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Alles zum Thema "J"

Jagdzapfen

Ein Jagdzapfen ist eine Art der Holzverbindung. Der an der Stirnseite schräge Jagdzapfen dient dem Einbau eines schrägen Holzes in eine bestehende Konstruktion und ist eine Nebenform des schrägen Zapfens. So wird es durch ihn möglich, ein Kopfband oder eine Strebe nachträglich in ein Gerüst einzufügen. In der Verbindung, die in jedem Fall durch einen Holznagel gesichert werden muss, sind die Zapfenlöcher schräg ausgearbeitet. Der Jagdzapfen findet häufig seine Anwendung als Reparaturverbindung.

Jägerzaun

auch: Jägerzäune

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Der Jägerzaun ist die oft gesehene Einfriedung für Einfamilienhäuser oder Siedlungen. Der Zaun besteht aus sich kreuzenden Halbrundprofillatten aus Holz und wird aus diesem Grund oft Scheren- oder Kreuzzaun genannt. Der Jägerzaun ist ein sehr kostengünstiger und dabei trotzdem attraktiver Blickfang für jeden Garten, ob er nun die gesamte Fläche einrahmt oder im Inneren nur einige Beete voneinander trennt. Ein ganz besonders großer Vorteil ist der einfache Transport, denn die einzelnen Zaunelemente lassen sich ziehharmonikaartig zusammen schieben und wieder auseinander ziehen.

Jahresarbeitszahl

siehe Arbeitszahl.

Jahresheizwärmebedarf

Der Jahresheizwärmebedarf ist ein Begriff aus der Energieeinsparverordnung und ist dort die maßgebliche Kenngröße des jährlichen Wärmebedarfs eines Gebäudes. Der Heizwärmebedarf, resultierend aus den Wärmeverlusten über Transmission und Lüftung, wird durch die internen und solaren Gewinne reduziert. Die Kenngröße, die sich daraus ergibt, ist für den Wärmeschutznachweis eines Gebäudes erforderlich. Solare Gewinne erzielt man durch Solar - und Photovoltaikanlagen und Fensterflächen. Interne Gewinne entstehen durch elektrische Geräte, wie Computer, Lampen usw.

Jahresnutzungsgrad

siehe Nutzungsgrad.

Jahresring

auch: Jahrring, Jahresringe

Bei Baumstämmen lässt sich das Alter an den Jahresringen abzählen. Dies liegt an der unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeit im Frühjahr und Herbst sowie den verschiedenen Zellstrukturen von Frühholz und Spätholz. Frühholz ist hell, Spätholz ist dunkel - es entstehen die Jahresringe.

Jahrhundert-Regenereignis

auch: Jahrhundertregenereignisse

Unter dem Jahrhundert-Regenereignis wird ein Regenguss verstanden, der statisch maximal alle einhundert Jahre einmal überschritten wird. Die Dachentwässerung eines Flachdaches muss so dimensioniert werden, dass normale Entwässerung und Notablauf zusammen ein Jahrhundert-Regenereignis entwässern können.

Jahrring

auch: Jahrringe

siehe Jahresring.

Jahrringmethode

auch: Jahrringmethoden

Jalousette

auch: Jalousetten

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Eine Jalousette ist eine Jalousie für kleinere Fenster. Jalousetten haben besonders schmale Lamellen aus PVC oder beschichtetem Aluminium und können wie ein Vorhang über dem Fenster oder auch direkt auf den Rahmen von Fensterflügeln befestigt werden. Bei Dachwohnfenstern werden Jalousetten in seitlichen Schienen geführt, um ein Umherflattern zu verhindern.

Jalousie

auch: Jalousien

Jalousien können als Außenjalousien von außen vor dem Fenster bzw. einer Glasfassade oder als Innenjalousien hinter dem Fenster innerhalb der Wohnung angebracht werden. Sie dienen dem Sonnen- und dem Sichtschutz. Der private Bauherr hat natürlich fast nur mit Innenjalousien zu tun. Jalousien bestehen aus horizontal angeordneten Lamellen (Ausnahme: Vertikal-Jalousien) aus Aluminium oder Kunststoff und sind in vielen Farben erhältlich. Die Lamellen sind beidseitig an Schnüren befestigt und können mittels eines sog. Schnurzugs aus einer Perlenkette oder einer elektronischen Steuerung auf- und runtergezogen bzw. gefahren werden. Die Lamellen sind um 180° drehbar, werden aber meistens zur Regulierung des Lichteinfalls über einen sog. Wendestab in Schrägstellung gehalten. Generell ist die Reinigung der Lamellen aufwändig, insbesondere bei Außenjalousien.

Jalousieaktor

auch: Jalousieaktoren

Jalousieaktoren sind Teil eines intelligenten Hauses (siehe EIB). Sie dienen dem automatischen Heben und Senken einer Jalousie/Rolladen sowie zur Verstellung von Lammellen. Jalousieaktoren werden in eine Verteilerdose für Jalousieanschluss eingebaut. Mittels einem einfachen Einlernverfahren können Schalter/Taster zugeordnet und Sicherheitsfunktionen aktiviert werden.

Jalousieglas

Jalousieglas ist kein Glas für Jalousien, vielmehr wird unter diesem Begriff eine Baueinheit verstanden, zum Beispiel aus normalem Isolierglas, wobei sich zwischen den Scheiben eine hermetisch abgeschlossene Jalousie befindet, die manuell oder elektrisch herabgelassen oder hochgezogen und deren Lamellen verstellt werden können. Der Sonnenschutzfaktor ist jedermann leicht verständlich. Durch spezielle Glaskombinationen können günstige U-Werte erreicht werden.

Jalousie-Kassettenladen

auch: Jalousie-Kassettenläden

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Ein Jalousie-Kasettenladen ist eine Besonderheit des Klappladens. Hierbei besteht die Füllung im oberen Teil aus einer jalousieartig angeordneten Lamellenkonstruktion (siehe dazu auch Jalousieladen)und im unteren Teil aus einer eingefügten Kassette. Klappläden dieser Art werden besonders vor hochformatigen Fenstern angebracht.

Jalousieladen

auch: Jalousieläden

siehe Blendläden

Jalousieschalter

Ein Jalousieschalter ist zur Steuerung von Jalousien, Markisen und Rollläden geeignet. Die Schalter gibt es in den unterschiedlichesten Ausführung zur Handbedienung oder auf Funkbasis. Es gibt Jalousieschalter mit zwei separaten Wippen, so dass das Hoch- und Runterfahren der Jalousie jeweils mit einem andern Schalter geschieht. Weiterhin gibt es Drehschalter, bei denen der Schalter nach rechts oder links gedreht werden muss, um die Jalousie nach oben oder unten zu fahren. Zur Kindersicherheit gibt es abschließbare Jalousieschalter. Mit einem Jalousieschalter mit Umkehrsperre wird ein zu schnelles Umschalten der Laufrichtung verhindert.

Japaner

Siehe Kipp-Japaner.

Japan-Grastapete

auch: Japan-Grastapeten

siehe Grastapete

japanische Säge

auch: japanische, Sägen

siehe Japansäge.

Japansäge

auch: japanische Säge, Japansägen

Ein Japansäge zählt zu den traditionellen Sägen für Holzarbeiten, die nur auf Zug arbeiten (Zugsägen). Japansägen sind relativ teuer, die Sägeblätter aus Edelstahl haben unterschiedliche Formen. Die japanische Säge wird immer häufiger im Austausch für die klassische Feinsäge eingesetzt. Durch die spezielle Zahngeometrie liefert die Säge eine hervorragende Schnittqualität und schmale Schnittfugen. Japanische Handsägen hören auf solche Namen wie Ryoba, Kataba, Dozuki (bzw. Douzuki) oder Kariwaku. Die Ryoba eignet sich für tiefe Quer- und Längsschnitte und ist eine zweiseitig verzahnte Säge. Sie besitzt auf der einen Seite eine Trapezverzahnung und auf der anderen Seite eine Dreiecksverzahnung. Die Ryoba ist daher die gebräuchlichste und vielseitigste japanische Säge. Die Dozuki ist eine einseitig verzahnte Säge mit einer Verstärkung am Rücken, die das Blatt versteift und die Führung erleichtert. Das Blatt kann extrem dünn ausgeführt werden, erlaubt jedoch keine tiefen Schnitt. Die Dozuki wird daher für kleinere Arbeiten und Einschnitte verwendet. Auch extrem präzise Holzverbindungen lassen sich mit dieser Säge herstellen. Die Kataba ist ebenfalls nur einseitig verzahnt, besitzt allerdings keinen Rücken, sondern häufig einen Pistolengriff. Sie wird zum Ablängen und für tiefe Schnitte verwendet und ermöglicht ein ermüdungsfreies Sägen auf Zug. Die Kariwaku schließlich ist eine japanische Zimmermannssäge. Sie besitzt eine doppelte Verzahnung ohne Rücken und eignet sich für tiefe und lange Schnitte, bevorzugt quer und diagonal zur Holzfaser.

Japanspachtel

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Ein Japanspachtel ist ein Spachtel mit dünner Stahlklinge in flachem Kunststoffrücken. Den Spachtel gibt es in Größen zwischen 5 cm und 14 cm Breite. Wegen dieser geringen Größe eignen sich Japanspachtel hauptsächlich für kleine Flächen. Der Spachtel ist ideal zum Ausbessern kleiner Löcher oder Risse und Spachteln von kleinen Flächen. Japanspachtel eignen sich vor allem zum Verarbeiten von sehr flüssigen Spachtelmassen wie Lack- oder Holzspachtelmassen, Dekorputzen und Farben. Es gibt Japanspachtel in drei verschiedenen Härten: I = hart, steif II = mittelhart III = weich, elastisch

Jarrah

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Jarrah gehört zu den unzähligen Arten des Eukalyptus und wächst in Westaustralien. Der Baum kann mehrere hundert Jahre alt werden und eine Höhe bis 40 m erreichen. Das Kernholz hat eine rosa bis rotbraune Farbe und wird zur Parkettherstellung und zum Möbelbau verwendet. Jarrah ist ein Holz, dem selbst Salzwasser nichts anhaben kann, weshalb es in Australien zum Bau von Brücken und Bottsanlege-Stegen genutzt wird. Massivholzdielen aus Jarrah haben ein geringes Quell- und Schwindungsverhalten, weshalb die Dielen auch über Fußbodenheizungen verlegt werden können. Auch als Bodenbelag in Badezimmern ist es sehr gut geeignet.

Jatahy

siehe Courbaril

Jatoba

siehe Courbaril.

Jenaer Glas

Der Markenname Jenaer Glas ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Borsilikatglas

Jequitibá

siehe Abarco.

Joch

auch: Joche

Ein Joch bezeichnet in der Architektur den Säulenabstand von Achse zu Achse. Vor allem in der Kirchenarchitektur spielt das Joch eine wichtige Rolle, hängt doch von der Ausgewogenheit der Abstände die Harmonie, aber auch die Tragfestigkeit des ganzen sakralen Bauwerks ab. Als Joche werden im Schalungs- und Traggerüstbau aber auch die Träger bezeichnet, die als Übergang die Last aus der Schalungskonstruktion in das Traggerüst ableiten. Über die Schalungskonstruktion wird die Betonlast auf die Joche konzentriert, um dann in die Stützen abgeleitet zu werden.

Jodelbalkon

auch: Jodelbalkone

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Ein Jodelbalkon ist die spaßhaft klingende, im süddeutschen Raum jedoch gebräuchliche Bezeichnung für einen Balkon aus Holz. Typisches Kennzeichen für einen Jodelbalkon sind Balkonbretter, die im alpenländischen Stil ornamentenhaft gesägt (siehe Foto) und oft auch mit Schnitzereien verziert sind. Statt der Balkonbretter kann ein Jodelbalkon auch gedrechselte Stäbe aufweisen. Jodelbalkone findet bei älteren Bauernhäusern vor allem im süddeutschen bzw. dem Alpenraum. Manchmal schreiben die Gemeinden aber auch bei Neubauten aus landschaftstypischen Gründen den Bau von Jodelbalkonen vor.

Jugendstil

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Der Jugendstil ist, jedenfalls für Deutschland, dem Zeitraum von 1880 bis 1914 zuzuordnen. Er löste den Baustil der Gründerjahre ab. Der Jugendstil war jedoch nicht nur ein Bau-, sondern auch ein Kunststil, dessen bedeutendste Vertreter in Wien und Brüssel wirkten. Jugendstilgebäude sind auch heute noch in Deutschland vielfach zu sehen; eine Jugendstil-Hochburg ist die Stadt Darmstadt. Im Jugendstil lösten sich die Formen des Historismus insofern auf, als die Gebäude trotz aller Größe eine gewisse Leichtigkeit erhielten. Die Fenster waren nicht mehr rechtwinklig, sondern bogenförmig und wurden mit floralen Glasmalereien ausgestattet. Die Dächer hatten einen chinesischen Einschlag. Deutlich ist die Form des Pagodendachs am größten Jugendstilgebäude Deutschlands erkennbar, der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach (Zeichnung). Hier steht auch ein Wasserturm im typischen Jugendstil. Der neue Stil wurde um die Jahrhundertwende von den jungen europäischen Architekten mit Begeisterung aufgenommen. In Mitteleuropa von Frankreich über Belgien bis Ungarn entstanden Bahnhöfe, Kunstakademien und natürlich auch viele Stadtvillen im Jugendstil.

Junger Beton

auch: Junge, Betone

Als junger Beton wird ein erhärtender Beton bezeichnet, der nicht mehr verarbeitet werden kann im Gegensatz zum Frischbeton. Junger Beton hat ein Alter von einigen Stunden bis einigen Tagen. Er ist bereits erstarrt und die Hydratation des Zements ist in vollem Gang. Die Festigkeit und der Elastizitätsmodul nehmen rasch zu.

Juparana Colombo

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Juparana Colombo ist ein gelblich-brauner bis ockergelber und rosagelber, weitgehend mittelkörniger Naturstein. Er wird den Graniten zugordnet bzw. zumindest als Granitvariante im Handel angeboten, ist jedoch ein sog. Migmatit, der durch einen Umwandlungsprozess aus Granit einstanden ist. Das technisch hochwertige Gestein ist auch für stark frequentierte Bereiche hervorragend geeignet. Verarbeitet wird Juparana Colombo zum Beispiel zu Fliesen, Bodenplatten, Sockel, Treppen, Fensterbänke oder Küchenarbeitsplatten.

Juparana India

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Juparana India ist ein indischer Naturstein mit einer grau-rosa Bänderung. Dieser Naturstein wird den Graniten zugordnet bzw. zumindest als Granitvariante im Handel angeboten, ist jedoch ein sog. Migmatit, der durch einen Umwandlungsprozess aus Granit einstanden ist. Das Erscheinungsbild ähnelt häufig Marmor, wobei die technischen Eigenschaften von Juparana India besser sind. Deshalb wird dieser Stein sehr gerne verwendet. Er ist mit einer polierten, geschliffenen oder geflammten Oberfläche erhältlich. Die polierte Oberfläche ist am wenigsten empfindlich gegen Verschmutzung. Rutschfester wird das Material bei einer geschliffenen Oberfläche. Sehr rauh ist die geflammte Oberfläche. Solche Steine werden vor allem im Außenbereich eingesetzt. Verarbeitet wird Juparana India zu Fliesen, Bodenplatten, Sockel,Treppen oder Küchenarbeitsplatten.

Jura Marmor

auch: Juramarmor

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Der sicherlich bekannteste deutsche Naturstein ist der Jura Marmor. Der Name ist allerdings missverständlich, denn Jura Marmor ist kein Marmor, sondern ein Sedimentgestein, ein Kalkstein. Das Material wird in großen Blöcken in etwa 30 Steinbrüchen in Franken abgebaut. Nach dem Abspalten der Blöcke werden sie nach Größe und geologischer Gegebenheit aufgeteilt und im Werk zu 1 bis 4 Zentimeter dicken Rohplatten zersägt. Danach werden die Platten noch geschliffen und poliert. Es gibt Jura Marmor in verschiedenen Sortierungen wie Jura gelb, Jura grau-blau oder Jura grau-gelb-bunt, wobei die Übergänge fließend sind. Entstanden ist Jura Marmor vor etwa 140 Millionen Jahren durch die Ablagerung von Kalkschlamm und Tonmineralen. Die einzelnen Lagen sind allerdings um einiges mächtiger als bei den Solnhofer Platten. Zudem erreicht der Naturstein auch nicht die Härte seines Nachbarn vom Altmühltal. Jura Marmor wird in der Innenarchitektur hauptsächlich mit polierter oder geschliffener, neuerdings auch mit „antiker“ Oberfläche als Bodenbelag, Wandbekleidung, Treppenstufe oder Fensterbank verwendet. Im Außenbereich findet das Material als Fassadenbekleidung für Massivbauten und als Dekorationssteine Verwendung. Die Oberfläche kann zudem durch Sandstrahlen, Stocken, Riffeln und Scharrieren bearbeitet werden.

Justierschraube

auch: Justierschrauben

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Mit einer Justierschraube lässt sich die Holzunterkonstruktion (Lattung) bei Wand- und Deckenkonstruktionen im gewünschten Abstand zur Wand (Holz, Beton oder Mauerwerk) befestigen. Dazu wird die Lattung und die Wand vorgebohrt und die Justierschraube ganz eingedreht. Durch Zurückdrehen der Schraube lässt sich die Latte anschließend auf Abstand fixieren.

Jutai

siehe Courbaril