besteht meistens aus einem Glasfaserkern mit Nylonummantelung.

Nagelhärte

auch: Nagelhärte

Unter Nagelhärte eines Anstrichs ist zu verstehen, dass der getrocknete Film nach Kratzen mit scharfer Fingernagelkante keine Spuren wie Kratzer und Vertiefungen aufweist.

Nagelheber

Nagelheber ist eine andere Bezeichnung für Nagelzieher, wobei im österreichischen Sprachraum der Begriff Nageleisen gebräuchlicher ist.

Nagelkiste

auch: Nagelkisten

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In dieser Kiste aus Holz werden auf der Baustelle die Nägel aufbewahrt. Die Nagelkiste besitzt mehrere Fächer, so dass die Nägel nach Größe sortiert schnell griffbereit sind.

Nagelplatte

auch: Nagelplatten

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Eine Nagelplatte ist ein Holzverbinder aus nicht rostendem oder feuerverzinktem Stahl mit spitzen Dornen. Diese werden in die zu verbindenden Holzteile genagelt und halten aufgrund ihrer Konstruktion die Holzteile "bombenfest" zusammen. Die Nagelplattenbauweise ist ein Holzverbindungssystem, welches stumpf und passgenau aneinander gefügte Holzbauteile kraftschlüssig miteinander verbindet. Dazu werden Nagelplatten verschiedenster Größen an genau errechneten Punkten beidseitig in die zu verbindenden Hölzer eingepresst. Die Nagelplattentechnologie kam Anfang der 70-er Jahre auf und revolutionierte den Hallenbau. Seine größte Verbreitung besitzt die Nagelplattenbauweise im Binderbau und in der Tafel- und Rahmenbauweise.

Nagelplattenbauweise

Bei der Nagelplattenbauweise handelt es sich um ein Holzverbindungssystem, mit dem stumpf aneinander gefügte Holzbauteile kraftschlüssig miteinander verbunden werden können. Die Verbindung wird mit Nagelplatten unterschiedlicher Größe hergestellt, die beidseitig in die zu verbindenden Hölzer eingepresst werden. Anwendung findet die Nagelplattenbauweise im Binderbau und in der Tafel- und Rahmenbauweise.

Nagelplattenbinder

Ein Nagelplattenbinder ist ein spezieller Holzbinder für den Zusammenbau mittels Nagelplatten. Er wird im Holzbau eingesetzt.

Nagelpressleimung

Bei der Nagelpressleimung wird der für die Verleimung erforderliche Pressdruck mittels Nagelung oder Verschraubung der untereinander zu verleimenden Bauteile erzielt. Wird beispielsweise bei der Herstellung von Brettschichtholz angewendet. Nachteil: enger Raster der Befestigungsmittel erforderlich, damit Beeinträchtigung der Optik der Untersicht.

Nagelrost

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Von Nagelrost spricht man bei rötlichbraunen Verfärbungen und Flecken auf der Anstrichoberfläche (siehe Abbildung Paint Quality Institute). Die Flecken entstehen durch unverzinkte Eisennägel, die zu rosten begonnen haben. Der Rost blutet durch bis zur Deckschicht. Nagelrost entsteht auch, wenn unverzinkte Eisennägel nicht versenkt und lediglich überspachtelt wurden. Auch verzinkte Nagelköpfe, die abgeschliffen oder extremer Witterung ausgesetzt wurden, können rosten. Um Nagelrost bei der Verwendung von unverinkten Nägeln zu verhindern, sollte man die Nagelköpfe erst versenken und mit einer wasserbasierenden Reinacrylat- oder siliconhaltigen Acrylat-Dichtungsmasse überdecken. Jede Nagelkopfzone sollte punktuell grundiert und dann mit einer hochqualitativen Acrylatfarbe gestrichen werden. Beim Neustreichen von Außenteilen, an denen Nagelrost aufgetreten ist, müssen die Rostflecken abgewaschen und die Nagelköpfe beschliffen werden. Danach hat dieselbe Oberflächenbehandlung zu erfolgen wie bei einer Neukonstruktion.

Nagelscheibe

auch: Nagelscheiben

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Eine Nagelscheibe ist quasi ein Nagel mit einer großen, flachen Kunststoffscheibe an seiner Kopfseite. Diese Scheibe ermöglicht eine schnelle und sichere Montage von Kabeln an Wänden. Unterschiedliche Kabeldurchmesser werden mit der Nagelscheibe fixiert. Die flache Scheibe ermöglicht problemloses Überputzen.

Nagelschraube

auch: Nagelschrauben

siehe Nageldübel.

Nageltasche

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Nageltaschen werden aus Leder gefertigt und weisen Schlaufen zur Befestigung an einem Gürtel auf. Die Tasche ist relativ groß und beutelartig, damit viele Nägel (oder Schrauben) untergebracht werden können. Für Dachdecker, Zimmerleute und speziell Handwerker, die in der Serienfertigung von Fertighäusern und dergleichen tätig sind, gehören Nageltaschen zur Berufsbekleidung. Auch Heimwerker nutzen solche Taschen, wenn sie auf einer Leiter arbeiten und Kleinmaterialien griffbereit haben wollen.

Nageltreiber

Nagelverbinder

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Nagelverbinder sind Holz-Verbinder. Mit ihm können gleich drei Balken in einem Knotenpunkt verbunden werden. Man bekommt ihn für rechts und links.

Nagelverbindung

auch: Nagelverbindungen

Eine Nagelverbindung ist die einfachste Art, Holzteile mit einander zu verbinden. Allerdings gibt es verschiedene Techniken, um solche Verbindungen besonders effizient und haltbar herzustellen. Zimmerleute sind im Gebrauch von Nägeln besonders geübt. Sie treiben 15 cm lange Nägel mühelos und mit wenigen Schlägen zielgenau ins Holz. Bauschreiner, die Schalungen herstellen, beherrschen auch die Kunst, gerade Nägel erst einmal krumm zu schlagen und dann in das Holz einzutreiben, um dadurch besonders feste Verbindungen herzustellen.

Nagelversenker

auch: Durchschläger

Mit Hilfe eines Nagelversenkers wird ein Nagel soweit ins Holz geschlagen, dass über dem Nagel ein Loch im Holz entsteht, das später zugekittet wird. So wird der Nagel fast unsichtbar.

Nagelzieher

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Der Nagelzieher ist ein Handwerkzeug zum Herausziehen von Nägeln. Das Werkzeug hat einen Griff, der in einer sogenannten Klaue endet. Diese Klaue hat einen V-förmigen Spalt, der unter den Nagelkopf geschoben wird. Brecheisen, Nagelhämmer usw. verfügen über eine Nagelzieher-Klaue.

Nager

auch: Blechnager, Blechknabber, Blechnibbler, Nibbler, Knabber

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Nager sind zum einen Säugetiere und zum anderen blechverarbeitende Werkzeuge. Sind die Werkzeuge gemeint, gibt es noch die weiteren Bezeichnungen Knabber und Nibbler für dieses Elektro- oder Handwerkzeug. Mit einem Nager läßt sich Blech trennen. Im Gegensatz zur Blechschere wird das Material dabei nicht geschnitten, sondern gestanzt. Dies ist zwar mit einem Materialverlust verbunden, doch dafür ist die Schnittspur im Gegensatz zur Schere frei von Verwerfungen. Das Trennwerkzeug besteht aus einem Stempel und einer Matrize. Runde Stempel ermöglichen engste Kurven. Der Abfall wird sichelförmig ausgestanzt. Rechteckige Stempel sind für dickeres Material und in der Regel nachschleifbar. Die Breite der Schneidspur ergibt sich aus den Abmessungen des Stempels, sie kennzeichnet den Materialverlust, der beim Herausstanzen entsteht. Mit einem Nager lassen sich auch Well- und Trapezbleche schneiden.

Näherung

auch: Näherungen

Eine Näherung ist bei Blitzschutzanlagen ein zu geringer Abstand zwischen Anlage und metallenen Installationen oder elektrischen Anlagen, bei der die Gefahr eines Über- oder Durchschlages bei Blitzeinschlag besteht. Um dies zu verhindern, gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann den Abstand vergrößern oder die metallenen Installationen mit der Bltzschutzanlage verbinden.

Nahtroller

auch: Nahtrollen

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Der Nahtroller ist ein Werkzeug beim Tapezieren. Es besteht aus einer kleinen, etwa Zündholzschachtel-breiten Kunststoffrolle an einem bügelförmigen Griff. Mit dem Nahtroller werden bei frisch geklebten Tapeten die Tapetennähte sauber zusammengepresst.

Nahwärmeversorgung

Bei der Nahwärmeversorgung wird im Gegensatz zur Fernwärmeerzeugung, wo ganz Städte oder Stadtteile mit Wärme versorgt werden, nur das direkte Umfeld der Energieerzeugung mit Wärme versorgt. Häufig eingesetzt werden hierfür sogenannte Blockheizkraftwerke, die neben Wärme auch Strom liefern. Realisiert wird die Nahwärmeversorgung zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder kleineren Siedlungen, aber auch im Gewerbebereich.

Nanotechnologie

auch: Nano-Technologie

Die Nanotechnologie ist eine Technologie der kleinsten Teilchen. Bis zu 50.000-mal kleiner als ein Haar sind die Teilchen, um die es dort geht. Aus vielen Bereichen des Alltags wie Mobiltelefone, Digitalkameras, kratzfeste Brillengläser oder leistungsfähige Computerchips ist die Nanotechnnologie nicht mehr wegzudenken. Die Natur ist wieder einmal das Vorbild und Vorreiter der Technologie. Man denke nur an den Lotuseffekt, der Wasser von den Blättern der Lotuspflanze einfach abperlen lässt. Diesen Effekt findet man mittlerweile auch bei Farben oder Putzen. Auch dass der Gecko jede Wand hinauflaufen und über die Decke flitzen können, hat mit Nanotechnologie zu tun. Bei der Entwicklung neuer Klebstoffe und Materialien schauen die Wissenschaftler genau auf dieses kleine Reptil. Auch in den Bereichen Energie und Umwelt kann die Nanotechnologie helfen, so etwa bei der Entwicklung von LEDs, die für die gleiche Lichtmenge nur die Hälfte der Leistung einer Glühbirne benötigen. Mit der Nanotechnologie lassen sich auch Folien herstellen, die, von Strom durchflossen, auf der einen Seite heiß und auf der anderen Seite kalt werden. Die Einsatzgebiete solcher Folien sind vielfältig, sie werden zum Beispiel zum Kühlen von Computerchips verwendet. Mit diesen thermoelektrischen Schichten lässt sich aus billiger Erdwärme aber auch Strom erzeugen. In der Nanotechnologie steckt also jede Menge Zukunft und vielleicht eine Lösung für das Energieproblems.

Napoleonhaube

Als Napoleonhaube wird eine wegen seiner geschweiften Form einem Napoleonhut ähnelnde Schornsteinabdeckung bezeichnet.

Nasenbildung

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Als Nasenbildung bezeichnet man das Herunterlaufen der Farbe in Tropfen direkt nach dem Auftragen, wodurch ein ungleichmäßiger Anstrichfilm entsteht (siehe Foto von Paint Quality Institute). Ursachen können Auftrag einer zu dicken Anstrichschicht, Auftrag unter zu feuchten und/oder zu kühlen Bedingungen oder Auftrag einer zu stark verdünnten Farbe sein. Die Nasen sollte man möglichst verstreichen, solange die Farbe noch naß ist. Ist die Farbe bereits getrocknet, müssen die Nasen abgeschliffen und neu gestrichen werden.

Nassabriebbeständigkeit

Die Nassabriebbeständigkeit nach DIN EN 13300 ist in fünf Klassen unterteilt und betrifft die Qualität von Dispersionsfarben, wie sie im Innenbereich eingesetzt werden. Klasse 5 ist die niedrigste Qualitätsstufe, Klasse 1 die höchste. Farben der Klasse 5 bezeichnen Fachleute ironisch als blickfeste Farbe. Farben der Klasse 3 sind waschbeständig, der Klasse 2 scheuerbeständig.

Nassaufbereitung

Nassaufbereitung ist eine Recyclingmethode. Dabei können zum einen Kunststoffverpackungen und zum andern Bauschutt aufbereitet werden. Im ersten Fall werden Verpackungen zerkleinert und in einer Wasch– und Schwimmsinkstrecke von Störstoffen, Verschmutzungen, Papier und nichtpolyolefinischen Kunststoffen befreit. Endprodukt der Nassaufbereitung ist eine hochreine Polyolefinware, die nach entsprechender Trocknung und Granulierung über industrielle Verarbeitungstechniken in höherwertige Anwendungen, z.B. ins Spritzgießverfahren, abfließen kann. Bei der Nassaufbereitung wird der Bauschutt mittels einer mit Wasser gefüllten Setzmaschine in die Fraktionen Schwergut, Leichtgut und Feinstgut getrennt. Das Schwergut mit höherer, möglichst natursteinnaher Dichte, kommt als Zuschlag für die Betonherstellung zum Einsatz. Die bei der Aufbereitung anfallenden Reststoffe Leichtgut und Feinstgut (< 100 μm) enthalten üblicherweise größere Anteile an Kalk und organischem Material. Diese Stoffe sind bei der Betonherstellung nicht erwünscht, könnten jedoch für die Bodenverbesserung genutzt werden.

Nassbaggerarbeiten

Bei Nassbaggerarbeiten wird Boden und Fels unter Wasser gelöst und entweder auch unter Wasser oder über Wasser geladen, gefördert und gelagert. Häufig kommen dabei auf dem Gewässer schwimmende Nassbagger zum Einsatz. Nassbaggerarbeiten sind zum Beispiel zum Vertiefen von Hafenbecken oder der Fahrtrinne von Schiffen in Flüssen notwendig.

Nassbereich

auch: Naßbereiche, Nassbereich, Nassbereiche

Nassbereiche ist ein allgemeiner Begriff für jene Bereiche in einem Haus oder einem Gewerbetrieb, in denen sich Wasser oder andere Flüssigkeiten gelegentlich oder dauernd auf dem Fußboden befinden. Das kann das häusliche Bad sein, ebenso aber auch ein Labor oder ein Raum, in denen Bier- und Weinfässer gereinigt werden, das Wasser also buchständlich durch den Raum fließt. Im Nassbereich muss der Estrich sorgfältig gegen Wasserbelastung isoliert sein, die Bodenabläufe müssen sorgfältig eingedichtet werden, wozu die Industrie spezielle Dichtmanschetten und andere Hilfsmittel anbietet. Üblicherweise wird ein Nassbereich mit Fliesen ausgekleidet.

Nassbohrkrone

auch: Nassbohrkronen, Naßbohrkrone, Naßbohrkronen

siehe Bohrkrone.

Nassdach

auch: Nassdächer

Als Nassdach wird ein Flachdach ohne nennenswertes Gefälle bezeichnet, auf dem durch erhöht angeordnete Abflüsse kontrolliert Regenwasser stehen bleibt. Der Wasserstand soll für eine Klimapufferung sorgen, ähnlich wie bei einem Gründach. Durch das stehende Wasser muss das Dach allerdings entsprechend dicht sein, was häufig zu Problemen führt. Ein Nassdach wird daher kaum noch ausgeführt.

nasse Anbindung

Nässegrenze

siehe Ausrollgrenze.

Nassfäule

Als Nassfäule wird Holzfäule bezeichnet, die hervorgerufen wird durch eine Gruppe in Gebäuden vorkommender Pilze (hauptsächlich Braunfäuleerreger), die für ihre Zerstörungstätigkeit hohe Holzfeuchten benötigen. Ausgeschlossen aus dieser Gruppe ist der Echte Hausschwamm, der mit Holzfeuchten um den Fasersättigungsbereich auskommt.

Nass-in--Nass

auch: nass-in-nass

Im Bauhandwerk wird von einem Nass-in-Nass-Verfahren gesprochen, wenn z. B. ein Betonboden mit einem noch feuchten ("nassen") Haftgrund versehen worden ist, auf dem dann eine selbstverlaufende, also ebenfalls noch "nasse" Spachtelmasse aufgebracht wird.

Nasskonservierung

siehe Nasslagerung.

Nasslagerung

auch: Nasskonservierung

Bei der Nasslagerung werden Holzstämme ständig feucht gehalten oder sogar im Wasser gelagert. Durch die Nasslagerung bleiben die Poren des Holzes ständig mit Wasser gefüllt und das Eindringen von Sauerstoff wird verhindert. Pilzen und Insekten wird dadurch die Lebensgrundlage entzogen. Das Holz wird durch die Nasslagerung also quasi konserviert, man spricht daher auch von Nasskonservierung. Die Nasskonservierung wird zum Beispiel notwendig, wenn bei einem Sturm größere Holzmengen anfallen, die nicht sofort benötigt werden. Bei Nadelholz liegt die Nasslagerungsdauer zum Beispiel bei vier bis fünf Jahren. Die Nasslagerung ist ziemlich kostenintensiv, da die Stämme dauernd berieselt werden müssen. Schon wenige Stunden ohne Berieselung kann im Sommer dazu führen, dass das die Lagerung in Frage gestellt werden muss.

Nassmörtel

siehe Werkmörtel.

Nassraum

auch: Nassräume

Als Nassraum wird in privaten Haushalten in der Regel das Badezimmer bezeichnet. Allgemein sind Nassräume alle Bereiche im Privathaus oder Gewerbe, in denen regelmäßig große Mengen Wasser auftreten (sowohl als Wasserdampf als auch in flüssiger Form). Das können neben dem Badezimmer auch Hallenbäder, Saunen, Laboratorien oder Großküchen sein. In Nassräumen müssen Boden und Wände entsprechend sorgfältig abgedichtet sein und es muss für einen zügigen Ablauf, z. B. durch Gefälle-Estrich, gesorgt werden. Aufgrund hoher Hygieneanforderungen sind Nassräume zur leichteren Reinigung üblicherweise mit Fliesen ausgekleidet, im gewerblichen Bereich müssen die Innenecken zudem mit Hohlkehlprofilen abgerundet werden.

Nass-Saat

Nassschleifer

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Nassschleifer sind eine Sonderausführung der Winkelschleifer. Sie dienen dem Flachschleifen von Gesteinsoberflächen. Das geschieht mit sogenannten Schleiftöpfen. Mit entsprechend feiner Körnung der Schleiftöpfe lassen sich sehr glatte Oberflächen erzielen. Um Staubentwicklung zu vermeiden und den Schleiftopf zu spülen, wird über ein abgedichtetes Zwischenlager am Getriebeflansch während des Betriebes kontinuierlich Wasser zugeführt.

Nass-Schleifmaschine

auch: Nass-Schleifmaschinen, Nass-Schleifmaschine

nassschleifmaschine.jpg

Mit Nass-Schleifmaschinen werden vor allem Messer, Schablonenklingen, Stechbeitel und dergleichen geschliffen. Die Schleifscheiben bestehen aus keramischem Material, derenn körnige Oberflächen so hart sind, dass sie auch Stahlschneiden mühelos meistern. Beim Schleifvorgang läuft der Schleifstein ständig durch ein Wasserbad, wodurch das Schleifergebnis erheblich verbessert wird. Das Foto zeigt eine Naß-Schleifmaschine des Herstellers Scheppach.

Nassschleifpapier

auch: Nassschleifpapier, Nassschleifpapiere, Naßschleifpapiere

siehe Schleifpapier.

Nassschneider

Nassschneidetisch

auch: Nassschneidetische

nassschneidetisch.png

Auf Nassschneidetischen werden Naturstein- und Marmortafeln auf beliebige Formate zurecht geschnitten. Dabei wird eine mit Diamanten besetzte Trennscheibe ständig mit kaltem Wasser berieselt. Nassschneidetische werden auch als Nassschneider oder Steintrennsägen bezeichnet. Nassschneidetische können von Heimwerkern bei Maschinen-Verleihfirmen gemietet werden, aber die Handhabung ist nicht ungefährlich und verlangt eine gewisse Routine sowie Gehörschutz und Schutzhandschuhe beim Bediener der Maschine.

Nassspritzverfahren

auch: Nassspritzverfahren

Das Nassspritzverfahren ist ein Verfahren zum Aufbringen von Spritzbeton. Dabei wird das fertige Betongemisch der Förderleitung zugeführt und entweder in einem Druckluftstrom oder mit Pumpen (Dichtstromförderung) zur Spritzdüse gefördert. Zur Herstellung des Mörtels wird der Werktrockenmörtel im Zwangsmischer gemischt und fällt in den Vorratsbehälter der Nassspritzmaschine. Mit Hilfer einer Förderschnecke wird der Mörtel durch die Förderleitung (Dichtstromförderung) bis zur Spritzdüse gedrückt. Dort wird der Mörtel so komprimiert und die Treibluft zerrissen, dass ein beschleunigter feiner Mörtelstrahl entsteht. Ein Vorteil des Nassspritzverfahren ist sein gleich bleibender Wasserzementwert. Die kontinuierliche Förderung und die geringe Staubentwicklung sind weiter Vorteile. Als Nachteil ist der hohe Reinigungsaufwand anzusehen, und dass keine längere Unterbrechungen möglich sind.

Nasszelle

auch: Naßzellen, Nasszelle, Nasszellen

Nasszelle ist ein wenig freundlicher Begriff aus der Architektensprache für Badezimmer. Der Begriff wird insbesondere verwendet bei Baubeschreibungen von Krankenhäusern, Altenheimen usw. Eine Nasszelle besteht in aller Regel aus Toilette, Waschtisch und Dusche und ist in Krankenhäusern und Pflegeheimen inzwischen grundsätzlich behindertengerecht ausgeführt. Die Tür ist entsprechend breit, damit auch Rollstuhlfahrer in das Bad bzw. die "Nasszelle" kommen. Weitere Begriffsdefinition ist die Sanitärzelle.

Natrium

Natrium ist ein chemisches Element. Es wird z.B. als Reduktions- und Trockenmittel sowie als Kühlmittel in Kernreaktoren verwendet. Dient zur Herstellung von Natriumverbindungen, z.B. Natriumperoxid, Natriumcyanid, Natriumamid und zur Titangewinnung. Die wichtigste Natriumverbindung ist Natriumchlorid - das Kochsalz.

Natriumchlorat

Natriumchlorat dient zur Herstellung von Natriumchlorit, Perchloraten sowie als Unkrautvertilgungsmittel. Natriumchlorat ist zudem in chemischen Sauerstoffgeneratoren enthalten. Diese Sauerstoffgeneratoren befinden sich in Passagierflugzeugen über jedem Sitz und sind per Schlauch mit einer Sauerstoffmaske verbunden.

Natriumchromat

siehe: Alkalichromate

Natriumdichromat

siehe Alkalichromate

Natriumhydroxid

Natriumhydroxid ist ein farbloser Feststoff, hauptsächlich in Form von Schuppen oder Pellets. Starke Wärmeentwicklung (Spritzgefahr) beim Auflösen von Natriumhydroxid in Wasser. Die wässerige Lösung ist in unterschiedlichen Konzentrationen (bis maximal 60%) als Natronlauge im Handel. Natriumhydroxid wird in der Papier-, Zellstoff- und chemischen Industrie (z.B. Abbeizmittel) sowie als Reinigungs- und Neutralisationsmittel verwendet. Natriumhydroxid verursacht schwere Verätzungen - besonders der Augen.

Natriumhypochlorit-Lösung

Natriumhypochlorit-Lösung findet Verwendung als Bleich- und Oxidationsmittel, desinfizierendes Reinigungsmittel sowie zur Chlorung von Wasser.

Natriumtetraborat

siehe Borax.

Natronpapier

Natronpapier ist ein Verpackungspapier, zu dessen Herstellung Sulfat-(Natron-)Zellstoff verwendet wird. Man unterscheidet Natron-Kraftpapiere, die auschließlich aus Sulfat-Zellstoff hergestellt werden und Natron-Mischpapiere, die Anteile von Altpapierstoff enthalten. Natronpapier wird im Bauwesen zum Beispiel als Rieselschutz verwendet.

Natronwasserglas

siehe Wasserglas.

Naturasphalt

auch: Naturbitumen

Naturasphalt ist ein relativ hartes, in natürlichen Lagerstätten vorkommendes Bitumen, das häufig mit feinen oder sehr feinen Mineralstoffanteilen gemischt ist und welches bei 25°C praktisch fest, bei 175°C jedoch eine viskose Flüssigkeit ist. Die natürlichen Vorkommen von Bitumen in Form von Asphalten und Asphaltgesteinen waren schon 3000 v.Chr. in Mesopotamien bekannt. Naturasphalt verdrängte den damals üblichen Lehmmörtel beim Mauerbau. Später setzte man im Nahen Osten und in Indien natürlichen Asphalt im Straßenbau und zum Abdichten ein. In Europa wurde Bitumen in der mittelalterlichen Heilkunde verwendet.

Naturbaustoff

auch: Naturbaustoffe

Bei Naturbaustoffen handelt es sich um Baustoffe, die nicht nur gesundheitlich unbedenklich sind, sondern auch umweltfreundlich in Herstellung, Funktion und Entsorgung. Wer ökologisch bauen möchte, kann mittlerweile auf eine Vielzahl von Materialien vom Keller bis zum Dach zurückgreifen. Viele herkömmliche Baustoffe dürfen sich ebenfalls als Naturbaustoffe bezeichnen. Putze und Bauplatten sollten rein mineralische Inhaltsstoffe besitzen, insbesondere der Lehmputz ist sehr empfehlenswert. Ein Putz aus Lehm enthält keinerlei Schadstoffe, unter Umständen sind organische Bestandteile wie Strohhäcksel enthalten. Auch reiner Kalkputz ist schadstofffrei und darf sich als Naturbaustoff bezeichnen. Meist wirkt der Kalkputz auch leicht antibakteriell. Auch Gipsputze sind empfehlenswert, allerdings ist bei ihnen auf die Zusätze zu achten. Methylzellulose ist dabei relativ unbedenklich, Naturgips und REA-Gips haben nur wenige Verunreinigungen. Vorsicht ist bei Chemiegipsen geboten, die mit Problemstoffen behaftet sein können. Für Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten gelten die gleichen Empfehlungen wie für Gipsputz. Empfehlenswerte Tapeten, die in die Rubrik Naturbaustoffe fallen, sind Raufaser, Papiertapeten und Papier-Prägetapeten. Allerdings enthalten industriell hergestellte Tapeten synthetische Bindemittel. Bei Tapetenkleistern ist darauf zu achten, dass diese keine Fungizide enthalten. Diese sind häufig auch in Wandfarben enthalten, weshalb besser auf Trockenmischungen zurückgegriffen werden sollte. Bezeichnungen für solche fungizidfreien Farben sind z.B. Kalk-Kaseinfarben, Sumpfkalk oder Silikatfarben. Als fertig angemischte Alternative kommen Naturdispersionsfarben in Frage. Bei den Bodenbelägen fallen alle Steinböden in die Rubrik "Naturbaustoffe". Auch Holzböden, Parkett und Dielen sind schadstofffrei, sofern sie leimfrei und ohne mechanische Befestigung verlegt werden. Zur Oberflächenbeschichtung sollten schadstofffreie Naturöle und Hartwachse verwendet werden. Soll es ein elastischer Bodenbelag sein, kommen Linoleum und Kork in Frage. Diese sind zwar nicht ganz schadstofffrei, doch im Vergleich zu PVC die beste Alternative. Bei textilen Bodenbelägen sind Naturfasern empfehlenswert, wobei diese auch gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten können. So kann Schafwolle mit Mottenschutz und Baumwolle mit Ausrüstungschemikalien behandelt worden sein. Kokos und Sisal kommen hingegen so gut wie ohne Chemie aus. Bei Fenstern und Türen ist Vollholz empfehlenswert, die mit Naturöl oder Naturwachs behandelt wurden. Fenster und Holzwerkstofftüren sollten mit Naturharzlasuren und Naturharz-Decklacken gestrichen werden. Bei Holzwerkstoffen ist darauf zu achten, dass sie formaldehydfrei sind. Diese haben die Bezeichnung F-OFF. Zur Dämmung sollten Naturdämmstoffe wie Zellulose, Hanf, Holzfaserplatten oder Kork verwendet werden.

Naturbims

siehe Bims.

Naturbitumen

siehe Naturasphalt.

Naturborsten

auch: Chinaborsten

Pinsel besitzen entweder synthetische Borsten, Mischborsten oder Naturborsten. Naturborsten stammen meist vom Haus- beziehungsweise dem Wildschwein. Besser bekannt sind die Borsten unter dem Namen "Chinaborsten". Die Borsten besitzen einen konisch zulaufenden Schaft mit gesplisstem Ende in zwei bis vier Spitzen. Während Spliss beim Menschen eine eher negative Erscheinung ist, erleichtert er beim Pinsel die Farbaufnahme und den Farbverlauf. Naturborsten sind besonders saug- und widerstandsfähig, bei unsachgemäßer Behandlung jedoch auch sehr empfindlich. Wegen ihrer Quellfähigkeit sollte man Naturborsten nicht zur Verarbeitung von wasserverdünnbaren Lacken oder Lasuren verwenden. Gut geeignet sind sie dagegen für lösungsmittelhaltige Lacke und Lasuren.

Naturdämmstoff

auch: Naturdämmstoffe, Naturdämmungen

Naturdämmstoffe sind immer mehr im Kommen. Die Bauherren achten heutzutage nicht nur darauf, dass das Haus warm eingepackt ist, auch baubiologisch soll alles einwandfrei sein. Von Flachs und Hanf, über Holzweichfaser-Dämmplatten, Schafwolle und Kokosfaserdämmung bis hin zu Kork und Zellulose kommen die verschiedensten Naturdämmstoffe zum Einsatz. Flachs und Hanf besitzen einen mittlere bis gut Wärmespeicherfähigkeit. Sie kommen als Zwischensparrendämmung und Trittschalldämmung zum Einsatz. Vielfältige Einsatzbereiche haben Holzfaser-Dämmplatten. Sie kommen bei Wärmedämmverbundsystemen und im Leichtbau, als Zwischensparren-, Aufdach- oder Trittschalldämmung zum Einsatz. Die Wärmespeicherfähigkeit solche Holzweichfaserplatten ist gut bis sehr gut. Kokosfasern haben ihre Vorzüge bei Zwischenwand- und Hohlraumdämmung. Auch bei Tritt- und Luftschalldämmung kommt der Naturdämmstoff mit guter Wärmespeicherfähigkeit zum Einsatz. Kork zählt ebenfalls zu den Naturdämmungen mit guter bis sehr gute Wärmespeicherfähigkeit. Er eignet sich zur Schallentkopplung, für Wärmedämmverbundsysteme und für Auf- und Zwischensparrendämmungen. Zellulose hingegen kommt hauptsächlich zur Hohlraumdämmung oder Aufsprühdämmung zum Einsatz. Auch dieser Naturdämmstoff hat eine gute bis sehr gute Wärmespeicherfähigkeit.

Naturfarbe

auch: Naturfarben

Naturfarbe ist ein rechtlich nicht festgelegter und damit individuell auslegungsfähiger Begriff für Farben, die weitgehend oder ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen bestehen. Der Verbraucher erwartet jedoch von einer Naturfarbe, dass diese lösemittelfrei ist und dass von ihr keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen, insbesondere Ausgasungen ausgehen. Diese Verbrauchermeinung trifft jedoch bei Naturharzlacken keineswegs zu! Einige Hersteller vertreiben Pulver und Pigmentkonzentrate sowie weitere Rohstoffe, mit denen der Verbraucher selbst Naturfarben anrühren kann. Leimkreidefarben und Kalkcaseinfarben gelten ebenso als Naturfarben, wie Mineralfarben.

Naturfaserteppich

auch: Naturfaserteppiche

Ein Naturfaserteppich ist ein Teppich aus Naturfasern. Es gibt prinzipiell drei verschiedene Arten von Naturfasern, die sich für die Teppichherstellung eignen. Dies sind Schurwolle, Kokusfasern und bestimmte Palmenblätter (Sisal, Aloe). Obwohl mittlerweile Teppiche aus allen diesen Naturfasern hergestellt werden, ist und bleibt Schurwolle der klassische Teppichrohstoff. Beim Kauf eines Wollteppichs sollte man in jedem Fall auf das Wollsiegel achten. Dieses garantiert Ihnen Materialreinheit und einwandfreie Qualität. Bedenken sollte man auch, dass nur entfettete Schafswolle schmutzunempfindlich ist. Im Vergleich zu Kunstfasern verhalten sich Naturfasern in Bezug auf elektrostatische Aufladung weitesgehend neutral. Alle Naturfaserteppiche haben die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und sie bei zu trockener Raumluft wieder abzugeben. Das bedeutet, dass sich die Naturfaserteppiche bei Feuchtigkeitsaufnahme ausdehnen und bei der folgenden Abgabe wieder zusammenziehen. Sind solche Teppichbeläge nicht vollflächig auf dem Boden befestigt worden, können sie Wellen werfen. Dies geschieht meist im Sommer. Im Winter liegt der Teppich durch die trockenere Heizungsluft glatt auf. Ein Vorteil der Naturfasern ist hingegen, dass zumeist keine Behandlung mit Chemikalien erfolgt.

Naturgarten

auch: Naturgärten

Naturgarten ist ein an sich wiedersprüchlicher Begriff. Gärten, die sich von ganz alleine, als sozusagen von Natur aus bilden, gibt es nicht. Was sich von Natur aus selbst bilder sind Waldungen, Buschlandschaften, Steppen oder Savannen, jedoch keine Naturgärten. Ein Garten muss zunächst einmal angelegt werden. Es bleibt dann dem Gartenbesitzer überlassen, ob er hier einen Ziergarten mit Beeten und Rabatten, Parkrasen und dergleichen anlegen will oder nicht. Legt er einen Naturgarten an, so verzichtet er weitgehend auf menschliche Eingriffe und wählt Blühpflanzen, Blumen und Gräser aus, die sich natürlich entwickelt haben. Der Übergang vom Naturgarten zum verwilderten Garten ist fließend, wenn menschliche Eingriffe ganz entfallen. Bei Naturgärten und natürlich erst recht bei verwilderten Gärten ist Streit mit solchen Nachbarn vorhersehbar, die einen Nutz- oder Ziergarten unterhalten, weil durch Samenflug eine Verbreitung der Wildkräuter in den nachbarlichen Garten erfolgt. Wobei hier Weltanschauungen aufeinander treffen. Was für den einen Unkräuter sind, sind für den anderen Wildkräuter.

Naturharz

auch: Naturharze

Naturharze dienen neben Kunstharzen zur Herstellung von Lacken, Lasuren, Klebstoffen, Mattierungen und Polituren. Folgende Naturharze finden zum Beispiel als Bindemittel in Naturfarben Verwendung: Schellack, Bernstein, Kopale, Dammar, Sandarak, Benzoe, Kolophonium.

Naturharzlacke

Naturharlacke bestehen überwiegend aus nachwachsenden, leicht abbaubaren Rohstoffen. Sie werden auf Basis von pflanzlichen Harzen und Leinöl, versetzt mit Lösemitteln, Pigmenten und meistens mit Sikkativen hergestellt. Alle Inhaltsstoffe werden auf der Verpackung deklariert. Naturharzlacke sind diffussionsoffener als Kunstharzprodukte. Das heißt, sie können Feuchtigkeit besser aufnehmen und wieder an die Raumluft abgeben. Auch laden sie sich nicht so stark elektrostatisch auf und verschmutzen dadurch nicht so schnell. Naturharzlacke können je nach Rezeptur bis zu 40 Prozent Lösemittel enthalten. Es gibt aber auch Produkte, die völlig ohne auskommen. Doch auch als lösemittelfrei deklarierte Naturharzlacke können Giftstoffe enthalten sein. Bei Giftstoffen macht es keinen Unterschied, ob diese aus der Natur oder aus der Retorte kommen. Bei Naturharzlacken entstehen z.B. Aldehyd-Emissionen, da ungesättigte Fettsäuren (Leinöl) mit Sauerstoff reagieren. Naturharzlacke können bis zu einem Jahr lang ausgasen, weshalb verstärkte Belüftung von Innenräumen ratsam ist.

natürliche Lüftung

Natürliche Lüftung kommt im Gegensatz zu mechanischer Lüftung ohne Ventilatoren aus. Der Luftaustausch erfolgt durch die Ausnutzung der natürlichen Druckunterschiede infolge Wind und/oder Temperaturunterschieden zwischen außen und innen. Um ein Gebäude ausschließlich oder im wesentlichen natürlich zu belüften, müssen verschiedene Einflussfaktoren beachtet werden: Raumtiefe, Windanfall am Standort des Gebäudes, Häufigkeit von Windstillen, Emissionen und Thermik im Raum. Die natürliche Lüftung wird auch als "freie" Lüftung bezeichnet. Natürliche Lüftung wird heute gezielt technisch verwendet und eingesetzt bei industriellen Großbauten, insbesondere bei großen anfallenden Wärmemengen wie in der Stahl- und Glasindustrie und bei der Konstruktion von sogenannten Kühltürmen (Kühlturm im Kraftwerksbau). Auch in der Landwirtschaft gibt es viele Stallgebäude, die auf diese Weise belüftet sind.

naturrot

Als "naturrot" bezeichnet man Dachziegel, deren Brennfarbe sich allein aus naturbelassenen Rohstoffen, ohne Zusätze von farbändernden Metalloxiden, ergibt. Die überwiegende Farberscheinung ist das eigentliche "Ziegelrot" oder "Naturrot" in der gesamten Bandbreite des Farbspiels.

Naturschutzgebiete

auch: Naturschutzgebiet

In Naturschutzgebieten ist jede private Bautätigkeit untersagt. Auch ein Holzweg zum eigenen Waldgrundstück muss von der Naturschutzbehörde genehmigt werden. Möglich ist allenfalls, dass z.B. im Interesse der Erhaltung und Überwachung eines Naturschutzgebietes Vogelwarten und Personalräume für die in einem solchen Gebiet Tätigen errichtet werden. Naturschutzgebiete dürfen nicht mit Fahrzeugen befahren werden, Fußgänger dürfen nur auf eigens markierten Wegen spazieren.

Naturstamm

auch: Naturstämmen

Naturstamm ist eine im Prinzip eine überflüssige Bezeichnung, denn ein Holzstamm ist immer rund und immer "Natur". Die Hersteller von Blockhäusern haben diesen Begriff jedoch eingeführt als Qualitätsbezeichnung für "Naturstammhäuser", deren Außenwände aus per Hand entrindeten Stämmen bestehen. Während industriell gefertigte Rundblockbohlen einen einheitlichen Durchmesser haben, weisen "Naturstämme" natürlich unterschiedliche Stärken und Längen auf. Wird ein Naturstammhaus aus "Naturstämmen" gebaut, so sind diese in der Regel stärker als 250 mm. Wegen des Aufwands, annähernd gleich starke Stämme zusammen zu tragen, und wegen des hohen, individuellen handwerklichen Aufwands sind Naturstammhäuser erheblich teurer als solche aus Rundblockbohlen. Die für den Hausbau verwendeten "Naturstämme" bestehen in unseren Breiten aus Nadelholz. Besondere Qualitäten wie z.B. die Polarkiefer verteuern den Bau eines Wohnblockhauses zusätzlich.

Natursteine

auch: Naturstein

In der Natur vorkommende Gesteinsarten werden unter dem Begriff "Natursteine" zusammengefasst. Sie werden nach dem Abbauen weder aufgearbeitet noch gebrannt. Sie können allerdings poliert oder geschliffen werden und somit ein anderes Aussehen erhalten. Oft bleiben die Steine jedoch einfach nur naturbelassen. Das charakteristische an Naturstein ist die ungleichmäßige Farbgebung und Maserung. Natursteine werden im Baubereich für verschiedenste Zwecke verwendet. Das fängt bei Arbeitsplatten oder Fensterbänken aus Granit oder Marmor an, geht weiter bei Marmörböden bis hin zu Terrassenbelägen aus Naturstein. Auch Gartenmauern bzw. Trockenmauern werden aus Naturstein hergestellt. Unterschieden werden Natursteine nach Art der Entstehung, und zwar in Erstarrungsgesteine, Sedimentgesteine oder Ablagerungsgesteine, Umwandlungsgesteine oder Metarmorphite

Natursteinfugenmörtel

Natursteinfugenmörtel ist ein schnell abbindender Fugenmörtel. Den Mörtel gibt es für den Innen- und Außenbereich. Er eignet sich für Boden und Wand, zur Verfugung von Marmor und Naturstein sowie für Arbeiten unter Zeitdruck. Fliesen, Mosaik, Riemchen aus Steinzeug und Steingut lassen sich mit Natursteinfugenmörtel verfugen. Durch das schnelle Abbinden werden Verfärbungen im Randbereich der Natursteinplatten verhindert.

Natursteinkleber

Im Handel werden Kleber angeboten, die für das Kleben von Fliesen oder Natursteinen gleichermaßen geeignet sein sollen. Natursteine wie etwa Marmor haben aber sehr unterschiedliche mineralogische Zusammensetzungen, so dass auf spezielle Natursteinkleber zurück gegriffen werden sollte. Für das Ausfugen der Natursteinplatten werden ebenfalls spezielle Fugenmörtel angeboten.

Natursteinkörnungen

auch: Natursteinkörnungen

Naturstein wird als Zuschlag insbesondere für Buntsteinputz aber auch für Beton verwendet. Auch Zierkies können aus demselben Rohmaterial bestehen. Allerdings werden zuvor die Gesteinsbrocken gemahlen und auf eine bestimmte Korngröße gebracht oder sie werden getrommelt. Buntsteinputze in Natursteinkörnungen bewirken eine rauhe Oberfläche, die durch Licht- und Schattenwirkung noch intensiver erscheint. Natursteinkörnungen gibt es in unterschiedlichsten Farben (weiß, gelb, beige und braun, grün und blau, rot, grau und schwarz) sowie in verschiedenen Korngrößen und Gesteinsarten. Farbige Natursteinkörnungen werden vorwiegend als Betonzuschlagstoff, bei Pflastersteinen sowie als Zuschlag im Terrazzo und Gestaltungselementen verwendet.

Naturstein-Kristallisation

Natursteinmauerwerk

auch: Naturstein-Mauerwerk

Natursteinmauerwerk unterscheidet man nach der Art der Ausführung und nach der Bearbeitung der Steine. Ganze Gebäude wie beispielsweise der Kölner Dom werden heute kaum noch aus Natursteinen gebaut. In den klimatisch begünstigten südlichen Ländern, wo in das Mauerwerk eingedrungene Nässe nicht frieren kann und wo auch keine besonderen Anforderungen an eine Wärmedämmung zu erfüllen sind, hat das Bauen mit Natursteinen noch immer Konjunktur. Gartenmauern aus Natursteinen werden aber auch hierzulande gerne errichtet, sie bieten auch immer einen sehr schöner Anblick. Nach Art der Ausführung unterscheidet man bei Natursteinmauerwerk Trockenmauern, Bruchsteinmauerwerk, Zyklopenmauerwerk, Hammerrechtes Schichtenmauerwerk, Unregelmäßiges Schichtenmauerwerk und Quadermauerwerk.

Natursteinpflaster

auch: Kopfsteinpflaster

Natursteinpflaster wird aus Basalt, Basaltlava, Diabas, Granit, Grauwacke, Porphyr und Quarzit hergestellt. Altpflaster, das aus Straßenaufbrüchen stammt, wird als Großpflaster, Normalpflaster, Mittelpflaster, Quadratpflaster, Kleinpflaster und Mosaikpflaster angeboten. Bei Neupflaster wird unterschieden in Groß-, Klein- und Mosaikpflaster. Naturpflastersteine insbesondere aus dem unverwüstlichen Basalt werden im allg. Sprachgebrauch auch als "Kopfsteinpflaster" bezeichnet. Mit Natursteinpflaster ausgebaute Straßen sind z. T. Jahrhunderte alt. Ihre Oberflächenstruktur sorgt für Dauererschütterungen in den Kraftfahrzeugen, Kopfsteinpflaster ist zudem rutschig. Aus diesem Grund sind alte Pflasterbeläge mehr und mehr aus dem Stadtbild verschwunden. Neupflaster aus Naturstein wird aber dennoch hergestellt, und zwar in genormten Größen. Es wird vor allem in historischen Innenstädten und auf historischen Plätzen verlegt.

Natursteinplattendach

auch: Natursteinplattendächer

Bei einem Natursteinplattendach handelt es sich in aller Regel um das Schieferdach. Aber auch andere schiefrig brechende Natursteinarten wie Sandstein können zum Einsatz kommen.

Natursteinputz

auch: Natursteinputze

Natursteinriemchen

siehe Riemchen

Natursteinvorsatz

Unter einem Natursteinvorsatz wird in der Fachsprache ein Betonsteinpflaster verstanden, das eine Oberschicht aus kugelgestrahltem Splitt hat. Dadurch wirkt der Betonstein wie ein Naturstein und erhält auch eine erhöhte Abrieb- und Witterungsfestigkeit. Auch Gehwegplatten aus Beton, die mit diesem Verfahren veredelt wurden, sind im Fachhandel erhältlich.

Naturstrom

siehe Ökostrom.

Naturtapete

auch: Naturtapeten

Naturwerkstein

auch: Naturwerksteine

Naturwerkstofftapete

auch: Naturtapete, Naturwerkstofftapeten

Zu den Naturwerkstofftapeten zählt eine größere Gruppe verschiedenartiger Wandbekleidungen. Eines haben Naturwerkstofftapeten allerdings gemeinsam: Aus Naturprodukten gewonnenes Material wird auf ein Trägerpapier aufgebracht. Das können Gräser (siehe Grastapete), Blätter oder hauchdünne Korkblättchen sein. Auch Sand oder Porzellanstückchen werden auf Naturwerkstofftapeten aufgebracht.

Naturzugbrenner

andere Bezeichnung für atmosphärischer Brenner.

NC-Lack

auch: NC-Lacke

Nebenanlage

auch: Nebenanlagen

Nebenanlagen sind nach der Baunutzungsverordnung untergeordnete Gebäude und bauliche Anlagen, deren Zweckbestimmung in der dienenden Funktion gegenüber der Hauptanlage, etwa dem Wohngebäude oder dem Produktionsgebäude, liegt. Zu den klassischen Nebenanlagen zählen Gewächshäuser, Gerätehütten, Wintergärten, Fahrradabstellplätze, überdachte und nicht überdachte Terrassen, Schwimmbäder, Wäschetrockenplätze und Kinderspielplätze. Eine Nebenanlage setzt stets eine selbständige bauliche Anlage voraus. Bestandteile des Hauptgebäudes (wie z.B. An- und Vorbauten) stellen keine Nebenanlagen dar. Ein Stellplatz oder eine Garage sind ebenfalls keine Nebenanlagen.

Nebeneingangstür

auch: Nebeneingangstüren

Nebeneingangstüren sind neben Hauseingangstüren ein weiterer Zugang zum Haus oder zur Wohnung. Sie können in den Keller oder vom Garten oder über eine Garage ins Gebäude führen. Da Nebeneingangstüren meist etwas abseits der Straße und im Dunkeln liegen, sind sie besonders einbruchsgefährdet. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur bei Hauseingangstüren, sondern auch bei Nebeneingangstüren auf besonderen Schutz vor Einbrechern geachtet wird (siehe Einbruchhemmende Tür). Im Bereich der Garage müssen Nebeneingangstüren zudem noch schall-, rauch- und feuerdämmend wirken.

Nebengebäude

Nebengebäude sind alle Gebäude, die auf demselben Grundstück wie das eigentliche Wohnhaus oder Gewerbeobjekt stehen. Dazu gehören im privaten Bereich auch Garagen und Gartenhäuser. Während für den Bau oder die Aufstellung von Garagen in jedem Fall eine Baugenehmigung beantragt werden muss, kann dies bei Gartenhäusern, Schuppen usw. je nach Größe auch notwendig sein, es kann sich aber auch um "Gebäude" handeln, für die Genehmigungsfreiheit besteht. Die Frage, bis zu welcher Größe Gartenhäuser genehmigungsfrei aufgestellt werden dürfen, wird von Stadt zu Stadt unterschiedlich beantwortet.

Nebenlüftung

auch: direkte Nebenlüftung, indirekte Nebenlüftung, Nebenlüftungen

Bei der Nebenlüftung als Art einer Lüftungsleitung bei Abwasserrohren unterscheidet man indirekte und direkte Nebenlüftung. Bei der direkten Nebenlüftung verläuft neben der Fallleitung parallel zur Hauptlüftung eine zusätzliche Lüftungsleitung, die in jedem Stockwerk eine Verbindung zur Fallleitung hat. Dadurch ist es besonders bei hohen Gebäuden mit kurzen Anschlussleitungen, aber auch bei mehrfach verzogenen Fallleitungen möglich, dass Über- oder Unterdrücke in den Abwasserrohren sofort abgebaut werden. Die indirekte Nebenlüftung wird bei längeren oder hochbelasteten Anschlussleitungen erforderlich. Die zur Fallleitung parallel laufende Lüftungsleitung ist hierbei jedoch am Ende der Anschlussleitung angeschlossen, sodass diese gesondert gelüftet. Um die Selbstreinigung der Anschlussleitung sicherzustellen, ist mindestens ein Sanitärgegenstand an den senkrechten Leitungsteil anzuschließen.

Nebenunternehmer

Als Nebenunternehmer werden solche Unternehmer bezeichnet, die unter der Leitung eines Hauptunternehmers Teile der Bauleistung selbstständig erstellen und die in einem unmittelbaren (direkten) Vertragsverhältnis zum Auftraggeber (Bauherrn) stehen. Damit unterscheidet sich der Nebenunternehmer rechtlich vom Subunternehmer. Der Nebenunternehmer erbringt seine Bauleistung zeitgleich oder zeitversetzt am gleichen Bauvorhaben wie ein anderer Nebenunternehmer, ohne mit diesem in vertraglichen Verbindungen zu stehen.

Nebenwegübertragung

auch: Schallnebenwegübertragung

Als Schallnebenwegübertragung werden alle Schallübertragungen bezeichnet, die nicht über das trennende Bauteil selbst erfolgen. Dazu gehört die Übertragung über flankierende Bauteile Rohrleitungen Kanäle Öffnungen und Undichtigkeiten Die Flankenübertragung stellt somit nur einen Teil der Schallnebenwegübertragung dar.

Negativbescheinigung

auch: Negativbescheinigungen

Negativgaube

auch: Negativgauben

Negativgaube ist eine seltene Bezeichnung für Loggia.

Negativzeugnis

auch: Negativbescheinigung, Negativzeugnisse

Das Negativzeugnis wird auch Negativbescheinigung genannt und ist die Bestätigung der Gemeinde, dass sie von ihrem Vorkaufsrecht für das betreffende Grundstück keinen Gebrauch macht. Das klärt der Notar bei der Kaufhandlung, kann aber schon vorher vom Kaufinteressenten durch Nachfrage im Planungsamt ermittelt werden. Kein Vorkaufsrecht besteht, wenn der Verkäufer in gerader Linie mit dem Käufer verwandt ist.

Neidkopf

auch: Neidstange

neidkopf.jpg

Der Begriff Neidkopf bzw. Neidstange basiert auf dem althochdeutschen Wort "nid" für Hass, Zorn, Neid. Als Neidköpfe bezeichnet man in der Regel Tierköpfe und Fratzen, die man an zahlreichen historischen Gebäuden (hauptsächlich Fachwerkhäusern) erkennen kann. Sie wurden meistens ins Holz geschnitzt und sollten nach altem Aberglauben die im Westen hausenden Dämonen bannen. Neidköpfe findet man aber auch aus Stein gemeißelt.

Neidstange

siehe Neidkopf.

Neigungsmesser

siehe Neigungsmeßgerät

Neigungsmessgerät

auch: Neigungsmeßgerät,, Neigungsmeßgeräte

neigungsmesser.jpg

Mit einem Neigungsmessgerät lässt sich auf einfache Weise ein Gefälle bestimmen. An jeder beliebigen Schräge wird durch Drehen einer Kunststoffrändelschraube die genaue Neigung ermittelt. Neigungsmesser gibt es auch in einer elektronischen Ausführung. Hier kann man sich Neigungen, Winkel oder Waagerechte in Grad oder Prozent anzeigen lassen.

NE-Metall

auch: NE-Metalle

Nennfestigkeit

Nennfestigkeit ist ein Begriff aus der Betontechnologie. Sie bezeichnet die Festigkeit eines Probenwürfels aus Beton mit einer Kantenlänge von meist 200 mm nach 28 Tagen. Die Festigkeitsklassen von Beton sind nach ihrer Nennfestigkeit eingeteilt. Ein Beton B 5 hat beispielsweise eine Nennfestigkeit von 5 N/mm².

Nenngröße

auch: Nenngrößen

Die Nenngröße bezeichnet im Baubereich die geplanten Abmessungen eines Bauteiles oder eines Gebäudeteiles.

Nennmaß

auch: Sollmaß

Das Nennmaß bezeichnet in der Architektur das in der Bauzeichnung angegebene Maß eines Bauteils. Wird ohne Fugen gebaut, so sind Nennmaße gleich den Baurichtmaßen. In der Holzwirtschaft ist das Nennmaß auch die Größeneinheit beim Schnittholzverkauf.

Nennwärmeleistung

Die Nennwärmeleistung gibt die höchste nutzbare Wärmemenge an, die ein Wärmeerzeuger im Dauerbetrieb je Zeiteinheit abgeben kann. Sie ist wichtig für die Planung der Heizungsanlage und wird auf dem Typenschild des Gerätes in kW (Kilowatt) angegeben.

Neonröhre

Nephelin

siehe Foyait

Nero Assoluto

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Nero Assoluto ist ein schwarzes Basalt-Gestein. Basalte sind chemisch und physikalisch hervorragend belastbar und eignen sich dementsprechend für fast alle Anwendungsfälle drinnen und draußen. Es ist daher bei Bauherren und Architekten gleichermaßen beliebt. Anwendungsbeispiele sind Treppen, Terrassen, Arbeitsplatten, Bodenbeläge, Fensterbänke oder Fassadenplatten. Die Oberfläche ist poliert, geschliffen oder geflammt. Die polierte Oberfläche ist am wenigsten empfindlich gegen Verschmutzung. Rutschfester wird das Material bei einer geschliffenen Oberfläche. Sehr rauh ist die geflammte Oberfläche (siehe flammieren). Solche Steine werden vor allem im Außenbereich eingesetzt.

Nero Impala

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Nero Impala zählt zu den Gabbro-Gesteinen. Gabbros haben hervorragende technische Werte und eignen sich für fast alle Anwendungsfälle. Sie sind chemisch und physikalisch hervorragend belastbar. Das südafrikanische Gestein wird matt oder poliert verwendet. Wegen seiner schwarz und dunkelgrau gesprenkelten Farbe ist es bei Architekten und Bauherren gleichermaßen beliebt. Anwendungsbeispiele sind Treppen, Terrassen, Arbeitsplatten, Bodenbeläge, Fensterbänke oder Fassadenplatten.

Nero Marquina

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Nero Marquina ist ein schwarzer, mit weißen Adern durchzogener Kalkstein aus Spanien. Die weißen Adern sind mal mehr oder weniger deutlich zu sehen. Verwendung findet er als Dekorstein im Innenbereich. Wegen seines hohen Gehalts an organischen Kohlenstoffen besitzt er eine geringe Härte und ist daher als polierter Bodenbelag eigentlich nicht zu empfehlen.

Nettobaufläche

auch: Nettobauland, Nettobauflächen, Netto-Baufläche, Netto-Bauflächen

Zur Nettobaufläche zählen im Bebauungsplan Baugrundstücke aller Art außer Verkehrs- und Grünflächen. Im Detail sind das Gewerbebauflächen, Wohnbauflächen, Gemeinbedarfsbauflächen.

Nettobauland

Nettoenergiebilanz

Die Nettoenergiebilanz ist die Gegenüberstellung aller Energiemengen, die für den Bau, den Betrieb und die Beseitigung eines Energiesystems benötigt werden, und derjenigen Energien, die von dem System im Laufe seiner Lebensdauer bereitgestellt werden. Ein Energiewandler mit negativer Energiebilanz verbraucht mehr Energie, als er bereitstellt. Er kann damit als nicht umweltfreundlich eingestuft werden.

Nettogrundfläche

auch: NGF, Nettogrundflächen

Die Nettogrundfläche eines Gebäudes ist nach Definition der DIN 277 die Summe aller nutzbaren Grundflächen (Flächen zwischen Wänden, Stützen, Pfeilern..) sowie freiliegende Installationen, fest eingebauten Gegenständen (Heizkörper etc.). Weiterhin ist die Nettogrundfläche unterteilt in Nutzfläche (NF), Funktionsfläche (FF), Verkehrsfläche (VF).

Nettorohbauland

siehe Rohbauland.

Netzabkoppler

auch: Netzfreischalter, Stromsensor, Freischalter, Feldfreischalter

Der Netzabkoppler, auch Netzfreischalter, Stromsensor oder Feldfreischalter genannt, ist ein Gerät, das zum Schutz vor Elektrosmog eingesetzt wird. Es schaltet automatisch die ihm zugeordneten Leitungen und Verbraucher aus und zwar automatisch, wenn der letzte Verbraucher oder das letzte Licht ausgeschaltet wird. Der Einbau eines Netzfreischalters bedingt einige Kenntnisse über die üblicherweise im Haushalt eingesetzten Geräte. Der einfache Netzabkoppler schaltet keine Stand-By Geräte wie Fernseher, Ladegeräte, Antennenanlagen, Trafos usw. Hier kommen spezielle Netzabkoppler zum Einsatz, die jedoch sehr genau einjustiert werden müssen oder man bedient sich, wenn möglich, z.B. vorgeschalteten, schaltbaren Mehrfachsteckerleisten. Ferner muss über eine Kontrollampe im Schlafzimmer ersichtlich sein ob der Netzfreischalter tatsächlich arbeitet. Diese wird einfach in eine Steckdose gesteckt und schaltet sich mit dem Netzabkoppler an und ab.

Netzfreischalter

siehe Netzabkoppler.

Netzmittel

Netzmittel sind Substanzen, die die Oberflächen- oder Grenzflächenspannung von Flüssigkeiten herabsetzen. Bei Farben oder Lacken verringern sie zum Beispiel die Oberflächenspannung zwischen Bindemittel und Pigmenten. Sie wirken damit dem Entmischungsbestreben von schwer benetzbaren Pigmenten entgegen und sorgen für eine gleichmäßige Verteilung der Pigmente innerhalb der Beschichtung und damit für eine einheitliche Farbgebung. Außer bei Beschichtungen werden Netzmittel auch in Reinigungsmitteln verwendet.

Netzpflasterverband

Netzpflasterverband ist eine andere Bezeichnung für Passéepflasterverband.

Netzplan

auch: Netzpläne

Im Baubetrieb wird mitunter mit einem Netzplan gearbeitet. Das ist eine grafische Darstellung des Arbeitsablaufs einer Baustelle. Der Netzplan bezieht die zeitlichen Abhängigkeiten der verschiedenen Arbeitsschritte mit ein. Auch die Kosten werden berücksichtigt, wenn beispielsweise ein Gewerk nicht rechtzeitig fertig wird und ein anderes Gewerk deshalb verschoben werden muss.

Netzriss

auch: Netzrisse

Haarrisse bzw. Netzrisse sind Risse an der Putzoberfläche. Je nach Ursache handelt es sich um Sinter- oder Schwundrisse in der Oberfläche der obersten Putzlage. Bei Benetzung mit Wasser zeichnen sich vorhandene Risse dunkel auf der Fläche ab. Die Risse werden mit einer speziellen rissverschlämmenden Zwischenbeschichtung geschlossen. Anschließend erfolgt eine Endbeschichtung mit Fassadenfarbe.

Neubau-Rolladen

auch: Neubaurolladen

Dieser Rolladen wird üblicherweise bei der Planung eines Neubaus realisiert. Beim Bau wird bereits ein Sturzkasten über dem Fenster mit eingemauert. In diesen Kasten wird der Rolladen montiert. Im Rauminnern ist ein Deckel, der sich für Wartungsarbeiten öffnen läßt.

Neupflaster

Neupflaster ist die Bezeichnung für Natursteinpflaster, das im Gegensatz zu Altpflaster aus neuer Produktion stammt und als Großpflaster, Kleinpflaster und Mosaikpflaster im Baustoffhandel erhältlich ist.

Neuschwelle

auch: Neuschwellen

Aufgrund der gesundheitlich bedenklichen Behandlung von Eisenbahnschwellen mit speziellen Mitteln hat die Holzindustrie inzwischen sägerauhe Balken in den Handel gebracht, die als Neuschwellen bezeichnet werden und ein Standardmaß von 12 x 14 x 250 cm haben. Neuschwellen werden aus nordischer Kiefer gesägt und sind durch ihre Kesseldruckimprägnierung gut für den Einbau ins Erdreich geeignet, erreichen aber naturgemäß nicht die Stabilität und Verrottungsfestigkeit der alten Eisenbahnschwellen aus Eiche oder Buche.

Neusilber

Neusilber ist eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Neusilberlegierungen sind zusammengesetzt aus 47 bis 65 Prozent Kupfer, 12 bis 25 Prozent Nickel und 10 bis 40 Prozent Zink. Neusilber ist härter als Silber und wird daher für allgemeine Gebrauchsgegenstände verwendet, die vielfach mit einer galvanisch aufgetragenen Silberauflage versehen werden, damit sie wie Silber aussehen. Einsatzbereiche: Untergrundmaterial für versilbertes Besteck, feinmechanische und elektrotechnische Geräte, medizinische Gerätschaften, Reißverschlüsse, Schmuckgegenstände, Sicherheitsschlüssel, Blechblasinstrumente und Saxophone. Die Schienenprofile von Modelleisenbahnen bestehen oft aus Neusilber. In der Elektronikindustrie werden Kontakte von Steckverbindern und Schaltern mit Neusilber überzogen.

Neutralisationsanlagen

Neutralisationsanlagen findet man unter anderem bei der Abwasserreinigung. Dort werden zum Beispiel alkalische und saure Abwässer zusammengebracht, damit sich sie sich gegenseitig weitgehend neutralisieren.

Neutralleiter

auch: Nullleiter

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Der Neutralleiter, auch Nullleiter genannt, ist eine Elektroleitung, welche den Strom vom Verbraucher wieder ins Netz zurück führt. Damit steht der Neutralleiter im Gegensatz zum Außenleiter. Der Neutralleiter steckt in einer blauen Ummantelung und wird mit "N" abgekürzt.

Neuvermarkung

siehe Abmarkung.

NGF

Niangon

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Niangon ist ein matt glänzendes westafrikanisches Laubholz mit einer braunrosa bis braunroter Farbe. Das Holz ist fest, mäßig schwindend und ziemlich witterungsfest. Es lässt sich leicht sägen und verarbeiten sowie gut verleimen. Es wird verwendet als Bau- und Konstruktionsholz, zum Drechseln, als Rahmenholz für Fenster- und Türenbau, für Parkett, Leisten, Möbel, und Treppen sowie als Furnierholz.

Nibbler

siehe Nager.

nichtbindiger Boden

auch: nichtbindige, Böden

Nichtbindiger bzw. rolliger Boden besteht aus Körnern unterschiedlicher Größe, die sich gegenseitig berühren. Der Boden hält kein Wasser und die Reibung zwischen den Körnern wird beim Vorhandensein von Wasser kaum beeinflußt. Da diese Böden nicht aufweichen, ist ihre Tragfähigkeit nicht vom Feuchtigkeitsgehalt, sondern nur von der Dichte der Lagerung abhängig. Nichtbindige Böden bestehen aus Kiesen und Sanden sowie Gemischen aus Kiesen und Sanden, auch mit einem bindigen Anteil von bis zu 15%. Kies- und Sandkorn sind mit bloßem Auge erkennbar.

nichtdrehungsfreies Seil

auch: nichtdrehungsfreie, Seile

Die wichtigste Entscheidung bei der Auswahl eines Stahldrahtseiles lautet nichtdrehungsfreies oder drehungsfreies Seil. Nichtdrehungsfreie Seile werden verwendet beim Heben von geführten Lasten, beim Heben von ungeführten Lasten mit mehreren Seilsträngen und kurzen Hubhöhen oder beim Heben von Lasten mit paarweisem Einsatz von rechts- und linksgängigen Seilen. Bei nichtdrehungsfreien Seilen unterscheidet man drehungsarme Seile, spannungsfreie Seile, spannungsarme Seile oder drallfreie Seile.

Nichteisenmetall

auch: NE-Metall, Nichteisenmetalle

Nichteisenmetalle werden nach ihrer Dichte in Schwermetalle und in Leichtmetalle unterteilt. Die wichtigsten Nichteisen-Schwermetalle sind Kupfer, Zink, Blei, Nickel, Aluminium und Chrom. NE-Metalle werden unter dem Gesichtspunkt des Korrosionsschutzes verwendet - als Legierungselemente zum Eisen, zu Aluminium und zu Zink (z.B. Chrom, Nickel, Titan und Molybdän bei Stahl, Mangan, Magnesium, Silizium und Zink bei Aluminium und Aluminium oder Nickel bei Zink), - als Bestandteile von Überzügen (z.B. Oberflächenveredlung durch Chromatieren), - als Bestandteil von Beschichtungen. Die NE-Metalle Aluminium, Kupfer, Zink und Blei bzw. Legierungen dieser Metalle werden als Bleche im Bauwesen eingesetzt. Außerdem werden verzinkte Stahlbleche (Trapezblechprofile) für Dächer und Fassaden verwendet.

nicht offenes Verfahren

auch: nicht, offene, Verfahren

nichtrostender Stahl

auch: nichtrostende, Stähle

Nichtrostende Stähle sind Stähle mit Legierungen von Eisen mit Nickel-Chrom und weiteren Zusätzen wie Molybdän oder Mangan. Bauteile aus nichtrostendem Stahl sind hoch korrosionsbeständig

nichttragende Wand

auch: nichttragende, Wände

Eine nichttragende Wand trägt außer der Eigenlast keine weiteren Lasten auf die Konstruktion ab. Nichttragende Wände können daher problemlos entfernt und versetzt werden, ohne dass die Standsicherheit des Bauwerks gefährdet ist.

Nickel

Nickel ist ein Metall, das eigentlich nur zusammen mit anderen Metallen verwendet wird. Meist wird es zur Stahlveredelung eingesetzt (siehe Edelstahl). Geringe Nickelzusätze erhöhen im Stahl die Korrossionsbeständigkeit, die Härte und die Zähigkeit. Nickellegierungen werden auch in geringem Anteil z.B. zur Münzherstellung, für Küchenbehälter ("Alpaka") oder zur Herstellung von Konstantandraht in der Elektronik verwendet.

Nickel-Cadmium-Akku

auch: Nickel-Cadmium-Akkus

Der Nickel-Cadmium-Akku war über Jahrzehnte der meistverwendete Akku-Typ. Er fand vor allem bei schnurlosen Telefonen und elektrischen Zahnbürsten Verwendung. Durch das relativ hohe Gewicht und die erhebliche Selbstentladung haben Nickel-Cadmium-Akkus an Attraktivität verloren. Dazu kommt das Verbot von Cadmium ab September 2008 in Europa mit nur wenigen Ausnahmeregelungen. Technisch vergleichbar ist der Nickel-Metallhydrid-Akku, für viele Amwemdungen ist edoch der Lithium-Ionen-Akku sinnvoller.

Nickel-Metallhydrid-Akku

auch: Nickel-Metallhydrid-Akkus

Der Aufbau des Systems ist vergleichbar mit den Nickel-Cadmium-Akkus. Diese Akkus sind optimal auf die Energieanforderungen von gängigen Digitalgeräten abgestimmt. Sie finden daher ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Digitalgeräten sowie Audio-Video-Ausrüstungen, z. B. in Digitalkameras, Notebooks, schnurlosen Telefonen, Handys etc. Außerdem tritt der gefürchtete Memory-Effekt bei diesen Akkus nur in sehr abgeschwächter Form als Lazy-Batterie-Effekt auf. Der Effekt ist aber lange nicht so ausgeprägt: Der Akku liefert weniger Energie als normal, die Nutzungsdauer selbst ist aber davon kaum betroffen. Der Lazy-Batterie-Effekt kann auf die gleiche Art wie der Memory-Effekt behoben werden: Das Entladen des Akkus von Zeit zu Zeit frischt die Energie wieder auf. Auch hier empfiehlt sich ein Ladegerät mit Endladefunktion.

Niederdruckinjektion

Dieses Injektionsverfahren wird bei Baustoffen mit grossem Porenvolumen, instabilem Gefüge oder in der Regel bei Rissbreiten ab 0,5 mm eingesetzt. Bei geringeren Rissbreiten ist die Viskosität des Injektionsmaterials ausschlaggebend. Der Arbeitsdruck liegt hier zwischen 0 und 20 bar. Richtig ausgeführt, ist das Niederdrucksystem der Hochdruckinjektion gleichzusetzen. Als Injektionspacker kommen sowohl Klebe- als auch Bohrpacker zum Einsatz.

niederfrequentes elektrisches Feld

auch: niederfrequenten, elektrischen, Felder

Niederfrequente elektrische Felder entstehen überall dort, wo elektrische Spannung anliegt. Es muss dabei kein Strom fließen, es reicht zum Beispiel wenn der Stecker der Schreibtischlampe in der Steckdose steckt. Dies unterscheidet das niederfrequente elektrische Feld vom niederfrequenten magnetischen Feld. Auch die in der Wand liegenden Leitungen erzeugen bei anliegender Spannung ein niederfrequentes elektrisches Feld. Die Stärke dieses Feldes wird in Volt pro Meter (V/m) gemessen. Die Größe des Feldes ist abhängig von der Stärke der anliegenden Spannung. In mitteleuropäischen Haushalten beträgt die Spannung in den Stromleitungen 230 Volt. Hochspannungsleitungen werden mit 500 bis über 1000-facher Stärke (110 – 400 Kilovolt) belastet. Allgemein wird unter Einwirkung niederfrequenter elektrischer Felder ein Absinken des Melatoninspiegels beobachtet. Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse erzeugt wird und vom Tag-Nacht-Rhythmus gesteuert wird. Weniger Melatonin hat typischerweise Depressionen, Unruhe oder Schlafstörungen zur Folge sowie eine Schwächung des Immunsystems. Außerdem wirkt es als Fänger freier Radikale, d. h. agressiver Moleküle, die Erbänderungen in Zellen hervorrufen und somit Krebs erzeugen können. Insgesamt bedeutet somit fehlendes Melatonin ein erhöhtes Krebsrisiko.

niederfrequentes magnetisches Feld

auch: niederfrequenten, magnetischen, Felder

Überall wo elektrischer Strom fließt (zum Beispiel eingeschaltete Lampe) entsteht ein niederfrequentes magnetisches Feld. Das Magnetfeld hängt nur von der Stromstärke ab und nicht von der treibenden Spannung. Bei gleicher Stromstärke ist das magnetische Feld gleich groß, unabhängig davon, ob die Spannung 12 V beträgt wie bei einem Computer oder 220 V bei einem Fernseher. Das niederfrequente Feld einer Lampe ist gering, problematischer sind hingegen Transformatoren. Diese sind in fast allen Elektrogeräten eingebaut, um die Stromstärke zu drosseln. Die gesundheitlichen Auswirkungen niederfrequenter magnetischer Felder entsprechen denen der niederfrequenten elektrischen Felder. Das kommt daher, dass elektrische und magnetische Felder in ähnlicher Weise auf den menschlichen Körper einwirken.

Niederschlag

auch: Niederschläge

Niederschlag tritt als Regen, Schnee, Hagel oder Eis auf. Bei extremen Standorten oder besonderen Witterungsverhältnissen können sich diese Niederschläge in Treibregen, Flugschnee, Schnee- oder Eisschanzenbildung auswirken. Aggressive Niederschläge entwickeln sich durch in der Atmosphäre auftretende Lösungen von Stoffen und Gasen, z. B. zu "saurem Regen".

Niederschlagsgebiet

Niederschlagswassergebühr

Die Niederschlagswassergebühr ist in vielen Städten und Gemeinden Teil der Abwassergebühr. Sie richtet sich nach der an den Kanal angeschlossenen bebauten oder befestigten Grundstücksfläche (Dachflächen, Hofflächen, Wege etc.). Damit nichts den Augen des Kämmerers entgeht, wird mancherorts sogar eine Befliegung durchgeführt.

Niedertemperaturkessel

Noch bis vor wenigen Jahren arbeiteten Heizungsanlagen nach einem im Grunde seltsam anmutenden Prinzip: Die Betriebstemperatur der Kessel lag, damit sie keinen Schaden durch Korrosion nahmen, bei rund 80 Grad Celsius. Unpraktischerweise ist das so stark erhitzte Wasser zu warm, um es für die Wohnungsheizung einzusetzen. Daher hat man es, bevor es über das Leitungsnetz im gesamten Haus verteilt wurde, mit kaltem Wasser gemischt - eine ziemlich uneffiziente Methode. Als Lösung für diese Energieverschwendung wurden die sogenannten Niedertemperaturkessel entwickelt, die durch ihre besondere Konstruktion und die Verwendung von widerstandsfähigen, speziell beschichteten Materialien auch bei niedrigen Betriebstemperaturen keine Schäden erleiden. Warum Niedertemperaturkessel beim Brennstoffsparen helfen, liegt auf der Hand. Das Wasser wird nur exakt bis zu der Temperatur aufgeheizt, die zum Erreichen der gewünschten Raumtemperatur notwendig ist. Gesteuert wird ein Niedertemperaturkessel durch einen an der Haus-Außenwand angebrachten Fühler, der je nach Außentemperatur die Wassertemperatur regelt.

Niedervolthalogenlampe

auch: Niedervolthalogenlampen, Niedervolt-Halogenlampe, Niedervolt-Halogenlampen

Diese Art von Halogen-Glühlampen benötigen, im Gegensatz zu Hochvolthalogenlampen einen Transformator. Dieser reduziert die Spannung auf 6, 12 oder 24 Volt. Die Lebensdauer einer Niedervolthalogenlampe ist doppelt so hoch als bei einer Hochvolthalogenlampe. Gegenüber einer Glühlampe, die eine Lebenserwartung von 1000 Stunden hat, ist sie sogar viermal so hoch. Niedervolthalogenlampen eignen sich daher vor allem auch für professionelle Anwendungen in Hotels, Verkaufs- und Ausstellungsräumen. Niedervolthalogenlampen besitzen kein Edisongewinde, sondern zwei Drahtstifte, die eingeklemmt und anschließend festgeschraubt werden.

Niedrigenergiehaus

auch: Niedrigenergiehäuser, Niedrig-Energiehaus

Griffiger, jedoch weder rechtlich geschützter oder durch Normierungen definierter Begriff, den Massiv- und Fertighaushersteller vor allem aus Werbezwecken einsetzen. Unter einem Niedrigenergiehaus wird im allgemeinen ein Haus verstanden, dessen Heizwärmebedarf die Anforderungen der alten WSVO um mindestens 25 % unterschreitet. An ein Passivhaus, das in diesem Zusammenhang öfters genannt wird, werden noch weit höhere Energie-Einsparanforderungen gestellt. Für Neubauten relativiert sich der Werbewert des Begriffs insoweit, als jedes neugebaute Haus automatisch ein Niedrigenergiehaus ist, weil die EnEV (Energieeinsparverordnung) erhebliche Anforderungen an den Wärmeschutz und die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle stellt.

Nießbrauch

Kommt der Nießbrauch im Immobilienbereich zum Tragen, so bedeutet dies, dass ein Grundstückseigentümer einem anderen die Nutzung eines meist bebauten Grundstücks überlässt. Solche Regelungen kommen häufig bei Erbschaftsangelegenheiten oder in Scheidungsfällen vor. Der Eigentümer überlässt das Anwesen dem "Nießbraucher", also einem "Nutznießer", wobei der Nießbrauch im Grundbuch Abt.II eingetragen wird. Der Nießbraucher wird also wirtschaftlicher Besitzer, jedoch nicht Eigentümer. Er kann das Haus bewohnen oder auch vermieten und die daraus erzielte Miete behalten, er kann das Anwesen jedoch weder vererben noch verkaufen noch verschenken. Der Eigentümer hingegen kann das Anwesen zwar verkaufen, aber niemand wird ein Haus kaufen wollen, das mit einem Nießbrauch belastet ist. Durch den Verkauf eines Hauses wird der Nießbrauch keineswegs gelöscht, sondern bleibt zu Lebzeiten des Nießbrauchers bestehen.

Niete

auch: Nieten

Eine Niete ist das verbindende Bauteil einer Nietverbindung. Es handelt sich um einen Bolzen aus Metall, der ein verdicktes Ende hat. Dieses wird durch einen Schlag oder Druck in die Breite verformt, so dass die Werkstücke fest miteinander verbunden werden. Das Nieten lässt sich leicht und schnell mit einer Blindnietzange bewerkstelligen. Ganze Brücken wurden mit tausenden von Nieten bereits verbunden. Auch beim Flugzeugbau kommen Nieten tausendfach zum Einsatz. Je nach Form des Kopfes werden Flachrund-, Halbrund-, Senk- oder Flachsenknieten unterschieden. Alle diese Nieten sind Vollnieten und werden zum Verbinden von Blechen verwendet.

Nietmutter

auch: Nietmuttern

siehe Blindnieten.

Nischenkachel

auch: Nischenkacheln

Bei der Nischenkachel handelt es sich um eine nach innen gewölbte Ofenkachel, die sich um das Jahr 1500 entwickelt hat. Hergestellt wird sie aus einem gedrehten Tonzylinder, der im noch nicht gebrannten Zustand in der Mitte auseinander geschnitten wird. Oben und unten wird der auseinandergeschnittene Zylinder mit einem halbkreisförmigen Deckel versehen und anschließend gebrannt. Nischenkacheln gibt es in vielen Varianten. Sie können mit einem Giebel versehen sein oder auch mit einem Relief geformt.

Nissenhütte

auch: Nissenhütten

Nach ihrem Erfinder, dem britischen Offizier Norman Nissen benannter Wellblechschuppen in der Form eines halbierten Ölfasses, wobei die Bezeichnung "Hütte" irreleitet, denn diese "Hütten" waren zunächst dazu gedacht, in den britischen Kolonien Kriegsgerät wie Kanonen aufzunehmen, um es vor Sandstürmen und Monsunregen zu schützten. So gesehen, waren die Nissenhütten große, halbrunde Garagen, die allerdings im Deutschland der Nachkriegsjahre traurige Berühmtheit erlangten. Hunderttausende Ausgebombte und Flüchtlinge mussten untergebracht werden - nicht zuletzt in Nissenhütten, die aus England herangeschafft wurden und in denen in Hamburg zeitweise 10.000 Menschen lebten. Zwei Familien teilten sich damals eine "Wohneinheit" von ca. 40 qm. Die letzten Nissenhütten wurden 1959 verschrottet; mit der halbrunden Form dieser Wellblechbaracken experimentieren heute jedoch avantgardistische Architekten.

Nitrifikation

Nitrifikation ist ein Begriff aus der Abwasserreinigung. Er bezeichnet die Umwandlung von Ammonium zu Nitrit und weiter zu Nitrat, die beide durch Denitrifikation in den atmosphärischen Stickstoff umgewandelt werden.

Nitro-Lack

auch: Nitro-Lacke

Nitrose Gase

Dienen zur Herstellung von Salpetersäure. Nitrose Gase entstehen unter anderem durch Oxidation des Luftstickstoffes, z.B. beim Schweißen und Glasblasen sowie durch Zersetzung nitrathaltiger Düngemittel.

Nitroverdünnung

auch: Nitroverdünnungen

Unter Nitroverdünnung sind Lösemittelgemische für Nitrozelluloselacke zu verstehen. In der Regel bestehen Nitroverdünnungen aus Kohlenwasserstoffen und Estern. Sie sind feuergefährlich und teilweise gesundheitsschädlich.

Nitrozelluloselack

auch: Nitro-Lack, NC-Lack, CN-Lack, Nitrozelluloselacke

Diese Lacke bestehen aus Nitrozellulose, synthetischen Harzen, Weichmachern, Mattierungs-, Schleif- und Lichtschutzmitteln sowie aus Pigmenten bzw. Farbstoffen, Verdünnungs- und Lösemitteln. Man bezeichnet Nitrozelluloselacke auch als Nitro-, NC- oder CN-Lacke. Sie haben einen hohen Lösemittelanteil von bis zu 70 %, weshalb die Entsorgung sehr problematisch ist. In Abwässer dürfen Nitrozelluloselacke nicht gelangen. Auch für den Verarbeiter ist die Lösemittelbelastung ein Problem. Verwendet werden die Lacke für Holz oder Metall. Wegen der guten mechanischen Beanspruchbarkeit werden sie jedoch vorzugsweise zum Veredeln von Holzoberflächen (Möbel und Innenausbau) eingesetzt. Die Lacke lassen sich leicht verarbeiten und trocknen schnell durch den hohen Lösemittelanteil, sind jedoch schlecht überstreichbar, denn das gleiche Lösemittel löst den Lack wieder auf. Auch für bewitterte Flächen können NC-Lacke nicht verwendet werden. Der trockene Lackfilm erweist als sich nicht völlig lichtecht und nur wenig beständig gegen Chemikalien, Wasser und Wärme.

Nivellement

auch: Nivellements

Nivellement ist ein Messverfahren, bei dem mit Hilfe von Nivellierinstrument und Nivellierlatten die Höhenunterschiede zwischen zwei Lattenstandpunkten gemessen und zum Höhenunterschied der Nivellierstrecke aufsummiert werden.

nivellieren

Nivellieren ist das Bestimmen von Höhenunterschieden mit Hilfe von horizontalen Linien. Dazu werden das Nivellierinstrument und die Nivellierlatte verwendet.

Nivellierfüße

auch: Nivellierfuß

nivellierfuesse.jpg

Nivellierfüße sind Höhenverstellelement, die bereits werkseitig unter Schränken, Regalen, Hifi-Boxen und dergleichen angebracht sind und in den Korpus ein- oder ausgeschraubt werden können, bis das Bauteil "nivelliert" ist, also absolut eben auf der Bodenfläche steht. Befinden sich diese Nivellierfüße unter einer Maschine, wird allgemein von einem nivellierbaren Maschinenfuß gesprochen. Nivellierfüße bestehen aus einem Gewindestab aus Edelstahl und einem Teller, der die Lasten abträgt. Natürlich können im Handel für Möbelbeschläge und in Baumärkten auch Nivellierfüße gekauft werden.

Nivelliergerät

auch: Nivelliergeräte

Nivellierinstrument

auch: Nivelliergerät, Nivellierinstrumente, Nivellier-Instrument, Nivellier-Instrumente

Instrument zum Messen von Höhenunterschieden mit Hilfe horizontaler Ziellinien. Im Vermessungswesen werden beispielsweise Höhen übertragen, Höhenpunkte festgelegt und Höhendifferenzen gemessen. Im Bauwesen werden beispielsweise Höhenunterschiede an Bauwerken ermittelt. Hauptbestandteile sind ein um eine Stehachse drehbares Fernrohr und Einrichtungen zum Horizontieren der Ziellinie. Es kann mit einem Horizontalkreis und/oder einem Planplattenmikrometer ausgerüstet sein. Mit ihm werden Nivellements über größere Entfernungen durchgeführt.

Nivellierkeile

Nivellierkeile dienen dem Ausgleichen von Unebenheiten bei Montagearbeiten unterschiedlichster Art. Beim Aufstellen von Schränken, Werkbänken usw. werden Nivellierkeile aus Hartholz soweit unter die Stellfüße geschoben, bis die Wasserwaage eine Gerade anzeigt. Nivellierkeile aus Kunststoff kommen speziell bei der Montage von Paneeldecken zum Einsatz. Sie werden in sortierten "Mixbeuteln" in Stärken zwischen 1 und 6 mm angeboten.

Nivellierlatte

auch: Nivellierlatten, Nivellier-Latte, Nivellier-Latten

Nivellierlatten braucht der Vermessungstechniker für seine Arbeit. Die Latten sind drei bis fünf Meter lang und in Zentimeterabstände eingeteilt. Alle fünf Zentimeter wechselt die Farbe von rot zu weiß bzw. umgekehrt. Die Zentimeter können mit Hilfe der Markierung genau abgelesen werden, die Millimeter müssen geschätzt werden. Damit keine falschen Ergebnisse auftreten, muss die Nivellierlatte bei Messungen immer senkrecht gehalten werden. Dabei hilft ein Lattenrichter mit eingebauter Dosenlibelle. Sollte die Latte beim Halten zu sehr schwanken, werden in der Praxis häufig zwei Fluchtstäbe über kreuz hinter die Nivellierlatte gesteckt, um sie etwas abzustützen.

Nivelliermasse

auch: Nivelliermassen

Nivellierrechen

Der Nivellierrechen ist u.a. ein Anbaugerät für den Kompaktlader. Man verwendet ihn zum Entfernen großer Erdklumpen und Steine, Aufbrechen von harten Böden sowie zum Aussortieren von Schutt aus dem Boden.

Nivellierspachtel

auch: Nivelliermasse, Bodennivelliermasse

Nivellierspachtel ist eine fließfähige, mörtelartige Spachtelmasse, die zum Ausgleich von Unebenheiten auf Wand und Boden gleichmäßig aufgebracht wird und sich dort selbst gleichmäßig dünn verteilt. Das ist wichtig, um eine ebene Oberfläche und dadurch eine größtmögliche Kontaktfläche zum nachfolgenden Aufbau zu erhalten.

NMC-Leiste

auch: NMC-Leisten

siehe Stuckleiste.

Nocke

auch: Nocken

siehe Schichtstück.

Nominalzins

Bezeichnung für den Zinssatz, den der Kreditnehmer als Preis für den Nennbetrag des Darlehens (die Nominalschuld) zahlen muss. Die Höhe der laufenden Zinsrate wird durch den Nominalzins bestimmt. Die tatsächliche Belastung für den Kreditnehmer kann aus dem Nominalzins nicht abgelesen werden. Über sie gibt der Effektivzins Auskunft, der weitere Einflüsse wie die Termine der Ratenzahlungen und die Verrechnungstermine berücksichtigt.

Noniusabhänger

siehe Abhänger

Nonne

siehe Nonnenziegel.

Nonnenziegel

auch: Rinnenziegel, Nonne, Hocken, Priepen, Prieben, Unterdächler

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Der Nonnenziegel ist ein gewölbter Pressdachziegel ohne Verfalzung und mit rundem Wasserlauf. Kennzeichnend ist, dass er auf der Dachlattung liegt und ohne Verfalzung von einem Mönchziegel seiten- und höhenüberdeckt wird (siehe auch Mönch und Nonne). Weitere Bezeichnungen für diesen Ziegel sind Nonne, Haken, Hocken, Rinnenziegel, Rinnen, Priepen, Prieben, Unterdächler.

Noppenbahn

auch: Noppenbahnen

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Noppenbahnen bestehen aus hochwertigem Polyethylen mit hoher Dichte (HDPE). Sie dienen - ebenso wie die Drainmatten - dem Schutz der Grundmauern gegen Feuchtigkeit, gewähren eine gute Belüftung des Bauwerks, sind wurzelfest und leicht zu verlegen. Noppenbahnen bieten einen sehr wirksamen Schutz beim Verfüllen, sowie eine zusätzliche Wärmedämmung der Grundmauer. Weitere Einsatzgebiete für Noppenbahnen sind der Schutz von Estrichböden gegen aufsteigende Feuchtigkeit, als Sauberkeitsschicht unter Bodenplatten oder als Zwischenlage bei Dachbegrünungen. Noppenbahnen gibt es mit Filtervlies, das ein Zuschlämmen der Noppenbahnkanäle verhindert. Besitzen die Noppenbahnen zusätzlich noch eine Gleitfolie, so verhindert diese Punktbelastungen und wirkt als Gleitfläche für die Noppenbahnen.

Noppenblech

auch: Rundnoppenblech, Noppenbleche

Noppenbleche gehören zu den Dekorblechen und weisen noppenartige, maschinell in das Blech geprägt Erhebungen auf. Unterschieden wird in Rundnoppen- und Quadratnoppenbleche.

Noppenfolie

Andere Bezeichnung für Noppenbahn, allerdings wird bei der Anlage von Zierteichen grundsätzlich von Teichfolien gesprochen, die es auch als Noppenfolien gibt.

Noppenplatten

auch: Noppenplatte

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Noppenplatten aus extrudiertem Polystyrol werden eingesetzt, wenn Fußbodenheizungen speziell über Zwischendecken eingebaut werden sollen, zumal diese Platten auch als Trittschalldämmplatten wirken. Die flexiblen Kunststoffrohre der Fußbodenheizung werden einfach zwischen den hochstehenden Noppen festgeklemmt, ohne dass spezielle Rohrhalter auf der Decke montiert werden müssen. Noppenplatten sind mit einem allseitigen Nut-Feder-System oder einem Hakenfalz ausgestattet, so dass sie nahtlos im Raum verlegt werden können.

Noppenstein

auch: Noppensteine

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Noppensteine sind Plastersteine aus Beton mit seitlichen Noppen. Diese können unterschiedlich lang sein. Entsprechend sind die Fugen zwischen den Plastersteinen umso größer, je länger die Noppen sind. Die Fugen können mit Splitt oder zur Begrünung mit Erde aufgefüllt werden. Durch die Fugen kann Regenwasser ungehindern versickern und der Flächenversiegelung wird entgegengewirkt. Durch seine maschinelle Verlegbarkeit sind auch große Flächen, öffentlich oder privat, schnell und problemlos verlegt. Die verschiedenen Verlegemuster von Noppensteinen sind auf den Abbildungen zu sehen.

Noppenwalze

auch: Noppenwalzen

siehe Erbslochwalze.

Nordhang

auch: Nordhänge

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Das Bauen in Hanglage kann problematisch sein, das Bauen auf einem Nordhang ist es in jedem Fall. Benachbarte Gebäude können im Winter für eine Verschattung von 30 und mehr Metern sorgen, was zu einer erheblichen Reduzierung des Lichteinfalls führt. Weniger Sonnne bedeutet aber mehr Energieaufwand für die Beleuchtung der Innenräume und für das Beheizen. Bei der Bebauung eines Nordhangs sind große Fensterfronten opportun, was die Bau- und Energiekosten weiter nach oben drückt, wogegen Solarenergie so gut wie gar nicht gewonnen werden kann.

Norm

auch: Normen

Normen sind im Bauwesen nicht wegzudenken. Sie legen Mindeststandards für Bauprodukte fest und können auch Verarbeitungsverfahren bestimmen. Wichtig ist auch die einheitliche ("genormte") Bemaßung von Bauteilen, wodurch Verarbeitungsfehler vermieden werden und das Bauen rationeller verläuft. DIN-Normen sind in Deutschland maßgeblich. In Österreich sind dies die ÖNORMEN. Mit EN-Normen bemüht sich die Europäische Gemeinschaft, übergreifende Regelungen zu finden, damit in allen Mitgliedsstaaten (auch bei Bauprodukten und -verfahren) einheitliche Standards zu Grunde gelegt werden können.

Normalbeton

Normalbeton ist das, was umgangssprachlich als Beton bezeichnet wird, und zwar ein Gemisch aus Zement, Wasser und ggf. Zusätzen. Die Trockenrohdichte liegt zwischen 2,0 kg/m³ und 2,8 kg/m³. Als Zuschlag bzw. Gesteinskörnung, wie es neuerdings heißt, erhält er natürliches ungebrochenes oder gebrochenes dichtes Gestein (z.B. Sand, Kies, Splitt). Auch künstlich hergestellte gebrochene oder ungebrochene dichte Stoffe (z.B. Hochofenschlacke) kommen als Zuschlag zum Einsatz.

Normalformat

Mauersteine sind in Deutschland in den Formaten NF (Normalformat), DF (Dünnformat) oder einem vielfachen von DF (2DF, 3DF ....usw.) erhältlich. Das Normalformat hat eine Größe von 7,1 cm x 11,5 cm x 24 cm (Höhe x Breite x Länge). 6 Steinreihen im Normalformat ergeben eine Mauerhöhe von 50 cm. Dabei muss bedacht werden, dass zwischen jeder Reihe eine Mörtelfuge von 1,2 cm berücksichtigt werden muss.

Normalglühen

siehe Glühen.

Normalnull

Höhenfestpunkt, der durch die Landesvermessung festgelegt wird. Wird als Höhenbezugspunkt auf der Baustelle benötigt, auf den die Höhenunterschiede auf dem Bau bezogen werden.

Normalpflaster

Natursteinpflaster, dessen Größensortierungen nur noch für Altpflaster gelten.Hier einige Richtwerte: Größe Breite/Länge/Höhe 1 10/16/16 2 10/16/15 3 10/16/13

normalsaugende Kreiselpumpe

auch: normalsaugende, Kreiselpumpen

siehe Kreiselpumpe.

Normalschlag

Normalschlag bezeichnet die Machart von Litzen für Stahldrahtseile. Im Gegensatz zum Parallelschlag gibt es bei dieser Machart Überkreuzungen der Drähte.

Normalzuschlag

siehe Zuschlag.

Nostalgie-Briefkasten

auch: Nostalgie-Briefkästen

Notabdichtung

auch: Notabdichtungen

Unter Notabdichtung versteht man eine befristete Abdichtung als vorübergehender Schutz im Schadensfall. Notabdichtungen sind keine dauerhaften Lösungen. Von einer Notabdichtung können nicht die Kriterien einer Abdichtung erwartet werden. Sie ersetzen keine Abdichtung.

Notaranderkonto

Das Notaranderkonto bzw. Anderkonto ist ein auf den Namen eines Notars eingerichtetes Bankkonto zur vorübergehenden treuhänderischen Verwahrung von Fremdgeldern. Das Notaranderkonto ermöglicht die vorzeitige Darlehensauszahlung zur Kaufpreisabwicklung, solange die Grundschuld noch nicht eingetragen ist. Hierfür wird von der Bank in der Regel ein sogenannter Vorvalutierungszuschlag erhoben.

Notausgang

auch: Notausgänge

siehe Fluchttür.

Notausstieg

auch: Notaustiege

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Notausstiege dienen als Ausgang zu Fluchtwegen. Sie können je nach Bauwerk von der Bauaufsicht gefordert werden. Dachflächenfenster und Fertiggauben können bei Einhaltung dieser Anforderungen als Notausstieg dienen. Allerdings sind Notausstiege, die auf ein Steildach führen, lebensgefährlich für Personen, die keine Dachdecker sind. Sie haben dann die Wahl, ob sie einem Feuer zum Opfer fallen oder in die Tiefe stürzten sollen. Aus diesem Grund können rund um Dachfenster Notausstiegs­konstruk­tionen wie auf dem Foto eingebaut werden. Im Fall eines Feuers können sich die Bewohner auf die balkonartigen Dachaufbauten flüchten und dort ausharren, bis sie von der Feuerwehr gerettet werden.

Notbeleuchtung

auch: Sicherheitsbeleuchtung

Die Notbeleuchtung ist eine Beleuchtung, die bei Störung der Stromversorgung der allgemeinen künstlichen Beleuchtung wirksam wird. Dabei wird unterschieden zwischen Sicherheitsbeleuchtung und Ersatzbeleuchtung. Bei der Sicherheitsbeleuchtung wiederum kann unterschieden werden zwischen "Sicherheitsbeleuchtung für Rettungswege", "Antipanikbeleuchtung" und "Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung". Die Sicherheitsbeleuchtung ermöglicht es Personen, einen Raum oder ein Gebäude, im Gefahrenfall, sicher zu verlassen, zum Beispiel einen Notausgang zu finden, oder einen gefährlichen Arbeitsablauf zu beenden. Teil der Sicherheitsbeleuchtung sind die "kleinen, rennenden Männchen auf grünem Grund" die aus Kaufhäusern oder Kinos bekannt sind. Dies sind auch Sicherheitsleitsysteme.

Notdeckung

auch: Notdeckungen

Unter Notdeckung versteht man eine befristete Abdeckung als vorübergehender Schutz im Schadensfall. Notdeckungen sind keine dauerhafte Lösung. Von einer Notdeckung können nicht die Kriterien einer Deckung erwartet werden. Sie ersetzen keine Dachdeckung.

Notentwässerung

auch: Notüberlauf

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Nach den neuesten Baurichtlinien ist bei Flachdächern heute eine Notentwässerung zu installieren, falls alle anderen Abflüsse nicht ausreichen oder durch Verschmutzung und Verstopfung ausfallen. Die Notentwässerung muss bei Auslauf ins Freie auf schadlos überflutbare Flächen erfolgen. Norüberläufe sind generell erforderlich bei Dachkonstruktionen mit innenliegenden Rinnenentwässerungen und bei Flachdächern in Leichtbauweise (z.B. Trapezdächer). Sofern ein freier Notüberlauf mit ausreichendem Abflussvermögen über die Fassade nicht möglich ist, muss ein zusätzliches Leitungssystem mit freiem Auslauf auf das Grundstück installiert werden. Dabei kann auch ein Unterdrucksystem Verwendung finden.

Notglied

auch: Notglieder

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Notglieder sind, wie der Name schon sagt, Ersatzglieder für eine Kette, die möglicherweise zu kurz ist. Vor allen Dingen dienen Notglieder aber dazu, eine gespannte Kette vorübergehend zu arretieren, wobei die Seitenschenkel des Notgliedes mit einer Zange zusammengepresst werden müssen. Da Ketten in aller Regel eine Halte- und Sperrfunktion haben, muss das Notglied kurzfristig gegen ein Bügelschloß ausgetauscht oder aber die Glieder der Kette müssen verschweißt werden, um Unfällen vorzubeugen. Platzende Ketten können tödliche Verletzung verursachen.

Notstromaggregat

auch: Notstromaggregate

Ein Notstromaggregat ist im Prinzip ein kleines Kraftwerk, das mit Hilfe eines Motors Strom erzeugt. Angetrieben wird der Motor mit Benzin oder Diesel. Gestartet werden solche Stromerzeugungsaggregate per Seilzug, mittels Druckluft oder mit elektrischem Anlasser, wobei die letzte Möglichkeit das Vorhandensein einer Batterie voraussetzt. Einsatzgebiete für Notstromaggregate sind Krankenhäuser oder Industriebetriebe, wo der Ausfall des Stroms lebensnotwendig ist (im Krankenhaus) oder wo ein Stromausfall für riesige Kostenausfälle sorgt. Auch Server im Internet sind häufig an ein Notstromaggregat angeschlossen, weil jede Minute ohne Internetverbindung Schäden in Millionenhöhe verursachen kann. Man unterscheidet mobile und stationäre Notstromaggregate. Mobile Geräten werden zum Beispiel auf einem Anhänger montiert und von Feuerwehr oder Katastrophenschutz verwendet. Sie werden nicht nur bei Stromausfall, sondern auch in Gebieten, wo es keine Stromversorgung gibt, eingesetzt, zum Beispiel für mobile Wasseraufbereitungsanlagen.

Notüberlauf

Not- und Hinweisleuchte

auch: Not-, und, Hinweisleuchten

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Hinweisleuchten vermitteln über Piktogramme oder Texte Informationen oder Weghinweise. Notbeleuchtung bezeichnet Leuchten mit der Angabe des Rettungsweges zur Verbesserung der Orientierung in Notfallsituationen. Sie dienen der Kennzeichnung von Ausgängen, Notausgängen oder Rettungswegen. Hinweisleuchten sind oft sekundäre Beleuchtungselemente und sollten mit der Architektur korrespondieren. Leuchten mit Farbwechsel lassen eine Steuerung zur dynamischen Wegeführung zu. Rettungszeichenleuchten sind jeweils auf die regionalen Richtlinien abzustimmen.

Notwegerecht

auch: Notwegerechts

Das Notwegerecht ist eine Variante des Wegerechts. Gerichtlich kann durchgesetzt werden, dass die Zufahrt zu einem Grundstück über ein fremdes Grundstück so lange geduldet werden muss, bis das sonst nicht erreichbare Grundstück an das öffentlihe Straßennetz angeschlossen ist. In Neubaugebieten kann das Jahre dauern. Die Gerichte setzen in solchen Fällen fest, wie hoch die Entschädigung für die Nutzung des eigenen Grundstücks durch den Nachbarn ausfallen wird.

Nuancieren

siehe Abtönen.

Nullauszug

Kein Kontoauszug mit Nullen, sondern eine Technik aus dem Bereich des Putzer- und Malerhandwerks. Dabei wird eine Spachtelmasse, die auf einen Untergrund "aufgezogen", also aufgetragen worden ist, so verteilt, dass sie zu den Rändern hin immer dünner wird, bis sie bei "Null" endet. Das Verfahren ist aus einsichtigem Grund problematisch, da sich eine dünne Spachtellage anders verhält, als eine dicke. Sie trocknet schneller aus, verliert an Feuchtigkeit und kann so ein Aufbrennen bewirken. Im Endeffekt können die dünnen Schichten die Wandhaftung verlieren, so dass sie nur noch durch ihre Verbindung zum "dickeren Ende" der Spachtelmasse gehalten werden. Bei qualitativ hochwertigen Haftspachtelmassen mit verstärkter Klebekraft kann das Problem jedoch kaum auftreten.

Nullenergiehaus

auch: Nullenergiehäuser

siehe Passivhaus.

Nullfugenverlegung

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Von einer Nullfugenverlegung wird gesprochen, wenn bei der Verlegung von Holzpaneele die Kanten der einzelnen Paneele direkt aufeinander stoßen, die Federn bei Nut-und-Feder-Verlegung also nicht sichtbar sind. Es entsteht eine sogenannte Nullfuge. Die Verlegung mit Nullfuge ergibt ein optisch neues, zeitgemäßes Verlegebild, ohne jedoch dominant zu sein.

Nullleiter

siehe Neutralleiter.

Nurdachhaus

auch: Nurdachhäuser

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Nurdachhäuser sind Häuser, die praktisch nur aus einem Steildach bestehen, die üblichen Seitenwände fehlen vollständig. Im Haus selbst gibt es dementsprechend nur Dachschrägen. Die einzigen geraden Flächen findet man an den Giebelseiten, entsprechend unpraktisch sind solche Häuser. Man findet Nurdachhäuser dementsprechend meist als Ferienhäuser. Unter dem Steildach sind häufig zwei Wohnebenen zu finden. Um die erforderliche Höhe dafür zu erhalten, müssen die Dachflächen sehr steil sein. Nurdachhäuser sind meist Holzhäuser, was nur logisch ist, da die meisten Dachkonstruktionen ebenfalls aus Holz sind. Auf der Abbildung ist ein Nurdachhaus in Form eines Kinderspielhauses für Kinder zu sehen. Bei diesem Nurdachhaus fehlt die Dacheindeckung, dafür kann es mit Kletterpflanzen umrankt werden.

Nussbaum (amerikanisch)

auch: Nussbaum, amerikanisch, amerik.

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Den Nußbaum findet man in den Laubwäldern den östlichen und mittleren USA. Feinblumige Zeichnung oder auch gestreifte Textur machen den Nußbaum zu einem geschmeidig-eleganten Holz. Die Farbe variiert von graubraunen bis rötlich braunen Farbtönen. Nußbaum wird vor allem für hochwertige Stilmöbel verwendet, z.B. für Möbel im Rokoko- und Barockstil.

Nussbaum (europäisch)

auch: Nussbaum, europäisch, europ.

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Den europäischen Nußbaum findet man vorwiegend im wärmeren West- und Mitteleuropa bis zu den Mittel- und Schwarzmeerländern. Er hat teils einen breiten hellgrauen Splint von 3 bis 7 cm, der beim Dämpfen nachdunkelt. Das Kernholz ist mattbraun bis schwarzbraun. Der Nußbaum läßt sich leicht sägen, hobeln, fräsen, drechseln, schnitzen, nageln und bohren, ist jedoch schwer spaltbar. Hervorragendes Ausstattungsholz für den gesamten Innenausbau und wertvolle Möbel, Täfelungen, Parkett, Sitzmöbel, Drechselarbeiten.

Nut

mit einer Fräse in Holzbretter eingearbeitete rechteckige Vertiefung, die zusammen mit der Feder des entsprechenden Gegenstücks zu einer Holzverbindung zusammengefügt wird.

Nutabdeckleisten

auch: Nutabdeckleiste

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Paneele weisen eine Nut und eine Feder auf. Wenn bei der Montage ein Paneel mit der offenen Nut das Endstück bildet, kommt die Nutabdeckleiste zum Einsatz. Die Feder dieser Leiste wird einfach in die Nut gedrückt - fertig. Das Foto zeigt ein Anwendungsbeispiel des Herstellers Parador.

Nutfräse

auch: Nutfräsen

Nutfräser

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Fräser für eine Oberfräse. Nutfräser sind die weitaus am häufigsten eingesetzten Fräser. Sie werden für die Herstellung von Nuten im Werkstück, aber auch zur Bearbeitung der Werkstückkante verwendet. Die Oberfräse wird dabei mittels eines Anschlags oder einer Schiene geführt. Nutfräser werden zum Bohren, Nuten, Falzen und Langlochfräsen, zur Herstellung von Führungsnuten für Schubladen, für universelles Fräsen, zum Nuten und Falzen mit Oberfräsen, zum Fräsen von Nuten für Sperrholzfederverbindungen, von Ziernuten in Oberflächen, aber auch zum Formatieren von regelmäßigen oder geschweiften Werkstücken verwendet.

Nuthobel

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Mit einem Nuthobel werden Nute in das Holz gehobelt. Durch zwei Anschläge ist der Hobel in Breite und Tiefe verstellbar. Die Nutbreite wird durch die auswechselbaren Hobeleisen bestimmt.

Nutmutter

auch: Stellmutter

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Die Nutmutter wird für spezielle Aufgaben, beispielsweise zum Spannen bei Wälzlagern verwendet. Nutmuttern weisen üblicherseise ein Feingewinde auf. Zum Spannen und Lösen ist ein passender Hakenschlüssel notwendig. Eine Sonderform der Nutmutter ist die so genannte Stellmutter. Diese ist innen und außen versetzt mit einem nicht durchgehenden Schlitz versehen. Dadurch ist die Mutter in axialer Richtung verformbar. Am Umfang sind Durchgangsbohrungen auf der einen Hälfte und Gewindesacklöcher auf der anderen Hälfte vorhanden. Nach Justage der Mutter werden die Mutterhälften durch Anziehen der Schrauben im Gewinde verspannt und damit gegen verdrehen gesichert. Vorteil: Keine weiteren Sicherungsmaßnahmen erforderlich. Nachteilig ist die Schlagempfindlichkeit der nicht eingebauten Mutter.

Nut-Nut-Paneele

auch: Nut-Nut-Paneel

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Wie der Name schon sagt, weisen diese Paneele keine festen Federn auf. Vielmehr erfolgt die Verbindung durch lose Federn, die zwischen die Nute geschoben bzw. gedrückt werden. Hier hält der Fachhandel Federn unterschiedlichster Art bereit: Farb-, Dekor-, Spiegel- oder Gestaltungsfedern. Mit Farbfedern lassen sich vor allem helle Verbretterungen wirkungsvoll auflockern. Birke- oder Esche-Paneele unter der Decke können durch blaue Federn tolle Wirkungen erzielen. Genauso läßt sich z.B. eine hochherrschaftliche Optik erzielen, wenn zwischen dunkle Mahagoni-Paneele Federn mit goldenem Metalleffekt geschoben werden. Das Foto des Herstellers Terhürne zeigt die Funktionsweise der Nut-Nut-Paneele.

Nutverbindung

auch: Nutverbindungen

Nutzenergie

Als Nutzenergie wird diejenige Energie bezeichnet, die beim Verbraucher nach der letzten Umwandlung zur Verfügung steht. Beispiele sind die Wärme für Raumheizung, Licht aus Lampen oder mechanische Arbeit von Motoren.

Nutzfläche

auch: Nutzflächen

Die Nutzfläche eines Gebäudes ist ein Teil der Nettogrundfläche. Sie teilt sich auf in die Haupt- und die Nebennutzfläche. Zur Hauptnutzfläche gehören unter anderem die Nutzungsarten Wohnen und Aufenthalt. Sanitär- und Abstellräume, Garagen oder Stellplätze gehören zur Nebennutzfläche.

Nutzgarten

auch: Nutzgärten

Entwicklungsgeschichtlich ist der Garten eine direkt an die Behausung angrenzende Fläche, die vor allem die Gefährtin des Urmenschen mit Nutzpflanzen bebaut hat, während jener auf die Jagd ging. Der Nutzgarten hat auch heute noch eine erhebliche Bedeutung - vor allem in den unterentwickelten und den ärmeren Ländern Europas, wo häufig die Ernährung der Familie nur über Gemüse und Früchte aus dem eigenen Nutzgarten halbwegs gesichert werden kann. Auch in Deutschland trugen die Nutzgärten in den Kriegs- und Nachkriegsjahren wesentlich dazu bei, Hungersnöte zu mildern. Der Nutzgarten hat inzwischen in Deutschland eine Renaissance erfahren, weil mehr und mehr Menschen gesundes Gemüse im eigenen Garten ziehen und dabei vor allem auf ökologische Düngung und Schädlingsbekämpfung setzen.

Nutzschicht

auch: Nutzschichten

siehe Teppichboden.

Nutzung

auch: Nutzungen

Nutzungsänderung

Jede Baumaßnahme ist grundsätzlich genehmigungspflichtig bis auf eine kleine Anzahl von vom Volumen her eher geringen Maßnahmen, für die Genehmigungsfreiheit besteht. Dabei wird unter einer Baumaßnahme keinewegs nur der Neubau verstanden, sondern auch der Umbau, der Anbau, der Abbruch oder auch die Nutzungsänderung eines bestehenden Bauobjekts. Jede anderweitige Nutzung kann selbst dann, wenn keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden, rechtswidrig sein, weil beispielsweise ein Wohnhaus nicht für die Belastungen eines Fitness-Studios statisch berechnet wurde oder weil eine alte Fabrik mit Panoramablick auf den Rhein keineswegs der EnEV entspricht. Eine Nutzungsänderung kann die Klärung vieler weiterer Sachfragen und entsprechende bauliche Änderungen mit sich bringen, z.B. im Bereich des Brandschutzes.

Nutzungsausschluss

auch: Nutzungsausschlüsse

In einem Bebauungsplan können Nutzungen innerhalb eines Baugebiets ausdrücklich ausgeschlossen werden. Um beispielsweise in einem Allgemeinen Wohngebiet die Wohnruhe sicherzustellen, kann die dort üblicherweise zulässige Errichtung eines Gartenbaubetriebs oder einer Tankstelle ausgeschlossen werden. Gleiches gilt beispielsweise auch für Gaststätten, Geschäftshäuser, Einkaufszentren oder Vergnügungsstätten, die in Kerngebieten an sich zulässig sind, zur Sicherstellung der Wohnruhe wegen der unzumutbaren Belästigungen durch Lärm und erhöhtes Verkehrsaufkommen jedoch ausgeschlossen werden können.

Nutzungsfeuchte

Nutzungsfeuchte ist die in der Raumluft enthaltene Luftfeuchte. Die Größenordnung ist abhängig vom Luftaustausch und von dem Lüftungsverhalten der Benutzer.

Nutzungsgenehmigung

auch: Nutzungsgenehmigungen

Nach Fertigstellung aller Bauarbeiten erfolgt die Schlussabnahme im Rahmen der bauaufsichtlichen Bauabnahme. Ergibt die Schlussabnahme keine Beanstandungen, erteilt die Bauaufsichtsbehörde die Nutzungsgenehmigung z. B. für die Nutzung als Wohn- oder Gewerbegebäude. Nutzungsgenehmigungen Die Umwandlung einer Villa in ein Luxus-Bordell ist ebenso wenig gestattet, wie die Umwandlung einer Gewerbehalle in einen Supermarkt.

Nutzungsgrad

auch: Flächennutzungsgrad, Jahresnutzungsgrad, Nutzungsgrade

Der Begriff "Nutzungsgrad" bezeichnet ganz allgemein das Verhältnis des Nutzens zum dazugehörigen Aufwand einer Bezugsgröße. Nutzungsgrade findet man zum Beispiel in der Heiztechnik, aber auch in der Logistik, wo der Flächennutzungsgrad Auskunft über den effektiv verwendeten Anteil der Fläche (z.B. in einem Lager) gibt. Für die energetische Bewertung eines Heizkessels ist z.B. der Jahresnutzungsgrad die entscheidende Größe. Bei einem Heizkessel gibt der Nutzungsgrad an, welcher Teil der Energie als nutzbare Wärme zur Verfügung steht. Je geringer dieser Wert in Prozent, desto schlechter ist der Nutzungsgrad. Bei älteren Heizkesseln liegt der Nutzungsgrad teilweise unter 70 Prozent, das heißt, 30 Prozent der erzeugten Wärme geht verloren (z.B. Abgasverluste oder Abstrahlungsverluste). Herkömmliche, moderne Heizkessel haben einen Nutzungsgrad von um die 90 Prozent, bei Brennwertkesseln liegt der Nutzungsgrad bei über 100 Prozent. Wie kann das sein? Nun der Nutzungsgrad bezieht sich auf den Heizwert, Brennwertkessel nutzen zusätzlich die im Wasserdampf des Abgases enthaltene Kondensationswärme.

Nutzungsuntersagung

Die Baugenehmigung ist immer auch mit einer bestimmten Nutzung verbunden. Wohnräume dürfen zum Beispiel nur als Wohnräume genutzt werden. Wird in Räumen, die nur zu reinen Wohnnutzung ausgewiesen wurde ein Laden eingerichtet, wird die Bauaufsichtsbehörde eine Nutzungsuntersagung aussprechen. Der Laden muss also wieder geschlossen werden. Ebenfalls mit einer Nutzungsuntersagung muss gerechnet werden, wenn auf einem brachliegenden Grundstück ein Kinderspielplatz eingerichtet wird. Im Ermessen der Behörde steht dabei die Auswahl der Mittel zur Durchsetzung des Nutzungsverbotes. Die Bauaufsichtsbehörde hat dabei die Auswahl zwischen den in den Verwaltungsvollstreckungsvorschriften enthaltenen Zwangsmitteln. Hierbei hat sich die Behörde jedoch an den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu halten. Der Bürger kann gegen die Nutzungsuntersagung zunächst Widerspruch und danach gegebenfalls Anfechtungsklage vor dem Verwaltungsgericht erheben.

NW-Zement

NW-Zement ist ein Zement, der beim Erhärten keine hohen Temperaturen erzeugt, also eine niedrige Hydratationswärme besitzt. Solch ein Zement kommt zum Beispiel bei massigen Bauteilen oder bei hohen Außentemperaturen zum Einsatz.

Nylonborsten

Nylonnagel

auch: Zierkopf-Pressnagel, Nylonnägel, Nylon-Nagel, Nylon-Nägel

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Nägel aus Nylon werden ausschließlich im dekorativen Bereich als sog. Zierkopf-Preßnägel verwendet. Sie sehen Nägeln mit handgeschmiedeten Köpfen zum Verwechseln ähnlich und sollen im rustikalen Innenausbau den Eindruck erwecken, als seien echte Zierkopfnägel in das Holz geschlagen worden. In Wirklichkeit muss für den Nylonnagel jedoch eine Loch vorgebohrt werden, in das er dann nur noch mit leichten Hammerschlägen "eingepresst" zu werden braucht (Foto Bierbach).