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Alles zum Thema "G"

Gabbro

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Gabbro ist ein dunkelgraues, schwarzgrünes oder ganz schwarzes Tiefengestein von hervorragenden technische Eigenschaften. Es ist meist feinstkörnig, immer sehr gleichmäßig und ausgezeichnet polierfähig. Von vielen deutschen Vorkommen werden nur diejenigen der Lausitz eifrig genützt. Ansonsten stammen jweils mehrere Sorten aus Skandinavien, Indien, Südafrika, Zimbabwe, Brasilien und den USA. Gabbro ist ein wichtiges Denkmalsgestein, aber auch für Fassaden

Gabelanker

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Gabelanker kommen zum einen im Holzbau und zum anderen im Fassadenbau zum Einsatz. Im Holzbau eignen sich Gabelanker zur einfachen Befestigung von geneigten Sparren oder Bohlen an Unterkonstruktionen aus Holz (z.B. Pfosten), zum Abhängen von Balkenlagen (kreuzende Balken) oder zur Befestigung von First- und Gratlatten. Im Fassadenbau dienen Gabelanker als Verbindungsteil zwischen dickeren Platten und der Hintermauerung. In der Regel bestehen sie aus 5 bis 7 mm dicken Flachstahl. Ihre Enden sind aufgebogen und werden mit Zementmörtel in entsprechenden Aussparungen der Steine befestigt.

Gabellager

Gabellager ist ein in der Baustatik verwendeter Begriff. Bei einem Gabellager liegt das Tragwerk (z.B. Balken) auf einem gabelförmigen Lager auf. Dieses Lager lässt keine Verschiebungen rechtwinklig zur Stabachse zu. Auch Verdrehungen um die Stabachse sind beim Gabellager nicht möglich.

Gabel-Ringschlüssel

auch: Gabelringschlüssel

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Der Gabel-Ringschlüssel ist ein Schraubenschlüssel, der auf der einen Seite Gabelschlüssel und auf der anderen Seite Ringschlüssel ist.

Gabelschlüssel

Gabelweite

auch: Gabelweiten

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Gabelweite ist die Bezeichnung für die Distanz zwischen den Stahlschenkeln eines U-förmigen Pfostenankers. Die Gabelweite ist immer um 1 mm größer, als die Breite desjenigen Pfostens, der mit dem Pfostenanker verschraubt werden soll. Handelsüblich sind Gabelweiten von 71, 81, 91 und 101 mm.

Gabelwuchs

auch: Zwilling, Zwillen, Drilling, Garbenbaum, Verwachsungszwiesel, Gabelungszwiesel, Hochzwiesel, Tiefzwiesel

Der Gabelwuchs bezeichnet einen Fehler im Stammwuchs eines Baumes. Er wird auch Zwiesel, Zwilling, Zwillen, Drilling oder Garbenbaum genannt. Es gibt echte Zwiesel, die auch Verwachsungszwiesel genannt werden und am Stammgrund zusammengewachsen sind. Das sind die Zwillinge, Drillinge und Garbenbäume. Die unechten Zwiesel werden auch Gabelungszwiesel genannt. Je nachdem, an welchen Punkt des Stammes (oben oder unten) sie entstehen, unterscheidet man zudem Hoch- und Tiefzwiesel. Zwiesel die unten entstehen, sind für das Schnittholz wertmindernd, da die Stammbildung über dem Zwiesel gehemmt verläuft. Bei der Herstellung von Furnieren ist ein Zwiesel jedoch sehr wertvoll, da er eine besondere Struktur in der Maserung aufweist. In den Gabelungen treten häufig Fäulnisherde und Verfärbungen auf. Auch Rindeneinwüchse sowie Faserverwindungen können entstehen.

Gabelzapfen

siehe Scherzapfen.

Gabione

auch: Erdgabione, Gabionen

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Gabionen sind Stahlgitterkörbe bzw. Drahtschotterkörbe, die mit Steinen oder Schotter gefüllt werden. Verschiedene Hersteller vermeiden jedoch den fremdsprachlichen Begriff und sprechen von Steinkörben. Man verwendet sie nach dem Prinzip von Schwergewichtsmauern zur Hangsicherung und Hangverbauung. Für den Zusammenhalt der Steine sorgt allerdings nicht der Mauerverband, sondern der Gitterkorb. Die Beständigkeit der Gitterkörbe ist daher von entscheidender Bedeutung. Sie werden meist in feuerverzinkter Qualität oder rostfreiem Edelstahl hergestellt. Die Korbgrößen variieren von 50 x 50 x 50 cm bis zu 200 x 100 x 100 cm. Gabionen lassen sich auch begrünen, dadurch fügen sie sich natürlich in die Landschaft ein. Das Wurzelwerk der Pflanzen sorgt für einen zusätzlichen Zusammenhalt der Steine. Die Einsatzgebiete von Gabionen sind vielfältig. Man findet sie im Wasser- und Flußbau sowie im Straßen- oder Gartenbau. Je nach Aufbauhöhe wird eine Frostschutzschicht oder ein bewehrtes Betonfundament angelegt.

Gabionenzaun

auch: Gabionenzäune

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Der Gabionenzaun ist ein Trendprodukt, das ab etwa 2007 in steigendem Maße die deutschen Vorgärten und Gärten abgrenzt. Im Prinzip handelt es sich um verzinkte Körbe aus 6 bis 8 mm starkem Stahldraht, die mit faustgroßen Flusssteinen gefüllt werden. Um die Standfestigkeit von Gabionenzäunen zu gewährleisten, werden die etwa 100 cm breiten Zaunelemente mit stählernen Zaunsäulen stabilisiert, die in ein Punktfundamt einbetoniert werden. Bei hohen Zäunen kann eine statische Berechnung erforderlich werden – von einer Baugenehmigungen ganz abgesehen, die im Einzelfall eingeholt werden muss. Gabionenzäune haben eine Breite von 100 bis 230 mm und eine Höhe bis ca. 2000 mm.

Gabun

siehe Okoume.

GaLa-Bau

auch: Galabau

GaLa-Bau ist die gängige Abkürzung und Bezeichnung für den Wirtschaftszweig des Garten- und Landschaftsbaus. In den Bereich fallen die Planung, Gestaltung und Pflege von privaten und öffentlichen Grünanlagen, Parks und Spielplätzen, aber auch die Anlage von ökologischen Lärmschutzwällen und -wänden, die Rekultivierung von Brachland und die Begrüng öffentlicher Verkehrswege, Wasserstraßen usw. Unter dem Begriff "GalaBau" wird auch eine Fachmesse durchgeführt.

Galerie

Eine Galerie stellt eine offene, balkonartige Wohnraumgestaltung dar, die beispielsweise in Treppenhäusern, Dielen oder in Wohn- und Schlafbereichen zu finden ist. Sie befindet sich, von der unteren Bezugsetage gesehen, auf einer um ein halbes oder auch ein ganzes Stockwerk höher gelegenen Ebene. Um ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, muss die Galerie durch ein Geländer oder eine durchsichtige Brüstung abgetrennt sein.

Galgenfenster

Das Galgenfenster bezeichnet eine Fensterkonstruktion, die vor allem im Historismus Standard war. Das Fenster besteht aus zwei Flügeln und einem ungeteilten Oberlicht. Die Anordnung der Sprossen ist t-förmig, was einem Galgen doch recht nahe kommt und deshalb namensgebend wirkte. Das Galgenfenster ist eine Weiterentwicklung des Kreuzstockfensters. Das Galgenfenster besaß zunächst noch einen Mittelpfosten für den Anschlag der beiden Fensterflügel und einen aufgelegten Querbalken für den Anschlag des Oberlichtfensters. Aus dem Fenster mit Pfostenanschlag entwickelte sich später das Stulpfenster ohne Mittelpfosten, das nur noch im geschlossenen Zustand die typische T-Optik aufweist.

Galvanisieren

Galvanisieren ist die Bezeichnung für das Überziehen von Metallteilen mit dünnen Schichten meist korrosionsbeständiger Metalle. Dies geschieht auf dem Wege der Elektrolyse in einem wässrigem Medium. So ist zum Beispiel das Vernickeln, Verchromen oder Vergolden ein Galvanisierungsprozess. Dabei wird das zu überziehende Metall als Kathode, das beschichtende Metall als Anode angewandt. Als Bad dient eine Salzlösung des beschichtenden Metalls. Zur Erzielung eines einwandfreien Metallüberzugs müssen beispielsweise hinsichtlich Badtemperatur, Konzentration und Stromspannung bestimmte erprobte Bedingungen eingehalten werden.

Galvanotechnik

Technik des Galvanisierens.

Gangflügel

siehe Gehflügel

Ganzer Mann

siehe Wilder Mann.

Ganzglasanlage

auch: Ganzglasanlagen

Unter einer Ganzglasanlage werden rahmenlose Konstruktionen aus Glas verstanden. Eine Museumsvitrine, in der Kostbarkeiten wie etwa die Büste der Königin Nofretete gezeigt werden, kann eine Ganzglasanlage aus Sicherheitsglas sein. Auch in der modernen Architektur werden Ganzglasanlagen gebaut.

Ganzglasdusche

auch: Ganzglasduschen

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Im Gegensatz zur Duschkabine kommt die Ganzglasdusche (Foto: Hersteller Breuer) aus Sicherheitsglas ohne Rahmenkonstruktion aus. Ganzglasduschen können rundum aus Glas bestehen oder nur aus zwei gewölbten Seitenteilen, die einseitig in der Wand verankert sind und als Pendeltüren fungieren. Die Glaselemente einer Ganzglasdusche bestehen zwar meistens aus gewölbtem Glas. Die Industrie bietet aber auch Ganzglasduschen aus normalem Sicherheitsglas in einer sechs- oder achteckigen Konstruktion an.

Ganzglasfassade

auch: Ganzglasfassaden

Ganzglasfassaden sind zumeist hinterlüftete Fassaden, deren innere Schale das tragende Wandelement bildet, der eine äußere Schale meistens aus Einscheiben-Sicherheitsglas vorgesetzt worden ist. Die Belüftung zwischen diesen beiden Schalen spielt eine wichtige Rolle, damit anfallende Feuchtigkeit zügig abfließen kann und die Scheiben auch nicht beschlagen. Die Distanzhalter zwischen äußerer und innerer Schale müssen eine weiche, elastische Bettung der Glasscheibe auf Dauer sicherstellen, damit Windlasten abgefedert werden können. Ganzglasfassaden bestehen natürlich nicht aus Glas "an einem Stück", sondern aus Glaselementen, die in Stahl- oder Aluminiumrahmen gelagert oder mittels sog. Punkthalter befestigt werden. Bei Ganzglasfassaden sind erhebliche statische und baurechtliche Anforderungen zu erfüllen. Die Glasdicke richtet sich nach DIN 1055, Blatt 4. Geklebte Verglasungen sind in Deutschland nur mit starken Einschränkungen möglich.

Ganzglastür

auch: Ganzglastüren

siehe Glastür.

Ganzglaswaschtisch

auch: Ganzglaswaschtische

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Ganzglaswaschtische bestehen aus bis zu 20 mm starkem Floatglas, das in erhitztem Zustand auf eine ausgeschnittene Form gebracht wird. Durch das Eigengewicht des Glases senkt es sich an der vorgesehenen Stelle in die Form, wobei auf diese Weise in die Ganzglasplatte ein gläsernes Waschbecken integriert wird. Speziell italienische Hersteller bieten Ganzglaswaschtische in verschiedensten Farbvarianten an.

Ganzheitlichkeit

Ein ganzheitlicher Ansatz betrachtet die Bautechnik in einem komplexeren Umfeld. Praktisch heißt Ganzheitlichkeit die Verknüpfung der Bautechnik mit der Bauökologie (Bewertung über Ökobilanzierung), der Humanbiologie (Ausschluss bzw. Minimierung von Emissionen) und dem energiesparenden Bauen (innovative Gebäudehülle und Haustechnik). Ganzheitlichkeit beinhaltet zugleich auch kooperatives Planen und Ausführen.

Ganzholz

auch: Ganzhölzer

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Ganzholz ist ein Begriff aus der Holzwirtschaft. Stammholz wird im Sägewerk zu Kanthölzern und Balken geschnitten. Dabei unterscheidet man verschiedene Schnittarten. Eine Schnittart neben Halbholz und Kreuzholz ist Ganzholz. Hier wird aus einem Stamm ein einziges Stück Holz gesägt. Der Begriff "Ganzholz" wird auch im Zusammenhang mit Treppen verwendet. Eine Ganzholz-Treppe ist komplett aus Holz - von den Stufen über die Wangen bis hin zum Geländer.

Ganzkörperspiegel

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Ganzkörperspiegel ermöglichen es, sich komplett von Kopf bis Fuß zu begutachten. Sie müssen daher recht hoch sein. Hauptsächlich findet man solche Spiegel im Flur oder Schlafzimmer, aber auch ins Badezimmer hat er mittlerweile Einzug gehalten. Ganzkörperspiegel können mit einem Rahmen aus Holz oder Metall versehen. Manche dieser Spiegel besitzen aber auch eine eingebaute Leuchte.

Ganzstahlhammer

auch: Ganzstahlhämmer

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Der Ganzstahlhammer ist die Alternative zum klassischen Hammer, der aus Holzstiel und Metallkopf besteht. Da die Fliehkräfte bei jedem Schlag voll auf dem Hammerkopf lasten, ist die Befestigung wichtig und entwickelt sich dann zu einem Problem, wenn sich der Hammerkopf löst und "durch die Gegend fliegt". Aus einem Stück geschmiedete Ganzstahlhämmer lösen zwar dieses Problem, dämpfen aber nicht mehr die Vibrationen ab, die mit jedem Hammerschlag in den Arm und die Gelenke gehen. Gelöst wurde dieses Problem durch eine besondere Kunststoff-Ummantelung aus einem Zwei-Komponenten-Material mit innenliegenden Luftpolstern. Die Abbildungen zeigen solche Hämmer des Herstellers LUX: Fäustel, Klauenhammer und Maurerhammer.

Garage

auch: Garagen

Die Garage ist eigentlich ein Raum zum Einstellen von Kraftfahrzeugen. Oft wird die Garage aber auch zum Unterstellen von Fahrrädern, Rasenmähern und anderen Gartenwerkzeugen verwendet. Auch als Hobbywerkstatt wird die Garage häufig missbraucht. Eine Garage kann entweder ins Wohngebäude integriert, an einem separaten Ort auf dem Grundstück (mit oder ohne direkten Zugang von der Garage zum Haus) oder an einem Ort außerhalb des Grundstücks (z.B. Sammelgaragen) erbaut oder aufgestellt sein. Hat eine Garage eine direkte Verbindung zum Haus, so muss eine Brandschutztür eingebaut werden. Wenn auch Garagen in der Regel nur recht schmucklose, eingeschossige Kubusbauten sind, so ist jedoch immer eine Baugenehmigung erforderlich - auch bei der Aufstellung von Fertiggaragen. Aufgrund der verdichteten Bauweise und/oder der teuren Grundstückspreise ist der Bau einer Doppelgarage nicht immer möglich. Als Alternativen bieten sich an Doppelparker-Garagen und unter bestimmten Vorausetzungen auch Doppelstockgaragen.

Garage mit Keller

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Garagen mit eigenem Kellergeschoss werden selten gebaut, sind aber eine Möglichkeit, Lagerraum hinzu zu gewinnen. Solche Garagen verfügen über eine Einstiegsluke mit anschließender Treppe. Eine sinnvolle Nutzung des Klellers ist jedoch nur dann möglich, wenn mindestens ein Kellerfenster eingebaut wird, was wiederum bedeutet, dass das Kellerelement zu einer Seite hin abgeböscht werden muss. Für jeden Garagenbau ist eine Baugenehmigung erforderlich, für eine solche mit Keller natürlich erst recht. Garagen mit Keller werden auch in Fertigteil-Bauweise angeboten (Zeichnung IBW-Garagen).

Garagenentlüftung

Aufgabe der Garagenentlüftung ist es, die beim Betrieb von Verbrennungsmotoren in der Garagenraumluft enstehenden giftigen Abgase auf eine vertretbare Konzentration zu verdünnen und aus der Garage ins Freie abzuführen. Aus dem Freien nachströmende Frischluft muss sicherstellen, dass die zulässigen MAK-Werte in der Garage nicht überschritten werden.

Garagen-Flügeltor

auch: Garagen-Flügeltore

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Das Garagen-Flügeltor ist der Urtyp unter den Garagentoren. Es wird serienmäßig hergestellt, ist aber oft auch Individualarbeit eines Schreinerbetriebes. Das Flügeltor besteht üblicherweise aus einem zweiflügeligem Element, nämlich dem Stellflügel und dem Gehflügel. Dreiflügelige Toranlagen werden aber auch hergestellt. Der Vorteil des Garagen-Flügeltors besteht darin, dass das ganze Tor nicht geöffnet zu werden braucht, nur weil eine Person "durchschlüpfen" will. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine solche Toranlage wuchtig und schwer wie eine Sicherheits-Haustür gebaut werden kann bei absoluter Winddichtigkeit, so dass kein Straßenstaub hineinwirbeln kann. Üblicherweise werden die Tore stumpf in der Laibung eingebaut und die Füllungen auf einem Stahlrohrrahmen aufgebracht, aber auch reine Holzkonstruktionen sind möglich. Da sich die Flügel nach außen öffnen, darf die Einfahrt nicht ansteigen. Von Nachteil ist - ähnlich wie beim Garagen-Schwingtor -, dass vor dem Tor keine Gegenstände abgestellt werden können.

Garagen-Kipptor

auch: Garagen-Kipptore

Garagen-Kipptor ist andere Bezeichnung für Garagen-Schwingtor.

Garagen-Rolltor

auch: Garagen-Rolltore, Rolltor

Vom Konstruktionsprinzip her entspricht das Garagen-Rolltor einem Rollladen, allerdings kann das Rolltor aus Gewichtsgründen nicht per Hand mit einem Rolladengurt hochgezogen werden. Dies übernimmt ein elektrischer Antrieb, der ferngesteuert werden kann. Da sich ein Rolltor über dem Torsturz aufwickelt, ist der Einbau eines Rolltores in Standardgaragen wegen der zu geringen Raumhöhe nicht möglich. Dies ist auch der Grund, weshalb Rolltore relativ selten in Garagen eingebaut werden. Von Vorteil ist allerdings, dass anders als beim Garagen-Schwingtor oder Garagen-Sektionaltor Decke und/oder Wand nicht von einem Führungsgestänge beansprucht werden, der Garagenbesitzer also Wände und Decke für beliebige Einbauten nutzen kann.

Garagen-Schwingtor

auch: Garagen-Schwingtore

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Das Garagen-Schwingtor ist das am meisten verbreitete Garagentor. Seitliche Hebelarme mit Ausgleichsfedern aus Stahl sorgen für ein relativ müheloses Hochschieben des Torflügels, wobei natürlich auch Schwingtore mit einem elektrischen Torantrieb ausgestattet werden können. Generell besteht das Schwingtor aus einem einflügeligen, verzinkten Stahlblechelement, wobei das Stahlblech meistens "gesickt" ist. Darunter ist zu verstehen, dass das Blech lamellenförmig "geprägt" wurde, wodurch eine paneelartige Optik entsteht. Angeboten werden aber auch Torflügel in Kassetten- oder Fischgrätoptik oder in anderen Mustern. Schwingtore aus Stahlblech werden werksseitig pulverbeschichtet, wobei neben Standardfarben wie verkehrsweiß, grau oder sepiabraun auch anderen RAL-Farben erhältlich sind. Schwingtore werden auch mit Holzfüllungen produziert. Schwingtore sind die preiswertesten Garagentore, haben aber den Nachteil, dass sie beim Öffnen oder Schließen nach außen aufschwingen und dabei vor dem Tor abgestellte Gegenstände - z.B. Fahrräder - umgeworfen oder beschädigt werden können.

Garagen-Sektionaltor

auch: Garagen-Sektionaltore

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Das Garagen-Sektionaltor, gelegentlich auch Elementschiebetor genannt, besteht aus rechteckigen Einzelelementen, den sogenannten Sektionen. Diese sind mit einem Gelenkmechanismus verbunden, wodurch das Tor zurückgeschoben werden kann, ohne dass ein Schwenkraum wie beim Garagen-Schwingtor benötigt wird. Sowohl beim Decken-Sektionaltor, als auch beim Seiten-Sektionaltor laufen die Sektionen über Rollen in ein Führungsgestänge, sie werden also nicht etwa aufgewickelt wie bei einem Rolltor, sondern horizontal oder vertikal unter die Decke oder an eine Seitenwand geschoben. Selbstverständlich können auch Sektionaltore mit einem elektrischen Torantrieb versehen werden. Seiten-Sektionaltore haben den Vorteil, dass sie nur partiell geöffnet werden können, also eine "Türöffnung" für Personen entsteht. Der Nachteil ist dann aber, dass an einer Garagenwand nichts abgestellt werden kann. Sektionaltore werden aus Stahlblech, Holz, Aluminium und anderen Materialien gefertigt. Angeboten werden auch Sektionaltore mit Wärmedämmung und solche, bei denen die oberste Sektion zu Lüftungszwecken aufgekippt oder sogar mit einem Durchsichtfenster ausgestattet werden kann.

Garagentor

auch: Garagentore

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Garagentore haben die Aufgabe, die Garage zu verschließen und zu verhindern, dass jeder Zugang zur Garage hat. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Garagentoren. Garagen-Schwingtore, auch Kipptore genannt, sind die gebräuchlichsten Garagentore. Sektionaltore, deren "Sektionen" unter die Decke oder aber an eine Wandseite geschoben werden, zählen zur Komfortklasse und werden sogar mit Lüftungsöffnungen und Fenstereinsätzen geliefert. Flügeltore, die aus zwei oder drei Torflügeln bestehen, sowie Rolltore werden ebenfalls in Garagen eingebaut. Stahlblech, Holz und Aluminium sind die bevorzugten Materialien, aber Tore aus Kupfer oder Titanzink werden ebenfalls serienmäßig produziert. Garagentore können mit einem (ferngesteuerten) Torantrieb ausgestattet werden, bestimmte Modelle auch mit einer Wärmedämmung. Verschiedene Hersteller bieten auch sogenannte Nebeneingangstüren an, die dem Design der Garagentür entsprechen.

Garagentor-Antrieb

auch: Garagentor-Antriebe, Garagentorantriebe, Garagentorantrieb

siehe Torantriebe

Garagentorfeder

auch: Garagentorfedern

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Die Garagentorfeder ist Bestandteil des Schwingtors, auch Kipptor genannt. Diese Tore werden per Hand oder Elektroantrieb geöffnet und geschlossen. Ist das Tor geschlossen, ist die Feder "gespannt"; sie steht also fast immer unter enormer Spannung, da Garagentore ja meistens geschlossen sind. Wird das Tor per Hand oder über einen elektrischen Torantrieb geöffnet, zieht sich die Feder zusammen. Ältere Garagentore werden über eine einfache Spiralzugfeder geöffnet (linkes Foto) oder geschlossen. Modernere Tore verfügen über ein 3-, 4- oder 5-fach Federpaket (rechtes Foto). Je nach Gewicht des Torflügels, müssen unterschiedliche Federn eingesetzt werden. Diese sind je nach Zugkraft farblich markiert. Bei einem Bruch der Feder sollte nur eine neue mit derselben Farbmarkierung eingesetzt werden. Ist die Feder zu schwach, reißt der Stahl, die Feder kann dann durch die Garage schleudern und Menschen sogar erheblich verletzen. Diese Gefahr besteht auch bei Materialermüdungen, weshalb Fachleute dazu raten, durch die Feder ein Stahlseil zu führen und dieses in der Wand zu verdübeln oder am Metallrahmen zu verschrauben.

Garapa

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Garapa ist ein aus Südamerika stammendes Ultra-Hartholz. Es besticht durch ein schmales, gelb-weissliches Splintholz, das deutlich vom Kernholz abgegrenzt ist. Das Kernholz selbst ist gelb, wenn es frisch geschnitten ist, entwickelt aber mit der Zeit einen glänzenden goldbraunen bis rotgelben Ton. Die Maserung von Garapa kann unregelmäßig, gerade oder verzahnt sein, bei verhältnismäßig grober Oberfläche, die aber auf Hochglanz poliert werden kann. Garapa ist ein schweres, dichtes und hartes Holz mit hoher Bruchfestigkeit. Eine Vorbohrung ist empfehlenswert, Nägel und Schrauben halten gut. Es nimmt Farbe gut auf und lässt sich leicht kleben, beizen und lackieren. Es ist ausgesprochen langlebig und resistent gegen Insekten- und Pilzbefall (Resistenzklasse 1, kann unbehandelt meist über 25 Jahre lang im Außenbereich überdauern). Garapa ist aufgrund seiner extremen Solidität und Dichte relativ schwer mit Holzschutzmittel zu behandeln. Anwendung findet Garapa vor allem im Brückenbau und Schiffsbau, sowie im Gartenbau und Terrassenbau. Aber auch Holzdielen werden mitunter aus Garapa hergestellt. Vergleichbare Hölzer sind Cumaru, Bangkirai und Massaranduba.

Garbe

siehe Bund

Garbenbaum

siehe Gabelwuchs.

Gardinenbildung

Als Gardine bzw. Gardinenbildung wird das Abblättern von Anstrichen bezeichnet. Sie entsteht bei zu dick aufgebrachten Anstrichen, zu dünner Farbbeschaffenheit oder bei zu glattem Untergrund. Gardinenbildung kann zum Beispiel vermieden werden, indem der Lack an senkrechten Flächen nicht zu dick aufgetragen wird. Besser zwei mal dünn streichen als ein mal dick. Wenn möglich, z. B. bei Türen, Fläche waagerecht lackieren.

Garten

Entwicklungsgeschichtlich ist der Garten eine direkt an die Behausung angrenzende Fläche, die vor allem die Gefährtin des Urmenschen mit Nutzpflanzen bebaut hat, während jener auf die Jagd ging. Aus einem solchen Nutzgarten entwickelten sich im Laufe der Menschheitsgeschichte der Ziergarten und zahlreiche Sonderformen vom Schlossgarten bis zum Schrebergarten. Baurechtlich gehört der Garten heutzutage zu den Außenanlagen, er dient den Menschen vor allem zur Erholung und Freizeitgestaltung. Bei den meisten Gartenbesitzern nimmt der Rasen über 50 % der Gartenfläche ein. Zur Rasen- und Gartenpflege hat die Industrie umfangreiches Werkzeug und Gerät erfunden. Beliebte Einrichtungen im Garten sind in Deutschland der Gartenteich, das Gartenhaus und der Grillplatz, bei Familien mit Kleinkindern auch Klettergrüste, Sandkästen oder Spielhäuser. Selbstverständlich ist in jedem Garten die Gartenterrasse, die den Übergang vom Haus in den Garten bildet. Der Garten ist in Deutschland jedoch nicht nur eine Oase der Erholung, sondern auch häufiger Streitauslöser mit den Nachbarn, wenn es um die Höhe der Hecken, die Grenzabstände von Hecken und Bäumen oder auch um den Samenflug aus Naturgärten geht. Etwa 4.000 Bücher aktuell vorrätige Bücher widmen sich dem häuslichen Garten, dem Nutzgarten oder dem Erwerbsgartenbau. Wer seinen Garten nicht selbst anlegen will, bedient sich eines Gartenarchitekten und eines Gartenbauunternehmens.

Gartenarchitekt

auch: Gartenarchitektin, Gartenarchitekten

Gartenblankglas

auch: Gartenblankgläser

Gartenblankglas (GB) ist ein durchsichtiges, fast farbloses Flachglas, das maschinell im Zieh- oder Floatverfahren hergestellt wird, beiderseits blanke Oberflächen hat, praktisch eben und gleichmäßig dick ist. Es wird zum Verglasen von Gewächshäusern und anderen Kulturräumen im Gartenbau und in der Landwirtschaft verwendet wird.

Gartenboden

auch: Gartenböden

Als Gartenboden wird der Boden bezeichnet, wie ihn der Hausbesitzer in seinem Garten vorfindet. Damit alles das wächst, was der Hobbygärtner so anpflanzen möchte, muss er häufig verbessert werden. Dabei kommt es darauf an, welcher Art von Boden vorhanden ist und was angebaut werden soll. Ein sandiger Boden muss zum Beispiel anders behandelt werden als ein Boden, der stark lehmhaltig ist. Darüber hinaus kommt es auch darauf an, dass Gartenböden richtig gepflegt werden. Dafür stehen eine Vielzahl von Gartengeräten zur Verfügung von der Hacke über den Grubber bis hin zu Rechen und Spaten.

Gartengrill

Seit den 70-er Jahren ist Deutschland nach US-Beispoiel zum Land der Griller geworden. Wer einen größeren Balkon und vor allem einen Garten hat, der grillt im Freien. Die sog. Gartengrills waren anfangs schlichte Blechkonstruktionen, in denen das Grillgut durch Holzkohle erhitzt wurde. Inzwischen gibt es einen riesigen Markt für Gartengrills, die mehr und mehr mit Flüssiggas oder elektrisch betrieben werden. In Kombination mit einem Gartenkamin sind Gartengrills zu wuchtigen Grill- und Backstationen mutiert, die sich dann noch weiter entwickelt haben zu Gartenküchen, auch Außenküchen genannt und deren Kauf im fünfstelligen Bereich anzusiedeln ist. Während der normale Gartengrill bequem im Gartenhaus untergebracht werden kann, muss man in der schlechten Jahreszeit solche Außenküchen, sofern sie auf Rollen stehen, in eine eigens anzufertigende Gartenküchengarage schieben, während die fest auf den Terrassenböden abgestellten Außenküchen einer wind- udn wetterfesten Plastikfolienhaube bedürfen.

Gartenhaus

auch: Gartenhäuser

Ein Gartenhaus ist ein baugesetzlich nicht geregeltes "Haus" im Garten, das jedoch nicht zu Wohnzwecken genutzt werden darf. Meist werden Gartenutensilien wie Rasenmäher, Gartenmöbel oder Gartenwerkzeugen in einem Gartenhaus aufbewahrt. Der Verwendungszweck eines Gartenhauses ist jedoch nicht auf das Unterbringen von Geräten beschränkt. Je nach Anspruch, kann ein Gartenhaus auch die Inspirationsquelle für literarische Versuche sein - wie weiland bei Geheimrat Goethe, dessen Gartenhaus als "Sommerresidenz" diente und wohl das berühmteste Gartenhaus überhaupt sein dürfte. Noch heute ist es in Weimar zu besichtigen. Gartenhäuser bestehen häufig aus Holz, seltener sind sie aus Metall oder werden gemauert. Gartenhäuser aus Holz sind meist aus Fichte, teurere Gartenhäuser sind aus sibirischer Lärche. Unterschieden werden zwei Konstruktionen von Holz-Gartenhäusern: Zum einen gibt es Gartenhäuser in der sogenannten Elementbauweise, zum anderen gibt es die Blockhäuser. Ob für ein Gartenhaus eine Baugenehmigung notwendig ist, hängt zum einen vom umbauten Raum und zum anderen von der Stadt ab, in der man lebt. Die Gesetze lehnen sich zwar meist an die Landesbauordnungen an, doch haben Städte in ihrem Hohheitsgebiet das letzte Wort. So können bestimmte Größen eines Gartenhauses in der einen Stadt erlaubt und in der Nachbarstadt verboten sein. Sind Zweifel vorhanden, hilft nur eine Nachfrage beim Bauordnungsamt.

Gartenhofhaus

auch: Gartenhofhäuser

Gartenhofhaus ist die Bezeichnung für einen in den 80-er Jahren aufgekommenen mehrgeschossigen Haustyp, der ähnlich wie ein Atrium über einen Innenhof verfügt. Die enormen Grundstückspreise vor allen in Ballungsgebieten haben dazu geführt, dass bei Einfamilienhäusern in die Höhe gebaut wird. Die kleinen "Gartenhöfe" sollen dem Bauherren das Gefühl einer gewissen baulichen Intimität vermitteln.

Gartenholz

auch: Gartenhölzer

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Gartenholz, auch "Gartenbauholz" genannt, ist eine allgemeine Bezeichnung für Holz, das witterungsbeständig ist und sich deshalb insbesondere für den Einsatz im Garten eignet. Gute Gartenhölzer sind: Bangkirai, Iroko, Massaranduba und andere als harte, tropische Hölzer, die nicht behandelt zu werden brauchen, nahezu unverwüstlich und für alle Zwecke geeignet sind, insbesondere für die Beplankung von Terrassen und den Einbau in der Erde, ferner Douglasie als robustes Holz für Sichtzäune, Bänke, Zaunanlagen, Pflanzkästen, dann Teak als "regenfestes" Holz insbesondere für Gartenmöbel, ferner die Lärche als wetterfestes, hartes, heimisches Gartenholz, das allerdings nicht in der Erde verbaut werden sollte und kesseldruckimprägnierte Kiefer und vor allem Fichte als vielseitiges Holz für Zäune, Pfähle, Holzfliesen, Rankgerüste usw., das aufgrund der Imprägnierung auch bei Erdkontakt lange haltbar ist.

Gartenkamin

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Unter Gartenkamin wird weniger ein Außenkamin aus gemauerten Steinen ver­stan­den, der in der klima­tischen Übergangszeit Wärme spenden soll, als eine Vorrichtung zum Grillen. Der Gartenkamin hat einen kurzen Schornstein und ist eine Weiter­ent­wick­lung des Gartengrills, wobei die Industrie solche, einem offenen Kamin nach­em­pfun­dene Grillanlagen aus Edelstahl anbietet und aus Steinguss. Befeuert werden Gartenkamine mit Buchenholz oder Grillkohle.

Gartenkelle

auch: Gartenkellen

siehe Blumenkelle.

Gartenklarglas

auch: Gartenklargläser

Gartenklarglas (GK) ist ein fast farbloses, im endlosen Bandverfahren hergestelltes Gussglas, dessen Außenseite glatt gewalzt ist und dessen Innenseite eine lichtstreuende Oberflächenstruktur aufweist. Es wird zum Verglasen von Gewächshäusern und anderen Kulturräumen im Gartenbau und in der Landwirtschafte verwendet.

Gartenküche

auch: Gartenküchen

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Die Gartenküche ist eine Weiterentwicklung des Gartengrills, wobei eine Gartenküche mehrflammig, mindestens aber zweiflammig ist. Daraus ist zu folgern, dass eine Gartenküche fast immer mit Propangas aus der Flasche betrieben wird. Die Gartenküche wird in zahlreichen Ausführungen angeboten (auch mit "Gartenmsdpüle") und gilt als Statussymbol für begeisterte und begüterte Hobbyköche. Gartenküchen, auch Außenküchen genannt, können fest auf dem Terrassenboden aufgestellt und ummauert oder holzverkleidet, aber auch auf Rollen verschiebbar sein.

Gartenlaterne

auch: Gartenlaternen

Im Prinzip kann jede Leuchte, die als Gartenleuchte im Handel ist, auch als Gartenlaterne bezeichnet werden. Mehrheitlich wird unter dem Begriff jedoch eine Laterne verstanden, die der klassischen Straßenlaterne nachempfunden und statt aus Eisenguß aus Aluminium gebaut worden ist. Solche Laternen sitzen auf einem Laternenmast, der wiederum in einen Sockel einmündet, der auf einem eigens gegossenen Betonfundament fest und sturmsicher verankert werden muss.

Gartenlaube

auch: Gartenlauben

siehe Laube.

Gartenleuchte

auch: Gartenleuchten

Die klassische Gartenleuchte oder Gartenlaterne wird über das normale Stromnetz gespeist, wobei der Strom über ein Erdkabel zur Leuchte geleitet wird. Die Gartenleuchte selbst wird im Gartenboden mittels eines Erdspießes verankert oder aber der Leuchtensockel wird auf ein eigens gebautes Betonfundament geschraubt. Gartenleuchten müssen regen- und spritzwassergeschützt sein, damit ein versehentlich auf die Leuchte gesetzter Wasserstrahl keinen Stromstoß weiterleitet. Als Leuchtmittel dienen Glühlampen ebenso wie Halogenlampen. Bei den Solarleuchten für den Gartenbereich kommt eine andere Technik zur Anwendung, siehe entsprechendes Suchwort.

Gartenparkett

Gartenparkett ist die Bezeichnung der Lamadera GmbH für ihre Auswahl an parkettartigen Terrassendielen, die mit glatten Oberflächen versehen und für die Montage mit verdeckten Befestigungen vorgesehen sind. Mit richtigem Parkett hat dieses Holz wenig zu tun. Gartenparkett, auch als Terrassenparkett im Handel, besteht aus formstabilen, kammergetrockneten und nicht faulenden, vorwiegend tropischen Holzarten wie Teak oder Ipe. Parkettdielen aus diesen Hölzern werden auch rund um Hotelpools verlegt, insbesondere im Mittelmeerraum, da sich diese Hölzer nicht so aufheizen, wie Marmor oder Bodenkeramik und man demnach auch bei hohen Außentemperatur noch das Schwimmbad benutzen kann, ohne sich die nackten Füße zu verbrennen. Weitere besondere Eigenschaften sind die Splitterfreiheit und natürlich das arteigene Anti-Slip-Verhalten des Teakholzes aus Burma.

Gartenpumpe

auch: Gartenpumpen

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Unter einer Gartenpumpe kann eine Kreiselpumpe oder eine Saugpumpe verstanden werden. Jedenfalls dient sie der Förderung von Grundwasser durch Anlage eines Brunnens für die Bewässerung des Gartens, darf aber nicht verwechselt werden mit einem Grundwasserbrunnen, bei dem es um Wärmegewinnung aus dem Grundwasser und nicht um eine Gartenbewässerung geht.

Gartenrechen

siehe Rechen.

Gartensauger

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Gartensauger und Laubsauger sind ein nützliches Elektrowerkzeug, wenn das Laub von den Bäumen in den Garten fällt. Laubsauger können aber auch andere leichte Gegenstände wie Tannenzapfen, Papier und Dosen einsaugen. Sie sind daher auch nach Parties wertvolle Helfer. Gartensauger können nicht nur saugen, sondern auch blasen. Der ganze Müll und das Laub können somit aus den Ecken auf einen Haufen zusammengeblasen werden.

Gartensegel

siehe Sonnensegel.

Gartenteich

auch: Teich, Gartenteiche

Gartenteiche schaffen nicht nur eine faszinierende Bereicherung des Gartens, sondern auch einen kleinen Ausgleich für die vielen natürlichen Kleingewässer, die in den letzten Jahren mehr und mehr aus der Natur verschwunden sind. Es entsteht ein neuer Lebensraum für eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Teichfolie oder Fertigteich stellen die beiden Möglichkeiten dar, die Abdichtung des Teiches sicherzustellen. Die Entscheidung für eine der beiden Materialien hängt zum Teil von der Größe der Wasserfläche ab. Beträgt die Größe weniger als 7 Quadratmeter, dann bietet der Fertigteich die einzig sinnvolle Lösung, denn nur so kann eine ausreichende Tiefe und genügend Wasserinhalt erreicht werden. Zudem gewährleistet die sehr hohe Stabilität eine lange Lebensdauer. Hingegen stellt bei größeren Gewässern der Folienteich eine interessante Alternative dar. Neben den geringeren Anschaffungskosten ist besonders die Freiheit bei der Gestaltung sehr reizvoll. Die Bepflanzung rundet das harmonische Bild des Gartenteichs ab. Am besten läßt man sich in einem guten Fachgeschäft beraten! Allerdings sollte die Bepflanzung sparsam sein, um spontane Besiedelungen zu ermöglichen. Auf keinen Fall sollten Pflanzen in die frostfreie Zone gesetzt werden: Im Winter verbrauchen sie unter einer Eisdecke den Sauerstoff und gefährden damit die im Teich überwinternden Tiere. Die Lebewesen im Teich siedeln sich bei einer naturnahen Gestaltung von selber an. Problematisch ist das Einsetzen von Fischen, unter anderem deshalb, weil das Wasser durch Fischfutter und Kot überdüngt wird. Wer Amphibien in seinem Teich beheimatet sehen will, sollte deshalb auf Fische verzichten, weil sie die Eier und Larven der Amphibien und Wasserinsekten fressen.

Gartenteichsauger

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Ein Gartenteichsauger wird zur Teichreinigung eingesetzt. Er beseitigt problemlos Ablagerungen und Algen im Teich. Sie können leicht vom Boden oder der Wasseroberfläche aufgenommen werden: Entweder den normalen Wasserschlauch anschließen oder eine leistungsstarke Pumpe verwenden. Der Schmutz sammelt sich im Beutel und kann mühelos deponiert (und auch nach Kleintieren kontrolliert) werden. Das zum Absaugen benötigte Wasser verbleibt im Teich.

Gartenterrasse

auch: Gartenterrassen

siehe Terrasse

Gartenwalze

auch: Gartenwalzen

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Eer Rasen einsät, braucht eine Gartenwalze, um die Samen­körner in das Erdreich zu drücken. Im Gegensatz zu einer Planierwalze funktioniert eine Gartenwalze nicht durch ihr Eigengewicht, das oft nur 10 oder 15 kg beträgt, sondern durch die Füllung der Walze mit Sand oder Wasser. Und statt durch einen Motor wird die Walze aus Stahlblech im Handbetrieb durch Ziehen oder Drücken fortbewegt. Neben dem Anwendungszweck des Verfestigens von Saatgut kommt die Gartenwalze auch zum Einsatz, wenn es gilt, Maulwurfshügel einzuebnen. Das Gewicht bei Befüllung mit Wasser liegt bei einer 50 cm breiten Walze bei über 70 kg, bei einer Befüllung mit Sand bei ca. 120 kg.

Gartenwerkzeug

auch: Gartenwerkzeuge

Gartenwerkzeug bezeichnet Werkzeug, insbesondere elektrisches Werkzeug, das vor allem im Außenbereich verwendet wird. Zu Gartenwerkzeugen zählen Rasentrimmer, Grasschere, Heckenschere, Motorsense, Häcksler, Astsäge, Kettensäge, Hochdruckreiniger, Gartensauger, Spaten und Spatengabeln.

Garten-Whirlpool

auch: Garten-Whirlpools

Ein Garten-Whirlpool wird nicht in ein Badezimmer eingebaut, sondern im Garten aufgestellt bzw. in den Boden eingelassen. Er wird auch als Außenwhirlpool, Spa-Pool oder Outdoorpool bezeichnet. Außenwhirlpools beziehungsweise Whirlpools für den Außenbereich sind die wohl die absolute Oberklasse im Whirlpool-Segment. Einer der vielen Vorteile eines Whirlpools im Außenbereich ist die optische Aufwertung des Gartens und der Terrasse. Der Außen-Whirlpool kann das ganze Jahr über genutzt werden. Im Sommer kühlt er und im Winter wärmt er. Eine Thermoisolierabdeckung gehört zum Lieferumfang der meisten Gartenwhirlpools. Sie schützt den Whirlpool vor Verunreinigung und speichert die Wärme des Wassers auch im Winter. Die Energiekosten können damit im erträglichen Rahmen gehalten werden. Gerade im Winter bei Schnee und Kälte ist es ein herrliches Gefühl unter sternenklarem Himmel im warmen Wasser zu liegen, sich während der entspannenden Massagen vom Alltagsstreß zu befreien und gleichzeitig das Immunsystem zu stärken.

Gartenzähler

Gartenzaun

auch: Gartenzäune

Bei einem Gartenzaun handelt es sich ganz allgemein um einen Zaun, mit dem ein privater Garten bzw. das Grundstück umschlossen wird. Dabei kann es sich um einen Maschendrahtzaun, einen Metallzaun wie Gittermattenzaun oder einen Holzzaun wie den Jägerzaun handeln. Zudem gibt es noch blickdichte Holzzäune, die als Abgrenzung zum Nachbargrundstück fungieren können. Wer möchte, kann sich auch vom einem Kunstschlosser seinen Gartenzaun nach individuellen Wünschen schmieden lassen. Dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt. Oft setzen jedoch örtlich Richtlinien solche Grenzen, den Einfriedungshöhe und Einfriedungsgestaltung können vorgeschrieben werden. Das wird jedoch von Ort zu Ort und mitunter sogar innerhalb eines Ortes anders gehandhabt.

Gärung

auch: Fermentierung

Biogas wird in der Landwirtschaft durch anaerobe Gärung, d.h. ohne Sauerstoff, erzeugt. Dabei wird die Biomasse in Gärbehältern (Fermenter) während einer mehrtägigen Faulzeit (30 bis 70 Tage) von Bakterien und Mikroorganismen in Biogas umgesetzt. Das Biogas kann anschließend aus dem Fermenter entnommen und zur Strom- und/oder Wärmeproduktion eingesetzt werden.

Gasarten

An Gasarten zur Energiegewinnung werden z.B. Erdgas, Flüssiggas und Biogas unterschieden. Edelgase kommen z.B. als Füllgas zum Einsatz. Eines dieser Edelgase ist Radon. Eine weitere Gasart ist Deponiegas, das bei Abbauvorgängen auf der Deponie entsteht.

Gasaustausch

auch: Strippung

Gasaustausch ist ein Sammelbegriff für alle technischen Maßnahmen, die dazu führen, die Konzentrationen von im Wasser gelöst vorliegenden Gasen zu verändern. In der Regel geschieht dies durch eine mehr oder minder intensive Belüftung des Wassers. Im Trinkwasser unerwünschte Gase wie Schwefelwasserstoff, Methan oder leichtflüchtige Chlorkohlenwasserstoffe können aus dem Wasser "ausgeblasen" werden, ein Vorgang, den man auch "Strippung" nennt.

Gasbeton

siehe Porenbeton.

Gasbetonsteine

auch: Gasbetonstein

Gasbetonsteine ist ein veralteter Begriff für Porenbetonsteine. Die Steine haben ihren Namen dadurch erhalten, dass die Steine während des Abbindevorgangs infolge Einwirkens von Schäumungsmitteln (Aluminiumpulver) feine Glasblasen erhalten. Dadurch werden die Steine leichter, die Wärmedämmeigenschaften verbessern sich - allerdings nimmt auch die Druckfestigkeit ab. Das Wort Gas in diesem Zusammenhang hat zu Fehlinterpretationen geführt. Tatsächlich werden die Steine nicht unter Verwendung von Gas hergestellt und sie können deshalb auch nicht ausgasen.

Gasbrenner

Gasbrenner sind ganz allgemein Apperaturen, mit denen Gas verbrannt wird. Gasbrenner findet man in vielen Bereichen des täglichen Lebens. So benötigt jede Gasheizung einen Gasbrenner. Gasbrenner für Heizkessel gibt es in verschiedenen Wärmeleistungen. Auch der aus der Schule bekannte Bunsenbrenner, der in keinem Chemie-Unterricht fehlen darf, ist ein Gasbrenner. Gasbrenner gibt es auch im Baumarkt zu kaufen. Solche Gasbrenner mit austauschbaren Kartuschen werden zum Beispiel zum Abbrennen von Unkraut oder Anzünden der Grillkohle verwendet.Weiterhin gibt es Gasbrenner zum Löten, Schweißen oder Karamellisieren. Sowohl der Handwerker als auch der Heimwerker oder Koch kann einen Gasbrenner brauchen.

Gas-Brennwertkessel

Gaschromes Glas

auch: Gaschrome, Gläser

Gas-Durchlaufwasserheizer

Gasfaktor

Der Gasfaktor dient zur Umrechnung des verbrauchten Gasvolumens (abzulesen am Gaszähler, Angabe in Kubikmeter (m³)) in die abzurechnenden Kilowattstunden (kWh) unter Berücksichtigung der Gasqualität und weiterer Einflussfaktoren wie Druck und Temperatur. Da Erdgas ein Naturprodukt ist, kann es sein, dass sich die Gaszusammensetzung und damit auch der Energiegehalt des Erdgases ändert. Hierdurch kommt es zu Änderungen des Gasfaktors.

Gasfeuerstätte

auch: Gasfeuerstätten

siehe Gasheizung.

Gas-Heizautomat

auch: Gas-Heizautomaten

Gas-Heizautomaten sind Heizungen, welche die Raumluft direkt erwärmen, sie kommen also ohne wärmeübertragendes Medium wie zum Beispiel Wasser aus. Gas-Heizungsautomaten können ohne großen Aufwand installiert werden und kommen mit einer dünnen Brennstoffzuleitung aus. Sie sollten in der Nähe des Schornsteins oder an der Außenwand aufgestellt werden. Die Regelung erfolgt über Thermostate. Gas-Heizautomaten werden hauptsächlich für die Beheizung einzelner Räume verwendet und sind als Stand- oder wandhängende Geräte erhältlich. Die Leistung beträgt in etwa zwischen 2,5 und 7 kW. Gas-Heizeinsätze für Kachelofenluftheizungen erhält man bis etwa 15 kW.

Gasheizer

Unter Gasheizer werden mobile Geräte verstanden, mit denen kurzfristig mittels Flüssiggas auch große Räume und Hallen aufgeheizt werden können. Es gibt tragbare Geräte und solche auf Rollen. Gasheizer mit Verdampfungsbrennern dürfen als Bautrockner eingesetzt werden, wenn für eine für die Verbrennung ausreichende Luftzufuhr gesorgt ist und die Abgaszüge ins Freie führen. Während des Betriebs solcher Bautrockner dürfen sich Personen nicht dauernd in den Räumen aufhalten.

Gasheizung

auch: Gasheizungen

Gasheizungen sind Heizungen, die mit brennfähigen Gasen betrieben werden, wobei Erdgas das am häufigsten verwendete Gas ist. Früher wurden auch einzelne Räume mit Gasheizungen (Gaskonvektoren) ausgestattet, das Gas wurde also direkt im Raum verbrandt und lieferte die Wärme. Heute steht die Gasheizung z.B. im Keller und erwärmt Wasser, das durch Heizungsrohre zu den Heizkörpern in den Zimmern des gesamten Gebäudes oder der gesamten Wohnung gepumpt wird. Für den Betrieb einer Gasheizung ist der Anschluss an das öffentliche Gasnetz notwendig. Das kann ganz schön teuer werden, wenn noch kein Gasanschluss vorhanden ist. Der Vorteil einer Gasheizung ist, dass keine separater Lagerraum notwendig ist, wie dies bei Heizöl, Holz- oder Kohleheizungen sein muss. Dies ist aber auch gleichzeitig ein Nachteil, da das Gas zu dem augenblicklichen Preis bezogen werden muss, während Heizöl zu den Zeiten, in denen die Preise niedrig sind, bezogen werden kann. Moderne Gasbrennwertheizungen arbeiten auch mit beigemischten Biogas. Eine ausschließliche Nutzung von reinem Biogas ist aufgrund der fehlenden Versorgungsinfrastruktur in Deutschland kaum möglich. Bei der Neuanschaffung oder Sanierung einer Gasheizung ist unbedingt die Brennwerttechnik zu empfehlen.

Gas-Innenleitung

auch: Gas-Innenleitungen

siehe Gasleitung.

Gasleitung

auch: Gas-Innenleitung, Gasleitungen

In Gasleitungen wird das Gas von der Hauptsperrvorrichtung zum Zähler und zu den verschiedenen Verbrauchern (z.B. der Gasheizung) geführt. Früher waren Gas-Innenleitungen aus Metall, wie z.B. Stahl, Kupfer oder Edelstahl. Heute sind aber auch Kunsstoffrohre für die Gasinstallation innerhalb von Gebäuden zugelassen. In privaten Haushalten haben Gasleitungen meist Abmessungen zwischen einem halben und zwei Zoll. Zur Versorgung von Stadtteilen oder Gemeinden kommen unterirdische Leitungen mit bis zu einigen Dezimetern lichter Weite zum Einsatz. Diese müssen mit gelben Schutzrohren ummantelt sein, damit sie bei Erdarbeiten nicht beschädigt werden. Im Haus dürfen Gasleitungen nicht an anderen Leitungen befestigt werden. Auch dürfen sie nicht als Träger für Lasten dienen. Die Verlegung in Lüftungs-, Aufzugs- oder Schornsteinschächten ist nicht gestattet. Sie können aber unter Putz oder frei vor der Wand anmontiert werden. Auch das Verlegen der Leitungen in belüfteteten Hohlräumen wie einer abgehängten Decke ist gestattet.

Gaslift

siehe Mammutpumpe.

Gasmangelsicherung

Die Gasmangelsicherung ist eine Einrichtung, die bei Gasmangel bzw. bei unzulässiger Druckabsenkung in der Gasleitung die Gaszufuhr selbsttätig sperrt und eine Wiedereinschaltung erst dann ermöglicht, wenn sämtliche Absperreinrichtungen nach der Gasmangelsicherung geschlossen sind.

Gasrohr

auch: Gasrohre

siehe Gasleitung

Gasschieber

Gasschmelzschweißen

siehe Gasschweißen.

Gasschweißen

auch: Gasschmelzschweißen, Gasschweissen

Gasschweißen ist ein Verfahren des Schmelzschweißens. Dabei werden Sauerstoff und Acetylen aus Stahlflaschen mit angeschlossenem Druckminderer über Schläuche dem Schweißbrenner zugeführt und in diesem gemischt. Durch die bei der Verbrennung des Gasgemischs entstehende Schweißflamme werden Grundwerkstoff und Schweißstab miteinander verschmolzen. Das Gasschweißen wird hauptsächlich zum Verbinden von Blechen und Rohren aus unlegierten und niedrig legierten Stählen eingesetzt. Die zu verschweißenden Blechdicken bzw. Rohrwanddicken sind meist kleiner als 6 mm.

Gassensor

auch: Gassensoren

Gassensoren reagieren auf ein bestimmtes Gas in der Luft und werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Über Gassensoren kann man beispielsweise eine bedarfsgerechte automatisierte Raumlüftung erzielen, indem die jeweilige Raumluftqualität durch den Sensor bewertet wird. Dabei fungiert Kohlendioxid als Leitgas. Gassensoren werden aber auch zur ständigen Überwachung von toxischen und explosiven Gasgemischen eingesetzt. Brandmelder mit Gassensoren als Detektorelementen, insbesondere bei raucharmen Schwel- und Glimmbränden sprechen deutlich schneller an als herkömmliche Brandmelder.

Gas-Spezial-Heizkessel

auch: Gas-Spezialkessel

Ähnlich sparsam wie die Niedertemperaturkessel sind die Gas-Spezial-Heizkessel. Diese sind besonders für die zentrale Beheizung von Wohnungen und kleineren Häusern geeignet. Das Prinzip des Gas-Spezial-Heizkessels ist verblüffend einfach - wie bei einem Gasbackofen. Das Gas strömt aus Düsen und erwärmt mit vielen kleinen Einzelflammen das Kesselwasser. Gas-Spezial-Heizkessel können im Keller, in der Wohnung oder auf dem Dachboden aufgestellt werden. Auch können die Gas-Spezial-Heizkessel mit einem indirekt beheizten Speicher kombiniert werden und so die Warmwasserbereitung für ein Haus oder eine Wohnung übernehmen. Bei Gasgeräten wird zwischen Vormischbrenner und Gebläsebrenner unterschieden.

Gassteckdose

auch: Gasstecker, Gassteckdosen

An Gassteckdosen werden Gasgeräte an eine Gasleitung angeschlossen. Das funktioniert so ähnlich wie bei der Stromsteckdose. Der Gasstecker (z.B. des Gasherdes) wird in die Gassteckdose gesteckt. Damit Gas fließen kann, muss am Gasstecker noch ein Drehgriff betätigt werden. Durch ein Sichtfenster an der Gassteckdose lässt sich erkennen, ob gerade Gas fließt oder nicht: grün steht für offen, rot für geschlossen. Ist kein Stecker drin, fließt kein Gas. Bei einem Brand schließen die Steckdosen automatisch, dafür sorgt eine thermisch auslösende Absperreinrichtung. Gassteckdosen gibt als Unterputz- und Aufputzsteckdosen. Neuere Gassteckdosen passen sich auch in der Optik einer elektrischen Steckdose an. Diese Steckdosen haben eine Abdeckplatte mit Schiebegriff, die nach dem Aufsetzen des Steckers beiseite geschoben werden muss.

Gasstecker

siehe Gassteckdose.

Gasströmungswächter

Der Gasströmungswächter hat die Aufgabe, bei erhöhtem Gasdurchsatz - hervorgerufen etwa durch Manipulation - selbsttätig die Gasversorgung zu unterbrechen. Er wird auf Grundlage des zuvor zu ermittelnden Gasdurchsatzs, dem maximal zu erwartenden Gasvolumenstrom dimensioniert und ausgewählt. Er bleibt bei Betrieb der Anlagen mit Gasmengen bis zu diesem vorgegebenen Nenndurchfluss (Nennwärmebelastung) stabil offen. Wird eine in Betrieb befindliche Gasleitung in Strömungsrichtung hinter dem Gasströmungswächter geöffnet - etwa durch unbefugtes Herausdrehen eines Stopfens - liegt die hier ausströmende Gasmenge oberhalb des maximal zu erwartenden Gasvolumenstrom. Die sich hierdurch einstellende Druckdifferenz sorgt dafür, dass der Verschlussteller gegen den Dichtsitz gedrückt und somit einen weiteren Gasaustritt in den geöffneten Leitungsteil verhindert wird. Der Gasströmungswächter wird im Hausanschluss vor dem Gaszähler und zu Beginn eines jeden Leitungsabschnittes eingebaut. Sind mehrere Gaszähler vorhanden, ist jeweils ein Gasströmungswächter vor jedem Zähler einzubauen. Er ist für Neuanlagen sowie bei Änderungen an Altanlagen Pflicht, es sei denn, der notwendige Aufwand bei Änderungen an Altanlagen ist unangemessen hoch.

Gasstufenschlüssel

auch: Gas-Stufenschlüssel

Gäste-Bad

"Gäste-Bad" ist ein feststehender Begriff in jeder Planungsunterlage für den privaten Wohnungs- und Eigenheimbau, unterliegt aber keiner Normung. Während die Architekten das Gäste-Bad meistens als notwendiges Übel betrachten und in einen Winkel zwischen Vorflur oder Diele und den sonstigen Räumlichkeiten pressen oder ihm einen Stammsitz direkt neben der Hauseingangstür zuweisen, geben sich in aller Regel die Hausbesitzer die größte Mühe, das Gäste-Bad edel auszustatten, um auf etwaige Gäste einen guten Eindruck zu machen. Die Grundausstattung eines Gäste-Bades besteht aus einem WC und einem kleinen Waschtisch, zuweilen auch Gästewaschbecken genannt. Üblicherweise können in einem Gäste-Bad keine Bäder, auch keine Duschbäder genommen werden, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen.

Gäste-WC

andere Bezeichnung für Gäste-Bad

Gastherme

auch: Gas-Umlaufwasserheizer

Gasthermen sind kompakte, mit Gas betriebene Geräte zum Heizen für die Wandmontage. Meist können sie mit einem Speicher zur Warmwasserbereitung verbunden werden. Dank ihrer geringen Abmessungen ist eine platzsparende Installation an nahezu jeder Stelle im Haus möglich, z.B. in der Küche, in einem Flurschrank oder auf dem Dachboden. Gasthermen sind die idealen Heizzentralen für einzelne Etagenwohnungen (Etagenheizung) und Einfamilienhäuser mit geringem Wärmebedarf, z.B. Niedrigenergiehäuser. Sie eignen sich auch sehr gut zum nachträglichen Einbau. In einer eigenen Ausführung kann die Warmwasserbereitung in die Therme integriert werden (Gaskombitherme).

Gasturbinenkraftwerk

auch: Gasturbinenkraftwerke

siehe GuD-Kraftwerk.

Gasuhr

siehe Gaszähler.

Gas-Umlaufwasserheizer

auch: Gasumlaufwasserheizer

siehe Gastherme.

Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk

siehe GuD-Kraftwerk.

Gas- und Wasserinstallateur

auch: Gas-, und, Wasserinstallateure

Was früher ein Gas- und Wasserinstallateur oder ein Zentralheizungs- oder Lüftungsbauer war, ist seit dem 1. August 2003 ein Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Arbeit ist jedoch die gleiche. Anlagenmechaniker kümmern sich um alle Versorgungsanlagen mit Gas, Wasser, Luft, Wärme und sonstiger Energien. Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre. Der Hauptteil der Arbeit - das Installieren - findet nicht in der Werkstatt, sondern beim Kunden statt. In kleinen Haushalten, mittleren Unternehmen und sehr großen Firmen. Der Anlagenmechaniker installiert beim Neubau eines Hauses die komplette Sanitär- und Heizungsanlage samt Badausstattungen oder Öl- und Gasheizkesseln. Er biegt Metall- und Kunststoffrohre und sägt sie auf Länge. Er setzt Heizkörper ein und kümmert sich um Abdichtung und Dämmung der Versorgungsleitungen. Und wenn elektrische Anschlüsse benötigt werden, ist das für ihn auch kein Problem. Die Solartechnik hat sich heute auf breiter Front durchgesetzt. Als Anlagenmechaniker installiert er deshalb auch oft Kollektoren zur Brauchwassererwärmung oder Wärmepumpen. Dazu muss er sich mit der dafür nötigen Steuerungs- und Regelungstechnik auskennen.

Gas-Vormischbrenner

auch: Gasvormischbrenner

siehe Brenner.

Gaszähler

auch: Gasuhr, Gaszähleranlage

Der Gaszähler, auch Gasuhr genannt, ist eine Einrichtung zur Gas-Volumenmessung. Er dient der Bestimmung der vom Verbraucher bezogenen Gasmenge. Der Vorgang erfolgt üblicherweise als Volumenmessung mit Anzeige in Kubikmeter. Durch Multiplikation mit dem Brennwert des Gases wird die Abrechnungsmenge bezogen auf den Wärmeinhalt in Kilowattstunden bestimmt. Größe und Art des Gaszählers sowie sein Aufstellungsort, der nicht zu warm, leicht erreichbar und frostfrei sein muss, bestimmt das Gasversorgungsunternehmen. Gaszähler sind so anzubringen, dass sie leicht abzulesen und ausgewechselt werden können und gegen mechanische Beschädigung geschützt sind. Vor jedem Gaszähler ist eine leicht zugängliche Absperreinrichtung einzubauen, außer wenn der einzige vorhandene Gaszähler sich mit der Hauptabsperreinrichtung im selben Raum befindet. Dabei dürfen sich nur autorisierte Techniker am Gaszähler zu schaffen machen. Alle acht Jahre muss der Gaszähler in privaten Haushalten geeicht werden. Von der Bauart unterscheidet man Einstutzenzähler, Zweistutzenzähler und Münzgaszähler.

Gattersäge

auch: Vollgatter, Vertikalgatter, Gattersägen

Gattersägen bzw. Vollgatter sind Maschinen zum Zerlegen von Rundholz in Schnittmaterial. Sie arbeiten mit mehreren Sägeblättern gleichzeitig, die als Langsägen gestaltet und in einen auf- und abwärts gehenden Rahmen eingespannt sind. Beim Durchlaufen des Gatters werden alle Elemente des Stammes in einem Durchlauf abgetrennt. Gatter werden überwiegend für das Nadelholz verwendet. Einschneidbar sind Stämme bis etwa 80 cm Durchmesser, die Vorschubgeschwindigkeit beträgt bis zu 20 Meter pro Minute. Teilweise wird das Gatter mit Spanertechnik kombiniert. Dabei wird die Seitenware weggefräst und es steht besäumte Schnittware bereit. Erfolgt dies nicht, müssen die Bretter nach dem Einschneiden besäumt werden. Die Leistung eines Gatters liegt je nach Typ zwischen 6.000 bis 25.000 Kubikmeter Rundholz pro Jahr. Neben dem hier beschriebenen Vertikalgatter gibt es noch das Horizontalgatter.

Gaube

auch: Gauben

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Eine Gaube oder Gaupe ist ein aus der Dachfläche herausragender eckiger, runder oder gewölbter Dacheinbau mit Fenster. Gauben werden in verschiedenen Formen ausgeführt wie beispielsweise als Satteldachgaube, Walmdachgaube, Tonnendachgaube, Schleppgaube, Segmentbogengaube, Spitzgaube, Fledermausgaube, Giebelgaube, Trapezgaube, Flachgaube, Panoramagaube, Dreiecksgaube und Walmdach-Panoramagaube. Zu den ganz modernen Formen gehört die Pultdachgaube (siehe Foto). Rückt die Gaube an die Außenwand, spricht man von einem Zwerchhaus (Lukarne).

Gaubenfenster

Bei einem Gaubenfenster handelt es sich um ein senkrecht stehendes Fenster in einer Gaube oder einem Dacheinschnitt. Dahingehend unterscheidet sich ein Gaubenfenster von anderen Dachfenstern, die meist in die Dachschräge eingebaut werden. Gaubenfenster unterscheiden sich nicht von "normalen" Fenstern, wobei sie im Schnitt wohl etwas kleiner sind, da in Gauben meist keine größeren Fenster eingebaut werden können.

Gaupe

auch: Gaupen

Andere Schreibweise für Gaube

GEA-Label

Das GEA-Label ist auf Elektrogeräten zu sehen , die sich durch geringe Leerlaufverluste und einen besonders niedrigen Energieverbrauch auszeichnen. Das Label wird von der Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED) vergeben. Viele ältere Elektrogeräte zeichnen sich durch hohe Stand-by-Verbräuche und der mangelnde Energieeffizienz aus. Um vor negativen Überraschungen bei der Stromrechnung gewappnet zu sein, sollte beim Kauf neuer Geräte auf das GEA-Label geachtet werden. In enger Zusammenarbeit mit den Herstellerverbänden von Elektrogeräten werden von der GEA, des europäischen Zusammenschlusses nationaler Organisationen wie der GED, für die Auszeichnung der einzelnen Gerätegruppen jährlich neue Grenzwerte festgelegt, so dass jeweils die energieeffizientesten, d.h. etwa 20-30 Prozent der am Markt angebotenen Produkte, das GEA-Label erhalten. Die GED konzentriert sich aber nicht auf die Auszeichnung von überdurchschnittlich sparsamen Elektronikgeräten mit dem GEA-Label, die für den Verbraucher eine neuartige Orientierungshilfe darstellt: Alle Geräte, die die strengen Kriterien des GEA-Energielabels erfüllen, werden von der GED auch auf die Liste der ausgezeichneten Geräte gesetzt, die viermal im Jahr aktualisiert wird.

Gebäudeabsteckung

auch: Absteckungsbescheinigung

Bei einer Gebäudeabsteckung wird durch eine Vermessung die Lage des zu bauenden Gebäudes vom Plan in die Örtlichkeit übertragen. Dabei wird vom Vermessungsingenieur bzw. vom Vermessungsamt neben dem Lageplan auch die Grundrisse des Gebäudes herangezogen. Es können Gebäudeaußenwände oder Achsen vermessen werden. Als Ergebnis werden Nägel mit mm-Genauigkeit auf Schnurgerüste geschlagen, auf welche Schnüre gespannt werden. Mit Hilfe der Schnüre wird ein genaues Gießen der Bodenplatte sowie ein exaktes Mauern der Außenwände ermöglicht. Gebäudeachsen oder Gebäudekanten können auch mit Hilfe von Eisenrohren, u.ä. außerhalb des Baukörpers abgesteckt werden, wenn der Boden noch vorbereitet werden soll und die Schnurgerüste später gebaut werden. Gebäudeabsteckungen werden nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) abgerechnet. Die Kosten hängen im Wesentlichen von den Gesamtbaukosten ab. Es spielen darüber hinaus aber auch noch andere Faktoren eine Rolle.

Gebäudeausrichtung

Die Gebäudeausrichtung ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Planungsprozess eines Hauses. Die Orientierung von Gebäuden hat einen wesentlichen Einfluss auf die Tageslichtbeleuchtung, die passive Nutzung von Solarenergie und die Haltbarkeit der verwendeten Baumaterialien. Es sollten möglichst viele Flächen nach Süden, und möglichst wenige Flächen im Norden, d.H. der Sonne abgewandt liegen. Im Winter und der Übergangszeit sollten die südlichen Fenster nicht im Schatten liegen, damit möglichst viel solarer Zugewinn möglich ist. Im Sommer muss eine gezielte Verschattung erfolgen. Das Kann zum Beispiel durch Jalousie, Rolladen oder Markise passieren.

Gebäudeeinmessung

Die Gebäudeeinmessung dient der Erfassung des endgültigen Grundrisses eines neu errichteten Gebäudes. Die gesammelten Werte wie Lage, Größe, Nutzungsart und charakteristische topographische Eigenschaften werden dann dem Liegenschaftskataster zugeführt, damit dieses auf dem neuesten Stand ist. Eine Gebäudeeinmessung wird von der Katasterbehörde eingefordert, dazu wird dem Bauherrn eine gewisse Frist gewährt, innerhalb derer die Messung durchgeführt werden muss. Nach Ablauf dieser Frist kann die Behörde die Gebäudeeinmessung auf Kosten des Eigentümers veranlassen. Die Gebäudeeinmessung wird entweder von einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur oder von einer behördlichen Vermessungsstelle durchgeführt.

Gebäudeerder

Gebäudegrundriss

auch: Grundriss, Gebäudegrundrisse

Der Gebäudegrundriss ist die maßstabsgerechte zeichnerische Darstellung einer Gebäudegrundfläche. Darüber hinaus gibt der Grundriss noch Auskunft über die Zweckbestimmungen der einzelnen Räume (Küche, Bad, Wohnzimmer, Schlafzimmer etc.). Zu den Bauunterlagen gehören Grundrisszeichnungen von allen Stockwerken. Der Grundriss liefert eine Ansicht des Baus von oben mit einem vorgestellten horizontalen Schnitt durch das Mauerwerk. Eine frontale Ansicht hingegen liefert der Aufriss.

Gebäudehebung

auch: Hebung, Gebäudehebungen

Bei einer Gebäudehebung werden Gebäude, die durch welche Gründe auch immer in Schieflage gekommen sind, wieder horizontal ausgerichtet und aus diesem Grund angehoben. Dies geschieht meistens zusammen mit einer Nachgründung und zwar mittels stählerner Segmentpfähle, die in hydraulische Zylinder greifen, die zuvor in Hubkammern des bestehenden Mauerwerks eingebracht worden sind. Die Hebung wird von Pfahl zu Pfahl elektronisch gesteuert.

Gebäudehöhe

Als Gebäudehöhe wird die Höhe eines Gebäudes vom gewachsenen Boden bis zur Traufhöhe oder Firsthöhe definiert. Oberer Bezugspunkt der Traufhöhe ist der äußere Schnittpunkt der Außenwand mit der Dachhaut. Bei der Firsthöhe ist der obere Bezugspunkt der äußere Schnittpunkt der beiden Dachschenkel. Als unterer Bezugspunkt wird in der Regel die Erdgeschossfußbodenhöhe oder die von der Bauaufsichtsbehörde festgelegte Geländeoberfläche gewählt. Im Bebauungsplan ist die Gebäudehöhe fast immer vorgeschrieben. So soll sichergestellt werden, dass die Gebäude einer Straße oder eines ganzen Gebiets ein einheitliches Bild bieten. Um die geforderte Gebäudehöhe nicht zu überschreiten, kann gegebenfalls die Geschosshöhe reduziert werden. Hier ist allerdings zu beachten, dass in Aufenthaltsräumen die Geschosshöhe ein Mindestmaß nicht unterschreiten darf. Wird erst nach dem Bau gemerkt, dass das Gebäude zu hoch ausgefallen ist, kann der Bauherr beim Bauamt einen Antrag auf Befreiung stellen. Der hat in der Regel allerdings nur Aussicht auf Erfolg, wenn die Höhenüberschreitung nur gering ist.

Gebäudehülle

auch: Gebäudehüllen

Die Gebäudehülle hat entscheidenden Einfluss auf den Energieverbrauch eines Gebäudes. Zur Gebäudehülle gehören das Dach, die Außenwände, die Fenster und die Kellerdecke. Sind diese Bauteile gut gedämmt, senkt dies maßgeblich den Energieverbrauch. Die Energieeinsparverordnung fordert zudem die luftdichte Gebäudehülle. Dazu werden meist Dampfbremsen oder Dampfsperren angebracht, die verhindern sollen, dass Feuchtigkeit in die Konstruktion und vor allem in die Wärmedämmung gelangt. Dabei sind Leckstellen zu vermeiden. Die Luftdichtheit lässt sich mit dem Blower-Door-Test überprüfen, der inzwischen von zahlreichen Anbietern angeboten wird. Allgemein wird unter Gebäudehülle oft einfach nur das Material verstanden, aus dem die äußere Schicht des Hauses besteht (z.B. Stahl und Glas). Verwendung findet der Begriff auch beim Ausbauhaus in Fertigbauweise. Hier stellen die Hersteller tatsächlich eine Gebäudehülle auf die Bodenplatte, wobei der nachfolgende Innenausbau dem Bauherrn überlassen bleibt.

Gebäudeleittechnik

Gebäudeleittechnik bedeutet die zentrale Überwachung und Steuerung der technischen Anlagen eines Gebäudes wie Heizung, Lüftung, Aufzüge oder Alarmeinrichtungen. Ursprünglich gab es die Gebäudeleittechnik nur in großen Gebäuden. Dank EIB (siehe Europäischer Installations Bus) hat die Gebäudeleittechnik auch in den privaten Haushalt Einzug gehalten. Bei dieser intelligenten Form der Elektroinstallation können viele zu steuernde Geräte, wie z. B. Heizung, Lüftung, Klima, Rollladen und Lampen integriert werden.

Gebäudenutzung

auch: Nutzung, Gebäudenutzungen

Gebäudenutzung ist ein Begriff aus der Stadtplanung. Sie ergibt sich durch die vorhandene oder geplante Nutzung, z. B. durch Wohnen, Arbeiten oder Lagern. Genutzte Flächen sind Bauteilflächen, die für den Aufenthalt von Personen oder für die Nutzung durch Verkehr vorgesehen sind. Nicht genutzte Flächen sind Bauteilflächen, die nur gelegentlich betreten werden sollen, z. B. zum Zwecke der Wartung und Instandhaltung. Die Gebäudenutzung wird im Bebauungsplan festgelegt. In einem reinen Wohngebiet dürfen beispielsweise keine Tankstellen oder Handwerker sich ansiedeln. Die Gebäudenutzung ist allein auf das Wohnen reduziert. Ausnahmen bilden zum Beispiel Büros von Architekten oder Rechtsanwälten.

Gebäudesystemtechnik

Vorbei sind die Zeiten, als die Fensterläden noch mit der Hand geschlossen werden mussten oder die Beleuchtung in jedem Raum per Schalter an und aus gemacht wurde. Heute regelt das die Gebäudesystemtechnik. Gebäudesystemtechnik bedeutet eine Gewerke übergreifende Steuerung und Regelung aller Anlagenteile wie Beleuchtung, Beschattung, Heizung, Lüftung, Klima, Sicherheit usw. mit einem Bussystem (z.B. Europäischer Installations Bus).

Gebäudetrennfuge

auch: Trennfuge, Gebäudetrennfugen

Die Gebäudetrennfuge trennt zwei Gebäudeteile wie beispielsweise Reihenhäuser oder Doppelhäuser voneinander. An die Gebäudetrennfuge werden besondere Anforderungen hinsichtlich Brandschutz und Schallschutz gestellt. Damit nicht jedes Geräusch vom Nachbarn zu hören ist, müssen die beiden Haushälften komplett voneinander getrennt sein. Schon ein Mörtelbatzen beim Mauern der Wände kann den Schallschutz massiv beeinträchtigen. Wurde dann die Zwischendecke komplett betoniert, ist es mit der Ruhe entgültig vorbei. Da heißt es entweder, sich zu arrangieren oder die Decke auseinanderzusägen. Das geht tatsächlich mit einer Diamantkettensäge.

gebeilt

siehe beilen.

Gebirgsanker

Gebirgsanker sind Bauteile, die Gebirgsteile miteinander oder Konstruktionselemente mit dem Gebirge verbinden. Sie werden in Bohrlöchern eingebauten und nehme Zugkräfte oder von Zug- und Scherkräfte auf. Gebirgsanker sind Bestandteil der modernen Tunnelbautechnik. So ist die Systemankerung der Firste und Ulmen von großen Tunneln und Kavernen eines der wichtigsten Sicherungsmittel der heute in Europa am häufigsten angewendeten Spritzbetonbauweise. Durch den Einsatz von Ankern in Verbindung mit dem Sicherungsmittel Spritzbeton kann beim Tunnelvortrieb auf Aussteifungen weitgehend verzichtet werden, so dass für den Ausbruch und die Gebirgssicherung große Maschinen und Geräte eingesetzt werden können. Ohne den Einsatz von Gebirgsankern wäre der Bau der zahlreichen Straßen- und Eisenbahntunnel in den beiden letzten Jahrzehnten kaum möglich gewesen.

Gebläsebrenner

Ein Gebläsebrenner ist eine Einrichtung zur Verbrennung von Ölen oder Gasen in Heizkesseln. Sie saugen die Verbrennungsluft mit Hilfe eines Gebläses an und vermischen sie mit dem Gas. Dieses Gas-Luft-Gemisch lässt sich deshalb besser auf die jeweils günstigsten Verbrennungsbedingungen einstellen. Das erhöht zwar nicht unbedingt den Wirkungsgrad, verringert aber den Schadstoffausstoß. Eingebaut werden Gebläsebrenner vor allem in Brennwertkessel.

Gebläsekonvektor

auch: Gebläsekonevektoren

Der Gebläsekonvektor funktioniert im Prinzip wie ein herkömmlicher Konvektor. Die Luftumwälzung wird jedoch durch ein Gebläse unterstützt. Auf diese Weise können Wärmeleistung und Luftgeschwindigkeit erheblich gesteigert werden, so dass sie auch zur Beheizung von Räumen größerer Tiefe herangezogen werden können. Sie sind besonders für selten genutzte Räume geeignet, z.B. für Versammlungsräume, die schnell auf hohe Lufttemperaturen gebracht werden sollen. Die i.d.R. mit Filtern ausgestatteten Geräte haben größtenteils mehrstufige Gebläse. Sie beanspruchen nur etwa 30% des Platzes eines herkömmlichen Radiators vergleichbarer Leistung. Als nachteilig wird neben dem relativ hohen Anschaffungspreis bei einigen Modellen die Geräuschentwicklung empfunden.

geblasenes Bitumen

Geblasenes Bitumen bzw. Oxidationsbitumen wird aus heißflüssigem Destillationsbitumen durch Einblasen von Luft bei hohen Temperaturen gewonnen. Im Vergleich zu dampfdestillierten Rückstandsbitumina ist es weniger temperaturempfindlich und daher sehr gut für Dichtungszwecke geeignet. Allerdings ist geblasenes Bitumen weniger wetterbeständig. Das Durchblasen von Luft durch geschmolzenes, weiches Bitumen, bewirkt eine Umwandlung eines Teiles der Makromoleküle, was eine Auswirkung auf ein besseres plastisches- elastisches Verhalten und größere Temperaturspanne hat. Verwendet wird geblasenes Bitumen für Dichtungsbahnen, Rohrisolierungen, Beschichtungsmaterialien oder Kitte.

Gebläseunterstützung

Bei Brennwert-Kesseln und Gasthermen mit Brennwerttechnik ist eine Gebläseunterstützung notwendig, weil die Abgastemperaturen niedrig sind. Der natürliche Auftrieb der Abgase ist so gering, dass er nicht ausreicht, um sie nach oben ins Freie zu transportieren. Deshalb unterstützt man ihren Abtransport mit einem Gebläse. Auch Gasthermen ohne Brennwerttechnik sind meist mit einem Gebläse ausgestattet, welches das Ansaugen der Verbrennungsluft und die Abführung der Abgase unterstützt. Das ist vor allem bei längeren Ansaug- bzw. Abgasleitungen notwendig.

Gebotszeichen

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Gebotszeichen sind runde Schilder mit blauem Hintergrund und weißen Piktogrammen. Sie werden vor allem im Straßenverkehr und in der Unfallverhütung am Arbeitsplatz verwendet. Im Arbeitsschutz weisen sie hauptsächlich auf zu tragende Schutzeinrichtungen hin, z.B dass man zum eigenen Schutz Handschuhe, Augenschutz, Schutzhelm, Schutzschuhe oder Gehörschutz benutzen sollte. Andere Sicherheitskennzeichen sind Verbotszeichen, Warnzeichen, Rettungszeichen und Brandschutzzeichen.

Gebrannter Ölschiefer

Gebrannter Schiefer

Gebrannter Schiefer, insbesondere gebrannter Ölschiefer, wird in einem speziellen Ofen bei Temperaturen von 800°C hergestellt, der in feingemahlenem Zustand ausgeprägte hydraulische sowie puzzolanische Eigenschaften aufweist. Gebrannter Schiefer wird zur Herstellung von Portlandölschieferzement verwendet. Er spielt somit bei der Betonherstellung eine Rolle. Er enthält aufgrund der Zusammensetzung des natürlchen Ausgangsmaterials und des Herstellungsverfahrens Klinkerphasen, vor allem Dicalciumsilicat und Monocalciumaluminat sowie neben geringen Mangen an freiem Calciumoxid und Calciumsulfat größere Anteile an puzzolanisch reagierenden Oxiden, insbesondere Siliciumdioxid.

Gebrauchsabnahme

siehe Abnahme.

Gebrauchsfertige Spachtelmasse

auch: Gebrauchsfertige, Spachtelmassen

Gebrauchsfertige Spachtelmassen werden direkt von der Tube angewendet, die eigene Anmischung entfällt. Sie erhärten durch sogenannte physikalische Trocknung, wobei die flüssigen Bestandteile verdunsten und die Bindemittelteilchen einen zusammenhängenden Beschichtungsfilm bilden. Gebrauchsfertige Spachtelmassen unterscheidet man für innen und außen. Vorteile von gebrauchsfertigen Spachtelmassen: - Schnelle und einfache Anwendung - Anwendung auch auf gestrichenen und lackierten Untergründen möglich Nachteile von gebrauchsfertigen Spachtelmassen: - Nur in relativ dünnen Schichtstärken anwendbar - Festigkeit ist geringer als bei Pulver-Spachtelmassen

Gebrauchsfeuchte

Gebrauchslast

auch: Gebrauchslasten

Als Gebrauchslast wird die bei üblicher Nutzung eines Bauwerkes zu erwartenden Beanspruchung bezeichnet. Sie setzt sich zusammen aus dem Eigengewicht des Bauwerks, der Nutzlast, sowie Lasten aus Wind, Schnee, Erddruck, Temperaturänderung, Schwinden und Kriechen. Die Gebrauchslast spielt bei der statischen Berechnung eines Bauwerks eine Rolle. Auch bei Dübeln oder Seilen wird von Gebrauchslast gesprochen. Hier gibt die Gebrauchslast an, mit welchem Gewicht die Dübel bzw. Seile belastet werden dürfen.

gebrochenes Dach

Ein gebrochenes Dach ist ein Dach, bei dem die Flächen auf zwei Etagen geteilt und voneinander durch Vorsatz, Knick, Mauer oder Sims getrennt sind. Es ist im Prinzip mit dem Mansarddach gleichzusetzen.

gebundene Deckung

auch: gebundenen, Deckung

Die gebundene Deckung ist eine Möglichkeit ein Reetdach zu decken - neben der genähten Deckung und der geschraubten Deckung. Beim gebundenen Dach beginnt der Reetdachdecker von der Traufe aus Lage für Lage der Reetbündel an der Lattung zu befestigen. Die Bunde werden auf die Lattung gelegt, darauf kommt ein 5 mm dicker Rundstahl parallel zur Lattung. Mit einem Bindedraht wird der Rundstahl alle 20 bis 25 cm locker an die Lattung gebunden, mit dem Klopfbrett in Form gebracht und dann der Bindedraht fest angezogen.

Gebundenes Wasser

Gebundenes Wasser spielt eine Rolle beim Feuchtigkeitsgehalt von Holz. Es bezeichnet das Wasser, das an die Zellwände durch irgendwelche Kräfte gebunden ist. Es steht damit im Gegensatz zu freiem Wasser, das in den Zellhohlräumen wie in einem Wasserglas gehalten wird. Freies Wasser lässt sich bei frischem Holz wie bei einem Schwamm auspressen. Das gebundene Wasser verbleibt dabei jedoch im Holz. Gebundene Wasser wird aus dem Holz entfernt, indem man es in einer relativ trockenen Umgebung lagert. Das Holz schwindet dabei. Welche Menge des gebundenen Wassers abgegeben wird (und wie groß dementsprechend die Schwindung ist), hängt unmittelbar von der relativen Luftfeuchte der Umgebungsluft ab. Bleibt die relative Luftfeuchte über einen längeren Zeitraum konstant, stellt sich eine Gleichgewichtsfeuchte ein. Gebundenes Wasser spielt auch bei anderen Baumaterialien wie zum Beispiel Beton oder Estrich eine Rolle. Hier wird zwischen chemisch und physikalisch gebundenem Wasser unterschieden.

gebürstet

Der Begriff "gebürstet" wird im Bauwesen für zwei sehr unterschiedliche Vorgänge benutzt. Zum einen werden Natursteine mit rotierenden Bürsten maschinell so behandelt, dass die weicheren Bestandteile heraus gebürstet werden und ein Stein mit einer schönen, matten Oberfläche entsteht, der auch noch eine erhöhte Trittsicherheit bietet. Aber auch Armaturen aus Edelstahl oder Messing, ebenso Drückergarnituren usw. werden unter Einsatz von Schleifvlies-Werkzeugen gebürstet, wobei es eigentlich richtiger heißen müsste mattiert oder satiniert.

Geck

Andere Bezeichnung für Giebelspieß.

gedämpfte Dachziegel

Der Scherben von als "gedämpft" bezeichneten Dachziegeln besitzt entweder im ganzen Volumen oder eine wenige Millimeter unter die Oberfläche reichende, dem Dachschiefer ähnliche, graublau-silbrige Färbung. Die Bezeichnung "gedämpfte Dachziegel" weist auf eine seltener angewandte, besondere Brenntechnik hin. Weitere Bezeichnungen: Blaudämpfen, Blauschmauchen, Silberdämpfen, Schwarzdämpfen.Verfahren: Unterdrückt man während des Ziegelbrandes den vollständigen Austausch der Brennatmosphäre gegen Luft, brennen Ziegel "im eigenen Dampf". In der Vergangenheit wurde hierzu u. a. auch frisches Laub verwendet, das im Ofen verdampfte - so erklärt sich der Begriff "Dämpfen". Bei Reduzierung der Sauerstoffzufuhr kommt es anstelle einer Oxidation zu einer so genannten Reduktionserscheinung. Durch eine kohlenstoffreiche Brennatmosphäre wird hierbei dem Eisenoxid der Sauerstoff entzogen. Aus einem sonst rot brennenden Scherben entsteht ein grau- bis anthrazitfarbener Dachziegel. Wird diese Technik heutzutage angewendet, folgt nach Beendigung des Garbrandes ein reduzierend wirkender Brennabschnitt.

Gedübelte Eckverbindung

auch: Gedübelte, Eckverbindungen

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Eine Gedübelte Eckverbindung ist eine Möglichkeit der Kasteneckverbindung. Gedübelte Eckverbindungen können entweder stumpf gestoßen oder auf Gehrung geschnitten werden. Das Dübeln ist eine sehr häufig verwendete, einfach zu erstellende und daher praktische Verbindungsform. Sowohl Vollholz als auch Sperrholz- und Spanplatten können mit Dübeln versehen werden. Das Holz wird durch die runde Form und durch die Abstände der Dübel beziehungsweise der Dübellöcher nur sehr wenig geschwächt. Zudem lassen sich die Möbelteile beim Bau leicht zusammenstecken. Üblicherweise wird in das Bohrloch Holzleim eingegeben.

gedübelte Rahmeneckverbindung

auch: gedübelte, Rahmeneckverbindungen

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Die gedübelte Rahmeneckverbindung ist eine gebräuchliche Verbindung von Rahmen. Bei ihr können die Rahmen stumpf, auf Gehrung, mit oder ohne Nutzzapfen, mit Profil oder mit Konterprofil zusammengedübelt werden. Auf der Abbildung sehen Sie eine stumpf gestoßene Rahmeneckverbindung. Bei der Herstellung der Verdübelung ist darauf zu achten, dass der Bohrer beim Bohren der Dübellöcher nicht verläuft, da sonst der Rahmen beim Zusammenbau windschief werden kann.

Gefache

Als Gefache bezeichnet man die Zwischenräume bei einem Fachwerkhaus oder bei einem Haus in Ständerbauweise. Es handelt sich um die Leerräume, welche zwischen den aufgestellten Balken (dem Gerüst des Hauses) später durch entsprechende Materialien aufgefüllt werden. Früher wurden die Gefache beispielsweise mit Holzstakung und Lehm gefüllt. Heutzutage werden die Gefache eher mit Ziegeln oder Porenbeton ausgemauert.

Gefährdungsklassen

auch: Holzgefährdungsklassen

Begriff aus DIN 68 800 und (der neueren) DIN EN 335 zur Einteilung von Holz und Holzprodukten nach den unterschiedlich starken Beanspruchungen und Gefährdungen. Es werden fünf Gefährdungsklassen unterschieden: Gefährdungsklasse 0 für innen verbautes Holz, das ständig trocken ist, d.h., das bei maximalen Luftfeuchten bis 70 % ständig unter 20 % Holzfeuchte aufweist und mit Bedingungen, die den Befall durch holzzerstörende Insekten ausschließen. In der Gefährdungsklasse 0 ist kein chemischer Holzschutz erforderlich. Gefährdungsklasse 1 für innen verbautes Holz, das ständig trocken ist, d.h., das bei maximalen Luftfeuchten bis 70 % ständig unter 20 % Holzfeuchte aufweist und mit Bedingungen, die einen Befall durch holzzerstörende Insekten nicht ausschließen. In der Gefährdungsklasse 1 ist ein insektenvorbeugender Schutz (Iv) notwendig. Gefährdungsklasse 2 für Holz, das vorübergehenden Befeuchtungen, aber nicht dem Erdkontakt, direkter Bewitterung oder Auswaschung ausgesetzt ist. Bei der Gefahrenklasse 2 ist insektenvorbeugender und pilzwidriger (Iv, P) Holzschutz notwendig. Gefährdungsklasse 3 für der Witterung oder Kondensation, aber nicht dem Erdkontakt ausgesetztes Holz. Bei der Gefährdungsklasse 3 ist witterungsbeständiger, insektenvorbeugender und pilzwidriger (Iv, P, W) Holzschutz notwendig. Gefährdungsklasse 4 für Holz mit dauerndem Erdkontakt und/oder ständiger starker Befeuchtung. Bei der Gefährdungsklasse 4 ist witterungsbeständiger, moderfäulewidriger, insektenvorbeugender und pilzwidriger (Iv, P, W, E) Holzschutz notwendig.

Gefahrentafel

Die Gefahrentafel ist die orangefarbene Tafel, die bei einem Gefahrguttransport am LKW oder einem anderen Fahrzeug befestigt werden muss. Die rechteckige Tafel hat entweder übereinander zwei Nummerncodes oder ist leer. Eine leere Gefahrentafel wird dann verwendet, wenn unterschiedliche Gefahrgüter zusammen transportiert werden, also beispielsweise unterschiedliche Kartons oder Paletten, oder die einzelnen Kammern eines Tankwagens mit unterschiedlichen Stoffen gefüllt sind. Transporte der Klassen 1 (Explosivstoffe, Munition etc.) und 7 (Radioaktive Stoffe) werden ebenfalls mit leeren Warntafel gefahren.

Gefahrgut

auch: Gefahrengüter

Nach Definition bezeichnet Gefahrgut: „... Stoffe und Gegenstände, von denen auf Grund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere für die Allgemeinheit, für wichtige Gemeingüter, für Leben und Gesundheit von Menschen sowie für Tiere und andere Sachen ausgehen können.“ Zu Gefahrengütern gehören u.a. radioaktive, explosive, brennbare, giftige und ätzende Chemikalien. Gefahrgut wird je nach Gefährlichkeitsmerkmal in verschiedene Klassen eingeteilt. Dies sind: Klasse 1: Explosivstoffe und Gegenstände mit Explosivstoffen Klasse 2: Gase Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe Klasse 4: Entzündbare feste Stoffe, selbstenzündliche Stoffe und Stoffe, die mit Wasser entzündliche Gase bilden Klasse 5: Oxidierende Stoffe und organische Peroxide Klasse 6: Giftige Stoffe und ansteckungsgefährliche Stoffe Klasse 7: Radioaktive Stoffe Klasse 8: Ätzende Stoffe Klasse 9: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände

Gefahrstoffe

Als Gefahrstoffe werden sämtliche chemische Stoffe oder Stoffgemische bezeichnet, von denen eine Gefährdung ausgeht. Da gibt es zum Beispiel die explosionsgefährlichen Stoffe wie TNT oder Pikrinsäure oder die hochentzündlichen Stoffe wie Diethylether oder Wasserstoff. Aber auch die leichtentzündlichen Stoffe wie Benzin oder Phosphor oder die brandfördernden Stoffe wie Sauerstoff oder Fluor zählen zu den Gefahrstoffen. Andere Gefahrstoffe wie Heroin oder Nikotin sind sehr giftig oder ätzend wie Schwefelsäure oder Abflussreiniger. Schließlich gibt es noch die umweltgefährlichen Gefahrstoffe wie Kaliumpermanganat. Am Arbeitsplatz dürfen Gefahrstoffe ein bestimmtes Maß nicht überschreiten, den sogenannten MAK-Wert.

Gefahrzettel

Gefahrzettel sind quadratische, auf der Spitze stehende Schilder, die mittels Piktogrammen und einem speziellen Nummerncode über die Art des Gefahrguts Auskunft geben. Es gibt Gefahrzettel in den Größen 10 x 10 cm für Packstücke und 25 x 25 cm sowie 30 x 30 cm für LKW, Tank-LKW, Aufsetztanks oder Container.

Gefälle

Ein Gefälle ist sowohl im Hoch-, als auch im Tiefbau zwingend erforderlich, damit das Regenwasser vom Gebäude oder von Straßen und Wegen abfließen kann. Bei Gebäuden in Hanglage muss man sich keine Gedanken darüber machen. Bei Gebäuden in der Ebene muss ein Gefälle mindestens 1 % (also 1 cm pro laufendem Meter) betragen, damit das Wasser abfließen kann. Ein Gefälle von 3 % ist in Regionen notwendig, in denen es stark regnet oder sich nach Schneefällen viel Tauwasser bildet. Beim sogenannten Gefälledach beträgt die Dachneigung mindestens 2 %. Auch Abwasserrohre müssen ein leichtes Gefälle aufweisen, damit das Abwasser ablaufen kann. Wer glaubt: "Je mehr Gefälle, desto besser" irrt. Wasser fließt schneller als das ein oder andere, was durch die Rohre muss. Das Wasser soll aber auch die festen Bestandteile des Abwassers mitführen. Das Mindestgefälle von Leitungen im Freien (sowohl Schmutzwasser als auch Regen- und Mischwasser) beträgt 1/DN, wobei DN die Nennweite (Innendurchmesser) eines Rohrs bezeichnet, z.B. DN 200 ist ein Rohr mit einem Durchmesser von 200 mm. Bei einem DN 200 beträgt das Mindestgefälle des Rohrs 0,5%. Bei innen verlegten Leitungen ist es nicht so einheitlich. Hier beträgt das Mindestgefälle für Rohre bis DN 100 bei Schmutzwasser und Mischwasser 1:50 und bei Regenwasser 1:100. Zwischen DN 100 und DN 200 beträgt das Mindestgefälle bei Schmutzwasser und Mischwasser 1:66,7 und bei Regenwasser 1:100. Ab DN 200 ist das Mindestgefälle für alle Abwasserarten mit 1:DN/2 angegeben. Bei Dachrinnen beträgt das durch entsprechendes Abbiegen der Rinnenhalter erzeugte Rinnengefälle mindestens 1 mm/m.

Gefällebeton

Unter Gefällebeton oder Aufbeton wird eine Betonschicht verstanden, die ein Gefälle aufweist bzw. Höhenunterschiede ausgleicht. Der Gefällebeton kann in einem Arbeitsgang mit dem tragenden Beton oder nachträglich aufgebracht werden. Ein Gefälle von mindestens 2 % ist beispielsweise notwendig bei Flachdächern, Terrassen oder Balkonen, damit das Wasser abfliesen kann.

Gefälledach

auch: Gefälledächer

Ein Gefälledach ist ein mit keilförmigen Dämmplatten hergestelltes Gefälle auf dem Flachdach. Das Gefälle muss mindestens 2 % betragen. Bei einem Gefälledach kann das Oberflächenwasser rascher abfließen. Abgelagerter Staub, Blütensamen und dgl. werden beim nächsten Regen weggeschwemmt. Beim gefällelosen Dach können dagegen Schlammablagerungen den Nährboden für einen wilden Bewuchs bilden und beeinflussen die Lebenserwartung der Dachhaut.

Gefälledämmsystem

Gefälledämmung

auch: Gefälledämmsystem, Gefälledämmungen

Eine Gefälledämmung kommt bei der Herstellung von geneigten Dachflächen zum Einsatz. Mit geneigten Dachflächen sind hierbei keine Steildächern, sondern Flachdächer mit einer geringen Neigung gemeint. Diese Neigung ermöglicht ein zügiges Abfließen von Regenwasser. Flachdächer, auf denen sich Pfützen bilden, sind immer eine Gefahrenquelle. Zum Herstellen einer Gefälledämmung werden keilförmig geschnittene Dämmplatten und Dämmbahnen verwendet. Bitumengebundene Schüttungen aus expandierten Mineralien kommen bei einem Gefälledach ebenfalls zum Einsatz. Neben der Gefällegebung kann diese Art von Gefälledämmung auch für den Niveauausgleich verwendet werden.

Gefälleestrich

auch: Gefälleestriche

Ein Gefälleestrich ist von seinen Eigenschaften nicht wesentlich von normalen Estrich zu unterscheiden. Er wird allerdings dort, wo z.B. der Ablauf des Regenwassers gewährleistet sein muss, mit Gefälle eingebaut. Beispiele hierfür sind Garagen, Terrassen oder Auffahrten. Entscheidend ist eine sorgfältige und genaue Bearbeitung, um die gleichmäßige Bedeckung der Fläche zu gewährleisten.

Gefälleplatten

Gefälleplatten sind vorgefertigte Platten aus unterschiedlichen Materialien; meistens handelt es sich um Schaumglasplatten. Gefälleplatten werden als Unterbau verwendet, um auf Terrassen und Flachdächern, aber auch in Duschräumen für das nötige Gefälle zu sorgen. Die Neigungswinkel liegen zwischen ca. 1 und 2°, die Platten selbst sind bis 6 x 6 m groß.

Gefälle-Wasserwaage

auch: Gefälle-Wasserwaagen

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Beim Anlegen von Wegen oder bei Flachdächern ist ein Gefälle notwendig. Gefälle-Wasserwaagen haben mehrere Libellen, mit denen verschiedene Neigungen ausgemessen werden können.

Gefäße

siehe Leitzelle.

Gefederte Eckverbindung

auch: Gefederte, Eckverbindungen

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Die gefederte Eckverbindung ist eine Variante einer Kasteneckverbindung. Die Federdicke einer gefederten Eckverbindung sollte nicht mehr als 1/4 bis 1/3 der Bodendicke betragen. Die Nut sollte weniger als 0,4 der Seitendicke betragen. Bei Außenecken müssen Nut und Feder besonders genau passen, sonst wird die Verbindung bereits beim Zusammenbau gesprengt. Eine gefederte Eckverbindung eignet sich bei Erzeugnissen aus Vollholz oder Tischlerplatten. Für Spanplatten ist diese Verbindung ungeeignet. Die gefederte Eckverbindung wird grundsätzlich verleimt, in Ausnahmefällen auch genagelt. Regale oder Schubkästen werden mit dieser Art der Eckverbindung gebaut. Anstelle eingeschnittener oder angefräster Federn können auch Federn aus Furnierplatten, Holzfaserplatten oder Querholz eingenutet werden. Bei auf Gehrung geschnittenen Ecken muss die Feder möglichst dicht an die Innenkante gesetzt werden, damit diese so breit wie möglich sein kann.

gefederte Rahmeneckverbindung

auch: gefederte, Rahmeneckverbindungen

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Die Gefederte Rahmeneckverbindung ist eine gebräuchliche Rahmeneckverbindung. Hierbei werden die Rahmenhölzer auf Gehrung gesägt und mit einer Feder genutet. Die Feder dient zur Verstärkung der Verbindung, so dass die Verzahnung der Ecke auch bei größeren Belastungen gegeben ist. Bei einer stumpf gestoßenen Ecke ohne Feder ist die Leimfläche zu gering und daher die Stabilität der Verbindung bei größeren Belastungen nicht gegeben.

gefilzter Putz

auch: gefilzte, Putze

siehe filzen.

geflammter Naturstein

Unter geflammten oder "flammierten" Natursteinen oder Marmor versteht man nicht etwa eine "flammige" Zeichnung des Steins, sondern eine spezielle Art der Oberflächenbearbeitung, die den Naturstein rutschfest macht. Die Steinplatten werden durch eine Flammiermaschine einer Hitzebehandlung unterzogen, wobei die oberste Schicht abplatzt und sich eine leicht unebene, rauhe Struktur ergibt. In vielen privaten Schwimmbädern findet man auf dem Boden derartig geflammte Platten, auch für Bäder und Terrassen sind sie ideal geeignet.

Gefüge

Als Gefüge wird allgemein die Gesamtheit aller strukturellen Besonderheiten eines Materials bezeichnet. Eine besondere Rolle spielt das Gefüge bei Gesteinen, bei Stahl oder auch Beton. In der Geologie bezeichnet man mit Gefüge den inneren Aufbau eines Gesteins (z.B. dessen Struktur und Textur, Korngröße, Kornform und Korngrenze). Bei Stahl ändert sich das Gefüge durch unterschiedlichen Kohlenstoffgehalt und unterschiedliche Wärmebehandlungen. So entstehen verschiedene Stahlsorten mit unterschiedlichem Härtegrad und unterschiedlichen Eigenschaften. Bei Beton spielt das Gefüge auch eine wesentliche Rolle, da der Widerstand von Beton gegen äußere chemische oder mechanische Beanspruchungen wesentlich durch ein besonders dichtes und festes Gefüge bestimmt wird. Im Gefüge des Betons dürfen sich keine Luftblasen bilden, da sonst die Festigkeit herabgesetzt wird. Beton wird daher nach dem Einbringen verdichtet. Ein Ausnahme bildet Beton mit haufwerksporigem Gefüge, dessen Gesteinskörnung keine Feinbestandteile enthält. Die Zwickel zwischen den Körnern bleiben ungefüllt. Korngruppen kleiner 4 mm werden in der Regel nicht verwendet. Der Zementleim des Betons hat die Aufgabe, die einzelnen Körner zu umhüllen und miteinander zu verkitten, ohne dabei die Hohlräume zu verfüllen. Beispiele für die Anwendung von haufwerksporigem Beton sind Drän- oder Filterbetone für Entwässerungs- und Versickerungsaufgaben.

Gegenausleger

Der Gegenausleger ist die geradliniege Weiterführung des Auslegers eines Turmdrehkranes. Am Gegenausleger ist beispielsweise das Gegengewicht und die Hubwinde befestigt.

Gegengewicht

auch: Gegengewichte

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Krane können Tonnenlasten heben. Damit der Kran beim Heben der Lasten nicht umkippt, braucht er ein Gegengewicht. Dieses wird am Gegenausleger befestigt.

Gegenlattung

Gegenlattung ist eine andere Bezeichnung für den gebräuchlicheren Begriff Konterlattung.

Gegensprechanlage

auch: Gegensprechanlagen

Gegenstromanlage

auch: Gegenstromanlagen

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Gegenstromanlagen erzeugen im Pool oder im Schwimmbad eine Strömung, "gegen" die der Schwimmer anschwimmen muss, wenn er nicht an den Beckenrand abgetrieben werden will (Foto: Roos-Schwimmbad). Durch eine Gegenstromanlage kann auf lange Becken verzichtet werden. Durch unterschiedlich starke Strömungen, kann zudem der Kraftaufwand beeinflusst werden, der nötig ist, um auf der Stelle zu schwimmen. Dies ist vor allem im Leistungssport vorteilhaft. Im privaten Bereich reicht auch ein kleiner Pool von nur 5 m Länge aus, um eine beliebige imaginäre Strecke gegen den Strom zu schwimmen. Neben den Einbaumodellen werden auch Gegenstromanlagen angeboten, die mit Teleskopstangen an ein Aufstellbecken montiert werden können. Ebenso sind Modelle erhältlich, die an den Beckenrand gehängt werden. Verschiedene Modelle können hinsichtlich des Drucks, mit dem das Wasser aus der Anlage sprudelt, so reguliert werden, dass die Anlage als Punktmassadedüse genutzt werden kann.

Gegratete Eckverbindung

auch: Gegratete, Eckverbindungen

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Die gegratete Eckverbindung ist eine Holzverbindung, die sich nur für T-förmige Plattenverbindungen aus Vollholz eignet. Bei dieser Verbindung kommt es sehr auf die sorgfältige Ausführung von Grat und Gratnut an. Die Nut wird immer in das durchgehende Werkteil eingeschnitten oder gefräst. In das stumpf auftreffende Teil wird der Grat gearbeitet. Der Grat kann wie auf der Abbildung auf einer Seite oder auf beiden Seiten sein. Der durchgehende Teil darf durch die Gratnut nicht zu sehr geschwächt werden. Sie ist daher nur etwa ein Drittel tief in das Holz einzuschneiden. Beim Eintreiben der Grat in die Nut treten in den Wangen der Gratnut Scherkräfte auf, die vom Holz abgefangen werden müssen. Die Fläche vor dem Ende des Werkstücks muss daher möglichst groß sein. Dies wird erreicht, wenn man mindestens 30 mm Abstand läßt.

Gehflügel

auch: Schlossflügel

Eine mehrflügelige Türanlage besteht in der Regel aus einem Gehflügel (auch Gangflügel oder Schlossflügel genannt) und einem Stehflügel (auch Standflügel genannt). Der Gehflügel wird dabei zuerst geöffnet und danach der Stehflügel. Der Gehflügel ist zudem derjenige Flügel, der als letztes geschlossen wird und an dem sich Schloss befindet.

Gehölzschutzsatzung

Gemeinden und Städte können Gehölzschutzsatzungen - auch "Baumschutzsatzungen" genannt - erlassen, deren Einhaltung für die Besitzer von Grundstücken rechtsverbindlich ist. Wer sich darüber ärgert, dass Lindenblüten die vor dem Haus parkenden PKW's mit klebrigem Blütenstaub überziehen, darf deshalb längst nicht zur Kettensäge greifen. Sofern von der Satzung geschützte Bäume morsch geworden sind, dürfen diese erst gefällt werden, wenn das zuständige Amt den Baum begutachtet und die Erlaubnis zum Fällen erteilt hat. Gehölzschutzsatzungen schützen nicht nur die Bäume, sondern auch Hecken und Sträucher. Wer also ein Grundstück kauft, das von einer hohen und dichten Hecke umwuchert ist, sollte sich behördlich rückversichern, ehe er diese beseitigen lässt.

Gehrung

Stoßen Fußleisten oder Deckenleisten an Raumecken aufeinander, müssen sie auf Gehrung gesägt werden, d.h. sie bekommen bestimmten Winkel (in der Regel 45°). Die beiden Enden der Leisten können danach sauber gestoßen werden. Auch Rahmen- und Kastenteile und andere Werkstoffe wie Fliesen werden auf Gehrung gesägt. Mit Gehrungsmaß und Gehrungssäge lassen sich exakte Gehrungen herstellen. Der Vorteil der Gehrung liegt in der Vergrößerung der Kontakt- bzw. Verbindungsfläche. Dadurch erhöht sich die Stabilität des Werkstücks. Außerdem fällt die Stoßfuge beider Werkteile auf eine Kante und tritt dadurch weniger in Erscheinung.

Gehrungslade

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Eine Gehrungslade ist ein u-förmig ausgebildetes Gestell aus Holz oder Metall. An seinen Seiten finden sich Schlitze in verschiedenen Winkeln oder nur einem 45-Grad-Winkel wieder. Dadurch lassen sich Fußbodenleisten, Rahmen, Rohre und anderes in einem genauen Winkel auf Gehrung sägen. Bei einer Gehrungssäge sind Säge und Untergestell fest miteinander verbunden.

Gehrungsmaß

auch: Gehrungsmaße

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Das Gehrungsmaß ist ein Messwerkzeug aus Holz oder Stahl, mit dem Rahmenecken und Gehrungen geprüft, angerissen und übertragen können. Es besteht aus einem Anschlag und einer Zunge. Im Gegensatz zur Schmiege ist das Gehrungsmaß nicht verstellbar, sondern besitzt einen vorgegebenen Winkel von 45°. Man kann das Gehrungsmaß auch als zwei fix miteinander verbundene Lineale bezeichnen.

Gehrungssäge

auch: Gehrungssägen

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Eine Gehrungssäge wird verwendet zum Sägen von Winkeln zwischen 45° und 90°. Dazu ist die Säge fest mit einer Gehrungslade verbunden. Das Sägeblatt verfügt über sehr kleine Zähne. Dadurch können mit ihr sehr präzise, splitterfreie Schnitte hergestellt werden. Gehrungsschnitte werden beispielsweise bei der Herstellung von Bilderrahmen oder bei Fußbodenleisten benötigt, damit die Leisten an den Ecken gestoßen werden können. Gehrungssägen gibt es auch als elektrisch betriebene Maschinen, und zwar als Kapp- und Gehrungssägen. Der Dachdecker nutzt die Gehrungssäge, um fachgerecht Bretter, und der Installateur, um beispielsweise Kunststoffrohre im 45°-Winkel zu sägen.

Gehrungsschere

auch: Gehrungsscheren, Gehrungs-Schere, Gehrungs-Scheren

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Mit einer Gehrungsschere lassen sich Kunststoff-, Gummi- und weiche Holzprofile quetschfrei in verschiedenen Winkeln schneiden. Schnelles, genaues und gradfreies Schneiden durch Gradeinteilung (30-45-75-90 oder 135° ) auf der Matrize. Die Gehrungsschere eignet sich auch für Flachbandkabel. (Abbildung: Knipex)

Gehrungsschneidlade

Mit einer Gehrungsschneidlade und einer Säge lassen sich Gehrungsschnitte bei Leisten mit geringem Querschnitt herstellen. Sie besteht aus einem Grundbrett und zwei seitlichen Leisten, in denen sich unter einem Winkel von 45° Einschnitte befinden. Sie wird auch als Gehrungslade bezeichnet.

Gehrungsspanner

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Mit einem Gehrungsspanner und einer Schraubzwinge können Gehrungen beliebiger Winkel verleimt werden. Bilderrahmen oder andere Werkstücke können somit "über Eck" gespannt werden. Nach dem Trocknen des Leims wird der Gehrungsspanner wieder entfernt und die Verbindung hält.

Gehrungsspannklammer

auch: Gehrungsspannklammern

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Ob Bilderrahmen oder im Möbelbau - überall, wo kleine Teile auf Gehrung verleimt werden sollen, sind Gehrungsklammern nützliche Helfer. Mit einer Hand kann leicht und rasch große und präzise Spannkraft erzeugt werden, während die andere Hand die zu verbindenden Werkstücke in der richtigen Lage hält. Die Spannklammern sind aus hochwertigem gehärtetem Federstahl mit angeschliffenen Spitzen zur Vermeidung von nennenswerten Beschädigungen des Spanngutes. Zum gezielten Ansetzen der Spannklammern wird eine spezielle Spreizzange benötigt.

Gehrungsstanze

auch: Gehrungsstanzen

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Mit einer Gehrungsstanze wird die Gehrung bei einer Leiste sozusagen ausgestanzt. Die Schneidmesser werden durch einen langen Hebel und Übersetzung nach unten geführt. Gehrungsstanzen lassen sich in beliebige Winkel zwischen 45° und 90° einstellen.

Gehrungsstoßlade

auch: Gehrungsstoßladen

Die Gehrungsstoßlade wird zum Nachhobeln von Gehrungsschnitten verwendet, wenn der Sägeschnitt zu grob ist. Sie wird auf der Hobelbank befestigt. Das Werkstück wird so eingespannt, dass die Gehrungsfläche nur ein Stück über die Stoßlade vorsteht. Das vorstehende Teil wird mit einem Putzhobel oder einem Hirnholzhobel abgehobelt.

Gehrungszwinge

auch: Gehrungszwingen

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Mit einer Gehrungszwinge lassen sich verschiedene Werkstücke präzise in einem rechten Winkel einspannen. Bei einem verleimten Bilderrahmen kann so der Leim in aller Ruhe trocknen.

Gehschall

siehe Trittschall

Gehwegplatten

Gehwegplatten sind Betonplatten, deren Abmessungen und Qualität durch die DIN 485 vorgeschrieben sind. Sie werden vorzugsweise in quadratischen Größen von 300, 350, 400 und 500 mm mit den zugehörigen Rand- und Eckplatten gefertigt. Gehwegplatten eignen sich für Wege im Garten oder als Fußboden für eine Terrasse. Im Handel sind Gehwegplatten in vielen Farben, Formen und unterschiedlichen Preisen erhältlich. Sie müssen witterungsbeständig, frostfest und stoßfest sein. Häufig werden Gehwegplatten auch als Fundament für Gartenhäuser oder als Auflager für die Unterkonstruktion von Holzterrassen verwendet

Geison

auch: Schräggeison

Das Geison ist ist das Kranzgesims des griechischen und römischen Tempels entlang der Traufe. Es war als Regenschutz des Gebälks konzipiert. Das die Giebelschräge begleitende Geison (Ortgang) wird Schräggeison genannt.

Geißfuß

siehe Klaue.

Gekämmter Nagekäfer

siehe Nagekäfer.

geklebte Sprossen

auch: geklebten, Sprossen

Geklebte Sprossen sind schmale Holzleisten, die von außen auf die Scheibe geklebt werden, um den Effekt eines Sprossenfensters zu erzielen.

geklebte Verglasung

auch: geklebte, Verglasungen

Bei einer geklebten Verglasung werden die Glaselemente auf einen Metallrahmen geklebt. Die Verklebung bei diesen Ganzglasfassaden muss vor allem die Windlasten auffangen, während das Eigengewicht durch Klotzung abgetragen wird. Geklebte Glasfassaden sind auch in Deutschland zulässig, aber nur in stark eingeschränktem Maße, wobei je nach Einzelfall und ab Einbauhöhen von mehr als 8 m eine zusätzliche mechanische Befestigung vorgeschrieben wird.

gekröpfter Giebel

gekröpfter Kugelkopf-Transportanker

auch: gekröpfte, Kugelkopf-Transportanker

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Der gekröpfte Kugelkopf-Transportanker unterscheidet sich vom normalen Kugelkopf-Transportanker nur durch seine gebogene Form. Diese besondere Form ermöglicht den Einsatz dieses Ankers z.B. in Mehrschichtplatten. Er ist auch zum senkrechten Transport dieser Sandwichelemente geeignet.

Geländebruch

auch: Böschungsbruch, Hangrutschung

Der Geländebruch bzw. Böschungsbruch ist ein Begriff aus dem Grundbau. Er bezeichnet das Abrutschen des Geländes bzw. einer Böschung. Das Abrutschen des Gleitkörpers erfolgt auf einer Gleitfläche, in der der Scherwiderstand des Bodens überwunden wird. Also das Versagen der Standfestigkeit einer Böschung. Die Ursachen für einen Geländebruch sind unterschiedlich. So kann zum Beispiel die Böschung zu hoch oder zu steil sein. Auch eine Belastung oberhalb der Böschung oder eine zu geringe Scherfestigkeit des Bodens können für das Abrutschen des Hanges verantwortlich sein. Schließlich können auch Erschütterungen oder Veränderungen der Wasserverhältnisse (zu starker Regen aber auch Steigen oder Sinken des Grundwasserspiegels) zu einem Geländebruch führen. Gegenmaßnahmen sind Hangsicherungen mit Stützbauwerken aber auch Ankern.

Geländegänger

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Bezeichnung aus dem Tief­bau für LKWs, die auch schwieriges Gelände, Geröllhalden und Stei­gungen bewältigen. Solche Geländegänger verfügen über ein Schalt­getriebe mit acht bis zehn Gängen inklusive einem sog. Kriechgang.

Geländeoberfläche

Geländeoberfläche kann die natürliche Höhenlage des Geländes um ein Bauwerk sein, sie kann aber auch durch den Bebauungsplan oder im Einzelfall durch die Baugenehmigung festgelegt werden. Sie ist die Bezugebene z.B. zur Gebäudehöhe (die Höhe bis zum First), zur Traufhöhe oder zur Festlegung, ob es sich um ein Gebäude geringer oder mittlerer Höhe handelt.

Geländer

auch: Geländerhöhe

Ein Geländer hat in erster Linie die Aufgabe der Absturzsicherung bei Treppen, Balkonen oder Brücken. Je nach dem, ob Menschen oder Fahrzeuge vor dem Absturz bewahrt werden sollen, muss das Geländer entsprechend stabil sein. Das Geländer besteht aus Pfosten, Handlauf und Geländerfüllung. Treppengeländer müssen mindestens 90 cm hoch sein (in Arbeitsstätten 100 cm, bei Absturzhöhen von mehr als 12 m mindestens 110 cm). Sind Kinder im Haus, so sollte das Geländer so gestaltet sein, dass ein Überklettern ("Leitereffekt") erschwert wird. Füllstabgeländer sind daher Knieleistengeländern vorzuziehen. Dabei darf der Abstand von Geländerteilen in einer Richtung nicht mehr als 12 cm betragen. Neben Füllstabgeländer und Knieleistengeländer gibt es noch zahlreiche andere Geländerarten wie beispielsweise Stahlrohrgeländer, Stahlseilgeländer, Lamellengeländer oder Glasgeländer.

Geländerfüllung

auch: Geländerfüllungen

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Als Füllung bezeichnet man im Bauwesen einen Einbauteil in eine wie auch immer geartete Rahmenkonstruktion (Beispiel Türfüllung). Bei der Treppe wird der Rahmen aus der Treppenwange, den Pfosten und dem Handlauf gebildet. Die Geländerfüllung selbst kann aus Holzkassetten oder Glasscheiben oder anderen Materialien bestehen, meistens werden aber Holz- oder Metallstäbe eingesetzt. In letzterem Fall werden die Metallstäbe oftmals auch direkt in den Treppenstufen verankert, insbesondere bei Stufen aus Stein. Bei Stäben darf der Abstand von Stab zu Stab keineswegs mehr als 12 cm betragen, damit Kleinkinder ihre Köpfchen nicht durchstecken können. Bei Balkongeländern besteht die Füllung oftmals als kompletten rechteckigen Einbauplatten aus Metall oder Kunststoff. Letztere werden in verschiedenen Farbtönen gefertigt, um insbesondere Mehrfamilienhäuser farblich aufzulockern.

Geländerhöhe

siehe Geländer.

Geländerstab

auch: Geländerstäbe

Geländesprung

auch: Geländesprünge

Als Geländesprung bezeichnet der Fachmann eine abrupte Höhenänderung des Geländes. Geländesprünge sind häufig zwischen Baugrubensohle und Geländeoberkante zu finden.

Geländestapler

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Geländestapler sind im Prinzip Gabelstapler mit Profilreifen. Sie sind äußerst robuste Geräte, die für Feld, Wiese, Lagerplatz und steiles Gelände eingesetzt werden können. Sie besitzen eine hohe Bodenfreiheit, Niederdruckreifen und eine starke Motorisierung, in der Regel Dieselmotoren, bei Spitzenmodellen ein hydrostatisches Getriebe. Zum Teil haben Geländestapler Allradantrieb. Geländestapler werden gerne in schwerem Terrain eingesetzt, z. B. in der Forstwirtschaft, Holzindustrie, Bergwerken, Recyclingindustrie, Schwerindustrie, im Anlagenbau und in Betonwerken, Ziegeleien.

gelappt

Der Begriff "gelappt" hat sich aus dem italienischen Wort Lappato entwickelt, siehe Lappato.

Gelbbrenner

Der klassische Ölbrenner ist der Zerstäubungsbrenner beziehungsweise Gelbbrenner. Eine Düse verwandelt das Öl zunächst in einen feinen Nebel, der anschließend erwärmt und mit Hilfe eines eingebauten Gebläses mit Luft vermischt wird. Ein elektrischer Funke entzündet schließlich das Gemisch. Schwachstelle des Verfahrens: Weil der Vergasungsprozess in aller Regel unvollständig abläuft, bleiben minimale Kohlenstoffanteile zurück, die mit gelber Flamme und etwas höherem Schadstoffanteil als bei einem Blaubrenner verbrennen. Eine Verbesserung brachte die automatische Ölvorwärmung, die den Brennstoff dünnflüssiger macht und so dessen Vergasung erleichtert. Sie gehört inzwischen bei allen Kesseln zur Standardausstattung.

Gelbgold

siehe Gold

Gelbwasser

Gelbwasser ist in der Sanitär- und Abwassertechnik die Bezeichnung für Urin, wie er in Separationstoiletten aufgefangen oder über Urinale abgeleitet wird, im letzteren Fall mit oder ohne Spülwasser - siehe dazu auch wasserlose Urinale.

Gelenk

Ein Gelenk ist in der Statik die bewegliche Verbindung von Bauteilen wie beispielsweise Stäbe oder Träger. Gelenke können Zugkräfte und Druckkräfte aufnehmen und weiterleiten, jedoch keine Drehmomente übertragen. Ein Beispiel für die Anwendung von Gelenken im Bauwesen ist der Gelenkträger (Gerberträger). Dies ist ein über mehrere Auflager durchlaufender Träger, der durch die Anordnung von Gelenken so unterteilt wird, dass er statisch bestimmt wird. Auf diese Weise ergeben sich Kragträger und dazwischen eingehängte Träger.

Gelenkarm-Markise

auch: Gelenkarm-Markisen, Gelenkarmmarkisen

Von der Art der Ausführung werden Markisen unterschieden in Gelankarm-Markisen, Fallarm-Markisen und Korbmarkisen. Am meisten verkauft werden Gelenkarm-Markisen, wobei das aufgerollte Gewebe und die Gelenkarme meistens in einer geschlossenen Kassette untergebracht sind, die sich beim Ausfahren der Markise öffnet. Die "offene Gelenkarm-Markise" weist keine schützende Kassette auf. Ist eine solche jedoch vorhanden, sprechen verschiedene Hersteller statt von einer Gelenkarm- auch von einer Cassetten- oder Kasettenmarkise. Gelenkarm-Markisen sind freitragend und nur im Bereich der Tuchwelle befestigt, die Gelenkarme befinden sich direkt darunter. Sonst gibt es keinerlei Unterstützung.

Gelenkhals

siehe Betongelenk.

Gelenkkopf

auch: Gelenkköpfe

siehe Betongelenk.

Gelenkträger

siehe Gerberträger.

Gelkamin

auch: Gelkamine

Gelkamine sind eine neu aufkommende Kamintechnik, die es ohne Rauch und Abzug erlaubt, in jedem in Haus oder Wohnung ein offenes Kaminfeuer zu betreiben. Und das alles auch noch genehmigungsfrei. Gelkamine werden in allen möglichen Arten angeboten, vom Edelstahlkamin über den klassischen Marmor-Kamin bis zum exklusiven Designerkamin. Betrieben werden solche Kamine mit Bio-Ethanol. Angeboten wird Bio-Ethanol flüssig oder als Gel. Der flüssige Bioalkohol verbrennt rückstandsfrei, während Brenngel Rückstände in den Brenndosen hinterlässt, die nach dem Betrieb entfernt werden müssen – dafür brennt es aber pro Liter ca. eine halbe Stunde länger. 500 ml Brennstoff reichen je nach Modell im Durchschnitt für 1 1/2 bis 3 Stunden Brenndauer und verursachen Kosten von ca. 30 bis 50 Cent pro Stunde. Die Heizleistung wird von den Herstellern mit 2 bis 6 KW angegeben.

Gelporen

Gelporen entwickeln sich beim Erhärtungsvorgang des Betons, der sogenannten Hydratation. Die Gelporen sind unter normalen Erhärtungsbedingungen mit Wasser gefüllt und winzig klein. Die Größe der Poren liegt im Bereich von Nanometern, was einem milliardenstel Meter entspricht.

Gemarkung

auch: Markung

Gemarkung (Markung) ist die Bezeichnung für ein durch Marksteine oder andere Grenzmarkierungen festgelegtes Gemeindegebiet. Die Gemarkung setzt sich aus mehreren Fluren zusammen. Gemarkung und Gemeindegebiet sollen sich nach Möglichkeit decken oder so aufeinander bezogen sein, dass ein Gemeindegebiet aus mehreren Gemarkungen besteht. Das ist nicht immer möglich, da Gemarkungen oft historisch gewachsen sind. Bei Eingemeindungen oder Gebietsreformen bleiben die Gemarkungsgrenzen gleich, aber die Gemeindegrenzen ändern sich. Gemarkungen erstrecken sich dann über mehrere Gemeinden.

Gemeinschaftseigentum

Gemeinschaftseigentum ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit dem Wohneigentumsgesetzt in Gebrauch ist. Mit Gemeinschaftseigentum müssen sich alle Bewohner einer Eigentumswohnung in z.B. einem Mehrfamilienhaus beschäftigen. Alle Eigentümer einer Eigentumswohnung gehört beispielsweise ein Teil des Grundstück - man spricht in diesem Fall von Gemeinschaftseigentum. Hierzu gehören neben dem Grundstück auch Teile, Anlagen und Einrichtungen des Gebäudes, die nicht im Sondereigentum oder im Eigentum eines Dritten stehen. So zum Beispiel Wände, Fenster, Dach, Treppen, Fahrstühle, Strom-, Wasser- und Gasleitungen und Außenanlagen. Damit im Falle einer Sanierung genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, wird eine Instandhaltungsrücklage gebildet. Verwaltet und in Schuss gehalten wird das Gemeinschaftseigentum von allen Wohnungseigentümern gemeinsam. In der Regel wird ein Verwalter zur Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums bestellt.

gemischt belegter Schornstein

auch: gemischt, belegte, Schornsteine

Gemischt belegte Schornsteine sind gemeinsame Schornsteine, an die außer Feuerstätten für feste oder flüssige Brennstoffe auch Feuerstätten für gasförmige Brennstoffe angeschlossen sind. Die Einleitung der Abgase von Gasfeuerstätten in Schornsteine, an die Feuerstätten für feste oder flüssige Brennstoffe angeschlossen sind, ist dabei nur zulässig, wenn hierfür eine baurechtliche Ausnahme erteilt ist (DIN 18160-1).

gemischtzelliger Schaumstoff

auch: gemischtzellige, Schaumstoffe

siehe Schaumstoff.

Genagelte Eckverbindung

auch: Genagelte, Eckverbindungen

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Einfache Kasteneckverbindungen werden genagelt. Da Nägel im Hirnholz nicht so gut halten wie im Langholz, wird bei der Herstellung von Transportkisten und aller Kästen, die eine höhere Stabilität benötigen, eine Eckleiste angebracht. Eine größere Haltbarkeit der Verbindung bekommt man, wenn die Nägel ganz durch die Eckleiste geschlagen, auf der anderen Seite mit einem Flacheisen winklig abgegröpft und in dieser Form wie ein Widerhaken umgebogen werden. Wenn die Nägel versenkt und ausgekittet werden sollen, wählt man Drahtstifte mit Stauchkopf. Damit beim Nageln das Holz nicht gespalten wird, kann die Spitze des Drahtstiftes gestaucht werden. So werden die Holzfasern nicht auseinandergekeilt, sondern zerdrückt. Die Drahtstifte sollten schräg eingeschlagen werden, um die Haltbarkeit der Nagelung zu erhöhen. Die Nägellänge sollte etwa zweieinhalb mal so groß sein, als die Dicke des anzunagelnden Bauteils. Mit einem Falz kann verhindert werden, dass das Bauteil beim Nageln verrutscht. Zusätzlich wird meist noch Leim beigegeben. Die ausgefälzte Nagelung eignet sich für Werkstücke, bei denen eine Unter- und Draufsicht nicht möglich ist.

genähte Deckung

auch: genähten, Deckung

Die genähte Deckung ist eine Möglichkeit, ein Reetdach zu decken - neben der gebundenen Deckung und der geschraubten Deckung. Beim genähten Dach beginnt der Reetdachdecker von der Traufe aus Lage für Lage der Reetbündel mit Draht an der Lattung zu befestigen. Dazu benötigt er eine gebogene und eine gerade Nadel. Mit der gebogenen Nadel wird der Draht durch die Reetschicht durchgesteckt und mit der geraden Nadel wird der Draht auf der Innenseite des Daches "gefangen". Mit dem Klopfbrett wird das Reet in Form gebracht und dann der Bindedraht fest angezogen.

genähtes Dach

auch: genähte, Dächer

genarbter Mauerziegel

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Ein Mauerziegel wird als genarbt bezeichnet, wenn seine Oberfläche mit narbenähnlichen Vertiefungen versehen ist. Er bekommt dadurch eine rustikale Optik, die einem handgeformten Ziegel nachkommt. In Wirklichkeit werden die typischen Quetschfalten jedoch maschinell hergestellt.

Genehmigungsbedürftigkeit

Genehmigungsbescheid

genehmigungsfreie Baumaßnahmen

auch: genehmigungsfreies, Bauen

Genehmigungsfreiheit

Genehmigungsfreiheit ist ein Begriff aus dem Baurecht. In den Landesbauordnungen wird festgelegt, welche Baumaßnahmen genehmigungsfrei ausgeführt werden dürfen. Dazu zählen je nach Bundesland Gartenlauben bis zu einer bestimmten Größe, Zaunanlagen bis zu einer bestimmten Höhe usw., usf. Je nach Bundesland sind auch Wohnhausbebauungen z.B. in Kleinsiedlungsgebieten genehmigungsfrei, müssen aber dem Bauamt von einem Entwurfsverfasser angezeigt werden. Das ist in der Regel ein Architekt oder Bauingenieur, der mit der Mitteilung an die Baubehörde auch die Veranwortung dafür übernimmt, dass die Baumaßnahme den baurechtlichen Bestimmungen entspricht. Der Ausbau eines Dachgeschosses für Wohnzwecke ist übrigens in aller Regel genehmigungsfrei.

Genehmigungsfreistellung

Genehmigungsfreistellungsverfahren

Genehmigungspflicht

Jede Baumaßnahme ist grundsätzlich genehmigungspflichtig bis auf eine kleine Anzahl von Maßnahmen, für die Genehmigungsfreiheit besteht. Dabei wird unter einer Baumaßnahme keinewegs nur der Neubau verstanden, sondern auch der Umbau, der Anbau, der Abbruch oder auch die Nutzungsänderung eines bestehenden Bauobjekts. Unter einer Baumaßnahme wird auch keineswegs nur der Haus- oder Gewerbebau verstanden. Auch das Aufstellen einer Fertiggarage oder einer Werbeablage zählen beispielsweise dazu. Für die "Umwidmung" einer Olmühle in ein Loft oder eines Hotels in ein Fitness-Studio muss ebenso eine Baugenehmigung eingeholt werden, wie für das Umfunktionieren von Kellerräumen in Wohnräume. Auch für das Aufbrechen einer Fassade, um eine große Schiebetüranlage zum Garten einzubauen, muss eine Baugenehmigung eingeholt werden und genauso für den Wintergarten, der an ein Haus angebaut wird. Im Zweifelsfall ist eine Gespräch mit der Baubehörde sinnvoll.

Genehmigungsplanung

auch: Genehmigungsplanungen

Die vierte Leistungsphase der in der HOAI geregelten Arbeit eines Architekten beschäftigt sich mit der Genehmigungsplanung. Sie stellt eine Fortsetzung der Entwurfsplanung im Maßstab 1:100 dar und schließt mit der Stellung des Bauantrags gemäß Bauordnung ab. In dieser Phase hat der Architekt insbesondere darauf zu achten, dass die zur Prüfung eingereichten Vorlagen und somit der Entwurf nach den öffentlich-rechtlichen Vorschriften genehmigungsfähig sind. Andernfalls sind Anträge auf Ausnahmen und Befreiungen einschließlich zugehöriger Begründungen zu stellen. Sechs Prozent der Gebühren nach HOAI werden für die Entwurfsplanung fällig.

Generalübernehmer

Im Baugeschäft ist Generalübernehmer, wer die Vorbereitung und Durchführung eines Bauvorhabens ganz (oder teilweise) in eigenem Namen und auf eigene Rechnung, aber auf dem Grundstück des Bauherrn organisiert. Er selbst erbringt keine Bauleistungen, sondern schaltet hierfür ausschließlich Subunternehmer ein. Darin unterscheidet sich der Generalübernehmer vom Generalunternehmer. Der Auftraggeber hat bei Beauftragung eines Generalübernehmers den Vorteil, dass er die gesamte Ausführung nur über einen Bauvertrag beauftragt hat. Der Bauherr ist somit nicht für die Koordination der verschiedenen Baugewerke verantwortlich. Zudem können insbesondere Kosten und Termine fest vereinbart werden.

Generalunternehmer

auch: Hauptunternehmer

Ein General- bzw. Hauptunternehmer ist in der Regel ein Bauunternehmen, das gegenüber dem Bauherrn als einziger Vertragspartner bei der Durchführung eines Bauvorhabens auftritt. Für vom ihm nicht selbst erbrachten Bauleistungen schaltet er auf eigene Rechnung Subunternehmer ein. Damit unterscheidet sich der Generalunternehmer vom Alleinunternehmer, der alle vereinbarten Bauleistungen selbst übernimmt. Werden alle Bauleistungen von Subunternehmen durchgeführt, wird von Generalübernehmer gesprochen.

Generationenhaus

auch: Generationenhäuser

Der Begriff kam Ende der 90-er Jahre auf. Im Prinzip ist jede alte Villa oder jedes Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung ein Generationenhaus, wenn zwei oder mehr Generationen unter einem Dach wohnen. Hauptsächlich wird unter einem modernen Generationenhaus aber ein Haus verstanden, in der jede Generation über einen eigenen Eingang ins Haus gelangt. Das Verbindende ist also das gemeinsame Dach über dem Kopf und eine Zwischentür, damit man innerhalb des Hauses von einer Wohneinheit zur anderen kommen kann. Generationenhäuser werden meist gebaut, damit jüngere Familien mit ihren Eltern zusammenleben können unter Beachtung des jeweiligen Wohnstils und des peersönlichen Rückzugsbereichs. Da sich meistens zwei Parteien in die Finanzierung eines solchen Hauses einbringen, fallen die finanziellen Belastungen für alle geringer aus, zumal nur ein Grundstück bezahlt zu werden braucht.

Generator

auch: Generatoren

Generatoren wandeln eine Energie in eine andere um. Schon zu Beginn des Industriezeitalters wurden in Gasgeneratoren Kohle oder Holz in Gas umgewandelt, die Kohle wurde also vergast. Diese Gasgewinnung hat heute im Zeitalter des Erdgases keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Anders ist es mit den Generatoren, in denen Diesel, Heizöl oder Benzin in elektrische Energie umgewandelt wird und die auf vielen Baustellen anzutreffen sind, siehe dazu unter Stromerzeuger.

Geo-Biosphäre

siehe Biosphäre.

Geodäsie

auch: Geodäten

Die Geodäsie ist die Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche. Geodäten vermessen mit Hilfe von Theodoliten, Tachymetern, Niviliergeräten, Gravimetern und anderen Instrumenten und Geräten die Oberfläche der Erde. Auch die Satellitentechnik ist mittlerweile aus der Geodäsie nicht mehr wegzudenken, lassen sich mit Hilfe von Satelliten doch globale und interkontinentale Messungen vornehmen. So ist nun die Erstellung von viel genaueren Landkarten möglich. Und man muss nicht überall direkt vor Ort sein, um z.B. die Umrisse und Ausmaße einer einsamen Insel in der Südsee zu bestimmen. In der wissenschaftlichen Arbeit ist die Geodäsie vor allem den Ingenieurwissenschaften zugeordnet. An Technischen Hochschulen gehören die Geodäten meist der Fakultät für Bauingenieurwesen an. In der täglichen Arbeit beschäftigen sich Geodäten häufig mit dem Vermessen von Grundstücken, wobei sie dort von Vermessungstechnikern und Messgehilfen unterstützt werden.

Geodätische Kuppel

siehe Fuller-Kuppel.

Geogitter

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Geogitter ist die Bezeichnung für gitter- und netzartige Bauteile aus verrottungsfestem Kunststoff, die insbesondere dann zum Einsatz kommen, wenn Hänge neu angelegt oder abgesichert werden müssen. Im Gegensatz zu Gabionen, die speziell der Befestigung von felsigen Wällen und Hängen dienen, werden Geogitter (Fotos: terram.com) zur Bewehrung erdiger Böden verwendet.

Geokunststoffe

Geokunststoffe sind Bauteile und Gewebe aus Kunststoff, die im Erdboden ausgebracht werden, um dort unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Geogitter dienen der Befestigung insbesondere von aufgeschütteten Böden, Drainageverbundstoffe und Vliesstoffe werden als Filtermaterial benutzt, um z. B. Drainagerohre vor Verschlammung zu schützen. In diesem Zusammenhang wird als Oberbegriff auch die Bezeichnung "Geotextilien" verwendet.

Geopolymere

Bei Geopolymeren handelt es sich um anorganische Materialien mit einer Struktur aus mineralischen Bausteinen. Sie sind eng mit natürlichen Gesteinen verwandt und weisen einen hohen Härtegrad und eine sehr hohe Haltbarkeit auf. In der Struktur ähneln Geopolymere keramischen Fliesen. Geopolymere entstehen durch alkalische Aktivierung eines reaktionsfähigen alumosilikatischen Feststoffes bei normalen Temperaturen. Als Feststoffe kommen beispielsweise Hüttensand oder Flugasche zum Einsatz. Geopolymere kommen z.B. als Bindemittel (als Ersatz zu Portlandzementen) bei der Betonherstellung oder bei der Herstellung von Fugmaterialien zum Einsatz.

Geotechnik

Geotechnik ist der Sammelbegriff für alle baulichen Maßnahmen, die mit der Aufbereitung, Befestigung und Umschichtung von Boden- und Gesteinsmassen zu tun haben. Dazu zählt die Bodenabdichtung von Deponien ebenso, wie die Entsorgung oder Aufbereitung von belasteten Böden oder der Bau von erdbewehrten Erde-Konstruktionen. Die Geotechnik umfasst die Gebiete: Grundbau, Erdbau, Bodenmechacnik, Felsbau, Felsmechanik und Tunnelbau sowie Deponiebau und Ingenieurgeologie.

Geotextilien

Geotextilien sind Gewebe, die im Bereich der Geotechnik eingesetzt werden und dort als Vliese oder gewebte Textilien Filter-, Abdichtungs- und Wasserableitfunktionen übernehmen können. Meistens handelt es sich bei diesen Geweben und filzartigen Vliesen um sog. Geokunststoffe, jedoch gibt es auch Geotextilien aus natürlichen Materialen wie Kokosfasern, wie sie z. B. für Vollfilterrohre bei der Drainage verwendet werden. Geovliese finden im Garten- und Landschaftsbau Anwendung zum Beispiel als Schutzschicht unter Teichfolien, als Unkrauthemmer unter Splitt- oder Rollkiesschichten und als Ummantelung von Drainagerohren.

Geothermie

siehe Erdwärme.

Geovlies

siehe Geotextilien

gerades Hakenblatt

siehe Hakenblatt.

Geradschleifer

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Der Geradschleifer ist ein druckluft- oder elektrobetriebenes Werkzeug, das dann verwendet wird, wenn man mit dem Winkelschleifer nicht mehr weiterkommt. Der Geradschleifer ist für alle Schleifarbeiten an schwer zugänglichen Stellen geeignet. Das Schleifgerät wird auch für Schleifarbeiten mit hoher Präzision im Werkzeugbau und in feinmechanischen Betrieben verwendet.

Geradschnitt

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Geradschnitt ist eine besondere Form des Biberschwanzziegels. Hier ist die Vorderseite des Ziegels nicht gebogen wie zum Beispiel beim Korbbogenschnitt, sondern gerade. Auch bei anderen Ziegelarten gibt es den Geradschnitt.

gerappter Putz

auch: gerappte, Putze

Gerappter Putz ist ein abgeriebener, angesteifter Unterputz (Kalkzement oder Zementputz). Zu fliesende Bäder zum Beispiel dürfen nur gerappt werden. Oder eben Unterputze. Gerappte Putze sind nicht als Anstrichuntergrund geeignet, weil zu rau und ungleichmäßig, aber wunderbar als Unterputz für Fliesen oder Oberputze.

Gerätehaus

auch: Gerätehäuser

Unter einem Gerätehaus versteht man bei der Feuerwehr ein Gebäude, in dem die Löschfahrzeuge und anderes Gerät untergebracht sind. Gartencenter hingegen bieten Gerätehäuser aus Holz oder verzinktem Stahlblech an, die eigentlich mehr ein Schuppen oder ein Häuschen sind, aber optisch wie ein Haus mit Flachdach oder mit Satteldach aussehen. Sie werden im Garten aufgestellt und haben die Aufgabe, wie der Name schon sagt, Geräte aufzunehmen. Was die Variante aus Holz betrifft, so sind die Grenzen zwischen Gerätehaus und Gartenhaus fließend. Bei den Blechkonstruktionen, die oft in malerischen einbrennlackierten Farben angeboten werden, ist die Definition eindeutig: Was aus Blech gefertigt wurde, kann kein Gartenhaus, sondern muss ein Gerätehaus sein.

Geräuschdämpfer

Geräuschdämpfer tragen neben geräuscharmen Armaturen zur Schalldämpfung von sanitären Anlagen bei. Sie werden zwischen Rosetten und Wand montiert und tragen mit einer Reduzierung des Ruhedrucks zum Schallschutz bei. Geräuschdämpfer gibt es auch für den Einbau in Abgasrohre und tragen dort zur Geräuschdämpfung bei.

Geräuschklassen

Armaturen und Geräte der Wasserinstallation werden aufgrund ihres Geräuschpegels in Geräuschklassen unterteilt. Armaturen der Geräuschklasse I entwickeln unter üblichem Wasserdruck von 3 bar einen Geräuschpegel von bis zu 20 Dezibel, sie sind also etwas so laut wie das Ticken einer Uhr. Wasserhähne der Geräuschklasse II arbeiten mit bis zu 30 Dezibel, das entspricht einem leisen Gespräch. Die Geräuschvolleren Armaturen sind lediglich für Einfamilienhäuser zugelassen. In Mehrfamilienhäusern sollten Flüsterarmturen der Geräuschklasse I installiert werden.

Gerberträger

auch: Gelenkträger

Der Gerber- bzw. Gelenkträger ist ein nach dem Bauingenieur Heinrich Gerber benannter, über mehrere Auflager durchlaufender Träger mit Gelenken. Dabei sind entweder je ein Gelenk in jedem Feld oder jeweils zwei Gelenke in jedem zweiten Feld so angeordnet, dass entweder die größten Biegemomente oder die Durchbiegungen am kleinsten werden. Dadurch vergrößert sich einerseits die Feldweite und macht andererseits den Träger statisch bestimmbar. Gerberträger werden im Stahl- und Holzbau zum Beispiel beim Bau von Brücken angewendet.

Gerberverbinder

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Gerberverbinder eignen sich für die Gelenkausbildung von stumpf gestoßenen Pfetten im Momenten-Nullpunkt. Die aufwendige Anfertigung des Hakenblattes und die Herstellung des Bolzenloches entfallen. Gerberverbinder werden immer paarweise eingesetzt und bestehen aus einem rechten und einem linken Verbinder. Sie können auch Belastungen aufnehmen, die quer zur Pfettenrichtung und parallel zur Dachfläche wirken. Diese treten häufig bei geneigten Dächern auf. Die aufnehmbare Belastung in dieser Richtung wird erheblich vergrößert, wenn die umgebogene Kante an der Oberseite der Pfette montiert wird. Außerdem können Gerberverbinder Normallasten (Lasten in Pfettenrichtung) aufnehmen. Die in verschiedenen Größen hergestellten Gerberverbinder bedeuten für den Verarbeiter erhebliche Arbeitserleichterungen. Für eine gegebene Pfettenhöhe wird ein Satz Verbinder verwendet, der 20 mm kleiner ist als die Pfettenhöhe.

Gerbstoffe im Holz

Holz enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die ihm typische Eigenschaften verleihen, oder auch von Menschen genutzt werden. Dazu gehören der "Holzstoff" Lignin, Cellulose, Harze und die Gerbstoffe. Die Gerbstoffe wirken wie eine natürliche Imprägnierung, das Holz ist gegen Pilze und andere holzzerstörende Organismen geschützt. Durch die Gerbstoffe wird das Holz auch deutlich dunkler, man spricht dann von Kernholz. Holz, das verkernt ist, bei dem sich aber keine Gerbstoffe eingelagert haben, nennt man Reifholz. Die Gerbstoffe reagieren mit Alkalien und Metallsalzen, wodurch das Holz sich grau, braun oder schwarz verfärbt. Gerbstoffe werden daher auch zum chemischen Beizen verwendet.

geriebener Putz

auch: geriebene, Putze

siehe Reibeputz.

geriffelt

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Wenn ein Werkstück mit nutähnlichen, parallel verlaufenden Vertiefungen versehen worden ist, dann wurde es "geriffelt". Geriffelt worden sein können zum Beispiel die Spannbacken eines Schraubstocks, damit das zu bearbeitende Material nicht verrutscht. Bodenbretter für eine Holzterrasse werden fast immer in gerillter oder geriffelter Ausführung angeboten, damit bei Nässe niemand ausrutscht.

Gerinne

Als Gerinne bezeichnet der Wasserbauer ein Bauwerk, das seitlich und unten begrenzt wird und in dem eine Flüssigkeit (in der Regel Wasser) fließt. Sofern ein Rohr nicht ganz gefüllt ist, wird auch dieses als Gerinne bezeichnet. Es muss also eine freie Oberfläche besitzen. Dies ist bei der Berechnung des Abflusses wichtig. Der Wasserbau-Experte unterscheidet bei offenen Gerinnen den strömenden und den schießenden Abfluss. Störungen in strömenden Gewässern (z.B. Steine, Äste, Einbauten) wirken sich auch gegen die Fließrichtung aus. Bei schießendem Abfluss sind nur Auswirkungen in Fließrichtung des Wassers zu beobachten.

Gerippebauweise

Geruchsabsorption

Von Geruchsabsorption wird gesprochen, wenn unangenehme Gerüche durch bestimmte Materialien oder Stoffe aufgenommen und nicht wieder abgeben werden, weil diese z.B. durch chemische Reaktion gebunden werden. Geruchsabsorption findet man z.B. häufig bei Textilien, die dann nicht mehr so schnell nach Schweiß oder Rauch stinken. Im Baubereich gibt es auch Materialien, die zu einer Geruchsabsorption fähig sind, sogenannte Absorbervliese. Diese sorgen dafür, dass der Geruch von Zigarettenrauch, Reinigungsmittel, Kochdünste oder auch Ausdünstungen aus Wand- und Bodenbelägen oder aus Möbelstücken absorbiert, also gebunden werden.

Geruchsprobleme

Geruchsprobleme treten häufig bei älteren Fertighäusern auf, man spricht in diesem Fall von Fertighausgeruch. Geruchsprobleme gibt es aber auch bei Massivhäusern, denn auch dort wurden oder werden häufig Materialien verbaut, die Schadstoffe enthalten, die im Laufe der Jahre ausdünsten. Sind die Schadstoffe gesundheitsgefährdend, ist eine Schadstoffsanierung notwendig.

Geruchsschwellenwert

Der Geruchsschwellenwert ist ein Wert, mit dem die Qualität von Trinkwasser beurteilt werden kann. Ist der Geruch von Wasser sinnlich wahrnehmbar, kann er qualitativ angegeben werden, z. B. als "modrig", "fischig" oder "nach Chemikalien". Quantitativ kann der Geruch mit Hilfe des Geruchsschwellenwertes gemessen werden. Dabei wird die Wasserprobe mit geruchsfreiem Wasser schrittweise solange verdünnt, bis der Geruch eben gerade noch wahrgenommen werden kann. Dann werden die Volumenanteile von Verdünnungswasser und von zu untersuchendem Wasser zueinander en Beziehung gesetzt. Das Rechenergebnis heißt Geruchsschwellenwert, ist aber eigentlich ein Verdünnungsfaktor. Geruchsfreies Wasser hat demnach den Geruchsschwellenwert Null. Der Grenzwert nach Trinkwasserverordnung beträgt 2 bei 12°C und 3 bei 25°C Wassertemperatur.

Geruchsverschluss

auch: Siphon, Geruchsverschlüsse

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Geruchsverschlüsse bzw. Siphons verbinden das Ablaufventil mit der Abwasserleitung. Sie können auch in den sanitären Einrichtungsgegenstand integriert sein, wie beispielsweise bei WC-Becken. Geruchsverschlüsse verhindern durch Zurückhalten einer geringen Wassermenge den Austritt von Gerüchen und Kanalgasen aus Abwasserleitungen.

gerumpelt

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Gerumpelte Ziegel zeigen anstatt hartgeschliffener Kanten gebrochene Ecken und Kanten. Dieses "gebrauchte" Aussehen erhalten die Ziegel bereits vor dem Brand im Ofen durch einen speziellen Fertigungsprozeß. Besonders geeignet ist gerumpelter Ziegel für Anwendungen rund um Haus, Hof und Garten, aber auch für Sanierungen im Altstadtbereich, z.B. von historischen Marktplätzen oder Höfen. Auch Betonsteinpflaster kann in einem Spezialverfahren gerumpelt werden. Die willkürlich gebrochenen Pflasterkanten erzeugen dadurch eine gewisse rustikale Optik.

Gerüstankerverschluss

Ein Gerüstankerverschluss ist ein spezielles Material aus Weichschaumstoff zum Ausfüllen von Bohrlöchern unterschiedlicher Art, insbesondere von Gerüstankerlöchern in wärmegedämmten Fassaden. Das formbare Material wird zwischen den Handflächen auf Bohrlochdurchmesser gerollt und dann in das Loch eingeschoben. Dort dehnt es sich wieder aus und schließt wasserdicht ab. Nach einer Überarbeitung mit restlichem Putz ist von dem Bohrloch nichts mehr zu sehen.

Gerüstbauer

Die Gerüstbauerin bzw. der Gerüstbauer erlernt sein Handwerk in einer dreijährigen Ausbildung. Neben Schwindelfreiheit sind körperliche Fitness und Kraft unerlässlich. Immerhin wiegen die Einzelteile eines Gerüstes 20 Kilogramm und mehr. Sie stellen Arbeits- und Schutzgerüste her und rüsten Fassaden ein. Sie stellen jedoch nicht nur die üblichen Gerüste an Häusern her, sondern auch beim Brückenbau, bei Arbeiten an Hochhäusern, Kirchen und allen möglichen Industriebauwerken jeder Form und Art. Sie wählen die erforderlichen Gerüstteile aus, verladen diese mit Hilfe eines Krans oder anderen Hebegräten und transportieren sie zur Baustelle. Für den Aufbau dieser Gerüste müssen sie beurteilen, ob der Untergrund eben gemacht, erforderlichenfalls der Boden durch Einsatz lastverteilender Unterlagen befestigt werden muss. Darüber hinaus muss der Gerüstbauer die unterschiedlichen Gerüst-Systeme kennen und aufbauen können. Dazu kommt noch ein gewisses Maß an Theorie, um Pläne bzw. Zeichnungen zu "lesen“, um mit Angaben über Tragfähigkeit etwas anfangen zu können.

Gerüste

auch: Rüstungen, Gerüst

Gerüste sind Einrichtungen, von denen aus Arbeiten an der Fassade eines Bauwerk durchgeführt werden können oder die dem Schutz von Personen und Geräten dienen. Man unterscheidet daher Schutzgerüste und Arbeitsgerüste. Gerüste werden an der Baustelle vom Gerüstbauer aus Einzelteilen zusammengesetzt und nach ihrer Verwendung wieder demontiert. Gerüste bestanden früher aus Holz; in Südostasien werden sie auch heute noch aus Bambusrohren zusammen gebunden. Gerüste, wie sie heutzutage in Mitteleuropa Standard sind, bestehen aus Stahl oder Aluminium.

Gerüsthalter

Gerüsthalter sind Bauteile, mit denen Gerüste mit den in der Fassade liegenden Ankern verbunden werden und somit für einen sicheren Halt sorgen.

Gesamtenergiedurchlässigkeit

auch: Gesamtenergiedurchlässigkeiten

siehe g-Wert.

gesandstrahlter Marmor

Gesandstrahler Marmor entsteht, wenn er durch Sandstrahlen behandelt wird. Durch Sandstrahlung wird der Marmor einerseits aufgerauht, anderseits bleibt er eben, dies ist der Unterschied zu bruchrauhem Marmor. Gesandstrahlter Naturstein eignet sich sehr gut für Bäder-Fußböden und Terrassen, wo die Gefahr des Ausrutschens auf glatter Oberfläche besteht. Gesandstrahlter Marmor eignet sich für das Bad und nur eingeschränkt für Terrassen.

gesandstrahlter Naturstein

Geschiebelehm

Geschiebemergel

auch: Geschiebelehm

Beim Geschiebemergel handelt es sich um ein Sediment, das sich am Fuße eines Gletschers ablagert. Dass in Deutschland jede Menge Geschiebemergel zu finden ist, liegt daran, dass das Land während der Eiszeit zu großen Teilen unter Gletschern lag. Im Geschiebemergel findet man von Ton über Schluff bis hin zu Sand und Kies alle Korngrößenklassen. Auch Steine sind darunter, die sogenannten Geschiebe, die durch die Bewegung der Gletscher mitgenommen werden. Geschiebemergel ist in der Regel recht kalkhaltig, wird der Kalk durch Verwitterung ausgewaschen, spricht der Fachmann von Geschiebelehm. Aus dem Geschiebemergel und/oder dem Geschiebelehm entstehen meist fruchtbare Böden wie Braunerden und sind für die Landwirtschaft wertvoll.

geschlämmtes Mauerwerk

Beim geschlämmten Mauerwerk zeichnen sich Stein und Fuge durch die Schlämme hindurch ab. Die lebendig wirkende Oberflächenstruktur einer gemauerten Wand wird nicht mit einem Putz verdeckt, sondern bleibt sichtbar. Der Feinmörtel für die Schlämme wird auf der Baustelle aus Kalk und Sand gemischt. Die Wetterfestigkeit kann durch die Beigabe von Zement verbessert werden. Durch eine kleine Zugabe von Leinöl wird die Schlämme wasserabweisender. Heute sind auch fertig gemischte Produkte erhältlich. Die Schlämme darf die Atmungsfähigkeit der Wand nicht beeinträchtigen, und die Anwendung an wetterexponierten Wänden ist vorher abzuklären. Einwandfreie Verfugung, Schutz durch richtige Wasserführung an der Fassade sind selbstverständliche Voraussetzungen für den Erfolg bei Aussenwandflächen. Kalksandstein-Mauerwerk ist der ideale Untergrund für die Applikation einer Schlämme. Die Wandoberfläche wirkt äusserst dekorativ und erzeugt bei Innenräumen wohnliche Effekte, welche man heute besonders zu schätzen weiss.

geschliffener Naturstein

Natursteinplatten aber auch Betonsteinplatten werden mit geschliffener Oberfläche angeboten. Sie sind dann insgesamt relativ glatt und weisen nur in ihrer Mikrostruktur noch eine ganz feine Rauigkeit auf. Durch diese mikrofeinen Kratzer und evtl. Lufteinschlüsse erscheint das Gestein im Farbton etwas heller. Geschliffene Platten eignen sich gut für Fensterbänke und Terrassen. Man kann sie leicht putzen, bei nasser Oberfläche und schneller Fortbewegung kann jedoch eine gewisse Rutschgefahr bestehen, vor allem bei nordexponierter Lage (Algenbildung). Geschliffene Platten sollten daher als Bodenbelag am besten dort verwendet werden, wo die Platten durch Luft und die Sonne schnell wieder abtrocknen, damit Algen- und Moosbildung ausgeschlossen sind. Des Weiteren kommen sie unter Dachüberständen in Frage. Es gibt auch Platten, die zuerst gestrahlt und dann geschliffen wurden. Sie sind insgesamt rauer.

geschlossene Bauweise

Im Bebauungsplan kann die Bauweise als geschlossene oder offene Bauweise festgesetzt werden. In der geschlossenen Bauweise werden die Gebäude ohne seitlichen Grenzabstand errichtet, das heißt Wand an Wand (z.B. Reihenhäuser). Wenn die vorhandene Bebauung eine Abweichung erfordert, kann davon auch abgewichen werden. Eine geschlossene Bauweise ist eine platzsparende Bauweise, d.h. die Grundstücke müssen nicht so groß sein wie bei freistehenden Häusern. Auch bei der Herstellung von tunnelartigen Bauwerken im Untertagebau wird von geschlossener Bauweise gesprochen.

geschlossene System

Geschlossene Systeme sind solche Baukonstruktionen, in denen alle eingesetzten Produkte herstellerbezogen sind und folglich nicht vom Bauherrn oder Architekten frei gewählt werden können. Das gilt z.B. für eine Raumzelle genauso wie für einen Fertigkeller. Alternativen zu einem geschlossenen System sind das offen System und das halboffen System.

geschlossenporig

geschlossenzelliger Schaumstoff

auch: geschlossenzellige, Schaumstoffe

siehe Schaumstoff.

Geschoss

auch: Geschosse

Wenn im öffentlichen Baurecht von Geschossen die Rede ist, geht es fast ausschließlich um Vollgeschosse. Bei einem Dachgeschoss handelt es sich allerdings nicht zwangsläufig um ein Vollgeschoss.

Geschossbalkenlage

auch: Geschoßbalkenlagen

Als Geschossbalkenlage wird die Balkenlage bezeichnet, die zwei Geschosse voneinander trennt.

Geschossfläche

auch: Geschosßäche, Geschoßflächen, Geschossflächen

Die Geschossfläche ist nach Definition Baunutzungsverordnung die Summe der Flächen aller Vollgeschosse nach den Außenmaßen der Gebäude zuzüglich der Flächen der in Dach- und Kellergeschossen zugelassenen Aufenthaltsräume einschließlich ihrer Umfassungswände. Im Normalfall bleiben Balkone, Loggien und Terrassen bei der Berechnung der Geschossfläche unberücksichtigt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass diese so genannten Nebenanlagen nach den jeweiligen Landesbauordnungen in den Abstandsflächen zulässig sind.

Geschossflächenzahl

auch: Geschoßflächenzahl

Die Geschossflächenzahl (GFZ) gibt an, wieviel Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind. Hat das Grundstück beispielsweise eine Fläche von 500 m² und die GFZ beträgt 0,5 darf das Gebäude, verteilt auf alle Geschosse, höchstens eine Fläche von 250 m² haben.

Geschosshöhe

auch: Geschosshöhen

Die Geschosshöhe ist der senkrechte Abstand zwischen der Oberkante Fußboden eines Geschosses und der Oberkante Fußboden des darüberliegenden Geschosses. Das Maß umfaßt die Gesamtdicke der Geschossdecke plus Deckenputz und Fußbodenaufbau plus lichte Raumhöhe. Sie ist vor allem für die Treppenbauer von besonderer Wichtigkeit, weil ein Treppenpodest mm-genau mit der Geschossdecke des oberen Geschosses abschließen muss. Die Geschosshöhen liegen in der Regel zwischen 2,60 und 3,20.

geschraubte Deckung

auch: geschraubten, Deckung

Die geschraubte Deckung ist eine Möglichkeit, ein Reetdach zu decken - neben der gebundenen Deckung und der genähten Deckung. Die geschraubte Deckung funktioniert wie die gebundene Deckung. An Stelle des Bindedrahtes verwendet der Reetdachdecker allerdings eine Schraube, um die mittig ein Draht gewickelt ist.

geschütteter Boden

auch: geschüttete, Böden

Geschütteter Boden ist eine Bodenart, die durch Aufschüttung oder Aufspülung entstanden ist. Man unterscheidet zwischen unverdichteter Schüttung in beliebiger Zusammensetzung und verdichteter Schüttung aus gewachsenem Boden. Die Tragfähigkeit von geschüttetem Böden ist schwer zu beurteilen, sie kann zwischen sehr gering und hoch variieren.

Geselle

Wer ein Handwerk erlernt hat, schließt seine Ausbildungszeit mit einer Gesellenprüfung ab und erhält einen (&Gesellenbrief%). Je nach Gewerk ist er dann Dachdeckergeselle oder Maurergeselle. Ein Geselle kann sich nach einer meist dreijährigen Praxiszeit zur Meisterprüfung anmelden. Gesellen gibt es natürlich auch in anderen handwerklichen Berufsgruppen, etwa bei den Fruseuren oder Schneidern oder Karrosseriebauern.

Gesellenbrief

Nach bestandener Gesellenprüfung wird dem Gesellen von seiner Innung oder der Handwerkskammer der Gesellenbrief überreicht. Dieser ist eine Urkune, die im jeweiligen Zeitgeist grafisch gestaltet ist. Der Gesellenbrief hat eine Geschichte bis in die Epoche der mittelalterlichen Zünfte, als damals der Meister seinem Lehrling schriftlich bescheinigte, eine erfolgreiche Lehre absolviert zu haben.

Gesellenprüfung

auch: Gesellenprüfungen

Nach einer drei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit, die im sog. dualen System im Ausbildungsbetrieb sowie in einem Berufskolleg (früher: Berufsschule) abläuft, kann sich der Geselle zur Gesellenprüfung anmelden. Dazu gehört ein theoretischer Teil und ein praktischer Teil mit der Anfertigung eines sog. Gesellenstücks. Das kann im Dachdeckerhandwerk z.B. die Schiefereindeckung einer Fledermausgaube sein oder bei den Tischlern die Anfertigung eines Stehpults. Nach bestandener Prüfung wird dem Gesellen ein Gesellenbrief ausgehändigt.

Gesellenstück

auch: Gesellenstücke

Wer sich einer Gesellenprüfung unterzieht, muss im praktischen Teil ein Gesellenstück anfertigen bzw. dieses vorweisen, wenn das Gesellenstück nicht transportabel ist. Gesellenstücke können sehr kunstvoll ausfallen wie etwa bei den Fliesenlegern das Anfertigen von Boden-Mosaiken. Die Handwerkskammern stellen besonders gute Gesellenstücke gerne der Öffentlichkeit vor oder ermitteln sogar den Landesbesten.

Gesims

auch: Sims, Dachgesims, Sockelgesims, Fensterbankgesims, Fußgesims, Fenstersims, Gesimse

Das Gesims ist ein aus der Mauer hervortretender waagerechter Streifen, der eine Außenwand in einzelne Abschnitte gliedert. Neben der waagerechten Begrenzung sind auch noch schräge Abdeckflächen oder unterschnittene Bauelemente üblich. Je nach Lage am Bauwerk unterscheidet man Sockel-, Fuß-, Stockwerk-, Fensterbank- und Dachgesimse.

Gesimsabdeckung

auch: Mauerabdeckung, Gesimsabdeckungen

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Mauer- und Gesims­ab­deckungen werden meistens industriell gefertigt. Sie sind so anzubringen, dass das Nieder­schlags­wasser nicht in das Mauerwerk eindringen kann. Deshalb müssen die Tropfkanten mindestens 20 mm (40 mm bei Kupfer) von der Wand entfernt sein. Bei Blechen sind diese durch eine Trennschicht vom Mauerwerk zu trennen und mit Hilfe von Vorstoßblechen, Haltern und Haften im Mauerwerk, teilweise auch auf Holzbohlen so zu befestigen, dass sie beständig gegen auftretende Windkräfte sind und dass Wärmedehnung möglich ist. Stattdessen können Blechadeckungen auch auf der ganzen Fläche mit einem dauerelastischen Kleber geklebt werden, damit der Kleber sowohl als Befestigung dient als auch die Trennschicht bildet. Mauerabdeckungen bestehen vor allem bei Mauern im Außenbereich aus speziellen Tonziegeln oder Beton­elemen­ten, auch Abdeckungen aus frostfester Keramik werden angeboten. In diesen Fällen werden die Abdeckungen einfach mit Mörtel bzw. Fliesenklebern auf der obersten Mauer­schicht angebracht. Die Formen sind vielfältig - vom Pultdach en miniature bis zum Satteldach. Auch mediterrane Formen sind im Baustoffhandel erhältlich.

Gesimsprofil

auch: Gesimsprofile

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Speziell an klassizistischen Bauwerken findet man an den Fassaden Gesimsprofile, die einen dekorativen Charakter haben und die Optik des Gebäudes optimieren. Speziell unter Fensterbänken werten Gesimsprofile die Fassade auf. Gesimsprofile aus Beton werden nach wie vor hergestellt, um Neubauten im Villenstil zu verschönern oder um bei Restaurierungen an Altbauten angefügt zu werden.

gespaltener Marmor

siehe bruchrauher Marmor.

gespaltener Naturstein

siehe bruchrauher Marmor

Gespärre

Als Gespärre bezeichnet der Zimmermann ein aus zwei einander gegenüberliegenden Sparren gebildetes Sparrenpaar. Liegt das Sparrenpaar sichtbar außerhalb des Dachraums, wird es auch als Freigespärre bezeichnet.

gesprengter Giebel

Der gesprengte oder gekröpfte Giebel ist eine Giebelform, bei der der Mittelteil des Giebels ausgespart, der Giebel also nicht geschlossen ist. Diese Giebelform ist besonders bei den Portalen von Barockpalais häufig. Aber auch bei der Giebelverdachung von Fenstern und Türen ist solch ein Giebel häufig zu finden.

gespundete Diele

gespundetes Holz

Gespundetes Holz ist ein Holzteil mit jeweils einer Nut- und einer Federverbindung. Mit Hilfe von Nut und Feder spunden die Holzteile (z.B. Fußbodendielen) ineinander, so dass keine durchgängige Fuge mehr vorhanden ist.

gestaltungsfähige Nivelliermasse

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Gestaltungsfähige Nivelliermasse ist ein recht unpräziser und etwas umständlicher Begriff für einen Bodenbelag, der als weiße oder eingefärbte dickflüssige Masse direkt auf zementäre Böden ausgebracht werden kann, also auf die üblichen Betondecken und -böden. Die Masse besteht aus Steinmehl und Bindemitteln aus Kunstharz. Die Aufbauhöhe liegt zwischen 5 und 30 mm. Es ist möglich, den Belag so zu schneiden, dass Ornamente und Grafiken (siehe Foto) entstehen. Auch ist es möglich, dass in einfarbige Böden ein Verlauf eingearbeitet werden kann. Die gestaltungsfähige Nivelliermasse ist mit dem Terrazzoboden und dem Steinchenteppich insofern verwandt, als das Ausgangsmaterial Kiesel sind.

Gestaltungsplan

auch: Gestaltungspläne

Gestaltungssatzung

auch: Gestaltungssatzungen

Zu den Hoheitsaufgaben der Gemeinden und Städte gehört, Baugebiete auszuweisen und Bebauungspläne zu entwickeln, die sich wiederum an die Vorgaben eines (möglicherweise ortsübergreifenden) Flächenutzungsplans halten müssen. Auch sind die Kommunen berechtigt (und machen davon auch üblicherweise Gebrauch), sog. Gestaltungssatzungen festzulegen. Solche Satzungen betreffen häufig die innerstädtische Bebauung bzw. Restaurierung alter Gebäude, wobei den Bauherren erhebliche Grenzen in der architektonischen Gestaltung auferlegt werden können. Gestaltungssatzungen regeln z.B. die Gliederung und Höhe der Baukörper, die Höhe der Geschosse, das Material und die Farben der Fassaden, die Dachgestaltung, aber auch die Frage, ob Antennen, Markisen oder Rolladen angebracht werden dürfen. An diese Vorgaben muss sich der Bauherr halten, sonst kann die Kommune einen Rückbau verwaltungsgerichtlich durchsetzen.

Gestein

auch: Gesteine

Sammelbegriff für alle anorganischen und organischen Bestandteile der Erdrinde, ohne Rücksicht auf ihre Festigkeitseigenschaften, wobei die Geologen Gesteine als Mineralaggregate bezeichnen, die in einem begrenzten Volumen eine relativ gleichförmige mineralische Zusammensetzung aufweisen. Gesteine und Holz sind die ursprünglichsten Baustoffe der Menschheit. Man unterscheidet Festgesteine und Lockergesteine. Von der Gesteinsart werden Erstarrungsgesteine, Ablagerungsgesteine (Sedimentgesteine) und Umwandlungsgesteine (Metamorphite) unterschieden.

Gesteinsarten

auch: Gesteinsgruppen

Gesteinsarten bzw. Gesteinsgruppen bezeichnen die Arten von Gesteinen nach derer geologischen Entstehung. Danach lassen sich meist Eigenschaften und Merkmale dieser (Natur-) Gesteine herleiten. Es werden Erstarrungsgesteine, Ablagerungsgesteine (Sedimentgesteine) und Umwandlungsgesteine (Metamorphite) unterschieden.

Gesteinsbrechanlage

auch: Gesteinbrechanlagen

Eine Gesteinsbrechanlage ist eine stationäre oder mobile Anlage zur Aufarbeitung von Bauschutt, Asphalt, Ziegel und Beton, aber auch der Zerkleinerung von Naturgestein wie Granit, Kalkgestein, Schiefer uvm. Das Material wird in der Gesteinsbrechanlage gebrochen und zu Korn unterschiedlicher Größe zermahlen. Anschließend kann das Korn weiterverabeitet oder leichter entsorgt werden.

Gesteinsgruppen

siehe Gesteinsarten.

Gesteinskörnung

Gesteinskörnung ist die neue Bezeichnung für das, was früher als "Betonzuschlag" bzw. "Zuschlag" bezeichnet wurde.

Gesteinsmehl

Gesteinsmehl sind mehlfeine Stoffe aus natürlichem oder künstlichem Gestein, z.B. Kalksteinmehl oder Quarzmehl. Im Garten wird Gesteinsmehl im Frühjahr auf die Beete gestreut, um schwere Böden zu verbessern. Die Erde wird krümeliger und lockerer.

Gestellsäge

auch: Gestellsägen

Die Gestellsäge besteht im Wesentlichen aus einem 80 cm langen und 3-4 cm breiten Sägeblatt, das in einem Holzgestell befestigt ist. Dieses besteht aus zwei Kopflatten oder Sägearmen, einem Mittelstege und einer Spannschnur. Das Sägeblatt wird mittels konischer Stifte in den entsprechenden Griffzapfen am Ende eines jeden Sägearms befestigt. Am anderen Ende der Sägearme befindet sich die Spannschnur, in die ein Spannstock (Knebel) gesteckt ist. Durch das Drehen des Knebels läßt sich die Schnur verdrillen und das Sägeblatt nach Belieben spannen.

gestemmte Treppe

auch: gestemmten, Treppe, gestemmte, Treppen

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Gestemmte Treppen sind eine Bauform der Wangentreppe. Sie haben Tritt- und Setzstufen, die Stufen sind also geschlossen. Sowohl die Trittstufen als auch die Setzstufen sind in die Wangen eingefräst. Oben sind die Setzstufen in die Unterfläche der Trittstufen eingenutet. Unten läuft die Setzstufe meist hinter der Trittstufe vorbei und wird mit dieser durch Nägel oder Schrauben verbunden.

gesteuerte Armaturen

auch: gesteuerte, Armatur

Man unterscheidet hydraulisch gesteuerte Armaturen und berührungslose Armaturen. Hydraulisch gesteuerte Armaturen öffnen und sperren den Wasserdurchfluss durch Wasserdruck. Bei der Mehrzahl der Armaturen wird der Vorgang des Öffnens von Hand eingeleitet. Nach einer bestimmten Zeit schließen sie selbsttätig, weshalb sie auch als Selbstschlussarmaturen bezeichnet werden. Hydraulisch gesteuerte Armaturen findet man an WC's und Urinalen, aber auch bei Auslaufventilen oder Mischbatterieen an Waschtischen und Duschen in öffentlichen Sanitärräumen oder Sportanlagen. Bei berührungslosen Armaturen wird die Wasserabgabe elektronisch gesteuert. Eine Annäherungselektronik erfasst Hände oder andere Körperteile und läßt das Wasser sprudeln, ohne dass die Armatur berührt werden muss. Diese Armaturen bieten ein Höchstmaß an Hygiene. In Großküchen, Metzgereien, milchverarbeitenden Betrieben und im Bereich der Medizin ist der Einbau berührungsloser Armaturen daher vorgeschrieben.

Gestockter Naturstein

auch: Gestockte, Natursteine

Durch das Stocken erhalten bruchrauer Marmor oder andere Terrassenplatten aus bruchrauem Natursteine eine Oberfläche, die zwar ebenfalls rau, aber durch die Bearbeitung gleichmässig rau wird. Ob naturbelassen bruchrau oder ob gestockt - diese Natursteinplatten sind besonders rutschfest.

Getriebe

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Ein Getriebe ist zunächst einmal Teil eines Motors. Weiterhin ist es aber auch Teil des Fensterbeschlags. Das Getriebe wird durch das Betätigen des Fenstergriffes bewegt. Dadurch bewegen sich die Verriegelungspunkte des Fensters und es wird geöffnet und geschlossen.

Getriebe-Astschere

auch: Getriebe-Astscheren, Getriebeastschere, Getriebeastscheren

Getrommeltes Pflaster

Betonsteinpflaster können ebenso wie Ziegelsteine gerumpelt oder getrommelt werden. Das geschieht in speziellen Trommelmaschinen. Die Technik wurde in der Edelstein-Industrie entwickelt, wo die Rohedelsteine in eine solche Maschine gegeben werden und bei Hinzufügung von Schleifpulver Tag und Nacht rotieren, bis sich die Steine gegenseitig rund getrommelt haben. Bei Betonpflastersteinen wird der Vorgang dann unterbrochen, wenn sich die scharfen Kanten abgerundet und dadurch eine rustikale Optik bekommen haben. Ganz rund getrommeltes Pflaster könnte natürlich nicht verarbeitet werden.

getrommelte Steine

Man spricht von getrommelten Steinen, wenn diese künstlich hergestellte abgerundete ovale oder sogar absolut runde Formen haben wie z. B. bei einer Murmel. Insbesondere Halbedelsteine werden getrommelt und anschließend poliert, um dann zu Ketten usw. verarbeitet zu werden. Die Gesteinsbrocken werden dabei in eine Stahltrommel gegeben und so lange umgewälzt, bis sie die beabsichtigte abgerundete oder runde Form erlangt haben. Dieses technische Verfahren erledigt in der Natur das Meer oder die Flüsse, indem sie halbrunde oder runde Kiesel "erzeugen". Derartige Steine werden im Bauwesen als Zierkies und zur Herstellung von Waschbetonplatten verwendet, wobei der Herstellungsprozess statt in der Natur oder in einer Trommel auch in einer Kugelmühle stattfinden kann. Die abgerundeten Steine werden dabei durch eine "Kreiswuchtschwingsiebmaschine" in die gewünschten Korngrößen sortiert.

gewachsener Boden

auch: gewachsenem, Boden

Im baugrundtechnischen Sinne werden natürlich entstandene Lockergesteine als gewachsene Böden bezeichnet. Gewachsener Boden ist unberührter Boden, der durch Verwitterung und durch Ablagerung entstanden ist. Man unterscheidet bindiger Boden, nichtbindiger Boden und organischer Boden, wobei organischer Boden als Baugrund nicht in Frage kommt. Gewachsenen Boden aus Lehm findet man als natürliche Bodenplatte auch heute noch recht häufig in Altbauten und bäuerlichen Anwesen. Jeder Eingriff in den gewachsenen Boden, also jedes Auskoffern einer Straße oder jedes Ausheben einer Baugrube, kann zu Problemen führen. Insofern können in problematischem Gelände Boden- und Gesteinsuntersuchungen notwendig werden, insbesondere bei Hanglagen.

Gewächshaus

auch: Treibhaus, Gewächshäuser

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Gewächshäuser dienen der regengeschützten Aufzucht von Pflanzen. Sie bestehen in der Regal aus einem Grundgerüst aus Metall, das mit lichtdurchlässigen Hohlkammerplatten ausgefüllt ist. Da sich bei Sonnenschein ein Gewächshaus relativ schnell erwärmt, sollte eine Möglichkeit der Belüftung bestehen. Diese wird meist mit Dach- oder Giebelfenstern realisiert. Diese Fenster werden meist mit manuellen, aber auch mit thermostatgesteuerten Ausstellern betrieben. Wer ein Gewächshaus anschaffen will, sollte vorher klar entscheiden, wie er es nutzen will, entweder ganzjährig als so genanntes Warmhaus bzw. Treibhaus ( nachts, mind. 17-18° C, tagsüber 23-25 °C), als temperiertes Gewächshaus ( nachts mind. 10°, tagsüber um 15 °c) oder als Kalthaus, das bei Bedarf frostfrei gehalten wird. Bei einem Warmhaus ist ein erheblicher Energieaufwand nötig, der durch die Auswahl eines hochwertigen Gewächshauses mit thermisch getrennten Profilen in Verbindung mit Doppelstegplatten deutlich gesenkt werden kann.

Gewährleistung

Im Baubereich muss ein Architekt, Handwerker oder Bauunternehmer für eine befristete Zeit für die Baumängel einstehen, die durch unsachgemäße Ausführung entstanden sind. Man spricht von Gewährleistung. Fristen für eine Gewährleistung werden gesetzlich geregelt oder durch einen Einzelvertrag festgelegt. Wird ein Bauvertrag nach BGB abgeschlossen, beträgt die Gewährleistung für Bauwerke 5 Jahre, bei Vereinbarung der VOB nur 4 Jahre. Steht nichts von VOB im Bauvertrag, gelten automatisch die Regelungen des BGB. Neben den Gewährleistungsfristen für Bauwerke, gelten auch Fristen für andere Arbeiten wie Arbeiten an einem Grundstück, für feuerberührte Bauteile und elektronische oder maschinelle Anlagen. Hier räumt das BGB je nach geschuldetem Werk eine Gewährleistungsfrist von zwei bis drei Jahren ein, die VOB immer nur zwei Jahre. Der Verbraucher stellt sich also immer besser, wenn der Bauvertrag nach BGB gültig ist. Die Gewährleistung beginnt mit dem Tag der Abnahme.

Gewände

auch: Gewände-Figuren, Gewänden

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Das Gewände ist eine seitliche rahmenartige Umgrenzung von Fenstern und Türen, aber auch von offenen Kaminen. Da früher bei der Errichtung von Mauern unregelmäßig geformte Natursteine und diverse Füllmaterialien Verwendung fanden, war das Gewände notwendig, um exakte, kantige Öffnungen zu gewährleisten. Besitzt das Gewände keine formgebende Aufgabe, wird es als Laibung bezeichnet. Besonders beim dicken Mauerwerk der Portale romanischer und gotischer Bauten sind die Öffnungen zu den Wänden nicht rechtwinkelig, sondern schräg verlaufend angelegt und oft mehrfach hintereinander gestaffelt, d. h. abgetreppt. Auch dies wird als Gewände bezeichnet. Diese Form von Gewände war besonders in der Romantik und Gotik tief gestaffelt, reich geschmückt und oft mit Figuren ausgestattet (Gewände-Figuren). Die Abbildung zeigt das Portal der Stadtkirche Wolfhagen. Fenstergewände und Türgewände werden heute aus witterungsbeständigem Spezialbeton hergestellt und um Türen und Fenster von Villen eingebaut, aber auch bei Häusern etwa aus der Gründerzeit, die restauriert werden müssen.

Gewände-Figuren

siehe Gewände.

Gewändeportal

siehe Gewände

Gewässerhaftpflichtversicherung

auch: Gewässerhaftpflichtversicherungen, Gewässer-Haftpflichtversicherung, Gewässer-Haftpflichtversicherungen

Eine Gewässerhaftpflichtversicherung tritt grundsächlich dann ein, wenn Gewässer verschmutzt worden sind. Dies hat in der Regel hohe Umweltschäden zur Folge. Zu einem Schaden kann es zum Beispiel kommen, wenn der Heizöltank ein Leck hat. Ist man Inhaber eines Heizöltanks, so ist man zunächst einmal für dessen Wartung und Instandhaltung verantwortlich. Versichern lassen können sich durch eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung dabei sowohl natürliche, als auch juristische Personen. Nach den Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes haftet ein Inhaber eines Heizöltanks in einem Schadensfall dann in unbegrenzter Höhe nach der so genannten Gefährdungshaftung, was bedeutet, dass der Tankinhaber - auch ohne dass es sein eigenes Verschulden war - für Schäden einstehen. Eine Gewässerschadenhaftpflicht-versicherung kann in einem derartigen Fall vor dem unkalkulierbaren finanziellen Risiko schützen. Der Versicherungsumfang umfasst bei einer Gewässerschadenhaftpflichtversicherung sowohl Personenschäden (zum Beispiel durch die Bezahlung von Heilbehandlungskosten und von Schmerzensgeld), sowie Sachschäden (zum Beispiel durch die Bezahlung der Reparatur- oder Wiederbeschaffungskosten für einen Heizöltank), wie auch Vermögensschäden (zum Beispiel Verdienstausfall, oder Nutzungs- oder Gewinnausfall). Versicherungsschutz wird dabei in der Regel immer im Rahmen einer so genannten Einheits-Versicherungssumme (egal, ob Personen-, Sach- oder Vermögensschäden) gewährt. Mitversichert in einer Gewässerschaden-haftpflichtversicherung sind dabei Personen, die durch Arbeitsvertrag für die Verwaltung, die Reinigung, oder die Beleuchtung oder der sonstigen Betreuung verantwortlich sind.

Gewebeband

auch: Gewebebänder

siehe Reparaturband.

Gewebefilter

Gewebefilter bestehen aus lose aufgeschütteten oder fest miteinander verbundenen Faserschichten oder Körnern. Sie werden zur Entstaubung von beispielsweise Kraftwerks-Rauchgasen eingesetzt. Dabei sollen möglichst wenig Staubpartikel aus dem Abgasstrom in das Filtermedium eindringen. Auf der Filteroberfläche entsteht mit der Zeit ein Staubkuchen, der das eigentliche, hochwirksame Filtermedium darstellt. Durch das allmähliche Anwachsen der Filterschicht entsteht ein Druckverlust im Abgasstrom. Deshalb muss der Staubkuchen von Zeit zu Zeit vom Filtermedium entfernt werden, z.B. durch automatische Druckimpulse.

Gewebeklebeband

auch: Gewebeklebebänder

siehe Reparaturband.

Gewebetapete

auch: Gewebetapeten

siehe Textiltapete.

gewendelte Treppen

Gewerbebau

Unter Gewerbebau werden alle Verfahren verstanden, Bauteile unter höchstmöglicher Vorfertigung beispielsweise in einem Betonwerk oder in einem Holzbaubetrieb herzustellen, um sie an der Baustelle zu Industriehallen zusammen zu setzen. Der Gewerbebau ist eine Domäne von Stahlbaufirmen, während im Holzleimbau vor allem Sporthallen hergestellt werden.

Gewerbegebiet

auch: Gewerbegebiete

Gewerbegebiete sind Baugebiete, die nach der Baunutzungsverordnung überwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben dienen. Sie werden im Bebauungsplan mit GE gekennzeichnet. Zulässig in Gewerbegebieten sind: Gewerbebetriebe aller Art, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe, Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, Tankstellen, Anlagen für sportliche Zwecke. Ausnahmsweise können in Gewerbegebieten zugelassen werden: Wohnungen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen sowie für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, die dem Gewerbebetrieb zugeordnet und ihm gegenüber in Grundfläche und Baumasse untergeordnet sind, Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke, Vergnügungsstätten.

gewerbliches Schmutzwasser

Schmutzwasser aus Gewerbebetrieben (z.B. Wäschereien, Friseurläden etc.)

Gewerk

auch: Gewerke

Die fachspezifischen Handwerker, die an einem Bauvorhaben mitwirken, vertreten alle ein eigenes Gewerk. Der Begriff hat sich aus dem Zunftwesen entwickelt, in dem streng geregelt war, welcher Handwerker welche Tätigkeit ausüben durfte. Die Handwerksordnung baut im Prinzip auf diesem Zunftwesen auf und geht davon aus, dass nur der Geselle oder Meister eines Gewerks in diesem seinem Gewerk tätig sein darf und gerade wegen dieser Spezialisierung eine besonders gute Leistung erbringt. Inzwischen ist die Handwerksordnung insofern gelockert, als ein Installateur, der beispielsweise im Bad eine Wand aufstemmt, auch die Neuverlegung der Fliesen durchführen darf, (wenn er es denn will). Klassische Baugewerke sind z. B. das Tischler-, Zimmermanns-, Maurer-, Maler- oder Klempnerhandwerk. Modernere Gewerke sind z. B. das Bodenlegerhandwerk oder der Trockenbau.

Gewichtsstaumauer

auch: Bogenstaumauer

Bei einer Gewichtsstaumauer handelt es sich um eine Staumauer, die aufgrund ihres Eigengewichts, d.h. ihrer Eigenlast bereits standsicher ist. Bogenstaumauern hingegegen benötigen hingegen eine Abstützung an den Talflanken. Sowohl Gewichtsstaumauern als auch Bogenstaumaueren werden aus Beton oder Mauerwerk gebaut. Das unterscheidet sie von einem Staudamm. Gewichtsstaumauern benötigen einen felsigen Baugrund. Bei ungünstigen Bodenverhältnissen ist der Staudamm zu bevorzugen.

Gewinde-Aufrauhgerät

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Ein Gewinde-Aufrauhgerät ist ein Werkzeug zum Aufrauhen von Gewinden nach manuellem oder maschinellem Gewindeschneiden mit dem der Gewindeschneidmaschine oder der Schneidkluppe. Das Gewinde wird bei Gas- und Wasserinstallation aufgerauht, um die Dichtigkeit zu erhöhen. Zusätzlich wird vor dem Verschrauben der Verbindung noch eine Dichtschnur z.B. aus Hanf um das Gewinde gewickelt.

Gewindebohrer

Gewindefeile

auch: Gewindefeilen

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Beschädigte Innen- und Außengewinde an Metallteilen, großen Spezialschrauben und -muttern lassen sich mit einer Gewindefeile nacharbeiten bzw. reparieren, wobei dieser Feilentyp eigentlich nur in Profi-Werkstätten der Metallverarbeitung im Einsatz ist. Welche Gewindefeile eingesetzt werden muss, richtet sich nach der Art des Gewindes und hierbei wiederum nach der Gewindesteigung, die in mm gemessen wird, und nach den Gängen pro Zoll. Je geringer die mm-Zahl der Steigung und je höher die Zahl der Gänge pro Zoll, je feiner ist das Gewinde und je feiner muss dementsprechend auch die Gewindefeile sein.

Gewindenagel

auch: Gewindenägel

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Gewindenägel werden vor allem benötigt, wenn eine Fassadenverkleidung auf Holzunterkonstruktion befestigt werden muss. Der Nagel zieht sich aufgrund seines speziellen Schraubgewindes auszugsfest in das Holz ein, verhindert ein Spleißen des Holzes und behält auch seine hohen Auszugswerte, wenn das Holz witterungsbedingt einer hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt wird. Aufgrund es Einsatzes im Außenbereich sind Gewindenägel in der Regel aus rostfreiem Edelstahl gefertigt (Foto Bierbach). Die üblichen Längen liegen zwischen 35 und 80 mm.

Gewinderohr

auch: Gewinderohre

Gewinderohre dienen vorwiegend der Gas- und Wasserinstallation und können über Gewinde miteinander verschraubt werden. Sie werden daher auch handelsüblich als Gas- und Wasser-leitungsrohre bezeichnet. In der Regel werden sie ohne Rohrgewinde geliefert, können aber auf Wunsch auch mit Rohrgewinde an beiden Enden und einer aufgeschraubten Muffe geliefert werden. Sie sind für Nenndruck NP 25 bei Flüssigkeiten, NP 10 bei Luft und ungefährlichen Gasen zulässig. Die Oberfläche ist in Normalausführung ‚schwarz’. Sie kann auch verzinkt oder mit Oxydationsschutz behandelt sein.

Gewindeschneider

auch: Gewindebohrer, Schneideisen, Vorschneider, Mittelschneider, Fertigschneider

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Beim Gewindeschneider muss man unterscheiden, ob es sich um ein Innen- oder Außengewinde handelt. Ein Außengewinde, z.B. auf einem Rohr oder einem Stab stellt man mit dem Schneideisen her. Es gibt Schneideisen in unterschiedlicher Größe, die in einen Schneideisenhalter befestigt werden. Damit das Werkzeug länger hält, wird beim Schneiden des Gewindes ein Schneidöl verwendet. Ein Innengewinde wird mit dem Gewindebohrer geschnitten. Dazu muss das Metall vorgebohrt sein. Unterschieden werden Gewindebohrer nach ihrer Größe und Art. Gute Gewindebohrer für den maschinellen sowie den manuellen Einsatz bestehen aus 3 Teilen: Vorschneider, Mittelschneider, Fertigschneider. Billigere Ausführungen haben alle drei Schneider in einem Werkzeug vereint.

Gewindeschneidmaschine

auch: Gewindeschneidmaschinen

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Die Gewindeschneidmaschine ist ein Werkzeug zum Schneiden von Gewinden in der Sanitär- und Heizungsinstallation oder im Rohrleitungsbau. Sie eignet sich für mobiles und stationäres Gewindeschneiden in der Werkstatt, auf der Baustelle sowie bei Reparatur- und Servicearbeiten in Handwerk und Industrie.

Gewindestange

auch: Gewindestangen

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Gewindestangen sind die Verlängerung von Schrauben, wenn bei Bau- und Montagearbeiten größere Distanzen zu überwinden sind. Darüber hinaus werden Sie auch vom Tischler oder Heimwerker eingesetzt, wenn Möbelstücke zusammengefügt werden sollen, bei denen z. B. ein Bauteil einklappbar sein soll. Gewindestangen werden aus Edelstahl oder Stahl gefertigt, im letzteren Fall meist in verzinkter Ausführung. Zum Ablängen der Stangen wird ein Gewindestangentrenner verwendet, wenn das Gewinde nicht beschädigt werden soll.

Gewindestangentrenner

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Der Gewindestangentrenner ist ein meist Akku-betriebenes Gerät, mit dem Handwerker Gewindestangen ablängen. Das in die Maschine eingebaute Schermesser sorgt dafür, dass beim Ablängen keine Grate oder Späne entstehen und das Gewinde selbst nicht beschädigt wird, was beim Ablängen mit einer Metallsäge zwangsläufig der Fall ist.

Gewindestift

auch: Gewindestifte

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Gewindestifte sind Stahlstifte unterschiedlicher Größe mit einem Gewinde. Vereinfacht gesagt sehen sie wie Schrauben ohne Kopf aus. Die kleinen Gewindestifte werden wegen ihres Aussehens auch als Madenschrauben bezeichnet. Damit sie geschraubt werden können, besitzen Gewindestifte entweder einen Schlitz oder einen Innensechskant. Gewindestifte findet man zum Beispiel bei Türdrückern zum Fixieren des Griffes und auch sonst häufig dort, wo etwas fixiert werden muss.

Gewöhnlicher Nagekäfer

siehe Nagekäfer.

Gewölbe

auch: Halbtonnengewölbe, Rundtonnengewölbe, Spitztonnengewölbe

Das Gewölbe ist der krummflächige, obere Abschluss eines Raumes. Es besteht in der Regel aus Steinen, die sich zwischen Widerlagern verspannen. Zu den einfachen Gewölbeformen zählt man das Tonnengewölbe mit halbkreisförmigen Querschnitt (Rundtonne), das Halbtonnengewölbe mit Viertelkreisquerschnitt und die Spitztonne mit Spitzbogenquerschnitt. Beim Verschnitt zweier gleich hoher Tonnengewölbe entsteht das Kreuzgewölbe, wobei sich die Gewölbeflächen in Graten verschneiden (Kreuzgratgewölbe). Gewölbe, bei denen im Verlauf der Grate tragende Rippenangeordnet sind, heißen Rippengewölbe. Anstelle des Kreuzgratgewölbes entsteht so das Kreuzrippengewölbe, bei dem die Rippen die Gewölbeschalen tragen.

Gewölbebogen

auch: Gurtbogen, Gewölbebögen

Bei Gewölbebogen unterscheidet man Schildbögen und Gurtbögen. Der Schildbogen, auch Wandbogen genannt, ist ein in Längsrichtung eines Schiffes verlaufender Bogen, der sich auf der Innenseite der Außenwand befindet. Der Schildbogen ist immer einer Wand vorgeblendet. Die verblendete Wand heißt entsprechend Schildwand oder Schildbogenwand. Der Gurtbogen hingegen ist ein Gewölbebogen quer zur Längsachse eines Raumes, der als Gewölbetrennband die einzelnen Gewölbeeinheiten (Joche) voneinander scheidet.

Gewölbedecke

auch: Gewölbedecken

Bei einer Gewölbedecke handelt es sich um eine bogenförmig oder kugelförmig gekrümmte Decke. Historisch betrachtet werden Tonnengewölbe mit zylindrische Wölbfläche und Kuppelgewölbe mit kugelförmiger Wölbfläche unterschieden. Diese historischen Gewölbe wurden in der Regel aus einzelnen Steinen zusammengesetzt, die sich untereinander Halt gaben. Moderne Gewölbedecken sind Massivdecken aus Beton oder Putzträgerdecken. Auch in Trockenbauweise sind Systeme auf dem Markt, die sich für einen nachträglichen Einbau eignen. Bei frühzeitiger Planung der Gewölberäume ist allerdings die Massivdecke zu empfehlen, denn sie bietet gegenüber der Trockenbaulösung einige Vorteile: geringere Gesamtkosten, angenehmes Raumklima durch die wirksame Speichermasse und die Ausstrahlung einer echten Gewölbe-Tragwirkung. Neben klassischen Kreuzgewölbemodellen, die sich durch einfache geometrische Merkmale, vor allem aber durch die individuelle Form und Raumwirkung unterscheiden, gibt es sehr variable Gewölbesysteme: Damit können alle gängigen Stützenräume alternativ auch stützenfrei überwölbt werden.

Gezahnte Glättekelle

auch: Gezahnte, Glättekellen

Gezeitenkraftwerk

Ein Gezeitenkraftwerk ist ein Wasserkraftwerk, das die Energie des wechselnden Wasserpegels des Meeres, also des Tidenhubs zwischen Ebbe und Flut zur Produktion von elektrischem Strom nutzt. Gezeitenkraftwerke werden an Meeresbuchten und in Ästuaren errichtet, die einen besonders hohen Tidenhub haben. Dazu wird die entsprechende Bucht durch einen Deich abgedämmt. Fordert man ein Minimum an Tidenhub von 5m, so gibt es ungefähr 100 geeignete Buchten auf der Erde (keine davon in Deutschland), die für ein Gezeitenkraftwerk genutzt werden könnten. Nur die Hälfte dieser ließe einen wirtschaftlichen Einsatz zu. Das erste Gezeitenkraftwerk wurde von 1961 bis 1966 an der Atlantikküste in der Mündung der Rance bei Saint-Malo, Frankreich erbaut. Der Tidenhub beträgt 12-16 Meter. Der Betondamm ist 750 Meter lang wodurch ein Staubecken mit einer Oberfläche von 22 km² und hat einem Nutzinhalt von 184 Mio m³ entsteht.

Gezinkte Eckverbindung

auch: Gezinkte, Eckverbindungen

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Die gezinkte Eckverbindung ist eine sehr dekorative Kasteneckverbindung. Dabei werden keilförmige oder gerade Zapfen, die Zinken bzw. Schwalbenschwänze genannt werden, mehrfach verzahnt. Der Vorteil dieser Verbindungsart liegt darin, dass die so verbundenen Teile ungehindert schwinden und quellen, sich aber nicht werfen können. Gezinkte Eckverbindungen werden beispielsweise bei massiven Schubkästen und Korpussen eingesetzt. Früher wurde diese nicht nur sehr haltbare, sondern auch optisch schöne Verbindung von Hand gefertigt. Heutzutage werden die Zinken mit einer Maschine ausgefräst. Neben der einfachen Zinkung werden häufig noch die halbverdeckte Zinkung und die Zierzinkung verwendet.

Gezogener Draht

Gezogener Draht ist ein aus Walzdraht durch Kaltformung (Drahtziehen) hergestelltes Erzeugnis mit einem über die ganze Länge gleichbleibenden Querschnitt. Der Draht ist kalt zu regelmäßigen oder regellosen Ringen aufgehaspelt. Der Querschnitt ist im Allgemeinen rund, es gibt ihn aber auch halbrund, oval, rechteckig, quadratisch, sechs- oder achteckig. Zudem sind zahlreiche Oberflächenarten mit metallischen und nichtmetallischen Überzügen sowie Wärme- und Nachbehandlungsarten möglich. Grundsätzlich kann Draht aus allen Stahlsorten gezogen werden.

GFK-Tank

auch: GFK-Tanks

GFZ

Abkürzung für Geschossflächenzahl

Giallo Veneziano

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Giallo Veneziano ist ein gelblich-hellbrauner Naturstein mit einer deutlichen, dunkelbraunen bis schwarzen Textur. Dieser Naturstein wird den Graniten zugordnet bzw. zumindest als Granitvariante im Handel angeboten, ist jedoch ein sog. Orthogneis, der durch einen erdgeschichtlichen Umwandlungsprozess aus Granit einstanden ist. Der Giallo Veneziano kann stark beansprucht werden, weshalb er als Bodenbelag oder als Küchenarbeitsplatte sehr gut geeignet ist.

Giebel

Unter dem Giebel wird meist die dreieckige Fläche an der Stirnseite eines Hauses mit Satteldach verstanden. Diese Fläche wird durch die drei Eckpunkte Dachfirst und die beiden Traufen begrenzt. Neben diesem Dreieckgiebel gibt es aber, je nach Dachform auch andere Giebelarten wie der segmentförmige oder abgetreppte Giebel. Meist ist der Giebel mit einem Giebelfenster versehen.

Giebelbalken

siehe Ortbalken.

Giebeldach

auch: Giebeldächer

Ein Giebeldach ist bei einem Giebel eine andere Bezeichnung für Satteldach. Hat das Dach zwei oder mehrere Giebel, so wird von einem Paralleldach gesprochen.

Giebelelement

auch: Giebelelemente

Darunter wird im Fensterbau eine Fenster-Tür-Anlage verstanden, die sich der Giebelform eines Steildachs anpassen und die aus zwei Fensterrahmen und einer dazwischen eingebauten Balkontür besteht. Üblicherweise wird die Balkontür neben der normalen Drehfunktion auch mit einer Kippstellung ausgestattet. Bauelement, das der Lichtzuführung und Belüftung eines Gebäudes dient. Die Blendrahmen(% und (%Flügelrahmen eines Fensters können aus unterschiedlichen Materialien bestehen wie Kunststoff, Holz, Aluminium oder der Materialkombination Holz-Aluminium. Der "Flügel selbst besteht immer aus Glas. Fenster müssen nicht nur hinsichtlich ihrer Rahmen und ihrer Verglasungsart der EnEV (Energieeinsparverordnung) entsprechen, sondern auch hinsichtlich ihres Einbaus und der Dichtigkeit der Maueranschlußfugen.

Giebelerker

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Zu den Varianten des modernen Erkerbaus gehört auch der Giebelerker, der an einen Erkerturm erinnert. Der Giebelerker ist eine Variante der Auslucht, wobei heutzutage Erker in vielfäliger Form auftreten - zum Beispiel als Wintergartenerker oder als Erkerbalkon

Giebelfenster

Das Giebelfenster ist ein meist kleines Fenster im Giebel. Es gibt sie in vielen Variationen vom runden bis rechteckigen Fenster. Es dient zur Lüftung und Belichtung des Dachraums. Ist das Dachgeschoss ausgebaut, fällt das Giebelfenster naturgemäß größer aus als wenn der Dachboden nicht ausgebaut ist. Früher diente ein Giebelfenster auch häufig als Fassadenschmuck.

Giebelgaube

auch: Satteldachgaube, Giebelgauben

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Die Giebelgaube ist eine seit dem Mittelalter bekannte Form einer Gaube mit einem Satteldach. Diese Gauben werden daher auch als Satteldachgauben bezeichnet.

Giebelkante

auch: Giebelkanten

siehe Ortgang.

Giebellaube

auch: Giebellauben

Eine Giebellaube ist ein offener Vorraum am Giebel eines Hauses, den es vor allem bei alten Bauernhäusern gab. Die Giebellaube ermöglichte es dem Bauern, Getreide einfacher auf den Dachboden zu schaffen. Zudem diente die Giebellaube als zusätzlicher Stauraum oder zum Trocknen von Kräutern.

Giebelohr

auch: Giebelschulter

Das Giebelohr verdankt seinen Namen seinem ohrähnlichen Aussehen. Dieses Bauteil steht in Höhe der Traufe als Verlängerung der Giebelwand der Traufseite des Gebäudes über. Es dient der architektonischen Gestaltung. Ein weitere Bezeichnung für Giebelohr ist Giebelschulter.

Giebelpfahl

Giebelpfahl ist eine andere Bezeichnung für Giebelspieß.

Giebelschalung

auch: Giebelschalungen

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Die Giebelschalung soll ermöglichen, dass herkömmlich gemauerte Wände einen geraden Abschluss erhalten und gleichzeitig ein stabiles Auflager für den Dachstuhl bilden. Um das zu bewerkstelligen, bietet Hersteller REKORD zum Beispiel Hartschaum-Giebelschalungen an, die entsprechend dem Verlauf des Mauerwerks zurechtgeschnitten, an dieses fixiert und dann mit Fließbeton ausgegossen werden. Fixierklammern verhindern, dass die Schalungselemente seitlich wegbrechen oder sich verziehen.

Giebelschulter

siehe Giebelohr.

Giebelspieß

auch: Giebelspieße

Für den Giebelspieß gibt es regional viele verschiedene Bezeichnungen wie Giebelpfahl, Firstpfahl, Firstspitze, Husbrand, Geck, Husbrand, Brandstang, Bram oder Brant. Er ist eine schmückende, in die Höhe ragende Verzierung aus Holz oder Metall für den Giebelfirst. Der Giebelspieß hat sich aus den konstruktiven Gegebenheiten der Konstruktion des Daches mit Dachfirst und Ortgang entwickelt. Zudem gilt er als Schutzsymbol für den Erhalt des Hauses und Abwehrzeichen von Gefahren für Haus und Hof.

Gießgrat

auch: Gießgrate

Gießgrate entstehen fast zwangsläufig beim Betonieren, und zwar immer dort, wo zwei Schalungen bzw. Schalbretter aneinander stoßen und Fließbeton in die Fuge dringt. Die geringfügig narbenartig hervortretenden Gießgrate stellen bautechnisch kein Problem dar. An einer Kellerwand stören sie sowieso nicht. Und eine betonierte Rohdecke erhält üblicherweise einen Estrich.

Gießharz

auch: Gießharze

Gießharze spielen im Bauwesen eine gewisse Rolle. Auf Epoxidharzbasis dienen sie zum Beispiel als kraftschlüssiger Verbund bei Rissen in Estrichen. Müssen Erdkabel verlängert werden, werden die Leitungsenden in Abzweig- und Verbindungsdosen miteinander verbunden, wobei die Dose dann mit Gießharz ausgegossen werden. Sofern Gießharze Methylendiphenyldiisocyanat (MDI) enthalten, wird dem Harz eine krebserregende Wirkung nachgesagt. Inzwischen sind Gießharze ohne MDI auf dem Markt.

Gießmörtel

Gießmörtel ist ein fließfähiger Mauermörtel zum Vergießen besonders geformter Steine, die trocken aufeinandergesetzt werden. Weiterhin wird Gießmörtel auf Zementbasis für das Untergießen von Schachtrahmen mittels Schlauch- oder Blechschalung verwendet. Gießmörtel dient zur schnellen Herstellung kraftschlüssiger Verbindungen schwer zugänglicher Bauteile, insbesondere im Bereich des Kanalbaus. Gießmörtel erreicht innerhalb kurzer Zeit sehr gute Druck- und Haftzugeigenschaften. Daher findet der Mörtel besonders Einsatz bei der nachträglichen Höhenangleichung von Schachtbauwerken an die Straßenoberkanten sowie dem Verguss von Zugankern und Maschinenfundamenten.

Gießschlicker

Gieß- und Einwalzverfahren

Das Gieß- und Einwalzverfahren ist ein Verfahren der Bauwerksabdichtung. Hierbei werden Bitumenbahnen in eine ausgegossene Klebemasse eingewalzt. Hierzu darf nur gefüllte Klebemasse verwendet werden. Durchgeführt wird es im Prinzip wie das Gießverfahren. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die aufzuklebenden Bitumenbahnen straff auf einen Kern aufgewickelt sind und beim Ausrollen fest in die Klebemasse eingewalzt werden. Auf senkrechten oder stark geneigten Flächen sollen nur Bitumenbahnen mit einer Breite von 70 cm verwendet werden, es sei denn, dass ein maschinelles Verarbeitungsverfahren eine größere Breite zulässt.

Gießverfahren

Unter dem Gießverfahren wird zum einen ein Verfahren der Bauwerksabdichtung und zum anderen ein Verfahren zum Einbringen von Ortschaum verstanden. Beim Verfahren der Bauwerksabdichtung werden die Bitumenbahnen in die ausgegossene Klebemasse eingerollt. Hierzu sind ungefüllte Klebemassen zu verwenden. Auf waagerechten und schwach geneigten Flächen ist die Klebemasse aus einem Gießgefäß so auf den Untergrund vor die aufgerollte Bitumenbahn zu gießen, dass sie beim Ausrollen satt in die Klebemasse eingebettet wird. Auf senkrechten und stark geneigten Flächen ist die Klebemasse in den Zwickel zwischen Untergrund und angedrückter Bahnenrolle zu gießen. Beim Ausrollen der Bitumenbahn muss der Bahnenrolle in ganzer Breite ein Klebemassewulst vorlaufen und die Klebemasse muss an den Rändern der Bitumenbahn austreten. Die ausgetretene Klebemasse ist sofort flächig zu verteilen. Beim Verfahren zum Einbringen von Ortschaum wird ein flüssiges Reaktionsgemisch über Schlauchleitungen aus einem Mischkopf in für die Dämmung vorgesehene Hohlräume (z.B. bei Wänden, Decken, Schächten, Schlitzen oder Kanälen) eingegossen, wo es nach kurzer Zeit aufschäumt und erhärtet.

Gilardoniziegel

Gips

auch: Gipse

Gips ist das Produkt der Reaktion von Calcium (Kalk) mit Sulfat-Ionen. Dieser Prozess kann sowohl in der Natur (natürliche Gipsvorkommen, z.B. am Rande des Mittelgebirges Harz) als auch z.B. bei der chemischen Herstellung von organischen Säuren (z.B. Zitronensäure) erfolgen. In der Industrie fällt Gips bei der Rauchgasentschwefelung an. Bei der Zementherstellung reguliert Gips die Erstarrungszeit. Als Baugips ist er Bindemittel für Putz- und Estrichmörtel. Bei Baugipsen unterscheidet man Stuckgips, Putzgips oder Marmorgips. Gips ist feuchtigkeitsempfindlich und ist daher nur für den Innenbereich geeignet. Zudem ist Gips wichtiger Bestandteil von Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten und Gips-Wandbauplatten.

Gipsbauplatte

auch: Gipsbauplatten

Zur Gruppe der Gipsbauplatten zählen vor allem Gipskartonplatten und Gipsfaserplatten.

Gipsbecher

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Ein Gipsbecher ist ein kleines Behältnis aus beispielsweise schwarz eingefärbtem Kautschuck, dessen Form je nach Höhe einem Blumentopf oder einem Blumenuntersetzer ähnelt. Heimwerker, Maler und Stukkateure rühren in diesen Bechern Gips- und andere Reparaturmassen an, um mit diesen kleinere Schäden in Putzfassaden, Innenwänden usw. zu reparieren. Gipsbecher werden in einer Hand gehalten, können heiß ausgewaschen werden, sind unzerbrechlich und damit fast unverwüstlich.

Gipserbeil

auch: Gipserbeile

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Das Gipserbeil ist Beil und Hammer in einem. Mit einem Gipserbeil lassen sich weiche Materialien wie Gips oder Tuff zur weiteren Verwendung in Form bringen. Es ist aber auch zum Einschlagen von Nägeln geeignet und daher das ideale Werkzeug, wenn man nicht so viele Werkzeuge tragen kann oder möchte. Insbesondere im Trockenbau sind Gipserbeile im Einsatz

Gipserhobel

siehe Alurabot

Gipserpfanne

auch: Gipserpfanne

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Die Gipserpfanne wird zum Anrühren von Gips und ähnlichen Materialien verwendet. Durch die verzinkte Ausführung ist die Gipserpfanne vor Korrosion geschützt. (Abbildung: Schwan)

Gipsestrichplatte

auch: Gipsestrichplatten

Bei einer Gipsestrichplatte handelt es sich um einen Trockenestrich aus Gipskartonplatten. Meist werden mehrere Gipskartonplatten miteinander verklebt. Die Gipsestrichplatten gibt es auch mit Feuchtigkeitsschutz oder aufkaschierter Wärmedämmung (z.B. aus Polystyrol).

Gipsfaserestrichplatte

auch: Gipsfaserestrichplatten

Wie die Gipsestrichplatte aus Gipskartonplatten besteht, so wird die Gipsfaserestrichplatte aus Gipsfaserplatten hergestellt. Bei Gipsfaserestrichplatten handelt es sich ebenfalls um einen Trockenestrich.

Gipsfaserplatte

auch: Gipsfaserplatten

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Gipsfaserplatten sind neben Gipskartonplatten die gebräuchlichsten Ausbauplatten im Innenbereich. Sie werden aus einem Gemisch von Gips und Zellulosefasern hergestellt und haben, im Gegensatz zu Gipskartonplatten, keine Ummantelung. Die Anwendungsbereiche jedoch sind grundsätzlich die gleichen. Gipsfaserplatten dienen als Wand- und Deckenbekleidung, als Decklage von Unterdecken sowie für die Bekleidung von Montagewänden. Sie sind nicht brennbar und können auch in Feuchträumen verwendet werden. In der modernen Holzrahmenbauweise und beim Fertighausbau finden homogene und schwere Gipsfaserplatten als mittragende oder aussteifende Beplankungen Verwendung. Das Zuschneiden der Platten erfolgt durch Sägen. Bei Platten bis 15 mm Dicke ist auch Ritzen mit einem speziellen Plattenreißer und Brechen möglich. Die Platten können weiter durch Bohren und Schleifen bearbeitet werden. Durch Fräsen lassen sich profilierte Kanten herstellen. Gipsfaserplatten sind für das Befestigen mittels Schrauben, Klammern und Nägeln geeignet. Mitunter werden auch rückseitig aufgebrachte Klemm- und Hängesysteme verwendet.

Gips-Kalkputz

auch: Gips-Kalkputze,, Gipskalkputze,, Gipskalk-Putze

Gips-Kalkputz sind aus Gips, Kalk und Sand hergestellte Putze. Das Mischungsverhältnis von Gipskalkputzen beträgt ein Teil Gips, ein Teil Kalk und drei Teile Sand. Als Kalk kommt nur Luftkalk in Frage und verwendet werden darf der Putz nur im Innenbereich. Dort hat er allerdings einiges zu bieten. So kann Gipskalkputz viel Feuchtigkeit aufnehmen und schnell wieder abgeben. Der Putz ist leicht zu verarbeiten und zu glätten und hat eine kurze Abbindezeit. Auftragen lässt er sich auf nahezu allen glatten und saugfähigen mineralischen Untergründen.

Gipskarton-Akustikplatte

auch: Gipskarton-Akustikplatten

Gipskarton-Akustikplatten zählen zu den Gipskartonplatten. Im Unterschied zu anderen Gipskartonplatten sind sie allerdings in verschiedenen Variationen gelocht oder geschlitzt. Durch die Wahl der Loch- und Schlitzbilder lässt sich die gewünschte akustische Raumwirkung erzielen. Die Platten tragen zu einer raumspezifischen Nachhallzeitregelung bei. Wegen ihrer unterschiedlichen Perforationsmuster werden sie oft, unabhängig von ihren akustischen Eigenschaften, als besonderes Gestaltungsmittel für den Deckenbereich eingesetzt.

Gipskartondübel

Gipskartondübel sind spezielle Dübel zum Befestigen von leichteren Gegenständen an Gipskartonplatten. Sie lassen sich ohne Vorzubohren in die Platte eindrehen. Schwere Gegenstände wie Lampen lassen sich mit einem Gipskartondübel nicht an der Decke befestigen befestigen, bei leichten Rauchmeldern ist das allerdings kein Problem. Sollen höher belastete Montagen bei Hohlraumwänden erfolgen, so gibt es hierfür spezielle Dübel wie z.B. Hohlraumdübel.

Gipskartonplatte

auch: Rigipsplatte, Gipskartonplatten, Gipskarton-Platte, Gipskarton-Platten

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Gipskartonplatten werden sehr gerne zum Innenausbau verwendet. Sie bestehen aus einem Gipskern, der mit Karton ummantelt ist. Die meisten Platten haben auf der Sichtseite eine abgerundete Längskante, die das Verspachteln der Fugen erleichtert. Je nach Einsatzbereich werden von den Herstellern verschiedene Varianten angeboten. So gibt es spezielle Gipskarton-Feuerschutzplatten, Gipskarton-Putzträgerplatten, Gipskarton-Akustikplatten oder beschichtete Gipskartonplatten. Gipskartonplatten sind nach dem Anritzen des Kartons einfach zu brechen und leicht durch Sägen, Fräsen und Bohren zu bearbeiten. Durch Einfräsen einer Kerbe bis auf den äußeren Karton können die Platten zu sauberen Kanten geknickt werden. Im feuchten Zustand lassen sich in Vorrichtungen runde und gebogene Formen herstellen. Gipskartonplatten werden üblicherweíse durch Schrauben (ohne Vorbohren) oder Ansetzmörtel befestigt. Abhängig vom Untergrund ist auch Nageln, Klammern und Leimen möglich. Auf Gipskartonplatten können nach Herstellerangaben geeignete Anstriche, Tapeten und keramische Beläge aufgebracht werden.

Gipsleuchte

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Der Baustoff Gips ist universal einsetzbar, man denke an Gipsfiguren oder Totenmasken aus Gips. Aus Gips können jedoch auch Leuchten hergestellt werden. Gipsleuchten spenden ein mildes Licht und passen in jeden Wohnraum. Der besondere Vorteil jedoch ist, dass der Käufer einer solchen Leuchte diese selbst farbig mit jeder Art von Lack oder Farbe bemalen kann. Aus einer weißen Gipsleuchte kann somit ein Unikat oder - je nach Fähigkeit der handelnden Person - ein Kunstwerk werden.

Gipsmarke

auch: Rissmarke, Gipsmarken

Gipsmarken bzw. Rissmarken sind einfache Hilfsmittel zur Kontrolle von Rissuferbewegungen. Dabei wird ein Streifen aus Gips quer über den zu dokumentierenden Riss auf sauberen, festen Untergrund aufgetragen und mit einer Linienmarkierung und dem Anbringungsdatum versehen. Jede Rissaufweitung führt zum Reißen der Gipsmarke, wobei sich das Maß der Rissbewegung aus dem Abstand der Rissufer und dem Versatz der Linienmarkierung ersehen lässt. Rissveringerungen zeigen sich als Zerstörung oder Ablösung der Gipsmarke. Vor jeder Kontrolle der etwaigen Rissveränderung ist dabei durch Abklopfen zu prüfen, ob die Gipsmarke noch fest auf dem Untergrund haftet.

Gipsmörtel

Bei einem Gipsmörtel handelt es sich um einen Luftmörtel, der mit Gips als Bindemittel hergestellt wird. Wie alle Luftmörtel erhärtet Gipsmörtel durch Wiederaufnahme des Anmachwassers, zum Erhärten ist Luft notwendig. Da Gipsmörtel nicht feuchtigkeitsbeständig sind, dürfen sie nur in Innenräumen, aber nicht in Feuchträumen verwendet werden. Verwendet wird er als Putz, Estrich oder für Stuckarbeiten. Auch zur Ausbesserung und Glättung von Wänden kommt der Gipsmörtel häufig zum Einsatz.

Gipsputz

auch: Gipsputze

Gipsputze sind Mörtel der Mörtelgruppe IV und eignen sich als Wand- und Deckenputze für sämtliche Innenräume, die nicht dauernder Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt sind. Gipsputze sind in der Lage, die anfallenden Oberflächenfeuchtigkeit aufzunehmen und bei klimatischen Änderungen wieder abzugeben. Demgegenüber sind sie gegen Spritzwasser und ständige Durchfeuchtungen empfindlich. Gipsputze eignen sich besonders gut bei erhöhten Anforderungen in Bezug auf lot- und fluchtgerechte Flächen und/oder wenn diese Flächen anschließend mit Stuckmarmor oder anderen Stuckverzierungen versehen werden sollen. Die gleichmäßigen Eigenschaften der zu verwendeten Gipse ermöglichen die zuverlässige und fachgerechte Verarbeitung. Aufgrund der Tatsache, dass diesen Mörtel nur noch Wasser zugegeben werden muss, ist das Risiko von Mischfehlern oder falschen Mischungsverhältnissen auf ein absolutes Minimum reduziert bis ausgeschlossen.

Gipsschnitzer

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Gipsschnitzer sind Kunst­hand­werker, die im sog. Maghreb (in den nordafrikanischen Staaten) kunstvolle Ornamente aus Gips schnitzen. Die Gipsmasse wird in quadratische, rechteckige oder halbrunde Formen gegossen und dann glatt abgezogen. Sobald der Gips leicht ausgehärtet, aber noch feucht ist, kann geschnitzt werden. Die Gipsschnitzer brauchen, um aus einer quadratischen Gipsscheibe ein filigranes Ornament zu schnitzen, keine Vorlagen. Sie haben die Ornamentmuster im Kopf und sozusagen in den Händen. Falls größere Wandbilder (siehe Foto) gewünscht werden, fertigen sie natürlich auch Skizzen an, die sie auf die Gipstafeln durchpausen. Ein solch großes Wandbild wird nicht aus einem Stück geschnitzt – die Gipsplatte würde durchbrechen. Vielmehr setzt es sich aus kleinen, handlichen Einzeltafeln zusammen. Die Gipsschnitzereien dienen der Dekoration von Innenhöfen und umranden Türen. Sie verzieren aber auch Innenräume, speziell auch die Zimmerdecken. So entstehen Räume mit einem zauberhaften arabischen Touch. Paläste in Nordafrika sind sowieso reich mit Gipsschnitzereien ausgestattet, viele Hotels ebenso wie auch die Innenräume von Grabanlagen.

Gipsspachtelmasse

auch: Gipsspachtelmassen

Gipsspachtelmasse ist eine Ausgleichsmasse auf Gipsbasis. Gipsspachtelmassen werden mit Zusätzen von Zelluloseleim oder wasserlöslichen Kunstharzen in Pulverform geliefert und mit Wasser angeteigt. Sie sind nur für den Innenbereich geeignet und werden zur Glättung schadhafter Putzflächen und zur Herstellung glatter Untergründe verwendet. Gipsspachtelmassen eignen sich zudem zum vollflächigen Glätten sowie zum Verkleben und Verfugen von Gipskarton- und Gipsfaser-Platten auch ohne Bewehrungsstreifen.

Gips-Wandbauplatten

auch: Gips-Wandbauplatte, Gipswandbauplatten, Gipswandbauplatte

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Gips-Wandbauplatten werden für den Innenausbau verwendet. Sie benötigen im Gegensatz zur Gipskartonplatte keine Trägerkonstruktion. Die Platten können einfach zu stabilen Trennwänden zusammengesetzt werden. Bei einem zweischaligen Aufbau werden sehr gute Wärmedämm- und Schallschutzwerte erreicht. Gips-Wandbauplatten verfügen über eine hohe Dampfdiffusionsfähigkeit und bieten einen sehr guten Brandschutz. Kleinere Maueröffnungen können nachträglich gesägt werden (siehe Foto). Bei Türöffnungen ist üblich, zuerst die Zarge aufzustellen und dann die Wand aus Gipsplatten anzubauen.

Gittermatten

Gittermattenzaun

auch: Gittermattenzäune

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Ein Gittermattenzaun wird aus Gittermatten erstellt. Diese bestehen aus waagerecht verlaufenden, gelochten, U-förmigen Stahlprofilen und senkrecht durchgesteckten und verschweißten Rundstäben, in der Regel 6 mm stark. Je enger die Maschenweite, je geringer die Möglichkeit, den Zaun zu übersteigen. Aus diesem Grund können die senkrechten Gitterstäbe auch über das oberste U-Profil hinausragen. Die Gitterhöhe kann sehr unterschiedlich sein und zwischen 63 und 243 cm betragen. Gittermattenzäune werden zur Abgrenzung von Sportstätten und überall dort eingesetzt, wo der Zutritt unbefugter Personen verhindert werden soll.

Gitterrabot

auch: Gitter-Rabot

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Ein Gitterrabot ist ein gitterförmiges Werkzeug des Verputzers. Mit einem Gitterrabot lassen sich Putze universell nachbearbeiten oder egalisieren. Beispielsweise lässt sich Grundputz einen Tag nach dem Auftrag mit dem Gitterrabot oder einer scharfkantigen Latte nachkratzen.

Gitterritzprüfung

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Mit der Gitterritzprüfung wird die Oberflächenfestigkeit von Putzen und Estrichen beurteilt. Die Ritzflanken dürfen insbesondere an den Kreuzungsstellen nicht ausbrechen. Verwendet wird hierzu ein Gitterritzgerät mit einem Dorn, der über einen Federmechanismus reguliert wird. Alternativ dazu tut es häufig auch ein einfacher Stahlnagel.

Gitterrost

auch: Schweisspressrost, Pressrost, Einsteckrost, Lichtschachtrost, Gitterroste

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Gitterroste sind tragfähige, plattenförmige Körper, deren Flachseiten viele durchgehende Öffnungen in regelmäßigen Abständen besitzen. Sie bestehen aus Tragstäben und Verteilerstäben aus Flachstahl. Die Tragstäbe übertragen die Last auf das Auflager. Gitteroste finden im Baubereich vielfach Anwendung, z.B. als Lichtschachtabdeckung, Zwischendecken,Treppenstufen oder Podeste. Gründe für ihre Verwendung sind ihre gute Licht- und Luftsurchlässigkeit, ihre hohe Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht, ihr einfacher Ein- und Ausbau, ihre vergleichsweise rutschhemmende Oberfläche und der Umstand, dass Flüssigkeiten und Schmutz sich nicht ablagern können. Man unterscheidet Schweisspressroste, Pressroste und Einsteckroste. Bei den Schweissrosten sind die Querstäbe, meist verdrillte Vierkantstäbe, in die Tragstäbe eingepresst und an jedem Knotenpunkt verschweißt sind. In die geschlitzten Tragstäbe der Pressroste werden ungeschwächte Querstäbe mit hohem Druck eingepresst. Der hohe Druck und die Schlitzausbildung der Tragstäbe garantieren ein festes, verwindungssteifes Gittergefüge. Bei Einsteckrosten sind entweder nur die Tragstäbe oder die Trag- und Querstäbe (Verteilerstäbe) geschlitzt. Die feste Verbindung wird dabei durch Formschluss oder Verschweissen geschaffen.

Gitterrost-Sicherung

auch: Gitterrost-Sicherungen

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Kellerschächte sind beliebte Einstiegsstellen, denn sie befinden sich häufig an verdeckten Stellen. Sind die Kellerschacht- oder Lichtschachtgitter erst geöffnet, kann eine erwachsene Person ungesehen und in aller Ruhe im Haus einbrechen. Mit einer Gitterrost-Sicherung kann dies wirkungsvoll verhindert werden. Dabei wird der Gitterrost im Lichtschacht durch Flacheisenstangen oder Ketten gegen Herausheben gesichert. Die Ketten und Stangen sollten möglichst lang sein und entweder im Mauerwerk angedübelt oder mit einem Vorhängeschloss an eine entsprechende Halterung befestigt werden. Letzteres ist zu empfehlen, wenn die Gitter von Zeit zu Zeit wieder geöffnet werden müssen (z.B. zum Auffüllen des Öltanks) oder der Kellerschacht den Fluchtwegvorschriften genügen muss.

Gitterschnittgerät

auch: Gitterschnittgeräte

Gitterschnittgeräte dienen zur Beurteilung der Haftfestigkeit von ein- und mehrschichtigen Lackierungen (Lacksystemen) auf deren Untergrund sowie der Haftfestigkeit der Schichten aufeinander. Das Gerät kann bei allen Arten von Lacksystemen und auf beliebigem Untergrund eingesetzt werden. Es besitzt ein Mehrschneidenmesser mit mehreren Schneidkanten.

Gitterschnittprüfung

Durch die Gitterschnittprüfung lässt sich das Haften von ein- oder mehrschichtigen Anstrichen auf dem Untergrund sowie das Haften einzelner Schichten untereinander beurteilen. Hierzu wird das Gitterschnittgerät verwendet. Häufig wird aber auch behelfsmäßig das Cuttermesser in der handwerklichen Praxis eingesetzt. Der Gitterschnitt wird rechtwinklig jeweils bis auf den Untergrund in gleichen Abständen und in gleicher Geschwindigkeit ausgeführt. Nur gleichmäßige Untergründe, wie Stahlblech oder Kunststoff, liefern auch vergleichbare Ergebnisse. Auf Holz mit seiner unterschiedlichen Maserung, auf gespachtelten Flächen und auf Putz oder Beton lassen sich wegen der ungleichen Oberflächenstruktur nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse erzielen.

Gitterträger

Ein Gitterträger isr eine Fachwerkträger bzw. (%Fachwerkbinder§23, bestehend aus zwei Gurten mit engmaschig angeordneten, sich kreuzenden Diagonalstäben zwischen Ober- und Untergurt.

Glas

auch: Gläser

Die Geschichte des Glases geht weit in die Vorzeit zurück. Schon 1.500 Jahre vor unserer Zeit hatte Glas eine beachtliche Bedeutung. Zur Glasherstellung gibt es mehrere Verfahren. Fensterglas ist heute zum überwiegenden aus Floatglas. Floatglas wird aus Quarzsand, Sulfat, Soda, Dolomit und Feldspat hergestellt. Diese Zutaten werden in der richtigen wird bei etwa 1.500 °C zum Schmelzen gebracht. Die auf 1.000 °C abgekühlte Glasschmelze "schwimmt" auf einem beheizten Zinnbad. So erhält sie eine ebene Oberfläche, bevor sie zum Abkühlen zum Band erstarrt. Durch Walzen wird das Glasband auf die gewünschte Dicke gezogen, weiter abgekühlt und in Tafeln zerteilt. Das so hergestellte Spiegelglas gehört zu den Flachglasarten. Nach Art der Verwendung unterscheidet man Wärmeschutzglas, Schallschutzglas, Brandschutzglas oder Isolierglas. Durch Beimengungen von Glasbildnern (vorwiegend Oxide) kann Glas in seinen Eigenschaften verändert werden. So wird durch Boroxid und Aluminiumoxid die Widerstandsfähigkeit gegen chemisch wirksame Stoffe und große Hitze erhöht (Stichwort Jenaer Glas). Bei Beimengung von Schwermetalloxiden erhält man gefärbte Gläser, wie Flaschenglas (durch Eisenoxid), Kobaltglas (durch Kobaltoxid), Rubinglas (feinstes verteiltes Gold) und Kristallglas (durch Bleioxid), das die Lichtbrechung erhöht. Die drei großen Gruppen, auf die rund 95 Prozent des erschmolzenes Glases entfallen, sind Kalknatronglas, Bleiglas und Borosilicatglas.

Glasasche

Glasasche ist eine abgeschreckte Kraftwerksasche (meist in einer Körnung um 2 bis 8 mm). Sie ist recht leicht, nach der Verdichtung relativ rutschsicher und standfest und in bestimmten Gegenden in Deutschland recht günstig zu beziehen. Glasasche wird beim Hausbau als Ausgleichsschicht bzw. kapillarbrechende Schicht unter der Bodenplatte, für Drainagen oder als Pflasterunterbau als Alternative zu Split oder Kies verwendet.

Glasbaustein

auch: Glasbausteine

siehe Glasstein

Glasbausteinmörtel

Spezieller Mörtel zum Mauern von Glassteinen sowie von schwach bzw. nicht saugenden keramischen Steinen wie beispielsweise Klinkern.

Glasbeißzange

auch: Glasbeißzangen, Glasbeisszange, Glasbeisszangen

Die Glasbeißzange wird zum Zwicken von Glas verwendet. Gute Dienste leistet die Zange vor allem beim Herstellen von Mosaiken. Sie bricht Glassteine exakter als es die Mosaikzange ermöglicht und ist ideal für die Bearbeitung kleiner Steine.

Glasbohrer

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Glasbohrer sind spezielle Bohrer zum Bohren von Durchgangslöchern in dünnen Werkstücken aus Glas, Keramik oder Gestein. Der Bohrer besteht aus einem Schaft und einer eingelöteten, lanzettförmigen Schneide, die sich aufgrund ihrer Härte durch den Werkstoff schabt. Bei Glas muss Petroleum als Kühlmittel verwendet werden, Keramik läßt sich im Allgemeinen trocken bohren. Es wird mit dem geringsten Andruck gearbeitet, die günstige Drehzal muss durch Versuch ermittelt werden.

Glasbrechzange

auch: Glasbrechzangen, Glas-Brechzange, Glas-Brechzangen

Mit der Glasbrechzange wird mit dem Glasschneider angeritztes Glas oder Steinzeug gebrochen. Verwendet wird sie beispielsweise zum Einpassen von Glasscheiben. Es können schmale Glasstreifen abgebrochen werden, die der Hand keine Ansatzmöglichkeit bieten.

Glasbruchmelder

Glasbruchmelder sind seit Jahrzehnten auf dem Markt, insbesondere solche mit Alarmdrähten oder Alarmfolien. Diese Systeme werden heutzutage nicht mehr eingebaut. Heute muss man unterscheiden zwischen passiven, aktiven sowie akustischen Meldern. Passive Glasbruchmelder werden auf die Scheibe geklebt. Dabei reagiert ein Sensor auf die Schwingungsenergie, die beim Zerstören von Glas anfällt. Klopfen gegen die Scheibe löst keinen Alarm aus, allerdings muss bei zwei- oder dreiflügeligen Fenstern jede Scheibe mit einem Sensor ausgestattet werden. Bei großflächigen Fenstern müssen zusätzliche Sensoren angebracht werden, da der Überwachungsradius ein bis zwei Meter beträgt. Aktive Glasbruchmelder bestehen aus einem Ultraschall-Sender und einem Empfänger, die meistens in einem Gehäuse untergebracht und auf die zu überwachende Scheibe angebracht sind. Während bei den passiven Glasbruchmeldern die Spannungsversorgung über die angeschlossene Alarmanlage erfolgt, benötigen die aktiven Glasburchmelder eine eigene Versorgungsspannung. Akustische Glasbruchmelder kommen eigentlich nur zum Einsatz in Räumen mit großen Glasflächen - etwa in verglasten (lexikon-link "Wintergärten"), in Wohnräumen mit großen Fenstern und Schiebetür zum Garten oder in "lichtdurchfluteten" gewerblichen Räumen´. Hierbei wird in einem Abstand von mehreren Metern die Glasfront mit einem Mikrofon überwacht, dass nur auf Glasbruch reagiert und dann Alarm auslöst.

Glasbruchversicherung

auch: Glasbruchversicherungen

Glasdach

auch: Glasdächer

Glasdächer sind häufig bei Hallenbauten oder als Überdachung von Innenhöfen oder Passagen anzutreffen. Der überglaste Bereich wirkt im Winter als Pufferzone und reduziert den Wärmeverlust der anschließenden Gebäude. Glasdächer sorgen für eine natürliche Belichtung der darunter liegenden Räume ebenso wie für die Nutzung solarer Energiegewinne durch ein entsprechendes Lüftungskonzept. Zu beachten sind Maßnahmen gegen die sommerliche Überhitzung, wie ausreichender Sonnenschutz auf den Dachflächen. Zur Lüftung sollten mindestens 6 - 10% der Dachfläche zu öffnen zu sein. Bei den zu verwendenden Scheiben ist auf die Bruchsicherheit zu achten. So sollte an der Rauminnenseite Verbund-Sicherheitsglas und gegebenenfalls als äußere Scheibe Einscheiben-Sicherheitsglas verwendet werden. Glasdächer können mit aktiven Solaranlagen, wie z.B. Photovoltaik ausgestattet werden.

Glasdachstein

auch: Glasdachziegel, Glasdachsteine

Glasdachsteine bzw. Glasdachziegel werden aus Pressglas hergestellt. Sie dienen der Belichtung und Bedeckung von nicht bewohnten Dachräumen. Heute gibt es fast zu jedem Dachstein bzw. Dachziegel einen Glasdachstein, der je nach Bedarf in die Dachfläche eingesetzt werden kann.

Glasdachziegel

siehe Glasdachstein.

Glasdoppelfassade

auch: Glasfassade, Glasdoppelfassaden

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Glasdoppelfassaden gehören zu den bevorzugten Gestaltungsmitteln von internationalen Stararchitekten, die Bürohochhäuser oder sog. Bürotürme bauen. Die Glasdoppelfassade besteht aus einer äußeren und einer inneren Glasfassade, wobei der Zwischenraum zwischen beiden als Flur bzw. Laufzone genutzt werden kann. Glasdoppelfassaden bieten eine durchaus aufregende Optik - vor allem dann, wenn sich die Sonne in den Scheiben spiegelt. Sie sind jedoch äußerst umstritten hinsichtlich ihrer Energiebilanz. Ohne aufwändiges Belüftungs- und Klimatisierungssystem können sich die Menschen in diesen Bürotürmen kaum aufhalten, da eine Fensterlüftung durch beide Fassaden nicht ausreicht. Keineswegs nur die Sommersonne treibt die Energiekosten für die Klimatisierung in die Höhe. Auch die fast waagerecht stehende Frühjahrs- und Herbstsonne treibt die Kühlaggregate auf Höchstleistung. Bei Verwendung getönten Glases, durch die die Energiebilanz verbessert werden kann, können jedoch ein "schummrige" Lichtverhältnisse entstehen, die die in den Türmen arbeitenden Menschen belasten.

Glaser

auch: Fensterbauer

Glaserinnen bzw. Glaser erlernen ihr Handwerk in einer dreijährigen Ausbildung. Sie arbeiten sowohl im technischen als auch im künstlerischen Bereich. Zur Vorbereitung ihrer Arbeit fertigen sie Entwürfe an. Ihre Tätigkeit reicht vom Verglasen von Fenstern, Türen, Schaufenstern und Vitrinen bis zum Rahmen von Bildern und Montieren von Spiegeln. Auch anspruchsvolle Kunstverglasungen nehmen sie vor, indem sie bei Kirchenfenstern die Farbglasteile mit Blei- und Messingsprossen verbinden. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Glasveredelung durch Gravur- und Schleifarbeiten. In einigen Regionen ist die Grenze vom Glaser zum Fensterbauer fließend. Zu den Aufgaben gehören Rahmenkonstruktionen aus Holz, Aluminium und Kunststoff bzw. aus diesen Werkstoffkombinationen. In diesem Beruf kommt es nicht nur auf die Fähigkeiten in der Verarbeitung an, sondern auch auf Kenntnisse über Trends der Zeit. Denn Glas nimmt eine immer bedeutendere Rolle am Bau ein.

Glaser-Diagramm

Das Glaser-Diagramm ist keineswegs ein Diagramm, das gleichnamiger Handwerker verwendet. Vielmehr wurde es nach dem amerikanischen Physiker Prof. Donald Arthur Glaser benannt. Mit seiner Hilfe lässt sich bestimmen, ob in einem Bauteil Tauwasser als Folge von Wasserdampfdiffusion auftreten kann. Das Glaserdiagramm ist die Darstellung eines Bauteils in einem kartesischen Achsensystem, dessen Ordinate dem Wasserdampfpartialdruck einschließlich dem Sattdampfdruck zugeordnet ist, während die Abszisse die äquivalente Luftschichtdicken der Bauteilschichten repräsentiert.

Glaser-Verfahren

Zur Untersuchung von Bauteilen auf Tauwasserbildung hat sich das Glaser-Verfahren als eine geeignete Methode bewährt, womit sowohl die Kondensationsstelle als auch die Kondensatmenge bestimmt weden kann. Das Verfahren rechnet ohne instationäre Anteile und ist deshalb zwar nicht sehr genau, liefert jedoch ausreichende Ergebnisse bei relativ geringem Aufwand. Dabei geht man von der Tatsache aus, dass der vorhandene Dampfdruck an keiner Stelle im Bauteil größer sein kann als der Sättigungsdruck. Das bedeutet, dass die Linie des tatsächlichen Dampfdruckes nie oberhalb der des Sättigungsdampfdruckes verlaufen kann. Das Glaser-Verfahren ist ein Verfahren, das teils mit grafischer Methode (siehe Glaser-Diagramm) und teils mit Berechnungen arbeitet.

Glasfarben

auch: Überzugsfarbe

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Glasfarben werden in der Regel der flüssigen Glasmasse beigegeben, wobei unterschieden wird in transparente, bleifreie, resistente, halbresistente und nicht resistente Glasfarben. Glasfarben für die Glasmalerei, auch Überzugsfarben genannt, werden natürlich erst nachträglich auf das Glas übertragen.

Glasfaser

auch: Glasfasern

Glasfasern sind lange, dünne Fasern aus Glas. Zur Herstellung zieht man geschmolzenes Glas zu dünnen Fäden. Glasfasern werden in Glasfaserkabeln zur Datenübertragung, oder als Textilfasern zur Wärme- und Schalldämmung und für glasfaserverstärkte Kunststoffe eingesetzt. Glasfasern werden Beton beigemischt, wo sie als Bewehrung dienen (siehe Glasfaserbeton). Glasfaserverstärkter Beton wird bei Wellplatten, Fassadenplatten oder bei verlorenen Schalungen eingesetzt. Ebenso wird Glasfaser im Estrich verwendet. Außerdem wird Feinbeton mit Glasfasertextilien bewehrt, das heißt dann textilbewehrter Beton.

Glasfaserbeton

Von Glasfaserbeton spricht man bei einem Glasfaseranteil von 2,5 bis 5 Vol.-%. Hier übernehmen die Glasfasern die Funktion der Bewehrung. Da die Glasfaser nicht rostet, ist für Bauteile aus Glasfaserbeton, die keine weitere metallische Bewehrung enthalten, keine Mindestbetondeckung erforderlich. Die Mindestdicke kann so bis auf wenige Millimeter reduziert werden. Damit können äußerst filigrane Formen hergestellt werden. Anwendungen für Glasfaserbeton: Fassadenbau, Mauerwerksbau (Hohlstürze, Fensterbänke, wärmedämmende Mauerfußelemente), Bedachungsplatten, Brandschutzplatten, Verkleidungen.

Glasfaserbewehrungsstreifen

Glasfasergitterstreifen

Glasfaserstreifen

Glasfassade

auch: Glasfassaden

Ein Glasfassade ist eine Konstruktion aus Stahl und Glas, die immer mehr Bestandteil moderner Architektur wird, vor allem im Bürobau und bei öffentlichen Gebäuden. Dort sollen sie Transparenz verkörpern. Weitere Informationen: siehe Glasdoppelfassade.

Glasfliese

auch: Glasfliesen

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Glasfliesen bestehen aus Floatglas, welches erkaltet und auf Format geschnitten worden ist, ehe es erneut im Brennofen erhitzt wird. Dabei sorgt ein Sandbett, auf dem die Fliesen aufliegen, für die genarbte und gekörnte Glasstruktur. Auch andere Verfahren werden angewendet, die die Hersteller jedoch nicht preisgeben. Glasfliesen sind in einem sehr breiten Farbspektrum erhältlich. Dadurch bieten sie insbesondere für Designer und Architekten neue Möglichkeiten verschiedenste Farben einzufangen und mit dem Licht zu spielen. Da Glasfliesen nicht saugfähig sind, ist ihre mechanische sowie chemische Belastbarkeit sehr hoch. Sie sind in fast allen Bereichen einsetzbar.

Glasgeländer

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Bei einem Glasgeländer besteht die Füllung aus Glas bzw. Plexiglas. Der Handlauf kann, wie auf der Abbildung, aus Edelstahl, Holz oder Aluminium gearbeitet sein. Das Glas wird zwischen senkrechten Pfosten eingespannt. Es kann aber auch im Boden befestigt sein.

Glasgespinst

auch: Glasgespinste

Ein Glasgespinst ist ein seidenfaden-ähnliches Glasgewebe, welches zwischen Profilglas oder Sicherheitsglas eingebaut wird und für eine Brechung der Lichtstrahlen und damit eine gleichmäßige Verteilung des Tageslichts sorgt. Gleichzeitig erhöht das Material die Wärmedämmung (siehe transparente Wärmdämmung).

Glasgewebe

Glasgewebe wird zum Beispiel zur Herstellung von Glasgewebetapete aber auch zur Herstellung von Armierungsschichten bei der Fassadenrenovierung verwendet. Hierbei werden rissige Untergründe überbrückt und das Glasgewebe sorgt dafür, dass die Risse nicht wieder zur Oberfläche durchschlagen. Ein Glasgewebe ist hoch zugfest, schiebefest und auch alkalibeständig.

Glasgewebe-Tapete

auch: Glasgewebe-Tapeten, Glasgewebetapeten

Glasgewebetapete zählt zu den robustesten Wandbelägen überhaupt, ist aber nicht gerade preiswert. Die sehr grobmaschige, wasserdampfdurchlässige Tapete besteht aus hauchdünnen Glasstäbchen. Diese werden in der Produktion auf verschiedene Weise verflochten, sodass man unterschiedliche Webstrukturen erhält. Sie wird gerne in gewerblichen Einrichtungen, Krankenhäusern und Hotels eingesetzt. In strapazierten und beanspruchten Räumen im Privatbereich wie Treppenhäusern, Fluren oder Dachgeschossen sind Glasfasertapeten aber auch empfehlenswert. Durch seine hohe Reißfestigkeit ist das Gewebe auch vor Bewegungen des Dachstuhls gefeit. Daneben liegen die Vorteile im guten Brandschutzverhalten und in der relativ einfachen Verarbeitung. Glasgewebe ist wie Vlies-Tapete dimensionsstabil, das heißt, es dehnt sich weder aus noch schrumpft es. Mit aufspringenden Nähten ist daher beim Tapezieren nicht zu rechnen. Das Glasgewebe kann ohne Weichzeiten direkt ins Kleisterbett an Wand oder Decke eingelegt werden. Hierfür ist ein spezieller Kleber notwendig, der meist fertig angerührt in Eimern erhältlich ist. Der Anstrich von Glasgewebe-Tapete erfolgt mit einer speziellen Glasgewebefarbe oder Latexfarbe.

Glas-Granulat

auch: Glasgranulat

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Glas-Granulat wird auch als Glas­nuggets oder Glaskies bezeichnet und kommt in einfarbiger, trans­parenter Aus­führung auf den Markt oder in zwölf und mehr Ein­färbungen. Es wird entweder aus Borsilikatglas oder aus recyceltem Flaschen­glas oder Flach­glas gewonnen. Die Korngröße des Glas-Granulats ist sehr unterschiedlich - je nach Anwendungszweck. Als feingemahlener "Sand" wird Glas-Granulat als Strahlmittel für Sandstrahlverfahren eingesetzt. Auch als Zuschlag für Innen- und Außenputze wird es eingesetzt, um dem Putz besondere Effekte zu verleihen. In der Größe etwa von Zierkies wird insbesondere farbiges Glas-Granulat als Schüttgut in Ziergärten, in Beeten und als Wegbegrenzungen eingesetzt.

Glashalter

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Der Begriff "Glashalter" wird sowohl in der Glaser-, als auch in der Sanitärbranche verwendet - jeder versteht darunter aber etwas anderes. Die Halterungen, in denen z.B. im Bad ein Zahnputzglas gehalten wird, bezeichnet die Sanitärbranche als Glashalter. Ein Glaser versteht darunter aber eine Klemmvorrichtung, in der eine Glasscheibe gehalten wird (siehe Foto). Solche Glashalter, auch als Glasplattenhalter bekannt, werden beispielsweise an einen Treppengeländerrahmen aus Rundrohr angeschweißt oder geschraubt. Das Glas wird zwischen die beiden Klemmbacken gelegt, die ihrerseits fest verschraubt werden und nunmehr das Glas halten, ohne dass das Glas wie beim Einsatz von Punkthaltern durchbohrt zu werden braucht. Die Innenseiten der Klemmbacken sind mit Kunststoff beschichtet, wodurch Vibrationen abgefedert werden.

Glashauseffekt

Glasjalousie

auch: Glasrollladen, Glasjalousien

Eine Glasjalousie ist ein missverständlicher Begriff für Jalousien, die zwischen den Isolierglasscheiben eines Fensters eingesetzt sind. Sie sind somit in diesem Fall keineswegs aus Glas. Ganz im Gegensatz zu Glasjalousien im Möbelbau. Hier kommen Rollläden bzw. Jalousien für Aufsatzschränke, Ober- sowie Unterschränke in der Küche zum Einsatz.

Glaskaltmalerei

siehe Kaltmalerei.

Glaskantenbeleuchtung

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Die Glaskantenbeleuchtung ist ein Verfahren, bei dem eine matte oder strukturierte Platte aus Floatglas von einem Halterungsprofil aus mit einer Leuchtdiode angestrahlt wird. Das Verfahren funktioniert nur, wenn die Glaskante, auf die das Licht trifft, glatt poliert ist. Das Licht verteilt sich dann im Glas und sorgt für interessante Effekte. Der Stromverbrauch ist minimal, eine Leuchtdiode mit 2 W reicht für etwa 60.000 bis 80.000 Betriebsstunden. Glaswaschtische können mit dieser Technik in Kunstobjekte umgewandelt werden, Treppenstufen aus Glas leuchten auch nachts und bilden interessante Effekte, die man sich u.a. in Szene-Lokalen zunutze macht.

Glaskeramik

Werkstoffe, die durch gesteuerte Kristallisation aus Glasschmelzen hergestellt werden, lassen sich unter dem Begriff "Glaskeramik" zusammenfassen. Wie bei der Herstellung von Gläsern, sind auch bei der Herstellung von Glaskeramik hohe Temperaturen notwendig. Auch die Verarbeitung verläuft ähnlich, heraus kommt jedenfalls ein Produkt, das teils glasige, teils keramische Eigenschaften besitzt. Die Glaskeramik ist quasi ein Composite-Werkstoff aus Glas und Kristallen. Hauptbestandteile der Glaskeramik sind Lithium-, Aluminiumoxid- und Siliciumoxid. Glaskeramik besitzt einen sehr geringen oder sogar negativen Wärmeausdehnungskoeffizient in unterschiedlichen Temperaturbereichen, wodurch ein Bruch durch Temperaturschock vermieden wird. Darüber hinaus besitzen Glaskeramiken eine sehr gute mechanische Festigkeit. Im Bereich des Haushalts werden Glaskeramiken für Kochgeschirr oder Kochfelder verwendet. Industriell kommt Glaskeramik z.B. für Spiegelträger großer Teleskope zum Einsatz. Auch digitale Projektoren oder Hochleistungsreflektoren werden aus Glaskeramik gefertigt.

Glaskies

auch: Glas-Kies

Glaskrankheit

Als Glaskrankheit bezeichnet man bei antikem Glas und bei Gläsern des 17./18. Jh. auftretende Veränderung des Glas-Erscheinungsbildes in Form einer Trübung, dem so genannten Erblinden oder Blindwerden des Glases (früher auch als Abstehen bezeichnet), bis hin zum Entstehen von Haarrissen und dem schuppenförmigen Abblättern der Oberfläche. Die Glaskrankheit entsteht durch die Verbindung von Wasser und Kohlensäure mit den alkalischen Bestandteilen des Glases und auch durch ein falsches Mischungsverhältnis von Kieselsäure und Alkalien. Um das Glas für Dekorschliffe geschmeidiger zu machen, erhöhte man den Anteil der Alkalien, was im Laufe der Zeit zu kristalliner Ausscheidung und zu den erwähnten Symptomen führte.

Glaskrösel

Unter Glaskrösel werden kleine Glasbröckchen verstanden, nicht größer als eine kleíne Erbse. Glaskrösel können verschiedenartig durchgefärbt sein. Sie werden in der Glasbläserei verwendet, wenn der Glasbläser den "Vorposten" (flüssige Glasmasse) in Glaskröseln wälzt, um dem gläsernen Endprodukt besondere Farbeffekte zu verleihen. Auch Schmelzglas, das in hochwertige Haustüren eingebaut wird, kann durch Glaskrösel besondere künstlerische Effekte erlangen.

Glaskröselzange

auch: Glaskröselzangen

Mit einer Glaskröselzange können kleine, unsauber gebrochene Ecken an den Glasrändern "abgekröselt" werden. Auch Steinzeug lässt sich mit der Zange auf gleiche Weise bearbeiten.

Glaskuppel

auch: Glaskuppeln

siehe Lichtkuppel

Glaslack

auch: Glaslacke

Glaslack ist ein spezieller Lack für Glas, der allerdings nicht mit dem Pinsel, sondern mit der Spritzpistole aufgetragen wird. Die Lackindustrie hat Systeme entwickelt, bei denen zunächst ein Silikatbinder auf das Flachglas gespritzt wird. Danach wird ein spezieller Primer mit einem ebenso speziellen Härter gemischt und aufgetragen. Schließlich erfolgt der Auftrag des Lacks, der in beliebigen Farbtönen angemischt werden kann. Hierbei kann ein transparenter oder ein deckender Farbeffekt erzielt werden. Auch ist je nach Art des Lacks ein Ätzglaseffekt oder ein Milchglaseffekt möglich.

Glaslamellen

Glas-Lärmschutzwand

auch: Glas-Lärmschutzwände

Lärmschutzwände werden aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Bei den Anwohnern belebter Straßen sind solche aus Verbundglas besonders beliebt, weil sie den Blick in die Landschaft nicht versperren und keine Ghetto-Optik aufkommen lassen. Auch der Autofahrer fühlt sich nicht wie in einem Tunnel, wenn links und rechts Glas-Lärmschutzwände aufgestellt worden sind. Lärmschutzwände werden aus Sicherheits-Verbundglas hergestellt, das gegen Steinwürfe resistent sein, den Luftschall wirkungsvoll dämmen und auch großen Windlasten standhalten muss. Gegebenfalls machen die Straßen- und Naturschutzbehörden besondere Auflagen hinsichtlich des Vogelschutzes

Glasleiste

auch: Glasleisten

Eine Glasleiste hält die Glasscheibe im Flügelrahmen eines Fensters oder einer Tür. Sie kann bei Glasschäden entfernt werden, um das Glas auszutauschen. Die profilierte oder glatte Glasleiste besteht aus Holz, Kunststoff oder Metall. Nicht nur in früheren Zeiten wurde statt einer Glasleiste Fensterkitt verwendet.

Glasmacher

Glasmacher ist die Berufsbezeichnung des (künstlerisch begabten) "Glasbläsers", der nicht nur Gefäße mit dem Mund bläst, sondern auch Tafelglas, insbesondere Echt-Antikglas und dessen Varianten wie Crackled Glas, Danziger Glas und Überfangglas.

Glasmacherpfeife

auch: Glasmacherpfeifen

Glasmacherpfeife ist die Fachbezeichnung für das "Blasrohr" der Glasbläser. Es wird zum Blasen von handgemachten Glaserzeugnisse benötigt. Nicht nur Trinkgefäße werden mit der Glasmacherpfeife geblasen, vielmehr entstehen auch Echt-Antikglas und Butzenscheiben unter Einsatz dieses Werkzeugs.

Glasmalerei

auch: Glasmalereien

Glasmalerei ist der umfassende Begriff für verschiedene Verfahren, transparentes oder farbiges Glas durch Malerei künstlerisch zu gestalten, siehe dazu auch Hinterglasmalerei und Kaltmalerei. Im klassischen Verfahren wird eine farbige Glasscheibe mit sog. Schwarzlotfarbe bearbeitet. Diese kann sowohl deckend schwarz als auch grau lasierend aufgebracht werden. Dabei kommt es auf das Geschick des Glasmalers an, das Schwarzlot so aufzubringen, dass Konturen und Verläufe dort entstehen, wo sie hingehören. Der Brennvorgang bei etwa 600° sorgt dafür, dass Glasmalereien Jahrhunderte überdauern können, wie die vielen alten Kirchenfenster beweisen. Die Glasmalerei ist undenkbar ohne Bleiverglasung.

Glas-Nugget

auch: Glasnuggets

Glaspflege

Als Glaspflege werden alle Maßnahmen bezeichnet, die mit dem Reinigen und der Pflege von Fensterglas zusammenhängen. Für das Reinigen von Fensterglas sind viel klares Wasser, weiche Tücher und Schwämme das Beste. Handelsübliche Sprühreiniger sind unbedenklich. Mit Gummischiebern wird mancher Schaden angerichtet, wenn auf der Scheibe Sandkörner kleben. Um Fett und Dichtstoffrückstände zu entfernen, kann Spiritus verwendet werden. Diesen gründlich mit klarem Wasser abwaschen. Glashobel und flach angesetzte Rasierklimgen nur periphär einsetzen, wenn Farbspritzer usw. zu entfernen sind. Speziell beschichtete Gläser wie z.b. Sonnenschutzgläser oder im Siebdruck bedruckte Gläser auf keinen Fall mit Laugen und säurehaltigen Lösungen reinigen, hier unbedingt auf die Herstellerangaben achten.

Glasplattenhalter

siehe Glashalter

Glasposten

Als Glasposten wird die zähflüssige und sehr heiße Glasmasse bezeichnet, die der Glasbläser dem Ofen entnimmt und mit seiner Glasmacherpfeife aufbläst. Der Glasposten kann ballonartig oder birnenförmig sein. Aus dem Glasposten entstehen nicht nur Gefäße, sondern auch handwerklich hergestelltes Glas für Tür- und Fensterfüllungen, z.B. Crackled Gläser oder Danziger Glas.

Glaspyramide

auch: Glaspyramiden

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Eine Glaspyramide ist ein pyramidenartiger Aufsatz bzw. Einbauteil, wobei dreieckig zugeschnittenes Glas in einer Rahmenkonstruktion aus Stahl oder Aluminium ruht. Glaspyramiden können sehr unterschiedliche Größen haben. Eingebaut werden sie im Privatbereich z.B. in die Dachflächen von Doppelgaragen, um Licht in den Garagenraum zu bringen. Meistens findet man die Glaspyramiden jedoch im Dachaufbau von gewerblichen Bauten. Die technischen Anforderungen entsprechen denen des Glasdachs.

Glasrahmentür

auch: Glasrahmentüren

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Die Glasrahmentür ist eine Glastür mit einem Rahmen, in den eine Glasfüllung eingesetzt wird. Sie ist demnach nicht komplett aus Glas. Das Licht kann je nach Wahl der Glasart ungehindert oder beispielsweise durch ein satiniertes Glas "abgesoftet" in den Raum eindringen. Der Begriff ist in diesem Sinne missverständlich, dass es bei der Glasrahmentür eben nicht um eine Tür mit Glasrahmen, sondern mit Glasfüllung handelt. Der Rahmen wird in der Regel aus Holz gefertigt. Glasrahmentüren findet man häufig auch bei Möbelstücken.

Glasrollladen

auch: Glasrollläden

siehe Glasjalousie.

Glasschaber

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Der Glasschaber ist ein Werkzeug zum Abschaben von Farb- oder Kleberresten von Fensterscheiben. Glasschaber sind sehr scharf, daher ist beim Umgang mit ihm besondere Vorsicht geboten. Sie eignen sich auch zum Reinigen von Glaskeramik-Kochfelder. Glasfaber haben den Vorteil, dass die Glasflächen bei der Bearbeitung nicht zerkratzt werden.

Glasschaum

Siehe Schaumglas - solange sich die Hersteller nicht über eine einheitliche Bezeichnung einigen können, wird sowohl von "Glasschaum" als auch von "Schaumglas" gesprochen.

Glasschaumplatten

Siehe Schaumglasplatten - solange sich die Hersteller nicht über eine einheitliche Bezeichnung einigen können, wird sowohl von "Glasschaum" als auch von "Schaumglas" gesprochen.

Glasschaumschotter

siehe Schaumglasschotter- der eine Hersteller spricht von Schaumglas, der andere von Glasschaum. Gemeint ist dasselbe.

Glasschiebetür

auch: Glasschiebetüren

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Glasschiebetüren sind, wie bereits der Name sagt, Schiebetüren, die fast vollkommen aus Glas bestehen. Sie können überall dort verwendet werden, wo es auf eine besondere Optik ankommt und das natürliche Tageslicht zum Einsatz kommen soll. Glasschiebetüren findet man beispielsweise häufig in Arztpraxen, aber auch im Eingangsbereich von Privathäusern. Auch begehbare Kleiderschränke können mit einer Glasschiebetür ausgestattet sein. Es kommen unterschiedliche Arten von Glas wie Ornamentglas oder satiniertes bzw. geätztes Glas zum Einsatz. Befestigt werden Glasschiebetüren häufig in einer hängenden Konstruktion, die unten bis auf eine kleine Führungshalterung vollkommen frei hängt. Somit gibt es keine unteren Lauf- oder Schmutzschienen. Die obere Halteschiene kann in der Decke oder an der Wand montiert werden.

Glasschiebewand

auch: Glasschiebewände

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Getrennt und doch vereint. Unter diesem Motto könnte die Glasschiebewand stehen. Anders als bei der Glasschiebetür ist bei der Glasschiebewand nicht nur ein Teil der Wand mit einem Schiebeelement ausgestattet. Glasschiebewände trennen zum Beispiel den Wintergarten vom Wohnbereich, andere Wohnräume oder Räume in Gewerbebauten. Glasschiebewände können auch mit einem Motor versehen sein, so dass sie sich automatisch öffnen und schließen lassen. Mit satiniertem oder geätztem Glas kann dabei eine freie Durchsicht verhindert werden. Glasschiebewände bestehen meist aus einzelnen Wandelementen und/oder Türelementen, die zu einer festen Glastrennwand zusammengefahren werden.

Glasschneider

Mit einem Glasschneider lassen sich Glas oder Fliesen trennen. Er hat ein Rädchen aus Hartmetall oder Stahl, das als Schneide dient. Der Glasschneider wird mit leichtem Druck über das Glas geführt, das dadurch angeritzt wird. Das angeritzte Glas lässt sich anschließend sauber abbrechen. Mit Schablonen lassen sich auch Kurven und Rundungen schneiden.

Glasseide

Unter Glasseide werden ganz feine Glasfasern verstanden, die sich zu Vliesen oder Matten weben oder spinnen lassen. Verwendung finden diese zum Beispiel für unbrennbare, feuerfeste Vorhänge, Wandbekleidung etc.

Glassprossenfenster

Glasstahlbeton

Unter Glasstahlbeton versteht man eine Konstruktion, bei der Betonglas in Ortbeton oder Betonfertigteile eingefasst und fest mit Beton verbunden ist. Das Glas trägt dabei Lasten mit ab. Die Konstruktion ist allerdings durch die Anordnung von Fugen so auszuführen, dass es zu keinen Spannungen im Bauteil kommt, die zu einer Überlastung und damit Zerstörung Glasbauteile kommt. Die statische Berechnung von Glasstahlbeton erfolgt grundsätzlich nach den Bestimmungen für Stahlbeton.

Glasstangengriff

auch: Glasstangengriffe

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Um eine Tür zu öffnen, braucht man in der Regel einen Griff, der meistens aus Metall oder Kunststoff ist. Statt einer "Türklinke" können auch Stangengriffe angebracht werden - zumindest dann, wenn es sich um eine Pendeltür oder eine Schiebetür handelt. Diese Stangengriffe werden auch aus Glas hergestellt, und zwar in runder oder eckiger Form, wobei im letzteren Fall die Kanten gefast sind. Glasstangengriffe werden in verschiedenen Farbtönen hergestellt, wobei die Stirnflächen in der Regel von Hand geschliffen und poliert werden. Verwendungszweck sind vor allem Türen in repräsentativen Bauwerken.

Glasstein

auch: Glassteine

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Ob als lichtdurchflutete Raumtrennung, als komplette Duschecke oder als Fliesenersatz: Glassteine eröffnen nahezu in jedem Bereich des Bauens ungeahnte Möglichkeiten, weil sie lichtdurchlässig und pflegeleicht sind. Sowohl in der Küche und im Bad, als auch im Wohn- und Arbeitsbereich kommen die Steine zur Anwendung. Auch im Außenbereich sind Glassteine eine willkommene Gestaltungsalternative zu herkömmlichen Baustoffen - vor allem deshalb, weil es sie in vielen Farbvarianten gibt. Glasbaustein und Glasstein sind im übrigen ein- und dasselbe. Die Industrie bemüht sich jedoch, den Begriff des "Bausteins" zu eliminieren, da Glassteine keine Bausteine sind, also auch keine baustatischen Anforderungen hinsichtlich der Tragfähigkeit erfüllen, sondern "nur" Gestaltungselemente sind.

glasteilende Sprossen

auch: glasteilenden, Sprossen

Glasteilende Sprossen sind echte Sprossen bei einem Fenster. In den Fensterrahmen ist nicht eine Scheibe eingelassen, vielmehr sind vier und mehr kleinere Glasscheiben in Holz- oder Kunststoffsprossen eingebaut, die ihrerseits wiederum das gesamte Fenster bilden. Echte Sprossenfenster sind naturgemäß wesentlich teurer als Imitate wie geklebte Sprossen, aufgesetzte Sprossen oder Vorsatzsprossen.

Glasterrazzo

auch: Glas-Terrazzo

Glasterrazzo unterscheidet sich von Terrazzo dadurch, dass der hauptsächliche Zuschlag aus Glasmehl oder Glasgranulat besteht. Als Bindemittel dient hier nicht Zement, sondern Epoxidharz. Je nach Art der Glasgranulate bekommt Glasterrazzo ein opakes, leicht transparentes oder Licht reflektierendes Finish.

Glastreppe

auch: Glastreppen

Während Treppen mit gläsernen Geländern häufiger in Häusern zu finden sind, bleiben Treppen, die komplett aus Glas gestaltet sind, eher eine Rarität. Die reine Glastreppe gibt es nicht, da "Glastreppen" aus einer gekonnten Mischung diverser Materialien bestehen. Meist sind Glastreppen aus Plexiglas gefertigt.

Glastür

auch: Ganzglastür, Glastüren

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Bei Glastüren wird zwischen Ganzglastüren und Türen mit Glasfüllung unterschieden. Als Glas kommt beispielsweise Floatglas, Strukturglas oder siebbedrucktes Glas mit unterschiedlichen grafischen Musterungen zum Einsatz. Dieses kann man mit verschiedenartigen Beschlägen (siehe Glastürscharniere, Glastürbänder, Glastürschloss) frei kombinieren. Auch in Verbindung mit anderen Materialien wie Aluminium, Stahl oder Holz entstehen wahlweise harmonische Effekte oder bewusste Kontrapunkte. Die Anwendungsmöglichkeiten von Glastürem reichen von der Zimmertür über die Pendel- und Anschlagtür bis hin zur Schiebetür. Auch nachträglich lässt sich ein Einbau von Ganzglastüren in bereits vorhandene Zargen problemlos durchführen.

Glastürbänder

auch: Glastürband

Glastürbänder sind Türbänder, die speziell für Ganzglastüren hergestellt werden. Im Gegensatz zum Glastürscharnier muss zur Anbringung des Glastürbandes das Sicherheitsglas werkseitig vorgebohrt werden.

Glastürscharniere

auch: Glastürscharnier

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Glastürscharniere sind in zwei Konstruktionsprinzipien auf dem Markt. Zum einen bestehen sie aus einer U-förmigen Metallhalterung, in die die Glasscheibe oben und unten eingesetzt wird. Die Scheibe selbst wird also nicht durchbohrt, sondern sitzt durch ihr Eigengewicht fest im Scharnier (Foto links). Diese Variante wird generell häufig bei Möbel-Glastüren angewendet. Zur zusätzlichen Sicherung kann auch rückseitig eine Schraube angebracht sein, die gegen die Scheibe drückt. Die andere Variante beruht darauf, dass das Einscheiben-Sicherheitsglas Bohrungen aufweist. Das Scharnier selbst besteht aus zwei Platten, die über die Glasbohrungen gesteckt werden, um anschließend mittels Spezialschrauben festgezogen zu werden (rechtes Foto).

Glastürschloss

auch: Glastürschlösser

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Glastürschlösser wurden speziell für Glastüren entwickelt, die sich im anspruchsvollen Objektbereich und zunehmend auch in Privathäusern großer Beliebtheit erfreuen. Wie für andere Türen, sind natürlich auch Schlösser notwendig. Diese gibt es in unterschiedlichen Materialien und unterschiedlicher Oberfläche wie Chrom glanz, Gold glanz, Edelstahl matt oder Aluminium matt. Die Schlösser sind je nach Einsatzbereich mit Profilzylinder- oder Buntbart-Lochung sowie auch ganz ohne Lochung erhältlich.

Glasübergangstemperatur

Die Glasübergangstemperatur spielt eine wichtige Rolle für die Eigenschaften von polymeren Werkstoffen wie verschiedenen Kunststoffen. Sie ist eine der wichtigsten Kenngrößen der Polymeren und vermittelt einen Anhaltspunkt über die Formbeständigkeit des Kunststoffes bei Wärmeeinwirkung. Die Glasübergangstemperatur hängt im wesentlichen von der Struktur der Polymere ab. Unterhalb der Glasübergangstemperatur ist ein Polymer glasartig und hart, oberhalb der Glasübergangstemperatur geht es in einen gummiartigen bis zähflüssigen Zustand über.

Glasur

auch: Glasuren

Glasuren sind im Bauwesen allgegenwärtig, z.B. bei Fliesen oder Dachziegeln. Dachziegelglasuren bestehen zum überwiegenden Teil aus gemahlenen, vorgeschmolzenen Gläsern (Glasurfritten) spezieller Zusammensetzung. Um den Glasurschlicker vom Absetzen zu bewahren, werden kleine Mengen Ton zugegeben. Es sind in der Regel Zusätze enthalten, welche die spätere Glasurschicht färben, trüben oder (seltener) auch mattieren sollen. Die Oberflächen des Ziegelformlings werden mit dem Glasurschlicker vor dem Brand besprüht. Dachziegel und Glasur werden gleichzeitig gebrannt. Die Farbigkeit der Glasuren entsteht durch anorganische Zusätze (meist einfache Metalloxide) oder durch keramische Farbkörper (unterschiedliche Tonschlicker). Durch den Brand bildet sich auf der Dachziegeloberfläche eine harte, glasartige, eingefärbte Schicht. Haarrisse können während des Herstellungsprozesses, aber auch später in der eingedeckten Fläche durch Spannungen entstehen. Das Rissbild wird als Craquelé (oder eingedeutscht Krakelee) bezeichnet. Zur Regulierung der Feuchteaufnahme/-abgabe sollten Dachziegel auf der Unterseite nicht glasiert sein. Haarrisse in der Glasurschicht ermöglichen den Feuchteaustausch auch auf der Dachziegeloberfläche. Jahrhunderte alte Dachziegel weisen diese Besonderheit auf und erfüllen dennoch bis heute ihren Zweck. Dachziegel müssen auch ohne Glasuren gebrauchstauglich sein. Folglich stellt die Glasur keine Schutzschicht dar!

Glasversicherung

auch: Glasbruchversicherung, Glasversicherungen

Eine Glasversicherung bzw. Glasbruchversicherung sichert gegen Glasbruch ab. Dabei geht es nicht nur um Fensterscheiben und Türen. In modernen Häusern und Wohnungen gibt es vieles mehr, was im Schadensfall teuer werden kann. Beispielsweise die künstlerisch bearbeitete Glastür der Vitrine, der Wintergarten oder das Cerankochfeld. Die Glasversicherung dient als Ergänzung zur Hausratsversicherung. Diese bietet Versicherungsschutz gegen Glasbruch ausschließlich dann, wenn er durch eine der versicherten Gefahren entsteht. Bei einer Glasversicherung sind alle Schäden durch Zerbrechen unabhängig von der Schadenursache versichert.

Glasvlies

auch: Glasvliese

Glasvlies ist ein Vlies aus Glasfasern. Die feinen Glasfasern sind die mit einem Binder zu Bahnen verklebt sind. Das Glasvlies dient als Trägerwerkstoff für bituminöse Dach- und Dichtungsbahnen. Glasvlies kann zur Erhöhung der Reiß-, Einreiß- und Nagelfestigkeit Verstärkungen aufweisen.

Glasvorhang

auch: Glasvorhänge

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Ein Glasvorhang ersetzt traditionelle Lösungen, ist als vielseitig gestaltbare Variante zu Textilvorhängen und Jalousien konzipiert und eignet sich besonders für Bildschirmarbeitsplätze. Die Vorzüge dieser neuen Ideen ergeben sich auch aus dem Werkstoff. Das mit Siebdruck veredelte Glas ist langlebig, UV-beständig und hygienisch. Seine glatte Oberfläche ist leicht zu reinigen. Auch für Allergiker ist der "Glasvorhang" eine interessante und hochwertige Alternative. Der Glasvorhang wird aus sechs Millimeter starkem Einscheiben-Sicherheitsglas nach Maß gefertigt und ganz nach Wunsch mit Farbe, Druck und Schliff veredelt. So werden mit Hilfe des transluzenten Siebdrucks sowie des keramischen Motivdrucks im Vierfarbsatz individuelle Lösungen für Privat-, Büro- sowie Geschäftsräume ermöglicht.

Glaswaschtisch

auch: Glaswaschtische

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Glaswaschtische bestehen aus bis zu 20 mm starkem Floatglas, welches auf Format geschnitten wird. Dabei werden entweder kreisförmige, ovale oder andersartige Ausschnitte hergestellt, in die Waschbecken aus Keramik, Emaille oder Edelstahl eingelassen werden. In die Gruppe der Glaswaschtische gehört auch der Ganzglaswaschtisch.

Glaswolle

Glaswolle wird zusammen mit Steinwolle zum Oberbegriff Mineralwolle zusammengefasst. Glaswolle besteht im Gegensatz zur Steinwolle zu einem Großteil aus Altglas. Bei der Herstellung entsteht ein Gespinst, das unverrottbar und gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer resistent ist. Zur Feuchte- und Formstabilisierung der Fasern werden Kunstharzbinder verwendet. Bei Glasfasern werden zwischen 4 bis 8 %, bei Steinwolle 0,7 bis 3,2 % Gewichtsanteile Phenolformaldehydharz eingesetzt. Beim Kauf von Glaswolle-Dämmstoffen ist auf Produkte mit dem Hinweis "KI 40" und auf das Umweltzeichen "Blauer Engel" zu achten. Produkte, die mit dem RAL-Gütezeichen "Erzeugnisse aus Mineralwolle" versehen sind, erfüllen ebenfalls das Kriterium von "KI 40". Die Verwendung ist bei Glaswolle und Steinwolle identisch. Näheres daher unter dem Stichwort Mineralwolle.

Glattblech

auch: Glattbleche

siehe Blech

Glättekelle

auch: Glättekellen, Glättkelle, Glättkellen

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Die Glättekelle ist eine Kelle zum Aufbringen und flächigen Verteilen von Klebern (z.B. für Teppich-, Fliesen-, Korkböden und Styroporisolationen) oder dem Aufziehen und Glätten von Putzen. Weiterhin gibt es noch gezahnte Glättekellen. Diese werden auch als Aufstreichkellen bezeichnet.

glätten

Nach dem Abziehen wird die ungeschalte Betonoberfläche mit der Glättkelle oder dem Flügelglätter bearbeitet, im Fachjargon "Glätten" genannt. Geglättet werden natürlich auch Putze und Spachtelmassen, wie sie beim Trockenbau für das Verspachteln von Fugen eingesetzt werden.

Glätteseife

auch: Marseiller Seife, Glätteseifen

Glätteseife dient als Schlussbehandlung für Stuccolustro-und Tadelakt-Arbeiten. Auf frischen Kalk aufgetragen, wird ein Teil dieser natürlichen Seife in sogenannte Kalkseifen umgewandelt, die der Wandoberfläche feuchtigkeits- und schmutzabweisende Eigenschaften (hydrophobierend) verleihen, ohne die Diffusionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Hauptbestandteil der Glätteseife ist die sogenannte "Marseiller Seife". Marseiller Seife wurde während des 17. Jahrhunderts erstmalig in Marseille hergestellt. An ihrer Rezeptur hat sich bis heute nichts geändert. Baumöle, vorwiegend Olivenöl, werden zum Sieden dieser Seife verwendet. Damit sie leichter löslich ist, wird sie genadelt. Marseiller Seife ist frei von künstlichen Tensiden o. ä. und vielseitig zu verwenden.

Glättetechnik

Bei der Glättetechnik handelt es sich um eine Technik der Wandgestaltung, ähnlich des marokkanischen Tadelakt. Allerdings liegen die Ursprünge der Glättetechnik in der römischen Antike. Dabei handelt es sich um vollkommen glatte, farblich strukturierte und auf Hochglanz polierte Wandflächen. Für den Glanz sorgt eine Wachsschicht. In der Antike verwendete man für die Glättetechnik Kalk. In heutiger Zeit wird diese Technik auch mit Spachtelmassen auf Dispersions-, oder Acrylbasis ausgeführt. Was aber bezüglich Marmorglanz und Tiefenlicht nicht mit der historischen Variante vergleichbar ist. Voraussetzung für eine Glättetechnik ist ein vollkommen glatter, alkalischer Kalk-, oder Zementputz. Gipsputze sind dagegen ungeeignet. Die Spachtelmassen werden dabei in drei bis acht Lagen aufgetragen, poliert und anschließend zum Schutz mit einer Wachsschicht überzogen.

Glattkantbrett

auch: Glattkantbretter

Glattkantbretter werden der Hobelware zugeordnet, d.h. es handelt sich um handelsübliche Bretter, die gehobelt wurden. Glattkantbretter kommen zum Beispiel für die Außenverschalung als Boden-Deckel-Schalung zum Einsatz. Es gibt sie in verschiedenen Längen und verschiedenen Breiten und Stärken. Standardmäßige Breiten sind z.B. 95 mm, 120 mm, 145 mm, 170 mm, 190 mm oder 220 mm, erhältliche Stärken sind z.B. 19 mm, 21 mm oder 27 mm. Die Kanten der Glattkantbretter können gefast, gerundet oder scharfkantig sein.

Glattkantprofil

auch: Glattkantprofile

Glattkantprofil ist die Bezeichnung für ein Brett, das vierseitig gehobelt wurde, also glatte Kanten aufweist, die jedoch "gebrochen" (= gefast) oder abgerundet sind. Glattkantprofile werden in der Fassadenverkleidung oder Wandverkleidung insbesondere für Boden-Deckel-Schalungen verwendet.

Glättkelle

auch: Glättkellen

siehe Traufel.

Glattstrich

auch: Glattstriche

Glattstrich ist die Bezeichnung für eine dünne Abschlussschicht zum Ausgleich von Unebenheiten. Ein Glattstrich wird z.B. auf Rohbeton (z.B. zum Aufbringen der Feuchtigkeitsabdichtung) oder als Putz aus fettem Zementmörtel aufgebracht, der mit Kellendruck und Kellenstrich verdichtet und geschlossen wurde. Bei der Ausfugung von Sichtmauerwerk kommt häufig der Fugenglattstrich zum Einsatz.

Gleichgewichtsfeuchte

auch: Gleichgewichtsholzfeuchte

Holz - aber auch andere Materialien wie Beton, Ziegel, oder Estrich -bleibt immer hygroskopisch - d.h. es reagiert auf jede Änderung der Umgebungsfeuchte: Sinkt die relative Luftfeuchte, so wird gebundenes Wasser an die Umgebungsluft abgegeben, steigt die relative Luftfeuchte, so nimmt das Material aus der Umgebung wieder Feuchte in Form von gebundenem Wasser auf. Bleibt die relative Luftfeuchte längere Zeit auf einem konstanten Niveau, kann das Material einen Gleichgewichtszustand erreichen, bei dem weder Feuchte aufgenommen noch abgegeben wird. Dieser Zustand wird als Gleichgewichtsfeuchte bezeichnet.

Gleichgewichtsholzfeuchte

Gleichlast

auch: Gleichstreckenlast, Gleichlasten

Der Statiker spricht von Gleichlast, wenn ein Bauwerk durch eine Flächen- oder Streckenlast mit konstantem Verlauf belastet wird. Ist ein Flachdach z.B. mit einer konstanten Schneedecke überzogen, handelt es sich dabei um eine Gleichlast.

Gleichlaufmischer

Der Gleichlaufmischer ist ein Freifallmischer, dessen Trommel durch Einschwenken einer Schurre oder durch Ausfahren von zwei Trommelhälften entleert wird. Dieser Fahrmischer bringt den werkgemischten Transportbeton vom Werk zur Baustelle. Damit der Beton während der Fahrt nicht entmischt, wird er während der Fahrt mit dem Gleichlaufmischer weiterhin gemischt.

Gleichrichter

Gleichrichter formen Wechselstrom oder Drehstrom in Gleichstrom um. Gleichrichterschaltungen unterteilt man in ungesteuerte und gesteuerte Gleichrichter. Bei ungesteuerten Gleichrichtern wird die Ausgangsspannung durch die Art der Schaltung bestimmt. Bei gesteuerten Gleichrichtern kann die Ausgangsspannung eingestellt werden. Gleichrichter sind Bauelemente, die einen Stromfluss nur in einer Richtung, der Durchlassrichtung, zulassen, in der Gegenrichtung, der Sperrichtung, aber nicht. Man kann einen Gleichrichter deshalb mit einem Ventil vergleichen, das einen Durchfluß nur in einer Richtung zulässt, und zwar nur, wenn der Druck auf der "richtigen" Seite größer ist als auf der anderen. Heutzutage werden als Gleichrichter fast ausschließlich Siliziumdioden verwendet. Sie unterscheiden sich von anderen Halbleiterdioden durch höhere Strombelastbarkeit.

Gleichrichterdioden

siehe Diode.

Gleichschlag

Von Gleichschlag wird im Zusammenhang mit Stahldrahtseilen gesprochen. Beim Gleichschlag ist die Schlagrichtung der Drähte in den Außenlitzen gleich der Schlagrichtung der Litzen im Stahldrahtseil. Dementsprechend lauten die Bezeichnungen zZ für rechtsgängig und sS für linksgängig. (Abbildung: Seilhersteller Diepa)

Gleichstreckenlast

auch: Gleichstreckenlasten

siehe Gleichlast.

Gleichstrom

Beim Gleichstrom fließt Strom nur in einer Richtung mit gleich bleibender Stärke. Beispiele sind Batterie, Akku, Stromversorgung elektrischer und elektronischer Geräte, Fernsehbildröhre. Gleichstrom hat bei der Übertragung über große Entfernungen geringere Übertragungsverluste gegenüber Wechselstrom, weil induktive Widerstände durch Selbstinduktion nicht auftreten.

Gleisbagger

Gleisbagger sind Bagger mit einem Gleisfahrwerk. Diese Art von Bagger gibt es heute nur noch selten. Ausnahmen sind Spezialbagger wie der Eimerkettenbagger. Auch bei Böden mit geringer Tragfähigkeit z.B. aufgeweichter bindiger Boden und loser Sand kommen Gleisbagger zum Einsatz.

Gleisbauer

Gleisbauer ist ein handwerklicher Lehrberuf mit einer dreijährigen Ausbildung. Gleisbauer und Gleisbauerinnen arbeiten sowohl im Neubau als auch in der Sanierung und Instandsetzung des Schienennetzes. Sie stellen Gleisanlagen in unterschiedlichen Bauweisen her, beispielsweise im Schotteroberbau, im eingedeckten Gleisbett oder auf festen Fahrbahnen. Sie verlegen und halten Gleise instand. Sie erhalten die Betriebssicherheit der Schienenfahrwege, indem sie die Gleise kontrollieren, vermessen und auftretende Mängel an den Gleisanlagen beseitigen. Dabei wechseln sie zum Beispiel fehlerhafte und abgenutzte Schienen und Weichen aus, ziehen Schwellenschrauben nach, beseitigen Höhen- und Richtungsfehler, unterfüttern lose liegende Schwellen oder erneuern die notwendige Gleisbettung.

Gleitbauweise

Bei der Gleitbauweise wird die Schalung (Gleitschalung) durch besondere Zugvorrichtungen am Bauwerk hochgezogen und stützt sich auf dem jeweils betonierten Teil ab. Diese Bauweise kommt zum Beispiel beim Errichten von Türmen, Schornsteinen, Brückenpfeilern, Betonkernen von Hochhäusern usw. zum Einsatz. Diese besonders hohen Bauwerke werden abschnittsweise betoniert, wobei immer die gleiche Schalung verwendet wird, die von Betonierabschnitt zu Betonierabschnitt nach oben wandert.

Gleitebene

auch: Gleitebenen

siehe Gleitfuge.

Gleitfläche

auch: Gleitflächen

In der Bodenmechanik bezeichnet die Gleitfläche eine ebene oder gekrümmte Fläche mit überschrittener Scherfestigigkeit. Entlang der Gleitfläche rutscht z.B. ein Hang ab oder beim Grundbruch versagt das Fundament entlang der Gleitfläche. Oft wird der Begriff Gleitfläche auch synonym zu Gleitfuge verwendet.

Gleitfuge

auch: Gleitebene

Eine Gleitfuge ist eine Bewegungsfuge, die Bewegungen in der Fugenebene zulässt, z.B. bei der Auflagerung von Flachdächern auf das Mauerwerk. Gleitfugen gibt es zudem in der Geologie, wo sie auch Gleitebenen oder Gleitflächen genannt werden. Hier sind Gleitfugen Flächen, die einen geringeren Reibungswiderstand als die umgebenden Schichten haben. Entlang der Gleitfuge können Hänge ins Rutschen geraten oder Grundbrüche ausgelöst werden, wenn der Reibungswiederstand kleiner wird als die Gravitationskräfte der darüber liegendend Gesteins- und Erdmassen.

Gleitlager

Ein Gleitlager ist ein bewegliches Auflager von Balken- und Flächentragwerken. Es sorgt dafür, dass bei Temperaturänderungen das Tragwerk über das Lager hinweggleiten kann. Gleitlager einfachster Art bestehen aus zwei Gleitblechen mit Zwischenlage aus Paraffin oder Grafitstaub.

Gleitschalung

auch: Gleitschalungen

Mit der Gleitschalung werden hohe Bauwerksteile oder Bauwerke errichtet (Wände, Silobauten, Brückenpfeilern, Türme etc.), indem eine - meist zweihäuptige - Schalungskonstruktion mit fortschreitendem Betoniervorgang pneumatisch oder hydraulisch angehoben wird. Dabei werden im Gegensatz zur Kletterschalung die Schalelemente nicht umgesetzt. Der Betoniervorgang wird bei der Gleitschalung nicht unterbrochen, kontinuierlich wird Schicht für Schicht in die Schalung eingebracht. Dabei gibt die für das Betonieren und Bewehren benötigte Zeit die Gleitgeschwindigkeit vor. Gleichwohl muss der Beton bereits ausreichend erhärtet sein, ehe die Schalung hochgefahren wird.

Gleitschicht

Eine Gleitschicht wird bei Bauwerken häufig zur Verminderung der Reibungskräfte bei horizontaler Bewegung zweier Bauteile (z.B. zwischen Ringanker und Deckenauflager) angeordnet. Die Gleitschicht besteht z.B. aus einer speziellen Folie (PE-Folie o.ä), die in einer oder mehrere Lagen eingelegt wird. Auch zwei Bitumendachbahnen werden mitunter als Gleitschicht verwendet.

Gleitschutzrost

auch: Gleitschutzroste

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Das Gleitschutzrost ist eine Sonderform des Gitterrostes und findet überall dort Verwendung, wo ein Ausrutschen oder Abrutschen von Passanten, Arbeitnehmern oder Handwerkern verhindert werden muss. Konstruiert wie ein Gitterrost aus Stahl, sind die Stege jedoch "serratiert", also mit Auskerbungen versehen, so dass die Schuhsohle bessere Haftung findet. Stahltreppen im Außenbereich besitzen meistens Stufen, die als Gleitschutzroste ausgebildet sind, so dass selbst bei Schnee und Eis noch eine gewisse Rutschhemmung gewährleistet ist. Dies gilt auch für Fußgängerbrücken, wie sie speziell in der Industriearchitektur als Verbindungswege zwischen zwei Gebäudeteilen angelegt werden.

Gleitstange

Die Gleitstange ist eine Stange aus Metall oder Kunststoff, die an der Duschwand befestigt wird. An ihr wird wiederum die Handbrause befestigt, die an der Stange nach oben und unten gleiten kann. In der Regel wird die Gleitstange mit Schrauben und Dübeln an der Wand befestigt.

Gleittür

auch: Gleittüren

Von Gleittüren spricht man nur, wenn man die Schiebetüren in Duschkabinen fachlich richtig bezeichnen will. Duschkabinen, die mit Gleittüren ausgestattet sind, gelten als preiswerte Variante dieser Spezies. Die Aluminiumrahmen gleiten in mit Kunststoff ausgekleideten Führungsschienen. Um diese reinigen zu können, muss die Gleittür ausgehangen werden, was ohne Mühe möglich ist. Dennoch sind gerade diese Führungsprofile ideale Brutstätten für den Schimmelpilz.

Gliederbogen

auch: Gliederbögen

Zur Überbrückung von Traufenüberständen können bei den Regenfallleitungen Gliederbögen eingesetzt werden. Diese bestehen aus zusammengelöteten einwärts oder auswärts geschwungenen Rohrteilstücken.

Glimmer

auch: Biotit, Muskovit

Glimmer ist ein in Magma- und metamorphen Gesteinen häufig enthaltenes Silikatmineral, das sich durch blättrige Beschaffenheit und einen metallischen Glanz zu erkennen gibt. Es ist recht weich, kann auch abschuppen und gilt daher als "Schwachstelle" der sogenannten Hartgesteine. Unter den mehreren Typen sind der schwarze Biotit und der silbrige Muskovit am bekanntesten.

Glimmerschiefer

Glimmerschiefer ist ein sogenannter Kristalliner Schiefer, der sich in ganz dünne Platten spalten lässt und daher auch nur in dieser Form verwendet wird. Glimmerschiefer ist für Wandverkleidungen innen und außen zu empfehlen, weniger für viel frequentierte Böden, da meist aus weichen Glimmermineralien bestehend. Glimmerschiefer gibt es in den Farben grau, grünlich oder bräunlich. Der in Deutschland verwendete Glimmerschiefer stammt aus Norwegen, Schweden, Finnland, Südafrika und Zimbabwe. Charakteristisch für alle ist der seidige Glanz und die bequeme Bearbeitbarkeit.

Glimmlampe

auch: Glimmlampen

Glimmlampen sind kleine Lämpchen, die den Betrieb von Elektrogeräten anzeigen. Diese Funktion wird jedoch mehr und mehr von LED-Lampen übernommen. Technisch gesehen handelt es sich bei der Glimmlampe um eine Gasentladungsröhre. Diese nutzt zur Erzeugung des sogenannten Glimmlichts die Glimmentladung. Die Glimmlampe ist mit einem Gas gefüllt, in der Regel dem Edelgas Neon.

Globalstrahlung

Als Globalstrahlung wird die gesamte auf eine Fläche, meist auf einen Quadratmeter waagerechte Fläche bezogene, auftreffende Sonnenstrahlung bezeichnet. Die Lufthülle der Erde verringert die Globalstrahlung durch Absorption, Reflexion und Streuung, die Intensität der Strahlung auf der Erdoberfläche nimmt ab. Bei klarem Himmel besteht die Globalstrahlung fast nur aus direkter, bei bewölktem Himmel ausschließlich aus diffuser Strahlung. Im Jahresmittel sind beide Anteile gleich hoch.

Glockendach

auch: Glockendächer

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Das Glockendach besitzt eine haubenförmige Dachform mit geschweiftem Umriss, der einer Glocke ähnelt. Die Dachflächen sind im oberen Teil konvex, im unteren Teil konkav geschweift. Beim Zwiebeldach verhält sich das genau umgekehrt.

Glockennagel

auch: Glockennägel

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Glockennägel werden zum Befestigen von Wellplatten aller Art verwendet. Sie besitzen einen verdrillten Schaft mit Kordelgewinde. Eine gleichzeitig mit aufgezogen Unterlegscheibe aus PE sorgt dafür, dass der Nagelkopf die Wellplatte nicht durchbohrt. Gleichzeit dichtet die PE-Scheibe den Nageldurchbruch gegen eintretende Feuchtigkeit ab.

Glühbirne

auch: Glühbirnen

siehe Glühlampe.

Glühen

auch: Spannungsarmglühen, Rekristallisationsglühen, Weichglühen, Normalglühen, Gribkornglühen

Glühen nennt man die Wärmebehandlungen, mit denen man Werkstoffeigenschaften, insbesondere von Stahl, verändern kann. Zunächst erfolgt eine Erwärmung des Stahles auf bestimmte Temperaturen, gefolgt von einer bestimmten Haltezeit und anschließendem Abkühlen. Die Temperaturen für die verschiedenen Glüharten richten sich nach dem Kohlenstoff-Gehalt und den Legierungsbestandteilen. Man unterscheidet: 1. Spannungsarmglühen. Innere Spannungen, die beim Abkühlen eines Werkstücks auftreten, werden mit diesem Glühverfahren abgebaut. 2. Rekristallisationsglühen. Hier wird der Stahl über seine Rekristallisationstemperatur hinaus erwärmt, damit eine Umbildung des Kristallgitters stattfinden kann. Diese Wärmebehandlung kommt vorwiegend nach starker Verformung zum Einsatz. 3. Weichglühen stellt einen - für die Weiterverarbeitung günstigen - weichen Zustand her. Dabei werden auch Zementitteilchen kugelig eingeformt (GKZ-Glühen). 4. Normalglühen stellt ein gleichmäßiges und feinkörniges Gefüge mit Perlitanteilen ein. 5. Grobkornglühen dient zur Erzielung eines groben Korns. Hierdurch wird die Spanbarkeit verbessert. 6. Diffusionsglühen ermöglicht die Beseitigung örtlicher Konzentrationsunterschiede

Glühlampe

auch: Glühbirne, Glühlampen

Glühlampen, häufig als Glühbirnen bezeichnet, obwohl die Form unterschiedlich sein kann, bestehen aus einem Wendel aus Wolframdraht, einem Glaskolben und einem Sockel. Der Wolframdraht ist einfach oder doppelt gewendelt und kann bis zu einem Meter lang sein. Im Inneren des Glaskolbens befindet sich entweder ein Vakuum oder eine chemisch inaktive Gasatmosphäre. Meist handelt es sich hierbei um ein Gasgemisch aus Stickstoff und den Edelgasen Argon oder Krypton. Durch das Edelgas wird bei gleichem Stromverbrauch mehr Licht erzeugt. Der größte Teil der Energie geht jedoch als Wärme verloren. Bei einer normalen Glühlampe wird nur etwa 5 Prozent der eingesetzten Energie in Licht umgewandelt. Die Lebensdauer einer Glühlampe wird mit 1.000 Stunden beziffert. Bei der im Privathaushalt üblichen Brenndauer von etwa 3 Stunden pro Tag, muss die Glühbirne somit einmal im Jahr ausgetauscht werden. Dabei hat das häufige Ein- und Ausschalten des Lichts, ganz im Gegensatz zur Energiesparlampe, keinen Einfluß auf die Lebensdauer der Glühlampe. Um die Hälfte verkürzt wird die Lebensdauer jedoch durch eine konstante Überspannung von 5%. Sie beträgt demnach nur noch 500 Stunden. Normalerweise sind Glühlampen für eine Netzspannung von 230 V ausgelegt. Liegt die Netzspannung ständig darüber, fallen die Glühlampen schneller aus. Abhilfe schafft eine Glühlampe für 240 V oder das Vorschalten eines Dimmers (Standard-Phasenanschnitt-Dimmer).

Glühlampenglas

Das Glühlampenglas ist das Glas, welches eine Glühlampe bzw. andere Beleuchtungsmittel umhüllt. Früher war es ein Bleiglas, später ein Magnesiaglas.

Glühverlust

auch: Glühverluste

Der Glühverlust bezeichnet den Anteil an organischer Substanz einer (Boden-) Probe. Um ihn zu bestimmen, wird die Probe bei Temperaturen größer 500°C (bei Brennstoffen nach DIN 815°C, bei z.B. Deponieabfällen 550°C) so lange geglüht, bis keine Gewichtsabnahme mehr festzustellen ist. Die Differenz zwischen der aufgegebenen Gesamtmasse, abzüglich des Glührückstandes, zur aufgegebenen Gesamtmasse bildet den Glühverlust. Ein hoher Glühverlust deutet auf einen hohen Anteil an organischer Substanz in der Probe hin. Der mineralische Anteil wird über den Glührückstand bestimmt. Weiterhin wird der Glühverlust für die bodenmechanische Beurteilung und Klassifizierung von Böden für Bautechnische Zwecke benötigt. Die Bestimmung des Glühverlustes ist unter anderem bei der Analyse von Klärschlämmen und Hausmüll von Bedeutung, wird aber auch bei zahlreichen technischen Prozessen zur Auswertung der Ergebnisse verwendet.

Gneis

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Gneis bzw. Orthogneis ist eine Gesteinsart. Aus Granit oder anderen Tiefengesteinen ist durch Umwandlung der Orthogneis entstanden. Orthoogneise ähneln dem Granit sehr und häufig ist der Übergang von Granit zu Orthogneis auch fließend, was sich auch am Aussehen des Gesteins feststellen läßt. Je nach Ausgangsgestein ist geht das Farbspektrum von grau, grün-grau, rötlich bis hin zu gelb-grau und gelblich. Die Verwendungsweise von Orthogneis ist ähnlich wie derer von Granit und den anderen Tiefengesteinen. Es wird verwendet für Pflastersteine, Treppenstufen, Platten in allen Größen oder Mauersteine.

Gold

auch: nichtrostende, Stähle

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Wer glaubt, im Baubereich käme kein Gold vor, der täucht sich. Blattgold wird vielfach eingesetzt, aber auch Gold selbst wurde und wird zur Herstellung oder Vergoldung snobistischer Sanitärarmaturen verwendet, allerdings in unterschiedlichen Legierungen. Feingold hat einen 99,9%-igen Goldanteil und wird in dieser reinen Form nicht verarbeitet. Das für preiswerten Schmuck verabeitete 333-er Gold hat zum Beispiel nur einen 33 % Goldanteil = 8 Karat. Der Rest setzt sich zusammen aus Silber und Kupfer. Bei Gelbgold handelt es sich um eine Legierung zu gleichen Teilen aus Silber und Kupfer, bei Rotgold überwiegt der Anteil an Kupfer. Bei Weißgold handelt es sich um eine Legierung mit Palladium und/oder Nickel, Kupfer und Silber. Es ist eben nicht alles was glänzt pures Gold.

Goldener Schnitt

Der Goldene Schnitt bezeichnet mathematisch gesehen zunächst einmal ein Teilungsverhältnis. Dabei wird die Gesamtstrecke a so in zwei Teilstrecken unterteilt, dass die größere Teilstrecke b (der Major) sich proportional zur Gesamtstrecke verhält wie die kleinere Teilstrecke c (der Minor) zur größeren Teilstrecke b. Der Goldene Schnitt besagt, dass der Mensch die Aufteilung einer Fläche oder Strecke im Verhältnis von etwa 3 : 5 (bzw. genauer 1 [=b]: 1,618 [=a]) als besonders harmonisch empfindet. Ein asymmetrisches Teilungsverhältnis, das den Prinzipien des Goldenen Schnittes folgt, wird vom Betrachter auch als natürlich, das heißt in Übereinstimmung mit der Natur, bewertet. Bereits die Griechen kannten dieses ideale Teilungsverhältnis, das sich ihnen zufolge nicht nur in der Natur, sondern auch in den einzelnen Proportionen des menschlichen Körpers wiederfindet. Dies sei auch der Grund dafür, weshalb wir gerade dieses Teilungsverhältnis als besonders angenehm empfinden. Angewandt wird der Goldene Schnitt u.a. in den zweidimensionalen Bildkünsten, aber auch in Plastik und Architektur.

Goldrubinglas

auch: Rubinglas, Goldrubingläser

Goldrubinglas ist eine besonders edle Glasart. Das besondere bei Goldrubinglas ist, dass es sich rubinrot färbt, wenn man dem Substrat Goldsalze beimischt und dieses einer doppelten Erwärmung unterzieht. Die heiße Schmelze ist dabei nach dem schnellen Abkühlen auf Zimmertemperatur zunächst noch kein bisschen rot, sondern das Glas färbt sich erst bei einem zweiten Erhitzen auf 500 bis 700 Grad Celsius. Hergestellt werden aus Goldrubinglas in erster Linie Pokale, Trinkgläser, Schalen - aber auch Fensterglas. Letzteres natürlich nur für repräsentative öffentliche Bauten. Immerhin beträgt der Quadratmeterpreis rund 1.000 Euro. Bereits den alten Römern war die Technik der Goldrubinglasherstellung vertraut. Doch danach ging das Wissen anscheinend verloren, denn erst im siebzehnten Jahrhundert wurden wieder Glasgefäße mit dieser Technik produziert und fanden dann aufgrund der außergewöhnlichen Erscheinung eine weite Verbreitung.

Golfhaus

siehe Gulfhaus.

Gon

Gon ist ein Winkelmaß, mit dem vor allem die Vermessungstechniker rechnen. Der rechte Winkel beträgt bei diesem Maß 100 gon. Der Vollwinkel sind dementsprechend 400 gon.

Gossenstein

auch: Gossensteine

siehe Ausgussstein.

Gotik

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Gotik ist ein Baustil, der ab dem 13. Jahrhundert vor allem bei den Sakralbauten die Romanik sukzessive ablöste. Die bekanntesten Kirchen Europas wurden im gotischen Baustil errichtet, darunter die Kathedrale von Reims (Foto), das Ulmer Münster oder der Kölner Dom. Während in der Romanik die Baukörper eher eine gedrungene Optik hatten und - wesenstypisch - Tore und Fenster nach oben bogenförmig abschlossen, strebten in der Gotik alle Bauwerke in die Höhe - Tore und Fenster inbegriffen, die nunmehr in einen Spitzbogen mündeten. In der Architekturgeschichte bildet die Gotik insofern eine wichtige Rolle, als sie die Skelettbauweise mit sich brachte. Relativ schmale, oft grazile Säulen mit den darauf ruhenden Kreuzrippengewölben ragten in Höhen hinauf, an die man in der Romanik nicht einmal zu denken gewagt hätte. Das gotische Strebesystem, durch das die Lastverteilung in den senkrechten wirkenden Druck und den seitlichen Schub aufgegliedert wurde, hat sich über Jahrhunderte als so extrem tragfähig erwiesen, dass es selbst heute unter Zuhilfename aller modernen statischen Berechnungsformeln kaum wesentlich übertroffen werden kann. Die Rippenstruktur wurde mittels Schild- und Gurtbögen errichtet, wobei die Zwischenteile, die sog. Kappen, mit leichtem Steinmaterial geschlossen wurden. Besondere statische Bedeutung hatte dabei der Schlußstein. Gotische Bauwerke sind reich mit Pfeilern, Halbsäulen und Lisenen ausgestattet. Diese wiederum wurden reichlich mit Ornamenten und Statuen ausgeschmückt. Alles zusammen diente jedoch nicht nur der Optik, sondern auch der statischen Aussteifung und Lastverteilung.

Gotikschnitt

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Gotikschnitt ist eine besondere Form des Biberschwanzziegels.

Gotischer Verband

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Der Gotische Verband ist ein Zierverband bei Verblendmauerwerk, bei dem in jeder Schicht abwechselnd Läufer und Binder nebeneinander liegen. Läufer sind Steine, bei denen man die Längsseite sieht. Sind die Kopfseiten der Steine zu sehen, spricht man von Bindern. Natürlich kann dieser Verband nach Belieben auch abgewandelt werden.

Gouachemalerei

auch: Guaschmalerei

Die Gouachemalerei (auch Guaschmalerei) ist eine alte Maltechnik, dessen Name sich aus dem lateinischen guazzo = Wasser, Lache ableitet. Dabei wird das Farbpigment (unter Zusatz eines Bindemittels, z.B. Gummiarabikum) mit Wasser aufgeschwemmt. Im Gegensatz zur Aquarellmalerei ist die Verdünnung wesentlich geringer, außerdem wird der Farbe ein deckendes Weiß hinzugefügt, das nach dem Mischen ein Verdämmern des Farbtones verhindert. Als untere Schichten werden die dunklen Farben aufgetragen, darüber werden immer hellere Abstufungen gelegt bis zum reinen Weiß, das die Spitzlichter setzt.

Grabendach

auch: Grabendächer

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Das Grabendach ist ähnlich dem Paralleldach durch ein ständiges auf und ab der Dachflächen gekennzeichnet. Beim Grabendach fällt das Dach allerdings von den Seitenmauern zur Hausmitte ab. Das Grabendach findet man beispielsweise in dichtbebauten Innenstädten oder bei Fabrikhallen. Bei Wohnhäusern wird das Grabendach häufig durch einen Blendgiebel verdeckt.

Grabenfräse

auch: Grabenfräsen

Die Grabenfräse ist ein Werkzeug aus dem Erdbau. Sie ist u.a. ein Anbaugerät für den Kompaktlader und sehr vielseitig anwendbar, beispielsweise zum Ziehen von Gräben nahe an Gebäuden. Grabenfräsen gibt es auch als eigenständige, kleine Maschinen. Mit ihnen lassen sich kleine Gräben für Beregnungsleitungen und Elektrokabel mühelos innerhalb kurzer Zeit herstellen. Die Fräskette einer solchen handgeführten Maschine ist mit Spezialzähnen aus gehärtetem Kohlenstoff-Stahl bestückt. Die Fräsgeschwindigkeit beträgt ein bis zwei Meter pro Minute. Die Grabenfräse kann bis ca. 50 cm tief und ca. 15 cm breit fräsen (je nach Ausführung).

Grabenlöffel

auch: Grabenprofillöffel

Der Grabenlöffel ist ein Baggerwerkzeug, genauer gesagt ein Tieflöffel mit abnehmbaren Reißzähnen. Er dient dem Ausheben von Gräben und zum Abziehen von Böschungen. Der Grabenprofillöffel hingegen entspricht genau dem herzustellenden Grabenprofil, so dass der Graben in Längsrichtung in einem Zug hergestellt werden kann. Profillöffel sind in der Regel Einzelanfertigungen mit vorbestimmter Sohlbreite und Böschungsneigung.

Grabenprofillöffel

siehe Grabenlöffel.

Grabenräumlöffel

siehe Löffel

Grabenwalze

auch: Grabenwalzen

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Grabenwalzen werden im Erdbau besonders zur Verdichtung stark bindiger Böden eingesetzt. Einsatzgebiete sind Kanalbaustellen, Gleis- und Dammbau, Bauwerkshinterfüllungen, Deponiebau und Unterbau- und Fundamentarbeiten. Gegenüber Glattmantelwalzen und Vibrationsplatten haben Grabenwalzen auf bindigen und nassen Böden den Vorteil, dass sie sich mit ihren Stampffußbandagen nicht auf dem zu verdichtenden Untergrund festsaugen. Außerdem tragen sie durch die Profilabdrücke in der Fahrspur sowie die Knetwirkung der Stampffüße zur Entwässerung nasser Böden bei. Für wirksame Einsätze auf unterschiedlichen Bodenarten, wie beispielsweise Schieferton oder Feinkornböden, können zudem Bandagen mit Noppen, Schaf- oder Stampffüßen benutzt werden. Aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sind die Walzen schon seit langem nicht mehr nur in Gräben anzutreffen – vielmehr sind sie heute als Mehrzweckverdichter weit verbreitet.

Grad Kelvin

siehe Kelvin.

Gradmesser

auch: Winkelmesser

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Gradmesser sind Messwerkzeuge, mit denen sich Winkel messen lassen. Gradmesser bestehen aus einem Messschenkel und einem Gradbogen. Mit Schraubbolzen und Rändelmutter sind bei vielen Gradmessern Bogen und Schenkel beweglich miteinander verbunden und können an jedem Punkt festgestellt werden. Gradmesser gibt es in unterschiedlichen Größen. Mit einem etwas größerem Gradmesser dieser Art kann unter Umständen auf mehrere Gradmesser mit fester Länge des Schenkels verzichtet werden.

Gradtagzahl

Während der Heizperiode stellt die Gradtagzahl neben den Heizgradtagen ein Maß für den Wärmebedarf eines Gebäudes dar. Genauer gesagt wird ein Zusammenhang zwischen der Raumtemperatur während der Heiztage und der Außentemperatur hergestellt. In Mietwohnungen ist die Gradtagzahl ein Hilfsmittel zur Bestimmung der Heizkosten und des Bedarfs an Heizstoffen. Nach VDI 2067 Raumheizung ist Wortlaut folgender: Die Gradtagszahl Gt ist die Summe der Differenzen zwischen den mittleren Raumtemperaturen (20 °C) und den Tagesmitteln der Außentemperaturen über alle Heiztage z.

Graffiti

auch: Graffitis

Graffiti sind keine Erfindung der heutigen Zeit. Bereits im alten Pompeji gab es in Mauern geritzte Schriften, Karikaturen und gar Obszönitäten. Im Jahre 1968 war es in den USA plötzlich "in", seinen Namen und die Nummer der Straße in der man wohnte, mit Filzstift an die Wände zu schreiben. Die heute üblichen Graffiti aus Sprühdosen gibt es allerdings erst seit Anfang der 70er Jahre, und die waren gleich über einen halben Meter hoch. In den 80er Jahren setzte sich eine "Graffiti-Art" in New York als anerkannte neue Kunstrichtung durch - ein berühmter Vertreter war Keith Haring. Der Kreativität sind bei Graffiti keine Grenzen gesetzt. Das Repertoire reicht von einfachen Buchstaben und Worten bis hin zu aufwendigen Bildern. Dabei hat sich auch ein typischer Schreibstil herauskristallisiert: Ein Wort steht in dekorativ gestalteter Schrift, häufig mit einer Art Wolke im Hintergrund. Die Meinung über Graffiti ist sehr gespalten. Die einen empfinden es als Schmiererei, die anderen sehen es als Kunst. Dabei muss man beachten, dass ein großer Teil der Graffiti illegal, also ohne Einverständnis der Eigentümer, an Hauswände, Garagentore, Mauern, Züge, Brücken gesprüht wird. Dabei handelt es sich selbstverständlich um Sachbeschädigungen, die sowohl straf- als auch zivilrechtlich verfolgt werden können. Jeder ermittelte Sprayer zahlt für den entstandenen Schaden. So kann das Reinigen einer Fassade oder eines Zuges bis zu 80.000 Mark kosten. Die Art von Graffiti, bei denen man zahlreiche politisch motivierte Parolen findet, sind größtenteils "Farbschmierereien" von Jugendlichen, die auf sich aufmerksam machen wollen.

Granieren

auch: Trockenmalen

Das Granieren oder auch Trockenmalen bezeichnet eine Maltechnik, bei der die Farbe mit einem halbtrockenen Pinsel auf Erhebungen aufgetragen wird. Man nennt es auch Lichter setzen. Bei dieser Maltechnik werden sehr helle Farben verwendet, die in einem flachen Winkel über die zu behandelnde Oberfläche aufgebracht werden. Es kann auch mit einem trockenen, fusselfreien Tuch oder Schwamm nachgewischt werden. Die Farbe bleibt dann an den behandelten Flächen haften. Wichtig ist es, dass keine Farbe in Vertiefungen verläuft. Durch diese Technik wird die Plastizität des behandelten Objektes zur Wirkung gebracht. Es bietet sich an, die Graniertechnik beim Landschaftsbau anzuwenden, um leicht hervorstehende Strukturen bei Felsformen zu betonen. Weiße Farbe ist beim Granieren absolut zu vermeiden! Frisch aufgetragene Farben hellen nach dem Trocknen auf! Es können alle Arten von Abtönfarben und Acrylfarben verwendet werden. Diese sollten aber immer mit Wasser verdünnt werden, da es ansonsten zu einer Verschmierung von sehr feinen Strukturen wie z.B. Mauerfugen kommen kann. Des Weiteren bietet der Fachhandel auch spezielle Farben mit einer feineren Farbpigmentierung an. Bei der Farbgebung soll darauf geachtet werden, dass die Farbtöne von dunkel nach hell aufgetragen werden.

Granit

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Granit ist wohl das bekannteste und wichtigste Tiefengestein. Es besteht aus Feldspat, Quarz und Glimmer in unterschiedlichen Mengenanteilen. Das Gestein ist hart, recht verwitterungsbeständig und daher auch sehr beanspruchbar. Zu bearbeiten ist es schwer, doch polieren läßt es sich gut. Von fast weiß über hellgrau bis dunkelgrau reicht die Farbpalette, die durch zahlreiche Rot-, Gelb- und Blautöne ergänzt wird. Granit ist das wichtigste Material für Natursteinpflaster. Aber auch als Bodenplatten, Treppenstufen, Fensterbänke und Küchenarbeitsplatten und Mauersteine sind Granitgesteine nicht aus dem Bauwesen wegzudenken. Weniger geeignet ist Granit für die Bildhauerei, da sich keine differenzierte Formen herstellen lassen. Irritierend für den Verbraucher ist, dass auf Kleinformate zurechtgesägte Granitplatten als Granitfliesen angeboten werden. Granit findet man in Deutschland noch in mehreren Steinbrüchen im Harz, Schwarzwald, Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald, Fichtelgebirge, südliches Sachsen und Ostsachsen. Dennoch werden alljährlich viele Tausend Tonnen eingeführt aus Niederösterreich, Sardinien, Bretagne, Südfrankreich, Spanien und Portugal, Polen, Tschechien, Fernost oder Südamerika. Granit wird, sofern er für den dekorativen Bereich eingesetzt wird, oft nach den Herkunftsgebieten benannt. So läßt sich beispielsweise der Giallo Veneziano leicht geografisch zuordnen.

Granit-Pflasterstein

auch: Granit-Pflastersteine, Granitpflaster, Grantipflastersteine

Ein Granit-Pflasterstein ist ein verschiedenfarbiger Natursteinpflasterstein von hoher Druckfestigkeit. Granit-Pflastersteine werden sowohl für öffentliche Plätze als auch bei der privaten Gartengestaltung für Wege oder Einfahrten verwendet. Granitpflaster sind im Vergleich zu Betonpflastern widerstandsfähiger und haben eine längere Lebenserwartung. Allerdings sind Granit-Pflastersteine auch entsprechend teuer. Pflastersteine aus Granit gibt es in unterschiedlichen Farben und Handelsgrößen. Es gibt zum einen roh gebrochene Granit-Pflastersteine per Maschinenschlag, Oberfläche bruchrauh, hergestellt nach der EU-Norm EN1342 Klasse T1 (GK.II/ handelsübliche Qualität). Es gibt aber auch gesägte Granitpflaster, mit geflammter oder gestockter Oberfläche, hergestellt nach der EU-Norm EN1342 Klasse T2 (GK.I).

Granitverbundplatte

auch: Granitverbundplatten

Granitverbundplatten bestehen aus Natursteinplatten, die mit Betonscheiben verklebt worden sind. Mit diesen Platten wollte ein ausländischer Hersteller insbesondere deutsche Straßen und Plätze belegen lassen. Nach Kenntnisstand der Redaktion ist das Produkt vom Markt zurückgenommen worden, weil der Kleber die beiden Teile nicht reklamationsfrei zusammengehalten hat.

Granulat

auch: Granulate

Granulat ist der Oberbegriff für ein kornförmiges Material, das durch verschiedene Arbeitsgänge wie shreddern, mahlen oder schmelzen aus anderen Materialien gewonnen wird. Granulate haben im Baubereich eine wichtige Bedeutung, nicht zuletzt als Zuschlag für verschiedenste Baustoffe wie etwa Innen- oder Außenputze. Die Größe eines Granulatkorns ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von Mehlvolumen bis Zierkies)%-Stein(chen), je nachdem, ob es sich um (%Glas-Granulat, Marmorgranulat, Korkgranulat, Blähglas-Granulat oder Blähton-Granulat handelt. Selbst aus alten Autoreifen werden Produkte für das Bauwesen hergestellt, siehe Gummigranulatmatte für Kinderspielplätze.

Granulit

Granulit ist ähnlich dem Gneis ein Umwandlungsgestein. Allerdings besitzt das Gestein einen merklichen Gehalt an rotem Granat (im hellen, grünlichen oder gelblichen Kristallgefüge). Es wird vorwiegend für Fassaden und zur Innenausstattung verwendet. Bezugsländer sind Indien, Sri Lanka, Äthiopien und Brasilien.

Grasdach

auch: Grasdächer

siehe Gründach.

Grasfasertapete

auch: Grasfasertapeten

siehe Grastapete

Grasnarbe

auch: Grasnarben

siehe Grassoden

Grasschere

auch: Akku-Grasschere, Grasscheren

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Die Grasschere ist ein Werkzeug, mit dem sich Rasenkanten, Stauden oder ähnliches schneiden lassen. Es gibt mechanische und elektrische Grasscheren. Mit der mechanischen Grasschere kann per Hand die Rasenkante nachgeschnitten werden. Sie besitzt wie eine normale Schere zwei Schneiden, die mechanisch auf unterschiedliche Weise in Bewegung versetzt werden. Die elektrische Grasschere besitzt wie die Heckenschere mehrere sich hin und her bewegende Messer. Allerdings ist die Anzahl der Schneiden, die Länge des Schwertes und die Schnittbreite kleiner. Grasscheren werden auch als Akku-Werkzeuge angeboten. Bei einer Akku-Grasschere ist auf einen leistungsfähigen Akku zu achten und am besten ist es, wenn gleich ein Ersatzakku mit dabei ist.

Grassoden

Ein Grassoden ist ein aus einer Rasenfläche ausgestochenes viereckiges Rasenstüc; die Fachleute bezeichnen das auch als Grasnarbe. Grassoden werden zur Abdeckung von Rübenmieten und Hochbeeten verwendet - und zwar "kopfüber". Die Wurzeln liegen also oben und werden ihrerseits mit Laub und Kompost abgedeckt. Auf diese Art entsteht in den Rübenmieten und Hochbeeten eine erhebliche Hitze, die zur Gärung führt, wodurch die Rüben nicht verfaulen.

Grassodendach

auch: Torfsodendach, Grassodendächer

In Skandinavien oder Island sind Grassodendächer bzw. Torfsodendächer Jahrhunderte alte Tradition, bei denen Grassoden bzw. Torfsoden ausgestochen und auf das Dach gelegt werden. Die erste Lage wird mit der Grasseite nach unten und die zweite Lage mit der Grasseite nach oben aufgelegt. Die Dächer verschiedener Volksstämme in Tansania halten durch ihre grasbewachsene Erdschicht das Innenklima der Häuser in angenehmen Bereichen. In Deutschland fanden die Grassodendächer zunächst lediglich bei den Köhlerhütten Verwendung. Heute werden nicht mehr nur einfache Gründächer nach klassischem Vorbild gebaut, sondern auch vielfältige Garten-Dachlandschaften.

Grassodenfirst

Entlang der Nordseeküste und in den Küstenregionen Dänemarks, Englands und Irlands sind bei einem Reetdach Grassodenfirste verbreitet. Die Grassoden werden über den First gelegt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Grassoden verfestigt und stark verwurzelt sind. Dies ist zum Beispiel bei den Salzwiesen üblich, deren Gras durch darauf weidende Schafe stets kurz gehalten wird.

Grastapete

auch: Grastapeten

Grastapeten werden aus natürlichen ostasiatischen Gräsern hergestellt. Die Gräser werden mit Fäden auf dem Trägermaterial (Reisstrohpapier) fixiert. Die Tapete muss mit einem speziellen Kleber tapeziert werden. Grastapeten werden im zum Beispiel im gehobenen Wohnbereich, Direktionbüros oder Empfangsräumen verwendet. Die Tapeten sind sehr empfindlich und daher auch schwierig zu tapezieren und zu pflegen. Grastapeten werden auch als Grasfasertapeten oder Japan-Grastapeten bezeichnet.

Grat

auch: Dachgrat, Grate

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Grate sind zum einen die außenliegenden Verschneidungslinien von zwei Dachflächen. Beim Walmdach beispielsweise die vom First zu einer Gebäudeecke verlaufende Schnittlinie zweier Dachflächen. Ein Grat in der Metallbearbeitung ist eine scharfkantige Erhöhung, die z.B. beim Fräsen von Metall entsteht. Diese hochstehende Kante muss abgeschliffen werden. Diesen Vorgang nennt man entgraten.

Gratanfänger

Gratbalken

auch: Gratstichbalken

Der Gratbalken ist ein diagonal auf eine Ecke zulaufende Balken einer Balkenlage. Beim Walmdach liegt der Gratbalken zum Beispiel direkt unter dem Grat. Die anderen Balken der Decke, die man Gratstichbalken nennt, werden am Gratbalken angeschlossen. Da dieser durch die Anschlüsse stark geschwächt wird, muss die Dimensionierung des Gratbalkens entsprechend kräftig vorgenommen werden.

Gratfeder

auch: Gratfedern

Eine Gratfeder ist Teil einer Holzverbindung, der sogenannten Gratung. Sie ähnelt einem Schwalbenschwanz und wird verleimt oder unverleimt in die dazu passende Gratnut geschoben. Die Gratfeder wird mit dem Grathobel oder einer Oberfräse hergestellt.

Gratformstein

auch: Gratformsteine

siehe Firststein.

Gratfräser

siehe Zinkenfräser.

Grathobel

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Der Grathobel wird zum Anhobeln von Gratfedern verwendet. Seine Sohle steht in einem Winkel von 75° bis 80° zur echten Seitenfläche des Hobels. Eine Anschlagschiene ermöglicht das genaue Einstellen.

Gratlinie

auch: Gratlinien

Die Gratlinie bezeichnet die Linie, an der sich zwei geneigte Dachflächen treffen (siehe auch Grat).

Gratnut

Die Vertiefung einer Gratnut ist im Gegensatz zu einer normalen Nut nicht rechteckig, sondern trapezförmig ausgebildet. Dadurch kann die Holzverbindung, speziell eine Gratung, wesentlich größere Zugbelastungen aufnehmen.

Gratsäge

auch: Gratsägen

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Die Gratsäge ist eine kleine Handsäge mit Griff, deren Sägeblatt nur wenig geschränkt ist. Sie dient der Herstellung von Gratnuten. Das aus dem Griff unten hervorragende Blatt ist teilweise verstellbar, wodurch die Tiefe des Schnittes begrenzt werden kann.

Gratstein

auch: Gratsteine

siehe Firststein.

Gratstichbalken

siehe Gratbalken.

Gratung

Die Gratung ist eine Holzverbindung, die bei der Breitenverbindung von Hölzern und im Möbelbau als T-Verbindung bei der Plattenbauweise angewandt wird. Genauer gesagt besteht die Verbindung aus einer Gratfeder und einer dazu passenden Gratnut, wobei die Gratfeder in die Gratnut geschoben und gegebenenfalls verleimt wird. Gratnut wie auch Gratfeder werden keilförmig ausgeschnitten in einem Winkel von 75° bis 80° (ähnlich einem Schwalbenschwanz). Die Gratnut sollte einen Millimeter tiefer sein, als die Gratfeder lang ist. Durch ihre spezielle Form verhindert die Gratleiste mit Gratfeder ein verziehen der gegrateten Bretter. Die Gratung findet daher beispielsweise bei Brettertüren und Tischplatten Verwendung.

Gratziegel

Graue Energie

Graue Energie bezeichnet diejenige Energie, die es zur Herstellung, zum Transport und zur Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung braucht. Diese Energie wurde verbraucht und hat die Umwelt belastet, ohne dass man sie dem Produkt spontan ansieht. Deshalb wird sie häufig vergessen. Graue Energie begegnet uns in allen Produkten des Alltags, von der Nahrung und ihren Verpackungsmaterialien über die Elektrogeräte im Haushalt bis zum Haus selbst, in dem wir wohnen. Der Verbrauch von Grauer Energie lässt sich durch Verwendung regionaler Produkte reduzieren, die keine langen Transportwege benötigen.

Graueisen

Graueisen ist graues Roheisen, das bei höheren Temperaturen entsteht und siliciumhaltig ist. Beim Erstarren kristallisiert der Kohlenstoff als Graphit aus. Graueisen dient zur Herstellung von Grauguss.

Grauguss

Grauguss ist Gusseisen, hergestellt aus Graueisen. Er ist von hoher Druckfestigkeit, geringer Rostneigung, spröde und lässt sich nicht schmieden. Grauguss findet Verwendung bei der Herstellung von Bestandteilen für die Haustechnik, wie Entwässerungsrohre, Badewannen, Waschbecken, Bodeneinläufe, Sinkkästen und Schachtabdeckungen.

Graumalerei

Grauwacke

auch: Grauwacken

Grauwacke ist ein dunkelgraues Gestein von niedriger bis mittlerer Druckfestigkeit, das beispielsweise als Natursteinpflaster verwendet wird. Zudem hält Grauwacke mechanischen und witterungsbedingten Einflüssen sehr gut und lange stand, und ist deshalb für den Straßen- und Gleisbettbau bestens geeignet. Das feste, grobe, ca. 330 - 350 Millionen Jahre altes Sedimentgestein besteht überwiegend aus Quarz, aber auch aus Kiesel- und Tonschiefer, Feldspat und Glimmer.

Grauwasser

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Grauwasser ist die Bezeichnung für Abwasser aus Badewanne, Dusche und Handwaschbecken. Bislang gelangt Grauwasser fast ausnahmlos in die Kanalisation. Nachdem aber Regenwassergewinnung und -nutzung ein Thema geworden ist, macht sich die Industrie auch Gedan­ken, wie Grauwasser für eine Weiternutzung verwendet und in Klar­wasser umgewandelt werden kann. Das Ergebnis sind kleine Grauwasser-Recyclinganlagen, in denen das Grau­wasser zunächst belüftet und dann durch Mikrofiltration ohne Zusatz von Chemikalien zu einem Wasser umgewandelt wird, das zur Toilettenspülung, für die Waschmaschine und vor allem für die Gartenbewässerung verwendet werden kann.

gravieren

auch: Gravur

Gravieren ist eine kunsthandwerkliche Tätigkeit, die auch mit dem Bauwesen eine gewisse Berührung hat. So werden Namensschilder an der Haustür graviert. Auch Fensterglas wird im Rahmen der Restaurierung historischer Gebäude "facettiert", was bedeutet, dass in die Oberfläche des Glases Ornamente oder geometrische Figuren graviert werden. Graviert wird mit einer diamantbestückten Nadel, der sog. Diamantnadel, oder mit einem rotierenden Schleifrädchen, der sog. biegsamen Welle. Bei der Gravur können Dekore in das Material eingetieft werden, dann spricht man vom Tiefschnitt, oder reliefartig auf dem weggeschnittenen Untergrund stehen gelasssen werden, dann spricht man vom Hochschnitt.

Graviergerät

auch: Graviergeräte

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Mit einem Graviergerät lässt sich Glas, Stahl, Stein oderKupfer gravieren. Dafür stehen verschiedene Gravier- und Diamantstichel zur Verfügung.

gravimetrische Feuchtemessung

auch: gravimetrische, Feuchtemessungen

Mit der gravimetrischen Feuchtemessung, auch als Darr-Methode bekannt, lässt sich der Feuchtegehalt von Bauteilen ermitteln. Dabei wird vom Baustoff eine Probe genommen. Diese Probe wird zuerst gewogen und anschließend bei etwa 105°C in einem Trockenofen getrocknet (Anhydrit-Fließestrich bei etwa 40°C). Dabei entweicht das in der Probe enthaltene freie Wasser. Höhere Temperaturen würden auch das gebundene Wasser freisetzen. Nach dem Trocknen kann nach erneutem Wiegen der Wassergehalt festgestellt werden. Wässert man anschließend die Probe und wiegt sie, bekommt man die Sättigungsfeuchte. Damit hat man den Durchfeuchtungsgrad und die maximale Wasseraufnahmefähigkeit des Baustoffes ermittelt. Mit der Darr-Methode läßt sich der Feuchtegehalt von Baustoffen sehr genau bestimmen. Neben Holz und mineralischen Baustoffen ist das Verfahren auch für Dämmstoffe sehr gut geeignet. Es läßt sich allerdings nicht auf der Baustelle durchführen und bringt keine schnellen Ergebnisse, da sich die Probe mindestens 24 Stunden im Trockenschrank befinden muss. Zudem wirkt das Verfahren zerstörend, es wird schließlich eine Probe genommen. In der Praxis findet es daher nur Beachtung, wenn sehr genaue Feuchtewerte benötigt werden.

Gravitationsleitung

Gravitationsverfahren

Damit der Bauablauf in Baugruben reibungslos vonstatten gehen kann, ist häufig eine Grundwasserabsenkung notwendig, damit die Grube nicht voll Wasser läuft. Ein Verfahren der Grundwasserabsenkung ist das Gravitationsverfahren. Hierbei läuft das Wasser allein infolge der Schwerkraft dem Brunnen zu und kann abgepumpt werden. Das unterscheidet das Gravitationsverfahren z.B. vom Vakuumsverfahren, bei dem zusätzlich noch ein hoher Unterdruck notwendig ist. Allerdings kann das Gravitationsverfahren nur bei bestimmten Böden eingesetzt werden. Der Boden muss nichtbindig im Bereich von Mittelkies bis Feinsand sein. Bei tonigen Böden funktioniert das mit dem selbstständigen Zulauf zum Brunnen bereits nicht mehr.

Greifer

Grenadierschicht

auch: Grenadierschichten

siehe Rollschicht.

Grendelriegel

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Ein Grendelriegel ist ein ganz einfacher Verschluss für Gartentore, Stalltüren oder ähnlichem. Der Grendelriegel verhindert beim Drehtor ein Öffnen des Standflügels bei geschlossenem Gangflügel. Das lässt sich sehr einfach durch einen angeschweißten Lappen am Gangflügel erreichen, der ein Hochziehen des im Auflaufklobens eingerasteten Grendelriegels verhindert.

Grenzabmaß

Als Grenzabmaß wird im Bauwesen die Differenz zwischen Größtmaß und Nennmaß oder Kleinstmaß und Nennmaß bezeichnet.

Grenzabstand

auch: Grenzabstände

Als Grenzabstand wird der Abstand verstanden, der bei Neubauten zum Nachbarn eingehalten werden muss. Dabei handelt es sich um freistehende Gebäude und natürlich nicht um Reihenhäuser oder Doppelhäuser. Welche Mindest-Grenzabstände eingehalten werden müssen, ist in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt. Der Grenzabstand beträgt in der Regel mindestens 3 Meter, muss aber für jedes einzelne Bauvorhaben gesondert berechnet werden, da der im Einzelfall gültige Grenzabstand auch von der Größe und der Anzahl der Stockwerke des geplanten Neubaus abhängig ist.

Grenzattest

Grenzbebauung

Als Grenzbebauung wird die Bebauung bis an die Grundstücksgrenze bezeichnet. Diese ist nicht selbstverständlich möglich, In vielen Fällen ist für die Errichtungen eines Gebäudes, aber auch für die Errichtung eines Zaunes oder einer Mauer die Zustimmung des Nachbarn notwendig. Und eine Genehmigung durch die Baubehörde darf häufig ebenfalls nicht fehlen. Ausnahmen sind in fast allen Bundesländern sogenannte Grenzgaragen, die das Privileg der Grenzbebauung genießen und auch keiner Zustimmung des Nachbarn bedürfen. Eine weitere Ausnahme kann z.B. sein, dass sich bereits ein Gebäude des Nachbarn mit einer Brandwand an der Grenze befindet. In diesem Fall ist es recht unproblematisch im Bereich dieses Nachbargebäudes ebenfalls an die Grenze zu bauen. Zu Beachten ist dabei dann lediglich die Profilgleichheit (Anbauverpflichtung), falls dies eine Baulast ist. In der Regel sind für Gebäude Mindestabstände von drei Metern und mehr gefordert, die genauer durch die Landesbauordnungen geregelt werden. An die Grenze eines Grundstückes darf ansonsten nur in genehmigten Ausnahmefällen und mit Einverständnis des Nachbarn gebaut werden. Grenzbebauungsrechte können auch im Grundbuch eingetragen werden, um künftigen Eigentümern dieses Recht zu sichern und bei einem Eigentümerwechsel keinen Streitfall auszulösen.

Grenzbescheinigung

Mit einer Grenzbescheinigung wird dem Grundstückseigentümer bestätigt, dass ein Gebäude innerhalb der festgelegten Grundstücksgrenzen errichtet wurde. Die Bescheinigung wird vom Katasteramt oder einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur ausgestellt. Die Grenzbescheinigung kann vom Vermessungs- bzw. Katasteramt auch aufgrund der vorhandenen Unterlagen ausgestellt werden, sofern das Gebäude bereits im Kataster nachgewiesen ist. Benötigt wird die Grenzbescheinigung, oder auch Grenzattest bzw. Grenzeinhaltungsbescheinigung, zum Beispiel zur Auszahlung von Baukrediten.

Grenzbewehrung

Die Grenzbewehrung ist diejenige Bewehrung, die unter Maximalbeanspruchung des Bauteils die Streckgrenze des Betonstahls und die maximale Druckfestigkeit des Betons gleichzeitig erreichen lässt.

Grenzdehnung

siehe Grenzwerte

Grenzeinhaltungsbescheinigung

Grenzfeststellung

siehe Abmarkung.

Grenzregelung

auch: Grenzregelungen

Bei der Grenzregelung geht es um die Neuordnung von Besitzverhältnissen an einem oder mehreren Grundstücken. Während es bei der Umlegung um ganze Baugebiete geht, betrifft die Grenzregelung meist nur zwei benachbarte Grundstücke. Die Grenzregelung ist also so etwas wie die "kleine Schwester" der Umlegung. Durch Austausch von Teilen des Grundstücks wird bei der Grenzregelung z.B. eine bessere Bebaubarkeit ermöglicht. Auch können durch die Grenzregelung baurechtswidrige Zustände beseitigt oder Splittergrundstücke einem Grundstück zugefügt werden.

Grenzsieblinie

auch: Regelsieblinie, Grenzsieblinien

Die Grenzsieblinie spielt bei der Betonherstellung eine Rolle. Zuschlag für Beton muss bestimmten Kriterien entsprechen. Er muss beispielsweise die richtige Kornzusammensetzung haben und aus mehreren Korngruppen bestehen. Aus dem Siebversuch wird die Sieblinie ermittelt. Liegt die Sieblinie zwischen den, in der DIN 1045 definierten, Grenzsieblinien A und C, ist der Zuschlag für die Herstellung von Beton geeignet. Liegt die Sieblinie zwischen den Grenzsieblinien A und B, ist die Kornzusammensetzung am günstigsten.

Grenztiefe

Die Grenztiefe ist ein Begriff aus dem Grundbau und spielt bei der Setzungsberechnung eine Rolle. Boden, der sich unterhalb der Grenztiefe befindet, muss bei der Setzungsberechnung nicht berücksichtigt werden. Der Grund liegt darin, dass Spannungen infolge Bauwerkslast mit zunehmender Tiefe abnehmen. Unterhalb der Grenztiefe ist ihre Einwirkung auf die Gesamtsetzung unbedeutend. Die Dicke der zusammendrückbaren Schicht kann also im Regelfall begrenzt werden.

Grenztragfähigkeit

Als Grenztragfähigkeit bezeichnet der Fachmann die maximale Tragfähigkeit, die ein Bauwerk oder Bauteil aufnehmen kann. Wird jetzt die Belastung weiter gesteigert, droht im schlimmsten Fall der Einsturz des Gebäudes. Ein Gebäude sollte daher niemals in seiner Grenztragfähigkeit belastet werden. In der Praxis werden daher immer Sicherheitsreserven mit berücksichtigt. Dass das nicht immer ausreicht, zeigen verschiedene Halleneinstürze, die durch zu große Schneelasten zum Einsturz gebracht wurden.

Grenzwert

auch: Bruchstauchung, Grenzwerte

Die Grenzwerte der Betondehnung und der Stahldehnung spielen bei der Bemessung von Stahlbetonbauteilen eine wichtige Rolle. Beim Beton (Beton übernimmt die Druckkräfte bei Stahlbeton) ist es vor allem wichtig zu wissen, wie stark er sich stauchen läßt, bevor es zum Bruch kommt. Dieser Wert liegt bei 3,5 Promille und wird Bruchstauchung genannt. Da Stahl für die Zugkräfte zuständig ist, ist die Bruchdehnung die wichtige Größe. Die Bruchdehnung von Stahl beträgt 5 Prozent.

Grenzzeichen

Grenzzeichen sind symbolische Marken, die den Verlauf von Grundstücksgrenzen anzeigen. Als Grenzzeichen kommen zur Verwendung Grenzsteine aus Granit, Grenzpfähle aus bewehrtem Beton oder Holz, Grenzbolzen aus nicht oxidierendem Metall sowie Grenzmarken aus Kunststoff oder Metall. Das Grenzzeichen ist auch ein Eisenbahnsignal. Es kennzeichnet im Eisenbahnwesen die Grenze, bis zu der bei zusammenlaufenden Gleisen das Gleis besetzt werden darf. Das jeweils andere Gleis darf nur befahren werden, wenn das besetzte Gleis "grenzzeichenfrei" ist.

Grenzzustand

auch: Grenzzustände

Als Grenzzustand bezeichnet der Fachmann die Grenze eines Belastungs- oder Verformungszustands. Das kann zum Beispiel die Grenztragfähigkeit sein, aber auch die Grenze eines elastischen Materialverhaltens. Auch die Grenze der Verformung oder die Grenze der Gebrauchstauglichkeit stellen einen Grenzzustand dar.

Gribkornglühen

siehe Glühen.

Griffmuldenfräser

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Der Griffmuldenfräser ist ein Fräser für eine Oberfräse. Er ist zur Gestaltung von verdeckten Griffleisten geeignet. Weiterhin eignet er sich zum Fräsen von Griffprofilen im Möbelbau (z.B. Griffmulde im Schubladenvorderstück, Griffleiste an Schranktüre). Zum Fräsen mehrerer gleichartiger Griffprofile an verschiedenen Werkstücken wird die Verwendung einer Kopierschablone empfohlen. Je nach Einsatz sind die unterschiedlichsten Griffprofilvarianten realisierbar.

Griffmuschel

siehe Türmuschel

Griffstange

siehe Panikstange.

Gripzange

auch: Gripzangen

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Eine Gripzange ist eine spezielle Zange zum Festhalten von Rund-, Profil- und Flachmaterial. Sie besitzt eine Stellschraube zum Feststellen und einen Lösehebel zum schnellen Lösen. Durch die Stellschraube kann die Gripzange an einer bestimmten Position am Werkstück festgeklemmt werden. Die Mechanik erlaubt es, mit der Zange sehr große Kräfte aufzubringen. Die Gripzange wird zum Beispiel zum Festklemmen beim Schweißen zum Festknallen von Wasserrohren oder Fixierung einer Klebeverbindung während des Trocknens verwendet.

Grisailleglas

Grisaillemalerei

auch: Graumalerei, Schwarzmalerei, Grisailleglas

Grisaillemalerei ist ein monochrome Schwarzlotmalerei, die in den Zisterzienserklostern entwickelt wurde und ihren Höhepunkt im 15. und 16 Jahrhundert hatte. Diese Malerei lebt nur von Helldunkelabstufungen, das heißt, dass die Farbskala vom Schwarz über alle Grautöne bis zum Weiß reicht. Die Bezeichung wird auch bei Verwendung von grüner oder brauner Farbe angewandt. Häufig dient diese Technik, um in der Malerei plastische Bildwerke aus Stein zu imitieren. In der Grisailletechnik wurde auch Glas bemalt. Grisailleglas ist vor allem in Zisterzienserklöstern zu finden, da hier farbige Glasmalerei verboten war.

Grobbeton

Grobbeton ist Beton mit gröberen Zuschlägen (Korngröße zwischen 80 mm und 200 mm). Er besitzt einen geringeren Zementanteil und wird meist erdfeucht verarbeitet. Grobbeton wird zum Beispiel zur Herstellung von Betonsteinen, insbesondere Pflastersteinen, verwendet.

Grobblech

Grobblech ist nach DIN EN 10029 ein Blech mit einer Dicke von 3 mm und mehr. Grobblech wird in praktisch allen unlegierten und legierten Stahlsorten geliefert.

Grobfeile

Grobfeile ist die Bezeichnung für Feilen mit grober Zahnung, die sich dementsprechend auch nur für grobe Arbeiten eignen. Grobfeilen haben die Hiebart 0.

grobjährig

auch: Grobjährigkeit

Als grobjährig wird schnell gewachsenes Holz mit breiten Jahresringen bezeichnet. Das Merkmal der Grobjährigkeit weist meist weiches Holz wie Pappel oder Weide auf.

Grobjährigkeit

siehe grobjährig.

Grobkeramik

Grobkeramik wird auch als "Baukeramik für statische und architektonische Bauteile" bezeichnet. Poren, Körner, Glasbereiche etc. sind im Gegensatz zur Feinkeramik mit bloßem Auge zu erkennen. Zur Grobkeramik zählen Mauerziegel, Dachziegel oder Bodenklinkerplatten.

Grobkies

Grobkies ist ein nicht bindiger Boden mit einer Körnung von ca. 20 mm bis 60 mm. Bei der Betonherstellung ist Grobkies ein ungebrochener Zuschlag mit einem Kleinstkorn von 32 mm und einem Größtkorn von 63 mm. Seine Haupteinsatzgebiete findet Grobkies als Ziersteine für Haus- und Garten, Drainagen sowie Grobkornbeton.

Grobkornbeton

Grobkornbeton wird mit einem Zuschlag aus Grobkies oder Schotter mit einem Kleinstkorn von 32 mm hergestellt.

Grobmörtel

Grobmörtel enthält Zuschlag bis zu einer Korngröße von 7 mm. Grobes Korn beeinflusst die Mörtelfestigkeit und Dichtigkeit durch einen günstigen Kornaufbau. Das macht den Mörtel frostbeständig und schützt ihn gegen eindringende Feuchtigkeit.

grobporig

siehe Pore.

Grobsand

Als Grobsand werden Sandmischungen mit Körnern bezeichnet, die einen Durchmesser von 0,6 bis 2,0 mm besitzen. Grobsand findet beispielsweise als Zuschlagstoff bei der Herstellung von Beton Verwendung.

Grobschliff

Grobschliff ist ein Teilschritt beim Schleifen von Holz. Mit Farbe oder Lack beschichtetes Holz wie beispielweise Parkett oder Möbel muss von Zeit zu Zeit renoviert werden. Dazu müssen die alten Beschichtungen abgeschliffen und neue aufgetragen werden. Dazwischen liegen mehrere Schleifdurchgänge, die in Grobschliff, Zwischenschliff und Feinschliff unterteilt werden können. Beim Grobschliff werden alte Farbschichten entfernt und starke Unebenheiten. Dazu verwendet man ein Schleifpapier bzw. Schleifscheibe mit grober Körnung. Die Körnung liegt etwa zwischen 20 und 80.

Gropius

Walter Gropius war Architekt und Gründer des Bauhaus.

Großfalzziegel

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Der Großfalzziegel ist ein großflächiger Dachziegel, der vor allem zur kostengünstigen Umdeckung von Dächern entwickelt wurde. Die zwei ausgeprägten tiefen Seitenfalze mit Wasserweiche am unteren Ende garantieren dem Pressdachziegel bei allen Verlegearten einen sicheren Wasserablauf. Ein Überlaufen wird dadurch ebenso verhindert wie das Eindringen von Feuchtigkeit in das Dachinnere. Die besonders dicht schließende Rundumverfalzung ermöglicht das Verlegen bei flachen Dachneigungen. Das symmetrisch kantige Profil, das dem Doppelmuldenfalzziegel ähnelt, passt harmonisch in jede Dachlandschaft.

Großflächenschalung

auch: Großflächenschalungen, Grossflächenschalung, Grossflächenschalungen

Großflächenschalungen eignen sich zum Betonieren größerer Abschnitte. Mit dieser Art der Schalung werden ganze Wände und Decken mit einem großflächigen Schalelement, bei dem Schalhaut und die Unterstützungskonstruktion eine Einheit bilden, in "einem Guß" betoniert.

Großflächenziegel

Der Großflächenziegel ist ein Dachziegel mit besonders großen Abmessungen. Er wird hauptsächlich zur Sanierung und Umdeckung großer Dachflächen wie Industriebauten oder Stallungen verwendet. Form und Farbe des Großflächenziegels können variieren. Es gibt die Ziegel beispielsweise als Flachdachziegel, Hohlfalzziegel oder Doppelmuldenfalzziegel.

Großfräse

auch: Großfräsen

siehe Kaltfräse

Großmasche

Eine Großmasche ist u.a. das Maß beim Streckgitter, wobei die Maschenlänge 76 bis 200 mm und die Breite 30 bis 75 mm beträgt.

Großpflaster

Ein Großpflaster ist ein Natursteinpflaster in fünf Größensortierungen und zwei Sortierungsklassen. Kopffläche Zul. Abweichung der Abmessung Größe Breite/Länge/Höhe Klasse 1 Klasse 2 1 160/160-220/160 +/- 10 --- 2 160/160-220/140 +/- 10 --- 3 140/140-200/150 --- +/- 15 4 140/140-200/130 --- +/- 15 5 120/120-180/130 --- +/- 15

Großtafelbau

auch: Grosstafelbau

Beim Großtafelbau werden im Werk raumgroße Deckenplatten und Wandtafeln mit eingesetzten Fenstern und Türen gebrauchsfertig hergestellt und auf der Baustelle zusammengesetzt. Dabei muss zwischen Großtafelbau in Holzverbundkonstruktionen oder Großtafelbau aus Betonteilen, wie sie die Plattenbauten darstellen, unterschieden werden. Auch Blähton oder Ziegel kommen als Material beim Großtafelbau zum Einsatz.

Größtkorn

Als Größtkorn wird das größte im Zuschlag von Beton befindliche Korn bezeichnet. Die Wahl des Größtkorns beeinflusst die Betoneigenschaften bezüglich Festigkeit, Verarbeitbarkeit, Wasser- und Zementzugabe (je größer das Korn, desto besser). Das Größtkorn darf jedoch 1/3 der kleinsten Bauteilabmessung nicht überschreiten und muss auch entsprechend des Abstands der Bewehrungsstäbe gewählt werden.

Größtmaß

Wenn von Maßtoleranzen im Hausbau die Rede ist, ist das Größtmaß das größte zulässige Maß eines Bauteils. Auch in anderen Bereichen gibt das Größtmaß bzw. Höchstmaß eine Obergrenze an, die nicht überschritten werden darf.

Großwasserzähler

Großziegel

Grubber

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Ein Grubber ist ein Werkzeug zur Bodenbearbeitung. Es gibt Grubber entweder mit Holzstiel als Gartenwerkzeug oder als Werkzeug für das Feld, das ähnlich wie ein Pflug am Traktor montiert wird. Der Grubber für den Garten besitzt drei spitze Stahlkrallen. Mit diesen lässt sich der Boden ziehend leicht Aufreißen. Dieses ermöglicht ein wurzelschondes Lockern und Lüften für beste Wachstumsbedingungen der Pflanzen.

Grubenkalk

andere Bezeichnung für Sumpfkalk.

Grubenverbau

Ein Grubenverbau ist eine Wandaussteifung mit (im einfachsten Fall) Rundhölzern und Holzdielen bei Baugruben. Auch Systeme aus Aluminium oder anderen Materialien kommen als Grubenverbau zum Einsatz. Damit beim Aushub eines Grabens das anstehende Erdreich nicht einbricht, ist nach den Unfallverhütungsvorschriften ab einer Tiefe von 1,25 m ein Grubenverbau vorgeschrieben. Die Tiefe kann bis zu 1,75 m betragen, wenn die oberen 50 cm im Winkel von 45° abgeböscht sind.

Gründach

auch: Grasdach, Gründächer

Ein Gründach ist ein Flachdach oder leichtes Gefälledach, das sorgfältig abgedichtet und vor Durchwurzelung geschützt ist. In speziellen Pflanzerden, den sog. Substraten, werden wasserspeichernde Pflanzen gesetzt, die auch Trockenperioden überstehen, so z.B. Sedum. In diesem Fall spricht man von Extensivbegrünung. Eine Intensivbegrünung bis hin zum Dachgarten mit Büschen und kleinen Bäumen ist ebenfalls möglich, wenn dies die Statik zuläßt. Gründächer tragen zur Klimaverbesserung und zur Wärmedämmung bei. Insbesondere leisten sie einen Beitrag, um Schäden durch die zunehmende Verdichtung von Grünflächen auszugleichen. Bei Gewerbe-Neubauten mit Flachdächern werden aus diesem Grund immer mehr Gründächer bauamtlich vorgeschrieben.

Grundbau

Grundbau ist das Teilgebiet des Bauingenieurwesens, das sich mit dem Bauen im Boden beschäftigt, also mit der Planung, Berechnung, Ausführung und Sicherung von Gründungenen, Stützbauwerken, Baugruben und ähnlichen Baumaßnahmen. Auch Tunnels, Böschungen, Staudämme und Deponien gehören zum Aufgabengebiet des Grundbaus. Die Bauaktivitäten des Grundbaus finden somit überwiegend unterhalb der Geländeoberfläche statt. Im Unterschied zum Felsbau handelt es sich beim Grundbau um das Bauen im Lockergestein.

Grundbeschichtung

auch: Grundbeschichtung

Grundbeschichtungen haben die Aufgabe, den Untergrund für die eigentliche Beschichtung vorzubereiten, d.h. sie dienen der Haftvermittlung. Sie werden in pigmentierte und unpigmentierte Anstrichstoffe unterteilt. Pigmentierte Grundbeschichtungen erhöhen die Schichtdicke, dienem dem Korrosionsschutz, verbessern die Saugfähigkeit und damit die Haftvermittlungseigenschaften. Unpigmentierte Grundbeschichtungen wirken unter anderem grundfestigend, absperrend und ausgleichend. Auf Metall und Kunststoff werden häufig pigmentierte, auf Holz unpigmentierte Grundbeschichtungen aufgetragen.

Grundbruch

auch: Hydraulischer Grundbruch, Grundbrücher

Grundbruch ist ein Begriff aus der Bodenmechanik. Unter einem Grundbruch versteht der Fachmann das Versagen des Bodens unter einem Fundament. Der Boden wird bei einem Grundbruch entlang einer Gleitfuge seitlich verdrängt und das Fundament sinkt dadurch ab, neigt sich oder verschiebt sich seitlich. Das Bauwerk kann dadurch erheblich geschädigt werden oder sogar einstürzen. Ein Grundbruch tritt bei Überlastung des Bodens auf. Vor Beginn der Bauarbeiten muss daher ein Nachweis geführt werden, dass das Fundament sicher gegen Grundbruch ist. Darüber hinaus gibt es noch den hydraulischen Grundbruch, der durch eine nach oben gerichtete Grundwasserströmung verursacht wird. Das Grundwasser lässt die Scherfestigkeit des Bodens verschwinden und das Fundament findet keinen Halt mehr. Auch bei Spundwänden kann es zum hydraulischen Grundbruch kommen. Die Spundwand verliert ihre Standfestigkeit in der Erde, was zu einer schlagartigen Durchlässigkeit und einer Flutung der Baugrube führt.

Grundbuch

auch: Bestandsverzeichnis, Grunbücher

Das Grundbuch wird bei den Amtsgerichten geführt und ist das Verzeichnis aller Grundstücke eines Amtsgerichtsbezirks, der in der Regel mehrere Gemeindebezirke oder einzelne Bezirke einer Großstadt umfasst. Der Begriff "Buch" ist missverständlich. Denn für jedes Grundstück (nicht für den jeweiligen Eigentümer) wird ein Grundbuchblatt angelegt. Dieses Blatt ist das Grundbuch. In ihm sind - oft Generationen zurück - alle Eintragungen vermerkt, die das Grundstück betreffen. Auch gelöschte Eintragungen bleiben sichtbar, sie werden rot unterstrichen, was bedeutet, dass die entsprechenden Eintragungen nicht mehr rechtsgültig sind. Das Grundbuch ist in ein Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen gegliedert.

Grundbuch-Abteilungen

Die Grundbuch-Abteilungen sind die verschiedenen Rubriken eines Grundbuchs. Aus Abteilung I gehen die Eigentümerverhältnisse hervor. In der Abteilung II sind Lasten und Beschränkungen verzeichnet. Das kann ein Nießbrauch sein, eine Grunddienstbarkeit - z.B. eine Durchfahrtsrecht zu einem rückwärtigen Grundstück - oder Anordnungen zur Nacherbfolge bzw. Testamentsvollstreckung. Interessant für den Käufer ist die Abteilung III, aus der die Grundschulden hervorgehen, die der Verkäufer bei den Kreditinstituten und seltener bei Privatpersonen hat. Firmen und Privatpersonen können auch Kredite gewähren und zur Absicherung ein Grundpfandrecht - eben eine Grundschuld - eintragen lassen. Dabei sind alle Gläubiger, vor allem die Banken, bemüht, die Grundschuld an erster Stelle, also "erstrangig", eintragen zu lassen, um im Falle einer Versteigerung auch als erste aus dem Versteigerungserlös bedient zu werden. Sollte für den Kauf eines Grundstücks schon eine Bank eine Grundschuld im ersten Rang eingetragen haben, ist es nahezu ausgeschlossen, eine weitere Bank zu finden, die den eigentlichen Hausbau finanziert und mit einer Grundschuld im zweiten Rang zufrieden ist.

Grundbuchauszug

Der Grundbuchauszug wird bei den Verhandlungen mit Geldgebern und bei der Bewertung eines Grundstückes benötigt, da dieser aktuelle und klare Auskünfte über die Rechtsverhältnisse und Belastungen am Grundstück beinhaltet. Der Grundstückseigentümer kann deshalb vom Grundbuchamt die Erstellung eines Grundbuchauszugs verlangen, in welchem der Inhalt des Grundbuchs noch einmal wiedergegeben wird. In der Praxis handelt es sich dabei um eine Kopie des betreffenden Grundbuchblatts, die auch in beglaubigter Form ausgegeben werden kann.

Grundbucheintrag

auch: Grundbucheinträge

Eintragungen ins Grundbuch sind rechtsverbindlich und können sich sowohl auf Eigentumsverhältnisse wie auch Vermessungsdaten des Grundstücks beziehen. Bei einer Baufinanzierung verlangt der Darlehensgeber in der Regel eine Eintragung der sog. Grundschuld zur Absicherung des Darlehens.

Grunddienstbarkeit

Die Grunddienstbarkeit ist die Belastung eines Grundstückes zugunsten des jeweiligen Eigentümers eines anderen Grundstücks, z.B. Leitungsrechte (Strom, Gas, Wasser, etc.), Wegerechte. Der Eigentümer des belasteten Grundstücks ist durch die Grunddienstbarkeit verpflichtet, die „Benutzung“ durch den Berechtigten auf seinem Grundstück zu dulden. Grunddienstbarkeiten werden in das Grundbuch eingetragen.

Gründerjahre

Die Gründerjahre sind historisch jene Jahre, die auf die deutsche Kaiserkrönung 1872 in Versailles folgten. Nach dem Sieg über Frankreich blühten Handel und Industrie auf und es entwickelte sich ein Baustil, der dem Historismus folgte, sich aber auch an diesen anlehnte. Zwischen 1870 und 1890, teilweise auch später, wurden zahllose Villen und Fabrikgebäude errichtet, die man heute als Stil der Gründjahre bezeichnet. Sowohl Elemente des Klassizismus, tauchen in diesem Baustil auf, als auch Elemente des sich anbahnenden Jugendstils. Insgesamt ist dieser Baustil geprägt von dem Bedürfnis, aller Welt zeigen zu wollen, zu was man es als "Schlotbaron" oder Kommerzienrat gebracht hat. Die Stadt mit den meisten Gründerzeitbauten Deutschlands ist Wiesbaden.

Grunderwerbsteuer

Grunderwerbsteuer ist beim Kauf eines bebauten oder unbebauten Grundstücks zu entrichten. Sie betrug lange Zeit bundeseinheitlich 3,5 Prozent vom Kaufpreis. In vielen Bundesländern wurde sie jedoch mittlerweile erhöht auf 4,0 Prozent, 4,5 Prozent oder gar 5 Prozent. Wer ein neu zu errichtendes Haus von einem Bauträger erwerben will, sollt prüfen, ob es nicht möglich ist, zunächst das Grundstück zu erwerben und dann anschließend erst bauen zu lassen (kann auch der Bauträger sein). Auf diese Weise ist nur für das Grundstück, nicht aber für das Gebäude Grunderwerbsteuer zu entrichten. Nicht zu verwechseln ist die Grunderwerbsteuer übrigens mit der Grundsteuer.

Grundflächenzahl

Die Grundflächenzahl (Abkürzung GRZ) gibt an, wie groß der Anteil der bebauten Fläche an der Gesamtfläche ist. Sie wird im Bebauungsplan festgelegt und schränkt die Bebauung eines Grundstücks ein. So kann die Gemeinde festlegen, dass noch genügend Garten- bzw. Grünfläche vorhanden bleibt.

Grundfliese

auch: Grundfliesen

Als Grundfliese bezeichnet der Fliesenfachmann die einfarbige oder nur zart verschiedenfarbig bedruckte Fliese einer Fliesenserie. Mit der Grundfliese lassen sich also "Grundflächen" an Wand und Boden gestalten; zur Auflockerung und optischen Aufwertung können Dekorfliesen, Listel oder Bordüren mit den Grundfliesen kombiniert werden.

Grundgeräusch

auch: Grundgeräusche

Als Grundgeräusch wird die Geräuschkulisse verstanden, die praktisch überall als "Hintergrundgeräusch" vorhanden ist. Die Höhe des Grundgeräuschs kann unterschiedlich sein. In freier Natur beträgt sie zum Beispiel 30 - 40 dB und am Tag in der Stadt zwischen 45 und 55 dB. Es gilt der Grundsatz: Je ruhiger die Wohngegend, um so niedriger ist das Grundgeräusch. Je niedriger das Grundgeräusch, um so eher treten Störungen durch Lärm auf und um so besser sollte der Schallschutz sein. Das Grundgeräusch wird meist durch den L95 beschrieben, das ist der Pegel, der in 95 % der betrachteten Zeit erreicht oder überschritten wird.

Grundhobel

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Der Grundhobel unterscheidet sich durch seine außergewöhnliche Form von anderen Hobeln. Er ist ein Handhobel, mit dem Gratnuten und Beschläge gesäubert werden. Durch Verstellen des Hobeleisens mit einer Stellschraube kann die Hobeltiefe verändert werden.

Grundieröl

auch: Grundieröle

Grundieröl wird für den besseren Halt eines Endanstriches aufgetragen. Grundieröl wird als fertiges Halböl von den Naturfarbenherstellern angeboten und ist meistens mit Na­turharzen angereichert. Dadurch eignet es sich besonders als belastbare Grundierung für Lasuren. Grundieröl und Endanstrich sind häufig von den Farbherstellern aufeinander ab­gestimmt und sollten möglichst vom gleichen Hersteller bezogen werden.

Grundierung

auch: Grundierungen

siehe Primer

Grundkachelofen

auch: Grundofen, Grundkachelöfen

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Der Grundkachelofen ist der Klassiker unter den Kachelöfen. Er besteht aus Schamottesteinen und ist mit Kacheln ummantelt. Brennmaterial ist trockenes, naturbelassenes Stückholz. Der Grundofen funktioniert wie ein Speicherofen: Er gibt die aus dem Holz freigesetzte und in der Schamottemasse gespeicherte Energie gleichmäßig über Stunden als Strahlungswärme ab. Der Grundofen setzt die im Holz gespeicherte Energie sehr effizient um: Der Wirkungsgrad liegt bei fast 90 Prozent. Der einzige Nachteil: Beim Aufheizen dauert es eine Weile, bis der Ofen so richtig schön bullert.

Grundkredit

auch: Grundkredite

andere Bezeichnung für Realkredit.

Grundlattung

siehe Traglattung

Grundleistungskraftwerk

Grundleitung

auch: Grundleitungen

Grundleitungen sind im Erdreich oder in der Bodenplatte des Hauses unzugänglich verlegte Leitungen, die das Abwasser dem Anschlusskanal zuführen. Die Leitungsführung erfolgt anhand des Entwässerungsplans entsprechend dem dort angegebenen Gefälle. Die Arbeiten müssen sehr sorgfältig ausgeführt werden, denn nach dem Betonieren sind keine Veränderungen mehr möglich.

Grundofen

auch: Grundöfen

Grundpfandkredit

auch: Grundpfandkredite

Grundpfandrecht

auch: Grundpfandrechte

Unter Grundpfandrechten sind Sicherungsrechte an einem Grundstück zu verstehen, die normalerweise als Sicherheit für ein Darlehen eingeräumt werden. Eine Bank wird ein Darlehen erst dann ausbezahlen, wenn ihr der Bauherr eine Sicherheit in Form eines Grundpfandrechts einräumt. In der Praxis wird meist eine Grundschuld oder eine Hypothek im Grundbuch eingetragen.

Grundplatte

auch: Grundplatten

Grundplatte ist eine andere Bezeichnung für Bodenplatte.

Grundputz

auch: Grundputze

Grundputz wird ein- oder mehrlagig aufgetragen, um ebene Flächen herzustellen. Auf den Grundputz kommen dann Wandbeläge wie Dekorputze oder Edelputze. Eine andere Bezeichnung für Grundputz ist Unterputz. Je nach Weiterbearbeitung besteht er aus mineralischen Mitteln wie Kalk, Zement, Gips oder Kunstharzbindemitteln sowie anderen Zuschlagstoffen. Das Mauerwerk muss sauber, trocken und saugend sein. Notfalls muss mit einer Haftbrücke grundiert werden. Fugen oder stabile Risse im Mauerwerk können mit Netzen überspannt und verputzt werden.

Grundriss

auch: Grundrisse

Grundschuld

Grundschuld ist die im Grundbuch eingetragene Forderung einer Bausparkasse aus einem Vorausdarlehen, einem Bauspardarlehen oder Zwischenkrediten. Sie dient der Absicherung des Darlehens.

Grundschwelle

auch: Stockwerkschwelle, Grundschwellen

Als Grundschwelle wird bei Holzbauten wie Fachwerkhäusern der unter waagerechte Balken unter Wänden bezeichnet. Auf den Grundschellen stehen die Wände. Da sie auf dem Boden aufliegen, ist dem Schutz gegen Spritzwasser und aufsteigende Feuchtigkeit besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Auch die Verwendung von besonders resistentem Holz wie beispielsweise Stieleiche ist angebracht. Liegt die Grundschwelle nicht im Erdgeschoss, sondern in den Etagen darüber, wird sie als Stockwerkschwelle bezeichnet.

Grundstahl

auch: Grundstähle

Nach DIN EN 10020 sind Grundstähle Stahlsorten mit Güteanforderungen, deren Erfüllung keine besonderen Maßnahmen bei der Herstellung erfordert. Sie sind nicht für eine Wärmebehandlung bestimmt, mit Mindestanforderungen an die mechanischen Werte ausgestattet. Sie haben keine weiteren Gütemerkmale und abgesehen von Silicium und Mangan keine weiteren Legierungsgehalte.

Grundstein

Anders als etwa der Schlußstein hat der Grundstein beim Hausbau keine statischen oder sonstigen architektonischen Aufgaben, sondern allenfalls einen Symbolwert. Ursprünglich war der Grundstein der erste Stein, der bei der Gründung eines Gebäudes gesetzt wurde. Da jedes Bauvorhaben von vielen guten Wünschen begleitet wird, vollzug sich das Setzen dieses Steins im Rahmen einer kleinen oder größeren Zeremonie. Das ist bei größeren Bauwerken, insbesondere öffentlichen Bauwerken, auch heute noch so, man spricht dann von der Grundsteinlegung. Im privaten Eigenheimbau verzichtet man heutezutage auf solche Reminiszenzen und feiert stattdesen (wenn überhaupt) ein Richtfest.

Grundsteinlegung

Die Grundsteinlegung ist eine symbolische Zeremonie, die insbesondere bei Baubeginn öffentlicher Gebäude wie Schulen oder Museen abgehalten wird. Dabei wird natürlich kein echter Grundstein von einem "Würdenträger" gesetzt, sondern ein vorbereiteter Stein in eine vorbereitete Lücke irgendeiner Mauer gefügt. Das geht einher mit symbolischen Hammerschlägen, guten Wünschen, manchmal langen Reden, Musik und dem Konsum von alkoholischen Getränken. Fast immer wird unter dem Grundstein eine runde Kassette aus Kupfer mit eingemauert, in die zuvor eine Gründungsurkunde, eine aktuelle Tageszeitung und ein paar Münzen eingefügt worden sind. Falls nach 400 Jahren das Gebäude geschleift wird, können die Nachfahren dann immer noch nachlesen, an welchem Tag der Grundstein gesetzt worden ist, was sich an diesem Tag in der Stadt ereignet hat und welches Kleingeld damals in Umlauf war.

Grundsteuer

auch: Einheitswert

Die Grundsteuer ist eine Gemeindesteuer auf Grundvermögen in jeglicher Form. Die Grundsteuer wird nach einheitlichen Grundsätzen berechnet, aber je nach Gemeinde in unterschiedlicher Höhe erhoben. Die Höhe ist im wesentlichen u.a. abhängig von dem Einheitswert und dem jeweiligen Hebesatz der Gemeinde. Grundlagen bei der Berechnung des Einheitwertes bei bebauten Grundstücken sind u.a.: Quadratmeter Wohn-/Nutzfläche; die Bauart; das Baujahr; die bauliche Ausstattung sowie die Förderungsart (öffentliche Mittel/frei finanziert).

Grundstück

auch: Grundstücke

Das Grundstück ist ein räumlich abgegrenzter Teil der Erdoberfläche, der im Bestandsverzeichnis eines Grundbuchblattes unter einer besonderen Nummer eingetragen ist. Ein Grundstück kann ein oder mehrere Flurstücke umfassen. Auch ein Gewässer kann ein Grundstück sein. Ein Grundstück, das gemäß den öffentlich-rechtlichen Vorschriften mit Gebäuden bebaut ist oder bebaut werden darf, wird als Baugrundstück bezeichnet. So ein Baugrundstück darf nur bebaut werden, wenn es erschlossen ist. Sinnvoll ist, nur ein voll erschlossenes Grundstück zu kaufen. Wenn das Grundstück voll erschlossen ist, müssen diese Erschließungskosten im Kaufpreis enthalten sein. Anders ist es bei den Kosten der öffentlichen Erschließung. In Neubaugebieten werden Straßen und Grünanlagen oft erst dann angelegt, wenn die Bebauung abgeschlossen ist. Selbst dann kann es noch Jahre dauern, bis der letzte Gebührenbescheid etwa über den Bau von Bürgersteigen beim Bauherrn eintrifft. Die Erschließungskosten muss immer der bezahlen, der zum Zeitpunkt des Beitragsbescheids Eigentümer des Grundstücks war. Besonders reizvoll sind Grundstücke in Hanglage.

Grundstücksamt

Das Grundstücksamt wird in der Regel als Liegenschaftsamt bezeichnet.

Grundstückskauf

auch: Grundstückskäufe

Vor dem Grundstückskauf, der in Deutschland grundsätzlich vor einem Notar abgeschlossen werden muss, sollte der Käufer wichtige Dinge klären. Wichtig sind zunächst einmal die richtige Standortwahl und die Bebauungsmöglichkeiten. Nicht immer lässt ein Grundstück die gewünschte Bebauung zu. Hilfreich ist hier ein Blick in den Bebauungsplan. Ist das richtige Grundstück gefunden, kommt es zum Grundstückskauf. Dabei ist ein Notar notwendig, der möglichst vom Käufer bestimmt werden sollte. In der Regel trägt der Käufer ja auch die Kosten des Kaufvertrages. Deshalb hat der Käufer auch das Recht, den Notar seines Vertrauens zu bestimmen. Diesen Vorteil sollte der Käufer unbedingt nutzen, denn der Notar, den der Käufer ausgesucht hat, wird den ersten Vertragsentwurf nach den Vorstellungen des Käufers anfertigen. Als Käufer gilt der Grundsatz: Je später die Kaufpreiszahlung, desto höher der wirtschaftliche Vorteil. In jedem Fall muss darauf geachtet werden, dass der Kaufpreis frühestens nach Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch zu zahlen ist. Höhe und Zeitpunkt der Kaufpreiszahlungen sollten vor Abschluss des Kaufvertrages mit der Hausbank abgestimmt werden, damit das zugesagte Baudarlehen punktgenau ausgezahlt werden kann.

Grundstückskläranlage

auch: Grundstückskläranlagen

Grundstückswert

Der Grundstückswert - also der Wert eines Baugrundstücks - richtet sich im wesentlichen nach Angebot und Nachfrage. In der Regel lehnt sich der Grundstückswert allerdings am Bodenrichtwert an. Weicht der Kaufpreis eines Grundstücks stark vom Bodenrichtwert ab (ob positiv oder negativ), ist Vorsicht geboten. Dann sollte der Verkäufer klar darlegen können, warum das so ist. Der Grundstückswert setzt sich aus dem eigentlichen Wert des Bodens und in der Regel den Erschließungskosten zusammen. Ist das z.B. aber noch nicht erschlossen, fallen die Erschließungskosten beim Grundstückskauf erst einmal raus. Allerdings kommen diese Kosten dann später noch auf den Käufer zu.

Gründung

Eine Gründung bzw. ein Fundamant hat die Aufgabe, die Standsicherheit des Bauwerks zu gewährleisten und ungleichmäßige Setzungen zu verhindern. Die Gründung nimmt die Lasten aus dem Bauwerk aus und leitet sie in den Baugrund weiter. Nach der Kraftanleitung in den Baugrund wird zwischen Flächengründung und Pfahlgründung unterschieden. Nach Lage der tragfähigen Bodenschicht unterscheidet man zwischen Flachgründung und Tiefgründung.

Gründungssanierung

auch: Gründungssanierungen

siehe Nachgründung.

Grundversiegelung

Parkett bzw. Holzboden bekommt vor der eigentlichen Versiegelung eine Grundversiegelung. Diese hellt den Farbton auf und neutralisiert die in den Hölzern evt. vorhandenen holzspezifischen Stoffe. Grundsiegel sollen die Poren des Parketts nach unten schließen und gleichzeitig verhindern, dass sich die Holzfarbe verändert, wenn der Decksiegel aufgetragen wird. Grundsiegel trocknen wie die anderen Siegel wie Öl-Kunstharzversiegelung, Polyurethan-Versiegelung oder Säurehärtende Versiegelung durch Verdunstung der darin enthaltenen Lösemittel. Grundsiegel sollten nur im System mit dem nachfolgenden Endsiegel oder zumindest darauf abgestimmt eingesetzt werden.

Grundwasser

Grundwasser ist im Boden versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten gesammelt hat. Es ist normalerweise hygienisch einwandfrei, geschmacklos, frisch, klar und kühl, das ideale Trinkwasser also. Dem Hausbesitzer bereitet es jedoch manchmal Kummer, nämlich dann, wenn es zu hoch steht und gegen die Bodenplatte drückt. Bei einer Flutkatastrophe kann das Grundwasser beispielsweise ansteigen und eine Gefahr für das Haus darstellen. Das Grundwasser kann aber auch als Wärmequelle dienen und zur Beheizung des Gebäudes beitragen.

Grundwasserabsenkung

Die Grundwasserabsenkung ist eine gewollte oder ungewollte Absenkung des Grundwasserspiegels. Die Grundwasserabsenkung kann natürliche Ursachen haben, wenn die wasserführenden Schichten beispielsweise durch Erdbeben verändert werden. Für die meisten Grundwasserspiegeländerungen ist aber der Mensch verantwortlich. Wenn beispielsweise durch Brunnen mehr Wasser entnommen wird, als der Grundwasserstrom zuführt, ist eine Grundwasserabsenkung unausweichlich. Im Tagebau oder während Bauarbeiten kann eine Grundwasserabsenkung hingegen durchaus gewollt sein. Die Absenkung wird durch Brunnen rund um die Baugrube vorgenommen. Ungewollt kommt es häufig bei Tiefbauarbeiten wie Tunnelarbeiten zu Änderungen des Grundwasserspiegels. Dies muss nicht immer eine Absenkung zur Folge haben, sondern kann auch genau zum Gegenteil führen, zu der Grundwassererhöhung. Der Grund dafür ist, dass durch die Bauarbeiten wasserundurchlässige Schichten durchstoßen werden und damit keine Trennung der unterschiedlichen Grundwasserströme mehr vorhanden ist.

Grundwasseranreicherung

Bei der Grundwasseranreicherung wird die Menge an Grundwasser durch gezielte Versickerung von Oberflächenwasser künstlich erhöht. Dies geschieht z.B. durch Versickerungsbrunnen. Verwendet wird hierfür beispielsweise geklärtes Abwasser oder vorgereinigtes Flusswasser. Die Grundwasseranreicherung kommt dann zum Einsatz, wenn der Grundwasserspiegel absinkt und nicht mehr auf natürliche Weise aufgefüllt wird.

Grundwasserbrunnen

Ein Grundwasserbrunnen wird errichtet, wenn Erdwärme für Heizzwecke genutzt werden soll. Bei einer ausreichenden Wassermenge in geringer Tiefe kann über Brunnen Grundwasser entnommen werden und als Wärmequelle direkt über eine Wärmepumpe geleitet werden. Das geförderte Grundwasser muss wieder in den Untergrund eingeleitet werden. Daher ist neben dem Förderbrunnen auch ein sogenannter Schluckbrunnen für das abgekühlte Grundwasser notwendig. Um eine verbundene Abnahme der Wärmeentzugsleistung zu verhindern, muss der Schluckbrunnen in ausreichendem Abstand zum Förderbrunnen gebohrt werden. Da das Grundwasser das Trägermedium ist, entstehen im Vergleich zu Kollektoren oder Sonden nur geringe Wärmetauscherverluste.

Grundwasserhaltung

Für die Durchführung eines Bauvorhabens in tiefere Bodenschichten kann es erforderlich werden, das der Grundwasserspiegel abgesenkt werden muss. Diese Absenkung des Grundwassers sowie das vorübergehende Trockenhalten der Baugrube nennt man Grundwasserhaltung. Das dabei in der Baugrube vorhandene Wasser kann eine Mischung von Grundwasser als auch von Niederschlagswasser aus der Baugrube sein. Man spricht allgemein von Baugrubenwasser. Dieses Baugrubenwasser kann in Abhängigkeit seiner Wasserqualität und den örtlichen Gegebenheiten in ein nahegelegenes Gewässer, durch Versickerung in den Untergrund etwas von der Baustelle entfernt oder in den städtischen Mischwasser- oder Trennwasserkanal eingeleitet werden. Für die Grundwasserhaltung sowie für die Einleitung des Baugrubenwassers in ein Gewässer oder den öffentlichen Kanal können unterschiedliche Genehmigungen, Erlaubnisse oder Zustimmungen erforderlich werden. So stellt zum Beispiel das Einwirken auf das Grundwasser durch das Absenken oder Umleiten ein Benutzungstatbestand nach § 3 Abs. 2 Wasserhaushaltsgesetz – WHG - dar. Daher muss hierfür eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der zuständigen Unteren Wasserbehörde beantragt werden.

Grundwasserhorizont

Grundwasserleiter

auch: Grundwasserhorizont, Grundwasserträger, Aquifer

Als Grundwasserleiter, ehemals auch als Grundwasserhorizont oder Grundwasserträger bezeichnet, wird ein Gesteinskörper mit Hohlräumen bezeichnet, der zur Leitung von Grundwasser geeignet ist. Eine weite Verbreitung hat inzwischen auch der ursprünglich aus dem englischen Sprachraum stammende Begriff Aquifer erfahren. Ein Grundwasserleiter wird geologisch durch wasserundurchlässige Schichten (z. B. Tone) begrenzt, die dann Aquifugen genannt werden. Ihre Kenntnis und Erkundung ist wichtig für die Trinkwassergewinnung und die bergbauliche Grundwasserbeeinflussung.

Grundwasserneubildung

Grundwasserneubildung ist notwendig, um die Grundwasservorräte aufzustocken. Grundwasser ist ein Rohstoff, der sich regenerieren und erneuern kann - wenn auch nicht in unbegrenztem Maße. Hauptlieferant für die Grundwasservorräte ist versickerndes Niederschlagswasser. Es sorgt dafür, dass die Grundwasservorkommen der Speichergesteine im Untergrund aufgefüllt werden. Wie viel Grundwasser im Einzelnen neu gebildet wird, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Besonders hoch ist die Grundwasserneubildung im Winter, da zu dieser Zeit ein großer Teil der Niederschläge im Boden versickert. In den wärmeren Jahreszeiten verdunstet dagegen ein großer Teil des Niederschlags bereits an der Oberfläche oder wird von Pflanzen aufgenommen. Die Grundwasserneubildung ist nicht überall gleich. Sie hängt unter anderem ab von der Niederschlagsmenge und -verteilung, den Durchlässigkeiten der Böden, dem Bewuchs und dem Relief der Bodenoberfläche. Die Neubildung findet vor allem in den Hochlagen der Wassereinzugsgebiete statt.

Grundwassernichtleiter

auch: Aquifuge, Aquiclude

Ein Grundwassernichtleiter ist, im Gegensatz zum Grundwasserleiter, ein Boden- oder Felskörper, der praktisch wasserundurchlässig ist. Sie werden in der Hydrologie auch als Aquifuge oder Aquiclude bezeichnet. Grundwassernichtleiter wie z.B. Tone begrenzen die Grundwasserleiter. So bilden sich sich Grundwasserstockwerke oder Grundwasserhorizonte.

Grundwasserspiegel

Der Grundwasserspiegel bezeichnet die Oberfläche eines Grundwasservorkommens. In der Regel folgt der Grundwasserspiegel der Erdoberfläche. Der Grundwasserspiegel ist einer natürlichen und unnatürlichen Schwankung unterworfen. Bei Regenfällen steigt der Grundwasserspiegel zum Beispiel an. Das kann zu Problemen wie vollgelaufenen Kellern führen. Keller werden daher heutzutage meist aus wasserdichtem Beton hergestellt oder entsprechend von außen abgedichtet. Der Grundwasserspiegel kann aber auch absinken (siehe Grundwasserabsenkung), was zum Beispiel durch Trinkwassergewinnung geschieht oder um Tagebau zu ermöglichen. In diesem Fall kann es zu großflächigen Dürreschäden oder zum Waldsterben kommen, wenn die Pflanzen mit ihren Wurzeln nicht mehr an das Grundwasser heranreichen.

Grundwasserstockwerk

auch: Grundwasserstockwerke

Grundwasser befindet sich üblicherweise in verschiedenen Schichten, das durch schwer bzw. undurchlässige Gesteinsschichten (sogenannte Grundwassernichtleiter) voneinander getrennt ist. Diese verschiedenen Schichten nennt man Grundwasserstockwerke.

Grundwasserträger

Grundwasserwanne

auch: Grundwasserwannen

Grundwasser-Wärmepumpe

auch: Grundwasser-Wärmepumpen,, Grundwasserwärmepumpen

siehe Wärmepumpe.

Grüner Beton

Als Grüner Beton wird ein besonders standfester Frischbeton bezeichnet. Dies weist unmittelbar nach dem Verdichten, ohne dass die Erhärtung eingesetzt hat, eine Standfestigkeit (siehe Grünstandfestigkeit) zum Entschalen auf. Anwendungsgebiete sind beispielsweise der Gleitschalungsbau und die Betonwarenherstellung.

Grüner Strom

siehe Ökostrom.

grünfeucht

Als "grünfeucht" wird Holz bezeichnet, dessen Holzfeuchte in etwa der von Holz nach dem Fällen entspricht. Grünfeuchte ist nicht mit frischem Holz zu verwechseln

Grünspan

Grünspan ist der Sammelbegriff für Kupferacetate mit unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen, die schon vor über 1100 Jahren mit anderen Substanzen verkocht wurden und als Farbe in der Malerei zum Einsatz kamen. Auch heute dient das Pigment noch zum Anmischen von Farbpasten, wie sie Kunstmaler gebrauchen. Der Begriff Grünspan wird leider häufig im falschen Zusammenhang verwendet, nämlich bei einem Kupferdach. Grünspan ist ein wasserlösliches Salz der Essigsäure in Verbindung mit Kupfer und wird aufgrund seiner Farbe oft mit der Patina verwechselt. Grünspan kann jedoch wegen seiner Wasserlöslichkeit niemals die schützende Funktion der Schutzschicht übernehmen und kommt in Ermangelung der Essigsäure am Bau nicht vor.

Grünstandfestigkeit

Grünstandfestigkeit besitzt ein frisch in die Schalung eingebrachter Beton, der bereits nach dem Verdichten so standfest ist, dass die seitlichen Schalungen entfernt werden können. Sie hängt von den Festigkeits- und Verformungseigenschaften des grünen Betons (Beton im Stadium vor Beginn des merklichen Erstarrens) ab. Bestimmt wird die Gründruckfestigkeit vor allem durch den Wassergehalt, die Verdichtung, die Kornform und die Kornzusammensetzung.

Grus

auch: Verwitterungsgrus

Als Grus bzw. Verwitterungsgrus werden kleine, eckig-kantige, unregelmäßige Gesteinsstücke bezeichnet, die durch Abgrusung entstehen. Sie haben eine Korngröße von 2-6,3 mm. Bei der Abgrusung bzw. Vergrusung zerfällt Felsgestein durch Verwitterung, vor allem durch Temperaturverwitterung. Diese Grusbildung hängt vom Gesteinsmaterial ab. Sie tritt vor allem bei widerstandsfähigem, körnigen Gestein wie Granit auf, das aus unterschiedlichen Mineralien zusammengesetzt ist. Bei einem starken Temperaturwechsel dehnen sich die verschiedenen Mineralien auf Grund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten nicht gleichmäßig aus, so dass sich der mineralische Zusammenhalt nach und nach lockert.

Guaschmalerei

Guatambu

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Guatambu ist eine Holzart, die im südlichen Brasilien, in Paraguay und im nördlichen Argentinien vorkommt. Guatambu wird erst seit kurzem und in Form von Schnittholz und Kantholz in die Vereinigten Staaten und nach Europa gehandelt. Guatambu-Holz hat durch seine blassgelbe Farbe, die feine, gleichmässige Struktur und die deutlichen Jahresringe ein sehr charakteristisches Aussehen. Das Holz lässt sich leicht bearbeiten, hat eine schöne, glatte Oberfläche und liefert einen strapazierfähigen Fussboden.

Guckloch

auch: Türspione

siehe Türspion.

GuD-Kraftwerk

Das GuD-Kraftwerk (ausgeschrieben: Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk) ist eine Kombination aus zwei Kraftwerkstypen, das erste mit Gasturbine, das zweite mit Dampfturbine. Es arbeitet mit Erdgas als fossilem Brennstoff. Die vom Verdichter angesaugte und komprimierte Luft wird im Brenner mit dem Erdgas verbrannt, die sehr heißen Verbrennungsgase treiben die Gasturbine. Die Abgase haben immer noch eine Temperatur von ca 400°C, genügend hoch, um im Abhitzekessel das Wasser des Sekundärkreislaufs in Wasserdampf zu verwandeln, der die angeschlossene Dampfturbine treibt. Für die Deckung von Leistungsspitzen kann die Dampfmenge durch Zusatzfeuerung im Abhitzekessel noch vergrößert werden. Schließlich wird im Wärmetauscher der Dampf zurück in Wasser verwandelt, die frei werdende Wärme wird als Heizungswärme genutzt

Gulfhaus

auch: Golfhaus, Barghaus

Gulfhaus ist ein Haustyp, dessen Ursprung eine offene Feldscheune, der sogenannte Vierrutenbarg ist. Insofern hat das Gulfhaus einen nahezu quadratischen Grundriss, in dessen Mitte der ”Gulf” oder ”Barg” liegt, ein Speicherraum für Getreide und Heu, in dem die gesamte Ernte bis unter das Dach eingelagert wurde. Um den Gulf herum sind Dreschdiele und Ställe, als auch - räumlich getrennt - die Wohnräume angeordnet. Das Gulfgerüst schafft viel Raum mit wenig Bauholz, deshalb wurde es in dieser waldarmen Landschaft als Konstruktionsform gewählt. Die Küche mit Kaminherd war der wichtigste Wohnraum. Eine Küchenwand wurde von den Alkoven eingenommen, schrankähnliche Schlafkammern mit Doppelbetten, die durch Holztüren tagsüber zu schließen waren. Die Küche war mit Ziegelsteinen ausgelegt, die Kammern und Stube mit Dielenbohlen. Wände, Decken und Deckenbalken waren bemalt, Kamin und größere Wandteile mit blauen Fliesen verkleidet. Das Gulfhaus besitzt wegen des Kleibodens kein Fundament, die Ständer stehen auf Findlingen, die später mit Blei abgedeckt wurden, um das Holz vor Nässe und Fäulnis zu schützen. Das Gulfhaus ist eine Hausform, die sich im 16. und 17. Jahrhundert in den Marschen und anschließend in den friesischen Geestgebieten verbreitete und sich im Nordseeküstenraum von Westflandern über Holland, Ostfriesland und Oldenburg bis nach Schleswig-Holstein erstreckte. Unterbrochen wurde diese Linie durch das Elbe-Weser-Dreieck, in dem sich die Form des niederdeutschen Hallenhauses bewahrte.

Gully

auch: Gullys

siehe Bodenablauf.

Gum

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Die Gums bilden einen wichtigen Teil der Laubholzwälder des Ostens der USA und sind überall im Südosten der USA anzutreffen. Der Splint des Holzes fällt häufig breit aus und ist weiß bis hellrosa, während das Kernholz rötlich-braun ist, oft mit dunklen Streifen. Durch den unregelmäßigen, gewöhnlich schrägen Faserverlauf besitzt Gum eine attraktive Maserung. Das Holz ist leicht zu bearbeiten, sowohl maschinell als auch mit der Hand. Es lässt sich gut nageln, schrauben und verleimen, auch Beizen werden gut angenommen. American Gum ist mäßig hart, steif und ist zum Biegen wenig geeignet. Schränke, Möbelteile, Türen, Leisten und Eisenbahnschwellen werden aus dem Holz hergestellt. Auch für den Innenausbau und für Drechslerarbeiten wird Gum verwendet.

Gummibaum

auch: Gummibäume

Gummibelag

auch: Elastomerbelag, Gumminoppenbelag, Synthesekautschuk-Belag, Gummibeläge

Der Hauptbestandteil von Gummi- bzw. Elastomerbelägen ist Kautschuk. Durch den Einsatz verschiedener Synthesekautschuke ist es möglich, fast jeden Zweck einen geeigneten Elastomerbodenbelag bzw. Gummibelag herzustellen. Elastomerbeläge sind dauerhafte elastisch, sie bieten Gehkomfort, Trittsicherheit und wirken trittschalldämpfend. Produkte aus vulkanisiertem Kautschuk haben gleichbleibende Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich, sie lassen sich nicht mehr schmelzen und erweichen nicht bei höheren Temperaturen. Auch bei niedrigen Temperaturen bleibt die Elastizität erhalten. Die Rückseite der Beläge kann entweder glatt sein oder bei Gumminoppenbelägen auch Zäpfchen bestehen, die eine sichere, hohlraumfreie Verklebung ergeben. Die Noppenoberfläche gibt eine zusätzliche Sicherheit beim Gehen, Laufen und Fahren. Elastomerbeläge sind gegen Kurzeinwirkungen von Lösungsmitteln, verdünnten Säuren, Laugen, Ölen und Fetten beständig. Gummibeläge werden hauptsächlich als Industrieboden eingesetzt, haben sich durch ihre speziellen Eigenschaften (robust, elastisch und trittschalldämmend, pflegeleicht) aber mittlerweile auch eine Nische im privaten Wohnbereich erobert. In Hobbyräumen, Fluren, Küchen und Treppen werden sie gerne eingesetzt.

Gummigranulatmatte

auch: Gummigranulatmatten

Gummigranulatmatten bestehen in der Regel aus recycelten und gemahlenen Autoreifen, sind meist hoch belastbar, schall- und schwingungsdämpfend sowie feuchtigkeitsunempfindlich. Sie werden zur Schwingungsdämpfung, als Bautenschutz- und Dränagematte sowie als Trittschalldämmung eingesetzt. Beim Einsatz als Trittschalldämmung ist auf eine entsprechende Zulassung zu achten. Die unterseitig gewellten Platten haben sich schalltechnisch besonders bewährt, da Lufträume die Elastizität erhöhen. Ebenfalls schalltechnisch verbessernd wirkt sich die Verlegung in 2 Lagen aus.

Gummihammer

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Der Gummihammer ist ein Hammer, dessen Kopf aus massivem Gummi besteht. Er ist in verschiedenen Größen erhältlich. Wenn etwas nicht zerstört werden soll, aber denoch ausgerichtet (beispielsweise Mauersteine im Mörtel), zurechtgerückt oder festgeklopft werden soll, wird ein Gummihammer verwendet. Auch Karrosseriebetrieben findet man ihn häufig.

Gumminoppenbelag

auch: Gumminoppenbeläge

siehe Gummibelag.

Gummipuffer

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Der Gummipuffer ist ein Bodentürpuffer und der Klassiker unter allen Türpuffern, der seit etwa 100 Jahren (und noch immer) hergestellt wird. Es handelt sich dabei um ein stopfenartiges Gebilde aus Naturkautschuk, das mit einem versenkten Schraubenloch versehen ist zwecks Verschraubung mit dem Fußboden. Da Naturkautschuk mit den Jahren bröselig wird, muss ein Gummipuffer öfters ausgetauscht werden, weshalb dieses Utensil nur noch bei Nostalgikern beliebt sein dürfte.

Gummischieber

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andere Bezeichnung für den Fugengummi, mit dem vor allem Fliesenleger die Fugmasse verteilen. Der Begriff Gummischieber hat allerdings auch noch eine zweite Bedeutung. Die Vorbauten an Tiefbaum­aschinen wie etwa an einem Radlader können auch mit einem Gummischieber versehen sein, mit dem Sand auf frisch plattierten oder gepflasterten Wegen und Straßen verteilt oder zur Seite geschoben wird, ohne den Belag zu beschädigen.

Gummischlauchleitung

auch: Gummischlauchleitungen

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Gummischlauchleitungen zählen zu den Elektroleitungen für flexible Verlegung. Es gibt sie in leichter und mittelschwerer Ausführung. Leitungen in leichter Ausführung sind bestimmt für den Anschluss von Elektrogeräten (z.B.: Staubsauger, Bügeleisen, Küchengeräte, Herde, Toaster, Lötkolben, usw., ...) bei geringen mechanischen Beanspruchungen in Haushalt, Küchen und Büroräumen. Diese Leitungen dürfen auch fest verlegt werden, z.B. in Möbeln, Dekorationsverkleidungen, oder Hohlräumen von Fertigbauteilen. Die Leitungen sind nicht geeignet für die ständige Verwendung im Freien und zum Anschluss gewerblich genutzter Elektrowerkzeuge. Ein Kurzzeichen für die Gummischlauchleitung in leichter Ausführung ist beispielsweise H05RR-F. In mittelschwerer Ausführung (Kurzzeichen H07RN-F) darf die Gummischlauchleitung auch im Freien (z.B. Rasenmäher), in explosionsgefährdeten Betrieben, auf Baustellen und in landwirtschaftlichen Betrieben verwendet werden.

Gummischürze

auch: Gummischürzen

Eine Gummischürze ist eine mit Kunststoff überzogene Rüttelplatte. Farbige Pflastersteine und solche mit empfindlicher Oberfläche müssen mit einer Gummischürze abgerüttelt werden. Die Steine würden ansonsten verkratzt werden.

Gummispachtel

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Gummispachtel sind entweder komplett aus Gummi oder besitzen ein Heft aus Holz. Sie werden zum Spachteln von Rundungen, für Fliesenverfugungen und zum Abziehen von Wandspachtel verwendet.

Gummiteller

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Gummiteller sind Montagehilfen für Schleifscheiben und Polierscheiben. Die Gummiteller geben dabei der Schruppscheibe oder dem Lammfellvlies Halt. Diese werden über den Aufnahmedorn des Gummitellers gestülpt und meist mit einem Klettsystem befestigt. Es gibt aber auch Polierhauben, die komplett über den Gummiteller gestülpt werden. Gummiteller werden an einer Bohrmaschine oder einem Winkelschleifer befestigt.

Gurgelgeräusche

auch: Entleerungsgeräusche

Wenn die Badewanne oder das Waschbecken geleert wird, kommt es zu Entleerungs- und Gurgelgeräuschen. Diese sind neben Armaturengeräuschen, Leitungseigengeräuschen, Füllgeräuschen und (%Aufprallgeräusche(%n eine Geräuschquelle bei sanitären Anlagen. Sie entstehen überwiegend im Bereich der Ablaufventile und der Geruchsverschlüsse. Wenn das Abwasser zu viel Luft absaugt, bilden sich Lufteinschlüsse, welche Geräusche verursachen.

Gurt

auch: Obergurt, Untergurt, Gurte

Die Bezeichnung "Gurt" wird im Bauwesen mehrfach verwendet: 1. Gurtbogen, bei Tonnengewölben zur Verstärkung der Gewölbeschale nach unten oder oben hervortretend, 2. im Stahlbau der rechtwinkelig zum Steg liegende Teil eines Trägers (Flansch), 3. der durchgehende, obere oder untere Stab eines Fachwerkträgers (Ober- oder Untergurt).

Gurtbogen

auch: Gurtbögen

siehe Gewölbebogen.

Gürteltasche

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Eine Gürteltasche ist eine spezielle Werkzeugtasche, deren breite Schlaufe in einen Gürtel eingeschoben wird. Die aufgesetzten Taschen sind zur Aufnahme von Schrauben, Dübeln, Nägeln und anderen Kleinteilen bestimmt. Gürteltaschen werden insbesondere von Bauarbeiteren, Dachdeckern oder Zimmerleuten getragen, wenn sie rationell insbesondere auf Leitern, Dächern, Dachstühlen und Gerüsten arbeiten wollen.

Gurtförderer

Der Gurtförder ist im Prinzip ein großes Förderband. Er dient der Förderung von Schüttgütern aller Art in Aufbereitungs- und Betonbereitungsanlagen, zum Transport von Beton oder zum Massentransport im Erdbau.

Gurtgesims

auch: Gurtgesimse

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Das Gurtgesims ist die feinere, nach unten verlängerte Ausführung eines Gesimses. Bei historischen Bauten wurden Gurtgesimse unter den Fenstern angebracht. Gurtgesime sind Bestandteil des Fassadenstucks und werden auch heute noch gefertigt für Restaurierungsarbeiten an Schlössern, Patrizierhäusern und ähnlichen Bauwerken.

Gurtholz

auch: Gurthölzer

Gurthölzer sind Bestandteile von Wandschalungen. Sie werden rechtwinklig zu den Bogenhölzern angebracht und dienen zur Aufnahme von Spannschlössern.

Gurtkasten

auch: Gurtkästen

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Im Gurtkasten wird das Gurtband des Rolladens aufgewickelt. Je nach Länge des Gurtbandes gibt es unterschiedlich große Gurtkästen. Normalerweise reicht ein kleiner Gurtkasten für normale Fenster völlig aus. Sind jedoch größere Rolläden vorhanden, werden oft Übersetzungen benutzt, die ein leichteres Heben der Rolläden zulassen. Das mehr an Komfort kostet Gurtbandlänge. Demzufolge muss auch der Gurtkasten größer sein. Gurtkästen stellen häufig ein Energieleck in der Außenfassade dar. Deshalb sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass sie die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllen. Dazu müssen sie unter anderem auch luft- und winddicht sein.

Gurtlamelle

auch: Gurtlamellen

siehe Gurtplatte.

Gurtplatte

auch: Gurtlamelle, Gurtplatte

Eine Gurtplatte bzw. Gurtlamelle ist im Stahlbau ein auf den Flanschen eines gewalzten Trägers angenieteter oder angeschweißter Flachstahl zur Vergrößerung der Tragfähigkeit des Trägers. Auch wenn zwei Stahlträger miteinander verbunden werden sollen, kommen Gurtplatten zur Stoßüberdeckung zum Einsatz.

Gurtschrauben

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Gurtschrauben sind kleine Blechschrauben mit angepresster Scheibe, die den Andruck auf eine zu verschraubende Blech erhöht.

Gurtstoß

auch: Gurtstöße

Ein Gurtstoß bezeichnet im Stahlbau die Verbindung von Stahlprofilen. Dies geschieht durch Verschraubung, Vernietung oder Verschweißung von Stoßlaschen aus Flach- oder Breitflachstahl und teilweise mit Winkelprofilen. Bei geschweißten Profilen gerade, senkrecht zur Kraftrichtung verlaufende Stumpfnähte.

Gussasphalt

Gussasphalt ist im Straßenbau eine Möglichkeit einer Deckschicht aus Asphalt. Ist der Gussasphalt sehr splittreich, wird er für hochbeanspruchte Fahrbahnen verwendet. Die Deckschicht ist stand- und verschleißfest sowie sehr griffig. Splittarmer Gussasphalt eignet sich für Rad- und Gehwege, Rinnen an wasserführenden Straßen und für kleinflächige Umbaumaßnahmen. Das Mineralstoffgemisch aus Edelsplitt, Edelbrechsand und/oder Natursand und Füller wird so mit Bitumen vermischt, dass die Hohlräume vollständig mit Bitumen ausgefüllt sind und sogar ein Bitumenübeschuss besteht. Gussasphalt wird in stationären Mischwerken hergestellt. Die einbaufertigen Gemische werden im heissen Zustand in beheizten Gussasphaltkochern zur Baustelle transportiert.

Gussasphalt-Estrich

auch: Gussasphaltestrich

Gussasphalt-Estrich ist eine relativ wenig hergestellte Estrichart, dabei sprechen einige Eigenschaften deutlich für ihn. Die Verlegung kann unabhängig von Witterung und Temperatur erfolgen und es entsteht keine längere Wartezeit, da nach dem Erkalten des Gussasphalt-Estrichs sofort mit den weiteren Arbeiten begonnen werden kann (belegreif bereits nach einem Tag). Der Estrich hat zudem gute Wärme- und Schallschutzeigenschaften, ist geruchlos, staub- und wasserfrei und nahezu dampfdicht. Daher ist er auch sehr gut in Naßräumen zu verwenden. Gussasphalt-Estrich besteht aus Bitumen oder Bitumen plus Naturasphalt, Splitt, Sand und Füller (Gesteinsmehl). Im Unterschied zu den anderen Estrich-Arten, wird Gussasphalt-Estrich nach seiner Härte klassifiziert. Die Härte hängt ab von Menge und Art des Füllmaterials sowie von der Temperatur des Estrichs. Eingeteilt wird der Estrich in vier Klassen von GE 10 (hart) bis GE 100 (weich). Für Estriche im Verbund oder auf Trennlage (in beheizten Räumen) wird die Härteklasse GE 15 oder GE 10 gefordert. Gussasphalt-Estrich ist auch als Heizestrich geeignet.

Guss-Briefkasten

auch: Gussbriefkasten, Guß-Briefkästen

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Briefkästen aus Gusseisen, die fast ausschließlich den historischen Briefkästen der Deutschen Reichspost oder ausländischer Postbehörden nachempfunden worden sind und deshalb von einigen Herstellern auch als Nostalgie-Briefkästen bezeichnet werden. Die Kästen sind für die Aufwandmontage vorgesehen; manche Tüftler bohren jedoch Löcher in den Boden und schrauben die Kästen auf einen Metallständer. Die Industrie bietet diese nostalgischen Briefkästen auch in einer lackierten Blechausführung an, sozusagen als Gusseisen-Imitation.

Gusseisen

auch: Gußeisen

siehe Eisen.

Gusseisenbadewanne

auch: Gusseisenbadewannen

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Gusseisenbadewannen, also Badewannen aus Gusseisen, wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts verwendet. Ab diesem Zeitpunkt waren Badewannen auch ein Massenprodukt. Bislang musste jede Wanne in mühevoller Handarbeit gefertigt werden. Bis in die 1950er Jahre waren Gusseisenbadewannen dann in den meisten Badezimmern angesagt. Auch Gusseisenbadewannen waren bereits mit einer Emailschicht versehen, die für einen guten Korrosionschutz sorgte. In manchen älteren Mietwohnungen findet man auch heute noch Exemplare dieser Gattung Badewanne. Dort ist die Emailschicht häufig schon ziemlich abgebröckelt und sorgt für keinen angenehmen Badespaß. Wer nostalgisch veranlagt ist, braucht auf eine gußeiserne Wanne allerdings nicht verzichten. Der englische Hersteller Heritage vertreibt beispielsweise diese traditionellen Wannen auch in Deutschland (siehe Foto).

Gusseisenfenster

siehe Eisenfenster.

Gusseisenofen

auch: Gussofen, Eisenofen, Gusseisenöfen

Beim Gusseisenofen, oder auch nur kurz Gussofen oder Eisenofen, handelt es sich um einen Ofen aus Gusseisen. Er ist sehr schwer und besitzt daher auch eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit. Auch zeichnet er sich durch eine hohe Strahlungswärme aus. Gusseisenöfen gibt es in sehr vielen optischen und feuerungstechnischen Varianten.

Gussglas

auch: Gußglas

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Gussglas - auch als Ornamentglas bekannt - wird im Walzverfahren hergestellt, typisch sind die ein- oder beidseitig strukturierten, unebenen Oberflächen. Gussglas wird vor allem als Sichtschutzglas eingesetzt, wobei es vier Durchsichtsklassen gibt. In Klasse I wird ein hinter der Scheibe aufgestellter Gegenstand noch gut erkannt, in Klasse IV ist er nur noch sehr verschwommen wahrzunehmen. Gussglas wird farblos oder farbig angeboten und auch mit einer netzartigen Stahldrahteinlage. Dadurch werden die Brucheigenschaften verbessert und die Verletzungsgefahren vermindert, ein wirkungsvoller Einbruchschutz geht davon aber im Gegensatz zu den Sicherheits-Verbundgläsern nicht aus.

Gussheizkessel

auch: Gusskessel

Bei einem Gussheizkessel handelt es sich um einen Heizkessel aus Gusseisen. Solch ein Heizkessel hat Vor- und Nachteile. Vorteile des Gussheizkessels sind lange Lebensdauer, hervorragende Wärmeleitfähigkeit und hohe Korrosionsbeständigkeit. Allerdings besitzen die Gusskessel ein hohes Eigengewicht und sind empfindlicher gegenüber kaltem Wasser oder Wassermangel als herkömmliche Heizkessel.

Gusskessel

Gusslegierung

auch: Gusslegierungen

Gusslegierungen sind allein durch Giessen verformbare, bis zu 20% Legierungselemente enthaltende Legierungen mit Silizium, Magnesium und Kupfer. Grundmetall ist meist Sekundäraluminium (aus Schrott gewonnenes Aluminium). Im Vordergrund steht hier (im Gegensatz zur Knetlegierung) die Forderung nach günstigen Giesseigenschaften. Legierungszusammensetzungen von Gusslegierungen werden weiter auf das jeweilige Giessverfahren (Sandguss, Kokillenguss oder Druckguss)abgestimmt. Die günstigsten Giesseigenschaften weisen hier Legierungen mit einem Silizium-Anteil von 5 bis 20% auf.

Gussmarmor

Siehe Marmorguss

Gussmauerwerk

Bei einem Gussmauerwerk handelt es sich um eine Mauer, die zwischen Schalungen gegossen wird. Bei mächtigen Mauerstücken wird unter Umständen der Zwischenraum zwischen zwei gemauerten Wänden ausgegossen. Die Gusstechnik (opus incertum) war bereits den Römern bekannt und wurde ebenso wie das Gussgewölbe häufig ausgeführt. Die Gussmasse ist ein mit Steinbrocken durchmischter Mörtel, der als Vorläufer des modernen Betons gelten kann.

Gussofen

siehe Gusseisenofen.

Gussowpinsel

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Gussowpinsel sind flache Pinsel mit rundem Stiel und ausgesucht feinen hellen, meist weißen Borsten aus Marderhaar, Rindhaar oder Chinaborste. Er wird zum Beispiel in der Ölmalerei oder zum Anlegen von Ornamenten und Schriftenmalen verwendet.

Gussradiator

auch: Gussradiatoren

Gussradiatoren waren die ursprüngliche Form von Radiatoren. Sie dominierten die deutschen Haushalte bis in die 1950er Jahre, ehe sie von Stahlradiatoren abgelöst wurden. Die Glieder der Gussradiatoren werden einzeln aus Gusseisen mit Lamellengraphit hergestellt. Gussradiatoren haben weiterhin ihre Liebhaber und werden deshalb auch heute noch hergestellt. Sie bringen das gewisse etwas an Nostalgie in jeden Wohnraum. Zudem sind Gussradiatoren auch beständiger gegen Korrosion und können nicht so leicht kaputt gehen. Die Oberfläche von Gussradiatoren ist zunächst niemals glatt oder absolut frei von Gießresten. Eine Oberflächenglätte wird erst nach der Beschichtung mit Pulverlacken erreicht, hierbei wird der hygienische Aspekt heutiger Ansprüche genüge getan (Porenverschluss), jedoch bleibt die Grundstruktur des Gusses erhalten.

Gutachterausschuss

auch: Gutachterausschüsse

Gutachterausschüsse sind in vielen Bereichen des Bauwesens aktiv, u. a. bei der DIN e.V. Per Gesetz sind bei allen Gemeinden und Städten Gutachterauschüsse aktiv, die ihre Geschäftsstellen bei den jeweiligen Liegenschafts- und Katasterämtern haben. Diese Ausschüsse ermitteln nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches und der Wertermittlungsverordnung die Bodenrichtwerte.

Gütegemeinschaft

Eine Gütegemeinschaft ist ein freiwilliger Zusammenschluss besonders qualitätsbewusster Hersteller und Dienstleister in der Form eines rechtsfähigen Vereins. Sie ist mit der Organisation zur Durchführung und Überwachung - durch Eigen- und stetige neutrale Fremdüberwachung - beauftragt. Als Ausweis der Einhaltung der Gütesicherung vergibt die Gütegemeinschaft ein RAL-Gütezeichen an die Hersteller oder Dienstleistungsanbieter, die die Anforderungen an die Gütesicherung erfüllen. Gütegemeinschaften beschäftigen oder beauftragen Güteprüfer mit der Kontrolle der Standards.

Güteprüfer

Gütegemeinschaft(%en, die ein (%Gütezeichen auf den Markt gebracht haben, beschäftigen oder beauftragen sog. Güteprüfer mit der Kontrolle der festgelegten Standards. Güteprüfer ist kein erlernbarer Beruf. Diese Tätigkeit wird im Baubereich von Bauingenieuren, Architekten, Baubiologen, Bauphysikern, Bauchemikern usw. ausgeführt. Nicht selten gehört ein Güteprüfer selbst zu dem Kreis, der die Gütegemeinschaft ins Leben gerufen hat. Inwieweit Güteprüfer tatsächlich völlig unabhängig arbeiten, ist in der Branche umstritten.

Güteraufzug

auch: Güteraufzüge

In Güteraufzügen dürfen, im Gegensatz zu Lastenaufzügen, keine Personen befördert werden. In Bezug auf Fahrschacht, Fahrkorb und Triebwerksraum sowie Fahrkorbgrundflächen und Mindesttragflächen entsprechen sie im wesentlichen den Personen- und Lastenaufzügen. Unterfluraufzüge sind vereinfachte Güteraufzüge oder Behälteraufzüge, deren Fahrschacht in Höhe des Niveaus der obersten Haltestelle endet. Die Aufzüge werden gerne zum senkrechten Transport von Abfallbehältern zwischen Keller- und Erdgeschossniveau eingeplant. Der Fahrschacht ist dabei in der Regel durch eine bewegliche Schachtabdeckung abgesichert. Behälteraufzüge sind Güteraufzüge, die ausschließlich zur Beförderung von für die jeweilige Aufzugsanlage bestimmten Sammelbehältern zwischen höchstens drei Haltestellen dienen; die Tragfähigkeit darf 1000 kg und die Betriebsgeschwindigkeit darf 0,3 m/s nicht übersteigen. Lagerhausaufzüge sind Güteraufzüge in landwirtschaftlichen Lagerhäusern, deren Tragfähigkeit 1000 kg, deren Fahrkorbgrundfläche 2,5 m² und deren Betriebsgeschwindigkeit 0,3 m/s nicht übersteigen.

Gütezeichen

auch: RAL-Gütezeichen

Gütezeichen kennzeichnen solche Produkte und Dienstleistungen, die nach hohen festgelegten Qualitätskriterien hergestellt oder angeboten werden. Sie werden in einem besonderen Verfahren - unter Einschaltung unter anderem der von der Gütesicherung betroffenen Fach- und Verkehrskreise - errichtet und unterliegen einer stetig neutralen Überwachung. Die Kompetenz zur Schaffung von Gütezeichen liegt ausschließlich bei RAL, dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. RAL-Gütezeichen gibt es für viele Produkt- und Dienstleistungsbereiche. Im Baubereich gibt es eine Vielzahl von Gütezeichen, zum Beispiel für Tapeten, Fenster, den Trockenbau, den Kanalbau oder Holzbauteile. Darüber hinaus ist im Bauwesen ist vor allem die Normierung von Farben "nach RAL" wichtig, etwa für Fenster- oder Fassadenbeschichtungen.

g-Wert

auch: g-Werte

Glas kann wie kein anderes Material aus der natürlichen Sonneneinstrahlung passiv Solarenergie gewinnen und so für kostenlose Heizwärme zu sorgen. Die Gesamtenergiedurchlässigkeit, auch g-Wert genannt, gibt den Anteil des Sonnenlichts an, der durch eine Verglasung dringt. Bei der modernen Doppelverglasung liegt der g-Wert bei etwa 0,6. Das bedeutet, dass 60 % der eingestrahlten Sonnenenergie in den Raum dringen. Bei Einfachverglasungen liegt dieser Wert bei etwa 0,87. Der Rest wird reflektiert oder von der Scheibe absorbiert. Je höher der g-Wert, desto größer ist der Energiegewinn von außen nach innen, aber auch der Energieverlust von innen nach außen.