Das große Baumarkt Lexikon

Alles zum Thema "B"

Baby-Batterie

auch: Baby-Batterien

Die Baby-Batterie zählt zu den gängigsten Batteriegrößen. Sie besitzt eine Spannung von 1,5V. Die Bezeichnung "Baby" findet man häufig nicht auf der Verpackung, dort stehen Kürzel wie LR14, R14 oder C. LR14 ist die europäische Bezeichnung für eine Alkali-Baby-Batterie, R14 die Bezeichnung für eine Zink-Kohle-Batterie. Dies sind zwei verschiedene Batteriesysteme. C ist schließlich die amerikanische Bezeichnung für eine Baby-Batterie.

Babyschutzgitter

Backdraft

Explosion, die durch die plötzliche Zufuhr von Sauerstoff an einen Schwelbrand ausgelöst wird. Backdrafts treten immer häufiger auf, da die heute im Bauwesen verwendeten modernen Materialien (Kunststoffe, beispielsweise in Form von Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen, Vorhängen etc.) vermehrt zu einer Zersetzung durch Hitze neigen. Da gleichzeitig die Wärmedämmung der Objekte immer mehr verbessert wird, kann die bei einem Brand entstehende Wärme nicht mehr rasch genug abfließen. Flashover ist ein weiterer Begriff, der im Zusammenhang mit Brandereignissen immer häufiger auftritt.

Backenbrecher

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Der Backenbrecher ist eine Maschine zur groben Zerkleinerung von Gesteinen, Erzen, Schlacken u.a. Er arbeitet mit einer festen und einer bewegl. 'Brechbacke'. Backenbrecher sind sehr robust und widerstandsfähig. Sie werden in vielen Anlagen der Gesteinsaufbereitung als Vorbrecher eingesetzt. Bei ihnen findet eine Druckzerkleinerung statt, d.h. das zu brechende Gut befindet sich in einem sich abwechselnd verengenden oder erweiternden Spalt zwischen einer feststehenden Druckplatte und einer sich bewegenden Brechplatte. Bewegt sich die Brechplatte mit hoher Geschwindigkeit hin und her, so wird der Übergang zum Schlagbrechen erreicht.

Backenschmiege

siehe Schmiege.

Backsteinbau

auch: Backsteinbauten

Ein Backsteinbau ist ein aus gebrannten Ziegeln (Backsteinen) aufgeführter Bau, dessen Aussenseite oft unverputzt und unverkleidet bleibt. Im Abendland zuerst von den Römern angewendet, wird der Backstein von den Byzantinern übernommen und teils im Wechsel mit Naturstein verwendet, teils zu reinen Backsteinbauten aufgeführt. In Nord- und Nordostdeutschland entwickelt der Backsteinbau seit dem 12. Jh. bis in die späteste Gotik hinein seine schönsten Möglichkeiten. Dabei werden die zerbrechlichen gotischen Zierformen meist vermieden oder vereinfacht und die gekrümmten Profile des Maßwerks, der Fenster- und Portallaibungen aus Formsteinen zusammengesetzt. Der herb-gewaltige Eindruck dieser Bauten rührt von den glatten Riesenflächen her, die großlinig von Blendspitzbögen, Zier- und Quergiebeln (Zwerchdach) aufgelockert werden.

Backsteinziegel

siehe Backstein.

Bad

auch: Bäder

Der historische Begriff des Badezimmers gerät langsam in Vergessenheit, an seine Stelle ist der kurze und knappe Begriff Bad getreten. Das Bad gehört heute zu den Selbstverständlichkeiten einer jeden Wohnung, wobei zu den Ausstattungskriterien eines Bades eine Badewanne oder eine separate Duschkabine gehören, ein Waschtisch sowie eine WC-Schüssel. Je nach Größe werden in Bäder auch zwei Waschtische, separate Wanne und Dusche, statt der Wanne auch ein Whirlpool und ein Urinal eingebaut. Zur Standardausstattung gehört auch ein Badheizkörper, der nicht nur den Raum zusätzlich beheizt, sondern auch der Erwärmung der Badetücher dient. Die Deutschen geben relativ viel Geld für ihre Bäder aus und sprechen bei Neubau oder Renovierung davon, sich ein Traumbad einrichten zu wollen.

Badablauf

auch: Badabläufe

Der Badablauf ist ein Bodenablauf mit Geruchsverschluss mit seitlichem Zuflussstutzen zum Anschluss von mindestens einem Sanitärausstattungsgegenstand, z.B. einer Badewanne, einer Duschwanne oder eines Waschbeckens. Badabläufe gibt es aus Edelstahl, Kunststoff oder Gusseisen. Sie können einen seitlichen Ferneinlauf für Badewannen oder Duschwannen besitzen - oder auch nicht. Angeschlossen werden Bodenabläufe an entsprechende Bodenabdichtungen nach DIN 1986.

Badaccessoires

auch: Bad-Accessoires

Bezeichnung für die optisch besonders wirkungsvollen Zubehörteile, die für die Funktionalität eines Bades entweder wichtig sind oder in der Hauptsache nur einen dekorativen Zweck erfüllen. Zu den Accessoires zählen Handtuchhalter, Ablagen aus Glas, Marmor usw., WC-Garnituren, Halterungen für Zahnputzbecher, WC-Bürsten-Sets, Behälter für Gästehandtücher, Spiegel und dergleichen.

Badarmatur

auch: Badarmaturen

Unter Badarmaturen werden die sichtbaren Teile der Sanitärarmaturen verstanden, also z. B. Wannenbatterien, Waschtischbatterien oder Brausegarnituren. Badarmaturen werden aus Metalllegierungen hergestellt und kommen meistens in verchromter Ausführung in den Handel. Es gibt diese aber mit farbigem Kunststoffüberzug, aus Messing oder in Echtvergoldung sowie aus Edelstahl, wobei auch mattierte und im Fall von Edelstahl auch "gebürstete" Oberflächen hergestellt werden. Badarmaturen können auch ein ausgefallenes Design aufweisen, wobei Materialkombinationen mit transluzenten farbigen Kunststoffen oder sogar farbigem Echtglas besonders interessant wirken.

Baddekore

auch: Bad-Dekore, Baddekor, Bad-Dekor

Nicht eindeutig zuzuordnender Begriff. Verschiedene Hersteller von Fliesendekoren nennen ihre Produkte auch Bad-Dekore.

Badeofen

auch: Kohlebadeofen

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Früher gab es im Bad meist einen speziellen Ofen, der mit Kohle, Holz oder Briketts geheizt wurde und der das Wasser erhitzte. Auch heute gibt es noch Badeöfen, wie man der Abbildung des Bade- und Duschwannenherstellers Kaldewei entnehmen kann. Im unteren Teil des Badeofens wird befeuert, im oberen Teil wird das Wasser erhitzt.

Bäderarchitektur

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In der deutschen Kaiserzeit zwischen 1871 und 1913 bildete sich an der Ostsee, insbesondere auf Rügen und Usedom, eine Mischmasch-Architektur heraus, die fast alle Baustile umfasste. Die wuchtigen mehrgeschossigen Villen wiesen Elemente vom Jugendstil über den Klassizismus bis hin zum Fachwerkhaus und zum sog. Schweizerhaus auf. Erker und Türmchen wie auch griechische Säulen, romanische Fenster­bögen und Loggien gehörten mit zum Stil der Bäderarchitektur. Zu DDR-Zeiten fast verfallen, wurden sie wieder in Stand gesetzt und geben jetzt den "Kaiserbädern" Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, aber auch anderen Badeorten an der Ostee, den merkwürdigen Charme zurück, den die protzigen Gebäude einst aufwiesen. Auch im ehemaligen Swinemünde (heute Swinoujscie) haben die Polen alles darangesetzt, die alte Bausubstanz der im Stil der Bäderarchitektur erbauten Villen und Hotels zu erhalten.

Badewanne

auch: Wanne, Badewannen

Die Badewanne war immer schon ein Ort der Erholung und Entspannung, auch wenn dort mitunter ganz anderen Vergnügungen nachgegangen wird. Was sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch geändert hat ist das Material, aus dem Badewannen hergestellt werden. Gaben früher Blech, Kupfer, Gusseisen oder Holz den Ton an (siehe Kupferbadewanne, Holzbadewanne und Gusseisenbadewanne), so findet man heute hauptsächlich noch Wannen aus Stahlemail und Sanitäracryl (siehe Stahlemail-Badewanne bzw. Acryl-Badewanne). Zudem gibt es noch einige Verbundwerkstoffe, welche die positiven Eigenschaften von Email und Acryl in sich vereinigen.

Badewannenfaltwand

auch: Badewannen-Faltwand

Die Badewannenfaltwand ist keine Wand - vielmehr besteht sie aus meistens drei zusammen schiebbaren, also faltbaren Fensterflügeln. Diese Flügel haben einen Alu-Rahmen, in den Echtglas oder Plexiglas eingelassen ist. Badewannenfaltwände werden an einer Seite mit der Wand verdübelt, während die Faltelemente auf dem Beckenrand aufliegen. Um den Beckenrand nicht zu zerkratzen, ist der Alu-Rahmen unten mit einer elastischen Dichtschiene versehen. Solche Dichtungen befinden sich auch zwischen den Scharnieren der einzelnen Elemente, so dass kein Spritzwasser auf den Badezimmerboden gerät.

Badezimmer

Im Aussterben begriffene Bezeichnung für den Raum, in dem man ursprünglich nur ein Wannenbad nahm, während sich die Toilette auf dem Hof oder im Zwischengeschoss eines Mietshauses befand. Der Begriff Badezimmer hat inzwischen der Kurzbezeichnung Bad Platz gemacht, wobei zu den Ausstattungskriterien eines Badezimmers heutzutage natürlich genau jene Einrichtungsgegenstände und sanitären Anlagen gehören, die man auch in einem Bad findet. Das Badezimmer unserer Vorfahren war keineswegs grundsätzlich in die Wohnung integriert, sondern konnte sich auch im Keller oder in einem Anbau befinden. Die Badewanne aus verzinktem Blech oder aus Holz war nicht mit dem Boden verbunden. Das heiße Wasser musste mit Kannen herbeigebracht und nach dem Bad auf die gleiche Weise wieder entsorgt werden. Noch um die Jahrhundertwende nahmen unsere Vorfahren im Badezimmer ein Duschbad, indem sie sich in eine spezielle flache Schüssel stellten und aus einem Schwamm Wasser über sich ausquetschten.

Badheizkörper

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Unter einem Badheizkörper wird vor allem ein Radiator verstanden, der sowohl das Bad beheizt als auch Handtücher erwärmt. Aus diesem Grund sprechen vereinzelte Hersteller auch von einem "Handtuchwärmekörper". Badheizkörper können, wenn sie so große Dimensionen wie etwa ein Säulenradiator erreichen, durchaus auch für große Badezimmer die alleinige Heizquelle darstellen. In der Regel handelt es sich aber um Zusatzheizungen, deren angenehmer Neben- oder Haupteffekt das Erwärmen von Badehandtüchern ist. Badheizkörper haben sich zu regelrechten Design-Objekten entwickelt. Es werden auch Badheizkörper in Form von Warmwasser-Flächenheizungen angeboten, die zum Teil als Skulpturen wie etwa einem Seepferd ausgebildet sind.

Badmöbel

Badmöbel sind speziell für das Bad hergestellte Spiegel, Spiegelschränke, Waschtisch-Unterschränke, Hochschränke oder Regale. Sie werden oft in ganzen Serien angeboten, so dass das Bad einen einheitlichen Stil besitzt. Badmöbel werden aus Holz, Furnieren, Holzwerkstoffen, Kunststoffen oder Metallen hergestellt. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Bad müssen sie von einer besonderen Qualität und auch unempfindlich gegen Spritzwasser sein.

Bad-Schnellheizer

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Bad-Schnellheizer sind wandmontierte Heizlüfter, die ihre Wärme ausschließlich als Konvektionswärme abgeben und durch die kompakte Bauform  vorrangig in Bädern eingesetzt werden. Die Geräte verfügen alle über Anschlussleitung und Stecker.

Badwärmer

Der Badwärmer ist ein von verschiedenen Hersteller genutzter Begriff für Badheizkörper.

Baffel

auch: Baffeln

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Wenn Akustikdecken noch nicht genügen, um in einem Vortrags­raum oder Konzert­saal eine gute Akustik ohne Nach­hall­effekte zu erzielen, werden Baffeln eingesetzt. Baffeln können rechteckige, in einen Rahmen eingefügte Paneele sein, die wie weiße Handtücher auf einer Wäscheleine aussehen. Es kann sich aber auch um Lamellen oder wurstartige Akustikbaffeln handeln, die vertikal von der Decke abgehängt oder horizontal unter die Decke geklebt werden. Das Material der Baffeln besteht zumeist aus weichem, offenporigem Schaumstoff oder aus kunstharzgebundener Steinwolle.

Bagatellmengen

Von Bagatallmengen wird auf dem Bau bei Arbeiten gesprochen, die so geringfügig sind, dass sie vom Bauunternehmen nicht in Rechnung gestellt werden. Auch bei der Entsorgung von Bauschutt wird mitunter von Bagatellmengen gesprochen. Wer z.B. nur ein, zwei kleine Eimer mit Bauschutt entsorgen möchte, kann darauf hoffen, nichts bezahlen zu müssen, weil es sich um eine Bagatellmenge handelt. Allgemein stellt eine Bagatellmenge also eine so geringfügige Menge dar, die es nicht lohnt, sie weiter zu betrachten.

Bagger

Allgegenwärtiges Baufahrzeug, das zum Lösen und Laden des Bodens eingesetzt wird. Die Arbeitsweise eines Baggers kann sowohl stetig als auch unterbrochen sein. Weiterhin werden Standbagger, Fahrbagger und Flachbagger unterschieden. In zu hartem Fels wird das Gestein durch Bohren und Sprengen oder durch Reißen gelöst.

Bagger-Lader

auch: Baggerlader

Der Bagger-Lader ist ein universell einsetzbares Tiefbau-Fahrzeug, das wie ein Radlader konstruiert ist, jedoch neben der Schaufel hinten auch noch über einen Baggerarm verfügt. Damit kann mit einem Fahrzeug das Erdreich aufgebaggert und anschließend aufgenommen und anderweitig abgeladen werden.

Baggermatratze

auch: Baggermatratzen

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Baggermatratzen sind Konstruktionen aus Hartholz. Sie eignen sich neben dem Einsatz als befahrbare Baustraße für vielfältigste Aufgaben: als Schiffsboden, als Fahrbahndecke auf Stahlträger einer Behelfsbrücke, als Umrandung eines Schüttgutlagers, als Schutz bei extrem belastender Hartgummibereifung von Hebefahrzeugen, für Instandsetzungen zwischen Bahnschienen und überall dort, wo große Lasten auf schwierigem Untergrund schnell und kostengünstig bewegt werden müssen.

Baggerwerkzeug

auch: Baggerwerkzeuge

Werkzeug, das an einen Bagger montiert wird und das zum Lösen des Bodens benötigt wird. Man unterscheidet Hochlöffel, Tieflöffel, Schalengreifer, Schürfkübel oder Schleppschaufel.

Bahn

siehe Breitbahn.

Bahnschwelle

auch: Bahnschwellen

Bajonettkupplung

auch: Bajonettverriegelung, Bajonett-Kupplung, Bajonettkupplungen, Bajonett-Kupplungen

Schnellverschlusskupplung bei der Nasen mit begrenztem Drehwinkel in Schlitzen oder Rillen laufen. Sie wird beispielsweise zur Verriegelung von Rundsteckverbindern oder bei einem Hochdruckreiniger verwendet.

Bajonettsockel

auch: Bajonett-Sockel

Bajonettsockel ist die Bezeichnung für den Sockel einer Glühlampe oder Halogen-Glühlampe. Im Gegensatz zum Edisongewinde, wo geschraubt werden muss, wird die Glühlampe mit Bajonettsockel in die Fassung reingedrückt und durch eine halbe Drehung eingerastet. Solch einen Verschluss findet man häufig bei kleineren Glühlampen für Fahrrad oder Taschenlampe. Ein kleiner Bajonettsockel wird mit B15d, ein größerer mit B22d benannt.

Bajonettverriegelung

auch: Bajonettverriegelungen, Bajonett-Verriegelung, Bajonett-Verriegelungen

BAK

Die Abkürzung BAK steht für Bundesarchitektenkammer. Die Bundesarchitektenkammer vertritt auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen von rund 123.900 Architekten gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Mitglieder der BAK sind die Architektenkammern der 16 deutschen Bundesländer.

Bake

auch: Baken

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Baken sind fest installierte oder transportable Warntafeln oder Warnschilder, wie sie einem Autofahrer täglich hundertfach begegnen. Sie warnen vor Bahnübergängen, Straßenverengungen oder Bauarbeiten und sind in der Warnfarbe rot auf weiß gehalten. Transportable Baken sind relativ sturmfest und werden je nach Bedarf aufgestellt - auch zu Absperrzwecken bei Demonstrationen, Karnevalsumzügen und dergleichen. Baugruben werden ebenfalls durch Baken in Verbindung mit Bauzäunen abgesichert. Flatterbänder haben zwar ebenfalls eine Warnfunktion, genügen aber zur Absicherung von Baustellen auf keinen Fall.

Bakterizide

siehe Biozide.

Balancer

auch: Federzug

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Balancer ( Federzüge) halten Werkzeuge scheinbar schwerelos an einer gewünschten Position. Es gibt verschiedene Ausführungen der Federzüge, mit Arretierung, mit Ein-/Ausschalter, mit Schlauchzug und mit Ventil für den automatischen Schraubenanzug. Balancer werden überwiegend mit Druckluft- oder Hochfrequenzwerkzeugen eingesetzt.

Balken

auch: Balkenträger

Balken haben im Bauwesen unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen ist ein Balken ein waagrechter Träger aus Massivholz oder aus verleimten Brettern, im übertragenen Sinne und im Sinne der Statik auch aus anderen Baustoffen (z. B. Stahlbetonbalken). Balken aus Holz oder Stahl(beton) sind die tragenden Teile einer Decke (etwa einer Holzbalkendecke). Auf und zwischen ihnen werden die ausfachenden (z.B. Einschubdecke, Dämmstoffe) und aufliegenden Deckenteile (z.B. Schalungsbretter, Hourdissteine, Betonplatten) befestigt. An ihnen wird je nach Bedarf eine Unterdecke abgehangen. Die Auflager der Balken (die Balkenköpfe) sind insbesondere bei Holzkonstruktionen besonders zu schützen. Im Stahlbetonbau nennt man die Balken meist Unterzüge, im Stahlbau Träger. Sind rechteckige oder quadratische Schnitthölzer, die in den Abmessungen von 6 x 6 cm bis 16 x 16 cm liegen. Anwendung: Universale Anwendung im Fertighausbau, Fachwerkbau, Dach- und Gerüstbau, für Schalungen im Stahl- und Betonbau. Balken sind auch Bauschnittholz. Die Balkenhöhe H muss >= 200 mm sein. sind Kanthölzer, bei denen die größere Querschnittsseite mindestens 20 Zentimeter mißt. Balken nehmen als tragende Bauteile zum Beispiel die Belastung von Decken auf.

Balkenanker

Ein Balkenanker ist ein Metallteil, auf das die Balken einer traditionellen Holzbalkendecke aufgelagert wurde. Balkenlager wurden aus Flacheisen geschmiedet und mit Nägeln und Krampen befestigt. Balkenanker waren häufig auch verziert, sofern sie vor der Außenwand lagen und somit sichtbar waren. Heutzutage erfolgt die Verankerung häufig über Ringbalken aus Stahlbeton. Zudem muss die Verankerung von Holzbalkendecken mit dem Mauerwerk nach DIN 1053 erfolgen.

Balkenbrücke

auch: Balkenbrücken

Balkenbrücken sind sicherlich die älteste Bauform von Brücken überhaupt. Eine Balkenbrücke besteht im einfachsten Fall aus zwei Widerlagern und dem Träger (dem "Balken"), auf dem sich die Fahrbahn befindet. Es sind aber auch Konstruktionen über mehrere Felder und Zwischenauflager möglich. Früher bestand die Fahrbahn bzw. der Gehweg im Normalfall aus Holzbohlen oder noch einfacher aus nebeneinander gelegten Rundhölzern oder aus Bohlen. Heutzutage werden Balkenbrücken aus Stahlbeton, Spannbeton oder seltener aus Stahl hergestellt. Die Balkenbrücke ist heute die Standartkonstruktionsweise für Straßen- und Eisenbahnbrücken. Weit über 90% aller Brücken die wir mit dem Auto, der Eisenbahn, dem Fahrrad oder einfach zu Fuß überqueren, sind Balkenbrücken.

Balkendecke

auch: Balkendecken

Der Begriff "Balkendecke" wird im Bauwesen unterschiedlich verwendet. Zum einen wird damit eine Holzbalkendecke gemeint, zum anderen gibt es auch Balkendecken aus Stahlbeton. Bestandteile einer Stahlbeton-Balkendecke sind die Träger (Balken) Zwischenbauteile und der Ortbeton. Nach dem Auflegen der Betonträger (Gitterträger) auf den lastabtragenden Bauteilen (Wänden bzw. andere Träger) werden Zwischenbauteile aus Beton oder Leichtbeton auf diese gelegt. Über dieses Grundtragsystem wird nun eine Schicht Ortbeton aufgebracht, die je nach statischen Erfordernissen zusätzlich mit Stahlbewehrungsmatten bewehrt werden kann. Wegen des geringen Gewichts eignen sich derartige Decken besonders für das Verlegen mit der Hand.

Balkeneisen

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Im traditionellen Fachwerkbau kamen die Zimmerleute ohne Klammern aus Eisen aus. Dennoch wurden im Bedarfsfall Balkeneisen eingesetzt, um die Stabilität zu erhöhen oder um das Holzgefüge z.B. nach Setzungsvorgängen zu stabilisieren. Balkeneisen werden heute vorwiegend aus dekorativen Gründen eingesetzt, um eine Balkendecke aus Zierbalken besonders rustikal erscheinen zu lassen.

Balkenhobel

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Elektrohobel mit einer besonders großen Hobelbreite von 30 cm oder mehr, normal sind etwa 8 cm. Durch die große Breite lassen sich besonders große Flächen hobeln, ohne dass irgendwelche Hobelspuren zu sehen sind. Balkenhobel sind sehr schwer (10-20 kg) umn daher sehr ermüdend in der Handhabung. Der Zimmererhobel ist universell verwendbar zum Hobeln und Abgleichen sichtbarer Balkenoberflächen, zum Beispiel von unverhüllten oder überstehenden Teilen. Geeignet ist er auch zum Hobeln von Bauholz, zum Beispiel für sichtbare Fachwerkkonstruktionen und für andere Zimmerer- und Tischlerarbeiten.

Balkenkopf

auch: Balkenköpfe

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Die jeweiligen Enden von Holzbalken werden als Balkenköpfe bezeichnet. Balkenköpfen muss besondere Beachtung geschenkt werden, wenn sie der Einwirkung von Feuchte ausgesetzt sind. Das Auflager im Mauerwerk ist ein besonders kritischer Bereich. Über das freie Hirnholz des Balkenkopfes ist der Holzquerschnitt besonders stark durch eindringende Feuchtigkeit gefährdet. Die Gefahr von Schädlingsbefall wird dadurch größer. Im Fachwerkbau wird unter einem Balkenkopf auch das über die Außenwand hinausragende, oft mit Holzschnitzereien verzierte Ende eines Deckenbalkens verstanden. Im Holzhandel werden auch separate Balkenköpfe angeboten. Diese sind gedacht zur Montage unter einer Balkendecke, um dieser eine besonders antike Note zu geben. Bei historischen Bauwerken wurden Balkenköpfe häufig künstlerisch geformt und verziert.

Balkenlage

auch: Balkenlagen

Als Balkenlage wird der Verband aller tragenden Holzbalken nach deren Lage im Baukörper bezeichnet. Man unterscheidet Geschossbalkenlage, Dachbalkenlage und Kehlbalkenlage. Die Balkenlage beschreibt in der Regel alle Balken, die in einer Ebene liegen. Je nach Einbaulage werden Binderbalken, Streichbalken oder Leerbalken unterschieden. Nach der Belastung werden Druckbalken, Zugbalken, Biegebalken oder Durchlaufbalken unterschieden.

Balkenmäher

auch: Wiesenmäher

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Diese Rasenmäher haben vor der Achse einen oder zwei Messerbalken. Die einzelnen Messer (verschiedene Anzahl) sind als Dreiecksmesser ausgebildet und leicht nachzuschärfen. Diese Mähertypen sind zum Schnitt von hohem Gras, insbesondere für Blumenwiesen und größere Flächen geeignet. Die Schnitthöhe ist nur schwer regulierbar. Eine geringe Schnitthöhe ist nicht möglich und damit scheidet ihr Einsatz für Spiel- oder Zierrasen aus. Balkenmäher sind aufgrund ihrer geringen Wendigkeit ungeeignet für das Ausmähen von Baumscheiben oder für Bereiche um Sträucher herum.

Balkenplan

auch: Balkenpläne

Anhand eines Balkenplans kann der Bauablauf grafisch dargestellt werden. Die horizontale Achse des Balkenplans zeigt die Bauzeit (z.B. in Arbeitstagen oder Wochen). Auf der vertikalen Achse sind die einzelnen Teilvorgänge in ihrer zeitlichen Abfolge aufgelistet, wobei die Dauer der Vorgänge als horizontale Balken zu sehen ist. Es wird ein Soll- und Ist-Termin angegeben.

Balkenschalung

auch: Balkenschalungen

Stützen, Balken und Unterzüge aus Stahlbeton müssen vor dem Betonieren eingeschalt werden. Dies kann auf herkömmliche Weise mit Schalungsteilen aus Holz oder mit kleineren Elementen der Rahmenschalung geschehen. Zunächst erstellt man einen Schalboden in Höhe der Balkenunterseite. Dieser besteht in der Regel aus Schaltafeln in der Breite des Balkens. Die Schaltafeln liegen auf Querhölzern, die von Längshölzern getragen werden. Stützen tragen die Lasten auf den Untergrund ab. Die beiden seitlichen Schalungsschilder bestehen aus Schaltafeln, die zur Aufnahme des Betondrucks durch horzontale oder vertikale Schalungsträger verstärkt sind. Diese werden auf die Querhölzer gestellt und mit besonderen Balkenzwingen gegen den Schalungsboden gepresst.

Balkenschichtholz

siehe Duobalken

Balkenschuh

auch: Balkenschuhe

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Ein Balkenschuh ist ein gebogener Metallwinkel, mit dem ein Deckenbalken an einem anderen Balken oder einer Wand fixiert wird. Sie ersetzen auf wirksame Weise die herkömmliche Zapfen-Kammverbindungen. Eine Schwächung der Holzquerschnitte entfällt, dadurch kann der Holzquerschnitt statisch voll genutzt werden. Bei gleichen Holzquerschnitten sind dadurch wesentlich größere Stützweitren als bei gezapften Verbindungen möglich. Balkenschuhe werden für den Anschluss Nebenträger an Hauptträger sowie für Anschlüsse Nebenträger an Beton, Stahl oder Mauerwerk verwendet. Für senkrechte Pfosten sind Balkenschuhe, wie es der Name schon sagt, ideale Standfüße. Sie halten auch starke Belastungen aus. Als Auflage für einen waagerechten Balken dient ebenfalls ein Schuh. Gleichzeitig sorgt er für Seitenstabilität. Man bekommt ihn für verschiedene Holzstärken und auch mit nach innen abgewinkelten Befestigungslaschen, die eine \"unsichtbare\" Befestigung am Hauptträger ermöglichen. Sie werden hauptsächlich im Eckbereich eingesetzt.

Balkenträger

siehe Balken.

Balkenzug

auch: Balkenzüge

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Der Balkenzug ist ein Werkzeug des Zimmermanns. Er verwendet es zum Spannen, Ziehen und Zusammenpressen der Hölzer beim Aufschlagen des Dachstuhls. (Abbildung: Merk)

Balkon

auch: Balkone

Ein Balkon ist eine nicht überdeckte, an den freien Seiten mit einem Geländer oder einer Balustrade versehene Auskragung in den Geschossen von Gebäuden. Balkone können aus Holz, Stahl, Beton oder Aluminium sein. Auskragende Betondecken bei Balkonen wirken im Winter allerdings wie Wärmebrücken, sie leiten die Wärme aus dem Haus ab. Durch den Einbau von Balkon-Dämmelementen läßt sich das beim Neubau verhindern. Sie trennen den Balkon vom warmen Haus. Balkone sind meist mit Fliesenbelägen versehen, die durch fehlende Drainage, ungeeigneten Aufbau der Unterkonstruktion oder mangelhafte Abdichtung häufig zu Schaden kommen. Eindringendes Regenwasser und Frost sprengen Fliesen regelrecht auseinander und sorgen für zahlreiche Sanierungsfälle. Dem Geländer wird häufig wenig Beachtung geschenkt, obwohl es zwischen Leben und Tod entscheiden kann. Einer regelgerechten Befestigung sollte daher unbedingt Beachtung geschenkt werden. Balkone können auch nachträglich montiert werden. Man spricht dann von Anbaubalkonen. Ein französischer Balkon ist jedoch kein Balkon, sondern nur eine Absturzsicherung.

Balkonblenden

Balkonbretter

auch: Balkonbrett

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Im Gegensatz zu Balkon-Formholz rechteckige gehobelte Bretter mit oder ohne Fase, jedoch fast immer geriffelt oder in der Oberfläche reihenweise genutet. Die Riffelung oder Nutung verhindert, dass jemand auf feucht gewordenen Brettern ausrutscht. Balkonbretter werden auf einer Unterkonstruktion aus Holz oder Metall verschraubt. Aus statischen Gründen muss von Fall zu Fall entschieden werden, welche Bretter aus welcher Holzart in welcher Stärke verwendet werden können. Infrage kommen nur Hölzer wie etwa Gartenhölzer, die belastbar, resistent und dauerhaft sind. Dazu zählen Robinie (siehe Foto) und verschiedene tropische Hölzer wie etwa Bangkirai.

Balkonbrüstung

auch: Balkonbrüstungen

Als Balkonbrüstung bezeichnet man den Sturz-, Witterungs- und je nach Material auch Sichtschutz, der aus einer durchgängigen Platte (etwa aus Stahlbeton, Mauerwerk, Glasbausteine, Acrylglas) besteht. Ein Balkongeländer lässt dagegen zwischen seinen Stäben Raum frei, ebenso ein Balkongitter (etwa aus verzinkten Eisenstäben). Die Mindesthöhe des Schutzes ist in der jeweiligen (Landes)Bauordnung festgelegt, der maximale Abstand der Geländer- oder Gitterstäbe darf nur 14 cm betragen, damit ein Kinderkopf nicht hindurch kommt. Ausserdem darf auf Balkonen als Windschutz nur Sicherheitsglas verwendet werden.

Balkonentwässerung

Um Schäden durch stehendes Wasser zu vermeiden (z.B. durch gefrierendes Wasser in Fliesenfugen), müssen Balkone eine gut funktionierende Entwässerung haben. Die Entwässerung kann durch eine Regenrinne (z.B. bei einem Geländer) oder einen Wasserspeier erfolgen (bei einer Balkonbrüstung). Dazu muss der Balkonboden ein funktionstüchtiges Gefälle haben. Die Balkonentwässerung sollte mehrmals im Jahr geprüft werden.

Balkon-Formholz

auch: Balkon-Formhölzer, Balkonformholz

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Bezeichnung der Holzwerke und des Holzhandels für Bretter, die "geformt" sind und als hölzerne Gitterstäbe einen Balkon umkleiden. Die Balkon-Formhölzer an Landhäusern speziell in Süddeutschland sind in einem alpenländischen Stil "geformt", die den Eindruck von Handschnitzarbeiten erwecken. Die handelsüblichen Breiten liegen zwischen 60 und 190 mm, die Höhen zwischen 840 bis 980 mm.

Balkongeländer

Ein Balkongeländer ist in erster Linie die Absturzsicherung eines Balkons. In zweiter Linie fungiert ein Balkongeländer aber auch als Sichtschutz oder Windschutz. Der optische Aspekt eines Balkongeländers darf auch nicht unterschätzt werden, kann so ein Geländer doch dem Haus seine eigene Note geben. Rein von der Konstruktion besteht ein Balkongeländer aus senkrechten Pfosten (meist aus Edelstahl, aber auch aus Holz), die am Balkon verankert werden und senkrechten bzw. waagerechten Füllstäben bzw. Füllbrettern. Als Material für die Verkleidung der Pfosten kommen Glas, Kunstoffe, Lochbleche, Colorplatten, Aluminium oder Holz zum Einsatz. Ein Geländer muss statisch berechnet sein. Dazu müssen nach DIN 1055 neben dem Eigengewicht des Geländers noch Horizontal- und Vertikallasten angenommen werden, die durch Wind, Blumenkästen oder Auflehnen entstehen. Ein Statiker ermittelt die maßgebenden Beanspruchungen, woraus sich die Pfostenabstände und Profilquerschnitte ergeben. Zur Befestigung der Pfosten müssen spezielle Dübel verwendet werden. Für die Verankerung im vorderen Randbereich einer Balkonplatte dürfen nur spannungsfreie bzw. spreizdruckfreie, bauaufsichtlich zugelassene Dübel aus Edelstahl V4A verwendet werden. Dies sind zugzonentaugliche Klebeanker sowie Hinterschnittanker. Dabei kommt es auch immer auf die Bauteildicke an. Ist diese nicht ausreichend, muss mit einer Durchsteckmontage gearbeitet werden.

Balkonmarkise

auch: Balkonmarkisen

siehe Markise.

Balkontür

auch: Balkontüre, Balkontüren

Ballen

siehe Ballenware

Ballenpressen

Ballenware

Ballenware ist ein Begriff aus dem GALA Garten- und Landschaftsbau. Darunter werden Büsche und Gehölze verstanden, die in einer Baumschule vorsichtig mit Wurzelballen ausgegraben werden, um an einem anderen Standort eingepflanzt zu werden. Damit die frisch ausgegrabenen Ballen nicht sofort austrocken und damit das Erdreich zwischen den Wurzeln nicht abfällt, wird Ballenware mit einem Jutetuch umhüllt, das beim Einpflanzen nicht entfernt wird, sondern langsam im Erdreich verrottet. Ballenware aus der Baumschule darf nur im Frühjahr und Herbst ausgehoben und verpflanzt werden im Gegensatz zu der sog. Containerware. Laubbäume und Obstbäume werden meistens als Ballenware angeliefert.

Ballfanggitter

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Ballfangzäune, auch Ballfang-Gitterzäune bezeichnet, sind im Prinzip besonders hoch angelegte Gittermattenzäune, die auf Sport- und Bolzplätzen installiert werden, damit die Bälle nicht auf angrenzende Straßen, Grundstücke oder Wege fliegen bzw. rollen. Moderne Ballfanggitter werden zwar schalldämpfend ausgestattet, dennoch gehen von diesen Zäunen erhebliche Lärmbelästigungen aus, wenn sie dicht an Wohngebieten aufgestellt worden sind.

Balmoral Red

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Balmoral Red ist eine Granitart aus Finnland. Wie alle roten Granite ist das Mineral sehr hart und daher für alle Bereiche drinnen und draußen sehr gut geeignet. Balmoral Red lässt sich hervorragend mit anderen Materialien wie Holz oder Metall, aber auch mit feinkörnigen, schwarzen Graniten kombinieren. Verarbeitet wird das Material zu Fliesen, Treppen, Fensterbänke, Bordüren, Küchenarbeitsplatten, Fassadenplatten, Pflaster und vieles mehr.

Balsahobel

auch: Balsa-Hobel

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Ein Hobel dient dem Glätten, also dem Hobeln von Holz. In den Grundkörper eines Holzhobels wird eine Messerklinke geschoben, das sog. Hobeleisen, das mit einem Holzkeil im Hobel eingeklemmt oder bei einem Metallhobel auf diesem festgeschraubt wird. Hobel gibt es in verschiedensten Ausführungen für die unterschiedlichsten Arbeiten. Ein Spezialhobel ist der Balsahobel aus Metall, so genannt nach dem Balsaholz, das speziell im Modellbau verarbeitet wird. Das Werkzeug ist klein und leicht. Das "Hobeleisen" ist in diesem Fall eine Klinge, die an zwei Stellen einsetzbar ist. Dadurch wird der Balsahobel gleichzeitig auch zum Kanten-, Sims- und Winkelhobel.

Balsaholz

Extrem leichtes und sehr gut schwimmfähiges Holz, das z. B. im Flugzeugmodellbau eingesetzt wird. Der Balsabaum wächst vor allem in Südamerika und wird bis 25 m hoch. Der Norweger Thor Heyerdahl segelte 1947 auf einem Balsa-Floß von Peru nach Polynesien, um den Beweis zu erbringen, dass frühe Hochkulturen aus Südamerika auf Entdeckerreisen gegangen sind. Das weiche Holz ist für die Bauwirtschaft absolut ungeeignet, zum Schnitzen aber ideal. In Deko- und Gartengeschäften werden farbenfrohe Tierfiguren aus Balsaholz angeboten, die in Ecuador oder Bali geschnitzt worden sind. Bevor Surfbretter aus Kunstharz entwickelt wurden, bestanden die Surfbretter der Hawaiianer aus Balsaholz.

Balsamterpentinöl

Balsamterpentinöl ist ein farbloses bis hellgelbes ätherisches Öl. Hergestellt wird es durch Destillation des Rindenausflusses geeigneter Kiefernarten. Die Kiefernharze werden in Südeuropa, vornehmlich in Portugal, von lebenden Bäumen gesammelt. Balsamterpentinöl ist das am häufigsten eingesetzte Lösungsmittel für pflanzliche Harze.

Baltic Brown

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Baltic Brown ist ein brauner Granit mit einer hochauflösenden Textur. Wegen seines warmen Farbtons passt er sehr gut zu Holz und Holzmöbeln. Das Gestein ist entweder mit geflammter, polierter oder geschliffener Oberfläche erhältlich. Die polierte Oberfläche ist am wenigsten empfindlich gegen Verschmutzung. Rutschfester wird das Material bei einer geschliffenen Oberfläche. Sehr rauh ist die geflammte Oberfläche. Solche Steine werden vor allem im Außenbereich eingesetzt. Der Stein eignet sich für alle Einsatzbereiche im Innen- und Außenbereich. Er wird verwendet für Bodenbeläge, Fensterbänke, Tische, Pflaster, Terrassen oder Arbeitsplatten.

Baluster

siehe Balustrade.

Balustrade

auch: Balustradenbrüstung, Brüstungsgeländer, Baluster, Balustraden

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Eine Balustrade ist ein spezielles Geländer aus Balustern. Ein Baluster ist ein rundes oder vieleckiges Säulchen aus Stein oder Holz, meist geschwellt und profiliert. Die Geländerstäbe besitzen einen größeren Querschnitt als Staketen.

Balustradenbrüstung

auch: Balustradenbrüstungen

siehe Balustrade.

Bambus

Bambus ist ein schnell und sehr hoch wachsendes Gras, das auch als Riesengras bezeichnet wird. Insbesondere die Gattung "Fargesia", ursprünglich in China beheimatet, ist heute in Mitteleuropa allenthalben verbreitet. Das Bambusrohr kann armdick werden und ist enorm biegsam. In China wird es auch heute für den Gerüstbau eingesetzt. In Deutschland dient es als Sichtschutz und dekorative Bepflanzung von Gärten und Vorgärten, wobei aus dem Rohr auch Sichtschutzmatten gefertigt werden. Möbel aus Bambus werden in Ostasien hergestellt und sind auch hier im Handel. Sogar zu Gartenpavillons wird das sich im Laufe der Zeit verholzende Bambusrohr verwendet. Dünnes Bambusrohr dient auch als Pflanzenstab. Die Parkettindustrie fertigt Bambusparkett und sogar "Frühstücksbrettchen" aus diesem nachwachsenden Rohstoff.

Bambusstab

auch: Bambusstäbe

siehe Bambus

Band

auch: Bänder

Bänder sind zunächst einmal diagonale Balken beim Fachwerkhaus. Ihnen kommt die Aufgabe zu, die Gefache auszusteifen. Der Begriff des Bandes bzw. der Bänder haben im Bauhandwerk jedoch noch andere Bedeutungen. Bänder sind beispielsweise auch bewegliche Beschläge. Ursprünglich liefen zwei Flacheisen oben und unten quer über das Türblatt und mussten die Holzbohlen zusammenhalten. Das herausragende Ende wurde eingerollt und in die in den Türstock eingeschlagene Angel eingehängt. Im Prinzip funktioniert das Heute noch genauso, doch wurden die Bänder den zeitgemäßen Fenstern und Türen angepasst. Nach Form und Anwendung unterscheidet man Aufschraubbänder, Kreuzbänder, Fitschenbänder, Einbohrbänder, Einstemmbänder, Anschweißbänder und Zapfenbänder.

Bandagenverfahren

Das Bandagenverfahren ist ein Holzschutzverfahren. Es dient hauptsächlich dem Nachschutz im Leitungsnetz stehender Leitungsmasten von Post und Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Auch ähnliche Rundhölzer wie z.B. Hopfensäulen und Ständern von landwirtschaftlichen Gebäuden in Holzmastenbauweise werden mit dem Bandagenverfahren geschützt. Die Bandagen werden um die Rundhölzer gelegt und reichen von ca. 30 cm über der Erdoberfläche bis 50 cm unter der Erdoberfläche. Die Bandagen verhindern somit einen ständigen Erdkontakt und Feuchtigkeitskontakt. In die Bandagenträger aus Schaumstoff oder anderen porösen Kunststoffmassen ist ein Holzschutzmittel eingearbeitet, das nach dem Anlegen der Bandage in das Holz eindringt und dieses schützt. Nach außen ist die Bandage wasserdicht. Damit von oben und unten keine Feuchtigkeit eindringen kann, wird die Bandage dort mit Spezialklebeband abgedichtet.

Bandbeschichtungslack

auch: Bandbeschichtungslacke

Banderder

Banderder ist die Bezeichnung für einen Fundamenterder, der aus Bandstahl besteht.

Bandmaß

Gleicht dem Rollbandmaß, doch beim Bandmaß ist das Band in der Regel aus Stoff, der mit Kunststoff überzogen und daher flexibel ist.

Bandrolle

Als Bandrolle bezeichnet man das aufgerollte Endstück eines Langbandes, Schippenbandes oder Kreuzbandes. Dieses Endstück wird in den Kloben eingehängt und ermöglicht somit das Öffnen und Schließen von Fenstern, Türen oder Fensterläden.

Bandsäge

auch: Bandsägen

Bandsägemaschine

auch: Bandsäge, Bandsägemaschinen

Eingesetzt werden Blockbandsägen (schwere Sägen mit 180 bis 300 mm Blattbreite) und Trennbandsägen (etwas leichtere Ausführung, Einsatz teilweise für Nadelholz). Die Schnittfugenbreite ist bei Bandsägen deutlich geringe als bei Gattersägen. Der Rollendurchmesser kann bis über 2 Meter betragen. Die Schnittgeschwindigkeit beträgt 60 Meter pro Sekunde und darüber. Die Maschine kann einen Vorschub von 200 Metern pro Minute und mehr leisten. Je nach Aufbau sind Stämme bis zu 3 Meter und darüber einschneidbar. Geschnitten werden kann: - Im Vorlauf des Sägeblockes - Im Vor- und Rücklauf (beidseitig gezahnte Sägeblätter) - Durch mehrere gegenüberliegende oder hintereinander angeordnete Einheiten (dadurch Erhöhung der Leistung der Anlage), im Tandemschnitt wird auch Nadelholz eingeschnitten.

Bandschleifer

auch: Bandschleifmaschine

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Mit dem Bandschleifer können innerhalb kürzester Zeit große Flächen plangeschliffen werden. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass bei ungleichmäßiger Führung Furchen in das Werkstück geschliffen werden. Daher sollte bei breiteren Werkstücken die Fläche leicht schräg zur Maserung abgefahren werden. Im Vergleich zu den anderen Schleifmaschinen bringt der Bandschleifer die höchste Flächenleistung. Ebenes Holz, Balken und Bretter können in mittlerer und grober Schliffgüte geschliffen, Stahlblech entrostet werden. Ein geschlossenes Schleifband wird von der Maschine mit etwa 200 bis 400 Metern pro Minute bewegt. Bei stationärer Verwendung des Bandschleifers können auch kleinere Werkstücke und Leisten bearbeitet werden. In das Gehäuse ist häufig ein Zweithandgriff für die unterstützende Führung integriert. Ein mitgelieferter Staubfangsack bewirkt sauberes und staubarmes Arbeiten. Auch zum schleifen von Parkett werden Bandschleifmaschinen verwendet. Diese sind natürlich wesentlich größer als die Maschine auf der Abbildung. Die Wirkungsweise ist jedoch die gleiche.

Bandschleifmaschine

auch: Bandschleifmaschinen

siehe Bandschleifer.

Bandschlüssel

Der Bandschlüssel ermöglicht das Halten und Drehen von vornehmlich größeren, runden Gegenständen bis zu einem Durchmesser von 160 mm, z.B. von Ölfiltern und Rohrenden. Mit dem Bandschlüssel lassen sich hohe Kräfte auf empfindliche Teile ohne Beschädigungsgefahr übertragen. Der Gurt passt sich dabei so an, dass die Kraft gleichmäßig verteilt wird.

Bandseitensicherung

auch: Bandseitensicherungen

Durch die Bandseitensicherung wird das Aufhebeln der Tür dort erhöht, wo sie angeschlagen ist. Erfahrene Einbrecher wissen, dass bei der Absicherung das Hauptaugenmerk auf der Schlossseite liegt, die Bandseite bleibt unbeachtet. Somit wird ein Aushebeln an der Bandseite allzuoft zum Kinderspiel. Bei vielen modernen Haustüren sind diese Bandseitensicherunge bereits schon integriert. Also bringen Sie Sicherheit an Ihre Türe und sichern Sie Ihre Bänder mit einer Bandseitensicherung. Bandseitensicherungen werden auch zur Fenstersicherungen eingebaut. Bei Fenstern wird sie zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel eingebaut.

Bandstock

auch: Bindestock, Bandstöcke

Als Band- oder Bindestock bezeichnet man beim Reetdach etwa daumendicke, etwa zwei Meter lange Stecken aus Weide, Haselnuss oder Tanne. Mit ihnen werden beim Decken des Reetdachs die Bunde an die Dachlatten gedrückt.

Band- und Tellerschleifmaschine

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Stationäre Kombimaschine, mit der Holz und holzähnliche Werkstoffe sowohl mit einem Tellerschleifer, als auch mit einem Bandschleifer bearbeitet werden können. Je nach Ausstattung kann die Band- und Tellerschleifmaschine (Foto Hersteller Scheppach) für verschiedene Bearbeitungsvorgänge verstellt werden. So kann der Bandschleifer waagerecht oder senkrecht aufgestellt werden, was das Kantenschleifen erleichtert. Über einen neigbaren Schleiftisch sind beim Tellerschleifer Einstellungen bis 45° möglich.

Bandverzinkung

Bei der Bandverzinkung handelt es sich um eine Art der Feuerverzinkung. Die Zinkschicht wird hierbei durch Eintauchen des Stahlbleches in ein geschmolzenes Zinkbad auf das Werkstück aufgebracht. Das Stahlblech passiert hierbei das Zinkbad in Form eines kontinuierlich durch das Bad laufenden Bandes. Bandverzinkte Bauteile sollten wegen der relativ geringen Dicke der Zinkschicht hauptsächlich in trockenen Innenräumen verwendet werden, da sich mit diesem Verzinkungsverfahren kein ausreichender Schutz gegen aggressive Umgebungsluft erreichen lässt. Viele dünne Blechprofile, die z.B. im Bereich des Trockenbaus zum Bau von Ständerwänden oder als Unterkonstruktion von abgehängten Decken Verwendung finden, werden durch Bandverzinkung gegen Korrosion geschützt.

Bandzwinge

auch: Bandzwingen

Eine Bandzwinge wird dazu benutzt, gleichmäßigen Druck auf alle vier Ecken, beispielsweise eines geleimten Bilderrahmens, auszüben. Sie besteht aus einem Nylon- oder Metallband, welches das zu pressende Teil umschließt und einspannt.

Bangkirai

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Tropisches Holz von erheblichem Gewicht und großer Härte. Wird in Bereichen mit hoher Beanspruchung eingesetzt, z.B. zur Deckung von Brücken. Zunehmend findet das dunkel-rötliche Holz Verwendung im Gartenbereich als Terrassenbelag, für hochwertige Gartenmöbel oder für Sichtzäune, weil ihm - ähnlich wie Teak - Regen wenig anhaben kann. Bangkirai neigt aber stark zum Ausbluten.

Bankbürgschaft

auch: Bankbürgschaften

siehe Aval.

Bankett

auch: Bankette

Ein Bankett hat nicht nur etwas mit dem Essen zu tun, sondern hat auch im Bauwesen verschiedene Bedeutungen. Zunächst ist Bankett die Bezeichnung für ein Streifenfundament, das zur Aufnahme von Wandlasten dient. Im Straßenbau wird der Seitenstreifen neben der Fahrbahn als Bankett bezeichnet. Der Seitenstreifen dient zur Böschungsbefestigung, zur Aufstellung von Verkehrsschildern oder als Fußweg. Schließlich ist ein Bankett auch eine andere Bezeichnung für Berme.

Bankhaken

Dieses Hilfsmittel aus Metall steckt in einem der "Bankhaken-Löcher" der Hobelbank und dient zum Festspannen der Werkstücke.

Bankradiator

auch: Bank-Radiator, Bankradiatoren, Bank-Radiatoren

siehe Bank-Radiator.

Bank-Radiator

auch: Bank-Radiatoren

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Wie der Name schon sagt, ist ein Bank-Radiator ein Radiator, der wie eine Bank hergestellt ist. Er dient also ebenso der Wärmeangabe, wie auch als Sitzgelegenheit. Ein Bank-Radiator wird mittels einer Konsole direkt im Boden verankert und nicht hängend an der Wand, um das Gewicht der auf der Bank sitzenden Personen abzufangen. Bank-Radiatoren sind in unterschiedlichen Bautiefen und Baulängen erhältlich. Die Sitzplatte besteht üblicherweise aus Naturstein, weil dieser die Wärme am besten aufnimmt und lange speichert.

Baptisterium

Das Baptisterium (lat. Taufgebäude) ist ein selbständiger, häufig achteckiger Zentralbau, der in altchristlicher und mittelalterlicher Zeit (4.-15. Jh) meist westlich von einer Bischofskirche errichtet wurde. Der Bau ist Johannes dem Täufer geweiht. Im Taufbecken wurde der Täufling untergetaucht. Mit dem Verschwinden dieser Sitte setzte sich der Taufstein durch, der seitdem in der Kirche steht.

Bardiglio

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Bardiglio ist ein taubengrauer, italienischer Marmor. Er wird häufig in Bordüren und Mosaiken verwendet und eignet sich sowohl für elegante als auch moderne Designs. Das Material ist in der Untergrundfarbe relativ schwach strukuriert und die Politur sehr empfindlich. Eine auch nur schwach frequentierte Oberfläche wird deshalb schnell durch Kratzer beeinträchtigt werden. Als Bodenbelag, für den Außenbereich oder als Küchenarbeitsplatte ist der Marmor daher fast nicht geeignet.

Barettfeile

auch: Barettfeilen

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Die Barettfeile besitzt einen dreieckigen Querschnitt mit extrabreiter Fläche. Zur Spitze hin läuft die Feile konisch zu. Geeignet ist sie für feine Feil- und Polierarbeiten. Verwendet wird die Barettfeile von Graveuren, Feinmechanikern, Instrumentenmachern, Uhrmachern und Goldschmieden. (Foto: Hersteller BAHCO)

Barfußbereich

auch: Barfußbereiche

Barfußbereiche sind in der Architektur jene Zonen in einem Wohnhaus oder einer Freizeiteinrichtung, in denen die Menschen barfuß herumlaufen. Fliesen der Bewertungsgruppe A sind in "weitgehend trockenen Barfußräumen", "Umkleideräumen" und dergleichen zu verlegen. Für weitgehend nasse Barfußgänge, für Planschbecken und Schwimmbadböden kommt die Bewertungsgruppe B infrage. Fliesen der Bewertungsgruppe C sind vorgeschriben bei ins Wasser führenden Treppen oder sog. Durchschreitebecken. Der private Schwimmbadbesitzer tut gut daran, sich auch an diesen Vorgaben zu orientieren.

Barfußdiele

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Die holzverarbeitende Industrie versteht unter diesem Begriff eine Hobeldiele, die zum Bau von Terrassen und Bootsstegen genutzt wird und barfuß begangen werden kann, ohne dass man sich durch Holzsplitter verletzt oder aufgrund von Nässe ausrutscht. Barfußdielen werden meistens aus Kiefer- oder Bangkiraiholz gefertigt. Sie erhalten dabei breite und tiefe Nute, durch die das Wasser ablaufen kann. Die Verschraubung mittels Senkkopfschrauben erfolgt auch in den Nuten, damit sich der Barfußgänger auch dann nicht verletzt, wenn sich die Schraube leicht gelöst haben sollte.

Barfußfliese

Entspricht einer Holzfliese, jedoch ist die Oberfläche des Holzes bearbeitet wie bei der Barfußdiele, also mit Nuten versehen.

Barghaus

siehe Gulfhaus.

Bariumverbindungen

Bariumverbindungen sind Verbindungen des chemischen Elements Barium. Dazu zählen unter anderem Bariumcarbonat, Bariumchlorid oder Bariumchlorat. Bariumverbindungen werden unter anderem in der Feuerwerkerei, der Glas- und Ziegelindustrie sowie zur Schädlingsbekämpfung verwendet.

Barock

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War der Kunst- und Baustil der Gotik schon auf eine dekorative Ausschmückung insbesondere von Kirchen ausgerichtet, so wurde das alles weit in den Schatten gestellt, als das Barockzeitalter begann, das etwa von 1600 bis 1725 währte und dann vom Rokoko abgelöst wurde. Die Portugiesen nannten Perlen, die nicht ganz kugelrund waren, "barocco". Das Wort nahm im Italienischen den Begriff des Absonderlichen an und wurde so auch als Baroque oder Barock in Frankreich und Deutschland verstanden. Kennzeichnend für den Barock sind überbordende Ausschmückungen von Schlössern und Kirchen (Foto: die Wieskirche), Klöstern und städtischen Palais. Weit geschwungene, vergoldete Ornamente, kostbarste Baumaterialien und alles in allem üppigste Formen von der holzgeschnitzten Kirchenkanzel bis zur Darstellung des menschlichen Körpers sind wesenstypisch für den Barock. Noch heute spricht man von "barocken" Formen, wenn man auf freundliche Weise von einer korpulenten Dame spricht. Solche Formen waren damals ein Schönheitsideal, wie aus den vielen Ölbildern des Peter Paul Rubens ersichtlich wird.

Barriere

auch: Barrieren

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Im Bauwesen wird unter einer Barriere eine einfache Absperrung aus Aluminium- oder verzinkten Stahlrohren verstanden, die an Sportstätten oder auf Bürgersteigen installiert werden, um Zuschauer bzw. Passanten daran zu hindern, auf den Sportplatz bzw. auf eine Straße zu laufen. Die Industrie bietet derartige Barrieren auch "für höchste Beanspruchung" in Edelstahl an sowie als Stecksysteme für die do-it-yourself-Montage.

barrierefreies Bad

auch: barrierefreie, Bäder

Seit einigen Jahren spricht man im Sanitärbereich von barrierefreien Bädern. Damit ist eine bestimmte Badgestaltung gemeint, die es dem behinderten oder in seiner Mobilität eingeschränkten Menschen ermöglicht, den Nassbereich weitgehend ohne fremde Hilfe zu benutzen. Speziell das Seniorenbad sollte barrierefrei geplant und ausgeführt werden. Im Privatbereich bedeutet barrierefreies Bauen auch eine Abstimmung auf die individuellen Bedürfnisse, Ansprüche und Fähigkeiten bzw. Einschränkungen des Benutzers. Der Badbereich sollte für jeden Nutzer möglichst frei von Hindernissen oder Stolperfallen sein. Auch bei öffentlichen Sanitäranlagen steht die Benutzbarkeit für Menschen mit verschiedensten Behinderung oder Einschränkung im Vordergrund. Wichtige Punkte bei der Badplanung sind genügend Bewegungsflächen vor WC, Waschtisch, Wanne und Dusche, der Waschtisch muss unterfahrbar sein und der Duschplatz muss bodengleich sein.

barrierefreies Bauen

Barrierefrei Bauen heißt, bauliche Anlagen so zu erstellen, dass Menschen mit den verschiedensten körperlichen Behinderungen diese benutzen können. Durch Anordnen von Rampen, Aufzügen sowie optischen und akustischen Leiteinrichtungen können Menschen mit körperlichen Behinderungen sich weitestgehend ohne fremde Hilfe bewegen. Auch eine Mutter mit dem Kinderwagen ist froh, wenn Sie ohne fremde Hilfe in den Bus einsteigen kann oder es zusätzlich zu einer Treppe noch eine Rampe gibt. Zur barrierefrei ausgebauten Wohnung gehören beispielsweise der Einbau von breiteren Türen, Hilfsmittel zur Benutzung einer Badewanne (z.B. elektrisch betätigte Hebeanlage), ebenerdige Duschen mit Bodeneinlauf, die mit einem Rollstuhl befahren werden können oder ausreichend Platz im Bereich der Toilette. In der Küche helfen auf geringerer Höhe angebrachte Küchenplatten, die gegebenenfalls auf Knopfdruck in der Höhe verstellbar sind. Ist die Wohnung im zweiten oder dritten Stock, hilft ein Aufzug, der natürlich so groß sein muss, dass darin ein Rollstuhl Platz findet.

Barrierefreiheit

siehe Barrierefreies Bauen.

Basalt

auch: Basalt-Pflasterstein

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Basalt ist ein vulkanisches Ergussgestein. Die Farbpalette reicht von fast schwarz bis hin zu einem bläulichen oder violetten Einschlag. Das Gestein ist kompakt, dicht, homogen, sehr feinkörnig und schwer zu bearbeiten. Häufige Verwendung für Basalt im Baubereich ist der Einsatz als Schotter und als Zuschlagsstoff bei der Betonherstellung. In basaltreichen Gegenden wird es heute wieder verstärkt als Natursteinpflaster verwendet. Auch für Treppen im Innenbereich, Platten, Verkleidungen oder Grabsteine eignet sich Basalt. Im Garten- und Landschaftsbau ist er zudem Zierstein für die Gestaltung mit Stelen oder wird verwendet als schwarzes Kontrastpflaster.

Basaltlava

Tiefgraues bis blauschwarzes Gestein mit wesentlich geringerer Druckfestigkeit als der echte Basalt. Verwendung findet Basaltlava zum Beispiel bei der Herstellung von Leichtbeton, Treppenstufen, Fußbodenplatten oder Natursteinpflaster. Basaltlava stammt aus der Eifel, Mittelitalien und Sizilien und ist sehr gut manuell zu bearbeiten.

Basaltmehl

Basaltmehl ist ein „Mehl“ aus Basalt, also klein gemahlenes Gestein, weshalb es auch Gesteinsmehl genannt wird. Wird das Gestein zu Körnchen kleiner als 0,1 mm gemahlen, dient es der organisch-biologischen Auflockerung landwirtschaftlich genutzter Böden und fördert auch als Beigabe in Komposthaufen den Zersetzungsprozess. Im Baubereich wird das Basaltmehl zum Verfugen von Pflastersteinen verwendet, und zwar in Korngrößen zwischen 1 und 2 mm. Durch Besprengen mit Wasser verbinden sich die Körner zu einer relativ festen Fugmasse, wobei sich ein Befall mit Unkräutern jedoch auf Dauer nicht verhindern lässt.

Basalt-Pflasterstein

Dunkelgrauer bis dunkelblauer Natursteinpflasterstein mit stärkster Druckfestigkeit, sozusagen unverwüstlich. Mehr Informationen: siehe Basalt.

Basis

auch: Basen

Basis bezeichnet den Fuß einer Säule oder eines Pfeilers. In seiner einfachen Form ist die Basis eine Scheibe aus Stein oder Marmor, deren Durchmesser größer ist als der des Schaftes, der wiederum auf der Basis steht und in deren Innern gefestigt wird. Manchmal hat die Basis die Form einer einfachen Plinthe oder sie verfügt über Ausschmückungen und Verzierungen. Manchmal ist sie auch so weit ausgestaltet, dass die Basis zum eigenständigen figurativen Element wird (z.B. als Tier oder andere Figur). In wieder anderen Fällen fehlt die Basis vollständig.

Basisabdichtung

auch: Basisabdichtungen

Eine Basisabdichtung findet man unter eine Mülldeponie. Sie soll verhindern, dass Sickerwasser, das mit Schadstoffen belastet ist, in den Untergrund und damit das Grundwasser dringt. Die Basisabdichtung besteht aus der eigentlichen Abdichtung und einer Drainage, über die das Sickerwasser abgeleitet wird. Die Basisabdichtung besteht heutzutage meist aus einer dreilagigen Tonschicht von jeweils 20 cm und einer PEHD-Dichtungsbahn (Polyethylen).

Baskül

auch: Basküle

Baskül oder Basküle, siehe Basküleverriegelung.

Baskule

Basküleverriegelung

auch: Basküleverschluss, Baskül, Baskule, Basquill, Basküleverriegelungen

Verriegelung für hohe Fenster oder Türen (z.B. Balkontüren). Dabei wird eine zweigeteilte Riegelstange mit einem Drehgriff nach oben und unten auseinander bewegt und in spezielle Endführungsstücke auf dem Fensterrahmen geschoben. Die beiden Teile der Riegelstange sind in Höhe des Handgriffs über ein Getriebe miteinander verbunden. Für die Basküleverriegelung gibt es zahlreiche weitere Bezeichnungen wie Basküleverschluss, Basküle, Baskül, Baskule, Basquill oder Basquille.

Basküleverschluss

auch: Basküleverschlüsse

Basquill

auch: Basquille

Basquill oder Basquille, siehe Basküleverriegelung.

Basswood

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Diese Laubholzart ist im Osten der USA, insbesondere im Norden und in den Großen Seen-Staaten, weit verbreitet. Der Splint von Basswood ist gewöhnlich sehr breit und creme-weiß. In Richtung des Kernholzes geht die Farbe ins blaßgelbe bis rötlichbraune über. Das Holz läßt sich gut maschinell bearbeiten, auch leicht mit Handwerkszeugen, weshalb es sehr gerne für Schnitzarbeiten verwendet wird. Zudem ist es leicht zu nageln, zu schrauben und recht gut zu verleimen. Basswood besitzt niedrige Festigkeitswerte und ist leicht und weich. Außer für Drechsler- und Schnitzarbeiten wird es für Möbel, Modellbau, Innenausbau und Musikinstrumente verwendet. Ein wichtiger Spezialzweck sind Jalousien.

Bast

siehe Baumstamm.

Bastardfeile

auch: Bastardfeilen

Traditionelle Bezeichnung für Feilen mit grober Zahnung, die sich dementsprechend auch nur für grobe Arbeiten eignen. Bastardfeilen haben die Hiebart 1.

Bastlerstift

auch: Bastlerstifte

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Feine Stahlstifte mit Senkköpfen in Längen zwischen 20 und 50 mm.

Bastlerwinkel

siehe Winkeleisen

Bastzelle

auch: Bastzellen

siehe Baumstamm.

BAT

BAT-Liste

Biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte beschreiben die Konzentration von Arbeitsstoffen in Körperflüssigkeiten beim Menschen. Die Toleranzwerte legen fest, wie schädlich Chemikalien in Dämmstoffen, wie z.B. Borax oder Borsäure, auf den Menschen wirken.

Batterie

auch: Batterien

Batterien sind kaum noch aus unserem Leben wegzudenken. Überall benötigt man die kleinen Stromspender: Fernbedienungen, schnurlose Telefone, Handys und vieles mehr. Der Batteriekauf ist für viele Verbraucher jedoch verwirrend: Steht man im Laden, weiß man oft nicht, welche Batterie man braucht, denn es gibt verschiedene Batteriegrößen und Batteriesysteme.

Batteriegröße

auch: Batteriegrößen

Batterien unterscheidet man nach Batteriegröße und Batteriesystem. Gängige Bezeichnungen für Batteriegrößen sind Micro-Batterie, Mignon-Batterie, Baby-Batterie, Mono-Batterie und E-Block-Batterie.

Batterieschalung

auch: Batterieschalungen

Batterieschalungen werden für die Herstellung von tafelartigen Beton-Fertigteilen eingesetzt. Sie gehören eher in das Gebiet des Formenbaus als in das des Schalungsbaus. Aufgrund der angestrebten hohen Stückzahlen werden im Formenbau ausschließlich Stahlschalungen (-formen) verwendet.

Batteriesystem

auch: Batteriesysteme, Batterie-System, Batterie-Systeme

Benötige ich für meine Taschenlampe eine Zink-Kohle-Batterie oder besser eine Alkali-Mangan? Und für den Blitz an meinem Fotoapparat eine Lithium- oder tut es auch eine Zink-Kohle-Batterie? Nach der Batteriegröße muss das richtige Batteriesystem gewählt werden. Dabei unterscheidet man Primärbatterien und Sekundärbatterien, einfacher gesagt wiederaufladbar oder nicht wiederaufladbar.

Batterietank

auch: Batterietanks

siehe (%Heizöl-Lagertank(%

Batzen

Umgangssprachlicher Wort für einen Klumpen, im Bauwesen ein durchaus geläufiger Begriff. Terrassenplatten können beispielsweise so verlegt werden, dass sie nur von Mörtelbatzen an den Ecken und in der Mitte unter jeder Platte getragen werden - das Wasser, das sich unter einer solchen Konstruktion sammelt, kann also abfließen. Ansetzbinder, mit denen Gipskartonplatten an Wänden befestigt werden, werden gerade zu diesem Zweck üblicherweis zu Batzen geformt. Ursprünglich war der Batzen ein Geldstück; das Soldatenlied "Ein Heller und ein Batzen..." erinnert daran.

Bauabfall

Als Bauabfall wird der bei Neubauten, Sanierungen, Renovierungen oder Abbrüchen anfallende Abfall bezeichnet. Man unterteilt Bauabfall in Bauschutt, Baustellenabfälle, Bodenaushub und Straßenaufbruch. Als Bauschutt werden Stoffe aus dem Abbruch / Rückbau von Gebäuden bezeichnet, wenn sie vorwiegend aus mineralischen Anteilen wie Sand, Stein, Erde bestehen. Bestehen sie aus vorwiegend nichtmineralischen Anteilen, werden sie den Baustellenabfällen zugeordnet. Bauabfälle müssen einer Verwertung zugeführt werden, wobei schadstoffbelastete Bauabfälle getrennt gesammelt und einer weitergehenden Entsorgung zugeführt werden. Bauabfälle können zu etwa 70 Prozent wiederverwendet werden.

Bauablaufplan

auch: Bauablaufpläne

siehe Bauzeitenplan.

Bauabnahme

Die Bauabnahme ist zum einen ein privatrechtlicher und zum anderen ein baurechtlicher Vorgang. Über die privatrechtliche Bauabnahme, also den Vorgang, wenn das Haus vom Bauunternehmer auf den Bauherrn übergeht, informiert Sie dieses Lexikon unter dem Suchbegriff Abnahme. Die behördliche Bauabnahme wird von einem Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde vorgenommen. Zunächst einmal erfolgt die Rohbauabnahme; ist das Bauwerk fertiggestellt, nimmt die Behörde die Schlussabnahme vor. Zu allen Zeitpunkten der Baumaßnahme kann im übrigen die Baubehörde auch eine Bauüberwachung durchführen, was im privaten Baubereich meistens nur stichprobenartig geschieht.

Bauabrechnung

auch: Bauabrechnungen

siehe Abrechnung.

Bauakustik

Die Bauakustik ist neben der Raumakustik ein Teilgebiet der Akustik. Sie beschäftigt sich mit der Schalldämmung, welche physikalisch gesehen ein Maß der Undurchlässigkeit von Raumflächen für Schall ist. In der Praxis werden darunter alle Maßnahmen verstanden, die der Eindämmung von Lärm dienen. Der Lärm kann entweder von draußen kommen oder innerhalb des Gebäudes entstehen und weitergeleitet werden. Maßnahmen zum Schutz vor Lärm von draußen sind der Einbau von Schallschutzfenstern und Schallschutztüren. Auch die Wärmedämmung kann zugleich eine Schallschutzfunktion übernehmen. Zum Schutz vor der Übertragung von Lärm von einer zur anderen Etage kommen abgehängte Decken oder Trittschalldämmung in Frage. Auch Installationsleitungen müssen gedämmt werden, soll man nicht die Klospülung von Nachbarn im ganzen Haus hören.

Bauamt

auch: Bauämter

Normalerweise bestehen Bauämter aus folgenden Abteilungen: - Planungsamt: Hier geht es um die Bauleitplanung - Bauaufsichtsamt: Ist zuständig für Genehmigungen und Überwachungen - Hochbauamt: Kümmert sich um öffentliche Bauten aus dem Bereich Hochbau - Katasteramt - Liegenschaftsamt - Tiefbauamt: Tätig im Bereich Tiefbau - Wohnungsamt: hier gibt es Wohngeld, zudem zuständig für staatlich geförderter Wohnungsbau.

Bauanfrage

siehe Bauvoranfrage.

Bauanschluss

auch: Bauanschluß

Anschluss eines Bauelements an den Baukörper, wobei zwangsläufig eine Fuge entsteht. Bauanschlußfugen werden beim Fenstereinbau gewöhnlich mit PUR-Schäumen abgedichtet. Dabei ist darauf zu achten, die dem Baukörper zugewandte Seite des Blendrahmens mit mindestens 30 µm Trockenschichtdicke zu beschichten.

Bauantrag

auch: Bauanträge

Vorgeschriebener, je nach Bundesland unterschiedlicher Formularsatz mit - je nach Gebäudeart - einem Konvolut von Anlagen. Wichtig ist, dass der Bauantrag mit allen erforderlichen Unterlagen eingereicht wird, weil sonst die Gefahr besteht, dass der Antrag abgelehnt oder zumindest die Bearbeitung verzögert wird. Ein Bauantrag darf nur von solchen Personen eingereicht werden, die die Vorlageberechtigung haben. Grundsätzlich gehören zum Bauantrag eines Einfamilienhauses neben dem formalen Bauantrag ein Lageplan, ein Übersichtsplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, Berechnung der Grundflächen und Geschossflächenzahl, des umbauten Raumes und der Nutz- und Wohnflächen, Nachweis der erforderlichen PKW-Einstellplätze, die bautechnischen Nachweise (also die Statik) sowie Wärme- und Schallschutznachweis. Bauanträge dürfen nur von Architekten und Bauingenieuren mit Vorlageberechtigung gestellt werden.

Bauanzeige

Im Freistellungsverfahren reicht zur Baugenehmigung eine Bauanzeige des Bauherrn statt des aufwändigeren Bauantrags, falls die Baubehörde nicht innerhalb einer festgelegten Frist (gemäss Landesbauordnung und örtlichen Bauvorschriften) widerspricht. Die Bauanzeige enthält in der Regel nur planungrechtliche und brandschutztechnische Bauvorlagen.

Bauauflage

auch: Bauauflagen

Im Rahmen eines Bauantragsverfahrens kann die Baubehörde Bauauflagen erteilen, wonach der Bauherr etwas zu tun, zu dulden oder zu unterlassen hat, beispielsweise dergestalt, dass (weitere) Stellplätze für PKW's anzulegen sind.

Bauaufnahme

Die Bauaufnahme bezeichnet die Vermessung und Zeichnung eines bestehenden Gebäudes. Sie ist immer dann erforderlich, wenn keine oder unzureichende Planunterlagen für den Bau existieren. Dies kann z.B. der Fall sein beim Umbau eines älteren Gebäudes oder bei einem Neubau, wenn wesentlich von den ursprünglichen Plänen abgewichen wird.

Bauaufsicht

Die Bauaufsicht haben die Bauaufsichtsbehörde und die Berufsgenossenschaft inne. Sie kontrollieren, ob der vom Architekten eingesetzte Bauleiter und der vom Bauunternehmen eingesetzte Bauführer die baurechtlichen, bautechnischen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften einhalten.

Bauaufzug

auch: Bauaufzüge

Bauaufzüge sind vorübergehend errichtete Aufzugsanlagen, die ausschließlich zur Beförderung von Gütern bei Bauarbeiten bestimmt sind. Sie können sowohl zu einer senkrechten als auch einer schrägen Beförderung dienen. Bauaufzüge müssen standsicher aufgestellt und an tragfähigen Bauwerksteilen oder ausreichend verankerten Gerüsten befestigt werden bzw. durch Gewichte gegen Kippen und Verschieben gesichert sein. Hierbei ist die Montageanleitung des Herstellers zu beachten. Elektrisch betriebene Bauaufzüge dürfen nur über einen besonderen Speisepunkt mit Strom versorgt werden (z. B. Baustromverteiler mit FI-Schutzschalter). An der unteren Ladestelle des Aufzuges ist der gefährdete Raum abzusperren und nur von einer Seite zugänglich zu machen. Bei Gefahr durch herabfallende Gegenstände ist ein Schutzdach anzubringen. Liegt die obere Ladestelle höher als 2,00 m, so sind Absturzsicherungen vorzusehen. Mit dem Bedienen und Warten von Bauaufzügen dürfen nur Personen betraut werden, die - das 18. Lebensjahr vollendet haben - mit dem Bedienen und Warten des Aufzuges vertraut sind - vom Unternehmer zum Bedienen und Warten des Aufzuges bestimmt sind

Bauberufsgenossenschaft

auch: Berufsgenossenschaft, Bau-Berufsgenossenschaft

Nicht nur die Bauarbeiter, die auf einer Baustelle tätig sind, müssen bei der Bauberufsgenossenschaft angemeldet werden, sondern auch ehrenamtliche Helfer, Freunde und Nachbarn, die bei der Errichtung eines Gebäudes helfen. Die Berufsgenossenschaft deckt das Unfallrisiko ab für Unfälle auf der Baustelle und bei der Anfahrt bzw. Rückfahrt zu bzw. von der Baustelle. Die Bauberufsgenossenschaft ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Träger der gesetzlichen Unfallversicherung.

Baubeschreibung

auch: Baubeschreibungen

Die Baubeschreibung ist Bestandteil des Bauantrags, genauer gesagt ist sie eine detaillierte Beschreibung des zu errichtenden Gebäudes. Dabei werden, neben der Art der Bauausführung, die zum Einbau gelangenden Materialien beschrieben und aufgelistet. Außer der allgemeinen Baubeschreibung kann eine Baubeschreibung z. B. auch Feuerungsanlagen (mit Darstellung von Öllagerraum und -menge in Liter, Heizleistung des Heizkessels in KW), einen Abbruch, Werbeanlagen, die Lagerung wassergefährdender Stoffe oder Außen- und Innengestaltung an Kulturdenkmälern beschreiben.

Baubetrieb

Unter dem Begriff "Baubetrieb" werden im Bauwesen alle Maßnahmen zusammengefaßt, die für einen reibungslosen und wirtschaftlichen Bauablauf erforderlich sind. Wichtige Bereiche des Baubetriebs sind die Bereiche Arbeitsvorbereitung und Bauüberwachung. Für die Bauausführung sind außerdem Maßnahmen zur Unfallverhütung, zum Lärmschutz und Umweltschutz von großer Bedeutung. Die Themengebiete sind mittlerweile so komplex, dass Bauingenieure während ihres Studiums auf den Fachbereich Baubetrieb spezialisieren können. Manche Universitäten, insbesondere jedoch Fachhochschulen bieten sogar eigene Studiengänge der Fachrichtung Baubetrieb an. Für ein solches Studium sollte man zuvor jedoch eine Ausbildung im Baubereich absolviert haben, da es sehr praxisorientiert ist.

Baubetriebshof

auch: Baubetriebshöfe

siehe Bauhof.

Baubiologie

Die Baubiologie ist die Lehre von der ganzheitlichen Beziehung zwischen Lebewesen in der Wohn-Umwelt. Sie erlangte im Zusammenhang mit der Zunahme gesundheitsschädlicher Stoffe in Wohngebäuden eine verstärkte Beachtung. Im Mittelpunkt stehen bei der Baubiologie die Zusammenhänge zwischen dem menschlichen Wohlbefinden, dem Haus und der Natur. Damit greift sie insbesondere auch die subjektive Erfahrung der Bewohnerinnen und Bewohner auf. Viele baubiologische Erkenntnisse sind noch nicht wissenschaftlich verifiziert.

Baubionik

Die Baubionik als größtes Gebiet der Bionik hat viel mit der Rückbesinnung auf die Natur zu tun. Dies bedeutet zunächst einmal die Rückbesinnung auf traditionelle Baumaterialien, die auch in der Biologie verwendet werden (z.B. Tonbacksteine mit Stroh als Armierung, Wärme- und Schalldämmung). Andererseits bedeutet Baubionik aber auch das genaue Beobachten der Natur mit ihren biologischen Konstruktionen. Anregungen können beispielsweise kommen von Seilkonstruktionen (Spinnennetzen), Membran- und Schalenkonstruktionen (biologischen Schalen und Panzern) oder Konstruktionen mit stärker recyclierbaren Materialien als die Technik das bisher kennt, idealen Flächendeckungen (Blattüberlagerungen) und Flächennutzungen (Wabenprinzip). Wichtig sind Abstimmungen von einzelnen Wohnelementen in der Gesamtfläche in ihrer Ausrichtung beispielsweise zur Sonne und Wind in Analogie zu Blattüberdeckungen und Blütenkonstruktionen und anderes mehr.

Bauchhaken

siehe Ausdrehhaken

Bauchsäge

auch: Bauchsägen

siehe Schrotsäge.

Baudarlehen

siehe Darlehen.

Baudezernent

auch: Baudezernentin

Der Baudezernent ist in Kreisverwaltungen und Städten tätig und gehört als Wahlbeamter dem Führungsteam um den Landrat oder Bürgermeister/Oberbürgermeister an. Der Baudezernent ist Dienstvorgesetzter aller Mitarbeiter, deren Tätigkeiten sich im Oberbegriff eines Bauamtes wieder finden. Baudezernenten, auch als Beigeordnete für das Bauwesen bezeichnet, werden meist für die Dauer von zwölf Jahren gewählt. Sie können aber auch vorzeitig durch Votum des Kreistags oder des Stadtrats abberufen werden. Voraussetzung, um Baudezernent zu werden, ist das abgeschlossene Studium im Bereich Architektur oder Bauingenieurwesen, wobei auch eine mehrjährige Erfahrung in leitenden Funktionen aus dem Baubereich erwartet wird.

Baueisen

Baueisen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Bewehrung.

Bauelemente

Alles, was an vorgefertigten Bauteilen im Hochbau verwendet wird, ist im Prinzip ein Bauelement. Der Begriff läßt sich jedoch nicht konkret einkreisen, da in unterschiedlichen Baubereichen auch sehr unterschiedliche Bauteile unter diesem Begriff verstanden werden. Die Baumarktbetreiber und Baustoffgroßhändler ordnen diesem Sammelbegriff vor allem Fenster und Türen zu. Ein Betonwerk versteht darunter jedoch z. B. eine vorgefertigte Keller- oder Geschoßdecke aus Beton. Ein vorgefertiger Kellerschacht aus Kunststoff wird ebenso als Bauelement bezeichnet, wie viele andere vorgefertigte Bauteile. Während der Begriff des Bauelements keinen Zusammenhang hat mit der Optik des einzelnen Teils, ist es beim Architekturelement genau umgekehrt.

Bauen im Bestand

Unter dem Bestand verstehen Bauingenieure und Architekten den jeweiligen Jetzt-Zustand eines Gebäudes. Unter Bauen im Bestand ist damit zu verstehen, dass in einem bestehenden Gebäude Umbauten vorgenommen werden, die u. U. zu einer kompletten Nutzungsänderung führen. Als bekannte Maßnahmen sind hier zu erwähnen der Umbau ehemaliger Kornspeicher im Hamburger oder Londoner Hafen in Büro und Wohneinheiten, der Einbau von Wohnungen in eine aufgelassene Kirche oder aber der Einbau von Lofts in ehemalige Fabrikgebäude. "Bauen im Bestand" ist inzwischen auch ein Studienschwerpunkt für angehende Bauingenieure und Architekten und gilt als Betätigungsfeld mit Zukunft angesichts der steigenden Zahl leerer Industrie- und Gewerbeimmobilien und der Knappheit an Baugrund.

Bauentstauber

Bauentstauber sind im Prinzip große Staubsauger, die allerdings für das Trocken- und Nasssaugen ausgestattet sind. Da von herumwirbelnden Baustäuben große Gesundheitsgefahren ausgehen, werden die Bauentstauber auch als Sicherheitssauger bezeichnet und deren Anschaffung von der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) durch Zuschüsse gefördert. Sicherheitssauger haben ein PET Vliesfilter, das den sicheren Umgang mit Stäuben der Klassse M erlaubt.

Bauerngarten

auch: Bauerngärten

Bauerngärten sind umzäunte, kleine Gärten nahe am Bauernhaus, in dem die Bäuerin sowohl Blumen, als auch Gemüse, Salat und vor allem Küchenkräuter anbaut. Der Bauerngarten ist also ebenso wie der Kleingarten eine Mischung aus Ziergarten und Nutzgarten. Bauerngärten werden so angelegt, dass einheimische Pflanzen mit unterschiedlichen Blühperioden immer für eine bunte Blumenoptik sorgen. Angesichts des Strukturwandels in der Landwirtschaft werden echte Bauerngärten immer seltener und oft auch nur noch dort gepflegt, wo Ferien auf dem Bauernhof angeboten werden. Der Garten-Versandhandel bietet im übrigen komplette Bauerngarten-Sortimente für diejenigen an, die ihre Gärten farbenfroh-ländlich gestalten wollen.

Bauernhof

auch: Bauernhöfe

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Auch im Industriestaat Deutschland hat die Landwirtschaft noch einen hohen Stellenwert. Stil und Bauart der Bauernhöfe sind so vielschichtig, wie die Regionen in Deutschland von West bis Ost und von Nord bis Süd. Bauernhöfe wurden vor allem aus aus dem Material erbaut, dass in unmittelbarer Nähe vorhanden war - also aus Holz mit Lehmgefachen wie beim Fachwerkhaus, aus Natursteinen wie besonders in der Eifel und natürlich aus Ton bzw. den aus Ton gebrannten Ziegelsteinen. Die Dacheindeckung erfolgte ebenfalls aus Materialien aus der Umgebung - nämlich aus Reet wie beim Reetdach, aus Schiefer wie beim Schieferdach, aus Holzschindeln und natürlich aus Dachziegeln. Beim Eindachhof (siehe Foto) befindet sich der Wohnbereich vorne - an ihn sind Scheune und Stallungen angebaut. In der Hausfront befindet sich ein halbrundes Tor, durch das die Leiterwagen gezogen wurden. Zweiseithöfe entsprechen vom Grundriss fast einem Winkelbungalow. Sie werden auch Hakenhöfe genannt, denn Wohnhaus und Stallungen sind im Winkel von 90° aneiander gebaut. Zu den Mehrseithöfen gehören der Dreiseit- und der Vierseithof. Beim Dreiseithof sind Wohnhaus, Scheune und Stallungen hufeisenförmig angeordnet. Beim Vierseithof, bei dem Wohnhaus, Scheune und Stallungen wie in einem Quadrat angeordnet sind, handelt es sich fast um eine kleine Burganlage, denn in den Innenhof gelangt man nur durch ein Tor. Die Bauart und die Unterschiedlichkeit der Bauernhöfe wurden schon im 19. Jahrhundert in Architekturbüchern beschrieben.

Bauerntanz

auch: Bauerntänze

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Ein Bauerntanz ist eine Schmuckfigur im Fachwerkbau. Sie wird aus verschiedenen Balken gebildet und besteht aus einer Raute und einem darüber gelegten Andreaskreuz, die Ähnlichkeit mit einem Jägerzaun ist nicht zu leugnen. Bauerntänze in den Randgefachen des Fachwerks findet man in der Barockzeit.

Bauerwartungsland

Im Flächennutzungsplan einer Gemeinde ausgewiesenes Gelände, das irgendwann einmal Bauland werden wird. Bauerwartungsland hat natürlich einen wesentlich höheren qm-Preis als Ackerland, ist aber auch wesentlich günstiger als Bauland. Der Kauf von Bauerwartungsland kann hoch spekulativ sein, wenn die erhoffte kurzfriste Umwandlung in Bauland doch nicht stattfindet, weil sich die politischen Verhältnisse im Gemeindeparlament geändert haben.

Baufarbe

auch: Baufarben

siehe Bautenfarbe.

Baufeuchtemessung

auch: Baufeuchtemessungen

Baufinanzierung

auch: Baufinanzierungen

Darunter versteht man die meist langfristige Finanzierung von Immobilien durch einen oder mehrere Finanzierungsbausteine. Üblicherweise sind das Bauspardarlehen, Bank- und/oder Versicherungshypotheken, die von einem oder mehreren Baufinanzierungsinstituten zur Verfügung gestellt werden. Um eine solide Finanzierung zu gewährleisten, sollte die Eigenkapitalsquote des Bauherrn bzw. des Käufers 30 Prozent des insgesamt für die Bausausführung bzw. Anschaffung benötigten Kapitals nicht unterschreiten.

Bauflächen

Bauflächen werden in §1 der Baunutzungsverordnung definiert. Die Einteilung der Bauflächen im Flächennutzungsplan wird wie folgt vorgenommen: Wohnbauflächen (W), Gemischte Bauflächen (M), Gewerbliche Bauflächen (G) und Sonderbauflächen (S). Während im Flächennutzungsplan von Bauflächen die Rede ist, wird im Bebauungsplan von Baugebieten gesprochen.

Bauflaschner

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Bauflaschner fertigen keine Flaschen, sondern verarbeiten Blech aus unterschiedlichen Materialien wie Kupfer, Zink, Aluminium, Blei und Edelstahl. Der Beruf ist ein anerkannter Lehrberuf, die Berufsbezeichnung jedoch vorwiegend im süddeutschen und österreichischen Sprachraum beheimatet. Bauflaschner fertigen vor allem Metalldächer, aber auch Abdeckungen von Mauerkronen, Gesimsen oder Sockeln. Auch Außenfensterbänke aus Blech werden vom Bauflaschner gefertigt. Der Übergang zum Beruf des Dachdeckers ist fließend; grundsätzlich führen auch Dachdecker derartige Blecharbeiten aus. Bei Spezialaufträgen wie der Anfertigung mehrdimensionaler Formstücke ist jedoch das spezialisierte Können des Bauflaschners gefragt. Das Foto zeigt die Mauerabdeckung eines Flachdachs, eine typische Bauflaschnerarbeit.

Bauflucht

Als Bauflucht bezeichnet man einerseits die horizontale, gerade Begrenzungslinie eines Gebäudes. Andererseits ist Bauflucht auch die von der Bauaufsichtsbehörde im Bebauungsplan festgelegte Grenzlinie, bis zu der ein Grundstück bebaut werden darf.

Baufluchtlinie

auch: Baufluchtlinien

überholte Bezeichnung für Baulinie.

Baufolie

auch: Folie, Baufolien

Baufolie ist ein Begriff, der im Bauwesen sehr unterschiedlich und wenig differenziert verwendet wird. Zum einen kann mit einer Baufolie eine Dampfbremse oder Dampfsperre gemeint sein. Zum anderen werden mit Baufolien Gerüste bei Regen abgedeckt, der Rohbau winterfest verpackt oder Fußböden, Fenster und Möbel beim Renovieren geschützt. Baufolien gibt es in unterschiedlichen Dicken und Materialien wie PVC oder PE. Zum Schneiden der Folien gibt es Spezialwerkzeuge wie z.B. Folienschneider und Rollenschneider.

Baufuge

auch: Baunaht, Baufugen

Als Baufuge oder Baunaht bezeichnet man die aufeinander stoßende Flächen zweier Bauwerke, die zu unterschiedlichen Zeiten gebaut wurden. Dies kann durch Umbau oder Anbau geschehen sein.

Bauführer

Ein Bauführer hat im Prinzip die selben Aufgaben wie ein Bauleiter. Er hat jedoch eingeschränkte Befugnisse und ist auf größeren Baustellen meist nur für einen bestimmten Bereich zuständig.

Bau-Furniersperrholzplatte

auch: Bau-Furniersperrholzplatten

Bau-Furniersperrholzplatten (BFU) nach DIN 68 705 bestehen aus mindestens drei kreuzweise aufeinandergeleimten in den Faserrichtungen jeweils um 90 Grad versetzten Holzlagen (Furnieren), sofern die Platte nur Aussteifungszwecken dient – sonst fünf Furnierlagen. Die außen liegenden Decklagen weisen einen gleichgerichteten Faserverlauf auf. Bau-Furniersperrholzplatten werden für Wand- und Deckenbauteile, für die Fassadenbekleidung oder das Dach verwendet. BFU-Platten sind wesentlich unempfindlicher gegen zeitweilige Feuchtigkeit als beispielsweise Flachpressplatten.

BauGB

Baugebiet

Baugebiet ist ein Begriff aus der Bauplanung. Das Baugebiet bezeichnet eine Fläche, für die Art und Maß der baulichen Nutzung im Flächennutzungsplan dargestellt oder im Bebauungsplan festgesetzt ist. Es werden unterschieden: Reines Wohngebiet, Allgemeines Wohngebiet, Besonderes Wohngebiet, Dorfgebiet, Mischgebiet, Kerngebiet, Gewerbegebiet, Industriegebiet und Sondergebiet.

Baugebot

Die Gemeinde kann per Baugebot einen Eigentümer verpflichten, sein Grundstück innerhalb einer angemessenen Frist entsprechend dem Bebauungsplan zu bebauen. Das Baugebot darf aber nur angeordnet werden, wenn der Eigentümer sich dieses finanziell leisten kann. Ist ihm die Maßnahme wirtschaftlich unzumutbar, kann er von der Gemeinde die Übernahme des Grundstückes verlangen.

Baugeld

auch: Baugelder

Geldbeträge, die zum Zweck der Bestreitung der Kosten eines Baues gewährt werden. Baugeld bietet fast jede Bank und Sparkasse, spezielle Hypotheken- und Discountbanken kommen hinzu, das Angebot ist vielfältig. Wichtigste Kriterien für die Auswahl sind der Vergleich der Effektivzinsen und der Nebenkosten. Zur Sicherung der Ansprüche des Geldgebers dient eine Hypothek oder Grundschuld an dem zu bebauenden Grundstück. Alternativ kann die Übertragung des Eigentums an dem Grundstück erst nach gänzlicher oder teilweiser Herstellung des Baues erfolgen.

Baugemeinschaft

auch: Baugemeinschaften

Eine Baugemeinschaft (nicht zu verwechseln mit Bauherrengemeinschaft) ist eine private Initiative gleichgesinnter Bauwilliger, die gemeinsam geeignetes Bauland suchen, um darauf wie die Mitglieder eines Bauvereins oder die Genossen einer Siedlungsgenossenschaft Häuser zu bauen. Allerdings können die Mitglieder einer Baugemeinschaft ihre Häuser größenmäßig selbständig bestimmen. Auch beim Baustil besteht größerer Entscheidungsspielraum. Ein Notwendigkeit zur Eigenleistung oder zur Hilfestellung beim Bau der anderen Häuser besteht ebenfalls nicht. Die Vorteile sollen u.a. darin liegen, dass durch das gemeinsame Auftreten besser Grundstücke beschafft und Finanzierungen günstiger besorgt werden können. Preisvorteile sollen sich auch daraus ergeben, dass Bauunternehmer und Handwerker quasi Großaufträge bekommen.

Baugenehmigung

auch: Genehmigungsbescheid, Baugenehmigungen

Auf den Bauantrag folgt die baubehördliche Baugenehmigung - oder auch die Ablehnung, was aber eher selten der Fall ist. Die einmal erteilte Baugenehmigung, auch "Bauschein" genannt, bindet die Bauverwaltung; sie kann im Nachhinein keine Änderungen oder Ergänzungen mehr verlangen. In den meisten Fällen werden Baugenehmigungen allerdings mit einigen Nebenbestimmungen versehen. Dies können Bedingungen sein, zum Beispiel vor Baubeginn die Erschließungskosten zu bezahlen. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, ist die Baugenehmigung auch nicht rechtskräftig. Dies können aber auch Auflagen sein, zum Beispiel eine Mauer statt mit 2,20 m mit 1,80 m Höhe zu bauen.

Baugenehmigungsfreiheit

auch: genehmigungsfreie Baumaßnahmen

Baugenehmigungsfreiheit besteht, wenn für ein Bauvorhaben keine Baugenehmigung benötigt wird. Das ist zum Beispiel zumeist bei Umnutzungen ohne planungsrechtliche Auswirkungen der Fall. Baugenehmigungsfreiheit kann auch bei kleinen Wohngebäuden oder bei Änderungen oder Neuerrichtung von Bauteilen oder Bauten bestehen, wenn diese keine besondere Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und Ordnung besitzen. Generell lässt sich jedoch nicht sagen, wann eine Baugenehmigung erforderlich ist oder wann nicht, da Einzelheiten von den jeweiligen Landesbauordnungen abhängen.

Baugenehmigungsgebühr

auch: Baugenehmigungsgebühren

Die Erteilung einer Baugenehmigung ist gebührenpflichtig. Der Bauherr muss der Bauaufsichtsbehörde diese Gebühr entrichten, deren Höhe von den Landesgesetzen geregelt ist. Durchschnittlich muss man dafür 25 Promille der gesamten Baukosten veranschlagen.

Baugenehmigungsverfahren

Das Baugenehmigungsverfahren ist der Vorgang, der in den meisten Fällen zu einer Baugenehmigung führt. Es wird beispielsweise geprüft, ob der Bauantrag allen baurelevanten gesetzlichen Vorschriften wie z.B. Baugesetzbuch, Landesbaugesetz oder örtlichen Bauvorschriften entspricht. Selbst bei einem Bauvorhaben in einem Gebiet mit detailliertem Bebauungsplan kann dieser Vorgang mehr als einen Monat dauern. Der Katalog der im Genehmigungsverfahren zu erbringenden Bauvorlagen ist entsprechend lang. Im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren, dass die Baubehörde z.B. anwenden kann, wenn eine bestimmte Traufhöhe nicht überschritten wird, werden in der Regel nur planungs- und brandschutzrechtliche Anforderungen geprüft, nicht jedoch technische Sachverhalte. Entsprechend weniger Bauvorlagen sind für dieses Verfahren nötig. Noch weniger Bauvorlagen sind beim Freistellungsverfahren notwendig. So reichen in Nordrhein-Westfalenin einfacher Ausführung ein Lageplan, die Berechnung des Masses der baulichen Nutzung, die Bauzeichnungen, der rechnerische Nachweis über den höchstgelegenen Fussboden, der baustatistische Erhebungsbogen und die Erklärung des Entwurfsverfassers, dass das Gebäude den Brandschutzanforderungen entspricht.

Baugenossenschaft

auch: Baugenossenschaften

Baugeräteführer

auch: Baugeräteführerin

Handwerklicher Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit. Die Baugeräteführerin bzw. der Baugeräteführer kennt sich mit allen Fahrzeugen aus, die man auf der Baustelle braucht. Welches er gerade bedient, hängt von dem Baubereich ab, in dem er arbeitet, ob im Hoch- und Tiefbau oder im Straßen- und Spezialtiefbau. Mit dem Bagger hebt er Baugruben aus, mit dem Radlader transportiert er Baumaterial und mit der Walze sorgt er für ebene Flächen. Mit dem Kran erreicht er auch die höchsten Dächer. Bevor sie ihre Baugeräte einsetzen, transportieren Baugeräteführer diese zur Baustelle, stellen sie auf und stimmen sie wenn nötig auf die örtlichen Gegebenheiten ab. Warten und Pflegen der Baugeräte sowie kleinere Reparaturen und Umrüstungen der Baumaschinen führen sie selbst durch, z.B. durch Auswechseln mobiler Zusatzgeräte. Baugeräteführer sind vor allem bei Betrieben und Unternehmen des Hoch- und Tiefbaus sowie Straßen- und Spezialtiefbaus beschäftigt. Dort arbeiten sie auf Baustellen an wechselnden Einsatzorten, aber auch in stationären Betonmischanlagen oder in der Werkstatt.

Baugeräteliste

auch: BGL

Die Baugeräteliste, kurz BGL, ist ein vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie herausgegebenes Tabellenwerk. In der Liste werden alle gängige Geräte und Maschinen aufgeführt, die zum Herstellen eines Bauwerks benötigt werden. Es werden keine konkreten Modelle genannt, nur Arten von Baugeräten, wie zum Beispiel Geräte zur Materialaufbereitung, Druckluftgeräte oder Schalungen und Rüstungen. Die Geräte werden nach Nummern sortiert und nach verschiedenen Kenngrößen wie Tragkraft, Motorleistund oder Gewicht beschrieben. Darüber hinaus findet man Angaben wie Mittlerer Neuwert, Monatliche Reparaturkosten und monatliche Abschreibungs- und Verzingsbeträge. Bauunternehmen können mit Hilfe der Baugeräteliste die Geräte verwalten, kalkulieren oder Schäden abwickeln.

Baugesetzbuch

Das Baugesetzbuch (BauGB) ist ein Bundesgesetz und ein umfangreiches Gesetzeswerk, das als Grundlage für alle Planungs- und späteren Baumaßnahmen dient. In ihm werden z. B. Vorgaben gemacht, was ein Flächennutzungsplan(% oder (%Bebauungsplan enthalten muss, wobei die Einzelbestimmungen dieser und anderer Gesetzestexte wiederum in den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer festgelegt sind oder festgelegt sein können. Im Baugesetzbuch ist z.B. auch niedergelegt, unter welchen Voraussetzungen Enteignungsverfahren bei Grund und Boden möglich und wie die Entschädigungen zu handhaben sind. Die Baunutzungsverordnung ist ebenfalls ein Bundesgesetz und beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit den Nutzungsmöglichkeiten von Bauflächen und Baugebieten.

Baugips

auch: Baugipse

Bei dieser Art von Gipsen unterscheidet man Baugipse ohne werkseitig beigegebene Zusätze wie Stuckgips und Putzgips sowie Baugipssorten, die werkseitig Füllstoffe zugesetzt bekommen. Man unterscheidet Fertigputzgips, Haftputzgips, Maschinenputzgips, Ansetzgips, Fugengips und Spachtelgips.

Bauglas

Bauglas ist der Oberbegriff für alle am Bau verwendeten Gläser: Fensterglas, Gussglas, Drahtglas, Wandplatten aus Glas, Spiegelglas, Glasbausteine, Glasdachziegel, Betongläser, Glasfasern.

Baugrenze

auch: Baugrenzen

Im Bebauungsplan kann eine Baugrenze festgesetzt werden. Die Baugrenze wird als Linie aus einem Punkt und zwei Strichen gezeichnet (bei farbiger Darstellung in blau). Im Gegensatz zur Baulinie ist der Bauherr bei einer Baugrenze nicht verpflichtet, auf dieser Linie zu bauen. Die Baugrenze darf lediglich nicht überschritten werden. Wenn der Bauherr einen halben Meter hinter der Baugrenze bauen will, ist das erlaubt. Und es ist natürlich erlaubt, genau auf der Baugrenze zu bauen.

Baugrube

auch: Baugruben

Fundamente und Kellerräume liegen unterhalb der Geländeoberkante. Das Erdreich muss deshalb ausgehoben und eine Baugrube hergestellt werden. Bohrungen, Sondierungen oder Schürfungen können bei Bedarf genaue Angaben über die Beschaffenheit und die Schichtenfolge des Bodens bringen. Diese sind für die Wahl der Gründungsart oder den Maschineneinsatz erforderlich. Vor dem Aushub der Baugrube muss zudem geprüft werden, ob auf dem Grundstück beispielsweise Gas-, Wasser- oder Abwasserleitungen verlegt sind. Der Mutterboden (bis zu 40 cm dick) sollte nach Möglichkeit auf dem Grundstück gelagert werden, da er später zum Andecken des Geländes benötigt wird. Mit Ladefahrezeugen und Baggern wird die Grube ausgehoben. Dabei ist auf die Baugrubensicherung zu achten. Der Boden der Baugrube muss waagerecht, profilgerecht und eben sein. Um das Bauwerk herum muss ein ausreichend bemessener Arbeitsraum vorhanden sein. Dieser Arbeitsraum muss von der Außenseite der Schalwandkonstruktion bis zum Böschungsfuß mindestens 50 cm betragen.

Baugrubensicherung

auch: Baugrubensicherungen

Ist die Baugrube oder Gräben tiefer als 1,25 m, müssen sie beim Ausheben des Bodens gegen das Einstürzen oder gegen das Nachrutschen von Boden gesichert werden. Auf jeder Seite der Baugrube muss ein mindestens 60 cm breiter Schutzstreifen freigehalten werden, oder es muss dafür gesorgt werden, dass der Mutterboden oder anderer Aushub nicht zurück in die Grube rutschen kann. Je nach Einstufung des Baugrunds in eine der Boden- und Felsklassen darf die Böschung einen bestimmten Winkel nicht überschreiten. Bei leicht und mittelschwer lösbaren Bodenarten (z.B. Sande, Kiese) darf der Böschungswinkel nach DIN 18300 höchstens 45° betragen. Höchstens 60° darf der Böschungswinkel bei schwer lösbaren Bodenarten sein. Bei Fels beträgt der Böschungswinkel 80°. Da solche Böschungen eine Menge Platz erfordern, dürfen Baugrubenwände auch durch einen Verbau gesichert werden.

Baugrund

Im allgemeinen derjenige Teil der Erdkruste, der im Einflussbereich der zu errichtenden Bauwerke liegt. Er kann aus Felsgestein (Festgestein) oder aus unverfestigtem Boden (Lockergestein) bestehen. Zwischen diesen beiden Gesteinsarten gibt es zahllose Übergänge. Ein Baugrund muss ausreichend tragfähig sein, damit das zu errichtende Bauwerk keine Setzungen erleidet und dadurch Schaden nehmen kann. Je nach Art von Baugrund gibt es unterschiedliche Arten von Bodenverfestigungsverfahren. Auch kommen bei unterschiedlichen Baugründen verschiedene Arten von Gründungen zum Einsatz.

Baugrunddynamik

Baugrunddynamik ist ein Begriff aus der Bodenmechanik und dem Grundbau. Die Baugrunddynamik befasst sich z.B. mit dem Entstehen und der Ausbreitung von Erschütterungen im Boden. So wird z.B. erforscht, welche Auswirkungen ein Erdbeben auf die Standsicherheit eines Gebäudes hat. Dynamische Erregungen sind auch beim Entwurf und bei der Bemessung von Maschinenfundamenten zu beachten. Und damit Gebäude durch Erdbeben nicht zu Schaden kommen, müssen beim Entwurf verschiedene konstruktive Gesichtspunkte berücksichtigt und bei der Berechnung dynamische Lasteinflüsse beachtet werden.

Baugrunderkundung

Die Baugrunderkundung ist für Geologen und Ingenieure die wichtigste Voraussetzung zur Planung von Verkehrswegen, Gebäuden oder Ingenieurbauten Ein der wichtigsten Aufgaben ist der Baugrunderkundung ist es, anhand der gewonnenen Bodenproben Parameter für die zulässige Beanspruchung des Bodens zu gewinnen, damit das geplante Bauwerk sicher und ohne schädliche Setzungen gegründet werden kann und die Grundbruchsicherheit gewährleistet ist. Die Erkundungsergebnisse müssen Aufschluß über die Schichtenfolge, Neigung und Mächtigkeit der Schichten sowie die Eigenschaften der einzelnen Bodenschichten geben. Notwendig ist, dass insbesondere die Schichten erfaßt werden, welche Setzungen hervorrufen und somit die Standsicherheit der Bauwerke beeinflussen.

Baugrundgutachten

auch: Lastplattendruckversuch

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Das Baugrundgutachten ist ein durch geotechnische Sachverständige erarbeiteter Bericht, in dem die Ergebnisse der Baugrunderkundung und der Baugrunduntersuchungen im Hinblick auf die geplante Baumaßnahme zusammengefasst werden. Das Baugrundgutachten gibt Auskunft über die Beschaffenheit des Bodens, über dessen Tragfähigkeit und Zusammensetzung sowie über mögliche Grundwasserprobleme. Zu den Untersuchungen gehört auch der so genannte Lastplattendruckversuch, hier im Bild zu sehen, bei dem Verformbarkeit, Verdichtung und Tragfähigkeit des Bodens ermittelt werden. Bei diesem Prüfverfahren wird der Boden durch eine Lastplatte wiederholt stufenweise be- und entlastet. Die dabei ermittelten Spannungen und Setzungen unter der Platte erlauben dem Ingenieur Rückschlüsse auf die Belastbarkeit des Bodens. Die Ergebnisse des Gutachtens bedingen Konstruktion und Gründung desneuen Gebäudes. Nur wer vor Baubeginn ein Baugrundgutachten anfertigen lässt, der ist später vor bösen Überraschungen sicher.Foto: Verband Privater Bauherren/VPB-Büro Koblenz

Baugrundinjektion

auch: Baugrundinjektionen

siehe Injektion.

Baugrundstück

Grundstück, das nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften mit Gebäuden bebaubar oder bebaut ist. Dabei wird unterschieden in nicht erschlossene, teilerschlossene und voll erschlossene Baugrundstücke.

Baugrunduntersuchung

auch: Baugrunduntersuchungen

Versuche zur Feststellung der bodenmechanischen Eigenschaften des Baugrunds. Im Rahmen der Baugrunderkundung angetroffene Bodenschichten werden experimentell untersucht, um Kennwerte zur Vorhersage der Verformungen, der Festigkeit und der Durchlässigkeit bereitzustellen.

Baugrundverbesserung

Baugrundverformung

auch: Baugrundverformungen

Baugrundverformung ist ein Begriff aus der Bodenmechanik. Sie bezeichnet die Verformung eines Bodens unter Last. Je nach Bodenbeschaffenheit lässt sich ein Boden bei Belastung mehr oder weniger verformen. Beim Bau eines neuen Gebäudes ist die zu erwartende Bodenverformung mit zu berücksichtigen, da diese eventuell Auswirkungen auf bereits bestehende Gebäude haben kann und auch auf das zu bauende Gebäude selbst. So sind ungleichmäßige oder zu starke Setzungen unbedingt zu vermeiden, da beides zu Schäden am Bauwerk führen kann. Baugrundverformungen können zum Beispiel entstehen, wenn wasserempfindliche Bodenschichten in unterschiedlicher Stärke unterhalb von Fundamenten vorhanden sind. Auch wenn die Fundament in verschiedenen Tiefen gegründet worden sind, kann es zu einer Baugrundverformung kommen. Das Gleiche gilt, wenn unterschiedliche Grundwasserstände unter dem Bauwerk vorhanden sind, wobei der Grundwasserspiegel durch Aufbringen oder Entfernen einer Bodenversiegelung, Geländeeinschnitt (Trassenführung für den Straßenverkehr), Vorflutregulierung, Bepflanzung, Klimabelastung, Flusspegel, Baugruben, Bergbau, usw. beeinflusst wird.

Bauhammer

Volkstümlich gebrauchter Ausdruck für ein elektrisch betriebenes drehschlagendes Baugerät. Eine Unterscheidung zwischen Bohrhammer und Schlaghammer wird nicht vorgenommen. Unter den Begriff "Bauhammer" fällt auch der Presslufthammer, wobei dieser wiederum ein luftbetriebener Schlaghammer ist.

Bauhandwerker

Handwerker, die im Baunebengewerbe als Tischler, Zimmermann, Fliesenleger, Elektro-Installateur, Dachdecker, Klempner, Steinmetz, Maurer, Stukkateur, Glaser, Bodenleger usw. tätig ist. Die Ausübung dieser Berufe setzt in der Regel eine Lehre und die anschließende Gesellenprüfung voraus. Allerdings ist auch der Betonbauer, wie er im Bauhauptgewerbe beschäftigt wird, ein Bauhandwerker, allerdings im Facharbeiterstatus.

Bauhauptgewerbe

Im Bauhauptgewerbe sind die Unternehmen zusammengefaßt, die im Hochbau tätig sind. Das sind in erster Linie Baukonzerne und Bauunternehmen, die Maurer, Betonbauer und Bautischler beschäftigen. Der Ingenieurholzbau, in dem Zimmerleute tätig sind, gehört ebenfalls zum Bauhauptgewerbe. Das Bauhauptgewerbe ist in einem Industrieverband organisiert und Tarifpartner der Gewerkschaften. Die Funktionalität des Bauhauptgewerbes ist nicht denkbar ohne das Baunebengewerbe.

Bauhaus

Das Bauhaus, 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet, war Deutschlands berühmteste Kunst- und Designeinrichtung der Klassischen Moderne. Sie ist durch funktionale Bauteile, werkstoffgerechte Verarbeitung der Baustoffe und Abkehr von Dekor und Ornament gekennzeichnet. Typisch ist beispielsweise die Forderung nach einem Flachdach, welches das Steildach ablösen sollte. Als Lehrer konnte Gropius unter anderem Paul Klee, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer an das Bauhaus holen. 1925 musste das Bauhaus aus politischen Gründen von Weimar nach Dessau umziehen. 1930 übernahm Ludwig Mies van der Rohe die Leitung des Bauhauses, doch 1933 musste die Hochschule auf Druck der Nationalsozialisten endgültig schließen. Der Bauhausstil orientiert sich an quadratischen und rechteckigen Formaten, runde Fassaden haben Seltenheitswert - es gibt sie aber wie bei einem 4-Sterne-Hotel in Bad Schwalbach. Wenn es den Bauhaus-Architekten auch nicht gelang, das Steildach durch das Flachdach zu ersetzen, wie sie es vorgesehen hatten, so sind jedoch die modernen Pultdachhäuser mit ihrer geringen Dachneigung und großen Fensterflächen, wie sie seit etwa 1995 zusehends populärer geworden sind, durchaus als Weiterentwicklung des Bauhausstils anzusehen. Der Funktionalismus, der die Architektur nach 1945 prägte und dessen Wurzeln auch im Bauhaus gründen, hat hingegen seit Anfang der 90-er Jahre an Bedeutung verloren.

Bauherr

auch: Bauherren

Als Bauherr wird derjenige bezeichnet, der ein Bauvorhaben veranlasst. Das ist sogar in den Landesbauordnungen so verankert. Ein Bauherr hat einige Pflichten. Er ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass die Baumaßnahme dem öffentlichen Baurecht entspricht. Zudem ist er für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich. Zwar nicht, wenn der Zimmermann vom Dach fällt, doch wenn ein Kind durch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle zu Schaden kommt. Jeder Bauherr sollte daher vor Baubeginn eine Bauherren-Haftpflichtversicherung abschließen. Auch andere Versicherungen wie die Bauleistungsversicherung ist für den Bauherrn empfehlenswert. Zudem sollte der Bauherr sich bei der Bau-Berufsgenossenschaft anmelden. Nur so sind Helfer auf dem Bau abgesichert. Der Bauherr bestellt den Entwurfsverfasser, den Bauleiter und das Bauunternehmen. Wenn er den Anforderungen genügt, die an die Tätigkeiten auf dem Bau gestellt werden, kann er diese Aufgaben auch selbst übernehmen.

Bauherrengemeinschaft

auch: Bauherrengemeinschaften

Privatpersonen, aber auch Gewerbetreibende können sich zu Bauherrengemeinschaften zusammen schließen, in die jeder einen bestimmten Betrag einzahlt, um ein gemeinsames Bauprojekt zu verwirklichen. Solche Projekte können ein Doppelhaus ebenso sein wie ein Hotelneubau, eine Lagerhalle ebenso wie ein Büroturm. Bauherrengemeinschaften werden meistens initiiert von Bauträgern und Kapitalanlage-Gesellschaften. Dem normalen Bürger wird oft nicht bewusst, dass sich ein Hotel, auf dessen Dach "Interconti" oder "Hilton" leuchtet, gar nicht im Eigentum einer solchen Hotelkette, sondern einer Bauherrengemeinschaft befindet. Die Bauherren dieser Gemeinschaften sind fast immer Gutverdiener, die darauf hoffen, aus der Beteiligung an einer Bauherrengemeinschaft eine vernünftige Rendite erzielen zu können.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

auch: Bauherren-Haftpflichtversicherung

Der Bauherr muss dafür haften, wenn ein am Bau Unbeteiligter an der Baustelle entlang maschiert und durch mangelnde Baustellensicherung zu Schaden kommt. Um sich vor finanziellem Schaden durch solch ein Fall abzusichern, wird eine Bauhaftpflichtversicherung angeboten, deren Versicherungszeit sich über die gesamte Bauzeit erstreckt und die mit der Schlussabnahme endet.

Bauherrenmodell

auch: Bauherrenmodelle

Das Bauherrenmodell war eine Erfindung cleverer Juristen und Steuerberater, um gutverdienenden Privatpersonen - nicht zuletzt Ärzten und Zahnärzten - Geld aus der Tasche zu ziehen. Das inzwischen "ausgestorbene", aber über zwei Jahrzehnte gut funktioniende Modell basierte darauf, das sich die Kapitalanleger in einer Bauherrengemeinschaft einfanden, der jedoch ein Treuhänder vorgeschaltet war. Der sorgte dafür, dass zum Wohl seiner eigenen Brieftasche erhebliche Vorkosten produziert wurden durch Provisionen, Baubetreuungsgebühren, Kosten für Werbemaßnmahmen und dergleichen, wobei die Gutverdiener diese Kosten ánteilmäßig steuermindernd in ihren Einkommenssteuererklärungen geltend machen konnten. Genau dieses Argument der Steuerersparnis führte dazu, dass viele Kapitalanleger den Blick für die Realität verloren und am Ende die Dummen waren, wenn das Bauherrenmodell in die Pleite geriet, was oft genug der Fall war. Es gab natürlich auch Bauherrenmodelle, über die beispielsweise ein Ferienpark realisiert und den Kapitalanlegern suggeriert wurde, hohe Renditen aus der Vermietung der Anlage zu erzielen. Das aber traf nur in seltenen Fällen zu.

Bauherrenrisiko

Bauen ist für den Bauherrn immer mit einem Risiko im Hinblick auf die finanzielle Seite behaftet. Das häufigste Beispiel eines Bauherrenrisikos ist, dass das Bauunternehmen pleite geht, bevor der Bau abgeschlossen ist. Das ist für den Bauherren ein Risiko, weil nun unklar ist, wer das Haus fertig stellt. Alarmzeichen für eine bevorstehende oder bereits erfolgte Pleite eines Bauunternehmens sind z.B.: - wenn der Bauträger grundlos die Adresse wechselt, - die gewohnten Ansprechpartner nicht mehr erreichbar sind, - die Bank einen Projektleiter einschaltet, - die am Bau beteiligte Firmen ausgetauscht werden.

Bauhilfsstoff

auch: Bauhilfsstoffe

Bauhilfsstoffe sind Hilfsmittel, die zwar zum Bau eines Gebäudes benötigt werden, aber nach Beendigung der Arbeiten nicht in diesen verbleiben. Gerüste oder Schalungen sind zum Beispiel Bauhilfsstoffe. Häufig werden aber auch Dichtstoffe, Klebstoffe, Dichtungsschlämmen, Imprägniermittel oder Trennmittel als Bauhilfsstoffe bezeichnet.

Bauhof

auch: Betriebshof, Baubetriebshof, Stadtpflegebetriebe, kommunaler Bauhof, Bauhöfe

Bauunternehmen lagern auf dem Bauhof ihre Gerätschaften und Baustoffe. Weiterhin werden dort die Geräte gepflegt oder Konstruktionsteile vormontiert. Jede Stadt und jede Gemeinde besitzt ebenfalls einen Bauhof. Hier bekommt der Begriff noch eine weitere Bedeutung. Der Bauhof ist dort innerhalb der Gemeindeverwaltung die Abteilung, die sich um Grünpflege, Winterdienst oder Straßenreinigung kümmert. Weitere Bezeichnungen für einen kommunalen Bauhof sind Betriebshof, Stadtpflegebetrieb oder Baubetriebshof.

Bauhohlglas

auch: Bauhohlgläser

Glassteine, Betonglas oder Glasdachsteine werden aus Bauhohlglas hergestellt. Bauhohlglas ist ein kompaktes Glas, das vor allem durch Pressen hergestellt wird.

Bauholz

auch: Bauhölzer

Bauholz ist im eigentlichen Sinne nichts anderes, als das Holz, das zum Weiterverarbeiten in Wohngebäuden oder aber auch auf Baustellen verwendet wird. Also nicht das Brennholz für den Ofen. Unter Bauholz zählen z.b. Dielen, Bohlen, Latten, Bretter oder aber auch das Kantholz.

Bauholzliste

auch: Bauholzlisten

Eine Bauholzliste wird bei bestimmten Bauvorhaben oder für ein bestimmtes Bauteil aufgestellt. Die Liste macht Angaben über die Holzart, Art des Bauteils (z.B. Dachbalken), Länge, Höhe und Breite des Bauteils, Festigkeitsklasse, Schnittklasse, Sortierklasse, zulässige Bläue und noch einiges mehr. Weitere Angaben bei der Holzbestellung sind über die Qualität des Bauholzes notwendig. So zum Beispiel gibt die Bauholzliste auch darüber Auskunft, ob das Holz sägerauh, ungetrocknet oder eventuell imprägniert geliefert werden soll.

Bauhütte

Ursprünglich die Werkstatt, später die Gemeinschaft der Bauleute und Steinmetzen an einem mittelalterlichen Kirchenbau. Aus dem Zusammenwirken von Architekt, Maurer und Bildhauer erklärt sich der einheitliche Eindruck mittelalterlicher Kathedralen. Aus den deutschen Haupthütten in Straßburg, Köln, Wien, Regensburg und Bern und ihren zahlreichen unterstellten kleineren Bauhütten gehen die Anfänge der Freimaurer hervor. Mit dem Rückgang des Kathedralbaus im 15. Jh. wird die Bauhütte von den Zünften verdrängt.

Bauingenieur

auch: Bauingenieure, Bauingenieurin, Bauingenieurinnen

Der Bauingenieur unterscheidet sich vom Architekten dadurch, dass er sich weniger mit der Planung, als mit der eigentlichen Konstruktion von Gebäuden und Sonderbauten beschäftigt und für alle Planungen die statische Durchführbarkeit ermittelt. Ganz vereinfacht gesagt, ist der Architekt für Optik und Funktionalität des Bauwerks zuständig, der Bauingenieur dafür, dass die Baukonstruktion allen technischen Anforderungen standhält. Bauingenieure können allerdings auch Bauplanungen ausführen und Bauanträge einreichen, wenn sie die sog. Vorlageberechtigung besitzen. Angehende Bauingenieure studieren entweder an einer Fachhochschule (FH) oder an einer Technischen Universität (TU), wobei die Regelstudienzeiten 8 bzw. zehn Semester betragen. Studienschwerpunkt ist u.a. der konstruktive Ingenieurbau. Bauingenieure werden nicht nur für den allgemeinen Hoch-oder Tiefbau ausgebildet, sondern auch für Fachdisziplinen wie Wasserbau, Verkehrstechnik oder Abfalltechnik. Die Bauleitung bei größeren Baumaßnahmen obliegt in aller Regel einem Bauingenieur. Wie der Architekt auch, hat der freischaffende Bauingenieur einen gesetzlich definierten Anspruch auf ein Honorar, das in der HOAI festgesetzt und in Leistungsstufen gegliedert ist.

Baukalender

siehe Bauzeitenplan.

Baukalk

auch: Baukalke

siehe Kalk.

Baukeramik

auch: Bauterrakotta

Baukeramik oder Bauterrakotta ist die Sammelbezeichnung für alle Erzeugnisse aus meist Grobkeramik, die im und um das Haus verwendet werden. Baukeramik sind beispielsweise Fliesen, Formsteine oder Fassadenschmuck mit Glasuren und plastischem Dekor.

Baukies

auch: Baukiese

siehe Sand

Bauklammer

auch: Maurerklammer

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Eine Bauklammer bzw. Maurerklammer ist eine etwa 30 cm lange, aus Rund- oder Flachstahl geschmiedete Klammer mit spitzen, senkrecht abgewinkelten Enden, die speziell für Verklammerungen im Gerüst- und Dachstuhlbau Verwendung findet. Beim Dachstuhlbau wird die Bauklammer zum Befestigen zweier sich kreuzender Holzbalken benötigt. Die Bauklammer wird dabei mit einem Hammer oder mit Schußgeräten in beide Balken geschlagen. Durch die Klammer sind die Balken gegen Bewegungen gesichert.

Bauklasse

auch: Bauklassen

Unter Bauklassen versteht man die Einteilung der Straßen nach deren Verkehrsbelastung. Dabei ist nicht die Zahl der Fahrstreifen des Straßenquerschnitts von Bedeutung, sondern allein die Anzahl der Fahrzeuge, die in einer bestimmten Zeit den Querschnitt passieren. Insgesamt werden 6 Bauklassen unterschieden. Die Bauklasse wird zur Dimensionierung des Oberbaus einer Straße benötigt.

Baukompressor

auch: Baukompressoren

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Baukompressoren sind spezielle Kompressoren für den Einsatz auf der Baustelle. Sie sind auf einen fahrbaren Untersatz montiert, so dass sie problemlos überall hintransportiert werden können. Die durch den Baukompressor erzeugte Druckluft dient zum Betreiben verschiedenster Geräte wie Bohrhämmer, Reinigungsgeräte, Putzmaschinen, Risseverpressung oder Farbspritzgeräten.

Baukontrolleur

Als Baukontrolleur wird ein Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörde bezeichnet, der stichprobenartig oder regelmäßig Bauobjekte besucht, um festzustellen, ob keine Abweichungen vom genehmigten Bauantrag vorgenommen werden. Als Baukontrolleure werden immer Beamte oder Angestellte eingesetzt, die einschlägig vorgebildet sind, also Bauingenieure und Bautechniker. Der Baukontrolleur kann Bauvorhaben stillegen, wenn er gravierende Sicherheitsmängel entdeckt oder Abweichungen von der genehmigten Planung. Der Bauherr oder in dessen Namen der Architekt oder Bauleiter muss ihm jederzeit den Zutritt zur Baustelle erlauben und ihm auf Verlangen alle relevanten Unterlagen und Aufzeichnungen vorlegen.

Baukörper

Der Baukörper ist ein Allgemeinbegriff aus dem Hochbau. Unter einem Baukörper kann viel verstanden werden - hauptsächlich jedoch ein Bauwerk als solches, gleichgültig, ob es sich um einen Altbau oder einen Neubau handelt und gleichgültig, ob der Baukörper aus Beton, Ziegelsteinen, Kalksandsteinen und dergleichen besteht.

Baukosten

Die Baukosten sind alle beim Bau anfallenden Kosten. Zu den Baukosten zählen neben den Kosten für das Bauwerk auch Kosten für das Grundstück, die Erschließung und die Außenanlagen. Auch die Baunebenkosten sind zu den Baukosten hinzuzurechnen. Die Baukosten ebenfalls in die Höhe treiben kann die Einrichtung des Hauses.

Bauland

Durch einen Bebauungsplan für die Bebauung bestimmte oder in bereits zusammenhängend bebauten Gebieten gelegene und zur Bebauung geeignte Grundstücke.

Baulandumlegung

auch: Umlegung, Baulandumlegungen

Die Baulandumlegung ist ein im Bundesbaugesetz geregeltes Verfahren zur Neuordnung von Grundstücken. Demnach können im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile zur Erschließung oder Neugestaltung bestimmter Gebiete bebaute und unbebaute Grundstücke durch Umlegung in der Weise neu geordnet werden, dass nach Lage, Form und Größe für die bauliche oder sonstige Nutzung zweckmäßig gestaltete Grundstücke entstehen.

Baulaser

auch: Bau-Laser

Mit Baulasern werden Vermessungsarbeiten auf der Baustelle durchgeführt. Der Vorteil liegt hauptsächlich darin, dass die Arbeiten von einer Person vorgenommen werden können. Wegen der verschiedenen Bauaufgaben des Hoch-, Ingenieur- und Innenausbaus sowie des Tief- und Strassenbaus wurden unterschiedliche Lasertypen entwickelt, die praxisorientierte Einsatzschwerpunkte abdecken. Im Hochbau kommen vorwiegend Rotationslaser, im Tiefbau Kanalbaulaser zum Einsatz.

Baulast

auch: Baulasten

Unter einer Baulast kann die öffentlich-rechtliche Verpflichtung verstanden werden, eine bauliche Anlage herzustellen oder zu unterhalten. Im privaten Baubereich wird unter ein Baulast jedoch verstanden, auf dem eigenen Grundstück bestimmte Vorgänge zu dulden. Dazu kann z.B. das Durchfahrtsrecht eines Nachbarn gehören, durch ein fremdes Grundstück fahren zu dürfen, um sein rückseitig gelegenes Grundstück erreichen zu können. Andere Baulasten können beispielsweise das Aufstellen von Telegrafenmasten oder die Duldung einer bis an die Grundstücksgrenze heranreichenden Scheune betreffen. Baulasten werden im Baulastenverzeichnis eingetragen, welches als eine Ergänzung zum Grundbuch verstanden werden kann. Das Baulastenverzeichnis wird bei den zuständigen Bauämtern der Stadtverwaltungen, Kreise usw. geführt.

Baulastenverzeichnis

auch: Baulastenverzeichnisse

Das Baulastenverzeichnis ist ein von der Baubehörde geführtes Verzeichnis über die Eintragungen von Baulasten.

Bauleistung

auch: Bauleistungen

Als Bauleistung werden zum einen Bauarbeiten aller Art vom Abbruch des Hauses bis zum Tapezieren der Wand verstanden. Zum anderen wird auch der in Geld ausgedrückte Wert eines in einem bestimmten Zeitraum gefertigte Bauwerk oder Bauteil als Bauleistung bezeichnet.

Bauleistungsbeschreibung

Bauleistungsversicherung

auch: Bauleistungsversicherungen

Bauleistungsversicherungen werden von Bauherren abgeschlossen, die sicher stellen möchten, dass während der Bauphase eintretende Schäden ersetzt werden. Eine solche Versicherung kann je nach Vertragsgestaltung auch das Diebstahlsrisiko abdecken, das bekanntlich auf Baustellen nicht gerade gering ist.

Bauleistungsverzeichnis

Bauleitplan

auch: Bauleitplanung, Bauleitpläne

Der Bauleitplan bestimmt die bauliche und sonstige Nutzung der Flächen einer Gemeinde. Die Aufstellung des Plans liegt in der Hoheit der Gemeinden und ist damit ein wichtiges städtebauliche Planungsinstrument mit dem zukünftige Entwicklungen steuerbar sind. Der Bauleitplan besteht aus Flächennutzungsplan und Bebauungsplan.

Bauleitplanung

siehe Bauleitplan.

Bauleitung

auch: Bauleiter

Während beim Bau eines Einfamilienhauses kein Bauleiter eingesetzt werden muss, sondern in der Regel dem Architekten die Bauüberwachung obliegt, geht es bei größeren Baumaßnahmen nicht ohne Bauleiter. Dieser ist meistens Bauingenieur. Als Bauleiter arbeitet er unmittelbar und ständig auf der Baustelle. Seine Aufgabengebiet ist ebenso umfangreich wie verantwortungsvoll. Er muss den zeitlichen Ablauf der einzelnen Maßnahmen steuern und überwachen, er muss kontrollieren, ob die richtigen Materialien in der lt. Bauplanung vorgesehen Weise eingebaut werden und er muss auch die Unfallverhütungsvorschriften kennen und am Bau durchsetzen. Unmittelbar arbeiten mit dem Bauingenieur die Poliere, Vorarbeiter und Handwerksmeister zusammen. Ähnlich wie der Kapitän auf dem Schiff, hat der Bauleiter das letzte Wort bei technischen Entscheidungen.

Baulinie

auch: Baulinien

Im Bebauungsplan kann eine Baulinie festgesetzt werden. Die Baulinie wird als Linie aus zwei Punkten und einem Strich gezeichnet (bei farbiger Darstellung in rot). Im Gegensatz zur Baugrenze ist der Bauherr bei einer Baulinie verpflichtet, auf dieser Linie zu bauen. Sie trennt bebaubare und nicht bebaubare Grundstücksfläche. Die Baulinie gilt nicht nur über der Erde, sondern auch darunter. Eine Tiefgarage darf daher nicht über die Baulinie hinausragen. Untergeordnete bauliche Anlagen und Teile davon wie Garagen an der Grundstücksgrenze, Balkone, Erker können über die festgelegte Baulinie hinaus zugelassen werden - sofern es von den Abstandsflächen möglich ist und es die Bestimmungen des Bebauungsplans oder örtliche Vorschriften erlauben.

Baulos

auch: Baulose

Baulos ist die Bezeichnung für einen Anteil an der Ausführung eines größeren Bauvorhabens, das durch einen Unternehmen alleine nicht zu bewerkstelligen wäre. Das Baulos wird separat an einen Auftragnehmer in Auftrag gegeben. Es kann entweder nach Leistungsumfang oder nach fachspezifischen Gesichtspunkten abgegrenzt sein.

Baumanbinder

Der Baumanbinder, auch als Softanbinder bezeichnet, ist ein Kabelbinder aus dem besonders elastischen Polyurethan. Er dient dazu, die Stämmchen frisch gepflanzter junger Bäume an Pflanzenstäben oder Weinreben an Gittern zu befestigen.

Baumangel

auch: Baumängel

Fehler macht jeder, das ist unvermeidlich. Deshalb ist es nur natürlich, dass auch Bauhandwerker Fehler machen. Solche Baumängel sollten allerdings nicht zu groß sein und rechtzeitig bemerkt werden. Dafür ist eine regelmäßige Kontrolle während des Bauvorgangs notwendig. Viele Baumängel lassen sich durch eine bessere Planung oder durch stärkere Baukontrolle vermeiden. Das fängt bereits mit der Baubeschreibung an. Dort sollten Konstruktion und Materialien aller Hausteile stehen. Ist etwas anders ausgeführt als beschrieben, liegt ein Mangel vor. Die Bandbreite reicht von zu hellen oder zu dunklen Fliesen fürs Badezimmer über die falsche Farbe des Putzes bis hin zu fehlender Drainage ums Haus. Je detaillierter die Baubeschreibung, desto weniger Streitpunkte und Nervenbelastung gibt es für alle Beteiligten. Wer ganz auf der sicheren Seite liegen möchte, sollte den gesamten Hausbau von einem unabhängigen Architekten oder Bauingenieur begleiten lassen. Doch auch ein Architekt oder Bauingenieur ist nicht den ganzen Tag auf der Baustelle. Sind Baumängel aufgetreten, sollte der Bauherr eine schriftliche Mängelrüge verfassen und, wenn ale Stricke reißen, ein selbständiges Beweisverfahren vor Gericht beantragen.

Baumarkt

auch: Baumärkte

Der Begriff Baumarkt hat zwei Bedeutungen. Zum einen ist mit Baumarkt die gesamte Baubranche in wirtschaftlicher Hinsicht zu verstehen - etwa in dem Sinne, in dem man auch von einem Geldmarkt spricht. Ansonsten ist der Baumarkt eine Einkaufsstätte, in der Heimwerker/innen in diy-gerechten Chargen und Losgrößen Produkte kaufen können, um Haus und Hof auszubauen, zu sanieren oder umzubauen. In den letzten Jahren geht der Trend allerdings weg vom klassischen Baumarkt und hin zum Wohnkaufhaus, wo auch Möbel, Bilderrahmen und textile Dekorationsstoffe gekauft werden können. Spezielle Bauprodukte wie etwa Dachziegel oder Klinker werden von Baumärkten selten geführt. Diese Produkte sind die Domäne des Baustoffgroßhandels. Die deutschen Baumärkte sind entweder Franchise-Betriebe (wie OBI) oder Regiebetriebe (wie Toom). Deutschland gilt hinsichtlich der Zahl seiner Baumärkte als "überbesetzt" - es gibt also zu viele Baumärkte für zu wenige Kunden, weshalb die Renditen der Betreiber niedrig sind oder in Einzelfällen auch gar keine Renditen erwirtschaftet werden. Als Wachstumsfeld gilt der Garten, weshalb vielen Baumärkten ein Gartencenter zugeordnet ist.

Baumasse

Rauminhalt der Vollgeschosse von Gebäuden zuzüglich der in Dach- und Kellergeschossen zugelassenen Aufenthaltsräume einschließlich der zu zugehörigen Umfassungswände und Decken.

Baumassenzahl

auch: BMZ

Die Baumassenzahl - kurz BMZ - gibt an, wie groß Gebäude in Industriegebieten sein dürfen. Dabei ist der umbaute Raum in Kubikmetern pro Quadratmeter Grundstücksfläche ausschlaggebend. Hat ein Grundstück beispielsweise eine Fläche von 2000 m² und ist eine Baumassenzahl von 2,0 angegeben, darf das Gebäude höchstens ein Volumen von 4000 m³ haben.

Baumethoden

siehe Bauverfahren.

Baumischverfahren

Das Baumischverfahren ist ein Verfahren aus dem Straßenbau. Es dient dort zur Bodenverfestigung bzw. Bodenstabilisierung und Bodenverbesserung. Die Bodenverfestigung geschieht direkt vor Ort mit Hilfe spezieller Maschinen - so genannter Bodenstabilisierer. Das Baumischverfahren eignet sich besonders bei der Verfestigung anstehender Böden und bei bindigen Böden. Auch dort, wo Straßenfertiger für den Einbau des Einbaugemischs nicht zur Verfügung stehen, ist das Baumischverfahren geeignet.

Baumkante

auch: Baumkante

Auch Fehlkante oder Waldkante genannt. Gütemerkmal, am besäumten Schnittholz verbliebener Teil der Stammoberfläche. Die Baumkante ist nicht identisch mit der Rinde, sondern gibt bei besäumtem Schnittholz an, wieviel Holz zum rechteckigen Querschnittsmaß fehlt.

Baumsafe

Baumsatzung

auch: Baumsatzungen

Zu den Hoheitsaufgaben der Gemeinden und Städte gehört, Baugebiete auszuweisen und Bebauungspläne zu entwickeln, die sich wiederum an die Vorgaben eines Flächenutzungsplans halten müssen. Auch sind die Kommunen berechtigt, sog. Gestaltungssatzungen festzulegen. Selbst Baumsatzungen werden von manchen Gemeinden oder Städten erlassen und diese greifen dann auch in die private Verfügungsgewalt eines Grundstückbesitzers ein. In solchen Fällen werden bestimmte Baumarten unter besonderen Schutz gestellt - das können Ahornbäume, Gingkobäume, Kiefern oder Eichen sein. Ab einem bestimmten Stammumfang und einer bestimmten Höhe dürfen diese Bäume nicht gefällt werden, auch wenn sie auf einem Baugrundstück stehen und den Bauverlauf behindern. Auch der Baum, der Schatten auf Ihr Grundstück wirft und den "Sonnenertrag" Ihrer Solaranlage auf dem Dach schmälert, aber unter den Schutz der Baumsatzung fällt, darf nicht gefällt werden - es sei denn, er ist krank oder umsturzgefährdet. Das muss dann aber vom örtlichern Gartenamt geprüft werden, sonst gilt das Fällen als illegal und kann mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden.

Baumsäure

siehe Abietinsäure.

Baumscheibe

auch: Baumscheiben

Unter einer Baumscheibe werden zwei völlig unterschiedliche Dinge verstanden. Zum einen eine Scheibe mit Baumrinde, die aus einem Stamm herausgesägt worden ist. Solche Scheiben dienen als Ansichtsmaterial im Biologieunterricht oder sie werden von Hobbykünstlern bemalt oder mit Brandmalereien verziert. Baumscheiben aus Metall jedoch werden insbesondere in den Fußgängerzonen der Innenstädte um (neu gepflanzte) Bäume gelegt, um das Wurzelwerk vor Beschädigungen durch die Reifen von Transportfahrzeugen etc. zu schützen. Solche Scheiben müssen keineswegs rund sein. Es werden auch quadratische und rechteckige "Scheiben" hergestellt, die rechteckig um den Baumstamm gelegt werden. Die Baumscheibe wird häufig mit einem sog. Baumsafe kombiniert.

Baumschutzgitter

auch: Baumsafes

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Rundes Gittergestell aus verzinktem oder kunststoffummanteltem Stahl, das insbesondere in Fußgängerzonen um Bäume montiert wird, um diese vor Beschädigungen zu schützen. Baumschutzgitter, verschiedentlich auch unter der Bezeichnung "Baumsafe" von den Herstellern angeboten, werden häufig ergänzt durch sogenannte Baumscheiben. Beide Maßnahmen sollen auch verhindern, dass Hunde ihr Bein am Baumstamm heben bzw. auf dem Erdreich des Wurzelwerks ihr Geschäft verrichten.

Baumschutzsatzung

Baumstamm

auch: Holzzelle, Borke, Rinde, Verkernung, Kambium, Bast, Bastzelle, Baumstämme

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Bäume sind ein Wunderwerk der Natur. Sie sind die größten Organismen der Erde und die haben die längste Lebensdauer. Das Geheimnis ihrer Kraft liegt im hölzernen Stamm, der ihnen Halt gibt und der fast unbegrenzt wachsen kann. Grund für das Dickenwachstum ist ein dünner Zylinder von Zellen direkt unter der Rinde, der immer neue Zellen bindet und mit zunehmender Dicke auch selber wächst. Dieser Zylinder wird Kambium genannt. In ihm werden während der Wachstumsperiode drei Arten von Zellen gebildet: Die eine Art von Zellen dient zur eigenen Vergrößerung. Auf den Stammquerschnitt bezogen gibt es zudem noch Bastzellen an seiner Außenseite und Holzzellen an seiner Innenseite. Ein Teil der Bastzellen verholzt und wird zur Borke. Bast und Borke bilden die Rinde, wobei die Borke die Bastzone vor äußeren Einwirkungen schützt. Durch das Wachstum reißt die Borke auf, was der Rinde ihr typisches Aussehen gibt. Neues Gewebe wird vor allem nach innen gebildet. In diesem Gewebe verlaufen Leitungsbahnen, die Gefäße. Sie dienen dazu, Wasser und Nährstoffe von den Wurzeln in die Blätter zu transportieren. Auf dem Rückweg befördern die Leitungsbahnen lebenswichtige Stoffwechselprodukte, die in den Blättern gebildet werden, zu den Wurzeln. Im Kern des Stammes verläuft ein Markzylinder, von dem aus sich die Markstraheln bilden. In ihnen ist der Stoffwechseltransport auch in waagerechter Richtung möglich. Bei einem Baumstamm gibt es verschiedene Bereiche. Die äußeren Jahresringe, also das junge Holz, dienen der Saft- bzw. Wasserführung des Baumes. Dieser Teil des Holzes wird Splintholz genannt. Es ist je nach Baumart erkennbar an der helleren Farbe. Manche Baumarten haben nur einen schmalen Splinzholzring, bei anderen geht das Splintholz vom Mark bis zum Kambium durch. Bei vielen Arten von Bäumen tritt mit zunehmenden Alter eine Verkernung des Holzes ein. Die älteren, inneren Jahresringe des Splintholzes stellen die Saft- bzw. Wasserführung ein und werden mit Holzinhalts- oder Ablagerungsstoffen wie Gerb- und Farbstoff, Harz, Wachs und Fett gefüllt. Dadurch arbeitet das Holz weniger, wird schwerer, fester und dauerhafter. Die Gerbstoffe wirken wie eine natürliche Imprägnierung, das Holz ist gegen Pilze und andere holzzerstörende Organismen geschützt. Durch die Gerbstoffe wird das Holz auch deutlich dunkler, man spricht dann von Kernholz. Holz, das verkernt ist, bei dem sich aber keine Gerbstoffe eingelagert haben, nennt man Reifholz. Das ist zwar ebenfalls härter als Splintholz, doch nicht so widerstandsfähig. Nach diesen Bezeichnungen unterscheidet man Splintholzbaum, Kernholzbaum, Reifholzbaum und Kernreifholzbaum.

Baumstammhaus

Andere Bezeichnung für ein Naturstammhaus, also ein Haus aus Naturstämmen.

Baumtreppe

Die Urform einer Treppe ist die Baumtreppe. Sie ist heutzutage allenfalls in Museen zu sehen oder bei Pfahlbauten von Naturvölkern. Sie besteht aus einem schräg gestellten Baumstamm, in den Kerben geschlagen wurden. Diese Kerben dienten als Trittstufen.

Baumwolldämmstoff

auch: Baumwolldämmstoffe,, Baumwolledämmstoffe

siehe Baumwolle.

Baumwolle

auch: Baumwolldämmstoff

Baumwolle eignet sich nicht nur gut für T-Shirts, sondern auch als Wärmedämmung. Sie muss lediglich mit Borax (Borsalz) imprägniert werden, um einen Befall durch Insekten und Nagetiere zu verhindern. Baumwolle besitzt eine feine Faserstruktur und erreicht als Dämmstoff daher sehr gute Wärmedämmwerte. Die Dämmstoffe sind außerdem atmungsaktiv und können sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. So kann die Baumwolle als Feuchtepuffer zwischen Raumluft und Außenluft dienen und zu einem guten Raumklima beitragen. Verwendung findet Baumwolle bei der Innendämmung oder bei der Trittschalldämmung.

Baumwollputz

auch: Baumwollputze

Baunaht

auch: Baunähte

siehe Baufuge.

Baunebengewerbe

Während das Bauhauptgewerbe vorzugsweise Baukonzerne und Bauunternehmen umfaßt, die Maurer, Betonbauer und Bautischler beschäftigen, ist das Baunebengewerbe hauptsächlich handwerklich orientiert. Das Baunebengewerbe arbeitet dem Bauhauptgewerbe jedoch nicht nur zu, sondern sorgt auch für die Endfertigstellung von Bauten und deren Funktionalität. Zum Baunebengewerbe zählen Handwerksberufe wie Tischler, Fliesenleger, Elektro-Installateure, Dachdecker, Klempner, Steinmetze, Stukkateure, Glaser, Bodenleger usw. Zimmerleute können sowohl im Baunebengewerbe anzutreffen sein, als auch im Bauhauptgewerbe.

Baunebenkosten

Beim Kauf eines Hauses sorgen die Baunebenkosten häufig für unliebsame Überraschungen, denn sie können zwischen 10% und 20% der Gesamtkosten ausmachen. Sie werden den reinen Baukosten hinzugerechnet. Zu den Baunebenkosten zählen beispielsweise das Architektenhonorar, Kosten der Statiker und Prüfingnieure, Gebühren für das Baugenehmigungsverfahren und für amtliche Prüfungen wie die Bauabnahme.

Baunutzungskosten

Baunutzungskosten sind alle bei Gebäuden, den dazugehörigen baulichen Anlagen und deren Grundstücken unmittelbar entstehenden regelmäßig oder unregelmäßig wiederkehrenden Kosten vom Beginn der Nutzbarkeit des Gebäudes bis zum Zeitpunkt seiner Beseitigung.

Baunutzungsverordnung

Die Baunutzungsverordnung (BauNVO)ist ein Bundesgesetz und beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit den Nutzungsmöglichkeiten von Bauflächen und Baugebieten. In ihm wird u.a. definiert, was ein reines Wohngebiet oder ein Industriegebiet ist oder was Sondergbiete sind, die der Erholung dienen. Festgelegt werden hier auch die allgemeinen Voraussetzungen für die Zulässsigkeit baulicher und sonstiger Anlagen. Die (höchst überflüssigen) Landesbauordnungen orientieren sich auch an der BauNVO.

BauNVO

Bauökologie

auch: ökologisch Bauen

Bauökologie bzw. ökologisches Bauen bedeutet, dass durch das Bauen möglichst wenig Eingriffe in die Naturkreisläufe vorgenommen werden. Schonung der Ressourcen ist ein wichtiger Aspekt bei der Bauökologie. Darüber hinaus sollte möglich Energie zur Herstellung, zum Transport und zur Nutzung der verwendeten Materialen verbraucht werden. Bauökologie betrachtet die gesamte Kette von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Grundsätzlich werden beim ökologischen Bauen keine die Umwelt oder Gesundheit belastende Materialien verwendet. Eine genaue Vorgabenliste gibt es allerdings nicht, vielmehr müssen regionale Unterschiede bzw. Gegebenheiten mit berücksichtigt werden. Es macht zum Beispiel keinen Sinn Schiefer durch halb Deutschland zu kutschieren, nur weil es ein natürliches Material ist. Neben der Verwendung ökologisch einwandfreier Materialien müssen auch Wärmeschutz und Schallschutz optimiert sein. Beim Heizen sollte die Verwendung erneuerbarer Energien - also das Heizen mit Sonne, Erdwärme oder Holz - oberste Priorität besitzen.

Bauordnung

Baupapier

siehe Baupappe.

Baupappe

auch: Baupapier, Baupappen

Baupappe und Baupapier werden als Dampfbremse, Rieselschutz bei losen Schüttungen, Unterspannbahn, Trennlagen, Estrichlegerfolie oder Estrichpappe verwendet. Beschichtet oder getränkt werden Baupappen und Baupapier mit Öl, Bitumen, Aluminium, Wachs oder Paraffin. Zudem werden sie gitterverstärkt hergestellt. Damit sie nicht so leicht in Flammen aufgehen oder von Pilzen befallen werden, können sie mit Flammschutzmitteln oder pilzhemmenden Mitteln ausgestattet sein. Kommen Baupappen mit Innenraumluft in Berührung, sollten sie jedoch mit möglichst wenig Chemie behandelt sein.

Bauplan

auch: Baupläne

Baupläne gehören zu jedem Haus, egal ob vom Architekten geplant oder nicht. Man unterscheidet zwischen Entwurfsplänen im Massstab 1:100 und Ausführungsplänen z.B. im Massstab 1:50 sowie Detailzeichnungen und Pläne für die Handwerker mit grösserem Massstab. Zu den Ausführungsplänen zählen vor allem der Werkplan des Architekten, Schal-, und Bewehrungspläne für die Betonteile. Baupläne sind für die Baubehörde verbindliche Unterlagen, bei der Bauabnahme prüft sie, ob der Neu- oder Umbau gemäss den genehmigten Plänen erstellt wurde.

Baupreisindex

auch: Baupreisindizes

Ein Baupreisindex gibt die Entwicklung der Preise für einen Neubau oder die Instandhaltung von Gebäuden wieder. In Deutschland veröffentlich das Statistische Bundesamt verschiedene Baupreisindizes, so z.B. für den konventionellen Neubau im Hochbau, worunter Wohngebäude, Bürogebäude und gewerbliche Betriebsgebäude fallen. Für den Bau von Fertighäusern gibt es ebenso einen eigenen Baupreisindex wie für Neubauten im Tiefbau - also Brücken, Ortskanäle oder Straßen. Der vierte Baupreisindex wird für die Instandhaltung von Mehrfamiliengebäuden veröffentlicht.

Bauprobe

Die Bauprobe hat nichts mit dem Bauwesen zu tun - es ist eine Bezeichnung aus der Welt des Schauspiels und der Oper. Für eine Uraufführung wird ein Bühnenbildner beauftragt, ein Bühnenbild zu gestalten. Dafür baut er zunächst einmal ein Modell, das er zur Bauprobe mitbrongt. Anhand dieses Modells und in Anwesenheit des Regisseurs bauen die Bühnenarbeiter dann aus Versatzstücken das Modell nach. So gewinnen der Regisseur und der Bühnenbildner einen Eindruck, ob die nach dem Modell zu bauenden Kulissen für den Ablauf der Handlung geeignet sind und den Akteuren nicht im Weg stehen.

Bauprozess

auch: Bauprozesse

Juristisch nicht definierter Begriff; verstanden wird darunter aber eine Privatklage wegen Bauschäden.

Bauqualitätskontrolle

auch: Bauqualitätskontrollen

Mit der Bauqualitätskontrolle wird die Qualität eines Bauwerks durch einen unabhängigen Experten begutachtet. Sie ist ein wirksamer Schutz vor Baumängeln und späteren Schäden. Mit einer Bauqualitätskontrolle, die auch in bestimmten Abschnitten während des Hausbaus erfolgt, kann die Qualität des Hauses gesteigert und oftmals auch teure Rechtsstreitigkeiten vermieden werden. Der Gutachter prüft das Gebäude in den entscheidenden Bauabschnitten von der Bauplanung über die Ausführung bis zur Abnahme und erteilt darüber gegebenenfalls ein Zertifikat.

Baurecht

Unter Baurecht werden alle Normen und Gesetze zusammengefasst, die das Bauen betreffen. Dabei wird zwischen privatem und öffentlichem Baurecht unterschieden. Im privaten Bereich kommt z.B. die Nachbarschaftsgesetze zur Anwendung. Auch ein Architektenvertrag oder der Bauvertrag mit einem Bauunternehmen unterliegen dem Baurecht. Beim öffentlichen Baurecht wird zum Beispiel zwischen Bauplanungsrecht, das die Bebaubarkeit von Grundstücken regelt und dem Bauordnungsrecht unterschieden. Das Bauordnungsrecht befasst sich mit näheren Vorschriften für einzelne Bauvorhaben (z.B. Gestaltungs- und Sicherheitsvorschriften).

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik, Berlin, macht im Einvernehmen mit den obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder für die Bauprodukte und Bauarten in der Bauregelliste die technischen Regeln bekannt, die zur Erfüllung der in den Landesbauordnungen und in den auf Grund der Landesbauordnungen erlassenen Gesetzen und Verordnungen an bauliche Anlagen gestellten Anforderungen zu beachten sind. Die Bauregelliste hat verschiedene Teile mit unterschiedlichen Regelungsbereichen: Die Bauregelliste unterliegt ständiger Fortschreibung. Bauregelliste A (Teile 1,2 und 3) Die Bauregelliste A gilt nur für Bauprodukte und Bauarten im Sinne der Begriffsbestimmung der Landesbauordnungen. Die für die Bemessung und Ausführung der baulichen Anlagen zu beachtenden technischen Regeln, die als Technische Baubestimmungen öffentlich bekannt gemacht sind, bleiben hiervon unberührt. Bauregelliste A Teil 1 enthält geregelte Bauprodukte Bauregelliste A Teil 2 enthält nicht geregelte Bauprodukte Bauregelliste A Teil 3 enthält nicht geregelte Bauarten Bauregelliste B (Teile 1 und 2) In der Bauregelliste B werden Bauprodukte aufgenommen, die nach Vorschriften der Mitgliedstaten der Europäischen Union - einschließlich deutscher Vorschriften - und der Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum in den Verkehr gebracht und gehandelt werden dürfen und die die CE-Kennzeichnung tragen. Bauregelliste B Teil 1 Hier sind Bauprodukte aufgelistet, die die harmonisierten Vorgaben der europäischen Bauproduktenrichtlinie erfüllen. Bauregelliste B Teil 2 Hier sind Bauprodukte aufgelistet, die außerhalb des Regelungsbereiches der Bauproduktenrichtlinie liegen und in anderen Richtlinien bestimmt sind, z.B. Maschinen- oder Gasgeräterichtlinie. Bauregelliste C Liste C enthält Bauprodukte, für die es weder Technische Bestimmungen noch allgemein anerkannte Regeln der Technik gibt und die für die Erfüllung bauordnungsrechtlicher Anforderungen nur eine untergeordnete Bedeutung haben.

Baurichtmaße

Baurichtmaße sind die theoretischen Maße von Bauteilen einschließlich ihrer Fugen. Gemessen wird hierbei von Mitte Fuge bis Mitte Fuge. Bei Mauerwerk ist das Baurichtmaß ein Vielfaches von 12,5 cm. Dies ist ein Achtelmeter, daher die Abkürzung am. Verwendet werden Baurichtmaße für Breiten, Höhen und Stärken.

Baurundholz

Baurundholz bezeichnet nur geschältes ("entrindetes"), nicht geschnittenes rundes Holz. Die Gütebedingungen und die Sortierung sind in der DIN 4074-2 festgelegt. Wegen des durchgehenden Faserverlaufs dürfen gem. DIN 1052-1 bei Rundholz mit ungeschwächter Randzone die zulässigen Biege- und Druckspannungen (parallel zur Faser) um 20 % erhöht werden.

Bausand

auch: Bausande

siehe Sand

Bausatzhaus

auch: Bausatzhäuser

Bauschaden

auch: Bauschäden

Allgemeiner Begriff für einen durch Verarbeitungs-, Konstruktions- und/oder Materialfehler entstandenen Schaden an einem Bauwerk. Die Feststellung, ob ein Bauschaden vorliegt, erfolgt fast immer unter Hinzuziehung eines Sachverständigen. Die Feststellung, wer für einen Bauschaden verantwortlich ist, ist immer dann problematisch, wenn der Bauherr weite Teile seines Hauses in Eigenleistung erbracht hat. Im Fertighausbau und beim Bau durch einen Generalunternehmer hat es derjenige, der einen Bauschaden reklamiert, nur mit einer Partei zu tun, die er haftbar machen kann. Im konventionellen Massivbau schiebt nicht selten ein Handwerker die Schuld auf den anderen, so dass jahrelange Prozesse mit unterschiedlichsten Gutachten die Folge sein können.

Bauschaum

auch: Bauschäume

siehe Montageschaum.

Bauschein

auch: Bauscheine

Anderer, rechtlich zulässiger Begriff für Baugenehmigung.

Bauschlosser

Der Bauschlosser ist heute ein Metallbauer - und zwar der Fachrichtung Konstruktionstechnik.

Bauschnittholz

auch: Bauschnitthölzer

Für Bauschnittholz werden aus einem Stamm Kanthölzer mit unterschiedlichen Querschnitten herausgesägt. Geliefert wird Bauschnittholz sägerau. Die Gütebedingungen sind in der DIN 4074-1 geregelt. Die Sortierung erfolgt maschinell oder visuell. Merkmale für die visuelle Sortierung sind z.B. Äste, Risse, Jahrringbreite und Krümmung. Die Sortierklasse ist mit der früheren Güteklasse (GK) gleichzusetzen. Es wird unterschieden zwischen den Sortierklassen S7, S10, S13 (visuell) und die Sortierklassen MS7, MS10, MS13, MS17 (maschinell). Dabei bedeuten die Abkürzungen S7, MS7 ( = GK III) Bauschnittholz mit geringer Tragfähigkeit; S10, MS10 (=GK II) Bauschnittholz mit normaler Tragfähigkeit und S13, MS13, MS17 (=GK I) Bauschnittholz mit überdurchschnittlicher Tragfähigkeit. S7 steht z. B. für eine zulässige Biegespannung von zul sB = 7 N/mm².

Bauschrauber

Bauschreiner

siehe Tischler.

Bauschutt

Beim Bauen fällt eine Menge Abfall an, der sogenannte Bauschutt. Diesen ordnungsgemäss zu entsorgen, ist Aufgabe des Bauunternehmers. Nicht nur aus Kostengründen sollte Bauschutt in verschiedene Abfallarten getrennt werden, soweit möglich recycled sowie gegebenenfalls als Sondermüll entsorgt und bezahlt werden. Dazu zählen z.B. Reste von Farben, Lacken, Lösemitteln, PVC-Materialien, Holzschutzmitteln, Teer-/Bitumen(Pappe), Montageklebern, Montageschäumen und asbesthaltigen Baustoffen.

Bauschutznetz

auch: Bauschutznetze

siehe Auffangnetz.

bauseits

Steht zum Beispiel der Passus "Erdarbeiten bauseits" in einem Bauvertrag, müssen Käufer von schlüsselfertigen Häusern wachsam sein. Denn, was auf den ersten Blick nach einer Leistung des beauftragten Bauunternehmers aussieht, muss in Wirklichkeit der Bauherr selbst erbringen. Am Ende läuft diese Vertragspassage regelmäßig auf einen Extraauftrag für das ausführende Unternehmen hinaus. Der Ablauf ist stets gleich: Kurz vor Baubeginn weist der Unternehmer auf den Passus im Vertrag hin und fragt, wann der Bauherr die Erdarbeiten erledigen lässt. Der Bauherr ist ahnungslos. Er hat natürlich keine andere Firma mit den Erdarbeiten beauftragt, weil er davon ausging, die Erdarbeiten seien im Festpreis enthalten. Damit dennoch zügig mit dem Bau begonnen werden kann, beauftragt er nun - zwangsläufig - seinen Anbieter zusätzlich auch noch mit den Erdarbeiten. Kaum ein Bauherr riskiert an dieser Stelle Verzögerungen oder gar einen Prozess, um die Rechtmäßigkeit dieser Klausel klären zu lassen. Der Bauunternehmer kassiert also über den vertraglich vereinbarten Festpreis hinaus. Das ist ärgerlich, aber legal, denn nur die zum Festpreis angebotenen Leistungen muss er auch erledigen.

Bausoll

In einer Bauleistungsbeschreibung legt der Bauunternehmer, Generalunternehmer, Bauträger oder Fertighaushersteller dar, welche Leistungen an dem Bauwerk erbracht werden. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang von einem "Bausoll". Bei der Abnahme sollte der Bauherr genauestens prüfen, ob das Bausoll erfüllt worden ist.

Bauspardarlehen

Das Bauspardarlehen ist nach dem Bausparkassengesetz ein Darlehen, das die Bausparkasse dem Bausparer als „Gegenleistung“ für die von ihm eingezahlten Beträge für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen gewährt. Es ist für die Bausparkasse grundsätzlich unkündbar, während der Bausparer selbst das Darlehen jederzeit vorzeitig zurückzahlen bzw. kündigen darf. Die Auszahlung des Bauspardarlehens erfolgt nach 40-50 %iger Ansparung der Bausparsumme (je nach Tarif) und einer je nach Institut unterschiedlichen Zuteilungsfrist. Das Bauspardarlehen kann mit Annahme der Zuteilung beantragt werden. Es ergibt sich in der Regel aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem bis Zuteilung angesammelten Bausparguthaben und der Bausparsumme.

Bausparen

auch: Bausparer

Bausparen ist eigentlich eine englische "Erfindung": Viele Sparer (Kollektiv) zahlen regelmäßig in einen Topf ein. Nach einer bestimmten Zeit und bei Erreichen eines bestimmten Prozentsatzes der Bausparsumme erhält der Sparer sein gespartes Geld plus Zinsen aus dem gemeinsamen Topf (Zuteilung) und kann zusätzlich noch ein (zinsgünstiges) Darlehen zu einem von Anfang an festgesetzten Zinssatz in Anspruch nehmen. Aus diesem Prinzip haben sich moderne, intelligente Finanzierungsvarianten entwickelt, unter denen Singles, junge Familien und Best-Ager ihre spezielle Wunschfinanzierung wählen können.

Bausparförderung

auch: Bausparförderungen

Unter Bausparförderung sind die Fördergelder gemeint, die als Zuschuss beim Bausparen gewährt werden. Neben der Wohnungsbauprämie ist hier als Bausparförderung die Arbeitnehmer-Sparzulage oder auch Wohn-Riester zu nennen. Wohnungsbauprämien kann jeder ab 16 Jahren erhalten, der mindestens 50 Euro pro Jahr auf einen Bausparvertrag einzahlt. Allerdings darf das zu versteuernde Jahreseinkommen 25.600 Euro bei Singles oder 51.200 Euro bei Ehepaaren nicht übersteigen. Um an die staatliche Arbeitnehmer-Sparzulage zu kommen, müssen vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber auf den Bausparvertrag einbezahlt werden.

Bausparguthaben

Zum Bausparguthaben werden alle Bauspareinlagen gerechnet. Es setzt sich aus den Spareinzahlungen, Zinsen, Bausparprämien sowie gegebenenfalls vermögenswirksamen Leistungen und der Arbeitnehmersparzulage zusammen. Mit Annahme der Zuteilung durch den Bausparer wird das Bausparguthaben ausbezahlt.

Bausparkasse

auch: Bausparkassen

Kreditinstitute, deren Geschäftsbetrieb darauf gerichtet ist, Einlagen von Bausparern (Bauspareinlagen) entgegenzunehmen und aus den angesammelten Beträgen den Bausparern für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen Gelddarlehen (Bauspardarlehen) zu gewähren. Das Bauspargeschäft darf nur von Bausparkassen betrieben werden. Bausparer ist, wer mit einer Bausparkasse einen Vertrag schließt, durch den er nach Leistung von Bauspareinlagen einen Rechtsanspruch auf Gewährung eines Bauspardarlehens erwirbt (Bausparvertrag). Nach dem Gesetz über Bausparkassen in der Fassung vom 15. 2. 1991 dürfen in Deutschland private Bausparkassen nur in der Rechtsform der Aktiengesellschaft betrieben werden. Die Rechtsform der öffentlich-rechtlichen Bausparkassen wird von den Bundesländern bestimmt. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungs- und Bausparwesen in Berlin übt die Aufsicht über die Bausparkassen in Deutschland aus.

Bausparprämie

Jeder Bausparer hat auf Antrag Anrecht auf eine Bausparprämie vom Staat. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf bei Ledigen allerdings 25.600 Euro nicht übersteigen. Verheiratete dürfen nicht mehr als 25.600 Euro im Jahr verdienen. Die Bausparprämie oder auch Wohnungsbauprämie beträgt 8,8 % auf maximal 512 Euro Einzahlungen bei Ledigen bzw. 1.024 bei Verheirateten.

Bausparsumme

auch: Bausparsummen

Die Bausparsumme ist der Betrag, über den der Bausparvertrag abgeschlossen wird. Sie ist Bezugsgröße für die Abschlussgebühr, für das Bauspardarlehen und für die Sparbeträge bzw. den Regelsparbetrag. Die Bausparsumme setzt sich aus dem Bausparguthaben (den Bauspareinlagen) und dem Bauspardarlehen zusammen.

Bausparvertrag

auch: Bausparverträge

Bei einem Bausparvertrag handelt es sich um einen Sparvertrag, den ein Anleger (dann Bausparer genannt) mit einer Bausparkasse abschließt. Durch die Zahlung von Bausparbeiträgen erwirbt der Bausparer einen Rechtsanspruch auf ein Bauspardarlehen. Abgeschlossen wird der Vertrag über eine bestimmte Bausparsumme. Bei Zuteilung des Bausparvertrages wird der zur Vertragssumme fehlende Teil als Bauspardarlehen gewährt. Der Bausparer kann somit über die volle Bausparsumme verfügen. Standardmäßig läuft ein Bausparvertrag über 18 bis 20 Jahre, wobei etwa 8 Jahre Ansparzeit zu rechnen sind.

Baustahl

auch: Massenstahl, Baustähle

Als Baustahl wird jeder nicht härtbare Stahl bezeichnet. Auf Baustahl, auch als Massenstahl bezeichnet, entfällt über 90% der Stahlerzeugnisse. Er wird für allgemeine Bauzwecke, aber auch für Maschinenteile verwendet. Hergestellt wird Baustahl legiert oder unlegiert. Unlegierter Baustahl wird als allgemeiner Baustahl bezeichnet. Für seine Verwendung ist die Zugfestigkeit maßgebend. So ist beispielsweise St37 ein Baustahl, dessen Zugfestigkeit je nach Werkstoffdicke zwischen 340 N/mm² und 470 N/mm² liegt.

Baustahlmatte

auch: Baustahlmatten

Baustahlmattenschneider

Baustatik

Die Baustatik bezeichnet als Teilgebiet der Mechanik die Lehre vom stabilen Gleichgewicht der Bauteile unter dem Einfluss von Kräften. Wichtigste Aufgabe der Baustatik ist der rechnerische Standsicherheitsnachweis von Gebäuden. Dazu wird im Zuge der Bauplanung eine Lastermittlung durchgeführt, bei der alle Kräfte erfasst werden, die die Bauteile eines künftigen Gebäudes belasten und dadurch zu Spannungen im Inneren des Werkstoffgefüges sowie zu Verformungen und zu Instabilitäten führen können. Hierbei wird die Eigenlast der Bauteile ebenso berücksichtigt wie die durch den Nutzungszweck des Gebäudes zu erwartenden Verkehrslasten sowie Drücke, die von Winden und Niederschlägen (Schnee, Eis) ausgehen. Der Baustatiker hat nachzuweisen, dass alle Kräfte sicher auf den Baugrund übertragen und dort aufgenommen werden können. Die Berechnungen erfolgen dabei von oben nach unten und folgen damit dem Kraftfluss. Sie erfasst als erstes das Dach, arbeitet sich Ebene für Ebene nach unten und schließt mit der Untersuchung der Fundamentsohle ab. Das Hauptaugenmerk des Statikers gilt den tragenden Konstruktionselementen (Tragwerke) wie Decken, Stützen, Wände und Fundamente, die in waagrechten Grundrissen und lotrechten Schnitten dargestellt und anhand von statischen Formeln berechnet werden.

Baustativ

Auf dem Baustativ werden Baulaser, Theodolit oder Tachymeter befestigt. Es ist wie das bekannte Stativ für Fotoapparate aufgebaut, es ist meist jedoch sehr viel stabiler und enthält zusätzlich noch eine Wasserwaage zum Ausrichten des Baulasers.

Baustelle

auch: Baustellen

Als Baustelle werden alle Plätze verstanden, an denen etwas neu gebaut, umgebaut oder abgerissen wird. Zur Baustelle gehören auch die Flächen, auf denen Material gelagert wird oder die als Arbeitsflächen dienen. Auch die Stellflächen für Aufenthalts- und Sanitärräume sowie Fahrwege, Wendepätze, Magazine oder Werkstätten, die eigens für den Bau eingerichtet wurden, zählen zur Baustelle. Dies ist daher wichtig, weil der Bauherr für die Sicherheit auf der Baustelle verantwortlich ist und haftbar gemacht werden kann, wenn z.B. kleine Kinder auf ihr verunglücken.

Baustellenabsicherung

Damit Baustellen nicht von Unbefugten (insbesondere Kindern) betreten werden können, müssen sie ausreichend gesichert sein. Ein Schild mit der Aufschrift "Baustelle Betreten verboten" wird dabei als nicht ausreichend angesehen. Zur Baustellenabsicherung kommen zum Beispiel Baustellenzäune zum Einsatz. Auch die Abdeckung von ungesicherten Schächten gehört zur Baustellenabsicherung.

Baustellenbeton

Baustellenbeton ist Beton, dessen Bestandteile auf der Baustelle zugegeben und gemischt werden.

Baustelleneinrichtung

Als Baustelleneinrichtung bezeichnet man alle mobilen oder auch ortsfesten Einrichtungen, welche je nach Bedarf der jeweiligen Baustelle nur für die Dauer der Arbeiten geschaffen werden. Dazu gehören beispielsweise Lagerplätze, Büro- und Materialcontainer, Kranstellplatz, sowie Baustellenver- und entsorgung.

Baustellenestrich

auch: Baustellen-Estrich, Baustellen-Estriche, Baustellenestriche

Estrich, der direkt auf der Baustelle gemischt wird.

Baustellenmörtel

Baustellenmörtel wird im Gegensatz zum Werkmörtel auf der Baustelle zusammengesetzt und gemischt.

Baustellenradio

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Auch das gibt es im Bauwesen, nämlich ein eigens gebautes Baustellenradio. Es wird mit gängigen Profi-Akkus betrieben, die "Saft" für eine mehrtägige Spieldauer haben und verfügt über starke Lautsprecher, eine Equalizer-Funktion für einwandfreien Klang und Speicherfunktionen für verschiedene Sender. Auch ein MP3-Player kann angeschlossen werden. Die Bauarbeiter müssen also auf der Baustelle nicht auf Musik oder aktuelle Fußballübertragungen verzichten.

Baustellenräucherung

Die Baustellenräucherung ist ein spezielles Verfahren zur Räucherung von Holz. Hierbei kann bereits verlegtes Parkett in der Wohnung mit Ammoniak, das mit der Gerbsäure im Holz reagiert, geräuchert werden. Der Nachteil bei diesem Verfahren ist, dass auch anderes helles gerbstoffhaltiges Holz im Raum automatisch mitgeräuchert wird, d.h. es wird ebenfalls dunkler. Bei der Baustellenräucherung werden in einem dicht verschlossenen Raum Gefäße mit Salmiakgeist aufgestellt. Der Parkettboden verfärbt sich dann in etwa zwei Tagen an der obersten Schicht. Die Räuchergefäße sollte auf zugespitzten Standbeinen stehen, damit später keine hellen Flecken an den Stellen zu sehen sind, wo die Gefäße standen.

Baustellenschild

Während des Bauens muss der Bauherr der Baustelle dauerhaft und von der Strasse her gut sichtbar ein Baustellenschild anbringen mit der Bezeichnung des Bauvorhabens, Namen und Anschriften des Architekten bzw. Entwurfsverfassers, des Bauleiters und des Unternehmers für den Rohbau.

Baustellenverordnung

Aufgrund der Baustellenverordnung (BaustellV), die seit 1.7.1998 anzuwenden ist, muss der Bauherr bei Planung und Ausführung eines Bauvorhabens Maßnahmen treffen und die Arbeit auf der Baustelle so gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird. Damit trifft den Bauherrn erstmals eine Mitverantwortung für die Arbeitssicherheit auf der Baustelle! Die Verantwortung der Unternehmer für die Arbeitssicherheit ihrer Beschäftigten wird davon nicht berührt! Aufgaben des Bauherrn: Der Bauherr kann die Leistungen nach BaustellV selbst übernehmen oder er beauftragt einen Dritten, z.B. einen Architekten, diese Leistungen in eigener Verantwortung zu erbringen.

Baustil

auch: Architekturstil, Baustile

Jede Kultur, jede Zeit hat seine eigene Art zu Bauen, man spricht von unterschiedlichen Baustilen bzw. Architekturstilen. Die Griechen hatten ihren Baustil, die Römer und auch Ägypter, wobei innerhalb dieser Völker der Antike natürlich auch noch enorme Unterschiede beim Baustil gibt. Später im Mittelalter kamen dann in der westlichen Welt der romanische (siehe Romanik) und der gotische Stil (siehe Gotik) auf. Darauf folgten in der frühen Neuzeit die Renaissance und der Barock. Später in der Neuzeit waren Klassizismus und Historismus die bevorzugten Baustile. In der Moderne kamen Jugendstil, Expressionismus und Art Déco hinzu. Bekanntester Baustill Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Bauhaus-Stil, aus dem sich der Funktionalismus entwickelte. Häufig lässt sich eine solche Stilepoche erst in der Nachbetrachtung festlegen. Zudem ist zu beobachten, dass sich immer schneller neue Moden durchsetzen. Jeder Architekt möchte etwas noch die dagewesenes in die Welt zaubern. Auch die regionalen Unterschiede im Baustil verschwimmen immer mehr. Mittlerweile wird in den USA ganz ähnlich wie in Europa und in Asien so wie in Australien gebaut.

Baustoffgroßhandel

Der Großhandel mit Baustoffen ist keineswegs mehr nur für das Bauhandwerk und für Bauunternehmen da, sondern hat sich in den letzten Jahren stark konzentriert auch auf den privaten Bauherrn und den Heimwerker. Regionale Baustoffhändler betreiben oft neben dem Baustoffgroßhandel auch einen Baumarkt; meistens als Franchisebetriebe von Gruppen wie i&m (Interpares-Mobau) oder Hagebau. Angesichts der langanhaltenden Krise in der Bauwirtschaft wird der Privatkunde für die Baustoffgroßhändler immer wichtiger, denn dieser bringt sofort Bargeld in die Kasse, während das Handwerk auf Rechnung einkauft und erst nach Tagen oder Wochen bezahlt.

Baustoffklasse

auch: Baustoffklassen

Dient der Einteilung von Baustoffen bezüglich ihres Brandverhaltens nach DIN 4102. Ihre Kennzeichnung erfolgt durch die Buchstaben A und B und durch die Zahlen 1 bis 3. A 1 = nicht brennbarer Baustoff ohne jegliche brennbare Bestandteile A 2 = nicht brennbarer Baustoff mit geringen brennbaren Bestandteilen B 1 = brennbarer Baustoff mit schwer entflammbaren Eigenschaften B 2 = brennbarer Baustoff mit normal entflammbaren Eigenschaften B 3 = brennbarer Baustoff mit leicht entflammbaren Eigenschaften (bauaufsichtlich als Baustoff nicht verwendbar)

Baustopp

Die Bauaufsichtbehörde oder das Gericht können einen Baustopp, das heißt die Einstellung aller Bauarbeiten an einem Neu- und Umbau, verfügen. Der Baustopp kann auch mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden, wenn die Anordnung bestandskräftig und unanfechtbar ist. Ein Baustopp kann beispielsweise dann verhängt werden, wenn das Gebäude zu dicht an eine Nachbargrenze, zu breit oder zu hoch gebaut wird und somit die Randbedingungen eines rechtskräftigen Bebauungsplans oder der Baugenehmigung nicht eingehalten werden. Ein Baustopp kann aber auch verfügt werden, wenn mit den Bauarbeiten bereits vor Erteilung einer Baugenehmigung begonnen wurde oder die Standsicherheit der Baumaßnahme gefährdet ist und damit eine große Gefährdung der am Bau Beteiligten von einer Baumaßnahme ausgeht.

Baustrahler

Baustrahler sind transportable Beleuchtungskörper, die auf einem Fuß aus Metallrohr stehen und auf Baustellen für eine gute Beleuchtung sorgen. Bauarbeiten finden auch statt, wenn die Sonne mal nicht hell scheint oder bis in die Nacht­stunden durchgearbeitet werden muss. Gerade auch beim Innenausbau oder Roh­bau müssen Licht­quellen her, wenn es noch keine normale Haus­beleuch­tung gibt. Bau­strahler gibt es in klassischer Ausführung, also mit Kabel und Halogen-Leucht­mitteln, aber auch mit Akkus und sogar mit Akku-LED-Spots, so dass es keinen Kabelsalat gibt. Für den Außenbereich gibt es spritzwassergeschützte Ausführungen, wie sie ähnlich auch Polizei und Feuerwehr bei Außeneinsätzen im Regen verwenden.

Baustraße

auch: Baustrasse, Baustrassen, Baustraßen

Provisorisch befestigter Fahrweg zur besseren Durchführung von Bauarbeiten. Die Baustraße gehört zur Baustelle und muss daher entsprechend gesichert werden.

Baustrom

Ein Neubau hat zunächst keinen Stromanschluss. Um den nötigen Strom zum Bauen, den „Baustrom“ zur Verfügung zu haben, muss der Bauunternehmer einen Baustromverteiler aufbauen.

Baustromverteiler

Irgendwo müssen die elektrischen Geräte auf der Baustelle ihren Strom herbekommen. Aus diesem Grunde gibt es Baustromverteiler. Dies sind vorübergehend installierte Verteilanlagen. Der Verteilerschrank sollte einen Zähler haben und gut verschliessbar sein, damit kein Unbefugter den Strom anzapfen kann. In der Regel rechnet jedes Gewerk seinen eigenen Stromanteil ab.

Bausubstanz

Eine Gebäude hat eine Einrichtung und ein Inventar, das willkürlich geändert werden kann, und eine Bausubstanz, die zunächst einmal die nicht beweglichen Einzelteile eines Gebäudes umfaßt: Fundament, Bodenplatte, Decken, alle Wände und das Dach. Der Begriff Bausubstanz wird verwendet, wenn ermittelt werden soll, ob und in welchem Umfang ein bestehendes Gebäude renoviert oder saniert werden kann. Ferner spielt der Begriff eine Rolle, wenn Sachverständige für Erben oder potentielle Käufer den Wert eines Hauses ermitteln sollen. Der Zustand der Bausubstanz ist dabei ein ganz wesentlicher Bewertungsfaktor.

Bautagebuch

Jeder Bauleiter muss ein Bautagebuch führen, dies ist eine schriftliche Dokumentation des Bauablaufs. In das Bautagebuch sind vor allem zu Beweiszwecken alle wesentlichen Vorgänge bei der Bauwerkserrichtung aufzunehmen, die im Hinblick auf spätere Gewährleistungsprozesse von Bedeutung sein können, z.B. Arbeitsbedingungen auf der Baustelle, Witterung, Beanstandungen, Beurteilungen von Lieferungen. Ein Doppel des Bautagebuchs ist dem Vertreter des Auftraggebers auszuhändigen. Auf Verlangen ist das Bautagebuch der behördlichen Bauaufsicht vorzuzeigen.

Bauteildurchfeuchtung

Eine der häufigsten Schadensursachen im Baubereich ist die Bauteildurchfeuchtung ist. Sie macht sich zum Beispiel bemerkbar durch verminderten Wärmeschutz, hygienische Beeinträchtigung , Schimmelpilzbefall auf feuchten Innenwandoberflächen, korrosive Schädigung metallischer Bauteile in der Außenwand, mechanische Schädigung, chemische Schädigung und Befall feuchten Holzes durch holzzerstörende Pilze.

Bautenfarbe

auch: Bautenfarben

Bautenfarben oder Baufarben ist der Sammelbegriff für alle Anstrichstoffe, die im Bausektor Verwendung finden. Man unterscheidet dabei noch zwischen den Dispersionsfarben, die für den Anstrich von Wänden und Fassaden verwendet werden und den Bautenlacken, die zur Beschichtung von Holz- und Metalloberflächen z. B. für Türen, Fenster und Heizkörper eingesetzt werden.

Bautenlack

auch: Bautenlacke

Unter Bautenlacke werden Anstrichstoffe verstanden, die ausschließlich für den Baubereich verwendet werden. Sie werden zur Beschichtung von Holz oder Metall, für Türen, Fenster, Heizkörper oder Fußböden verwendet. Bautenlacke werden meist auf der Basis von Alkydharzen oder Acryldispersionen hergestellt.

Bautenschutz

Bautenschutz ist die Bezeichnung für sämtliche Maßnahmen, die ein Bauwerk oder Teile eines Bauwerks vor schädigenden Einflüssen durch Witterung, Feuchtigkeit oder auch in Produktionsabläufen anfallenden Stoffen schützen und die Funktion des Bauwerks erhalten sollen. Zum Bautenschutz zählen Bauwerksabdichtung, Schutz vor Korrosion, Holzschutzmaßnahmen sowie Wärme-, Brand- und Schallschutz. Im Bautenschutz tätige Unternehmen haben ihr Hauptaufgabenfeld in der Sanierung von feuchten Kelleraußenwänden.

Bautenschutzfolie

auch: Bautenschutzfolien

Bei Bautenschutzfolien handelt es sich um Schutzfolien, die im Freien oder unter der Erde liegende Bauteile vor Feuchtigkeitsschäden, Witterungseinflüsse oder Umwelteinwirkungen zu schützen. Hergestellt werden Bautenschutzfolien aus PVC oder PE, sie sind zwischen 0,02 mm und 0,4 mm dick und bis zu 6 Meter breit. PE-Folien bleiben auch bei Frost flexibel, können bei UV-Strahlen aber Schaden nehmen.

Bautenschutzmatte

auch: Bautenschutzmatten

Bautenschutzmatten werden aus Gummigranulat oder Polyurethankautschuk hergestellt. Sie finden ihren Einsatz dort, wo im Bau hochwertige Isolierungen und Abdichtungen vor Beschädigungen geschützt werden sollen und Schallschutz erwartet wird. Bautenschutzmatten werden zum Beispiel zum Schutz der Dachhaut bei Flachdächern eingesetzt. Bei einem Flächengewicht von 10 bis 15 kg/qm liegt das Palettengewicht bei ca. 500 bis 800 kg. Eine Förderung ohne technische Hilfsmittel ist daher auszuschließen.

Bautenschutzmittel

Bautenschutzmittel sind alle Stoffe, die zum Bautenschutz eingesetzt werden. Bautenschutzmittel werden z.B. eingesetzt für schädlingsbekämpfende Beschichtungsstoffe, Imprägniermittel, Holzschutzmittel und Absperrmittel auf Bitumenbasis, die für die Konservierung verwendet werden. Die Wasseraufnahme wird durch eine filmbildende, wasserundurchlässige Beschichtung (Fassadenfarben) verringert.

Bauterrakotta

siehe Baukeramik.

Bautischler

siehe Tischler.

Bau-Tischlerplatte

Bau-Tischlerplatten können analog zu Bau-Furnierholzplatten betrachtet werden. Sie bestehen jedoch aus beidseitigem Deckfurnier und einer Mittellage aus aneinandergeleimten Holzleisten oder Holzstäben.

Bauträger

Bauträger sind Unternehmen, die Grundstücke erwerben und im eigenen Namen und auf eigene Rechnung Wohn- und Gewerbebauten errichten lassen, um sie anschließend zu verkaufen. Das heißt, das Bauträgerunternehmen ist gleichzeitig Bauherr. Ein Bauträgervertrag muss notariell beurkundet werden. Bei ihm handelt es sich zwar im Prinzip um einen Kaufvertrag, der eine Gewährleistungsfrist von einem Jahr hat, aber die Rechtsprechung geht von einem Werkvertrag aus, so dass die Gewährleistungsfrist fünf Jahre beträgt. Bauträger sind in den seltensten Fällen Bauunternehmen, die die Bauten auch selbst errichten. Vielmehr beauftragen sie Bauunternehmen und alle weiteren Handwerksbetriebe mit dem Errichten des Bauwerks. Geht ein Bauträger in Konkurs, was tausendfach geschehen ist, haben nicht nur die Handwerker schlechte Karten, die womöglich auf unbezahlen Rechnungen sitzen bleiben. Auch der Bauherr hat dann das Nachsehen, denn er kann sich nicht an der Bauunternehmung oder einzelnen Handwerksbetrieben schadlos halten.

Bautreppe

auch: Bautreppen

Bautreppen sind robust gefertigte provisorische Holztreppen oder Metalltreppen in Rohbauten, die später durch die regulären Haustreppen ersetzt werden. Falls der spätere Einbau von Metallfertigtreppen geplant ist, so kann man diese auch schon beim Rohbau mit später auszuwechselnden robusten Dielen verwenden. Komplette Rohbautreppen können mit Geländer gemietet werden. Die Miete bis ca. 1/2 Jahr kostet pro Geschoß rund 200 Euro.

Bautrockner

Unter einem Bautrockner versteht man vorwiegend mit einem Elektromotor betriebene Geräte unterschiedlicher Größe und Leistung, die der feuchten Raumluft das Wasserkondensat entziehen und über Kältemittel wieder in den Urzustand, nämlich in Wasser umwandeln. Das Wasser wird in einem Behälter aufgefangen und dann entsorgt. Bautrockner haben eine wesentlich höhere Entfeuchtungsleistung als normale Entfeuchter und sind auf heutigen Baustellen fast nicht mehr wegzudenken, da die Räume infolge der heutzutage geforderten schnellen Bezugsfertigkeit nicht mehr auf natürlichem, aber zeitraubendem Weg per Fensterbelüftung austrocknen können. Tausende Liter Wasser stecken im Mörtel, im Beton, im Estrich, im Putz oder auch im Tapetenkleister und wabern sehr schnell als feuchte Raumluft in den neuerbauten Räumen herum, wo sich das Kondensat vor allem an den kälteren Stellen niederläßt und zur Schimmelbildung einlädt, wenn die Räume nicht auf maschinell entfeuchtet werden. Auch Gasheizer gelangen als Bautrockner zum Einsatz; das Wirkungsprinzip können Sie unter diesem Suchwort nachlesen.

Bautrocknung

Der Bautrocknung muss vor allem bei einem Neubau große Bedeutung zugemessen werden. Wird nach dem Bauen die Wohnung zu schnell bezogen, kann die Feuchtigkeit nicht mehr entweichen. Um so mehr, da mittlerweile von der Energieeinsparverordnung das luftdichte Haus gefordert ist. Die Folge sind Bauschäden und Schimmelbildung. Ein Neubau aus Mauerwerk oder Beton trocknet nur langsam: man kann z.B. einen Winter dafür veranschlagen. Beschleunigen lässt sich der Vorgang unter Umständen durch einen Bautrockner.

Bauüberwachung

Die Bauüberwachung wird zweifach ausgeführt. Einmal ist sie Pflichtaufgabe der örtlichen Bauaufsichtsbehörde, wobei ein Baukontrolleur die Ausführung eines genehmigten Bauvorhabens überwacht, was in der Regel nur stichprobenartig geschieht. Liegt dem Bau ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren zugrunde, kann die Baubehörde auf die Bauüberwachung verzichten. Im Verhältnis zwischen Bauherrn und Architekten obliegt in der Regel diesem die Bauüberwachung, bei größeren Baumaßnahmen muss ein eigener Bauleiter eingesetzt werden. Dieser ist meistens Bauingenieur. Als Bauleiter arbeitet er unmittelbar und ständig auf der Baustelle, während der Architekt, der die Bauüberwachung inne hat, nicht ständig auf der Baustelle anwesend sein muss. Dennoch ist auch die Bauüberwachung umfangreich und verantwortungsvoll. Sie beinhaltet u.a. die Überwachung des Ausbaus entsprechend der Ausführungspläne, die Einhaltung der Zeitpläne, die Feststellung und Beseitigung etwaiger Baumängel und die Kostenkontrolle. Die Bauüberwachung ist wichtigster Bestandteil der Leistungsphasen innerhalb der HOAI, nämlich der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure.

Bauverein

auch: Bauvereine

Moderne Form der Siedlungsgenossenschaft. Bauvereine gibt es quer durch die Republik, wobei die Mitglieder häufig ökologisch orientiert sind. Bauvereine versuchen, von den Gemeinden größere Areale zugewiesen zu bekommen, die die Mitglieder dann in Eigenleistung und unter tätiger Mithilfe der anderen Vereinsmitglieder bebauen. Eine ganze Reihe von Gemeinden unterstützt solche Vorhaben durch Bereitstellung geeigneten Baugrunds, insbesondere dann, wenn die Mitglieder Passivhäuser oder Häuser vorwiegend aus Naturbaustoffen bauen wollen.

Bauverfahren

auch: Baumethoden

Unter Bauverfahren oder auch Baumethode werden alle Vorgänge und Arbeitsweisen zusammengefasst, die zum Herstellen eines Bauwerks oder einer Baukonstruktion nötig sind. Das Bauverfahren darf nicht mit der Bauweise verwechselt werden. Diese beschreibt die festgelegte Anordnung von Bauelementen oder Konstruktionselementen. Von der Wahl des Bauverfahren hängt sehr stark der Bauablauf und die Organisation der Baustelle ab. So macht es einen großen Unterschied, ob ein Haus herkömmlich Stein auf Stein gemauert wird oder aus Fertigteilen gebaut wird, die auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Wenn die Fertigteile aus großflächigen Mauerteilen bestehen, ist das Ergebnis ganz ähnlich, doch das Bauverfahren ist völlig verschieden.

Bauvertrag

auch: Bauverträge

Vertrag zwischen Bauherrn und/oder Architekt und einer Baugesellschaft oder mit einer Fertighausfirma über Art und Umfang zu erbringender Bauleistungen.

Bauvoranfrage

auch: Bauanfrage, Bauvoranfragen

Vor dem Kauf eines Grundstücks, vor der konkreten Planungsbeauftragung eines Architekten oder vor Einreichung eines Bauantrags kann es sinnvoll sein, eine Bauvoranfrage an die zuständige Gemeindeverwaltung zu stellen. Eine solche Bauvoranfrage kann jedermann stellen, aber die Einschaltung eines Architekten ist empfehlenswert. Durch die Bauvoranfrage kann z.B. abgeklärt werden, ob ein Grundstück in einer vorgesehenen Bauweise überhaupt bebaut werden darf. Auch Bauvoranfragen sind gebührenpflichtig. Liegt also das Grundstück, auf dem gebaut werden soll, in einem durch Bebauungsplan ausgewiesenen Baugebiet, kann man sich die Voranfrage ersparen. Ein Blick in den Bebaungsplan zeigt nämlich an, was möglich ist und was nicht. Wurde eine Bauvoranfrage gestellt, erhält der Antragsteller einen Bauvorbescheid.

Bauvorbescheid

auch: Bauvorbescheide

Baubehördlicher Bescheid aufgrund einer Bauvoranfrage. Der Bauvorbescheid ersetzt zwar nicht die Baugenehmigung, bindet aber die Bauaufsichtsbehörde an ihre getroffenen Entscheidungen. Mit anderen Worten: Ist der Bescheid positiv, kann der Architekt mit der Planung beginnen.

Bauvorlage

auch: Bauvorlagen

Die Bauvorlagen reicht der Architekt im Bauantrag ein, um für seinen Auftraggeber die Baugenehmigung zu erhalten. Ihr Inhalt ist jeweils in den Landesbauordnungen festgelegt. Zu den Bauvorlagen des normalen Bauantrag zählen in der Regel: - Baubeschreibung, - Bauzeichnung / Baupläne im Massstab 1:100 (Ansichten, Schnitte, Grundrisse), - Lageplan mit Abstandsflächennachweis, - Berechnung der Statik, - Nachweise über Wärme-, Brand- und Schallschutz, - Entwässerungsplan, - Freiflächenplan mit Anordnung des Kfz-Stellplatzes. Zu den Bauvorlagen für das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren bzw. das Freistellungsverfahren zählen in der Regel nur planungsrechtliche und brandschutztechnische Bauvorlagen. Allerdings sind auch bei den Bauvorlagen beim vereinfachten Genehmigungsverfahren z.B. in Nordrhein-Westfalen immer noch 15 verschiedene Posten zu beachten.

bauvorlageberechtigt

Bauvorlageberechtigung

Bauvorschriften

Bauvorschriften sind meist örtlicher Natur, sie werden in den Landesbauordnungen der Bundesländer oder in örtlichen Bauvorschriften (z.B. in Bebauungsplänen) festgelegt. Durch Bauvorschriften sollen in der Regel Absichten verwirklicht werden, die sich im Gestaltung, Städtebau oder Ökologie drehen.

Bauweise

auch: Bauweisen

Bauweise ist ein Begriff aus der Bauplanung. Sie bezeichnet die Anordnung der Gebäude auf Grundstücken in Bezug auf die Nachbargrenzen. Man unterscheidet geschlossene Bauweise und offene Bauweise. Die Bauweise wird im Bebauungsplan festgelegt.

Bauwerkinjektion

auch: Bauwerkinjektionen

siehe Injektion

Bauwerksabdichter

auch: Bauwerksabdichterin

Handwerklicher Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildung. Die Aufgabe eines Bauwerksabdichters ist der Schutz der Bauwerke vor Luft- und Bodenfeuchtigkeit sowie Sickerwasser. Mit seiner Arbeit wirkt er im Verborgenen. Denn die abgedichtete Fläche wird in der Regel von weiteren Bauabschnitten überlagert. Auf Deponien ist das der Müll, bei Verkehrsflächen wie Straßen und Tunnels kommt Beton und Asphalt darüber und bei anderen Bauwerken steht das Gebäude auf der Abdichtung oder man muss erst auf das Dach steigen. Bauwerksabdichter bewerten Abdichtungsuntergründe auf Beschaffenheit und Eignung und prüfen die Abdichtungsarbeiten auf Zweckmäßigkeit und Qualität. Bauwerksabdichter sind in Betrieben der Bauwirtschaft beschäftigt, etwa in Spezialbetrieben für Abdichtungstechnik oder Flachdachisolierung, in Bauunternehmen des Hoch- und Tiefbaus oder bei Dachdeckereien. Sie arbeiten auf wechselnden Baustellen und häufig auch im Freien.

Bauwerksabdichtung

auch: Bauwerksabdichtungen

Bauwerksabdichtungen sind wasserdichte Abschlüsse von Gebäudeteilen zum Schutz des Bauwerkes gegen Feuchtigkeit oder Wasser. Es gibt Dicht- und Sperrstoffe als Bahnen aus Pappe, Metall- oder Kunststofffolien, sowie gießbare Massen aus mineralischen oder organischen Bestandteilen. Alle Abdichtungen halten Wasser ab, doch nicht alle sind völlig feuchtigkeitsundurchlässig. Manche Dampfsperren zum Beispiel können Wasserdampf durchlassen. Dies ist jedoch kein Mangel, sondern kann durchaus erwünscht sein. Ist ein Bauteil völlig dampfdicht eingepackt, hat eventuell bereits vorhandene Feuchtigkeit überhaupt keine Möglichkeit zu entweichen. Dann ist Schimmelbildung erst recht angesagt. In anderen Fällen muss eine völlige Dampfdichtheit gewährleistet sein. Hier ist eine Alumiumfolie die optimale Lösung, da sie praktisch dampfdicht ist. Ebenfalls zum Abdichten von Bauwerken verwendet man Dichtschlämme und Unterspannbahnen. Bei der Kellerabdichtung wird unterschieden nach Maßnahmen gegen Bodenfeuchtigkeit, nicht drückendes Wasser, von außen drückendes Wasser und von innen drückendes Wasser. Druckwasserdichte Abdichtung von Fugen, Flächen und Rohrdurchdringungen bei Kellerbauwerken (Neubau und Sanierung): Zu den bekannten Keller-Abdichtungen mit Bitumenprodukten gibt es druckwasserdichte Alternativen und Schnittstellen-Lösungen für die Fugenabdichtung von WU-Betonkellern. So kann eine Abdichtung mit verklebten PVC-Bändern bzw. einer PVC-Flächenabdichtung nach DIN 18195 erfolgen. Diese lässt sich schon im Betonfertigteilwerk einbauen, eignet sich aber auch hervorragend für die Eigenleistung, da sie ohne Schichtdickennachweise auskommt, d.h. die Schichtdicke ist durch das PVC vorgegeben und muss nicht, wie bei einer Bitumenbeschichtung, eine bestimmte Dicke erreichen. Ein weiterer Vorteil der Flächenabdichtung mit PVC ist, dass Rohr- und Kabeldurchdringungen sicher und absolut dicht angeschlossen werden können.

Bauwerksbegrünung

auch: Bauwerksbegrünungen

Als Bauwerksbegrünung wird die Kombination unbelebter, künstlicher Baukörper mit lebenden Pflanzen bezeichnet. Man unterscheidet verschiedene Techniken wie Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung. Begrünungen der Gebäudehaut haben wämedämmende Eigenschaften und verbessern das Raumklima (siehe auch Gründach bzw. Fassadenbegrünung).

Bauwerksgründung

auch: Bauwerksgründungen

Unter einer Bauwerksgründung wird zum einen das Fundament eines Gebäudes und zum anderen die Herstellung des Fundaments an sich verstanden.

Bauwesen

Unter Bauwesen werden Architektur und Bauingenieurwesen zusammengefasst. Es bezeichnet also das Fachgebiet, das sich mit dem Bauen - das heißt Errichten - von Bauwerken befasst. Und das aus den verschiedensten Blickwinkeln. Während der Bauingenieur mehr für die technische Umsetzung des Baus verantwortlich ist, bearbeitet der Architekt die gestalterischen Aspekte und die Nutzung. Zu den Akteuren des Bauwesens zählen auch die Bauherren, die den Bau in Auftrag geben, ausführende Unternehmen, Bauleitung und Bauüberwachung sowie Baugenehmigungsbehörden.

Bauwesenversicherung

auch: Bauwesenversicherungen

veralteter Begriff für Bauleistungsversicherung

Bauwich

Bauwich ist die Bezeichnung für die im Kataster oder im Bebauungsplan festgeschriebenen Grenzen. in denen eine Bebauung stattgefunden hat oder eine Bebauung möglich ist. Der Bauwich regelt insbesondere die Mindestabstände, die zum Nachbargrundstück oder zum Nachbarhaus einzuhalten sind. Bedeutung hat der Bauwich vor allem, wenn ein Altbau abgerissen und ein neues Gebäude auf dem Grundstück errichtet werden soll. Fast immer möchte der neue Bauherr, wenn es sich um ein freistehendes Grundstück handelt, die zu bebauende Fläche ausdehnen. Dem stehen aber meistens die im Bauwisch festgeschriebenen Grenzen entgegen, so dass der Bauherr allenfalls in die Höhe bauen darf - wenn es die Gemeinde zulässt.

Bauwirtschaft

Zum Wirtschaftszweig der Bauwirtschaft werden Baugewerbe und Bauindustrie gezählt. Auch die Baustoffindustrie, der Stahlbau, Architektur- oder Ingenieurbüros oder das Bauausbaugewerbe werden mitunter der Bauwirtschaft hinzugerechnet.

Bauzaun

auch: Bauzäune

Ein Bauzaun ist die vorübergehende Einfriedung eines Baugrundstückes und gegebenenfalls für die Durchführung der Arbeiten auf Zeit hinzugemieteter privater oder öffentlicher angrenzender Grundstücke oder Flächen. Ein Bauzaun dient der räumlichen Abgrenzung der Baustelle und zum Schutz von Personen und Sachgütern.

Bauzeichner

auch: Bauzeichnerin

Lehrberuf mit einer dreijährigen Ausbildungszeit. Der Bauzeichner fertigt Bauzeichnungen nach Skizzen und Modellen des Architekten an. Das können zum Beispiel bestimmte Perspektiven, Grundrisse von Gebäudeteilen oder Detailzeichnungen sein. Die Arbeit beginnt aber auch schon in der Vorbereitungsphase: Ausschreibungsunterlagen bereitet der Bauzeichner ebenso vor wie Dokumentationen und Zeichnungen für Präsentationen. In der Regel fertigt er die Zeichnungen nicht mehr am Tisch mit Bleistift und Lineal, sondern auf dem Bildschirm an. Deshalb kennt er sich bestens mit CAD-Programmen aus. Ganz verschwunden aus der Arbeit eines Bauzeichners sind Tusche und Zeichenbrett allerdings noch nicht. Der Bauzeichner kann seine Kenntnisse in drei Ausrichtungen vertiefen. Im Schwerpunkt Architektur zeichnet er zum Beispiel Grundrisse, Gebäudeansichten oder Pläne für Versorgungsleitungen und Schutzvorrichtungen. Wenn er den Schwerpunkt Ingenieurbau wählt, hat er es mit Brücken, Kraftwerken, Hochhäusern und Industriebauten zu tun. Zu seinen Aufgaben gehört dabei beispielsweise die Erstellung von Plänen für Baugrunduntersuchungen, Traggerüsten oder Holz- und Metallkonstruktionen. Im Schwerpunkt Tief-, Straßen- und Landschaftsbau zeichnet er zum Beispiel Pläne für Kanäle oder fertigt für Straßen Kurven- oder Profilpläne an.

Bauzeit

Die Bauzeit ist für den Bauherrn ein wesentlicher Faktor bei der Kostenberechnung und -kalkulation. Sie beginnt mit der Bauinstallation und endet mit der Bauabnahme durch den Bauherrn. In der Regel haben Fertighäuser die kürzeste Bauzeit. Individuelle, von Architekten entworfene und geplante Bauten weisen hingegen die längste Bauzeit auf.

Bauzeitenplan

auch: Baukalender, Bauablaufplan, Bauzeitenpläne

In einem Bauzeitenplan wird der Zeitablauf eines Bauvorhabens niedergeschrieben bzw. in Balken dargestelllt, die der Zeitdauer des Bauabschnitts entsprechen. Beim Bau eines Gebäudes sind viele Gewerke beteiligt, das fängt beim Maurer an endet beim Maler oder Estrichleger. Damit sich die einzelnen Gewerke nicht ins Gehege kommen, ist ein Bauzeitenplan notwendig, der vom Bauleiter aufgestellt wird. Aus dem Bauzeitenplan ist sofort ersichtlich, wann der eine Handwerker aufhört und der andere Handwerker anfängt. Dementsprechend ist dem Bauzeitenplan auch zu entnehmen, wie lange das gesamte Bauvorhaben insgesamt dauert. Da es im Bauablauf immer Störungen gibt, ist der Bauzeitenplan kein starres Gebilde, sondern entwickelt sich dynamisch während der Bauzeit. Es ist dann Aufgabe des Bauleiters, die einzelnen Handwerker zu informieren, wenn diese früher oder später anfangen müssen. Eventuell müssen auch andere Gewerke vorgezogen werden, um im vorgegebenen Zeitplan zu bleiben. Der Bauzeitenplan wird in Zeiten moderner Technik heute meist mit einer entsprechenden Software erstellt. Im Studium lernen (so war es zumindest in den 1990er Jahren) Bauingenieurstudenten allerdings noch, wie man solch einen Plan mit der Hand entwickelt und auf etwaige Verzögerungen im Bauablauf reagiert. Der Bauzeitenplan wird auch als Baukalender oder Bauablaufplan bezeichnet.

Bauzinsen

Der Bauzins ist das Entgeld für das Zurverfügungstellen des Baugelds. Die Höhe des Zinssatzes kann unterschiedlich groß sein. Er richtet sich nach der Marktlage, der Höhe des Kredits, der Dauer der Zinsfestschreibung oder dem Kreditinstitut. Beim Vergleich von Zinsangeboten sollte man darauf achten, dass dafür der Effektivzins herangezogen wird, da Letzterer alle Kostenfaktoren des Darlehens enthält (zumindest enthalten sollte).

Bauzustandsanalyse

auch: Bauzustandsanalysen

Die Bauzustandsanalyse dient vor allem der Voruntersuchung vor Sanierungsvorhaben an Gebäuden, Bauteilen und Baustoffen. Besonderen Wert wird auf die genaue Erfassung der vorhandenen Schadensursachen gelegt, um diese im Zuge der Sanierung gezielt beseitigen zu können. Entscheidend für einen späteren Sanierungserfolg ist auch die Kenntnis bereits vorhandener Schadstoffe und Ablagerungen, wie etwa die Konzentration von wasserlöslichen Salzen an Stahlbetonbauteilen oder an Mauerwerken. Bestandteil der Analyse ist die Bewertung der Ergebnisse und eine positionierte Sanierungsempfehlung.

Bayrische Maurerkelle

auch: Bayrische, Maurerkellen

bayrische-maurerkelle.jpg

Die Bayrische Maurerkelle hat wie die Berliner Maurerkelle regional eine große Bedeutung. Sie weist ein größeres Kellenblatt als die herkömmliche Maurerkelle auf und eignet sich besonders für großflächige Arbeiten. Sie hat eine dreieckige Form und eine abgerundete Spitze. Das handelsübliche Modell der Bayrischen Maurerkelle hat eine Länge von 180 mm bis 220 mm. Von der Berliner Maurerkelle unterscheidet sie sich hauptsächlich an der Form des Halses. Die Bayrische Maurerkelle hat einen weitestgehend geraden Hals, während der Hals der Berliner Maurerkelle S-förmig ist.

BBergG

Beanspruchung

auch: Beanspruchungen

Von einer Beanspruchung spricht der Baufachmann bei der Belastung des Materials einer tragenden Konstruktion. Es werden statische dynamische Beanspruchungen unterschieden. Bei der statischen Beanspruchung handelt es sich um vorwiegend ruhende Belastungen eines Bauwerks. Das kann z.B. das Eigengewicht der Konstruktion sein oder eine Schneelast. Bei einer dynamischen Belastung kommt die Beanspruchung immer wieder, mal mehr und mal weniger. Große Maschinen können eine dynamische Beanspruchung darstellen. Ganz unabhängig ob statisch oder dynamisch wird noch zwischen Druck-, Zug-, Biege-, Schub- und Torsionsbeanspruchung unterschieden.

Beanspruchungsgruppe

auch: Beanspruchungsgruppen

Baumaterialien werden gerne in verschiedene Beanspruchungsgruppen unterteilt. Beanspruchungsgruppen findet man z.B. bei Fliesen, Holzleimen, Verglasung von Fenstern oder Türblättern. Türblätter werden auf ihre mechanische Beanspruchung hin in drei Beanspruchungsgruppen N normal, M mittel und S stark untergliedert. Wohnungsinnentüren sollten den Beanspruchungsgruppen N bzw. M entsprechen. Bei Holzleimen werden 4 Beanspruchungsgruppen unterschieden (alte Bezeichnung B1, B2, B3 und B4, neue Bezeichnung D1, D2, D3 und D4). Die Beanspruchungsgruppen ordnen die Leime nach ihren Mindestscherfestigkeitswerten und ihrem Verhalten unter Feuchtigkeits- und Wassereinwirkung, wobei B4 bzw. D4 die höchste Beanspruchung garantiert. Glasierte, keramische Fliesen und Platten sind in fünf (I–V) unterschiedliche Beanspruchungsgruppen eingeteilt. Glasierte Bodenfliesen, welche ausschließlich die Anforderungen an Beanspruchsgruppe I und II erfüllen, werden nur noch ganz selten gefertigt. Fliesen der Beanspruchungsgruppe V können den höchsten Belastungen standhalten. Neben den hier aufgeführten, gibt es noch andere Baustoffe, die nach Beanspruchungsgruppen unterteilt werden.

Beanspruchungsstufen

Innentüren werden hinsichtlich ihrer mechanischen Beanspruchung in verschiedene Beanspruchungsstufen eingeteilt. Die Beanspruchungsstufe "N" steht hierbei für eine normale Beanspruchung, wie man sie bei Wohnungsinnentüren, bei Türen zu Küche, Bad und WC, zu nicht ausgebauten Dachgeschossen oder zum Keller hin findet. Die Beanspruchungsstufe "M" steht für mittlere Beanspruchung. Solche Türen findet man als Wohnungsabschlusstüren oder bei Innentüren im gewerblichen Bereich. Schließlich gibt es auch noch Innentüren der Beanspruchungsstufe "S" - wie starke Beanspruchung. Solche Türen findet man in Schulen, Kindergärten und öffentlichen Verwaltungen.

Bebauung

Als Bebauung wird die Art und Umfang der baulichen Nutzung eines Gebiets bezeichnet. Wie ein Baugebiet genutzt werden darf, wird im Bebauungsplan dargelegt.

Bebauungsentwurf

auch: Gestaltungsplan, Bebauungsentwürfe

Der Bebauungsentwurf bzw. Gestaltungsplan kann dem Bebauungsplan beigefügt werden. Er zeigt eine beispielhafte Bebauung und Durchgrünung des überplanten Gebiets. Er zeigt prinzipielle Bebauungsformen und Haustypen. Es wird zeichnerisch die Dachform oder Anzahl der Geschosse dargelegt. Man kann sehen, wo die Straßen verlaufen, wo Freiräume, Hauseingänge oder Stellplätze geplant sind. Der Bebauungsentwurf ist also Teil der städtebaulichen Planung und zeigt schon sehr detailliert, wie es später aussehen soll.

Bebauungsplan

auch: B-Plan, Bebauungspläne

Von den Gemeinden und Städten in Eigenverantwortung entwickelter Plan, wie ein Baugebiet bebaut werden darf. Über Bebauungspläne beschließt der jeweilige Stadt- oder Gemeinderat. Bebauungspläne müssen öffentlich ausgelegt werden, jeder Bürger hat das Recht auf Einsichtnahme. Bebaungspläne werden unter Berücksichtigung der Landesbauordnungen und der einzelnen Bundesgesetze sowie der örtlichen Begebenheiten aufgestellt. Dementsprechend können in einem Bebauungsplan aus Bayern ganz andere Auflagen erteilt werden, als einem aus Niedersachsen, wo ein bayerisches Landhaus möglicherweise gar nicht gebaut werden darf. Bebauungspläne enthalten eine Vielzahl von Vorgaben, an die sich der planende Architekt halten muss, will er verhindern, dass sein Bauantrag abgelehnt wird. Diese Vorgaben können die Art der Dachneigung oder der Hauptfirstrichtung beinhalten, immer jedoch wird die Zahl der Vollgeschosse vorgeschrieben.

Bebauungstiefe

Im Bebauungsplan festgesetzte Tiefe (Breite) der überbaubaren Grundstücksfläche. Sie gibt an, wie weit ein Grundstück ab tatsächlicher Straßengrenze "nach hinten" bebaut werden darf.

Bebauungsweise

Im Bebauungsplan festgesetzte Art und Anordnung der Gebäude unter Einbeziehung der Geschosszahl.

Bebauungszusammenhang

Bebauungszusammenhang bedeutet, dass ein Komplex von Bauten zueinander in einem engeren räumlichen Zusammenhang steht. Dabei muss eine aufeinanderfolgende, eben zusammenhängende Bebauung vorliegen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann wird das Vorhaben nach § 34 BauGB beurteilt. Der § 34 BauGB-Bereich endet dabei am letzten Haus des im Zusammenhang bebauten Ortsteils. Liegen dagegen nur einzelne, verstreut vorhandene Gebäude vor und erwecken diese nicht den Eindruck der Geschlossenheit und Zusammengehörigkeit, so handelt es sich um eine Splittersiedlung. Diese gehört zum Außenbereich.

bebeilen

Bebeilen bezeichnet im Holzbau das abschlagen geschädigter Bereich an einem Holzbauteil. Diese Maßnahme sollte nur getroffen werden, wenn es keine Alternativen dazu gibt, da doch einiges von der Ästhetik des Bauwerks verloren geht. Bei tragenden Bauteilen ist abzuklären, ob das Bebeilen die Tragfähigkeit beeinträchtigt.

Becherfundament

auch: Becherfundamente

Bedarfsausweis

auch: Bedarfsausweis

Bedarfsplanung

auch: Bedarfsplanungen

Die Bedarfsplanung ist ein Prozess, der darin besteht, die Bedürfnisse, Ziele und einschränkenden Gegebenheiten (Mittel, Rahmenbedingungen) des Bauherrn und wichtiger Beteiligter zu ermitteln und zu analysieren sowie alle damit zusammenhängenden Probleme zu formulieren, deren Lösung man vom Architekten erwartet.

bedienen

Fachausdruck aus dem Bankgewerbe, der jeden Kredit und insbesondere die Hypothek betrifft, die monatlich oder vierteljährlich "bedient" werden muss. Geschieht das nicht, werden also die vereinbarten Tilgungen und Zinsen nicht zurückgezahlt und die Hypothek nicht bedient, folgt im Endeffekt die Zwangsversteigerung der Immobilie.

Bedingung

auch: Bedingungen

Im Rahmen eines Bauantragsverfahrens kann die Baubehörde Bedingungen festschreiben, wonach z. B. die Baugenehmigung erst dann wirksam wird, wenn zuvor die Erschließungskosten bezahlt worden sind.

Beech

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Laubholz, das vor allem im Osten der USA verbreitet ist. Das Splintholz von Beech ist weiß mit einer roten Tönung, während das Kernholz hell bis dunkelbraun ist. Im Vergleich zur europäischen Buche tendiert die amerikanische Buche dazu, etwas dunkler und weniger gleichmäßig auszufallen. Es läßt sich mit den meisten Werkzeugen maschinell und mit der Hand bearbeiten. Das schwere, harte und feste Holz hat gute Nagel- und Leimeigenschaften und kann gebeizt und poliert werden zu einer guten Oberfläche. Das Holz trocknet sehr schnell, aber mit einer starken Tendenz zum Werfen, zum Spalten und zu Oberflächenrissen. Verwendet wird Beech für Möbel, Türen, Fußböden oder den Innenausbau. Besonders geeignet ist das Holz für die Nahrungsmittelverpackung, da es geruchs- und geschmacksfrei ist.

Beeteinfassung

auch: Beeteinfassungen

Sammelbegriff für alle Maßnahmen, ein Beet einzugrenzen. Dies kann durch Kleinpalisaden aus Beton geschehen oder durch kurze Holzpalisaden und sog. Beetrollis. Weitere Möglichkeiten bestehen im senkrechten Einbau von Ziegelsteinen, in der Abgrenzung mit Natursteinen oder durch Setzen eines Bordsteines. Angeboten werden auch Beeteinfassungen aus gewelltem Kunststoff.

Beetrolli

auch: Beetrollis

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Bezeichnung für kleinere Halbpalisaden, deren flache Rückseiten durch zwei angetackerte Metallbänder miteinander verbunden sind. Diese speziellen Beeteinfassungen werden - daher der Name - als Rollenware im Handel angeboten und gehören dort zum Standardangebot für Gartenbedarf. Die angehefteten Metallbänder erleichtern einen gleichmäßigen Einbau. Außerdem meistern Beetrollis auch bogen- und kreisförmig angelegte Beete. Wie bei den Holzpalisaden auch, wird zur Anfertugung der Rollis meist imprägniertes Fichtenholz verwendet.

Befestigungstechnik

Befestigungstechnik beinhaltet alle Möglichkeiten und Techniken, zwei oder mehrere Bauteile miteinander zu verbinden. Befestigungstechnik ist der Oberbegriff für alle erforderlichen Bohr- und Verbindungsarbeiten im Hoch- und Tiefbau, an Natur- oder Kunstgestein. Das geschieht mit Hilfe von Bohrwerkzeugen mit und ohne Absaugung zum Setzen von Dübeln,Selbstbohrankern, Stahlspreizdübeln,Schwerlastankern, Klebeankern u. a.

Befliegung

Die Befliegung ist ein Begriff aus dem Beamtendeutsch. Bei einer Befliegung wird mit dem Flugzeug eine Stadt oder Gemeinde überflogen. Aus der Vogelperspektive wird dann ermittelt, wo jemand auf seinem Grundstück einen Anbau oder "versiegelte Flächen" in Form einer Terrasse oder einer Zufahrt angelegt haben könnte, die noch nicht abwassermäßig erfasst worden ist. Daraus resultiert die Niederschlagswassergebühr.

Begasung

Unter Begasung wird die Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten mit Gasen verstanden. Gase werden im Holzschutz fast ausschließlich zur Behandlung von kulturhistorischen Gegenständen, Möbeln, Skulpturen, Kassettendecken, Inneneinrichtungen von Kirchen und von Museen mit vielen Holzgegenständen eingesetzt. Soweit sich befallene Gegenstände transportieren lassen, sollten sie einem dafür geeigneten Raum begast werden. Die Begasung von Wohnhäusern bzw. -räumen stellt eine Ausnahme dar und muss in jedem Einzelfall durch ein unabhängiges Gutachten stichhaltig begründet werden. Es werden zwei Gruppen von Gasen verwendet. Die eine Gruppe ist sehr giftig und erfordert den Nachweis einer besonderen Befähigung des Anwenders. Die zur Bekämpfung holzzerstörender Insekten verwendeten toxischen Gase sind Methylbromid, Blausäure, Phosphorwasserstoff und Sulfuryldifluorid. Je nach Art des Gases sowie der räumlichen und klimatischen Verhältnisse dauert die Begasung 3 bis 5 Tage und die anschließende Belüftung 1 bis 5 Tage. Die zweite Gruppe bekämpft die Holzschädlinge durch Erstickung. Stickstoff, Kohlendioxid oder Argon wirken 3 bis 6 Wochen auf das befallene Holz ein. Da die Eier dadurch nur unzureichend abgetötet werden, muss nach zwei bis vier Monaten der Vorgang wiederholt werden. Dieses Verfahren funktioniert nur bei gasdicht abgeschlossenen Räumen oder gasdicht verpackten Gegenständen.

Begasungsmittel

Begasungsmittel sind Stoffe und Zubereitungen mit denen Begasungen durchgeführt werden. Es dürfen nur solche Begasungsmittel verwendet werden, die von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft zugelassen sind. Dazu zählen folgende Stoffe: Brommethan (Methylbromid), Cyanwaserstoff (Blausäure), Ethylenoxid, Phosphorwasserstoff und Phosphorwasserstoffentwickelnde Stoffe (Phosphide) sowie Formaldehyd.

Begrenzungsring

Behaglichkeit

In der Wohnung ist es unangenehm kühl, obwohl die Heizkörper seit Stunden voll aufgedreht sind - dieses Phänomen beklagen vor allem viele Menschen, die im Altbau wohnen. Zugleich zieht es aus allen Ritzen und die Luft ist staubtrocken. Auch wenn die meisten Leute glauben, dass dafür die Heizkörper verantwortlich sind, liegt die Ursache vor allem im schlechten Wärmeschutz der Außenwände und der Fenster des Hauses begründet. Wenn es an der richtigen Dämmung fehlt, bleiben nämlich diese Flächen selbst dann vergleichsweise kalt, wenn die Raumtemperatur längst über die 20 °C-Marke geklettert ist. Bei ungedämmten Altbauten liegen im Winter die Temperaturen der Wände meist bei maximal 15 °C, oft sogar bei lediglich 5 °C. Mit den ihn umgebenden Wandflächen steht der Mensch aber in ständigem Strahlungsaustausch. Er strahlt also Wärme ab und nimmt gleichzeitig Wärme auf. Je größer das Gefälle zwischen Körper- und Wandtemperatur, umso mehr Wärme liefern die Bewohner zwangsläufig ab. Der Negativeffekt ist das erwähnte Fröstelgefühl. Für die Behaglichkeit ist also nicht nur die erzielte Lufttemperatur von Belang. Ebenso wichtig ist auch die Temperatur aller den Raum umgebenden Flächen, worunter auch die Fenster zu verstehen sind. Optimal ist es, wenn Luft- und Wandtemperatur nur um maximal 2 °C differieren. Der Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenwänden sollte maximal 5 °C betragen.

Behälteraufzug

siehe Güteraufzug

Behangziegel

auch: Wandbehangziegel

Behangziegel sind spezielle Dachziegel, die für die Fassadenbekleidung eingesetzt werden. Der Ziegel wird an die Außenwand gehängt und dient meist als Schutz vor Regen und Wind an der Wetterseite. Früher wurden hierfür normale Dachziegel wie beispielsweise Biberschwanzziegel, Krempziegel, Hohlpfannen oder Falzdachziegel verwendet. Heute gibt es spezielle Fassadenziegel für diesen Zweck.

behauen

siehe abbeilen.

Behelfsabdichtung

auch: Behelfabdichtunge

Unter Behelfsabdichtung versteht man den vorübergehenden Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen und beispielsweise eine Weiterarbeit im Gebäudeinneren zu ermöglichen. Behelfsabdichtungen sind zumindest für einige Zeit der Witterung ausgesetzt. Die verwendeten Werkstoffe und die Art der Ausführung müssen hierfür geeignet sein. Je nach Art und Ausführung können auch Dampfsperren oder erste Lagen von mehrlagigen Dachabdichtungen als Behelfsabdichtung verwendet werden.

Behelfsdeckung

auch: Behelfsdeckungen

Unter Behelfsdeckung versteht man den vorübergehenden Schutz einer Konstruktion oder Bauteilfläche, um das Gebäude vor Feuchtigkeit zu schützen und beispielsweise eine Weiterarbeit im Gebäudeinneren zu ermöglichen. Behelfsdeckungen sind zumindest für einige Zeit der Witterung ausgesetzt. Die verwendeten Werkstoffe und die Art der Ausführung müssen hierfür geeignet sein. Je nach verwendetem Material und ggf. mit zusätzlicher Wind-Sog-Sicherung kann beispielsweise eine Vordeckung als Behelfsdeckung dienen.

Behindertenaufzug

auch: Behindertenaufzüge

Bei Behindertenaufzügen wird zwischen Senkrecht- und Schrägaufzügen unterschieden. Damit "normale" Personenaufzüge behinderten- bzw. rollstuhlgerecht sind, muss der Fahrkorb eine Breite von 110 cm, eine Tiefe von 140 cm und eine Türbreite von 90 cm besitzen. Zudem müssen sich im Fahrkorb Haltegriffe befinden. Vor den Aufzugszugängen ist eine Mindestbewegungsfläche von 150 x 150 cm für das Drehen des Rollstuhlfahrers vor oder nach der Aufzugsbenutzung erforderlich. Um kleine Höhenunterschiede zu überwinden, eignen sich Hebebühnen. Diese besitzen einen kleinen Motor und kommen ohne Hydraulik oder Seile aus.

behindertengerechtes Bad

auch: behindertengerechte, Bäder

behindertengerechtes Bauen

Behinderten-Senkrechtaufzug

auch: Behinderten-Senkrechtaufzüge

Behindertenstellplatz

auch: Behindertenstellplätze

siehe Einstellplatz.

Behördenschloss

auch: Behördenschlösser

Das Behördenschloss bezeichnet ein Einsteckschloss mit erhöhtem Einbruchschutz nach Klasse 4, DIN 18251. Es sollte für Türen mit sehr starkem Publikumsverkehr und entsprechend häufiger Betätigung verwendet werden. Auch bei Türen mit hohem Sicherheitsanspruch zur Vermeidung von Einbrüchen wird das Behördenschloss verwendet.

Beigeordneter für das Bauwesen

auch: Baudezernentin

siehe Baudezernent

beihauen

siehe abbeilen.

Beil

auch: Beile

Beile sind seit der Steinzeit bekannt. Moderne Beile verfügen über eine keilförmige Schneide aus gehärtetem Spezialstahl und einen kurzen Stiel. Die Stiele sind aus Eschen- oder Buchenholz. Die im Haushalt gebräuchlichen Beile nennen sich deshalb auch Haushalts- oder Küchenbeile. Der Begriff Küchenbeil erklärt sich daraus, dass früher die Küche nicht nur das Koch-, sondern auch das "Heizzentrum" eines Hauses war. Mit dem Küchenbeil wurde "Anmachholz" gespalten. In ländlichen Bereichen war es gang und gäbe, mit dem Küchenbeil das Federvieh zu enthaupten. Im Handwerk haben Spezialbeile wie das Zimmermannsbeil auch heute noch ihren Stellenwert.

Beileger

siehe Beilegerofen.

Beilegerofen

auch: Beileger, Beilegger, Bilegger, Billegerofen, Hinterlader, Kastenofen, Bötofen

Bei einem Beilegerofen ist der Raum rauchfrei aber dennoch warm. Holz bzw. Torf werden von der Rückseite (meist der Küche oder dem Flur)des in der Wand eingemauerten Ofens nachgeführt. Der Bilegger - von niederdeutsch "bileggen" für dazulegen oder nachheizen - stand ab dem 16. Jahrhundert in vielen Bauernhäusern in Norddeutschland. Neben Beilegerofen gibt es noch viele weitere Bezeichnungen für diesen Ofen: Beileger, Beilegger, Kastenofen, Bötofen, Hinterlader, Bilegger und Bileggerofen.

Beilegger

siehe Beilegerofen.

beilen

auch: gebeilt

Die Ständer, Schwellen und Rähme eines Fachwerkhauses wurden von den Zimmerleuten nicht aus dem runden Stamm gesägt, sondern gebeilt. Die Zimmermann benutzte dafür das speziell für das Beilen geformte Zimmermannsbeil. Einen 10 oder 15 m hohen Ständer gleichmäßig und gerade zu beilen, erforderte eine hohe Geschicklichkeit, da ein falscher Hieb das auch zu Zeiten unserer Vorfahren teure Eichen- oder Buchenholz irreparabel schädigen konnte. Ständer, die (immer) in Faserrichtung des Holzes gebeilt werden, sind weniger anfällig gegen Feuchteschäden und Befall von Ungeziefer, als gesägtes Holz. Auch heute beherrschen noch einige Zimmerleute das exakte Beilen, das insbesondere dann gefordert wird, wenn denkmalgeschützte Fachwerkbauten saniert werden müssen.

Beilhammer

Der Beilhammer eignet sich zum Eintreiben von Nägeln, wie es zum Beispiel beim Erstellen von Lattungen oder beim Montieren von Schalungen vorkommt. Der Hammer ist mit einer Vorrichtung zum Ausziehen von Nägeln ausgestattet, die sich jedoch meist nur für kleinere Nägel eignet. Der Beilhammer lässt sich zudem als leichtes Beil einsetzen und leistet beispielsweise gute Dienste beim Entrinden von Latten.

Beinglas

Ein Milchglas, dem im Herstellungsverfahren Knochenasche bzw. Knochenmehl beigemischt worden ist. Die Bezeichnung lehnt sich an die frühere Bezeichnung für Knochen an, nämlich "Bein". Bekanntlich wurden früher Korsettstäbchen aus Fischbein hergestellt. Auch heute noch ist ein "Falzbein", eine Hilfe beim Papierfalzen, bei den Druckern in Gebrauch.

Beischlag

Terrasse mit Brüstung und Freitreppe in der ganzen Frontbreite des Hauses an der Straßenseite. Ersetzt im Ostseeraum den Garten des Stadthauses und schützt Erdgeschoss und Hauseingang mit Diele vor Überschwemmungen.

Beitel

Hochwertiges Handwerkzeug für Tischler und insbesondere Holzbildhauer, siehe auch Stechbeitel und Hohlbeitel

Beize

auch: Holzbeize, Beizen

Farbliche Veränderung des Holzes durch Auftragen von pulverisierten oder flüssigen Beizen, die den Farbton des Holzes verändern, wobei die Holzstruktur ("Maserung") jedoch sichtbar bleibt. Man unterscheidet die Farbstoffbeize und die chemische Beize.

beizen

Holz kann durch Begasung mit Ammoniak oder durch flüssige Beizen in seiner natürlichen Holzfarbe verändert, also gebeizt werden, wobei die Holzstruktur erhalten und sichtbar bleibt.

Beizpinsel

beizpinsel.jpg

Rechteckiger, schmaler Pinsel mit Kunststoff- statt Metallfassung, da Beize auf der Basis von Ammoniak nicht mit Metall in Berührung kommen darf.

Bekämpfender Holzschutz

Der bekämpfende Holzschutz tritt dann in Kraft, wenn der Schaden bereits eingetreten ist, wenn sich die Insekten also zum Beispiel bereits eingenistet haben. Bei einem größeren Befall und bei tragenden Bauteilen sollte auf alle Fälle ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Zur Bekämpfung von holzzerstörenden Insekten werden verschieden Methoden eingesetzt. Zum Einsatz kommen Biologische Bekämpfung, Bekämpfung mit Schutzmitteln, Hitze und Gasen.

belagsfertig

Begriff aus dem Vertrieb von Ausbauhäusern. Ausbauhäuser können in verschiedenen Ausbaustufen geliefert werden, wobei die "belagsfertige" Variante die meist nachgefragte ist. Der Bauherr muss also "nur noch" die Wand-, Decken- und Bodenbeläge auf vorbereitete Untergründe aufbringen. Eine Frage der Vertragsgestaltung ist es, ob das Ausbringen des Fließestrichs ebenfalls zu diesen Arbeiten gehört oder nicht.

Belästigung

Im Baubereich wird unter einer Belästigung nicht der Nachbarschaftsstreit um den Gartenzwerg verstanden, durch den sich ein Nachbar belästigt fühlt. Vielmehr geht um Belästigungen, die von Werbeanlagen herrühren. Nach den Landesbauordnungen liegt eine Belästigung dann vor, wenn Werbeanlagen die Ruhe und Erholung spürbar beeinträchtigen oder sonst ein Ärgernis bilden. Eine grelle Lichtreklame, die z. B. in die Zimmer des gegenüberliegenden Hauses strahlt, stellt zweifelsfrei eine Belästigung dar. Insofern hat die Baubehörde, die eine Baugenehmigung für solch eine Werbeanlage erteilen soll, besondere Prüfpflichten.

Belastung

auch: Belastungen

Als Belastung bezeichnet der Baustatiker alle auf ein Bauwerk einwirkenden Kräfte, wie z.B. Windlast, Schneelast, Verkehrslast und das Eigengewicht. Im weiteren Sinne werden auch Temperaturänderungen, Auflagerverschiebungen und andere Einwirkungen als Belastung angesehen.

Belastungsalter

Zeitraum nach dem Herstellungsdatum eines Bauteils, der eine schadensfreie Belastung zuläßt. Bei Beton ist das Belastungsalter im wesentlichen abhängig von der Zementfestigkeitsklasse und der Erhärtungstemperatur.

Belastungsdreieck

Ein Belastungsdreieck ist oberhalb von Türöffnungen, Fensteröffnungen oder anderen Wandöffnungen zu finden. Dieses Belastungdreieck muss der Statiker bei der Ermittlung der Lasten berücksichtigen, die auf Stürze oder Abfangträger über besagten Wandöffnungen wirken. Das Belastungsdreieck darf aber nur zur Berechnung angenommen werden, wenn es keine weiteren Öffnungen gibt, die die Gewölbewirkung stören könnten.

Belastungsumordnung

Eine Belastungsumordnung müssen Statiker mitunter vornehmen, um die Berechnung der Statik zu vereinfachen. Bei symmetrischen Tragwerken kann jede beliebige Belastung in einen symmetrischen und antimetrischen Lastfall aufgespalten werden - die Belastung wird also anders geordnet bzw. umgeordnet.

Belastungsversuch

auch: Belastungsversuche

Belastungsversuche werden durchgeführt, um das tatsächliche Verformungsverhalten und die Tragfähigkeit eines Bauwerks oder eines Bauteils zu ermitteln. Die Versuche können einer Versuchsanstalt oder auch vor Ort (z.B. bei Pfählen, Verpressankern oder Bodennägeln) stattfinden.

Belebtschlamm

Belebtschlammverfahren

frühere Bezeichnung für Belebungsverfahren.

Belebungsbecken

Teil einer Kläranlage. Behälter, in dem Abwasserinhaltsstoffe mit Hilfe von Belebtschlammflocken umgewandelt werden. Das Becken kann belüftete Zonen enthalten (aerobe Milieuverhältnisse). Zonen, in denen der Beckeninhalt ohne Belüftung umgewälzt wird, dienen zur Bereitstellung anaerober oder anoxischer Milieubedingungen. Durch Zudosieren von Chemikalien können in dem Becken auch chemische Umwandlungsreaktionen durchgeführt werden (z.B. Phosphatfällung).

Belebungsgraben

Ringförmiges Belebungsbecken zur aeroben Abwasserbehandlung, dem ein Nachklärbecken nachgeschaltet ist.

Belebungsverfahren

auch: Belebtschlamm

Das Belebungsverfahren ist ein spezielles Verfahren der biologischen Abwasserreinigung. Bei diesem Verfahren wird Belebtschlamm (mit lebenden Organismen angreicherter Schlamm) zum Abbau der organischen Inhaltsstoffe des Abwassers herangezogen wird. Im Nachklärbecken wird der Belebtschlamm vom Abwasser getrennt und als Rücklaufschlamm in das Belebungsbecken zurückgeführt, während der Überschußschlamm abgezogen und weiterbehandelt (entwässert, getrocknet) wird. Für das Wachstum der Kleinstlebewesen im Belebtschlamm ist eine künstliche Sauerstoffzufuhr notwendig.

Belegreife

Estriche aus Nassmörtel müssen vor dem Belegen mit Holz, Fliesen oder sonstigen Belägen austrocknen, andernfalls sind Folgeschäden wie Ablöseerscheinungen vorprogrammiert. Besonders kritisch sind dampfdichte oder dampfempfindliche Beläge. Ein Estrich gilt dann als "belegreif", wenn er mindestens seine Nennfestigkeit erreicht hat und auf die Gleichgewichtsfeuchte ausgetrocknet ist. Darunter versteht man den Zustand eines Baustoffes, bei dem sich sein Wassergehalt im Gleichgewicht mit der umgebenden Raumluft befindet. Die Gleichgewichtsfeuchte wird beeinflusst von Temperaturschwankungen, der relativen Luftfeuchtigkeit der Umgebung sowie dem Feuchtigkeitsgehalt anderer Bauteile. Auch die Dicke des Estrichs wirkt sich auf den Trocknungsprozess aus. Als Beurteilungsmaßstab für die Belegreife gilt der Restfeuchtegehalt des Estrichs, auch Ausgleichsfeuchte, Gleichgewichtsfeuchte oder Haushaltsfeuchte genannt. Achtung: Die Mindest-Erhärtungszeiten, welche DIN 18560 vorgibt (zum Beispiel 28 Tage für Zementestriche), sind nicht automatisch mit der Belegreife gleichzusetzen. Zur Bestimmung des Restfeuchtegehalts wird zum Beispiel die Calciumcarbid-Methode herangezogen

Beleihungsgrenze

auch: Beleihungsgrenzen

Gebäude und Grundstücke, die als Sicherheit für das Darlehen einer Bank oder Sparkasse dienen, werden nicht mit dem Verkehrswert beliehen, sondern nur mit dem vorsichtig ermittelten Beleihungswert, der z. B. kurzfristige Preisausschläge am Immobilienmarkt nicht berücksichtigt. Die Beleihungsgrenze für Hypotheken, auf deren Grundlage die Banken und Sparkassen Pfandbriefe ausgeben, beträgt nach dem Hypothekenbankgesetz 60 % des Beleihungswertes, das heisst des dauerhaften Grundstücks- und Gebäudewertes. Allerdings kann bei guter finanzieller Situation des Kreditnehmers die Beleihungsgrenze bis zur Vollfinanzierung heranreichen.

Beleihungswert

Unter dem Beleihungswert wird der dauerhafte Wert einer Immobilie verstanden, wie er als Darlehenssicherheit verwendet werden kann. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Kaufpreis. Der Beleihungswert ist ein zentraler Begriff des Hypothekenkredites und dient der Ermittlung der Beleihungsgrenze sowie der längerfristigen Risikobeurteilung durch die Bank. Während der Verkehrswert in Abhängigkeit der aktuellen Marktlage stichtagsbezogen ermittelt wird, werden bei der Ermittlung des Beleihungswertes die dauerhaften Eigenschaften und die Nachhaltigkeit der Erträge zugrunde gelegt. Er ist meistens niedriger als der Verkehrswert und orientiert sich im allgemeinen am Sach- oder Ertragswert unter Würdigung der langfristigen Marktrisiken und Markteinschätzungen.

Beleihungswertfeststellung

auch: Beleihungswertfeststellungen

Der Verkehrswert eines bebauten oder unbebauten Grundstücks ist wichtig bei Erbauseinandersetzungen, aber auch bei der Ermittlung der Höhe, bis zu der ein Grundstück mit oder ohne Bebauung beliehen werden kann. In diesem Fall jedoch sprechen die Geldinstitute aber gern von einer Beleihungswertfeststellung, denn Geldinstitute, insbesondere Hypobanken, haben die Angewohnheit, den Beleihungswert einer Immobilie möglichst niedrig anzusetzen, damit eine solche auch bei allerschlechtester Baukonjunktur im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Hausbesitzers veräußert werden kann.

Beletage

Als Beletage wurde und wird das erste Obergeschoß, gelegentlich auch das Geschoß über dem Souterrain in einem hochherrschaftlichen Mietshaus bezeichnet, wie sie ab etwa 1880 in den Großstädten entstanden sind und heute als Patrizierhäuser bezeichnet werden. In der "schönen Etage" (von fr. bel étage) wohnte der Hausbesitzer. Im Erdgeschoss befanden sich Wirtschaftsräume und Ladengeschäfte, in den oberen Stockwerken wohnten Mieter - je höher das Geschoss, je niedriger die Miete. Die Wohnung in der Beletage hatte (und hat) meistens höhere Decken, als die übrigen Räume des Hauses, wobei es die günstige Lage der Beletage mit sich brachte, dass die Mieter des Erdgeschosses und des zweiten Stockwerks die Beletage gleichsam mit beheizten. Häuser mit einer typischen Beletage werden heute nicht mehr gebaut. Die moderne Bautechnik und die Fortschritte in der Dämmtechnik brachten es mit sich, dass heutzutage Wohnungen "ganz oben" - etwa in einem Penthaus - besonders begehrt sind, weil die oberen Wohnungen mehr Licht und Sonne abbekommen und auch weniger vom Verkehrslärm beeinträchtigt werden.

Beleuchtung

auch: Innenbeleuchtung, Außenbeleuchtung, Arbeitsplatzbeleuchtung, Beleuchtungen

Unter Beleuchtung wird die künstliche Erhellung eines Raumes oder eines Objektes verstanden. Wenn Sonnenlicht z.B. mit Spiegeln auf eine bestimmte Stelle gerichtet wird, kann ebenfalls von Beleuchtung gesprochen werden. Man unterscheidet Außenbeleuchtung und Innenbeleuchtung. Die Beleuchtung kann mit Kerzen, Fackeln oder ganz allgemein mit Feuer erfolgen. Üblicherweise erfolgt die Beleuchtung mit elektrischen Leuchtmitteln wie Glühlampen (noch), Halogenlampen oder LEDs. Auch eine Taschenlampe kann zur Beleuchtung verwendet werden. Im Außenbereich findet man Beleuchtungen z.B. in Form von Straßenlaternen, Flutlichten bei Sportstätten oder als Werbebeleuchtung. Bei elektrischen Beleuchtungsanlagen im Freien besteht wegen der feuchten Umgebung eine Gefahr der Gefährdung. Deswegen gelten hier besondere Anforderungen für die elektrischen Anlagen. Ein weiterer Aspekt bei der Beleuchtung ist der Energieverbrauch. Da Glühlampen jede Menge Energie benötigen, werden diese jetzt langsam abgeschafft. Viele Städte testen zudem die Straßenbeleuchtung mit Leuchtdioden. Der Arbeitsplatzbeleuchtung kommt ebenfalls eine besondere Bedeutung zu, ist sie doch ein Thema des Arbeitsschutzes. Der Beurteilung erfolgt nach den verschiedensten Kriterien von der Beleuchtungsstärke oder dem Reflexionsgrad, über die Leuchtdichte oder Farbwiedergabe bis hin zur Lichtfarbe und Blendung. Wird die Arbeitsplatzbeleuchtung nicht richtig gewählt, kann dies zu einer Überanstrengung von Augen, Nackenbeschwerden oder Kopfschmerz führen.

Beleuchtungsstärke

auch: Beleuchtungsstärken

Die Beleuchtungsstärke ist das Maß des auf eine Fläche auffallenden Lichtstromes. Wenn ein Lichtstrom von 1 Lumen gleichmäßig auf eine Fläche von 1 Quadratmeter trifft, dann ist die Beleuchtungsstärke 1 Lux. Die Mindestbeleuchtungsstärken an Arbeitsplätzen werden von der DIN 5035, Teil 2 und den entsprechenden Arbeitsstättenrichtlinien festgelegt. Allerdings garantiert die Einhaltung dieser Vorschriften und Normen nicht in jedem Fall eine gute Beleuchtungsanlage. Ein gut beleuchteter Arbeitsplatz sollte nach DIN eine Beleuchtungsstärke zwischen 500 und 750 Lux besitzen. Zum Vergleich: Die Operationsfeld-Beleuchtung beträgt zwischen 20.000 und 120.000 Lux, ein sonniger Sommertag hat eine Beleuchtungsstärke zwischen 60.000 und 100.000 Lux und eine Vollmondnacht besitzt lediglich eine Beleuchtungsstärke von 0,25 Lux

Belgischer Brocken

auch: Belgische, Brocken

Beim Belgischen Brocken handelt es sich um ein in Belgien abgebautes gelbliches Sedimentgestein. Eingelagert sind unzählige kleine Granaten. Der Granat ist ein sehr preiswerter, weltweit vorkommender Edelstein, der in seiner Härte dem Diamanten und dem Edelkorund folgt. Infolge der Härte und der natürlichen Rundung der Körner besitzt der Belgische Brocken hervorragende Schleifeigenschaften auch für Werkzeuge aus Edelstahl. Er wird deshalb insbesondere als Abziehstein benutzt, wobei beim Schleifen Wasser als "Schmiermittel" zugeführt wird. Belgische Brocken kommen als rechteckige Schleifsteine in den Handel.

belüftete Luftschicht

auch: belüftete, Luftschichten

Belüftung

auch: Lüftung

Eine ausreichende Belüftung ist für ein angenehmes Wohnklima unabdingbar. Durch die Belüftung wird die Luftfeuchtigkeit ausgeglichen und die gewünschte Temperatur wieder hergestellt. Insbesondere bei gut wämegedämmten Gebäuden muss die Belüftung regelmäßig erfolgen, da hier die natürliche Belüftung durch undichte Stellen weitgehend entfällt. Hat der Raum zu öffnende Aussenfenster, dann ist das mehrfache tägliche kurze Durchlüften einfach und per Hand möglich. Es gibt auch die Möglichkeit, nur noch durch Lüftungsanlagen zu entlüften. Der Vorteil: Obwohl die Anlage selbst Energie verbraucht, kann man den Gesamtenergieverbrauch kontrolliert senken, zumal die warme Abluft meist wieder zur Energieerzeugung (Wämetauscher) genutzt wird. Strittig ist aber, ob diese Technik (z.B. durch das Filtern der Luft) nicht auch Gesundheitsrisiken birgt und ob man auf Dauer sich mit solchen Belüftungsanlagen wohlfühlt. Räume ohne Fenster kommen ohne (Ent)Lüftungsanlage nicht aus, z.B. Toiletten (bei reiner Entlüftung wird dabei die Frischluft anderen Räumen entzogen) oder Garagen, wo die Luftfeuchtigkeit wegen der Rostgefahr nicht zu hoch sein darf. Der Begriff Belüftung wird auch in der Abwassertechnik verwendet (siehe Abwasserbelüftung).

Belüftungsschicht

auch: Belüftungsschichten

Belüftungssysteme

auch: Belüftungssystem

Bemessung

Bei der Bemessung eines Bauteils aus Stahlbeton wird, unter Berücksichtigung gültiger Normen und mit der Kenntnis der Kräftebeanspruchungen, der geeignete und wirtschaftlich vertretbare Verbundquerschnitt festgelegt. Das heißt, es wird berechnet, wieviel Bewehrung eingelegt werden muss und wieviel Beton nötig ist. Dabei wird immer ein gewisser Sicherheitsfaktor mit berücksichtigt.

Bemessungshochwasserabfluss

auch: Bemessungshochwasserabflüsse

Bemessungslast

auch: Bemessungslasten

Wenn ein Statiker die Belastungsfähigkeit eines Bauwerks berechnet, rechnet er immer mit der Bemessungslast und nicht mit der Last, die tatsächlich auf das Gebäude einwirkt. Die Gebrauchslast wird mit einem Lastsicherheitsfaktor multipliziert, woraus sich die Bemessungslast ergibt. Bei jedem Bauwerk wird also noch eine Sicherheitsreserve mit eingerechnet.

Bemessungsregen

auch: Bemessungsregenspende

Der Bemessungsregen bzw. die Bemessungsregenspende ist eine Kenngröße, die bei der Planung und Berechnung wassertechnischer Anlagen herangezogen wird. Bei der Dachentwässerung ist der Bemessungsregen zum Beispiel ein Regenereignis mit einer statistischen Häufigkeit von fünf Jahren und einer Regendauer von fünf Minuten. Der Bemessungsregen kann von Ort zu Ort unterschiedlich sein und wird anhand von statistischen Auswertungen ermittelt. Die Einheit des Bemessungsregens ist Liter pro Sekunde und Hektar. Für Deutschland beträgt der Mittelwert 311 Liter pro Sekunde und Hektar.

Bemessungswasserstand

auch: Bemessungshochwasserabfluss, Bemessungswasserstände

Auf Grundlage des Bemessungswasserstandes wird die Höhe von Hochwasserschutz- und Küstenschutzanlagen festgelegt. Er gibt also die Wasserhöhe an, bei der ein Bauwerk noch ganz sicher stehen bleibt und nicht gefährdet ist, aufzuschwimmen oder einzustürzen. Aber auch in nicht hochwassergefährdeten Gebieten wird mit dem Bemessungswasserstand gerechnet. Hier gibt der Bemessungswasserstand den Grundwasserstand an, für den das Bauwerk bemessen wird. Alle Bauteile unterhalb des Bemessungswasserstandes sind wasserdicht und auftriebsicher herzustellen und auf Wasserdruck zu bemessen. Höhere Wasserstände als der Bemessungswasserstand dürfen nicht auftreten, sonst wird die Sicherheit des Gebäudes beeinträchtigt. Zur Vermeidung unzulässig hoher Grundwasserstände dient eine Sicherheitsdränung. Falls bei extremen Grundwasserhochständen der Bemessungswasserstand überschritten wird und gleichzeitig das Sicherheitsdränsystem nicht oder nicht in ausreichendem Maß funktioniert, sollte das Bauwerk geflutet werden. Die Alternativen zur Flutung: Aufschwimmen eines Bauwerks wegen Verlust der Auftriebssicherheit oder Überbeanspruchung mit starker Rissbildung (dauerhafte Undichtigkeit) führen in der Regel zu einem größeren Schaden.

Benetzungsprobe

auch: Benetzungsproben

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Die Benetzungsprobe ist Teil der Untergrundprüfung von Beton, bevor dieser verputzt werden soll. Zur Untergrundprüfung zählen optische Prüfung, Wischprobe, Kratzprobe, Benetzungsprobe, CM-Prüfung und Temperaturmessung. Da der Zustand des Putzuntergrundes bei Beton im allgemeinen nach Augenschein und durch Wisch- und Kratzprobe allein nicht ausreichend beurteilt werden kann, ist stets die Benetzungsprobe an mehreren Stellen erforderlich. Dabei wird sauberes Wasser mit einer gut angenässten Deckenbürste gleichmäßig aufgetragen. Perlt das Wasser nach wenigen Minuten vom Beton noch ab oder erfolgt nicht sofort der Umschlag von hell auf dunkel, so kann daraus geschlossen werden auf: a) Rückstände von Schalungsmitteln,b) noch feuchten Beton,c) dichte Sinterhaut, d) Nachbehandlungsmittel Maßnahmen: Eine durch Trennmittel verschmutzte Oberfläche mit Wasser und Bürste unter Zusatz von geeignetem Beton-Reinigungsmittel behandeln und abschließend mit klarem Wasser nachwaschen. Auch Reinigen mit dem Dampfstrahler ist möglich. Vor der Verwendung von Betonkontakt muss eine ausreichende Trocknung erfolgt sein. Bei noch feuchtem Beton ist mit dem Beginn der Putzarbeiten zu warten. Dichte Sinterhaut mit dem Stahlbesen aufrauhen bzw. wundkratzen, evtl. sandstrahlen. Anschließend sind die Flächen mit Betonkontakt vorzubehandeln. (Abbildung:Knauf)

Bentonit

Bentonit ist ein Gestein, das aus verschiedenen Tonmineralien besteht. Benannt wurde es nach seinem ersten Fundort Fort Benton in Wyoming (USA). Bentonit entsteht bei der Verwitterung von Vulkanasche und enthält neben Quarz, Feldspat und Glimmer zu 60 bis 80 Prozent Montmorillonit, das seine Eigenschaften wesentlich bestimmt. Bentonit ist sehr wasseraufnahmefähig und quellfähig, als Bentonit-Suspension zeigt es thixotropes Verhalten: Schüttelt man es in einem Glas, reagiert es wie eine Flüssigkeit, es fließt. Lässt man das Bentonit einen Moment zur Ruhe kommen, kann man das Glas umdrehen, und nichts wird herauslaufen: Im Ruhezustand bleibt es fest. Wegen dieser Eigenschaften kommt Bentonit in vielen Bereichen zum Einsatz. In der Bautechnik beispielsweise als Stützflüssigkeit im Schildvortrieb und bei der Herstellung von Schlitzwänden. In der Landwirtschaft wird es häufig zur Bodenverbesserung eingesetzt, weil es Wasser und Nährstoffe bindet. Weinen und Fruchtsäften wird Bentonit als Klär- und Fällmittel zugefügt. Verwendung findet es auch als Katzenstreu – wegen seiner Quellfähigkeit. Als Heilerde hat es für den Menschen entgiftende Wirkung.

Bentonit-Bahn

auch: Bentonit-Bahnen, Bentonitbahnen

In der Bautechnik werden Bentonit-Bahnen verwendet, um Kelleraußenwände gegen Feuchte abzudichten. Bentonit-Bahnen bestehen aus einer äußeren und inneren Bahn aus Geotextilien, zwischen die in einem besonderen Verfahren Bentonit eingebracht worden ist. Dadurch ist es möglich geworden, den Bentonit ähnlich wie eine bituminöse Dichtungsbahn zu verlegen. Die äußere Bahn der Geotextilie läßt Feuchtigkeit durch, wodurch das Betonit aufquellen und einen rißfreie Abdichtung bilden kann.

Benzin

findet Verwendung als Vergaserkraftstoff und in der von Benzol und Blei gereinigten Form auch als Entfettungs- oder Lösemittel.

Benzinabscheider

benzinabscheider.jpg

siehe Abscheider.

Benzin-Rasenmäher

siehe Rasenmäher.

Benzoe

Benzoe ist das Harz von Styrax-Sträuchern. Das Naturharz wird als Bindemittel zur Herstellung von natürlichen Politur- und Spirituslacken genutzt. Als Lösemittel verwendet man Alkohol und Ether. Benzoe ist auch ein wohlriechender Räucherstoff.

Benzol

Farblose Flüssigkeit mit charakteristischem aromatischem Geruch. Unter Normalbedingungen ist Benzol brennbar, chemisch stabil und in Wasser mässig löslich. Verwendet wird Benzol als Lösungsmittel für Farben Lacke, Klebstoffe, Putzmittel und Abbeizmittel. Auch bei der Verbrennung oder Verdunstung von Kraftstoffen entsteht Benzol. Die Dämpfe führen zu Schleimhautreizungen, können zur Schädigung des Knochenmarks und Veränderungen des Blutbilds führen. Auch Blutkrebs, Schäden an Leber, Nieren und Milz sind mögliche Spätfolgen.

Beobachtungsmethode

auch: Beobachtungsmethoden

Die Beobachtungsmethode findet in der Baugeologie Anwendung. Sie besteht aus einer Kombination aus geotechnischen Untersuchungen mit der messtechnischen Kontrolle eines Bauwerks oder des Baugrunds. Die Beobachtungsmethode kann während der Herstellung des Bauwerks oder auch bereits während der Nutzung zum Einsatz kommen. Angewandt wird sie, wenn allein durch Baugrunduntersuchungen und rechnerischen Nachweisen keine zuverlässigen Vorhersagen möglich sind oder wenn dies alles zu unwirtschaftlich wäre. Durch die Beobachtungsmethode wird zunächst ein vertretbar höheres Risiko eingegangen, indem Annahmen getroffen werden.

beplanken

auch: Beplanken

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Anbringen von Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten oder anderen Platten aus dem Bereich des Trockenbaus an einem Ständerwerk. Die Befestigung erfolgt in der Regel mit Schnellbauschrauben. (Abbildung: Knauf)

Beplankung

auch: mittragende Beplankung, Beplankungen

Die Beplankung ist ein flächiges Tragelement konstanter Dicke beispielsweise beim Fertighaus. Die Beplankung einer Holztafel kann aus einer oder mehreren Platten bestehen. Die Beplankung kann auch mittragend sein. Sie ist aussteifend, wenn sie zur Knick- und/oder Kippaussteifung der Rippen dienen soll. Die aussteifende Wirkung muss nicht notwendig rechnerisch nachgewiesen werden.

Beräumung

Fachchinesische Bezeichnung für das Abräumen insbesondere von Kies auf einem Kiesdach, wenn auf dieser speziellen Konstruktionsart eines Flachdachs Reparaturen anfallen, inbesondere ein Leck gesucht wird.

Bereitschaftsverluste

Bereitstellungsverluste

Für die Bereitstellung der Brennstoffe für eine Heizung muss Energie für deren Gewinnung, Umwandlung und Transport aufgebracht werden. Diesen Aufwand nennt man Bereitstellungsverluste. Sie werden durch den Primärenergie-Faktor berücksichtigt. Wird der Brennstoff- bzw. Energieverbrauch mit diesem Faktor multipliziert, erhält man die tatsächlich verbrauchte Menge an Primärenergie und dadurch ein Maß für die der Erde entnommene Energie. Die Primärenergiefaktoren betragen bei Öl und Gas 1,1, bei der Elektro-Wärmepumpe – abhängig von der genutzten Wärmequelle – zwischen 0,6 und 0,8 und können bei der reinen Stromheizung auch den Wert 3 (im Bundesdurchschnitt) ausmachen.

Bereitstellungszinsen

Bereitstellungszinsen spielen im Zusammenhang mit der Finanzierung einer Wohnung oder eines Hauses eine wichtige Rolle. Sie werden z.B. fällig, wenn beim Hausbau oder beim Wohnungskauf die Zusage über ein Darlehen eines Kreditgebers vorliegt, der Kredit jedoch nicht abgerufen wird, weil sich z.B. der Beginn des Hausbaus verzögert. Bereitstellungszinsen werden ebenfalls erhoben, wenn die Zahlung der Erstellungskosten für das Haus nicht auf einen Schlag erfolgt, sondern abhängig vom Fortgang der Baumaßnahmen in Raten. Der Grund dafür, dass Bereitstellungszinsen erhoben werden, liegt darin, dass die Bank mit der Kreditzusage verpflichtet ist, die gesamte Kreditsumme bereitzuhalten. Wird der Kredit nicht zum vereinbarten Zeitpunkt abgerufen, lassen sich die Banken das bezahlen. In vielen Kreditverträgen werden Bereitstellungszinsen für noch nicht in Anspruch genommene Darlehensbeträge vereinbart. Wann diese Bereitstellungszinsen erhoben werden, ist sehr unterschiedlich. Die Höhe der Bereitstellungszinsen kann bis zu 0,25% der Darlehenssumme pro Monat betragen.

Berg-Ahorn

Der Berg-Ahorn ist die am meisten verbreitete Ahornart in Mitteleuropa. Er gedeiht in Mittelgebirgslagen, aber auch fast bis auf 2.000 m Höhe in den Alpen, wobei er eine Wuchshöhe von über 30 m erreichen kann. Holzbauteile aus Berg-Ahorn wie etwa Parkett gelten als besonders wertbeständig.

Berliner Gewölbe

siehe Kappendecke

Berliner Maurerkelle

auch: Berliner, Maurerkellen

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Die Berliner Maurerkelle hat wie die Bayrische Maurerkelle regional eine große Bedeutung. Sie weist ein größeres Kellenblatt als die herkömmliche Maurerkelle auf und eignet sich besonders für großflächige Arbeiten. Sie hat eine dreieckige Form und eine abgerundete Spitze. Das handelsübliche Modell der Berliner Maurerkelle hat eine Länge von 180 mm bis 220 mm. Von der Bayrischen Maurerkelle unterscheidet sie sich hauptsächlich an der Form des Halses. Die Berliner Maurerkelle hat einen S-Hals, während der Hals der bayrischen Maurerkelle weitestgehend gerade ist.

Berliner Platte

Gehwegplatte aus Beton nach DIN 485 mit verschiedenartig bearbeiteten Oberflächen. Diese werden gewaschen, gesandstrahlt oder diamant-geschliffen, unbehandelte Platten werden jedoch auch angeboten. Die Standardgröße beträgt 35 x 35 cm, diese Quadratplatte wird ergänzt durch Eckplatten und Kreuzungsplatten sowie Bischofsmützen. Die Berliner Platte eignet sich für stark beanspruchte Flächen wie Bahnsteige, Radwege und Parkplätze.

Berliner Verbau

Baugrubenverkleidung durch ausgefachte Stahlträger. Im Abstand von 2-3 m werden Stahlträger in den Boden gerammt, danach wird mit dem Aushub der Baugrube begonnen. Mit zunehmender Tiefe werden Holzbohlen zwischen die Stahlträger geschoben, um den Einsturz des Erdmaterials zu verhindern. Den Namen hat die Baugrubenverkleidung vom U-Bahnbau in Berlin, die auf diese Weise hergestellt wurde.

Berliner Zimmer

Auf den vor allem in Berlin tätigen, weltberühmten Baumeister und "Oberlandbaudirektor" Karl Friedrich Schinkel zurückgehende Eigentümlichkeit, zwischen Vorderhaus und Seitenflügel ein Eckzimmer vorzusehen, das dann als "Berliner Zimmer" in die Architekturgeschichte einging. Während Schinkel's Museen und Palais allenthalben Anklang fanden, war er als Bauherr von Wohnhäusern umstritten - u.a. wegen des Berliner Zimmers.

Berme

auch: Bermen

Als Berme wird ein annähernd waagerechter Absatz in einer Böschung bezeichnet. Gestaffelte Baugruben gibt es beispielsweise mit schmaler oder breiter Berme. Nach den deutschen Unfallschutzvorschriften müssen Bermen mindestens 0,60 m breit sein. Bermen, die zum Auffangen abrutschender Teile dienen, müssen sogar mindestens 1,50 m breit sein. Bermen dienen der Sicherheit vor herabfallenden Gegenständen. Sie nehmen aber auch Ringleitungen der Grundwasserabsenkungsanlage auf.

Berner Putzkelle

auch: Berner, Putzkellen

Die Berner Putzkelle besitzt eine kantige Blattform und eignet sich für kleinere Ausbesserungsarbeiten und als Alternative zur Stuckateurkelle. Sie ist mit einem Fassungsvermögen von 120 mm oder 140 mm allerdings kleiner als diese.

Bernoullische Hypothese

Die Bernoullische Hypothese findet in der Baustatik ihre Anwendung. Sie besagt, dass ebene Querschnitte bei Formänderung eben bleiben und rechtwinklig zur Stabachse stehen. Diese Hypothese gilt nur bei kleinen Formänderungen und nur bei benachbarten Querschnitten. Nur unter Annahme der Bernoullischen Hypothese kann die Formel der reinen Biegung angewandt werden. Bei der reinen Biegung existiert nur das Biegemoment, alle anderen Schnittgrößen sind gleich Null. Die Bernoullische Hypothese ist eine der wichtigsten Annahme der Festigkeitslehre.

Bernstein

auch: Bernsteine

Bernstein ist das Harz vorweltlicher Nadelbäume. Dieses Naturharz hat eine hellgelbe bis schwarzbraune Färbung. Als Bindemittel wird es zur Herstellung dunkler Lacke verwendet. Als Lösemittel dienen verschiedene Öle und Alkohol. Bernstein läßt sich auch kunstvoll zu Schmuck verarbeiten. Das im zweiten Weltkrieg verschollene und inzwischen wieder nachgebaute Bernsteinzimmer dürfte jedem ein Begriff sein.

Berstscheibe

auch: Berstscheiben

Die Berstscheibe ist eine Sicherheitsarmatur, die bei Anlagen und Rohrleitungen Anwedung findet, wenn ein starker Druckanstieg in einem kurzen Zeitraum zu bewältigen ist. Nach dem Bersten der Scheibe und dem Druckabbau in die Umgebung muss die gesamte Anlage still gelegt werden und eine neue Berstscheibe eingebaut werden.

Berufsgenossenschaft

Berührungschutz

Viele Elektrowerkzeuge wie beispielsweise Kreissägen, Winkelschleifer oder Oberfräsen besitzen einen Berührungsschutz. Dieser reduziert die Verletzungsgefahr beim Umgang mit den Elektrogeräten erheblich. Der Berührungsschutz verhindert, dass man mit den mechanisch bewegten Antriebswellen in Berührung kommt.

Berührungslose Armatur

auch: Berührungslose, Armaturen

siehe Gesteuerte Armatur.

Beryllium

Moderator in Kernreaktoren, wird zur Herstellung von Legierungen und Oxidkeramiken benutzt.

besandet

Dachbahnen werden meistens in besandeter Ausführung auf den Markt gebracht, aber auch beschiefert. Der Sand wird dabei unter Hitzeeinwirkung in die Oberseite der Dachbahn gepresst. Die Besandung hat drei Gründe. Zum einen wirkt das Quarzmaterial als ein zusätzlicher Hitzeschutz. Zum anderen verhindert es, dass die in Rollenform angelieferten Bahnen verkleben und drittens trägt es auch dazu bei, dass eine unter Hitzeinwirkung plastisch gewordene Bahn begehbar bleibt und nicht etwa an der Schuhsohle klebt.

Besandete Bitumen-Dachdichtungsbahn

auch: Besandete, Bitumen-Dachdichtungsbahnen

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage besteht, welche mit Bitumen getränkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen und gleichmäßig mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer Größe bis etwa 1 mm bestreut ist (siehe auch besandet).

Besandete Glasvlies-Bitumenbahn

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage aus Glasvlies besteht, welche mit Bitumen getränkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen und gleichmäßig mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer Größe bis etwa 1 mm bestreut ist (siehe auch besandet).

Besandete Polymerbitumen-Dachdichtungsbahn

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage besteht, welche mit Bitumen oder Polymerbitumen getränkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen und gleichmäßig mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer Größe bis etwa 1 mm bestreut ist (siehe auch besandet).

Besatzungsschloss

auch: Besatzungsschlösser

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Eine höhere Sicherheit als das Buntbartschloss hat das Besatzungschloss. Mit einem zurechtgefeilten Schlüssel läßt sich die Tür jedoch auch öffnen. Das Schloss ist eine Weiterentwicklung des Buntbartschlosses. In Kasernen, älteren Klassenzimmern oder in Jugendherbergen könnte man noch auf solch ein Schloss treffen. Für Haustüren darf es jedoch ebenfalls nicht verwendet werden. Besatzungschlösser haben aufgesetzten Reifen auf den Innenflächen des Schlosskastens, auf die die Schlüssel abgestimmt sind.

besäumen

auch: besäumt

Besäumen ist das manuelle oder maschinelle Entfernen der Baumkanten (der Baumrinde) oder das Beschneiden krummer (Holz-)Kanten an beispielsweise Brettern, Bohlen oder Kanthölzern. Bei unbesäumtem Holz sind diese Kanten noch vorhanden.

Besäumkreissäge

auch: Besäumkreissägen

Besäumkreissägemaschine

auch: Besäumkreissäge, Besäumkreissägemaschinen

Mit dieser Kreissäge werden Baumkanten vom Vollholz abgetrennt und Bretter auf Breite gesägt.

Besäumtes Holz

siehe Besäumen

Beschichtung

auch: Beschichtungen

Oberbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende, aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten auf einem Untergrund. Die Beschichtung kann nach verschiedenen Verfahren und mit unterschiedlichen Materialien aufgebracht werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Anstrich, Beschichtung und Lackierung wahlweise verwendet. Beschichtungsstoffe sind Anstrichstoffe, Lacke, Kunstharzputze, Spachtel- oder Füllerschichten oder Spezialbeschichtungen. Sie bestehen aus Bindemittel, Farbmittel wie zum Beispiel Pigmenten, Lösemittel und Zusatzmittel, welche die Eigenschaften der Beschichtung verbessern. Je nach Anforderung und Beschichtungssystem werden Beschichtungen als Ein-, Zwei- oder Dreischichtanstrich ausgeführt. Im Korrosionsschutz sind weitere Schichten üblich. Traditionell besteht eine Beschichtung aus einer Grundierung, einem Zwischen- und einem Deckanstrich.

Beschichtungswerkstoffe

auch: Beschichtungswerkstoff

Sammelbegriff für natürliche Beschichtungsstoffe, z. B. Furniere und für chemische Beschichtungen wie z.B. Farben und Lacke und für feste Beschichtungen wie z.B. Melaminharzfilme.

Beschicker

Im Tiefbau sprechen die Fachleute von einem "Fertiger" und einem "Beschicker". Beim Straßenbau wird der fertig gemischte Asphalt mit LKW's und Sattelzügen angeliefert und in sog. Beschicker geschüttet, die ihrerseits parallel zu den Fertigern fahren und den Asphalt berührunglos und parallel zur Fahrgeschwindigeit des Fertigers in eben diesen abkippen.

beschiefert

Dachbahnen werden meistens in besandeter Ausführung auf den Markt gebracht, aber auch "beschiefert". Körnig gemahlener Schiefer wird dabei unter Hitzeeinwirkung in die Oberseite der Dachbahn gepresst. Die Beschieferung hat - ebenso wie die Besandung - drei Gründe. Zum einen wirkt das feine Stein- bzw. Quarzmaterial als ein zusätzlicher Hitzeschutz. Zum anderen verhindert es, dass die in Rollenform angelieferten Bahnen verkleben und drittens trägt es auch dazu bei, dass eine unter Hitzeinwirkung plastisch gewordene Bahn begehbar bleibt und nicht etwa an der Schuhsohle klebt.

Beschieferte Bitumen-Dachdichtungsbahn

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage besteht, welche mit Bitumen getränkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen ist. Sie ist ferner auf der Oberseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend schuppenförmigem Korn mit einer Größe von etwa 1 mm bis 4 mm (siehe auch beschiefert) und auf der Unterseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer Größe bis etwa 1 mm bestreut (siehe auch besandet).

Beschieferte Bitumen-Schweißbahn

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage besteht, welche mit Bitumen getränkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen ist. Sie ist ferner auf der Oberseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend schuppenförmigem Korn mit einer Größe von etwa 1 mm bis 4 mm (siehe auch beschiefert) und auf der Unterseite mit Talkumpulver bestreut. Die Bahn darf anstelle der Talkumbestreuung auch mit einer leicht ablösbaren oder abschmelzbaren Trennfolie versehen sein.

Beschieferte Glasvlies-Bitumenbahn

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage aus Glasvlies besteht, welche mit Bitumen getränkt und auf beiden Seiten mit einer Deckschicht aus Bitumen versehen ist. Sie ist ferner auf der Oberseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend schuppenförmigem Korn mit einer Größe von etwa 1 mm bis 4 mm (siehe auch beschiefert) und auf der Unterseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer Größe bis etwa 1 mm bestreut (siehe auch besandet).

Beschieferte Polymerbitumen-Dachdichtungsbahn

Rollbare Bahn, die aus einer Trägereinlage besteht, welche mit Bitumen oder Polymerbitumen getränkt und auf beiden Seiten mit Deckschichten aus Polymerbitumen versehen ist. Sie ist ferner auf der Oberseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend schuppenförmigem Korn mit einer Größe von etwa 1 mm bis 4 mm (siehe auch beschiefert) und auf der Unterseite mit mineralischen Stoffen aus vorwiegend gedrungenem (kugeligem) Korn mit einer Größe bis etwa 1 mm bestreut (siehe auch besandet).

Beschlag

auch: Beschläge

Unter einem Beschlag versteht man ein Metallteil, das die Funktion eines Fensters, einer Tür oder einer Schrankklappe überhaupt ermöglicht. Demenstprechend wird zwischen Fensterbeschlägen, Türbeschlägen und Möbelbeschlägen unterschieden. In den Sammelbegriff Beschläge fallen Griffe, Bänder, Scharniere, Schlösser und vieles mehr. Generell spricht man bei Beschlägen, die ein Bauteil mit dem anderen fest verbinden, von §12§Verbindungsbeschläge%)n.

Beschlagbohrer

beschlagbohrer.jpg

Bohrer zum Herstellen von maßhaltigen und ausrissfreien Öffnungen für Möbelbeschläge. Mit dem Beschlagbohrer werden nur flache Sackbohrungen in Vollholz, Holzwerkstoffen und Kunststoff durchgeführt.

Beschleuniger

Beschneiden

Beschneiden ist ein Begriff aus dem Malerhandwerk. Der Maler bezeichnet als "Beschneiden" das vorsichtige Vorbeistreichen mit dem Pinsel an einer Kante (zum Beispiel Fensterscheibe).

Beschränkte Ausschreibung

auch: Beschränkte, Ausschreibungen

Bei einer beschränkten Ausschreibung kann nur eine beschränkte Zahl an Bewerber ein Angebot auf eine Ausschreibung abgeben. Die beschränkte Ausschreibung ist in der VOB so vorgesehen. Das nicht offene Verfahren kommt nur in begründeten Ausnahmefällen zur Anwendung. Da hier der Wettbewerb eingeschränkt ist, muss ein Unternehmen dem Auftraggeber schon bekannt sein, damit es aufgefordert werden kann, ein Angebot abzugeben. Sind dem Auftraggeber selbst nur wenige potenzielle Lieferanten bekannt, sieht das beschränkte Verfahren die Einschaltung der Auftragsberatungsstellen der Bundesländer vor.

Beschussschutz

auch: Beschuss-Schutz

Gebäude wie etwa die Privathäuser und -wohnungen von hochrangigen Politikern sowie Botschaftsgebäude im Ausland erhalten einen Beschussschutz, der vor allem die Fenster und Türen bzw. Eingangsportale betrifft. Diese sind kritische Punkte bei Angriffen mit herkömmlichen Schusswaffen; weshalb Verbund-Sicherheitsglas als Glasscheiben verwendet wird.

Beseitigungsrecht

Rechtsbegriff insbesondere aus dem Miet- und Nachbarschaftsrecht. So hat ein Vermieter beispielsweise ein Beseitigungsrecht, wenn der Mieter einen PKW-Stellplatz dazu nutzt, eine Blechgarage aufzustellen oder dort einen Komposthaufen anzulegen. Der Mieter hat hingegen ein Beseitigungsrecht, wenn der Vermieter trotz Aufforderung und Fristetzung unzumutbare Mietmängel nicht abstellt. Ein Hausbesitzer hat auch ein Beseitigungsrecht, wenn zum Beispiel der Nachbar eine Trennmauer ohne Baugenehmigung errichtet hat.

Besenrein

Zum Zeitpunkt der Estrichverlegung soll der vorgefundene Aufnahmeboden besenrein sein. Dies bedeutet, dass er vorher mit einem bauüblichen Besen gereinigt werden sollte. Zusätzlich sollten auch entsprechende Putz- oder Mörtelreste, etc. mit geeigneten Mitteln entfernt worden sein.

Besenspritzputz

auch: Besenspritzputze

siehe Besenwurfputz.

Besenstrich

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Der sogenannte "Besenstrich" wird bei der Oberflächengestaltung von Beton angewendet. Er ergibt eine gerichtete Struktur, die in der Rauhigkeit bzw. Grobheit variabel gewählt werden kann. Der Besenstrich wird vor allem zur Verbesserung der Griffigkeit ausgeführt, ganz gleich, ob dies nun eine Betonfahrbahn oder eine Treppenstufe aus Beton ist. Verwendet wird dazu ein spezieller Besen, der die Rillen in die Oberfläche kratzt.

Besenwurfputz

auch: Besenspritzputz, Besenwurfputze

Spezielle Technik beim Putzen mit Kalkmörtel, die seit dem 17. Jahrhundert üblich war. Beim Besenwurfputz wurde ein Reisigbesen in Putzmörtel getaucht und danach gegen ein Holz geschlagen. Der Mörtel verteilte sich somit fein auf dem Untergrund. Die Reisigbesen wurden später durch sogenannte Putzhexen ersetzt, das sind spezielle Spritzputzapparate.

Besichtigungsrecht

Ein Vermieter darf nicht seine Wohnung betreten, wann er will. Mit der Wohnungsübergabe wird das Hausrecht an den Mieter weitergereicht. Betritt der Vermieter die Wohnung ohne Erlaubnis, verstößt er gegen das Hausrecht. Das Besichtigungsrecht kann im Mietvertrag geregelt werden. Trotzdem muss der Vermieter seinen Besuch früh genug ankündigen und sollte Eintritt nicht zu Unzeiten verlangen. Gründe für einen Vermieterbesuch sind z.B. Überprüfung des Wohnungszustandes, Verdacht vertragswidrigen Gebrauchs, oder vor einem Verkauf oder der Beendigung des Mietverhältnisses. Lässt der Mieter den Vermieter nicht eintreten, macht er sich schadenersatzpflichtig. Tritt der Vermieter ohne Besichtigungsrecht ein, kann das Hausfriedensbruch sein.

Besiedlungsdichte

Besiedlungsdichte ist ein Begriff aus dem Städtebau. Sie bezeichnet das Verhältnis der Einwohnerzahl zu einem begrenzten Gebiet. Sie wird in Einwohner pro Hektar (E/ha) angegeben. Die Kenntnis der Besiedlungsdichte eines Gebiets hilft dem Städtplaner bei der Planung der Infrastruktur.

Besonderes Wohngebiet

auch: Besondere, Wohngebiete

Bezeichnung in einem Bebauungsplan. Besondere Wohngebiete werden mit WB abgekürzt. Sind überwiegend bebaute Gebiete, die aufgrund ausgeübter Wohnnutzung und vorhandener sonstiger Anlagen eine besondere Eigenart aufweisen und in denen unter Berücksichtigung dieser Eigenart die Wohnnutzung erhalten und fortentwickelt werden soll.

Besonnung

Die Besonnung spielt bei der Planung eines Hauses eine wichtige Rolle, denn Sonnenlicht in Wohnräumen hebt in der Regel den Wohnwert. Sie sollte im Bebauungsplan bei der Raumaufteilung des Hauses, der Lage von Wintergärten, aber auch im Zusammenhang mit einer möglichen Erzeugung von Energie durch Sonnenenergie berücksichtigt werden, z.B. durch genügend Dachfläche zur Südseite für Solarthermie und Photovoltaik. Die direkte Sonneneinstrahlung in das Hausinnere (passive Sonnenernergienutzung) dient aber auch wesentlich der Senkung des Energieverbrauchs, etwa durch die Art, Grösse und Neigung der Fenster oder durch Glastüren.

Bestand

Unter dem Bestand verstehen Bauingenieure und Architekten den jeweiligen Jetzt-Zustand eines Gebäudes (siehe auch Bauen im Bestand).

Bestandsimmobilie

auch: Bestandsimmobilien

Als Bestandsimmobilie bezeichnen Makler und Hypothekenbanken ein Haus oder Wohngebäude, das nicht erst erbaut werden muss, sondern bereits "besteht". Die Bestandsimmobilie ist also der Gebrauchtwagen unter den Gebäuden. Banken finanzieren den Kauf einer solchen Bestandsimmobilie (nach gründlicher Inspektion) besonders gern, weil sie damit weniger Risiken eingehen, als bei einem Neubau. Oft verlangen Sie von einem Hauskäufer auch ein wesentlich geringeres Eigenkapital, als von einem Bauherrn. Wird der Hauskäufer zahlungsunfähig, hat die Bank ein weitgehend intaktes Gebäude als Sicherheit. Bei einem Neubau kann hingegen vieles schief gehen - der Bauherr kann insolvent werden, wenn erst der Rohbau steht oder am Neubau können große Bauschäden auftreten, die einen Weiterverkauf erschweren oder gar unmöglich machen.

Bestandsschutz

Der Bestandsschutz basiert auf Artikel 14 Abs. 1 des Grundgesetzes (Eigentumsschutz). Deshalb dürfen Gebäude und Anlagen, die rechtmäßig errichtet wurden, selbst wenn sich die Rechtsgrundlage ändert (neuer oder geänderter Bebauungsplan) wie bisher weiter genutzt werden. Allerdings sind dann Erweiterungen nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich. Grundsätzlich kann die planende Gemeinde von diesen beschränkten Erweiterungsmöglichkeiten Ausnahmen bei der Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplanes textlich festsetzen (§ 1 Abs. 10 BauNVO - Fremdkörperfestsetzung).

Bestandsverzeichnis

auch: Bestandsverzeichnisse

siehe Grundbuch.

Bestätigungsprüfung

Mit Hilfe einer Bestätigungsprüfung soll nachgewiesen werden, dass ein eingebauter Estrich die in der Leistungsbeschreibung geforderten Eigenschaften besitzt. Neben der Festigkeit wird häufig auch die Dicke oder gegebenenfalls andere Eigenschaften wie z. B. der Verschleißwiderstand eingebauter Calciumsulfat-, Magnesia-, Kunstharz- oder Zementestriche (nur bei direkt genutzten Estrichen) überprüft.

Bestich

auch: Rapputz

Bestich oder auch Rapputz ist ein einlagiger Putz, der durch Anwerfen oder Aufziehen des Mörtels und anschließendes Glätten mit der Mörtelkelle oder mit einem breiten Pinsel entsteht. Er wird heutzutage meist als Kellenwurfputz bezeichnet.

Bestoßhobel

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Dieser Hobel wird speziell zum Bestoßen von Hirnholzflächen verwendet. Bestoßen bedeutet, dass die Holzteile rechtwinklig und maßgerecht bearbeitet werden. Bestoßen wird allerdings nicht nur mit dem Bestoßhobel, sondern mit allen Hobeln

Betätigungsplatten

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Blumige Umschreibung der sanitären Armaturenindustrie für kleine Platten, die gedrückt werden müssen, um die Spülung einer WC-Schüssel oder eines Urinals in Gang zu setzen. Kein Spülkästen kommt ohne eine solche Platte oder Drucktaste aus. Je nach Art, ist die Wassermenge dosierbar. Dann spricht man von einer "Zwei-Mengen-Betätigung": Wenig Wasser für das kleine, viel Wasser für das große "Geschäft". Vielfach haben solche Betätigungsplatten auch noch eine Wasserstopp-Funktion wie bei dem im Foto gezeigten Modell. Bei Druck auf die untere Platte wird der Wasserzufluß unterbrochen. Das spart Kosten und ist ökologisch sinnvoll.

Betätigungsstange

siehe Panikstange.

Bété

siehe Mansonia.

Bethel White

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Bethel White ist eine sehr elegant wirkende und helle Granitart. Da der Stein Wasser zieht, sollte er im Außenbereich nicht verwendet werden und im Innenbereich nur, wenn er imprägniert wird. Zudem sollte er in einer Dichtschlämme verlegt werden und zum Verfugen sollte ein geeignetes Fugenmaterial verwendet werden, das ein Verfärben der Randbereiche ausschließt. Im Innenbereich wird das Material zum Beispiel als Bodenbelag, für Treppen, Küchenarbeitsplatten oder Fensterbänke verwendet.

Beton

Beton ist ein im Bauwesen vielfältig verwendeter Baustoff. Er wird hergestellt aus einem Gemisch aus Zement, Wasser und Zuschlag. Diesem Gemisch können Zusatzmittel beigefügt werden, die die Konsistenz oder Verarbeitbarkeit positiv beeinflussen. Beton ist zwar ein Baustoff, ohne den die moderne Bauwirtschaft nicht bestehen könnte, aber er ist kein moderner, sondern ein historischer Baustoff - schon die alten Römer stellten Beton her. Selbst ökologische Bauweisen kommen ohne Beton nicht aus. Mindestens die Bodenplatte eines Holzhauses ist...aus Beton! Sieht man von Einfachst-Betonierungen ab (Loch für Gartenzaun mit Beton verfüllen), muss vor dem Einbringen von Beton eine Schalung hergestellt werden. Beton, der nicht nur konstruktive, sondern auch optische Aufgaben hat ähnlich dem Sichtmauerwerk, wird Sichtbeton genannt. Wegen seiner relativ hohen Druckfestigkeit kann Beton für Bauteile, die auf Druck beansprucht sind, gut und wirtschaftlich eingesetzt werden. Andererseits ist Beton wegen seiner geringen Zugfestigkeit für Bauteile, die auf Biegung oder Zug beansprucht werden, nur beschränkt verwendbar. Durch Verbindung mit Stahl zu Stahlbeton- oder Spannbetonkonstruktionen wird er jedoch zu einem universellen Baustoff.

Betonabbruch

Betonabbruch ist das Material, das bei Umbau- oder Abbruchmaßnahmen von Betonbauwerken anfällt. Dabei kommen zum Beispiel Hydraulikhämmer oder große Diamantsägen zum Einsatz. Der so entstandene Bauschutt kann in einer Recyclinganlage wieder aufbereitet werden.

Betonanker

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Betonanker ermöglichen vielseitige Direktbefestigungen in Mauerwerk, Beton sowie in Voll- und Naturstein. Herkömmliche, zeitintensive Dübelbefestigungen sind weitgehend überflüssig. Die Montagezeit wird dadurch verkürzt und die Kosten gesenkt. Wegen der vielfältigen Einsatzbereiche gibt es Betonanker mit unterschiedlichen Kopfformen, damit für jeden Anwendungsfall ein optimaler Befestiger ausgewählt werden kann. Das Bohrloch ist cirka 15 mm tiefer als die Einschlagtiefe auszuführen und die Einschlagtiefe im festen Untergrund sollte etwa 40 mm betragen. Betonanker eignen sich besonders zur Befestigung von Lattenkonstruktionen auf Beton, Voll- und Naturstein. In Verbindung mit Klemmplatten lassen sich aber auch Gewebematten an erosionsgeschädigten, sanierungsbedürftigen Felshängen befestigen.

Betonaufbereitung

siehe Beton

Betonaufbruch

Betonaufbruch ist das Material, das beim Aufbruch von Fahrbahndecken aus Beton im Straßenbau anfällt. Wie der Betonabbruch kann auch der Betonaufbruch in einer Recyclinanlage aufbereitet und als Mineralstoff wieder verwendet werden.

Betonaufrauhmittel

Ein Betonaufrauhmittel ist die Bezeichnung für einen Erstarrungsverzögerer, der an der Schalungsinnenseite aufgestrichen wird und das Abbinden der Oberfläche verzögert. Nach dem Ausschalen kann der nicht abgebundene Zementleim abgebürstet und nachgespült werden. Auf diese Weise entsteht Waschbeton.

Betonbau

Unter einem Betonbau wird landläufig ein Bauwerk aus Stahlbeton verstanden, vor allem Büro- und Industriegebäude. Der Begriff "Betonbau" steht aber auch für einen ganzen Wirtschaftszweig, nämlich die Betonbauindustrie, zu der die großen Baukonzerne zu zählen sind. Beispielhaft heißt es dann z.B. in der Fachpresse "Der Betonbau hat sich erholt" oder "Der Betonbau stagniert".

Betonbauer

Betonbaustein

auch: Betonbausteine, Beton-Baustein, Beton-Bausteine

Betonstein ist ein Sammelbegriff für aus Beton hergestellte Pflastersteine und für Steine zur Herstellung von Mauerwerk.

Betonbauteil

auch: Betonbauteile

Als Betonbauteile werden alle Bauteile aus Beton bezeichnet. Das können ebenso Wandelemente für einen Fertigkeller, Elemente für einen Balkon oder fabrikmäßig hergestellte Säulen sein. Betonbauteile können je nach statischer Belastung eine Bewehrung aufweisen.

Betonbeissen

auch: Betonbeißen

In Gebäuden, wo keine große Technik eingesetzt werden kann und erschütterungsfrei gearbeitet werden muss, wird das Betonbeissen angewandt. Dies ist vor allem bei der Altbausanierung häufig der Fall. Dafür gibt es verschiedene Geräte wie beispielsweise den Cracker, die aber alle das Ziel haben, zwischen zwei zusammengepreßten Spitzen den angepackten Beton zu spalten. Stückweise wird das Gerät angesetzt und beißt sich mit hydraulischem Preßdruck durch die Betonplatte.

Betonbeisser

siehe Cracker.

Beton B I

Betongruppe der Festigkeitsklasse ≤ B 25 mit geringen Anforderungen an die Baustelle und die Überwachung.

Beton B II

Betongruppe der Festigkeitsklasse ≥ B 35 und im allgemeinen Betone mit besonderen Eigenschaften und besonderen Anforderungen an die Baustelle und an die Überwachung.

Betonbohrer

auch: Beton-Bohrer

Betonbohrer sind spezielle Bohrer für Beton. Spezielle Betonbohrer haben an den Spitzen 130° Winkel, normale Steinbohrer 120°. Da Beton ziemlich hart ist, benötigen Betonbohrer eine Schneide aus Hartmetall. Diese Hartmetallbohrer nennt sich Widia, weshalb Betonbohrer auch unter der Bezeichnung Widiabohrer im Handel erhältlich sind.

Betonbruch

Sammelbegriff für Betonabbruch oder Betonaufbruch.

Betondachstein

auch: Betondachsteine

siehe Dachstein.

Betondecke

auch: Stahlbetondecke, Betondecken

Ein Großteil der Decken im Wohnungs- oder Gewerbebau besteht heutzutage aus Beton. Bei der Herstellung wird dabei meist mit Fertigteildecken gearbeitet. Dies geht schneller, da das zeitaufwändige Einschalen auf der Baustelle entfällt. Um die auftretenden Lasten (Gebäudelasten, Eigenlasten und Gebrauchslasten) aufnehmen zu können, muss die Betondecke zudem mit Bewehrungseisen (bzw. Betonstahlmatte) versehen werden. Wie bei allen Betonteilen liegen die Bewehrungseisen hauptsächlich dort, wo Zugkräfte auftreten. Dies ist in den Auflagerbereichen in der oberen Hälfte des Betonquerschnittes und in Plattenmitte die untere Hälfte des Betonquerschnittes. Betondecken finden sich aber nicht nur im Hochbau, sondern auch im Straßenbau. Vor allem Autobahnen werden häufig mit einer Betondecke versehen. Hier muss die Betondecke natürlich ganz anderen Beanspruchungen gerecht werden. Die Belastungen von schweren Lkw's aber auch von Frost müssen von der Betondecke ertragen werden.

Betondeckung

Die Bewehrung muss zur Sicherung des Verbundes, des Korrosionsschutzes und zum Schutz gegen Brandeinwirkung eine ausreichend dicke und dichte Betondeckung erhalten. Als Betondeckung wird der Abstand der äußersten Bewehrungsstäbe, z.B. der Bügel, von der Schalung bzw. der Sauberkeitsschicht bezeichnet. Abhängig ist die erforderliche Betondeckung vom Stabdurchmesser, von den Umweltbedingungen und der Betonfestigkeitsklasse. In Gebäuden sollte die Betondeckung mindestens 2 cm, im Freien 3 cm betragen. Für die Einhaltung der erforderlichen Betondeckung sorgen Abstandhalter. Die Betondeckung setzt sich aus Mindestbetondeckung und Vorhaltemaß zusammen.

Betondeckungs-Messgerät

auch: Betondeckungs-Messgeräte

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Mit diesem Messgerät läßt sich die Betondeckung eines Stahlbetonbauwerks über dem Bewehrungseisen unabhängig von dessen Durchmesser messen. Eine ausreichende Betondeckung ist notwendig, damit das Bewehrungseisen nicht rostet. Weiterhin kann das Bewehrungseisen seine Aufgabe (die Zugkräfte abzuleiten) bei nicht ausreichender Betondeckung nicht übernehmen. Der Beton bekommt Risse und es kommt zu Abplatzungen.

Betondichtungsmittel

Betondichtungsmittel sollen die Wasserundurchlässigkeit des erhärteten Zementsteins und damit des Betons verbessern. Dies geschieht zum Teil durch eine gewisse wasserabstoßende Wirkung des Betonzusatzmittels, das auch begrenzt quellfähige Substanzen enthalten kann. Die dichtende Wirkung von DM-Mitteln ist häufig zeitlich begrenzt, und es ist sinnvoll, dichten Beton durch einen entsprechenden Aufbau des Betons (geringer Wasserzementwert; gute Verdichtung und Nachbehandlung) zu erreichen.

Betondruck

auch: Frischbetondruck, Betondruck-Verfahren, digitaler Betondruck, Betondrücke

Als Betondruck wird der Druck bezeichnet, den noch nicht erstarrter Beton auf eine Schalung ausübt. Der Betondruck kann enorm groß werden, weshalb beim Einschalen viel Erfahrung und Wissen notwendig ist. Der Betondruck wird in der Regel über entsprechende Stützen abgefangen. Ein ganz anderes Thema ist digitaler Betondruck. Dabei werden bunte Motive auf den grauen Beton gedruckt. So lassen sich Lärmschutzwände oder andere Betonteile verschönern. Schließlich gibt es auch noch das Betondruk-Verfahren. Mit diesem Verfahren lassen sich Oberflächen von frisch aufbereitetem und gegossenem Beton bearbeiten. So bekommt Beton das Aussehen von Stein, Platten, Fliesen, Schiefer, Granit, Ziegel oder sogar Holz.

Betondruck-Verfahren

siehe Betondruck.

Betoneignungsprüfung

Die Betoneignungsprüfung bezeichnet eine oder mehrer Prüfungen, um vor der Verwendung festzustellen, wie der Beton zusammengesetzt sein muss, um im frischen und erhärteten Zustand unter Berücksichtigung der zu verwendenden Ausgangsstoffe und der besonderen Bedingungen auf der Baustelle alle geforderten Eigenschaften zu erfüllen.

Betonersatz

Üblicherweise werden Stoffe oder Mörtel in der Betoninstandsetzung, die kein Beton nach DIN 1045 sind, als Betonersatz bezeichnet. Betonersatz wird zum Schließen von Löchern und Lunkern verwendet. Weiterhin findet Betonersatz Einsatz beim Egalisieren von Betonflächen und zur Dünnbeschichtung von senkrechten und waagrechten Flächen in Trinkwasserbehältern aus Beton.

Betonersatzsystem

auch: Betonersatzsysteme

Betonersatzsystem ist die Bezeichnung für ein System zum Schutz und zur Instandsetzung von Betonbauteilen, bestehend aus Baustoffen des Betonersatzes und in der Regel aus der Haftbrücke sowie gegebenfalls aus dem Korrosionsschutz und dem Feinspachtel.

Betonerzeugnisse

Betonerzeugnisse sind in einem Werk hergestellte Gegenstände aus unbewehrtem Beton, Stahlbeton oder Spannbeton. Dabei kann es sich um Betonfertigteile wie zum Beispiel Treppen, Betonwaren wie Pflaster oder Palisaden oder Betonwerksteine handeln. Betonerzeugnisse werden immer im bereits erhärtetem Zustand eingebaut. Dies ist der Unterschied zum Ortbeton.

Betonfertigteilbau

auch: Fertigteilbau, Beton-Fertigteilbau

Im Betonfertigteilbau werden Bauwerke oder Gebäudeteile aus vorgefertigten Stahlbeton- oder Spannbetonelementen zusammengefügt. Man unterscheidet verschiedene Bauweisen, im Stahlbetonbau hauptsächlich die Skelettbauweise und die Tafelbauweise. Eine besondere Bedeutung kommt bei allen Bauweisen der Montage bzw. Verbindung der Fertigteilelemente in den Knotenpunkten zu.

Betonfertigteile

auch: Beton-Fertigteil, Betonfertigteil, Beton-Fertigteile

Fertigteile aus unbewehrtem Beton, Stahlbeton oder Spannbeton, die in Betonwerken hergestellt werden. Aus Fertigteilen werden beispielsweise Rohbautreppen, Treppenstufen, Deckenplatten oder Wände hergestellt.

Betonfestigkeit

Bei Normalbeton wird die Betonfestigkeit hauptsächlich über den Wasserzementwert bestimmt. Je größer der Wasserzementwert ist, desto geringer wird nach dem Aushärten die Betonfestigkeit sein.

Betonfestigkeitsklassen

auch: Festigkeitsklassen, Betonfestigkeitsklasse, Beton-Festigkeitsklasse, Beton-Festigkeitsklassen

Der Beton ist je nach Anforderungen im Bauteil in verschiedene Festigkeitsklassen eingeteilt. Je nach dem, ob nach deutscher oder europäischer Norm bemessen wird, sind die Bezeichnungen unterschiedlich. Die DIN hat die Bezeichnungen B 5 bis B 55. In der europäischen Norm gehen die Bezeichnungen von C 12/15 bis C 50/60.

Betonfirst

siehe Firststein.

Betonfläche

auch: Betonflächen

Betonflächen ist die Bezeichnung für die, je nach baulichen Gegebenheiten sichtbar oder nicht sichtbar bleibenden, Oberflächen von Bauteilen aus Ortbeton- und Betonfertigteilflächen. Sie stellen das Spiegelbild der Schalhaut oder das Ergebnis nachträglicher Bearbeitung und/oder Behandlung dar. Demnach werden unterschieden: Betonflächen ohne besondere Anforderungen, Betonflächen mit Anforderungen an das Aussehen, Betonflächen mit technischen Anforderungen.

Betonflächen mit Anforderungen an das Aussehen

Bezeichnung für Sichtbeton im Fachjargon der Baufachleute.

Betonflächen mit technischen Anforderungen

Betonflächen mit technischen Anforderungen sind Betonflächen, die bestimmte technische Funktionen zu erfüllen haben und/oder Nachfolgegewerke dienen. Dabei sind die jeweils zu berücksichtigenden Anforderungen in der Leistungsbeschreibung zweifelsfrei zu formulieren.

Betonflächen ohne besondere Anforderungen

Betonflächen ohne besondere Anforderungen sind Betonflächen, deren Herstellungs- und Schalungsart dem Auftragnehmer überlassen bleibt. Eine Oberflächenbearbeitung und -behandlung wird hierbei nicht verlangt.

Betonfräse

auch: Betonfräsen

Betongelenk

auch: Gelenkkopf, Gelenkhals, Betongelenke

Unter einem Betongelenk wird eine Einschnürung bei einem Querschnitt aus Stahlbeton verstanden. Ein Betongelenk lässt eine begrenzte Verdrehung ohne nennenswerte Biegebeanspruchung zu. Insbesondere im Brückenbau stellt das Betongelenk eine preisgünstige Alternative zu einem teuren und unverschieblichen Linienkipplager dar. Im Bereich der Einschnürung - dem sogenannten Gelenkhals - ist die Festigkeit des Betons aufgrund einer dreiachsigen Druckbeanspruchung wesentlich höher. Daher besitzt das Betongelenk eine ausreichend hohe Tragwirkung. Im Bereich des Gelenkhalses muss ein Betongelenk nicht bewehrt werden. Die daran angrenzenden Bereich - die Gelenkköpfe - benötigen hingegen eine kräftige Bewehrung, um die großen Druck- und Querkräfte aufnehmen zu können. In Deutschland werden Betongelenke bei Brücken von einer Spannweite bis 15 Meter eingesetzt.

Betonglas

Spezielles Glas, das zur Herstellung von Glasstahlbeton benötigt wird. Der gepresste Glaskörper ist quadratisch oder rund, mit massiver oder einseitig offener Form. Betonglas wird im Pressverfahren in einem Stück oder aus zwei durch Verschmelzen fest verbundenen Teilen hergestellt. Betongläser ergeben einen lichtdurchlässigen Abschluss gegen die Außenluft und sind in der Regel nicht statisch mitwirkend.

Betonglättmaschine

auch: Betonglättmaschinen

Betonglättmaschinen werden zum Glätten von nicht ausgehärteten, frischen Betonböden eingesetzt. Aufgrund der besseren Oberflächenverdichtung erhalten maschinell geglättete Böden eine höhere Qualität und eine längere Lebensdauer. Sie werden mit Benzin- oder Elektromotoren betrieben. Glättflügel und/oder Glättteller werden dabei zum Glätten eingesetzt.

Betongruppe

auch: Betongruppen

Es werden zwei Betongruppen B I und B II unterschieden. B I umfasst die Festigkeitsklassen B5, B10, B15 und B 25, in der Gruppe B II sind die Festigkeitsklassen B 35 und höher enthalten. Die Festigkeitsklassen B 5 und B10 sind nur für unbewehrten Beton zugelassen.

Betongüte

Betongüteklasse

auch: Betongüteklassen

Betonhaftbrücke

auch: Betonhaftbrücken

siehe Haftbrücke.

Betonierabschnitte

auch: Betonierabschnitt

Manche Teile aus Ortbeton können aus herstellungstechnischen oder zeitlichen Gründen nicht "in einem Guß" gefertigt werden. Es sind verschiedene Betonierabschnitte notwendig und es entstehen Arbeitsfugen. Diese sind so auszubilden, dass alle auftretenden Beanspruchungen aufgenommen werden können.

Betonieren

Unter Betonieren versteht man das Fördern und Verarbeiten des Betons auf der Baustelle oder dem Fertigteilwerk.

Betonierfuge

auch: Betonierfugen

Beton wird in Lagen eingebracht. Gibt es längere Betonierpausen beim Betonieren der einzelnen Schüttlagen, bleibt eine Betonierfuge sichtbar, die bei Sichtbeton einen Mangel darstellt.

Betoninstandsetzung

auch: Betonsanierung, Betonrisse

Betonschäden müssen irgendwie beseitigt werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden der Instandsetzung für unterschiedliche Betonschäden. Risse und Hohlräume werden mit Reaktionsharzen, Zementleim oder Zementsuspension gefüllt. Dadurch werden durchlässige Bauteile abgedichtet und das Eindringen korrosionsfördernder Stoffe verhindert. Zudem dient es dem Wiederherstellen eines monolithischen Bauteilverhaltens. Örtlich begrenzte Fehlstellen werden mit zement- oder reaktionsharzgebundenen Mörten und Betonen gefüllt. Sie dienen dem Wiederherstellen der ursprünglichen Bauteiloberfläche. Sie kann als alleinige Maßnahme eingeleitet werden, wenn der Schaden nicht durch eine korrodierende Bewehrung hervorgerufen wurde. Der Auftrag erfolgt von Hand, im Spritzverfahren oder in Schalung. Beton und Mörtel werden zur Betoninstandsetzung auch flächig aufgetragen. Die Mörtel oder Betone können dabei mit oder ohne Kunststoff-Modifizierung sein. Ziel des flächigen Auftragens ist eine Vergrößerung der Betondeckung und ein Verstärken des Betonquerschnitts. Der Auftrag erfolgt als Ortbeton (nicht horizontale Flächen in Schalung) oder im Spritzverfahren (Wände, Stützen, Untersichten). Auch Hydrophobierung, Imprägnierung und Beschichtung werden zur Betoninstandsetzung eingesetzt. Eine Imprägnierung mit Acrylat, Epoxidharz oder Polymerdispersion verhindert weitgehend das Eindringen flüssiger oder gasförmiger Stoffe in den Beton. Sie dient zudem als Grundierung, um den Untergrund zu verfestigen oder die Haftung zur nächsten Schicht zu verbessern. Eine Beschichtung des Betons erfolgt mit gelöstem Acrylat, Epoxidharz, Polyurethan, Polymerdispersion oder zementösen Schlämmen. Ein Beschichtung hat die Aufgabe, das Eindringen flüssiger Stoffe zu verhindern und das Eindringen gasförmiger Stoffe zu behindern. Zudem schützt sie vor mechanischen und chemischen Beanspruchungen und überbrückt Risse.

Betonkernkühlung

Bei der Betonkernkühlung werden in den Beton Kühlrohre einbetoniert, durch die eine Kühlflüssigkeit läuft. Als Kühlmedium kann aber auch die für das Gebäude ohnehin erforderliche Außenluft verwendet werden. Die Betonkernkühlung mit Zuluft vereint neben der Kühlung der Decke zwei weitere den Komfort positiv beeinflussende Merkmale. Mit der Zuluft wird zusätzlich auch die Raumluft mit einem Raumluftwechsel von 2.5 – 3 1/h mit gefilterter, vortemperierter und im Sommer entfeuchteter Außenluft erneuert. Durch die Betonkernkühlung kann eine übliche Klimaanlage entfallen. Das Konzept der Betonkernkühlung erlaubt eine monolitische Bauweise (keine Verkleidungen, keine abgehängte Decke etc..

Betonkontakt

auch: Betonkontakte

Flüssige Kunstharzdispersion für die Vorbehandlung von Putzgründen im Innen- und Außenbereich. Diese Spezialgrundierung dient als Haftvermittler bei dichten, nicht saugenden Untergründen wie beispielsweise Beton.

Betonkorrosion

Die Betonkorrosion ist eine von der Oberfläche ausgehende Zerstörung des Werkstoffes durch chemische bzw. biochemische Reaktionen mit der Umwelt. Etwa 80 bis 90% der Korrosionsschäden wird durch die atmosphärische Korrosion verursacht, was vorwiegend auf das Schwefeldioxid zurückzuführen ist. Die SO2-Konzentration ist in den Industriegebieten sehr hoch und nimmt mit zunehmender Entfernung ab. Ein dichter und undurchlässiger Beton ist vor der Korrosion besser geschützt als ein poröser, daher muss der Wahl der Betonzusammensetzung und der Zuschlagstoffe große Beachtung geschenkt werden. Kalksteine oder Sandsteinarten werden relativ leicht durch das Einwirken von aggressiven Mitteln zerstört.

Betonkübel

Mit einem Betonkübel wird der Beton (z.B. vom Mischer) zur Einbaustelle gebracht. Betonkübel sind meist konisch geformte, oben offene Behälter, die unten zum Entleeren mit einem Verschluß versehen sind. Sie werden an ein Hebewerkzeug, auf der Baustelle häufig einen Turmdrehkran, angehängt.

Betonlasur

auch: Betonlasuren

Die Betonlasur ist eine einkomponentige Kunststoffdispersion, die die Oberfläche des Betons schützen und vor allem als Carbonatisierungsbremse wirken soll. Die Betonlasur ist wasserdampfdiffusionsfähig und in der Regel lösemittelfrei. Die Industrie bietet die Lasuren auch in verschiedenen Farben an.

Betonmast

auch: Betonmaste

Betonmaste sind mit Betonstahl bewehrte oder vorgespannte Maste, die in Rüttel- oder Schleuderbetonbauweise werkmäßig hergestellt werden und für Starkstrom- und Fernmeldefreileitungen, für Fahrleitungen, Beleuchtungs- und Lautsprecheranlagen, für Maste als Antennenträger und ähnliches angewendet werden.

Betonmischer

Unter einem Betonmischer wird ein Mischer für Beton und Mörtel verstanden. Das kann das Modell für den Heimwerker sein, das auf der Baustelle steht oder das auf einem Fahrzeug montiert ist. Dann gibt es natürlich noch die großen Betonmischer in Betonwerken. Doch ganz gleich, um was für einen Betonmischer es sich handelt, es geht immer darum Zement, Kies und Zuschlagstoffen zu mischen. Es werden jedoch je nach Art des Mischgefäßes und des Mischvorgangs z.B. Kipptrommelmischer, Umkehrtrommelmischer, Fahrmischer, Zwangsmischer, Chargenmischer, Stetigmischer oder Trogmischer unterschieden.

Betonnachbehandlung

Betonnachbehandlung ist die Bezeichnung für Maßnahmen, den Beton bis zum genügenden Erhärten seiner oberflächennahen Schichten gegen schädliche Einflüsse zu schützen, z.B. gegen starkes Abkühlen oder Erwärmen, Austrocknen (auch durch Wind), starker Regen, strömendes Wasser, chemische Angriffe, ferner gegen Schwingungen und Erschütterungen, sofern diese das Betongefüge lockern und die Verbundwirkung zwischen Bewehrung und Beton gefährden können.

Betonnagel

auch: Betonnägel

Kompakter Nagel mit gerilltem Schaft zum Einschlagen in Beton.

Betonnest

auch: Betonnester

Hohlraum im Beton, der infolge ungenügenden Verdichtens beim Einbringen des Betons in die Schalung, durch schlecht gemischten Beton oder falsche Körnungen des Zuschlagstoffes entsteht. Betonnester stellen ein große Gefahr hinsichtlich der Dichtigkeit von Bauwerken dar.

Betonoberbau

Betonoberbau ist ein Begriff aus dem Straßenbau. Es handelt sich dabei um eine Straße, deren Straßendecke aus einer geschlossenen Betonschicht besteht. Zum Betonoberbau zählen neben der Betondecke noch gegebenenfalls eine Binderschicht sowie mehrere Tragschichten. Straßen mit Betonoberbau findet man häufig bei Autobahnen, da diese belastungsfähiger sind als Straßen mit Asphaltdecke.

Betonpalisaden

auch: Betonpalisade

Betonpalisaden erfüllen den selben Zweck wie Holzpalisaden, im Gegensatz zu diesen reissen, splittern und verrotten sie aber nicht. Der Einbau von Betonpalisaden erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit, da Beton ein wesentlich höheres Gewicht hat als Holz. Auch können Betonpalisaden nicht in den Erdboden geschlagen werden; sie müssen vielmehr in ein Fundament eingelassen werden. Unproblematisch ist der Einbau von Kleinpalisaden als Beeteinfassung, problematisch ist hingegen der Einbau, wenn mit Betonpalisaden steilere Hänge und Böschungen abgefangen werden sollen. Im Einzelfall können dafür statische Berechnungen erforderlich werden. Betonpalisaden werden neben der betonfarbenen Standardausführung auch in brauner Einfärbung angeboten. Erhältlich sind sie in runder und eckiger Ausführung. Die Maße reichen von 30 cm bis 150 cm Länge mit einem Durchmesser bis zu 20 cm.

Betonpflaster

Beton-Pflastersteine

auch: Betonpflastersteine

Betonplatte

auch: Betonplatten

Kleinformatige Platten in unterschiedlichen Formen und Formaten, die in Ortbeton oder als Betonfertigteile hergestellt werden wie etwa die bekannten Waschbetonplatten. Im Prinzip sind Betonplatten, wenn sie für Garten, Terrasse oder Gehweg verwendet werden, der größere Bruder des Betonsteinpflasters. Unter Betonplatte kann natürlich auch eine große Boden- oder Deckenplatte verstanden werden, die jedoch aufgrund ihrer Größe und statischen Belastbarkeit eine Bewehrung hat und dann im Fachjargon Stahlbetonplatte heißt.

Betonpressen

Betonpressen ist eine Methode, die immer dann angewendet wird, wenn ein bewehrtes oder unbewehrtes Betonteil erschütterungsfrei abgebrochen, es sozusagen geräuschlos gesprengt werden soll. Dazu verwendet man hydraulische Betonspaltgeräte, sogenannte Druckpressen. Zunächst werden Kernbohrungen durchgeführt, dann die Presse eingeführt und mit einem Kraft-Presszylinder Bodenplatten, Fundament und Wände in Einzelteile zerlegt.

Betonpumpe

auch: Betonpumpen

Betonpumpen sind Geräte zum Fördern und Einbringen von Beton auf der Baustelle. Sie eignen sich besonders bei größeren Mengen von Beton und ersetzen dabei die Betonkübel. Der Beton wird kontinuierlich gefördert und somit wesentlich schneller an seinen Einbauort gebracht. Bei Dämmschalungen und Dämmsteinen ist ein sauberes und gleichmässiges Ausfüllen der Zwischenräume mit Fließbeton ohne Betonpumpeneinsatz kaum möglich.

Betonrippenstahl

Betonrisse

Risse im Beton kennt jeder. Sie werden hervorgerufen durch nachlässige Verarbeitung, seismische Bewegungen im Erdreich und Bohrungen durch und im Beton. Das Schließen der Risse siehe Betoninstandsetzung.

Betonrüttler

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Betonrüttler werden eingesetzt, um die beim Mischen und Schütten des Betons entstandenen Lufteinschlüsse zu beseitigen. Das geschieht mit sondenartigen Geräten, die in den frischen Beton gesteckt werden und dort Schwingungen auslösen, durch die Überschusswasser und die Lufteinschlüsse an die Oberfläche gelangen. Der "entlüftete" Beton kann sich dadurch besser mit den Bewehrungsstäben verbinden, außerdem wird ein besserer Verbund zwischen mehreren hintereinander geschütteten Betonschichten erreicht. Betonrüttler gibt es als Stand- und als tragbare schlauchlose Maschinen, die im letzteren Fall mit einem Benzinmotor angetrieben werden (Foto Röder Maschinenbau).

Betonsanierung

Betonsauger

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Beim Betonieren, aber auch beim Trennen von Natursteinen fallen Stäube an, die gesundheitsgefährdend sein können. Betonsauger haben spezielle Filter, selbstreinigende Dauerfilter, die eine staubarme Entsorgung möglich machen.

Betonsäule

auch: Betonsäulen

Betonsäulen siehe Säulen und Betonbauteile

Betonschäden

Bei der Ursache von Betonschäden muss man zwischen Umwelteinflüssen und Herstellungsmängeln unterscheiden. Umwelteinflüsse können Abgase, saure Niederschläge, Frost und Tausalze sein, die den Beton angreifen. Dabei werden die chemischen Eigenschaften so verändert, dass die Stahlbewehrung im Beton zu rosten beginnt. Rost nimmt ein größeres Volumen ein als nicht korridierter Stahl. Druckspannungen sind die Folge. Der überdeckende Beton bekommt Risse und wird abgesprengt. Schwindrisse, Sanden, Kiesnester und zu geringe Betondeckung sind typische Herstellungsmängel. Netzartige Schwindrisse und eine sandende Oberfläche entstehen, wenn die Betonoberfläche trocknet, bevor der Beton abgebunden hat. Die Betonoberfläche sollte deshalb möglichst mit Wasser feucht gehalten oder mit Folie abgedeckt werden, bis der Beton abgebunden. Risse oder abgeplatzte Stellen breiten sich aus, wenn die Bewehrung zu dicht unter der Oberfläche liegt und deshalb zu rosten beginnt. Im Hochbau ist daher eine Betondeckung von mindestens 20 mm vorgeschrieben. Zur Beseitigung der Betonschäden gibt es verschiedene Methoden der Betoninstandsetzung.

Betonschalstein

auch: Betonschalsteine

Anders als bei Schalungssteinen aus gepressten Holzspänen oder aus Hartschaum, können Betonschalsteine auch höhere statische Anforderungen erfüllen, da sie durch Stahlarmierungen zusätzlich stabilisiert werden. Betonschalsteine werden wie andere Schalungssteine aufeinander geschichtet und mit Fließbeton ausgefüllt. Betonschalsteine kommen insbesondere da zum Einsatz, wo die Platzverhältnisse eng sind und Mauerscheiben etwa zur Hangbefestigung nicht hin transportiert werden können.

Betonschalung

auch: Betonschalungen, Beton-Schalung, Beton-Schalungen

siehe Schalung.

Betonschalungsplatte

auch: Betonschalungsplatten

Betonschalungsplatten sind in der Regel wetterfest verleimte und mit Kunstharzfilmen oberflächenbeschichtete oder -beharzte Platten, die zumeist als Vorsatzschalung verwendet werden.

Betonschleifer

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Ein Betonschleifer eignet sich zum Schleifen von Beton, Estrich, Terazzo, Granit oder Sandstein. Außerdem kann dieses, der Familie der Winkelschleifer zugehörige, Elektrowerkzeug für das Entgraten von Sichtbeton, das Beseitigen von Uebenheiten und zum Reinigen von Betonoberflächen vor dem Anbringen von Schutzanstrichen verwendet werden. Der Schliff erfolgt trocken und mit hohen Umdrehungszahlen. Wegen des Trockenschliffs und der sehr hohen Abtragskraft ist die Staubentwicklung sehr hoch. Betonschleifer sind daher mit einer geschlossenen Absaug-Schutzhaube ausgestattet und dürfen nur zusammen mit einer leistungsstarken Absaugung verwendet werden.

Betonschraube

auch: Schraubdübel

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Betonschrauben aus gehärteten Stählen können natürlich nicht direkt in Beton gebohrt werden, vielmehr muss mit einem Hammerbohrer ein Bohrloch in den Beton gebohrt werden. Als Verankerungsgrund kommen infrage neben Beton auch Kalksandstein, Vollziegel, Vollklinker und Naturstein, aber auch Leicht- und Porenbeton. In Porenbeton bis Güte G4 braucht nicht vorgebohrt zu werden. Betonschrauben sind so konstruiert, dass sie im Verankerungsgrund einen stabilen Formschluß bilden. Auf das Setzen von Dübeln kann also verzichtet werden, wodurch sich die Montagezeiten erheblich verkürzen. Betonschrauben werden mit verschiedenen Antrieben und Schraubenköpfen hergestellt (Foto und Zeichnung Hersteller Bierbach).

Betonsilo

siehe Silo

Betonsplitt

Betonzuschlag, der aus der Aufbereitung von Betonbruch gewonnen wird.

Betonspritzmaschine

auch: Betonspritzmaschinen

Betonspritzmaschinen werden vor allem bei Arbeiten mit Spritzbeton eingesetzt, um dünnflüssigen Beton auf bewehrte Bauteile zu spritzen. Durch die freie Formung von Bewehrungen, z.B. Halbkugelschalenform und das Spritzen von Beton auf derartige Formen sind Betonbauwerke in allen erdenklichen Ausführungen möglich.

Betonstabstahl

auch: Querrippenstahl, Rippenstahl, Stabstahl

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Betonstabstahl dient zur Bewehrung von Stahlbeton-Bauteilen. Die Oberfläche von Betonstabstahl ist durch zwei Reihen Schrägrippen gekennzeichnet. Diese Rippen sind wichtig für die Verbundwirkung von Stahlbeton. Nur so können die Zugkräfte, die auf das Bauwerk wirken, auf den Stahl übertragen werden. Betonstabstahl kommt beispielsweise beim Unterzug oder bei Stützen aus Stahlbeton zum Einsatz. Entsprechend der vorhandenen Belastung werden Betonstabstähle verschiedener Durchmesser verwendet. Die Berechnung von Lage, Anzahl und Durchmesser der Stahlstäbe ist Aufgabe des Statikers. Betonstabstahl wird meist mit einer Nenndruckgrenze von 500 N/mm2 (BSt 500) und mit Durchmessern von 6 bis 28 mm angeboten. Wird als legierter, schweißbarer, warmgewalzter (mit oder ohne anschließender Nachbehandlung aus der Walzhitze) oder kaltverformter Stahl (Verwinden oder Recken) mit gerippter Oberfläche hergestellt.

Betonstahl

Der für die Bewehrung des Betons verwendete Stahl wird als Betonstahl bezeichnet. Man unterscheidet zwischen Betonstabstahl und Betonstahlmatten.

Beton-Stahlhaken

auch: Betonstahlhaken

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Der Beton-Stahlhaken ist ein runder Stahlhaken aus gehärtetem und geriffeltem Material (Fotos: Bierbach). Die Haken haben eine Durchmesser von 4 bis 5 mm bei Längen zwischen 40 und 100 mm (Foto: Bierbach). Beton-Stahlhaken können mit kräftigen Schlägen in Beton eingeschlagen werden; dazu bedarf es aber erheblicher Routine und Schlagkraft. Üblicherweise wird deshalb heutzutage ein Dübel in den Beton gesetzt und eine Schraubverbindung hergestellt.

Betonstahlmatte

auch: Matte, Baustahlmatte, Betonstahlmatten

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Matte aus sich kreuzenden Längs- und Querstäben von kaltverformtem, geripptem Betonstahl. An den Kreuzungspunkten sind die Stäbe miteinander verschweißt. Sie wird zur Bewehrung von flächigen Bauteilen wie Decken, Fundamenten und Wänden verwendet. Die DIN 488/4 unterscheidet Lagermatte, Listenmatte und Zeichnungsmatte.

Betonstampfer

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Mit einem Betonstampfer lässt sich erdfeuchter Beton mit der Hand verdichten. Auf diese Weise wurde Beton bis in die zwanziger Jahre des 20.Jahrhunderts verdichtet. Um die unvermeidlichen Stampffugen und Kiesnester zu vermeiden, wurde teilweise der Wassergehalt des Betons so weit erhöht, bis der Beton in die Schalung floss. Dies ging auf Kosten der Betonqualität. Heute muss der Frischbeton vollständig verdichtet werden, um die Bewehrung dicht zu umhüllen und die Anforderungen an den Festbeton zu erfüllen. Deshalb werden meist Innenrüttler verwendet. Betonstampfer dürfen nur in Ausnahmefällen, wenn es nicht so sehr auf die Betonqualität ankommt, verwendet werden.

Betonsteinpflaster

auch: Betonpflaster

Betonsteinpflaster gibt es in vielen verschiedenen Formen und Farben. Sie lassen daher eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten zu. Unterschiedliche Oberflächen und Festigkeiten geben die Möglichkeit, Betonpflaster z.B. für Parkplätze, Radwege, Hofflächen oder Ufer- und Böschungsbefestigungen zu verwenden. Pflastersteine aus Beton werden zweischichtig hergestellt. Der sog. Kehrbeton bildet die Unterschicht und nimmt etwa 90 % des gesamten Steinvolumens in Anspruch. Die restlichen 10 % bildet die Vorsatzschicht aus Beton, in den bestimmte Zuschlagstoffe eingemischt worden sind, um den Stein optisch aufzuwerten und gegen Abrieb unempfindlich zu machen. Ein solcher Zuschlagstoff ist Edelsplitt.

Betonstein- und Terrazzohersteller

Handwerklicher Lehrberuf mit einer dreijährigen Ausbildung. Betonstein- und Terrazzohersteller fertigen Beton- und Stahlbetonteile an, bearbeiten und gestalten die Betonoberflächen und montieren Betonfertigteile bzw. verlegen, versetzen und verankern diese. Den Arbeiten aus diesem Beruf begegnen wir fast auf Schritt und Tritt. Sie zeigen sich in Form von Treppen oder Bodenbelägen - in öffentlichen Gebäuden wie in Operationsräumen. Auch im Garten-, Landschafts-, Straßen- und Tiefbau kommen die Betonteile zum Einsatz.

Betontemperatur

Die Temperatur spielt beim Betonieren eine sehr wichtige Rolle. Niedrige Temperaturen verzögern, hohe Temperaturen beschleunigen den Erhärtungsverlauf. Auch das Erstarrungsverhalten des Frischbetons wird durch die Temperatur beeinflußt. Die Betontemperatur muss deshalb beim Betonieren während extrem kalter und extrem warmer Außentemperaturen sorgfältig beobachtet werden.

Betontreppe

auch: Betontreppen

Betontreppen werden schon vorgefertigt auf die Baustelle geliefert und sind sofort begehbar. Solange sie ein sicheres Geländer haben, sind sie schon im Hausrohbau begehbar.

Beton- und Estrichfräse

auch: Beton-, und, Estrichfräsen

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Beton- und Estrichfräsen eignen sich zur Bearbeitung von mittelgroßen Bodenflächen aus Beton, Stein oder Asphalt. Mit ihnen lassen sich Beton aufrauhen, Oberflächen reinigen, Beschichtungen abfräsen, Metallflächen wie Rampen und Podeste entrosten und sonst noch einiges mehr.

Beton- und Mörtelzusatzmittel

Beton- und Reparaturspachtel

Beton- und Reparaturspachtel ist eine Spachtelmasse zur Reparatur schadhafter Betonflächen wie Löcher, Ausbrüche, ausgetretene Treppenstufen, schadhafte Betonstützen und Garagenböden. Auch zum Schließen der Fugen bei Fertigteildecken kann Beton- und Reparaturspachtel verwendet werden.

Beton- und Stahlbetonbauer

Dreijähriger handwerklicher Lehrberuf, der körperliche Robustheit und Schwindelfreiheit voraussetzt, da Betonbauer auch Schalungen herstellen oder Schaltafeln zusammensetzen, die bei Industriebauten oder Bürogebäuden in sehr große Höhen führen können. Der Beton- und Stahlbetonbauer lernt nicht nur den Umgang mit dem Beton und seinen Zuschlägen, sondern muss auch die Bewehrungen fachgerecht auslegen bzw. montieren und den Beton nachbearbeiten können. Es wird darüber hinaus auch präzies Arbeiten verlangt, insbesondere bei der Herstellung von Sichtbeton.

Betonverdichtung

siehe Verdichten.

Betonverflüssiger

auch: Verflüssiger

Dieses Betonzusatzmittel setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und ermöglicht dadurch eine Verminderung der Wasserzugabe um bis zu 10 %. Dadurch wird die Verarbeitbarkeit des Betons verbessert. Ein Betonverflüssiger ermöglicht aber auch durch Wassereinsparung bei gleichbleibendem Zementgehalt eine Erhöhung seiner Festigkeit.

Betonversiegelung

Betonversiegelung ist ein Oberflächenschutz für Betonfußböden gegen Abnutzung, Staub- und Rissbildung. Verwendet werden dazu vor allem Kunstharz- und Kunstkautschuklacke, die harte Oberflächen bilden, aber elastisch bleiben.

Betonware

auch: Betonwaren

Sammelbegriff für Betonerzeugnisse wie Pflastersteine, Mauer- und Dachsteine, für Gehwegplatten, Rohre usw.

Betonwaren

Sammelbegriff für Betonerzeugnisse, wie Pflaster-, Mauer- und Dachsteine, für Gehwegplatten, Rohre usw. Betonwaren werden im Werk hergestellt, charakteristisch ist, dass sie direkt nach der Fertigung ausgeschalt werden.

Betonwerkstein

auch: Terrazzoplatten, Betonwerksteine

Vorgefertigtes Erzeugnis aus bewehrtem oder unbewehrtem Beton nach DIN 18 500. Als Ersatz für den teuren Naturstein werden sie für stark beanspruchte Freiflächen verwendet. Das Erscheinungsbild wird stark beeinflußt durch die Zuschläge und die Oberflächenbehandlung (Polieren, Schleifen, Sandstrahlen). Auch verschiedene Farbgebungen sind möglich. Anwendungsgebiete sind beispielsweise Bodenbeläge, Ausbauelemente, Treppen oder Fassadenplatten.

Betonzange

auch: Betonzangen

siehe Rabitzzange.

Betonzaun

auch: Betonzäune

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Betonzäune sind eine interessante Alternative zu Holz- oder Metallzäunen, sind sie doch pflegeleicht und langlebig. Betonzäune gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Höhen. Sie können farbig und ein Nachbildung von Holz sein, so wie auf den Fotos. Sie können aber auch aussehen wie Naturstein oder wie eine Nachbildung alter, verschnörkelter Metallzäune, wie man sie noch bei vielen alten Villen findet. Der Fantasie ist praktisch keine Grenze gesetzt. Diese wird vom Material, dem Beton, vorgegeben. Ein feingliedriger Zaun ist natürlich nicht möglich. Die formgebenden Bewehrungseisen müssen schon mindestens zwei bis drei Zentimeter mit Beton überdeckt werden. Betonzäune werden entweder im üblichen Betongrau oder durchgefärbt geliefert. Sie können bei Bedarf auch angestrichen werden.

Betonzusammensetzung

Beton setzt sich in der Hauptsache zusammen aus Zuschlag, Zement, Wasser und Zusatzmitteln. Je nach gewünschter Festigkeit oder Eigenschaft ist die Zusammensetzung sehr unterschiedlich.

Betonzusatz

auch: Betonzusätze

Um bestimmte Eigenschaften des Betons zu beeinflussen, werden Betonzusätze zugegeben. Nach Art und Zugabemenge unterscheidet man Betonzusatzmittel und Betonzusatzstoffe.

Betonzusatzmittel

auch: Zusatzmittel, Beton- und Mörtelzusatzmittel

Durch Betonzusatzmittel lassen sich die Eigenschaften des Frisch- und Festbetons beeinflußen. Diese Zusatzmittel sind flüssige oder pulverförmige Stoffe, die beispielsweise Auswirkungen auf die Verarbeitbarkeit oder den Erstarrungbeginn haben. Gängige Betonzusatzmittel sind: Betonverflüssiger, Luftporenbildner, Dichtungsmittel, Erstarrungsverzögerer, Erstarrungsbeschleuniger, Einpresshilfen und Stabilisierer.

Betonzusatzstoffe

auch: Zusatzstoffe, Betonzusatzstoff

Betonzusatzstoffe sind mineralische und organische Stoffe, die bestimmte Betoneigenschaften beeinflussen. Sie müssen als Volumenbestandteile berücksichtigt werden. Betonzusatzstoffe sind z.B. Flugasche, Gesteinsmehl, Kunstharzzusätze oder Farbmittel zum färben des Betons.

Betonzuschlag

auch: Betonzuschläge

siehe Zuschlag.

Betriebshof

auch: Betriebshöfe

siehe Bauhof.

Betriebskosten

Jeder Mieter wird früher oder später mit den Betriebskosten konfrontiert, wenn er von seinem Vermieter die Jahresabrechnung erhält. Dann muss er nämlich (zusammen mit eventuell anderen Mietern) zusätzlich zur Miete auch für Kosten aufkommen, die durch den Gebrauch des Grundstücks oder des Gebäudes entstehen. Zu den Betriebskosten zählen beispielsweise die Kosten für die Straßenreinigung oder Müllabfuhr, auch die Kosten für die Entwässerung, Gartenpflege oder Haftpflichversicherung werden zu den Betriebskosten gerechnet. Nicht zu den Betriebskosten zählen die Kosten der zur Verwaltung des Gebäudes erforderlichen Arbeitskräfte und Einrichtungen, die Kosten der Aufsicht, der Wert der vom Vermieter persönlich geleisteten Verwaltungsarbeit, die Kosten für die gesetzlichen oder freiwilligen Prüfungen des Jahresabschlusses und die Kosten für die Geschäftsführung (Verwaltungskosten). Ebenfalls nicht zu den Betriebskosten gehören die Kosten, die während der Nutzungsdauer zur Erhaltung des bestimmungsmäßigen Gebrauchs aufgewendet werden müssen, um die durch Abnutzung, Alterung und Witterungseinwirkung entstehenden baulichen oder sonstigen Mängel ordnungsgemäß zu beseitigen (Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten). Neben den Betriebskosten für Mietwohnungen gibt es noch Betriebskosten für Geräte und Maschinen. Diese setzt sich aus den Kosten für das Betriebspersonal, für Wartung und Pflege und für Betriebs- und Schmierkosten zusammen.

Betriebswasser

auch: Brauchwasser

Unter Betriebswasser bzw. Brauchwasser wird industrielles, gewerbliches oder landwirtschaftliches Wasser mit unterschiedlichen Güteeigenschaften verstanden. In diese Güteeigenschaften des Betriebswassers kann Trinkwassereigenschaft eingeschlossen sein, wobei diese Eigenschaft nicht gegeben sein muss. Ein gewisses Maß an Hygiene sollte allerdings gegeben sein. In der Industrie erfolgt die Versorgung mit Betriebswasser und Trinkwasser häufig getrennt. Auch im privaten Bereich wird heutzutage häufig eine Betriebswasserversorgung vorgesehen. In diesem Fall muss ein separater Wasserkreislauf vorgesehen werden. So kann dann mit Grauwasser z.B. die Toilettenspülung und mit Regenwasser das Wäschewaschen erfolgen.

Bettung

Gehwegplatten, vor allem aber Pflastersteine und Ziegelpflaster werden "eingebettet" in eine Schicht aus Sand oder feinem Splitt (Körnung 3/7 bis 4/8). Im Tiefbau bezeichnet man diesen Vorgang als Bettung. Die Bettungsschicht wird vor dem Pflastern entsprechend dem gewünschten Gefälle über Lahrlatten abgezogen. Die eigentliche "Einbettung" des Pflasters erfolgt dann so, dass dieses etwa 1 cm über Sollhöhe liegt. Mit der Rüttelplatte werden dann die Steine in die Splitt- oder Sandschicht eingerüttelt.

Bettungsmaterial

Sammelbegriff für das "Material", das vor allem für die Bettung von Pflastersteinen und Ziegelpflaster verwendet wird. Dies kann Sand sein, ist meistens jedoch Splitt der Körnung 3/7 oder 4/8.

Beulen

Beulen ist ein Begriff aus der Baustatik. Das Beulen bezeichnet hier das Ausweichen einer dünnen Platte oder auch Schale rechtwinklig zu ihrer Ebene. Hervorgerufen wird das Beulen durch eine Druckbeanspruchung in Plattenebene. Zusätzlich entsteht eine Biegebeanspruchung. Längsdruckkräfte werden hingegen abgebaut.

Bevölkerungsdichte

Die Bevölkerungsdichte gibt an, wieviele Einwohner in einem Umkreis von einem Quadratkilometer leben.

Bewegliche Gitter

Bewegliche Gitter werden z.B. bei Schaufenstern zum Schutz vor Einbrechern eingesetzt. Dabei wird zwischen Rollgittern und Scherengittern unterschieden. Wichtig für den Sicherheitswert von beweglichen Gittern ist eine ausreichende Stärke des Materials, eine stabile Befestigung des Gitters und eine sichere Verschlußtechnik.

Bewegungsflächen

Bewegungsflächen sind beim barrierefreien Bauen ein ganz wichtiges Thema. Bewegungsflächen bezeichnen den freien Raum, der zu Verfügung stehen muss und der frei von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen zu halten ist. Körperlich eingeschränkte Menschen - insbesondere wenn sie im Rollstuhl sitzen - brauchen mehr Platz als nicht eingeschränkte Personen, um sich selbständig bewegen zu können. Die DIN 18022 sowie 18024 und 18025 regeln, wie groß die Flächen im Bad oder bei Rampen, Türen und Aufzügen sein müssen. Die Mindestabmessungen der Dusche betragen z.B. 120 mal 120 Zentimeter, bei Rollstuhlfahrern muss die Bewegungsfläche 150 mal 150 Zentimeter groß sein. Und auf einer Seite des WC müssen laut DIN 95 Zentimeter, auf der anderen Seiten mindestens 30 Zentimeter freie Fläche vorhanden sein.

Bewegungsfugen

auch: Dilatationsfugen, Bewegungsfuge

Bewegungsfugen sind in bestimmten Abschnitten des Bauteils vorgeplante Bauteilunterbrechungen. Sie erlauben das gegenseitige Verschieben benachbarter Bauwerksteile. So werden beispielsweise Dehnungen durch Erwärmung im Sommer und Verkürzungen durch Kälte im Winter von den Fugen aufgenommen. Bei Heizestrichen sieht man beispielsweise in der Regel ca. alle 8 m Plattenlänge, in Türdurchgängen, sowie zwischen unterschiedlich beheizten Heizkreisen Bewegungsfugen vor. Bei der Verlegung von Parkett oder Laminat ist es ähnlich. Auch hier sind in Türdurchgängen und alle 8 m Bewegungsfugen vorzusehen. Bewegungsfugen haben die Aufgabe die Spannungen in Bauteilen so zu verringern, dass Wände, Decken, Estriche oder auch Fliesen durch diese Spannungen nicht geschädigt werden. Bewegungsfugen werden auch als Dilatationsfugen bezeichnet. Der Begriff "Dilatation" stammt aus dem lateinischen "dilatare" und bedeutet soviel wie "ausbreiten" oder "dehnen".

Bewegungsfugenprofil

auch: Bewegungsfugenprofile

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Profil zur Ausbildung von Bewegungsfugen. Bewegungsprofile können beispielsweise die Druck-, Zug- und Scherspannungen von Estrichfeldern aufnehmen (siehe Abbildung von Schlüter Systems). Sie werden aber auch bei Wärmedämmverbundsystemen eingesetzt. Dazu wird zunächst eine lotgrechte Fuge in die Dämmschicht gefräst. Die Profilschenkel werden gegeneinander gedrückt, die Fugenbandschleife wird in die Fuge geschoben und das Profil wird ins vorbereitete Armierputzbett eingesetzt und verspachtelt.

Bewegungsmelder

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Bewegungsmelder können unterschiedlichen Zwecken dienen. Oft sind Sie im Eingangsbereich von Häusern mit Lampen gekoppelt, die bei einer Bewegung im Sensorbereich anspringen. Die Sensoren arbeiten entweder mit Infrarotstrahlen oder mit elektromagnetischen Wellen. Bewegungsmelder werden zur Überwachung von Außen- und Innenbereichen eingesetzt. Als Montageorte werden Stellen gewählt, die ein Täter in jedem Falle passieren muss. Bei der Montage von Bewegungsmeldern ist darauf zu achten, dass diese nicht auf Außenfenster, Heizungen, Lüftungen u.ä. ausgerichtet sind, um Fehlalarm zu vermeiden. Sensoreinheiten, die eine Bewegung melden, können meist auch individuell auf den Auslösegrad (Mensch, Katze, Vogel, etc.) eingestellt werden. Die Industrie bietet Sensorprodukte mit einem Multi-Linsensystem oder mit einem Zwei-Linsensystem an.

bewehren

Einlegen von Baustahl in Beton.

bewehrte Erde

siehe bewehrter Erdkörper.

Bewehrte Erdkörper

auch: bewehrter, Erdkörper

Bei einem bewehrten Erdkörper oder bewehrter Erde handelt es sich um einen Verbundkörper, der aus Boden, Bewehrungselementen und einer Außenhaut besteht. Als Bewehrung kommen Stahlstäbe, Kunststoffstäbe, Bänder oder Geotextilien zum Einsatz. Die Außenhaut besteht z.B. aus Stahlbeton-Fertigteilen oder Stahlblechen. Insgesamt bildet der bewehrte Erdkörper bzw. die bewehrte Erde eine Stützmauer. Einen Sonderfall bewehrter Erde bildet die Polsterwand. Bei ihr bestehen sowohl die Außenhaut als auch die Bewehrungselement aus Geotextilien, die lagenweise auf der Luftseite zurückgeschlagen und mit Boden befüllt werden.

bewehrter Beton

siehe Stahlbeton und Spannbeton.

bewehrtes Mauerwerk

Mauerwerk kann bewehrt werden, um die Biegezugfestigkeit zu verbessern. Das Mauerwerk kann dann nicht nur Belastungen von oben, sondern auch von der Seite besser aufnehmen. Die Bewehrung des Mauerwerks kann horizontal oder vertikal erfolgen. Bei einer horizontalen Bewehrung werden Stabstähle in die Mörtelfuge eingelegt. Die Bewehrung in vertikaler Richtung erfolgt durch spezielle Formstein, in denen das Stahl eingelegt wird. Danach werden die Mauersteine mit Beton vergossen. Kann die Bewehrung mit feuchter Luft in Berührung kommen, muss diese korrosionsgeschützt sein.

Bewehrung

auch: Stahlbewehrung

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Im Stahlbetonbau werden Beton und Stahl zu Stahlbeton verbunden. Die Bewehrung erfolgt mit Betonstabstahl oder Betonstahlmatten. Die Bewehrung nimmt Zugkräfte auf, erhöht die Druck­fest­igkeit des Betons und schränkt die Rißbildung am Bauteil ein. Damit erhöht die Bewehrung auch deutlich die Belastbarkeit der damit ausgestatteten Bauteile.

Bewehrungsanschluss

Bewehrungsdraht

Glatter oder profilierter Betonstahl (BSt 500 G und BST 500 P) von 4 bis 12 mm Durchmesser, der als Ring hergestellt und werkmäßig zu Bewehrungen weiterverarbeitet wird.

Bewehrungselemente

Bewehrungselemente sind vorgefertigte, bereits einbaufähige Teile, die zur Bewehrung bei Stahlbeton verwendet werden. Bei den Bewehrungselementen kann es sich um Bewehrungskörbe oder um zugeschnittene Bewehrungsstäbe und Betonstahlmatten handeln. In Bewehrungszeichnungen werden die Elemente durch eindeutige Positions- und Stahlnummern gekennzeichnet.

Bewehrungsführung

Als Bewehrungsführung bezeichnet der Fachmann Vorgaben über die Lage der Bewehrung innerhalb eines Bauteils. Nur bei der optimalen Lage kann das Bewehrungseisen seine Aufgabe im Zusammenwirken mit dem Beton so erfüllen, wie es der Statiker ermittelt hat. Die Bewehrungsführung wird im Bewehrungsplan eingezeichnet.

Bewehrungskorb

Ein Bewehrungskorb ist ein Geflecht von Bügeln und Haupttrageisen aus Betonstabstahl und Bewehrungsdraht. Verbunden wird beides mit einem Bindedraht. Einsatzgebiete sind beispielsweise Stürze, Balken oder Stützen aus Stahlbeton.

Bewehrungsplan

auch: Bewehrungszeichnung, Bewehrungspläne

In einem Bewehrungsplan sind Bauteile aus Stahlbeton mit ihrer Bewehrung eingezeichnet. Der Bauarbeiter bekommt mit einem Bewehrungsplan die Vorgaben, wie er die Bewehrung einzubauen hat. Zudem lässt sich aus dem Bewehrungsplan ersehen, wieviel Bewehrung verwendet werden muss. Bewehrungszeichnungen sind vermaßt und müssen nach normativen Vorgaben erstellt werden.

Bewehrungsrückbiegeanschluss

auch: Bewehrungsrückbiegeanschlüsse

Bewehrungsstab

auch: Bewehrungsstäbe

Bewehrungsstoß

auch: Stoß, Bewehrungsstöße, Bewehrungsstoss, Bewehrungsstösse

Eine Bewehrung kann aus Transport- und arbeitstechnischen Gründen nur in begrenzten Längen eingebaut werden. Damit die Kräfte des Stahls übertragen werden können, müssen die Betonstabstähle und Betonstahlmatten sich über eine bestimmte Länge überlappen, das heißt sie müssen nebeneinander liegen. Dies bezeichnet man als indirekten Stoß. Der direkte Stoß wird durch Schweißen oder mit Hilfe von Schrauben und Muffen hergestellt.

Bewehrungsstreifen

auch: Papierfugendeckstreifen, Glasfasergitterstreifen, Glasfaserstreifen, Glasfaserbewehrungsstreifen

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Bei der Verspachtelung von Gipsplattenstößen müssen Bewehrungstreifen verwendet werden. Bewehrungsstreifen sind beispielsweise Papierfugendeckstreifen, Glasfaserstreifen und Glasfasergitterstreifen. Der Papierfugendeckstreifen bietet den Vorteil, dass er bei "Übereck-Verspachtelung" der Innen- und Außenkanten von Gipsplatten einfach abgekantet werden kann. Der Gitterstreifen kann ohne Verspachtelung auf trockenem Untergrund direkt aufgeklebt und danach überspachtelt werden. Dabei ist auf ein Schließen von eventuell offenen Plattenfugen mit Spachtelmaterial zu achten.

Bewehrungszeichnung

bewertetes Schalldämm-Maß

auch: bewertetes, Schalldämmmaß, bewerteten, Schalldämm-Maß

Bewirtschaftungskosten

Diese Kosten haben nichts mit "Bewirtungskosten" zu tun, vielmehr handelt es sich um die Kosten, die im Zusammenhang mit der "Bewirtschaftung" einer Immobilie anfallen. Dazu gehören Abschreibungen, Betriebskosten, Instandhaltungskosten usw. Die Ermittlung u.a. dieser Kosten wird in der Wertermittlungsverordnung (WertV) festgeschrieben.

Bewitterung

Dieser Fachbegriff steht für die Einwirkung von Sonne, Regen und (umweltbelasteter) Luft auf unterschiedliche Bauteile. Je nach Himmelsrichtung, in der die Bauteile Sonne und Regen ausgesetzt sind, können die Folgen der Bewitterung unterschiedlich sein. Die Bewitterung kann bei Beton-Dachsteinen und bei Kunstharzputzen zur Moos- und Algenbildung führen, Kunststoff- und Holzbauteile können sich verfärben. Im Falle der Dachsteine, der Kunstharzputze und vor allem der Holzbauteile können geeignete Schutzanstriche und Beschichtungen die Folgen der Bewitterung minimieren. Andererseits gibt es auch Bewitterungsfolgen, die durchaus erwünscht sind, z. B. beim Kupferdach.

Bezugsholzfeuchte

Die Bezugsholzfeuchte bezeichnet diejenige Holzfeuchte, die bei Lieferung des Holzes als vereinbart gilt. Die vereinbarte Bezugsholzfeuchte ist deshalb wichtig, weil sich die Holzeigenschaften mit der Änderung der Holzfeuchte verändern können. Dies gilt insbesondere in Bezug zur Festigkeit, Maßhaltigkeit oder Gewicht des Holzes. Auch die Vorschriften und Empfehlungen für den Holzbau müssen sich auf eine theoretische Holzfeuchte beziehen

BGF

BGL

BHKW

Bianco Carrara

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Bianco Carrara ist der wohl bekannteste Marmor, wenn nicht sogar der bekannteste Naturstein. Der Marmor wird in zahlreichen Steinbrüchen rund um die italienische Region Carrara abgebaut. Selbst wenn das Material aus einem Bruch stammt, weicht es von Lieferung zu Lieferung farblich und in seiner Struktur ab. Das Gestein wird in Farb- und Struktursortierungen unterteilt von schwach bis stark geadert geliefert. Dabei gilt die Faustregel: Je heller der Untergrund, desto teurer ist das Material. Wie alle hellen Marmorsorten ist Bianco Carrara empfindlich gegen Verfärbungen, die zum Beispiel durch Wasser eindringen können. Der Marmor wird überall dort verwendet, wo ein edles und exklusives Ambiente erwünscht ist. Besonders gut eignet sich das Mineral als Bordüre oder Wand- oder Bodenfliesen. Aber auch im Bad als Waschtisch findet es Verwendung.

Bianco Perlino

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Bianco Perlino ist ein heller beigefarbener, schwach strukturierter Kalkstein, also kein Marmor, auch wenn er landläufig als solcher bezeichnet wird. Er eignet sich für dezente, elegante Designs und wird gerne in Bordüren oder Marmormosaiken verwendet. Die Oberfläche des italienischen Steins ist sehr kratzempfindlich. Bei Temperaturschwankungen und mechanischer Belastung durch Begehen kann es dazu kommen, dass sich Gefügebestandteile des Materials aus der polierten Oberfläche herauslösen. Durch eine spezielle Oberflächenbehandlung kann dieses Problem jedoch umgangen werden. Das Material kann dann sogar auf Fußbodenheizungen verwendet werden.

Bianco Sardo

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Eine Granit-Art mit hell- und dunkelgrauer Textur, wobei das Helle überwiegt (daher auch der Name). Der helle Naturstein aus Sardinien erfreut sich bei uns großer Beliebtheit, nicht zuletzt auch wegen seines günstigen Preises. Wie alle Granite ist er strapazierfähig, langlebig, leicht zu verlegen und reinigen. Der Stein eignet sich besonders für Bodenbeläge, Küchenarbeitsplatten, aber auch als Pflaster oder für Terrassen wird er verwendet. Die Oberfläche ist entweder geflammt, poliert oder geschliffen. Die polierte Oberfläche ist am wenigsten empfindlich gegen Verschmutzung. Rutschfester wird das Material bei einer geschliffenen Oberfläche. Sehr rauh ist die geflammte Oberfläche. Solche Steine werden vor allem im Außenbereich eingesetzt.

Biber

Biber-Doppeldeckung

auch: Biber-Doppeldeckungen

Biberfalz-Rundschnitt

auch: Biberfalzrundschnitt

Traditionsreicher, seitenverfalzter Strangdachziegel mit zwei symmetrischen Längsrillen an der Oberfläche. An der Unterseite befinden sich Rillen zur besseren Belüftung sowie Hohlkammern in der Decklänge.

Biber-Kronendeckung

auch: Biber-Kronendeckungen

Biberschwanz

Biberschwanzdeckung

Das besondere an einer Biberschwanzdeckung - also einer Dacheindeckung mit Biberschwanzziegeln - ist, dass durch die ebenen Ziegel keine besondere Führung des Niederschlagswassers möglich ist. Es muss bei der Deckung darauf geachtet werden, dass immer mindestens zwei Ziegelreihen übereinander liegen. Bei der Biberschwanzdeckung werden Biberschwanzkronendeckung, Biberschwanzdoppeldeckung und Biberschwanzeinzeldeckung unterschieden.

Biberschwanzdoppeldeckung

auch: Doppeldach

Bei dieser speziellen Art der Dachdeckung mit Biberschwanzziegeln wird wie bei der Biberschwanzeinfachdeckung auf jede Dachlatte eine Reihe Ziegel eingehängt. Die Dachlattung ist jedoch so eng angelegt, dass alle Fugen durch die darauf liegenden Ziegel abgedeckt werden. Das geschieht in der Weise, dass die dritte Deckreihe die erste um die Höhenüberdeckung, also etwa 8 cm, überdeckt. Anders als bei der Biberschwanzeinfachdeckung sind keine Spließe notwendig. Die Deckung erfolgt in der Regel im sogenannten Halbverband, bei dem die obere Ziegelreihe gegenüber der unteren Ziegelreihe um eine halbe Ziegelbreite versetzt ist.

Biberschwanzeinfachdeckung

auch: Einfachdach

Bei dieser speziellen Art der Dachdeckung mit Biberschwanzziegeln wird auf jeder Dachlatte eine Ziegelreihe eingehängt. Sie ist eine einfache und reparaturfreundliche Verlegeart. Die Längsfugen werden durch Spließe, meist aus Lärchenholz, unterlegt. Bei dieser Deckungsart sind Deckungen in Reihe, im Drittelverband oder Viertelverband am vorteilhaftesten. Beim Halbverband würde das Wasser am tiefsten Punkt des oben liegenden Ziegels, dem Tropfpunkt, genau in die Fuge fließen.

Biberschwanzkronendeckung

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Als Biber­schwanz­kronen­deckung wird eine spezielle Art der Dach­deck­ung mit Biber­schwanz­ziegeln bezeich­net. Dabei werden auf einer weiten Dach­lattung jeweils zwei Ziegel­reihen einge­­hängt. Die untere Schicht wird als Lager­schicht, die obere Schicht als Deck­schicht bezeich­net. Der Abstand der Dach­latten wird so berechnet, dass eine Lagerschicht die andere um die notwendige Höhenüberdeckung überlappt. Diese beträgt je nach Dachneigung zwischen 5 und 9 cm. Die Biberschwanzkronendeckung findet man auch unter den Bezeichnungen Kronendeckung, Ritterdach und Schwedisches Dach. Eine vermörtelte Biberschwanzkronendeckung wird auch als Böhmische Deckung bezeichnet.

Biberschwanzziegel

auch: Biber, Biberschwanz, Plattziegel, Flachziegel, Ochsenmaulziegel, Schuppenziegel, Hakenziegel, Brettziegel, Dachzunge

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Die klassische Ziegelform ist der Biberschwanz. Schon die Griechen haben sie hergestellt, wie es bei Ausgrabungen zu Tage gefördert wurde. Auch heute noch ist die Beliebtheit des Biberschwanzes ungebrochen. Nicht nur zur Sanierung wertvoller alter Bausubstanz wird er eingesetzt. Verwendung findet der Ziegel auch bei der Gestaltung von individuellen Dachformen moderner Neubauten. Früher verlegte man ihn in einfacher Form auf Holzspießen. Heute erfolgt die Verlegung in Kronen- oder Doppeldeckung. Beide Deckungsarten haben eine lange Tradition und prägen durch ihr besonderes Erscheinungsbild die Dachlandschaften ganzer Regionen. Biberschwanzziegel findet man auch unter den Bezeichnungen Biberschwanz, Biber, Plattziegel, Flachziegel, Ochsenmaulziegel, Schuppenziegel, Hakenziegel, Brettziegel, Dachzunge.

Biber-Spließdeckung

auch: Biber-Spließdeckungen

Die Spließdeckung mit Biberschwanzziegeln erfolgt in Einfachdeckung. Jede Längsfuge wird mit einem mindestens 5 cm breiten Spließ unterlegt. Die Biber werden in Reihe oder im Drittelverband gedeckt. Der Spließ kann aus Holz, Kunststoff, Metall oder anderen geeigneten Werkstoffen bestehen. Die Deckung soll nur bei Gebäuden untergeordneter Nutzung gedeckt werden.

Bibliothekstreppe

auch: Büchertreppe, Bibliothekstreppen

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Seit es Bücher gibt, die in hohen Regalen eingeordnet sind, gibt es Bibliothekstreppen. In modernen Bibliotheken ist an den Regalen dicht unter der Decke eine Führungsschiene aus Metall angebracht, in die eine einer Leiter ähnliche Treppe eingehakt ist, die eine genormte Neigung 66° aufweist und über Rollen verschiebbar ist. Das Personal kann über diese Treppe mit 90 mm breiten Stufen gefahrlos auch Regalfächer über Kopfhöhe erreichen. Klassische Bib­lio­theks­treppen werden heutzutage nachgebaut(Foto).

Bicottura

Bidet

auch: Bidets

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Der Begriff "Bidet" stammt aus dem Französischen, das Bidet selbst jedoch stammt aus dem Orient hat eine mehrtausendjährige Geschichte als Spül- und Reinigungsbecken für die unteren Körperregionen. Im Prinzip ist das Bidet eine Waschschüssel, auf der der Benutzer hockt. Bidets gehören heutzutage zur Standardausstattung eines jedes Badezimmers und werden aus Sanitärkeramik gefertigt. Transportable Bidets aus Kunststoff und ohne Anschluß für Armaturen werden auch heute noch in südlichen Ländern im Handel für Haushaltswaren angeboten. Die Kunststoffbecken ruhen in diesem Fall in einem Alu- oder Stahlgestell.

biegbare Feile

auch: biegbare, Feilen

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Biegbare Feilen haben eine gefräste Zahnung und eignen sich besonders für die schnelle Materialabnahme auf Gußeisen, Bronze, Blei, Aluminium, Zink, vergütetem Werkzeugstahl und verschiedenen Kunststoffen. Biegbare Feilen haben keine Angel, sondern werden in spezielle Feilenhalter eingespannt.

Biegefeder

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Mit einer Biegefeder, die man über das Rohr der Wasserversorgung schiebt, lassen sich Leitungen biegen, um z.B. über eine Raumecke zu laufen. Es gibt Biegefedern für unterschiedliche Arten von Rohren und in verschiedenen Größen. Eine Biegefeder verhindert, dass das Rohr beim Biegen beschädigt wird (knickt) und sorgt zugleich für eine gleichmäßige Rundung. Bei Rohren mit größerem Außendurchmesser (ab 10mm) ist aber ein ziemlich großer Kraftaufwand nötig, darum sieht man dann schon den Unterschied zu Rohren die mit einem richtigen Rohrbieger gebogen wurden. Kleinere Rohre (bis 8mm) sind aber problemlos zu biegen.

Biegefestigkeit

auch: Biegefestigkeiten

Zum Bruch eines festen Materials führende Beanspruchung (N/mm²) auf Biegung.

Biegegerät

auch: Biegegeräte

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Werkzeug zum sauberen und maßgerechten Biegen - ohne Oberflächenveränderung - von Blechen, Flacheisen, Eisenstäben und Winkeleisen. Das Biegegerät wird in einen Schraubstock eingespannt und schon kann gearbeitet werden.

Biegeholz

auch: Biegehölzer

Biegeholz aus Buche, Eiche, Esche und Ahorn erhält man durch Dämpfen feuchter Kanthölzer, die dabei in der Länge um 20 % gestaucht, dann eingespannt und getrocknet werden. Danach kann das Holz konventionell bearbeitet und im kalten und trockenen Zustand gebogen werden bis zu einem Radius von 1:10. Aus Biegeholz werden Umleimer für runde Tischplatten, sog. Handlauf-Krümmlinge oder Sockelleisten für Säulen hergestellt.

Biegeriss

auch: Biegerisse

Biegerisse sind häufig bei Bauwerken aus Stahlbeton anzutreffen. Sie entstehen zum Beispiel an der Unterseite von Betonbalken in Gebäuden oder Brücken, bei einer Belastung von oben. Biegerisse beginnen am äußeren Rand der Zugzone, wo sie auch am größten sind und enden in der Nullzone (Druck- und Zugkräfte heben sich in der Nullzone gegenseitig auf). Biegerisse sind in dem Sinne ein Problem, dass Wasser in die Konstruktion eindringen kann und es zu einer Korrosion des Stahls im Stahlbeton kommt.

Biegesperrholz

Biegesperrholz ist ein besonders leichter und biegsamer Holzwerkstoff. Er besteht aus einer Kombination einer sehr dünnen Mittellage aus Schälfurnier und zwei dickeren Decklagen. Es ist parallel zur Faserrichtung der Mittellage leicht zu biegen. Verwendet wird Biegesperrholz zum Beispiel für gerundete Formen, Säulenverkleidungen oder Schalungen. Im Theken- und Messebau hat das Material ebenso seine Einsatzgebiete wie im Boots- und Fahrzeugbau.

Biegewelle

auch: Biegewellen

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Biegewellen werden eingesetzt, um an schwer zugänglichen Stellen bohren oder schleifen zu können. Die biegsame Welle wird in die Bohrmaschine oder den Akkuschrauber eingespannt. Zwei ineinander stehende, gegenläufige Spiralfedern übertragen die mechanische Energie zu einem Spannfutter. Installateure lösen mittels Biegewellen Verstopfungen in Abwasserrohren. Schonsteinfeger benutzen Biegewellen mit einem Bürsten-Endstück, um Abgasrohre auch an schwer zugänglichen Stellen reinigen zu können.

Biegezange

auch: Biegezangen

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Eine Biegezange ist ein Profiwerkzeug von Heizungs- und Sanitär-Installateuren oder Kühltechnikern. Mit ihr lassen sich Rohre aus Weichstahl, Kupfer oder Messing gradgenau biegen. Es gibt Biegezangen, die nur für einen bestimmten Rohrdurchmesser verwendet werden können und kombinierte Biegezangen. Mit diesen lassen sich Rohre mit unterschiedlichem Durchmesser biegen.

biegsame Welle

siehe Biegewelle

Bienenwachs

Bienenwachs wird nicht nur seit alters her zur Herstellunmg von Kerzen verwendet, sondern von allen, die Wert auf ökologisch unbedenkliche Produkte legen, auch als Möbelpolitur eingesetzt. Bienenwachs dient auch der Nachbehandlung und Ausbesserung von bereits mit Ölen, Wachsen oder Lasuren behandelten Hart- und Weichholzmöbeln im Innenbereich.

Bierlasur

auch: Bierlasuren

Ruß, gebrannte und geriebene Steine oder Indigo sind Grundstoffe, die für die Bierlasur gebraucht werden. Mit abgestandenem Bier als Bindemittel werden die Pigmente zu einem Brei gerührt und mit einem feuchten Schwamm aufs Holz aufgetragen. Die Bierlasurmalerei, eine fast vergessene Methode, verleiht auch Profanem wie der Kiefer einen Hauch von edlem Mahagoni oder Wurzelholz.

Bietergemeinschaft

Bei einer Bietergemeinschaft schließen sich mehrere (mindestens zwei) Bauunternehmen oder Handwerker zusammen, um einen Auftrag zu ergattern. Bekommen sie den Auftrag, gründen sie eine Arbeitsgemeinschaft. Bietergemeinschaften haben vor allem den Vorteil, dass auch kleinere oder mittlere Unternehmen an Wettbewerben teilnehmen können. Mitglieder der Bietergemeinschaft können nicht als Einzelgesellschaft noch ein weiteres Angebot abgeben.

Biforium

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Das Biforium bezeichnet in der gotischen Architektur ein durch eine Mittelsäule gegliedertes zweibogiges Fenster. Die beiden Bögen können wiederum von einem Rundbogen übergriffen werden. Die dabei entstehende Fläche kann z.B. durch ein Okulus durchbrochen sein. Diese mittelalterliche Fensterform war auch in späteren Epochen, insbesondere im Historismus sehr beliebt.

Bigbag

auch: Big-Bag, Big-Bags, Bigbags

siehe Superbag.

Bilanz U-Wert

Sonne scheint bekanntlich durch Glas. Dadurch erwärmt sich das Innere des Gebäudes. Doch nicht überall scheint die Sonne gleichlang und mit gleicher Intensität. Geht das Fenster z.B. in Richtung Norden, bekommt man Sonne höchstens mal schräg von der Seite. Deshalb wird in Abhängigkeit von der Himmelsrichtung ein Strahlungskoeffizient festgelegt. Darüber hinaus lät nicht jedes Glas gleich viel Sonne durch. Maßgebend hierfür ist der g-Wert. Der Bilanz U-Wert setzt sich dementsprechend zusammen aus dem U-Wert des Fensters, dem Strahlungskoeffizienten S und dem g-Wert.

Bilderglas

Besonders dünnes Floatglas, das speziell für Einrahmungen verwendet wird und zur Gattung der Dünngläser gehört.

Bilderhaken

siehe Stahlhaken

Bilderleisten

auch: Bilderleiste

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Die klassische Bilderleiste besteht aus Holz, wobei auch Bilderleisten aus Kunststoff, pulverbeschichtetem Aluminium, Edelstahl oder Silber hergestellt werden. Bilderleisten sind in ihrer Optik sehr unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam - nämlich ein Profil, in das die Verglasung und/oder das Bild bzw. Gemälde eingefügt werden muss, sobald aus der Leiste ein Bilderrahmen gefertigt worden ist. Während moderne Grafik durchaus in einen farbigen Metall- oder Kunststoffrahmen paßt, gehören zum klassischen, auf einen Keilrahmen ausgezogenen Ölgemälde Bilderleisten aus Holz (Foto des Herstellers SPAGL, Bilderleiste mit Barock-Profil). Bilderleisten aus Holz können sehr unterschiedlich und aufwendig ausgestattet sein. Sie können aus Massivholz oder furniertem Holz bestehen, lackiert oder sogar blattvergoldet sein.

Bilderleuchte

auch: Bilderleuchten

Sollen Bilder an der Wand besonders hervorgehoben werden, kommen Bilderleuchten zum Einsatz, die für ein Akzentlicht sorgen. Das Angebot im Handel an Bilderleuchten ist groß. Die klassische Bilderleuchte hat in der Regel eine längliche Form und ist mit einer Leuchtstoffröhre oder mehreren Glühlampen bestückt, um das Bild flächenmäßig auszuleuchten. Auch Schienen- und Seilsysteme sowie einzelne Leuchten kommen zum Einsatz. Für eine optimale Anstrahlung hat sich ein Einfallswinkel von 60° bewährt. Bei einem zu spitzen Winkel, bei dem das Bild extrem von oben angestrahlt wird, können bei Gemälden unter anderem die Textur der Leinwand, der Farbauftrag und andere Unregelmäßigkeiten der Oberfläche unangenehm hervorgehoben werden. Ist dagegen der Winkel zu flach, dann kann der Betrachter durch Reflexionen geblendet werden. Bilderleuchten findet man vor allem in Museen und Galerien aber auch in Privatgebäuden.

Bilderrahmeneffekt

auch: Sheen-Effekt, Bilderrahmeneffekte, Bilderrahmen-Effekt, Bilderrahmen-Effekte

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Von Bilderrahmeneffekt spricht man bei Ungleichmäßigkeit des Farbtons, die auftreten kann, wenn eine Wandfläche mit einem Farbroller und die Ränder mit dem Pinsel gestrichen werden (siehe Foto von Paint Quality Institute). Die gepinselten Bereiche wirken im Allgemeinen dunkler und ähneln damit einem „Bilderrahmen“. Auch gespritzte Bereiche können dunkler erscheinen, als benachbarte Stellen, die mit dem Pinsel oder mit der Rolle gestrichen wurden. Bilderrahmeneffekte können auch auf “Sheen-Effekte” zurückzuführen sein. Um Bilderrahmeneffekte zu vermeiden muss die Farbe mit dem Pinsel oder mit dem Farbroller immer gleich stark verteilt wird. Nicht den ganzen Raum an den Rändern streichen, bevor dann die Wandflächen mit dem Farbroller gestrichen werden. Lieber abschnittsweise arbeiten, um einen „nassen Übergang“ zu gewährleisten. Bei abgetönten Farben muss die richtige Kombination zwischen Abtönfarbe und Grundfarbe beibehalten werden. Werksseitige Tönungen sowie Abtönfarben sollten zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. vor dem Gebrauch gründlich geschüttelt werden.

Bildtapete

auch: Bildtapeten

siehe Fototapete.

Bilegger

siehe Beilegerofen.

Bilinga

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Westafrikanisches Tropenholz mit einem im frischen Zustand gelblich orange Kernholz, das stark nachdunkelt, deutlich abgesetzt vom schmalen, weißlich-gelben Splint. Bilinga ist ein mittelschweres bis schweres Holz mit entsprechenden Festigkeitseigenschaften, die etwas über denen von Buche und Eiche liegen. Verwendung findet es als Konstruktionsholz im Innen- und Außenbau, auch im Hafenbau für tragende Bauteile mittlerer mechanischer Beanspruchung und für Decks von Molen. Auch für den , Zaunanlagen sowie für normal bis stark beanspruchte Fußböden findet Bilinga Anwendung.

Billegerofen

auch: Bileggeröfen

siehe Beilegerofen.

Bi-Metall

auch: Bi-Metalle

Bi-Metall ist ein Verbundwerkstoff aus zwei Metallen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Im Verbundwerkstoff werden die (guten) Eigenschaften der beiden Metalle kombiniert. Aus Bi-Metall werden beispielsweise Sägeblätter für Stichsägen oder den Fuchsschwanz mit langer Lebensdauer und für extreme Belastungen gefertigt.

Bimetalllochsäge

auch: Bimetalllochsägen

siehe Lochsäge.

Bims

auch: Naturbims

Bims oder Bimsstein ist ein Gestein vulkanischen Ursprungs. Es ist ein sehr porenreiches und somit auch leichtes Material mit in sich abgeschlossenen Luftporen. Es besitzt sehr gute Wärmedämmeigenschaften. Bims wird häufig in der Bauindustrie verwendet und dient beispielsweise als Zuschlag bei der Herstellung von Bims-Leichtbeton. Das einzige abbauwürdige Vorkommen auf dem europäischen Festland ist im Neuwieder Becken in der Nähe von Koblenz. Deshalb konzentriert sich die Herstellung von Baustoffen und Bauteilen in diesem Gebiet.

Bimsbeton

Bimsbetondiele

auch: Bimsbetondielen

siehe Bimsdiele

Bimsdiele

auch: Bimsdielen

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Wie der Name schon sagt, ist die Bimsdiele eine Diele aus Bimsbeton. Mit Bimsdielen lassen sich Trennwände herstellen, z.B. für Abmauerungen von Badewannen, Abseitenwänden unter Dachschrägen und Bekleidungen aller Art. Nach dem Krieg wurden zudem mehrere Millionen Quadratmeter „Bimsdielen“ als tragende Dachkonstruktionen verbaut, die inzwischen wegen undichter Dachabdichtungen zur Sanierung anstehen.

Bimskies

Bimskies ist Kies in Korngrößen von 4 bis 32 mm als Feinkies und in Korngrößen von 32 bis 63 mm als Grobkies. Bimskies ist ziemlich fest, leicht und infolge seiner Porosität ein schlechter Wärmeleiter. Zudem ist Bimskies gut mörtel- und zementbindend. Er findet Verwendung zu besonders leichten Bausteinen, Dämmsteinen, Leichtbeton und Leichtmörtel.

Bims-Leichtbeton

Bims-Leichtbeton entsteht aus einem Gemisch von Bims, Zement, Sand und Wasser. Durch das Bims ist der Baustoff besonders leicht. Durch seine eingeschlossenen Luftporen besitzt er sehr gute Wärmedämmeigenschaften. Besondere Anforderungen an die Tragfähigkeit werden durch die Zugabe von natürlicher Schaumlava erreicht, die ebenfalls ein poriger, vulkanischer Rohstoff ist. Damit werden die Anforderungen an die Druckfestigkeit bis Festigkeitsklasse 20 erfüllt. Außerdem ist Bims-Leichtbeton schalldämmend und hat ein günstiges Verhalten in Bezug auf die Schalllängsleitung. Bims-Leichtbeton ist frostsicher und feuerbeständig bis Widerstandsklasse F 190 A und auch als Brandwand einsetzbar. Mit seiner hohen Wärmespeicherfähigkeit und seinem langen Auskühlverhalten gleicht der Bimsstein Temperaturschwankungen aus.

Bimssand

Bimssand ist Bims in Korngrößen von 0 bis 1 mm als Feinsand und in Korngrößen von 1 bis 4 mm als Grobsand mit Eigenschaften und Einsatzgebiet wie Bimskies.

Bimsstein

auch: Bimssteine

Künstliche Bimssteine werden aus Bims-Leichtbeton hergestellt. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Formaten. Für den Hausbau sind ausgefeilte Baukastensysteme auf dem Markt, die sich besonders gut für den Selbstbau eignen. Bauteile aus Bimsstein haben sehr gute Wärme- und Schalldämmeigenschaften sowie eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Bims gibt es in Deutschland nur im Neuwieder Becken in der Nähe von Koblenz. Der natürliche Bimsstein ist überall dort zu finden, wo Vulkane tätig waren oder sind, denn der Stein entsteht, wenn heiße Lava in die Luft geschleudert wird und sich dort mit Luft und Gasen vermischt, wodurch der Stein extrem leicht und sogar schwimmfähig wird. Natürlicher Bimsstein wird auch heute noch zum Entfernen von Kalkrückständen auf sanitärkeramischen Gegenständen und als Scheuerstein bei hartnäckiger Verschmutzung der Hände benutzt. Das antike Pompeji wurde beim Ausbruch des Vesuv zunächst von Bimssteinen "beregnet", und zwar in solcher Menge, dass sich der leichte Bimsstein zu tonnenschweren Lasten aufhäufte und die Dächer zum Einsturz brachte.

Bindeblech

auch: Bindebleche

Bindebleche sind meist rechteckige Bleche, die zum Verbinden von zwei oder mehreren Stahlprofilen verwendet werden. Die Bindebleche werden an das Profil geschweißt, geschraubt oder genietet.

Bindedraht

Damit die Bewehrung beim Betonieren an der ihr zugedachten Stelle bleibt, wird sie mit Bindedraht zusammengeknüpft. Bindedraht ist auch unter der Bezeichnung Rödeldraht bekannt.

Bindeholz

auch: Bindehölzer

Bindehölzer sind für Holzprofile das, was Bindebleche für Stahlprofile sind. Sie dienen zur Verbindung der Einzelhölzer bei mehrteiligen Druckstäben.

Bindemittel

Flüssige Substanzen, die die Eígenschaft haben, Farbpigmente so zu binden, dass sie streichfähig werden. Bindemittel tragen wesentlich dazu bei, dass Farben und Lacke während der Beschichtung elastisch bleiben und nach der Beschichtung schnell aushärten und einen dauerhaften Schutzfilm bilden. Ohne Bindemittel gäbe es keine Gemälde. Die alten Meister verwendeten u.a. Gummi Arabicum, Leinöl, Eigelb, Lein- oder Walnußöl als Bindemittel. Beim Fresko übernahm der feuchte Putz die Aufgabe des Bindemittels. Heute übernehmen vorwiegend die künstlich hergestellten Alkydharze diese Funktion. Bindemittel sind auch im Bauwesen allgegenwärtig. Bekanntestes Bindemittel dürfte der Zement sein, durch den die unterschiedlichen Zuschlagstoffe des Betons miteinander verbunden werden. Bindemittel findet man in Mörteln, Klebern und vor allem in Farben und Lacken. Sie verbinden hierbei die Pigmentteilchen - siehe auch Pigmentierung - untereinander und mit dem Untergrund und bilden gemeinsam mit diesen die fertige Beschichtung. Als Trägerstoff sind Bindemittel auch ausschlaggebend für Eigenschaften wie Trocknung, Oberflächenbeständigkeit oder den Glanz von Lacken und Farben.

Binder

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Der "Binder" hat im Bauwesen mehrere Bedeutungen. Der Binder ist beispielsweise ein Mauerstein, von dem man beim gemauerten Verband lediglich die Kopfseite sieht. Ist der Mauerstein von der Seite zu sehen, spricht man von einem Läufer. Binder sind aber auch Trägerelemente aus Holz. Mehr darüber siehe Holzbinder. Weiterhin ist Binder die Kurzbezeichnung für Bindemittel.

Binderdach

auch: Binderdächer

Ein Binderdach besteht aus vorgefertigten Holzbindern (z.B. Fachwerkbindern), die in der Regel nur an den Längsseiten eines Gebäudes aufliegen. Dies ist der Unterschied zum Pfettendach, das zusätzlich noch auf der Firstpfette aufliegt. Binderdächer eignen sich besonders für weitgespannte Dächer. Allerdings kann bei Binderdächern aus Fachwerkbindern der Dachraum nicht genutzt werden.

Binderschicht

auch: Binderschichten

Binderschicht hat im Bauwesen mehrere Bedeutungen. Im Mauerwerksbau ist eine Binderschicht eine horizontale Schicht aus Mauersteinen, die nur aus Bindern besteht. Im Straßenbau ist die Binderschicht eine bituminöse Schicht aus Asphaltbindern (siehe auch Asphalt). Die 4-8 cm dicke Asphaltbinderschicht erhöht die Ebenheit der Unterlage und nimmt die Schubspannungen aus der Verkehrsbelastung auf. Sie stellt den Übergang von der Deckschicht zur Tragschicht her und kann hohe Schubkräfte aufnehmen.

Binderverband

auch: Binderverbände

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Ein Binderverband besteht, wie der Name schon sagt, aus Bindern, deren Schichten gegeneinander mit einem Überbindemaß von ½ am versetzt sind. Dieser Verband wird bei klein- und mittelformatigen Steinen weniger verwendet, es ergibt sich jedoch eine Wandstärke von 24 cm. Bei großformatigen Steinen treten dagegen häufig reine Binderverbände auf, wie beispielsweise bei 36,5 cm dicken Wänden.

Bindestock

siehe Bandstock.

bindiger Boden

auch: bindige, Böden

Bindiger Boden unterscheidet sich vom nichtbindigen Boden durch seinen plättchenartigen Aufbau. Durch die Beschaffenheit der Plättchen kann bindiger Boden Wasser aufnehmen und halten. Dabei weicht die Oberfläche der Plättchen auf, wodurch sich die Reibung zwischen den Plättchen verringert. Dadurch ändert sich die Konsistenz und die Tragfähigkeit des Bodens verschlechtert sich. Bei abnehmendem Wassergehalt verbessert sich die Tragfähigkeit des Bodens wieder. Bindige Böden sind Schluffe und Tone sowie Gemische aus Schluffen und Tonen. Sie können auch einen nichtbindigen Anteil von bis zu 15% enthalten. Die einzelnen Körner bindiger Böden sind mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen.

Binnenböschung

Als Binnenböschung wird der zum Land zeigende Teil eines Deiches bezeichnet.

Biochemischer Sauerstoffbedard

Biofarbe

auch: Biofarben, Bio-Farben

Rechtlich nicht festgelegter und damit individuell auslegungsfähiger Begriff für Farben, die weitgehend oder ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen bestehen - siehe dazu auch Naturfarbe.

Biofilter

Ein Biofilter ist ein Filter in Abluftreinigungsanlagen, bei denen der Schadstoffabbau durch Mikroorganismen erfolgt, die auf einem festen Träger wie z.B. Kompost, Humus oder Torf angesiedelt sind. Die Schadstoffe werden von den Mikroorganismen hauptsächlich zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut. Die Betriebssicherheit solcher Filter hängt wesentlich von der Einhaltung bestimmter, für die Biologie erforderlichen Milieubedingungen ab, wie: Temperatur, Feuchtigkeit, Homogenität usw.

Biogas

auch: Faulgas, Sumpfgas

Biogase sind zwar "anrüchig", aber eine ernst zu nehmende Energiequelle - nicht zuletzt in den Ländern der dritten Welt. Biogas entsteht durch den Verwesungsprozess von totem tierischem und pflanzlichem Material, dazu gehören vor allem Gülle und Dung. In Viehmastbetrieben sind Biogasanlagen schon in Betrieb. Biogas enthält vor allem Methan, und zwar je nach Ausgangsmasse zwischen 40 und 75 %. Das Gas kann in Heizenergie umgewandelt werden, wobei ein Kubikmeter Biogas etwa dem Heizwert von 0,6 Liter Heizöl entspricht. Entwicklungshelfer haben in Afrika zahlreiche solcher Anlagen in Betrieb genommen, allerdings nicht für Heizzwecke, sondern als "Kochgas" für die Essenszubereitung und das Wasser-Abkochen in Krankenhäusern usw. In der Bundesrepublik stehen die ersten Biomethan-Anlagen, in denen aus Pflanzen und sogar aus Essensresten Biogas gewonnen wird. Eine solche Anlage in Klein Wanzleben liefert Strom für 6.000 Familien und Wärme für 1.200 Haushalte.

Bioheizöl

Bioheizöl basiert auf dem umweltschonenden Heizöl EL schwefelarm, dem derzeit bis zu 20 Prozent verestertes Pflanzenöl, besser bekannt als Biodiesel, beigemischt ist. Solche Bioheizöle können in fast allen bestehenden Ölheizungen verwendet werden, ohne dass diese technisch umgerüstet werden müssen. Das haben mehrjährige Testreihen an Hochschulen, Forschungslabors sowie in Feldanlagen ergeben. Erste Hersteller haben ihre neuen Heizgeräte und Tanks bereits ausdrücklich für den Betrieb mit Bioheizöl freigegeben. Wie hoch der Bioanteil eines Bioheizöls ist, lässt sich an der Produktbezeichnung ablesen. Die korrekte Bezeichnung für eine Zumischung von beispielsweise fünf bis zehn Prozent Biokomponenten lautet: Heizöl EL A Bio 10 (A steht für Alternativ). Als Kurzform wird häufig Bio 10 oder B10 verwendet. Voraussetzung für den Einsatz von Biobrennstoffen ist aus Sicht der Mineralölwirtschaft, dass diese nachhaltig produziert wurden.

Biokläranlage

auch: Biokläranlagen

Biokläranlagen sind Kleinkläranlagen, die das Abwasser auf biologische Weise reinigen. Diese Reinigung erfolgt bei Biokläranlagen in drei Phasen. In der Aufstau- und Belüftungsphase wird das Wasser in die Anlage eingeleitet und aufgestaut. Gleichzeitig wird das Abwasser belüftet und umgewälzt. Die sich dadurch bildenden Bakterien übernehmen als Belebtschlamm die Reinigung des Abwassers. In der zweiten Phase, der Absetzphase wird die Belüftung abgeschaltet. Der sich in der Anlage befindliche Schlamm setzt sich im Bodenbereich ab. Im oberen Bereich entsteht eine Klarwasserzone. Hier befindet sich nun das gereinigte Wasser. In der dritten Phase, der Ablaufphase wird nun das gereinigte Abwasser mittels eines Lufthebers herausgefördert. Der Belüftungsprozess kann erneut beginnen.

Biolack

auch: Biolacke

"Biolacke", das heißt Lacke auf der Basis naturnaher, nachwachsender Rohstoffe, wurden als Alternativen zu "Chemielacken" entwickelt. Gleichwohl haben sie meist einen relativ hohen Gehalt an flüchtigen und hautreizenden pflanzlichen Lösungsmittel wie zum Beispiel Terpentinöl oder Orangenschalenöl. Die Empfehlung, während des Trocknens von Lackierungen und Anstrichen die Fenster zu öffnen und für Frischluft zu sorgen, gilt für alle Lacke und Farben - auch für die als "Biolacke" bezeichneten Produkte.

Biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte

auch: Biologischer, Arbeitsstoff-Toleranzwert

Diese beschreiben die Konzentration von Arbeitsstoffen in Körperflüssigkeiten beim Menschen. Die Toleranzwerte legen fest, wie schädlich Chemikalien in Dämmstoffen, wie Borax oder Borsäure, auf den Menschen wirken.

Biologischer Sauerstoffbedarf

Der Biologische Sauerstoffbedarf (BSB, auch Biochemischer Sauerstoffbedarf) gibt die Menge an Sauerstoff an, die zum biotischen Abbau im Wasser vorhandener organischer Stoffe unter bestimmten Bedingungen und innerhalb einer bestimmten Zeit benötigt wird. Insbesondere dient der Biologische Sauerstoffbedarf als Schmutzstoffparameter zur Beurteilung der Verschmutzung von Abwasser. Üblicherweise wird der BSB5 verwendet. Dieser Wert ist der Bedarf an Sauerstoff in mg/l, den Bakterien und andere im Wasser vorhandene Mikroorganismen bei einer Temperatur von 20° Celsius innerhalb von fünf Tagen zum Abbau von biologisch abbaubaren organischen Stoffe benötigen. Daneben wird gelegentlich noch der BSB2 und der BSB∞ bestimmt, die den Sauerstoffbedarf zum Abbau der organischen Stoffe innerhalb von zwei Tagen bzw. zum Abbau aller enthaltenen, biotisch abbaubaren organischen Stoffe angeben. Als Faustregel gilt: BSB5 = ca. 70% · BSB∞.

Biomasse

Die Biomasse gehört zum Sammelbegriff regenerierbare Energien und ist selbst ein Sammelbegriff für alle Naturprodukte, die erstens erneuerbar sind und zweitens in Energie umgewandelt werden können. Afrikanische oder indische Bauern erzeugen aus getrocknetem Kuh- oder Kuhmist einen Brennstoff zum Kochen - auch das ist Biomasse. Ebenso die Gülle, die in Millionen Hektolitern anfällt und aus der Gas gewonnen werden kann. Auch Bio-Hausmüll oder Holz ist Biomasse. Problematisch ist der Anbau von Mais als Biomasse für die Biogas- oder Treibstoffgewinnung, weil Mais ein wichtiges Lebensmittel ist.

Biomasseheizung

auch: Biomasseheizungen

Wegen des als unangenehm empfundenen Verbs "vergasen" im Begriff des Holzvergaserkessels setzt sich immer mehr díe Bezeichnung Biomasseheizung durch. Das hört sich freundlicher und ökologischer an. In einer Biomasseheizung können je nach Bauart Holzpellets, Hackgut oder Stückholz verfeuert werden.

Biomethan

Methan ist Hauptbestandteil des Erdgases, Propan ein Nebenprodukt. Beide Gase eignen sich zu Koch- und Heizzwecken. Biomethan ist die exakte Bezeichnung für Biogas.

Biometrie-Schloss

Um Einbrechern das Handwerk zu erschweren, werden neben Haustüren oder Eingangstüren von Betrieben Biometrie-Türschloss montiert. Das muss allerdings in einem witterunsgeschützten Bereich passieren, womit schon gesagt wird, dass die Schlösser durch Sabotage funktionsunfähig gemacht werden können. Bei den Biometrie-Türschlössern werden die mechanischen Profilzylinder gegen elektronisch gesteuerte ausgetauscht, was ohne Bohren erfolgt. Zugang erhält nur der, dessen Fingerabdruck zuvor gescannt worden ist. Unabhängig davon sind Biometrie-Türschlösser auch über einen Geheimcode zu öffen, weshalb die Schlösser über einen Touchscreen mit numerischem Tastaturfeld verfügen sowie über ein mechanisches Notschloss, falls der eingebaute Manipulationsschutz doch überlistet worden ist.

Bio-Sauna

auch: Biosauna

Die Bio-Sauna, auch Danarium oder Sanarium genannt, ist die gemilderte Form der finnischen Sauna, siehe Dampfbad.

Biosphäre

auch: Hydro-Biosphäre, Geo-Biosphäre

Der gesamte von Organismen bewohnte Raum der Erde wird als Biosphäre bezeichnet. Er umfasst im engeren Sinne den erdnahen Luftraum, den Boden, Höhlensysteme und Gewässer. Im weiteren Sinne kommen zur Biosphäre noch der untere Bereich der Atmosphäre als Flugraum der Vögel und Verbreitungsraum für Pollen und Sporen hinzu. Werden allein die Lebensräume der Gewässer betrachtet, spricht man von der Hydro-Biosphäre, bei den Landlebensräumen von der Geo-Biosphäre. Die Biosphäre ist ein wichtiger Motor für den kurzfrisigen Kohlenstoffkreislauf.

Biotit

siehe Glimmer.

Biotop

Biotop nennt man den Lebensraum oder Standort von Tieren und Pflanzen. Das kann zum Beispiel ein Trockenhang, Seeufer oder eine Almwiese sein. Er beherbergt eine bestimmte Lebensgemeinschaft (Biozönose).

Biozide

auch: Bakterizide

Oberbegriff für alle Arten von Konservierungsmitteln (Film- und Lagerkonservierung). Chemische Verbindungen oder Kombinationen, die Mikroorganismen, welche für den Befall und den Abbau organischer Materialien verantwortlich sind, unwirksam machen können, wie z.B. Bakterien, Hefen, Pilze und Algen. Zu den Bioziden gehören Algizide, Bakterizide, Fungizide, Herbizide und Insektizide u.a., deren Einsatzmengen im allgemeinen nur sehr gering sind und zwischen 0,1 und 0,5 %, bezogen auf den fertigen Beschichtungsstoff, liegen.

Biozönose

Die Biozönose ist eine Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren in einem bestimmten Lebensraum (Biotop). In einer Biozönose sind die einzelnen Lebensformen aufeinander angewiesen.

Birke

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Die Birke wächst in Nord- und Mitteleuropa. Das besonders hochwertiges Holz kommt aus Finnland und Rußland. Das Birkenholz ist sehr hell, fast weiß und hat feine Jahresringe. Die Maserung variiert von schlicht über bunt bis geflammt. Das Holz wird vor allem im Stilmöbelbau und für Decken- und Wandverkleidungen eingesetzt.

Birkenmodler

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Birkenmodler sind breite, sehr dünne Pinsel, bei denen sich die Borsten in einer gewellten Blechzwinge befinden. Die Breite beträgt zwischen 60 mm und 150 mm. Der Birkenmodler wird stupfend für Birkenimitationen verwendet.

Birnbaum

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Der Birnbaum ist in ganz Europa mit Ausnahme des Mittelmeergebietes, sowie in Nordafrika und im Mittleren Osten verbreitet. Der Splint und das Kernholz weisen keinen Unterschied auf. Beide sind blass grau bis rötlich braun und dunkeln bei älteren Bäumen rotbraun nach. Das Holz ist hart und mit allen Werkzeugen leicht und sauber zu bearbeiten. Es eignet sich sehr gut zum drechseln, zum schnitzen und zum polieren und es ist gut messerbar. Durch Dämpfen vertieft sich die Färbung, das Holz wird rosarot und bräunt später nach. Birnbaum findet vielfältige Verwendung als Ausstattungsholz im Möbel- und Innenausbau. Auch für Sitzmöbel, als Drechslerholz für fein profilierte Erzeugnisse, für den Flötenbau und als Bauholz für Werkzeuge und Zeichengeräte eignet sich Birnbaum hervorragend.

Bischofsmütze

auch: Bischofsmützen

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Ähnlich wie bei Dachziegeln (Mönch und Nonne), müssen auch bei Gehweg- und Terrassenplatten kirchliche Begriffe als Namensgeber herhalten. Die Bischofsmütze ist eine Platte, deren Format an eine Mitra (so der korrekte Name), also an eine "Bischofsmütze" erinnert. Mit der Bischofsmütze aus Beton lassen sich bestimmte Verlegemuster erzielen.

Bit

auch: Bits

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Kurze Form einer Schraubendreherklinge für Federringsicherung. Sie werden passend zu allen Schraubenkopfarten wie beispielsweise Schlitz, Kreuzschlitz oder Torx angeboten. Bits gehören beispielsweise zur Ausstattung eines Steckschlüsselsatzes. Auch eine Bohrerspitze aus Hartmetall bei Gesteinsbohrern wird als Bit bezeichnet.

Bitis

auch: Madhuca

Die hochgiftige Gabunviper wird auch Bitis genannt, hat aber mit dem Laubholz gleichen Namens nichts zu tun. Die Giftschlange lebt in Afrika, der Baum stammt aus Südasien. Das Holz ist von dunkelroter Farbe, sehr hart und aufgrund seiner Dauerhaftigkeit für Außenkonstruktionen geeignet.

Bit-Knarre

Knarre mit einer Bit-Direktaufnahme.

Bit-Ratsche

Knarre mit einer Bit-Direktaufnahme.

Bitschraubendreher

auch: Bit-Schraubendreher

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Der Bitschraubendreher besteht aus dem Schraubendrehergriff, an dessen Ende sich der Klingeneinsatz zur Aufnahme der verschiedenen Bits befindet. Das Foto zeigt einen solchen Schraubendreher des Herstellers Lux. Das Werkzeug ist bis 1000 Volt schutzisoliert. Ohne Bits macht natürlich ein solcher Schraubendreher keinen Sinn, weshalb er meistens in einem Set verkauft wird zusammen mit den Bits für die verschiedenen Antriebe.

Bittersalz

auch: Magnesiumsulfat

Bittersalz (Magnesiumsulfat) ist ein spezielles Magnesium- und Schwefeldüngemittel, das vorwiegend als Blattdünger in Landwirtschaft und Gartenbau Verwendung findet. Im modernen Ackerbau werden ein- und mehrmalige Bittersalzspritzungen in 5%iger Lösung (5 kg Bittersalz/100 Liter Wasser) zur schnellen Beseitigung eines Magnesium- und Schwefelmangels eingesetzt. Bittersalz hat sich auch auf Böden mit ausreichenden Magnesiumgehalten zur Blattdüngung bewährt, da es ansonsten in der Phase höchsten Mg-Bedarfs zu Versorgungslücken kommt. Auf solchen Standorten sichert die Bittersalzspritzung hohe Qualitätsansprüche.

Bitukies

siehe Bitumenkies.

Bitumen

Bitumen wird in einem besonderen Destillationsverfahren aus schwerem, zähflüssigem, asphaltbasischem Rohöl gewonnen. Bitumen wird im Bauwesen vielseitig eingesetzt. Vermischt mit Mineralstoffen, wird daraus Asphalt für den Straßenbau. Bitumen ist auch Ausgangsstoff für Dachbahnen und Schutzanstriche. Dafür ist es aufgrund seiner wasserabstoßenden und korrosionsschützenden Eigenschaften hervorragend geeignet.

Bitumenbahnen

auch: Bitumenpappe, Bitumenbahn

Nackte Bitumenbahnen sind Dichtungsbahnen ohne Deckschichten. Sie werden an Ort und Stelle mit Bitumen verklebt. Die nackte Pappe dient dabei nur als Träger der Abdichtung. Die eigentliche Abdichtung wird durch das Bitumen bewirkt. Bitumenbahnen werden beispielsweise zur Abdichtung gegen Grundwasser oder zur Dachabdichtung verwendet. Bitumenbahnen gibt es in den unterschiedlichsten Ausführung und mit verschiedenen Trägereinlagen. Gebräuchliche Trägereinlagen sind z.B. Polyestervlies, Glasgewebe, Glasvlies, Metallbänder oder Metall-Kunststoff-Verbund. Die verwendeten Bitumenbahnen werden mit Kurzzeichen gekennzeichnet. So steht PYE z.B. für Elastomerbitumen und PYP für Plastomerbitumen. KSP ist hingegen das Kurzzeichen für Kaltselbstklebende Polymerbitumenbahn.

Bitumenband

auch: Bitumen-Band

Bitumenbänder sind selbstklebende Dichtungsbänder mit einer Alu-Schutzfolie. Die Bänder dienen dazu, kleinere Löcher und Risse in Dachrinnen, aber auch schadhafte Anschlußstellen bei Dachabdeckungen, Dachfenstern, Lichtkuppeln oder Gewächshäusern zu reparieren. Bevor die Bänder aufgeklebt werden, müssen die Reparaturstellen frei von Schmutz, Staub oder Rost, trocken und fettfrei sein. Etwaige Luftblasen sollen mit einem Tuch oder einer Rolle seitlich weggedrückt werden.

Bitumendachbahn

auch: Bitumendachbahnen

siehe Dachbahn.

Bitumen-Dachdichtungsbahn

auch: Bitumen-Dachdichtungsbahnen, Bitumendachdichtungsbahnen, Bitumendachdichtungsbahn

Bitumen-Dachdichtungsbahnen zeichnen sich durch eine dickere beidseitige Deckschicht aus Bitumen aus. Die mittlere Dicke beträgt mindestens 3,5 mm. Als Trägerbahn kommen Rohfilzpappe, Jutegewebe, Polyestervlies, Glasgewebe, Glasvlies, eventuell eine Einlage aus Kupfer- bzw. Aluminiumband oder eine Kunststofffolie in Frage. Bitumen-Dachdichtungsbahnen verwendet man beispielsweise als waagerechte und senkrechte Sperrschicht bei Wänden zum Schutz vor aufsteigender Feuchtigkeit. Die Dachdichtungsbahnen werden auch als Abdichtung gegen nichtdrückendes Wasser oder Sickerwasser bei Dächern und Wänden verwendet.

Bitumendickbeschichtung

auch: kunststoffmodifizierte Bitumenemulsion, KMB, Bitumendickbeschichtungen

Eine Bitumendickbeschichtung ist ein Abdichtung auf Bitumenbasis, die z.B. zur Kellerabdichtung eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um kunststoffmodifizierten Bitumenemulsion bzw. KMB. Aufgrund der dichtenden und wasserabweisenden Wirkung, verbunden mit großer chemischer Beständigkeit, eignen sich bituminöse Abdichtungsmassen besonders für den Bautenschutz. Eine Bitumendickbeschichtung wird in der Spachteltechnik in mehreren Schichten an im Erdreich liegenden Kelleraußenwänden zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit aufgebracht. Bis zu 8 mm ist die elastische und abdichtende Schicht dick. Die Bitumendickbeschichtung ist im übrigen das klassische Verfahren, um eine schwarze Wanne herzustellen.

Bitumenemulsion mit Rapsölzusatz

siehe Rapsasphalt.

Bitumenfilz

auch: Bitumenfilze

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Bitumenfilze werden aus langfaseriger Jute, Holzfasern und Bitumen zu einem Vlies verarbeitet. So entsteht ein geschmeidiger, widerstandsfähiger und hochbelastbarer Dämmfilz. Bitumenfilze kommen beispielsweise als Schalldämmstreifen zwischen Wänden und Decken zur Unterbrechung der Schallausbreitung zum Einsatz. Weitere Einsatzfelder sind die Entdröhnungs- und Schutzlage unter Blechdächern, Schalldämmstreifen in selbstklebender Ausführung bei Montageleichtwänden zur Unterbindung der Schalllängsleitung, Gleitschicht unter Gussasphalt sowie die Trennschicht zwischen Holzbauteilen, um beispielsweise das Knarren bei Holzfußböden zu unterbinden.

Bitumen-Kaltkleber

auch: Bitumenkaltkleber

Bitumen-Kaltkleber ist ein schwarzer, lösemittelhaltiger, kalt zu verarbeitender Kleber auf Bitumenbasis. Er dient zur Verklebung von Bitumen-Dachbahnen und -Dichtungsbahnen; vorzugsweise für Nahtverklebungen und zum Eindecken und Ausbessern kleiner Dachflächen. Der Kleber kann auf allen Untergründen, wie alten Dacheindeckungen, Putz, Mauerwerk und Beton verwendet werden. Weiterhin dient er zur Beschichtung von neuen und alten Dachflächen mit und ohne Gewebeeinlage sowie Lochfliesbahnen und auf Metalldächern. Der Kaltkleber ist beständig gegen Wasser- und Witterungseinflüsse, Industriegase und zahlreiche verdünnte Säuren und Laugen.

Bitumenkies

auch: Bitukies

Bitumenkies oder kurz Bitukies ist ein Gemisch aus Bitumen und Kiessand. Es wird beispielsweise als Trag- und Nutzschicht für Straßen und Hofflächen verwendet.

Bitumenkitt

Dichtmasse zum Abdichten von beispielsweise einer Spundwand. Dazu werden die Spundwandschlösser vor dem Rammen bzw. Einfädeln der Spundbohlen verfüllt. Dies geschieht mit Spachtel, Fugeisen oder Handdruck- bzw. Druckluftspritze auf den gestrahlten Stahluntergrund. Bitumenkitt kann aber auch zum Abdichten von Verglasungen verwendet werden.

Bitumenkorkfilz

auch: Bitumenkorkfilze

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Bitumenkorkfilze werden aus langfaseriger Jute, expandiertem Korkschrot und Bitumen zu einem Vlies verarbeitet. So entsteht ein geschmeidiger, widerstandsfähiger und hochbelastbarer Trittschall-Dämmfilz. Er eignet sich beispielsweise zur Trittschall- und Wärmedämmung unter Plattenbelägen und unter schwimmenden Estrichen, insbesondere von Industrieböden mit hoher Verkehrslast. Der Einsatz ist zur Schallentkopplung von Holz- und Massivbauteilen, sowie Holzmassivböden ebenso möglich wie zur Entkopplung von Trennfugen und Konsolenauflagen bei Massiv- und Holzbauteilen oder auch als Endauflager von Stahlbeton- und Hohlkörperdecken. Eine Schallentkopplung von Betonfertigteilen (Treppenkonsolen) ist ebenso möglich.

Bitumenkorrosion

Bitumenkorrosion wird durch Abbauprodukte des Bitumens hervorgerufen, die bei Bewitterung in erster Linie durch den Einfluß der UV–Strahlung entsehen. Die stark sauren Abbauprodukte sind wasserlöslich und bilden bei geringem Wasserfluß (Tau / Nebel) hohe Säurekonzentrationen, die die Metalle wie z. B. Aluminium, Blei, Stahl, Zink und Kupfer angreifen und partiell zerstören. Die Metalle unterhalb bituminöser Dachflächen müssen deshalb durch geeignete Schutzanstriche vor Bitumenkorrosion geschützt werden.

Bitumenlack

auch: Bitumenlacke

Bitumen dient bei Bitumenlacken als Bindemittel, gelöst wird es in Testbenzin oder aromatischen Lösemitteln. Bitumenlacke haften sehr gut und bilden nach der Trocknung einen absolut wasserundurchlässigen Film, der sehr widerstandsfähig gegen Salze, Säuren und Laugen ist. Wegen ihrer Wasser- und Wetterfestigkeit werden die Farben als Schutzanstrich an Fundamenten gegen die Erdfeuchte eingesetzt. Auch Innenanstriche von Dachrinnen werden mit Bitumenlack gemacht.

Bitumenpapier

Beim Bitumenpapier befindet sich zwischen zwei Lagen Papier eine Bitumenschicht. Das Bitumenpapier zeichnet sich dadurch aus, dass es eine hohe Wasserdichtigkeit besitzt und nur in geringem Maße Wasserdampf durch das Papier diffundiert. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es speziell bei korrosionsgefährdeten Packgütern eingesetzt. Bitumenpapier hat lediglich eine wasserabweisende Funktion, ist dabei jedoch nicht wasserdampfdicht. Im Bauwesen kommt es beispielsweise als Rieselschutz zum Einsatz.

Bitumenpappe

siehe Bitumenbahnen.

Bitumenschindeln

auch: Bitumenziegel, Bitumenschindeln

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Bitumenschindeln bestehen aus einer Trägerschicht aus Glasvlies, auf die beidseitig Bitumen aufgebracht worden ist. Die oberste Deckschicht ist ein Mineralgranulat, das in verschiedenen Farben eingefärbt ist. Dadurch kann Leben auf's Dach oder auf den Hausgiebel gebracht werden. Daß ganze Dachflächen mit Bitumenschindeln gedeckt werden, ist möglich, aber eher die Ausnahme. Bevorzugt eingesetzt werden Bitumenschindeln bei der Deckung von Carports, Gartenhäusern, Vordächern und dergleichen, wobei eine Dachneigung ab minimum 15° vorhanden sein sollte. Angeboten werden auch Bitumenschindeln, die sich durch Einwirkung der Sonnenbestrahlung selbst verkleben. Üblich ist jedoch das Annageln und Verkleben.

Bitumen-Schweißbahn

auch: Bitumen-Schweißbahnen, Bitumenschweißbahn, Bitumenschweißbahnen

Diese Dichtungsbahnen sind mit einer Stärke von 4 mm bis 5 mm noch dicker als Bitumen-Dachdichtungsbahnen. Als Trägermaterial fungieren Glasgewebe, Jutegewebe oder Glasvlies. Bei Schweißbahnen ist die Deckmasse so bemessen, dass sie lediglich durch Schmelzen der Deckschicht verklebt werden können. Es muss keine zusätzliche Klebemasse verwendet werden, wie das bei anderen Bahnen der Fall ist. Das Schmelzen der Schweißbahnen erfolgt z.B. mit Propangasbrennern. Dabei wird die dem Bauteil zugewandte Deckschicht mit der Flamme angeschmolzen und auf den Untergrund gedrückt. Die weiche, klebrige Bitumen- oder Teerpechschicht verbindet sich mit dem Untergrund und wird bei Abkühlung fest. Schweißbahnen werden z.B. bei Flachdächern zur Abdichtung gegen Oberflächenwasser verwendet.

Bitumenspachtel

Bitumenspachtel dient zur Bauwerksabdichtung im erdberührten Bereich gegen Bodenfeuchtigkeit, nicht drückendes Wasser auf Kelleraußenwände und Fundamente. Weiter wird Bitumenspachtel zur Isolierung und Erhaltung von bituminösen Dacheindeckungen gegen Feuchtigkeit und Nässe sowie zum Ausbessern und Abdichten von Fehlstellen bei Durchbrüchen, Anschlüssen und Rohrdurchführungen eingesetzt. Geeignete Untergründe sind: Beton, Mauerwerk, Putz, Metall, Holz, Flächen mit alten Bitumenanstrichen sowie bituminöse Dachdichtungsbahnen.

Bitumenwellplatte

auch: Bitumenwellplatten

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Bitumenwellplatten sind kostengünstig, wartungsfrei und besitzen eine lange Lebensdauer. Die Platten gibt es in verschiedenen Farben. Sie werden für Dacheindeckungen, Wandverkleidungen und zur Altdachsanierung verwendet. Ihr geringes Gewicht und die selbsthilfefreundliche Verlegung tragen dazu bei, dass der Heimwerker Bitumenwellplatten ohne große Fachkenntnisse verarbeiten kann. Er braucht dazu lediglich Säge, Hammer, Richtschnur und Nägel. (Foto: Hersteller Gutta)

Bitumenziegel

bituminös

Bituminös ist die Eigenschaft von Stoffen, die zu einem gewissen Prozentsatz Bitumen oder Teer enthalten. Dies können zum Beispiel Dachabdichtungen oder Straßenbeläge sein.

bituminöse Schlämme

Eine bituminöse Schlämme ist ein Gemisch aus Mineralstoffen, Wasser und Bitumenemulsion. Sie wird als Schutzschicht für Oberflächen verwendet. Bituminöse Schlämmen kommen z.B. im Straßenbau zum Versiegeln verschlissener Fahrbahnoberflächen zum Einsatz.

bivalente Trinkwassererwärmung

Im bivalenten Betrieb wird Trinkwasser von zwei unterschiedlichen Wärmeerzeugern erwärmt. Bei Häusern mit einem Solar-System wird das Brauchwasser abwechselnd oder gemeinsam durch Sonnenenergie oder Energie vom Heizkessel erwärmt. Für dieses wirtschaftliche und umweltfreundliche System der Trinkwassererwämung ist ein spezieller Solarspeicher erforderlich.

Black-Cherry

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Der amerikanische Black-Cherry-Baum ist in den nordöstlichen Gebieten der USA beheimatet. Wie beim europäischen Kirschbaum ist auch das Black-Cherry-Holz feinporig und gleichmäßig mit einem typischen seidenmatten Glanz. Allerdings ist der amerikanische Kirschbaum etwas dunkler. Das Holz weist gute Festigkeitswerte auf und verfügt über gute Beiz-, Mattier- und Poliereigenschaften. Black-Cherry ist ein gefragtes Möbelholz und wird für edle Möbel, Holzvertäfelungen, Wand- und Deckenverkleidungen eingesetzt.

Black Walnut

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Dieser Laubbaum ist im ganzen Osten der USA verbreitet. Der Splint ist creme-weiß, während das Kernholz hellbraun bis dunkel-schokoladenbraun ausfällt. Gelegentlich besitzt es einen purpurnen Einschlag mit dunkleren Streifen. Walnut ist maschinell und mit der Hand leicht zu bearbeiten. Es lässt sich gut nageln, schrauben und verleimen. Es hält Farben und Beizen sehr gut und kann zu einer ausgezeichneten Oberfläche poliert werden. Walnut ist ein zähes Holz mittlerer Dichte von mäßiger Biege- und Stoßfestigkeit und geringer Steifigkeit. Verwendet wird das Holz für Möbel, Einbaumöbel, Design-Innenausbau, hochwertige Tischlerarbeiten, Türen, Fußböden und Vertäfelungen. Das dunkle Walnut bildet einen hervorragenden Kontrast zu helleren Hölzern.

Blähglas-Granulat

auch: Blähglasgranulat

Blähglas-Granulat wird aus Recyclingglas hergestellt, das in sechs Körnungen auf dem Markt ist. Dieses Granulat, um dessen Entwicklung sich die Dennert-Gruppe verdient gemacht hat, ist als Zuschlagstoff in vielen Baustoffen vertreten. Als "federleichte", atmungsaktive Schüttdämmung, als Leichtbeton-Mauerstein und als ganzes Wandsystem befindet sich das Material auf dem Vormarsch. Neben der Wärmedämmung ist die gute Schalldämmung hervorzuheben.

Blähschiefer

Blähschiefer wird aus dem natürlichen Rohstoff Schiefer mit Hilfe eines thermischen Prozesses hergestellt. Blähschiefer zeichnet sich durch sein geringes Gewicht bei gleichzeitiger großer Kornfestigkeit aus. Die kubische Kornform begünstigt die Kornfestigkeit des Materials. Diese Eigenschaft ist besonders günstig für den Einsatz im Leichtbeton. Blähschiefer mit geschlossener Oberfläche zeichnet sich durch eine relativ geringe Wasseraufnahme aus. Rauhe Oberflächen gewährleisten einen guten Haftverbund mit der Zementsteinmatrix im Leichtbeton. Für den Einsatz als Pflanzsubstrat eignen sich besonders offenporige Körner, da sie als Wasserspeicher wirken. Blähschiefer ist der Brandschutz-klasse A1 zugeordnet, also nicht brennbar. Er zeichnet sich weiterhin durch seine gute Wärmedämmung, das große Schallabsorptionsvermögen sowie die Beständigkeit im Hinblick auf Frost und Feuchtigkeit aus. Die chemische Beständigkeit ist ebenfalls gegeben. Blähschiefer fault, schimmelt und verrottet nicht.

Blähton

Ein aus Ton gemahlenes, kugelförmiges Granulat wird bei 1200°C gebrannt. Dabei verbrennen die organischen Bestandteile, bilden feine Poren und blähen sich auf. Blähton wird als Schüttdämmung verwendet. In Verbindung mit Zement werden aus Blähton Mauersteine oder massive Elemente geformt - sogar Fertigtreppen oder geschosshohe Wände. Blähton ist frost- und feuchtebeständig sowie atmungsaktiv, die Wärmedämmung eher mäßig, die Wärmespeicherung aber gut.

Blähton-Granulat

auch: Blähtongranulat

Blähtonstein

auch: Blähtonsteine

Dieser Baustein besteht aus ausgewähltem, hochwertigem Ton, d.h. er ist frei von brennbaren und fäulnisfähigen Substanzen. Blähtonsteine werden auf zwei unterschiedliche Weisen hergestellt. Beim ersten Verfahren wird der Ton vor dem Brennen und Blähen getrocknet, fein gemahlen und zu Rohtonkügelchen granuliert. Beim zweiten Verfahren werden plastische, kleine Kügelchen ohne Trocknung gebrannt und gebläht. Das fertige Korn aus beiden Verfahren hat die betontechnologisch günstige Rundform mit geschlossener, rotbrauner Oberfläche. Das innen grauschwarze Korn weist viele in sich geschlossene Luftzellen auf, durch die der Blähton einen guten Widerstand gegen Kälte- und Wärmedurchgang bietet. Blähton dient auch als Zuschlagstoff für speziellen Mörtel zum Vermauern von Leichtbetonsteinen.

Blähziegel

Ziegel, bei dem sich nach dem Dichtbrennen im Innern noch Gase bilden, die nicht mehr entweichen können. Der Ziegel bläht sich dadurch auf und es entsteht ein Ziegel minderer Qualität, ein Fehlbrandziegel.

Blankette

Bezeichnung für einen vervielfältigten Ausschreibungstext, den der Architekt den Bauunternehmen und den an einem Bauvorhaben beteiligten Handwerkern aushändigt, damit diese für die genau beschriebenen und geforderten Leistungen ihre Angebotspreise eintragen können.

Blasenbildung

auch: Blasenbildungen

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Anstrichstoffe können stellenweise die Haftung verlieren und es kommt zur Blasenbildung (siehe Foto von Paint Quality Institute). Die Ursachen für den Haftungsverlust sind unterschiedlich: Anstreichen einer warmen Oberfläche im direkten Sonnenlicht oder Auftrag einer Kunstharz- oder Alkydharz-Farbe auf nassem oder feuchtem Untergrund. Blasen können sich auch durch Feuchtigkeit bilden, die durch die Außenwände entweicht. Dies ist weniger wahrscheinlich bei Acrylatfarben als bei Kunstharz- oder Alkydharzfarben. Auch die Aussetzung einer Latexfarbe mit Tau, starker Feuchtigkeit oder Regen kurz nach dem Trocknen des Anstrichs kann zu Blasenbildung führen. Vor allem, wenn der Untergrund nicht nicht richtig vorbehandelt wurde.

Blasgerät

auch: Blasgeräte

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Mit Blasgeräten lassen sich Grundstücke, Gehwege, Parkplätze sowie Straßenverkehrsflächen schnell und effektiv reinigen. Damit gehört die zeitraubende Arbeit mit Besen und Rechen der Vergangenheit an. Blasgeräte sind häufig mit einer Saugeinrichtung versehen und funktionieren somit ähnlich wie Laubsauger.

Blattaluminium

Blattaluminium ist ein Blattmetall, bestehend aus dünn gewalztem, reinem Aluminium. Es dient als metallisches Überzugsmittel für innen und außen. Es ist wetterbeständig und wird daher häufig als Ersatz für Blattsilber verwendet.

Blattgold

Blattgold ist ein extrem dünn ausgewalztes Blattmetall. Es kann bis auf wenige Atomlagen dünn hergestellt werden. Ein Gramm Gold ergibt eine Fläche von bis zu 10 m². Im Baubereich findet es beispielsweise Anwendung zum Vergolden von Kuppeln oder Denkmälern.

Blattgold-Imitation

Blattmetall

auch: Blattmetalle

Blattmetalle sind hauchdünn gewalzte oder geschlagene Metallfolien, mit denen Untergründe überzogen werden, um ihnen das Aussehen der verwendeten Metalle zu verleihen. Qualitativ hochwertige Arbeiten mit Blattmetallen sind sehr aufwendig. Einige Blattmetalle, besonders Blattgold, sind zudem sehr teuer. So werden Blattmetalle häufig für wertvolle Arbeiten, z.B. in der Restauration, eingesetzt. Man unterscheidet Blattgold, Blattsilber, Blattaluminium und Kompositionsgold.

Blattsäge

auch: Blattsägen

Die meisten Sägen gehören zur Familie der Blattsägen. Auch der Fuchsschwanz ist eine Universalsäge, die in der professionellen Holzbearbeitung ebenso wie in Haushalt und Heimwerkerwerkstatt eingesetzt wird. Je nach Art des Sägeblattes bewältigt er mühelos dickere Bretter, Bohlen oder Kanthölzer, aber auch Gipskartonplatten und . Auch Kurvenschnitte lassen sich mit ihm ausführen.

Blattsasse

auch: Sasse, Blattsitz, Überblattungen

Bei der Blattsasse oder Sasse handelt es sich um den unteren Teil einer Überblattung. Die Sasse ist dabei genauer gesagt die Aussparung im Holz, die ein Blatt aufnehmen kann. Beide Hölzer bilden dann eine Ebene. Sasse bedeutet im Niederdeutschen "kleine Mulde". Im traditionellen Fachwerkbau wird das Blatt in der Blattsasse durch einen Holznagel gesichert. Der Begriff "Sasse" wird auch allgemein für alle Ausnehmungen wie Zapfenloch, Kamm oder Versatz verwendet. Eine weitere Bezeichnung für Blattsasse ist Blattsitz.

Blattsilber

Blattsilber ist ein Blattmetall, das auf Hitze und schweflige Verunreinigungen in der Luft sehr empfindlich reagiert. Es muss deswegen stets mit einem Lacküberzug geschützt werden. Daher kommt als Ersatz für Blattsilber häufig Blattaluminium zum Einsatz.

Blattsitz

siehe Blattsasse.

Blattstück

siehe Rähme

Blattziegel

siehe Krempziegel.

Blaublech

auch: Blaubleche

Ein Blaublech ist eine besondere Art von Feinblech. Genauer gesagt handelt es sich bei einem Blaublech um ein kaltgewalztes Feinblech mit einer fest haftenden Eisenoxidschicht. Durch diese Oxidschicht wird zum einen ein optischer Effekt erzielt durch das dunkelblaue Aussehen. Zum anderen schützt die Schicht vor Beschädigungen der Oberfläche. Blaubleche findet man bei Ofenrohren, Backformen oder Heizaggregaten.

Blaubrenner

Der Blaubrenner ist ein Ölbrenner, bei dem die Verbrennung des Heizöles mit nichtleuchtender blauer Flamme erfolgt. Dieser Effekt wird dadurch erreicht, dass das Heizöl nach der Hochdruckzerstäubung durch Wärmeeinwirkung vergast wird, bevor die eigentliche Verbrennung durch Luftzufuhr abläuft. Beim Blaubrenner ist die Ölflamme gleich einer Gasflamme. Der Vorteil liegt darin, dass praktisch keine Russbildung stattfindet. Im Vergleich zum Gelbbrenner ist er daher um einiges umweltschonender.

Blaudämpfen

Bläue

siehe Bläuepilz.

Bläuepilz

auch: Bläue, Bläuepilze

Bläupilze sind holzverfärbende Pilze, die insbesondere im Splintholz bestimmter Nadelhölzer wie Tanne, Fichte oder Kiefer blaue bis schwarze Verfärbungen unterschiedlicher Intensität und Tiefe verursachen. Dies führt nicht zu einer wesentlichen Veränderung der mechanischen Eigenschaften, kann aber die Durchlässigkeit erhöhen. Gerade an Fassaden oder am Sichtschutz wirkt diese Bläue sehr unansehnlich. Um das Holz zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: An erster Stelle steht der konstruktive Holzschutz. Das heißt, Holz sollte z.B. durch Dachüberstände oder eine Neigung von mindestens 15 Grad vor direkter Beregnung oder stehendem Wasser geschützt werden. Holz, das mit Wasser in Berührung kommen kann, muss dagegen mit einem mehrlagigen Anstrich versehen werden. Am Anfang steht dabei immer die Grundierung. Wer sich das Grundieren sparen und das Holz mit einer offenporigen Lasur streichen will, der kann heute auch Lasuren verwenden, die bereits eine Grundierung enthalten. Sie bieten in einem Arbeitsgang auch den Schutz vor Bläue. Im Außenbereich sollten Lasuren mit Farbpigmenten verwenden werden, um das Holz vor dem Ausbleichen durch Sonnenschlicht zu schützen. Die klassische Dünnschichtlasur dringt tief in das Holz ein und lässt die typische Holzstruktur sichtbar bleiben. Eine Dünnschichtlasur ist einfach zu verarbeiten, muss aber regelmäßig gepflegt werden.

Blauer Engel

Kennzeichen für vergleichsweise umweltfreundlich hergestellte bzw. aus umweltfreundlichen Materialien und Ingredienzien hergestellte Waren, z. B. Farben und Lacke. Der "Blaue Engel" ist kein Gütezeichen, sagt also nichts über die Qualität oder Haltbarkeit eines Produktes aus, vielmehr handelt es sich dabei um eine Kennzeichnung bzw. um ein Prüfsiegel, den das Bundesministerium für Umwelt ins Leben gerufen hat. Der "Blaue Engel" wird von der RAL-Organisation im Auftrag des Ministeriums verliehen.

Bläueschutzmittel

Holzschutzmittel mit spezieller Wirksamkeit gegen Bläuepilze. Dabei werden zwei große Klassen unterschieden. Zu der einen Klasse zählen Präparate zum temporären Schutz von Rund- und Schnittholz. Die andere Klasse beinhaltet Grundieranstrichmittel zur Verhinderung von Bläuebefall in verarbeitetem Holz. Rohe bläuegefährdete Hölzer im Außenbereich sowie bei Innen- und Außenseiten von Fenstern und Außentüren müssen mit einem Bläueschutzmittel vorbehandelt werden. Dies gilt sowohl für die Erstbeschichtung als auch für die Renovierung - und zwar nur für das rohe Holz. Eine Gefährdung durch Bläuepilze besteht für die einheimischen Holzarten Lärche, Tanne, Kiefer und Fichte. Bläueschutzmittel werden durch Tauchen, Streichen, Fluten oder Rollen aufgebracht. Ist ein Holz erst einmal mit Bläuepilzen befallen, dann ist es bereits zu spät, da vorhandener Befall nicht reduziert werden kann. Bläueschutzmittel müssen daher rechtzeitig eingesetzt werden.

Blaufäule

Blaufäule ist die falsche Bezeichnung für den Befall von Hölzern mit Bläuepilzen. Falsch in der Hinsicht, dass das Holz nicht verfault und auch nicht zerstört wird. Es wird lediglich verfärbt.

blaupassiviert

Auf den Packungen von Schrauben findet man häufig die Beschreibung "blaupassiviert", das heißt, die Schraube wurde einer Passivierung bzw. Chromatisierung unterzogen. Passivierung nennt man die Ausbildung einer sehr dünnen, porenfreien oxidischen Deckschicht, die sich nur sehr langsam auflöst. In dieser Deckschicht ist die Korrosionsgeschwindigkeit äußerst gering. Verantwortlich für die Deckschichtbildung sind chemische oder elektrochemische Vorgänge. Durch die Passivierung wird der Korrosionsschutz einer Verzinkung erhöht.

Blausäure

Blauschmauchen

Blaustein

auch: Blausteine

Historisch kam der als Terrassenbelag auch heute noch geschätzte Blaustein aus Bergwerken in St. Vith in Belgien und aus dem benachbarten Aachen. Sie werden dort heute nicht mehr abgebaut. Als Ersatz dient der „Belgisch-Granit“, der zwar „Granit“ im Namen trägt, aber in Wirklichkeit ein Kalkgestein ist. Das Gestein wird auch heute noch an zwei Standorten in Belgien abgebaut.

Blausud

siehe Lüstersud.

Blech

auch: Feinstblech, Mittelblech, Edelstahlblech, Kupferblech, Bleche

Bleche sind dünn gewalzte Bahnen aus Metall, die zur Unterscheidung von Riffelblechen, Hammerschlagblechen, Noppenblechen usw. auch als Glattbleche bezeichnet werden. Mit einer Blechschere oder einer Stichsäge können Bleche getrennt werden. Bleche werden für die Verwendung im und am Bau aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Zink oder Blei hergestellt, können natürlich aber auch aus Gold, Silber oder anderen Metallen gewalzt werden. Bleche können gebogen und anderweitig verformt werden. Spengler und Dachdecker kanten z. B. Bleche ab, wenn sie Metalldächer herstellen. Trapezbleche oder Wellprofile sind ein augenfälliges Beispiel dafür, wie Bleche abgekantet bzw. geformt werden können. Sehr oft werden Sicken in Bleche geprägt, um z.B. einem Garagentor aus Blech ein gefälligeres Aussehen zu geben. Speziell das Ausbilden von Sicken erhöht jedoch auch die Stabilität und die Belastbarkeit eines Bleches um ein Mehrfaches. Bleche sind aus dem Bauwesen nicht wegzudenken. Aus optischen Gründen oder um die Resistenz gegen Witterungseinflüsse zu erhöhen, werden Bleche auch als Verbundbleche angeboten. Im dekorativen Bereich kommen Dekorbleche zum Einsatz mit unterschiedlichsten Beschichtungen und Prägungen. Nach ihrer Materialstärke werden Stahlbleche in Feinstblech (bis 0,5 mm), Feinblech (0,5 mm - 3 mm), Mittelblech (3 mm - 4,75 mm) und Grobblech (> 4,75 mm) unterschieden.

Blechdach

auch: Blechdächer

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"Blechdach" ist der allumfassende Begriff für Dachbedeckungen, für die Bleche statt Reet, Dachziegel oder Schindeln verwendet werden. Solche Bleche können Stahlbleche sein, das Kupferdach und das Aluminiumdach ist natürlich auch ein Blechdach. In unterentwickelten Ländern dienen Stahlbleche sehr oft als Dachdeckung, wobei solche Bleche kaum eine Beschichtung haben und vor sich hin rosten. Das ist gelgentlich auch bei Dächern aus Stahlblech (siehe Foto) in Deutschland zu beobachten. Dachbleche aus Stahl sind heutzutage korrosionsgeschützt. Sie sind verzinkt und haben eine Polyesterbeschichtung. Meistens werden Blechdächer mit Trapezblechen gedeckt, wobei die seitlichen Stoßteile unterschiedliche Höhen haben und in ganz niedriger Höhe als Sandwichdach bezeichnet werden, weil die Unterseiten eine Schutzfolie aufweisen.

Blechhafte

auch: Blechhaften

Blechhafte sind Blechstreifen, die zur Fixierung von Blechfalzdeckungen auf der Unterkonstruktion dienen. Auf der Unterkonstruktion wird der eine Schenkel des Hafts befestigt, während der andere in die Blechverfalzung einbindet.

Blechkaltkleber

Zähflüssige Masse, die mit einem Rillenspachtel auf Dächern und Mauern aufgebracht wird, bevor diese mit Blech gedeckt bzw. mit Blech umkleidet werden. Blechkaltkleber verhindern, dass Windsogkräfte die Blechteile abheben, außerdem tragen sie zu einer Geräuschdämpfung bei Regen und Hagel bei.

Blechknabber

siehe Nager.

Blechknabberzange

siehe Knabberzange

Blechnager

siehe Nager.

Blechner

Veraltete landsmannschaftliche Bezeichnung für Klempner

Blechnibbler

siehe Nager.

Blechprofilrost

auch: Blechprofilroste

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Blechprofilroste sind c-profilförmige gekantete und profilierte Bauelemente. Durch scharfkantige, gegebenfalls sägezahnartige Ausbildung der aufgewölbten Ränder vom Ausstanzungen kann bei Blechprofilrosten eine erhöhte Rutschhemmung erreicht werden. Im Unterschied zu Gitterrosten werden Blechprofilroste aus einem Stück gefertigt und durch Stanzen und Abkanten in Form gebracht. Sie zeichnen sich durch eine hohe Tragfähigkeit in der Längsrichtung aus, weshalb sie bestens für Laufstege geeignet sind. In der Regel sind Blechprofilroste verzinkt oder in Edelstahl erhältlich. Ein zusätzlicher Oberflächenschutz kann durch Tauchen der bereits verzinkten Roste in Bitumen oder durch Kunststoffüberzüge erreicht werden. Eingesetzt werden sie unter anderem als Trittstufen im Nutzfahrzeug-Bereich, als Laufstege für Tankfahrzeuge oder im Industriebau.

Blechschälbohrer

auch: Blechschäl-Bohrer

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Blechschälbohrer werden zum Durchbohren von dünnen Stahlblechen verwendet. Sie sind konusförmig und haben einen stetig steigenden Durchmesser. Dadurch wird das Material kontinuierlich aufgerieben und ein Durchbrechen vermieden, was beim schlagartigen Blockieren der Antriebsmaschine zu Unfällen führen kann.

Blechschere

auch: Blechscheren

Werkzeug zum Zuschnitt von Blechprofilen und Blech. Man unterscheidet Elektro-Blechscheren und Hand-Blechscheren.

Blechschraube

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Blechschrauben können sehr unterschiedliche Schraubenköpfe und Schraubengewinde haben. Die Schraubengewinde sind jedoch so konstruiert, dass sie das Gewinde im Blech selbst schneiden.

Blech-Trennmeißel

auch: Blechtrennmeißel

Meißel zum Trennen von Metall.

Blei

Blei ist das schwerste und dichteste Gebrauchsmetall. An der Luft bildet sich schützendes Bleioxid. Blei und Bleiverbindungen sind giftig. Legiert wird Blei mit Antimon zu Hartblei (Dachdeckerblei). Aufgrund seiner Beständigkeit ist Bleiblech ein wichtiges Schutzblech auf Dächern und Fassaden. Blei-Kupfer-Legierungen dienen zur Herstellung von Kabelummantelungen, Dichtungen, Isolierungen und Rohrleitungen. Im Strahlenschutz wird Blei zur Absorption von Röntgen- und Gammastrahlen verwendet.

Bleibacke

auch: Bleibacken

Die Bleibacke ist das seitliche Flügelteil der H-förmigen Bleirute. Sie dient zur Aufnahme der Glaskante bei einer Bleiverglasung.

Bleiblech

auch: Bleiverwahrung, Bleieindeckung, Bleibleche

Bleche aus Blei zählen zu den ältesten und haltbarsten Baumaterialien überhaupt. Im Laufe der Zeit wurden sie für vielfältige Anforderungen und Anwendungsbereiche durch neue Legierungen ständig weiter entwickelt und verbessert. Bleibleche sind zum Beispiel schon seit Jahrhunderten auf Dächern zuhause. Viele berühmte Bauwerke hat Blei vor aggressiven atmosphärischen Umwelteinflüssen geschützt. Die Anwendung als Verwahrung reicht von Kaminverwahrungen, über Abdeckungen von Brandmauern bis hin zu Kehlen und Maueranschlüssen. Auch Dacheindeckungen und Fassadenbekleidungen werden aus Bleiblech hergestellt. Neben Anwendung auf Dächern und Fassaden hat sich Bleiblech aufgrund seiner hohen Dichte auch im Bereich des Strahlen-und Schallschutzes bewährt. Bereits mit geringer Materialstärke kann ein wirkungsvoller Strahlenschutz erzielt werden. Aufgrund der leichten Verformbarkeit können auch runde und eckige Schallkörper schnell und wirtschaftlich isoliert werden.

Bleichbeizen

Bleichbeizen ist das Bleichen und Beizen in einem Arbeitsgang mit Wasserstoffperoxid + Katalysator + peroxybeständiger Wasserbeizlösung. Der Auftrag erfolgt mit Becherpistole in einem Spritzgang. Mit diesem Verfahren kann z.B. amerikanischer Nussbaum in einem Spritzgang den Farbton von französischem Nussbaum erhalten.

Bleichen

Unter Bleichen versteht man die mehr oder weniger starke Zerstörung von farbigen Inhaltsstoffen bei Holz, Textilien und anderen Produkten. Man unterscheidet: Teilbleichung - Aufhellen der Inhaltsstoffe Totalbleichung - vollständiges Ausbleichen der Inhaltsstoffe Pseudobleichung - optische Aufhellung durch Einlagerung von Weispigmenten in die Holzfaser oder Spezialkombinationen von Bindemitteln ohne Pigmente

Bleicherde

andere Bezeichnung für Bentonit.

Bleichromat

Bleichromat ist ein gelbes Farbpigment, das auch unter dem Namen Chromgelb bekannt ist. Maler wie van Gough benutzten dieses Pigment wegen seiner intensiven Farbgebung sehr gerne. Auch in Rostschutzanstrichen wurde es früher gerne verwendet. Allerdings ist Bleichromat giftig, so dass es heutzutage nicht mehr verwendet werden darf.

Bleidach

auch: Bleideckung, Bleidächer

Bleidächer - also Dächer mit einer Bleideckung - wurden bereits in Schriften des Mittelalters erwähnt. Ein Bleidach findet man vor allem bei Kirchen so wie z.B. beim Kölner oder Aachener Dom. Ein Bleidach hat einige Vorteile zu bieten. Blei bildet zum Beispiel eine Patina und ist daher gegen Korrosion geschützt. Da Blei bereits bei niedriger Temperatur (327°C) schmilzt und als Blech sehr geschmeidig ist, eignet es sich sehr für eine Verarbeitung mit einfachen Mitteln. Ein Bleidach ist viel leichter als ein Ziegeldach, außerdem brennt es nicht, wenn ein Feuer ausbrechen würde. Ein Bleidach hält auch viel länger als ein Ziegeldach. Aber Wetter und schmutzige Luft zerstören die Bleischicht mit der Zeit.

Bleideckung

auch: Bleideckungen

siehe Bleidach.

Bleieindeckung

auch: Bleieindeckungen

siehe Bleiblech.

Bleifolie

auch: Bleifolien

Bleifolien werden seit Jahrzehnten für die Horizontalabdichtung im Mauerwerksquerschnitt eingesetzt. Dabei verwendet man entweder metallische Bleifolien oder heute bevorzugt - bitumenkaschierte Bleifolien. Da Blei sehr flexibel ist, lassen sich derartige Folien gut im Sägeschnitt unterbringen. Da Blei des weiteren eine relativ hohe Beständigkeit hat, sind derartige Folien den Aluminiumfolien vorzuziehen.

Bleiglas

Bleiglas enthält einen hohen Anteil an Bleioxid. Bleikristallglas hat eine starke Lichtbrechung, die bei entsprechendem Schliff besonders zur Geltung kommt. Aus Bleikristallglas werden zum Beispiel Trinkgläser, Vasen oder Lüster hergestellt. Bleiglas mit geringem Bleioxidanteil ist unter dem Begriff Kristallglas im Handel. Bleihaltiges Glas wird aber auch in Türfüllungen und Kastenfenstern von Räumen eingesetzt, in denen mit harten Strahlen, z.B. Röntgenstrahlen, umgegangen wird. Bleiglas schirmt vor schädlicher Strahlung ab.

Bleihammer

Bleihöhensprosse

auch: Bleihöhensprossen

Senkrechte Bleisprosse einer Bleiverglasung.

Blei-(II)-Karbonat

siehe Bleiweiß

Bleikrankheit

Kann hervorgerufen werden durch langjährigen Wasserkonsum aus Bleirohren. Blei ist giftig, es lagert sich in den Knochen ab. Die Krankheit führt zu Muskelschwäche, Blässe, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Napoleon badete während seiner Verbannung auf St. Helena täglich und stundenlang in einer mit Bleiblech ausgekleideten Holzbadewanne. Inzwischen geht man davon aus, dass er nicht mit langsam wirkenden Giften von den Engländern umgebracht wurde, sondern an einer Bleivergiftung gestorben ist.

Bleikristall

Bleihaltiges Glas, insbesondere Hohlglas, das unter anderem für die Herstellung hochwertiger Gläser oder Glasvasen verwendet wird. Aus Bleikristall werden auch die geschliffenen runden, ovalen oder tropfenförmigen Glasteile hergestellt, die kettenförmig an einem Lüster hängen.

Bleimennige

Bleimennige, Mennige, Bleirot, Pariser Rot, Saturnrot oder Mineralorange ist ein leuchtend rotes Farbpigment, das aus Bleiverbindungen gewonnen wird. Bereits in der Antike kannte man das Pigment und nutzte es auch zum Färben des Zirkussandes, damit die blutigen Spuren der Wettkämpfe nicht zu erkennen waren. Im 16. Jahrhundert wurde Bleimennige erstmals fabrikmäßig hergestellt. Das schwere und weiche Pulver läßt sich gut mit allen Bindemitteln verarbeiten. Es besitzt eine hervorragende Deckfähigkeit. Weiterhin wird Bleimennige bei der Ölvergoldungstechnik verwendet. Dort können Goldgründe bei Außenarbeiten mit Bleimennige angelegt werden. Mennige wird immer noch als Rostschutzfarbe verwendet, wegen seiner bekannten Toxizität allerdings immer seltener. So ist beispielsweise der charakteristische rote Farbton der Golden Gate Bridge auf die ursprüngliche Verwendung eines Mennigeanstrichs zurückzuführen. Bleimennige als Rostschutz ist in Deutschland verboten. Seit Januar 2005 verbietet das Chemikaliengesetz auch in der Schweiz den Einsatz von Bleimennige.

Bleiquersprosse

auch: Bleiquersprossen

Waagerechte Bleisprosse einer Bleiverglasung.

Bleirot

siehe Bleimennige.

Bleirute

auch: Bleiruten

Bleiruten sind Fassungsstege und zugleich Rahmen aus Blei, mit denen einzelne Glasteile zu einer ganzen Scheibe oder zu einem Glasbild zusammengefügt werden. Butzenscheiben und Kirchenfenster sind typische Objekte für die Verglasung mit Bleiruten. Eine Bleirute besteht aus zwei dünnen Bleistreifen, den Bleibacken, die durch einen Bleisteg in H-Form verbunden sind. Die Flügel oder Backen des H-Profils bilden zusammen mit dem Steg oder Kern einen Falz, der die Kanten des Glases aufnimmt.

Bleisprosse

auch: Bleisprossen

Bleisprossen sind geradlinige Fenstersprossen aus Blei, die größere Glasfelder unterteilen. Man unterscheidet die waagerechten Bleiquersprossen und die senkrechten Bleihöhensprossen. Bleisprossen kamen im 17. Jahrhundert auf gemeinsam mit Holzsprossen als die Flächen von Glas produktionsgemäß größer geworden waren.

Bleistiftmethode

Mit der Bleistiftmethode wird bei textilen Bodenbelägen die Florrichtung bestimmt. Dazu legt man ein Blatt Papier auf den Teppichboden und rollt darauf einen Bleistift hin und her. Die Richtung, in die sich das Papier bewegt, ist die Florrichtung.

Bleiverglasung

auch: Mosaikverglasung, Mosaikbleiverglasung, Bleiverglasungen

Eine Bleiverglasung hat nichts zu tun mit Bleiglas, wohl aber mit der Glasmalerei und auch mit der Verglasung von Butzen zu Butzenscheiben, wobei die Einzelscheiben durch Bleiruten zusammengehalten werden. Wenn es gilt, die farbigen Scheiben einer Glasmalerei einzufassen, fertigt der Glaser zunächst Schablonen entsprechend der Form der Glasstücke an, um anschließend das Glas exakt einzupassen. Dazu bedient er sich sogenannter Bleiwerkzeuge. Eine andere Bezeichnung für Bleiverglasung lautet Mosaikverglasung.

Bleiverwahrung

auch: Bleiverwahrung

siehe Bleiblech.

Bleiweiß

Dieses weiße Farbpigment wird unter der Einwirkung von Essigsäure aus Blei hergestellt. Chemisch wird es als Blei-(II)-Karbonat bezeichnet. Historisch wurde das Pigment dadurch gewonnen, dass Blei monatelang in Tongefäßen über Essig gelagert wurde. Dabei wurden die Töpfe in Kuh- oder Pferdemist eingegraben. Durch den Temperaturanstieg des fermentierenden Mists reagierte das Blei mit Essigdämpfen und Kohlendioxyd und bildete Bleiweiß. Das Pigment wurde dann abgekratzt, getrocknet und gemahlen. Es reagiert sehr gut mit Leinöl, schützt dadurch Metalle vor Korrosion und Farbe sowie darunter liegende Stoffe wie Holz vor Pilzen, Bakterien und Insekten. Da Bleiweiß allerdings sehr giftig ist, wird es heute kaum mehr verwendet.

Bleiwerkzeuge

auch: Bleiwerkzeug

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Bleiwerkzeuge bestehen nicht aus Blei, sondern dienen der Herstellung von Bleiverglasungen, die seit Jahrhunderten nur in handwerklicher Art hergestellt werden können. Der Verglaser nutzt Bleihammer und spezielle Messer, um die Glasstücke in die Bleiruten einzufügen bzw. um die Bleiruten abzulängen. Unser Foto zeigt einen Werkzeugsatz der Glasmalerei Stettler aus der Schweiz.

Blendbogen

Ein Blendbogen ist ein Bogen, der keine Öffnung in der Mauer überbrückt, sondern der geschlossenen Wand nur vorgeblendet, das heißt aufgelegt ist. Der Blendbogen ist besonders in der romanischen und gotischen Baukunst ein beliebtes Mittel zur Wandgliederung. In den die Romanik und Gotik aufnehmenden Stilformen des Historismus findet er seinen Widerhall.

Blende

auch: Blenden

Mit Blende bezeichnet man senkrechte oder nahezu senkrechte Abdeckungen aus Metall an Traufe oder Ortgang, z. B. unterhalb des Metalldachabschlussprofils, unter vorgehängten Dachrinnen oder als Bekleidung innenliegender Dachrinnen (siehe vorgehängte Dachrinne). Blenden dienen auch dem Sonnen- oder Sichtschutz oder allgemein zur optischen Schließung oder Verkleinerung einer Öffnung.

Blendfassade

auch: Blendfassaden

Fassade, die einem unbefriedigend proportionierten Bau dekorativ vorgeblendet ist. Sie überragt diesen oft seitlich oder in der Höhe. Eine Blendfassade steht häufig ohne Beziehung zu dem Bauwerk und erzielt eine nur auf sich bezogene Wirkung bzw. will einen nicht vorhandenen Charakter des Bauwerks vortäuschen.

Blendfenster

auch: Blindfenster

Das Blend- bzw. Blindfenster ist kein Fenster, durch das man durchblicken kann. Vielmehr ist es ein zugemauertes Fenster, so dass eine Nische in der Wand zurückbleibt. Die Nische kann mit einem Bogen, einer Fensterbank oder einem Sturz versehen sein. Im Barock wurden Blendfenster aus Gründen der Symmetrie angelegt. Von außen erscheint ein Fenster durch eine spezielle Bemalungstechnik als Illusion in der Fassade, von innen wird es zur Täuschung mit verglasten Fensterrahmen sowie mit Spiegeln versehen.

Blendladen

auch: Blendläden

In südlichen Ländern allgegenwärtiger Rollladenersatz und meist aus Blech angefertiger Fenstervorsatz, in dessen Rahmen bewegliche Lamellen eingelassen sind. Aus diesem Grund spricht man auch von Jalousieläden. Blendläden schützen vor direkter Sonneneinstrahlung, vor den Blicken neugieriger Passanten oder Nachbarn und in geringem Maße auch vor Einbruch. Durch das Verstellen der Lamellen kann der Lichteinfall ins Zimmer reguliert werden bis zur absoluten Verdunkelung. In Deutschland werden Blendläden meistens aus Holz gefertigt.

Blendrahmen

auch: Blindrahmen

Der Blend- bzw. Blindrahmen ist eine bestimmte Bauart des Fenster- bzw. Türrahmens. Er wird dem Baukörper vorgeblendet und nicht wie der Blockrahmen oder der Zargenrahmen in die Wandöffnung hineingeschoben. Er dient der Befestigung der Fensterflügel oder des Türblatts. Seine Rahmenhölzer besitzen einen liegendrechteckigen Querschnitt. Der Vorteil eines Blendrahmen ist, dass die gesamte lichte Breite und Höhe der Wandöffnung genutzt werden kann.

Blendrahmenfenster

Fenster mit einem Blendrahmen, der vor die Wand montiert wird und somit einen Teil der Wandfläche bedeckt. Angebracht werden die Blendrahmenfenster mit Dübeln oder speziellen Befestigungssystemen. Bereits aus dem 16. Jahrhundert sind Vorläufer des Blendrahmenfensters belegt. Bei Steinbauten sind sie seit dem 18. Jahrhundert üblich und im 19. Jahrhundert waren sie der Standard. Heutzutage werden Fensterrahmen meist in die Fensteröffnung hineingesetzt.

Blendrahmentür

auch: Blendrahmentüren

Bei einer Blendrahmentür wird das Türblatt nicht wie heute allgemein üblich von einer Türzarge gehalten. Sie ist eine Tür mit einem Blendrahmen, der bei massiver Bauweise mit einem Bankeisen an einem rohen oder vorgeputzten Mauerfalz verankert ist. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert war die Blendrahmentür die Standardtür.

Blendtür

auch: Blindtür, Blendtüren

Die Blind- bzw. Blendtür ist wie das Blendfenster lediglich eine geschlossene Nische in einer Wand. Meist wurde bzw. wird sie nur aus Symmetriegründen eingebaut. Die Nische kann passend zur Fassade mit Bogen, Sturz oder Gewänden vesehen sein. Eine Blendtür besitzt keinen Türrahmen und kein Türblatt.

blickdicht

Unter dem Begriff "blickdicht" lassen sich alle Bauelemente und Materialien zusammenfassen, die den Durchblick von außen verhindern, während von innen der Durchblick möglich ist und dementsprechend auch Tageslicht "durchgelassen" wird, wenn auch in gedämpfter Form. Es gibt blickdichtes Sichtschutzglas und Sichtschutzfolien, aber auch PVC-Gewebe für die Montage an Metallzäunen. Auch Jalousien sind blickdicht, wenn die Lamellen entsprechend eingestellt werden.

blickfeste Farbe

auch: blickfeste, Farben

Scherzhafte Bezeichnung aus dem Bereich des Malerhandwerks und der Einkäufer bei Baumarktgruppen für eine besonders billige, im Prinzip minderwertige Wandfarbe für Innenräume. Eine solche Farbe ist weder wisch- noch waschfest, sondern eben nur "blickfest". "Eimerware" mit "blickfester" Farbe wird immer wieder als Lockvogelangebot in der Werbung platziert. Solche Ware ist schnell anhand der geringen Nassabriebbeständigkeit - nämlich Klasse 5 - identifiziert.

Blindbalken

Blindboden

siehe Fehlboden.

Blindenleitplatte

auch: Blindenleitplatten

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Betonplatten, deren Abmessungen und Qualität durch die DIN 485 vorgeschrieben sind. Sie werden vorzugsweise in der quadratischen Größen von 35 x 35 cm gefertigt und insbesondere vor Bordsteinkanten und anderen "Stolperfallen" verlegt. Durch ihre geriffelte Struktur signalisieren Sie dem Blinden mit seinem Blindenstock, dass er sich einem Hindernis nähert, zum Beispiel einem von Kleinpalisaden umsäumten Beet oder einer Bordsteinkante.

Blindfenster

siehe Blendfenster.

Blindholz

Sammelbegriff für Holz, das als nicht sichtbares Konstruktionsholz verwendet wird, z.B. als Trägermaterial von Furnieren. Blindholz findet man z.B. zwischen den Decklagen von Tischlerplatten.

Blindnieten

auch: Nietmutter, Einnietmutter

Mit Hilfe von Blindnieten oder Einnietmuttern werden Bauteile unterschiedlicher Materialien unlösbar oder lösbar miteinander verbunden. Der Vorteil einer Blindniete ist, dass sie an nur einseitig zugänglichen Stellen "blind" eingesetzt werden kann. Bei starken Vibrationen oder wenn dünne Materialien dauerhaft miteinander verbunden werden sollen. Deshalb werden Flugzeuge genietet und nicht geschraubt. Es gibt eine Vielzahl von Blindniet-Ausführungen wie Senk-, Flachkopf-, Einnietmuttern sowie Einnietbolzen. Um eine dauerhafte und sichere Verbindung herzustellen, müssen Niet-Material, Durchmesser und Länge auf den Werkstoff abgestimmt sein. Ein Handwerkzeug zur Herstellung von Blindnietverbindungen ist die Blindnietzange. Nietmuttern gibt es in den verschiedenen Größen M4, M5 und M6 und aus Aluminium und Stahl. Für die Auswahl der richtigen Nietmutter ist neben dem Gewindedurchmesser auch die Dicke des Materials bzw. die Klemmdicke ausschlaggebend. In die befestigte kann anschließend eine Schraube gedreht werden, das unterscheidet sie von einer Blindniete.

Blindnietzange

auch: Blindnietzangen

Werkzeug zum Zusammennieten dünner Materialien wie beispielsweise steifem Leder oder zumeist Metallblechen. Die nietbare Materialstärke liegt bei etwa 1 mm bis 9 mm, wobei dafür verschiedene Nieten verwendet werden müssen. Zunächst muss ein Loch mit dem Durchmesser der Niete durch die zu verbindenden Werkstücke gebohrt werden. Die Niet steckt man in die geöffnete Zange und dann in das Loch. Nun wird die Zange zusammengedrückt. Dabei bricht die Niet ab und es bildet sich an der Unterseite eine Verdickung, die beide Teile fest zusammenhält.

Blindrahmen

siehe Blendrahmen.

Blindschwelle

auch: Blindschwellen

Die Blindschwelle ist eine Türschwelle, die nur vorläufig beim Transport und Einbau eines Türrahmens dem Zusammenhalt dessen senkrechter Hölzer dient und die später von der eigentlichen Schwelle überdeckt oder ersetzt wird.

Blindstrom

Viele elektrische Verbraucher verursachen induktiven Blindstrom beim Aufbau ihrer magnetischen Felder, z. B. Motoren, Aufzüge, Transformatoren, Schweißautomaten oder die Drosseln von Leuchtstofflampen. Der so generierte Blindstrom pendelt im Wechselstromnetz ständig zwischen Verbraucher und Stromerzeuger hin und her. Den Mehraufwand stellen die Versorgungsnetzbetreiber in aller Regel in Rechnung.

Blindtür

auch: Blindtüren

siehe Blendtür.

Blitzkugelverfahren

Zur Ermittlung der notwendigen Auffangeinrichtungen eines Gebäudes stehen dem qualifizierten Blitzschutz-Fachbetrieb drei Verfahren zur Auswahl. Das Maschenverfahren, das Schutzwinkelverfahren und das Blitzkugelverfahren. Das Blitzkugelverfahren ist das maßgebliche Verfahren zur Ermittlung von Stellen, die für einen direkten Blitzeinschlag in Frage kommen. Es basiert auf dem Blitzkugelmodell, das den durch einen Blitz gefährdeten Bereich als Kugel mit festgelegtem Durchmesser definiert. Jede Stelle der Anlage, die von der Blitzkugel berührt werden könnte, ist durch direkten Blitzeinschlag gefährdet. Die gefährdeten Stellen können mit maßstäblichen Modellen ermittelt werden.

Blitzmörtel

Blitzmörtel werden zur Rissverpressung oder der nachträglichen Vertikalabdichtung sowie als Schnellstopfmittel bei Abdichtungsarbeiten gegen drückendes Wasser eingesetzt. Sie haben die Aufgabe, bei kurzfristig auftretenden Leckagen das Mauerwerk abzudichten und den Wasseraustritt zu verhindern, so dass eine durchgehende Vertikalabdichtung ausgeführt werden kann. Eingesetzt werden organisch vergütete Mörtel, die aus hoch hydraulischen und schnell abbindenen Zementen und einer Silicatkomponente bestehen.

Blitzschutz

Als Blitzschutz bezeichnet man Maßnahmen zum gefahrlosen Auffangen und Ableiten des Blitzstroms in die Erde (äußerer Blitzschutz) sowie gegen die Auswirkungen elektromagnetischer Blitzimpulse auf elektrische und elektronische Systeme in baulichen Anlagen (innerer Blitzschutz). Der Blitzschutz dient somit primär der Schadensverhütung, der Erhaltung der Funktionsfähigkeit der elektrischen und elektronischen Systeme sowie dem Schutz von Personen und Nutztieren gegen gefährliche elektrische bei direkten und indirekten Blitzeinschlägen.

Blitzschutzmast

auch: Blitzschutzmaste

Blitzschutz-Potentialausgleich

Über die Anforderungen des Potentialausgleichs hinaus müssen Maßnahmen ergriffen werden, um auch einen Blitzschutz-Potentialausgleich zu erzielen. Das wird erreicht durch Verbindung der Blitzschutzanlage mit Installationen aus Metall und geerdeten Starkstrom- und Fernmeldeanlagen und sonstigen geerdeten Bauteilen. In Hochhäusern über 30m Höhe muss der Blitzschutz-Potentialausgleich in Abständen von max. 20m Höhe wiederholt werden

Blitzschutzsystem

auch: Blitzschutzsysteme

Ein Blitzschutzsystem ist das gesamte System für den Schutz einer baulichen Anlage gegen die Auswirkungen des Blitzes. Es besteht sowohl aus dem Äußeren als auch aus dem Inneren Blitzschutz (siehe äußerer Blitzschutz, innerer Blitzschutz.

Blitzstrom-Ableiter

siehe Ableiter.

Blitzzementmörtel

Blochholz

auch: Blochhölzer

Österreichische Bezeichnung für Rundholz

Blockbandsäge

auch: Blockbandsägen

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Im Technischen Aufbau und der Arbeitsweise funktioniert die Blockbandsägemaschine wie eine Bandsägemaschine. Sie ist lediglich größer gebaut und arbeitet mit Sonderbandsägeblättern. Sie dient zum Auftrennen von Stämmen und blockverleimten Mittellagen. Die Vorteile der Blockbandsäge liegen vor allem in der Erzeugung von qualitativ hochwertigem Schnittholz. Blockbandsägen werden für große Durchmesser und individuellen Einschnitt genutzt. Eingeschnitten werden insbesondere Laubhölzer, Nadelholz großer Dicke aber auch dünnere Durchmesser mit Trennbandsägemaschinen und entsprechender Anordnung der Sägen. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Gattersäge ist das Schnittbild feiner und der Stamm kann optimaler ausgenutzt werden, da der minderwertige Kernholzanteil durch die Bandsägetechnik fast vollständig wegfällt. Neben den stationären Blockbandsägen von Sägewerken gibt es auch mobile Blockbandsägen. Hier ist die Säge auf einem Anhänger montiert und kann überall dorthin gefahren werden, wo sie benötigt wird.

Blockbohlen

Blockbohlen sind zunächst einmal mindestens 70 mm starke, gehobelte Vierkanthölzer, die entweder aus einem Stamm geschnitten oder aus mehreren, diffusionsoffen verleimten Brettern ("Lamellen") zusammengesetzt sind. In diesem Fall spricht man von geleimten Blockbohlen. Blockbohlen können für den Einsatz im Blockhausbau oder als Deckenelemente auch mit Nut oder Doppelnut und Feder ausgestattet sein. Das Einfräsen eines Nuts kann auch dazu dienen, die natürlich Rißbildung im Holz zu lenken.

blocken

auch: verblocken

Verkleben zwei frisch gestrichene Oberflächen miteinander, so nennen dies die Fachleute "blocken". Im weiteren Sinne wird dieser Begriff aber nicht nur bei einem Lack-zu-Lack-Kontakt, wie z. B. bei gestrichenen Holzfenstern (Rahmen gegen Fensterflügel) gebraucht, sondern auch für den Kontakt zwischen einer beschichteten Fläche und einem anderen, nicht lackierten Material (NC-Lack gegen Weich-PVC-Folie), wenn dies zu einem merklichen Anhaften aneinander führt. : vom leichten Blocken, bei dem sich die beiden Flächen ohne sichtbaren Defekt leicht wieder voneinander trennen lassen, bis zum sehr starken Blocken, bei dem die Beschichtung der einen Seite beim gewaltsamen Trennen vom betreffenden Untergrund abgerissen wird und mit der Beschichtung der anderen Seite praktisch untrennbar verbunden bleibt. Die Blockfestigkeit muss hierbei auch unter dem Gesichtspunkt der jeweiligen Schichtstärke einer Beschichtung, von Trocknungstemperatur und –zeit gesehen werden. Es gibt verschiedene Additive, welche die Blockfestigkeit verbessern können; ihre Wirksamkeit beruht im allgemeinen darauf, dass sie während der Trocknungsphase eines Beschichtungsstoffes an dessen Oberfläche wandern. Hierzu gehören z. B. Paraffin, Wachse, Stearate, mikrokristalline PE- und PP-Präparationen.

Blockfenster

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Unter einem Blockfenster wird ein Fenster verstanden, das in eine Glasfassade eingesetzt wird, die sich aus vielen gleichgroßen Blockfenstern zusammensetzt. Dementsprechend können Blockfenster starre Kastenfenster sein, sie können aber auch über eine Dreh-, Kipp- oder Dreh-Kipp-Funktion verfügen, so dass Teile der Fassade geöffnet und belüftet werden können. Das Foto zeigt ein Blockfenster des Herstellers RAICOWING.

Blockfestigkeit

Wenn zwei lackierte Flächen mit Druck aufeinandergepreßt werden und nicht verkleben, sind sie blockfest. Dieses ist bei Fensteranstrichen wichtig, da hierbei im Bereich der Falz genau diese Verklebung vorkommen kann. Alkydharzlacke sind immer blockfest. Bei Acryllacken ist das nicht immer gegeben, es müssen entsprechende Hinweise beachtet werden.

Blockfundament

auch: Blockfundamente

Ein Blockfundament ist ein Einzelfundament, das oft unter Balkonpfeilern, Carports oder Pergolen angeordnet wird. Dabei wird beispielsweise ein Stützenfuß einbetoniert, an dem der Pfosten befestigt wird.

Blockhaus

auch: Blockhäuser

Ursprünglich Bezeichnung für ein Wohngebäude, das aus aufgeschichteten Baumstämmen oder aus dem Stamm geschnittenen Bohlen, den sog. Blockbohlen errichtet wird. In Deutschland versteht man unter einem Blockhaus jedoch häufig ein Gartenhaus oder eine Jagdhütte dieser Bauweise. Als Wohnblockhäuser bezeichnet man jene Blockhäuser, die wie ein normales Haus ausgestattet sind und wie Masssiv- oder Fertighäuser dauerhaft bewohnt werden können. Blockhäuser und Wohnblockhäuser werden aus Blockbohlen, also Vierkanthölzern, aus Rundstammbohlen und aus Leimholzbohlen hergestellt.

Blockhausprofil

auch: Blockhausprofile

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Bezeichnung für ein Profilholz mit einer gewölbten Außenseite, wodurch der optische Eindruck eines Holzhauses aus Rundstämmen entsteht.

Blockheizkraftwerk

auch: BHKW, Blockheizkraftwerke

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) besteht aus einem stationären Motor, der nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl elektrischen Strom als auch Wärme produziert. Betrieben werden BHKWe entweder mit Gas, Öl oder Holz (Holzvergasung), aber auch mit Raps-Methyl-Ester. Die Effektivität von Blockheizkraftwerken beruht auf der Nutzung der Abwärme, die in anderen Kraftwerken über das Kühlwasser ungenutzt in Flüsse geleitet wird. Stark vereinfacht ausgedrückt: Ein BHKW ist ein Heizkessel, der Strom erzeugt. BHKW werden häufig zur Nahwärmeversorgung herangezogen.

blockierbares Thermostatventil

auch: blockierbare, Thermostatventile

Blockrahmen

auch: Stockrahmen, Blockrahmenfenster

Als Block- bzw. Stockrahmen wird heutzutage ein Fenster- bzw. Türrahmen aus Kanthölzern mit nahezu quadratischem Querschnitt bezeichnet. Im Gegensatz zum Blendrahmen wird er in das lichte Maß der Fenster- bzw. Türöffnung hineingestellt. Am Blockrahmen werden Fensterflügel oder Türblatt beweglich befestigt. Baugeschichtlich hat der Blockrahmen eine andere Bedeutung. Bis ins 16. Jahrhundert war er ein Konstruktionselement, das als tragendes Element einer Fachwerkwand oder in der Massivbauweise fest eingemauert war. Gleichzeitig diente er der Tür oder dem Fenster als Anschlag.

Blockrahmenfenster

siehe Blockrahmen.

Blockschloss

In das Türblatt einer Hauseingantstür wird ein Blockschloss eingebaut, wenn alle Türen und Fenster im Haus mit den Sensoren einer Einbruchmeldeanlage ausgestattet sind. Das Blockschloss dient zum Scharf- und Unscharfstellen der Alarmanlage, funktioniert aber nur, wenn alle Türen und Fenster geschlossen sind und alle Sensoren dann die Freigabe zum Scharfschalten melde. Durch diese sinnvolle Konstruktion werden Fehlalarme vermieden. Sofern Einbrecher versuchen, den Schlossdeckel eines Blockschlosses anzubohren, wird Alarm ausgelöst.

Blockschnitt

siehe Scharfschnitt.

Blockstabel

auch: Holzstapeln

siehe Holzstapel.

Blockständerbau

Blockständerbau bzw. Bohlenständerbau ist eine Bauweise, bei der liegende und stehende Balken miteinander zu einem Haus vereint werden. Einfach gesagt ist es eine Mischung zwischen Blockbau und Fachwerkbau. Zum Einsatz kam diese Technik zum Beispiel beim berühmten Schwarzwaldhaus aber auch in Gegenden der Schweiz. Beim Blockständerbau wird zunächst der Schwellenkranz unter Verzapfung und Verkeilung verbunden. An den Hausecken und an allen Stellen der Fassade, an denen innere Wände anstoßen, stehen Pfosten. Diese sind mit Nuten versehen, in die Bohlen als Füllhözer eingreifen. Wenn man so will, werden die Gefache mit Holz und nicht wie beim Fachwerkbau mit anderen Materialien wie Lehmstaken oder Mauersteinen geschlossen.

Blockstein

auch: Blocksteine

Bei einem Blockstein handelt es sich um einen großformatigen Mauerstein. Ein Blockstein kann meist nur mit beiden Händen oder gar nur mit einem Hebegerät versetzt werden. Um Gewicht zu sparen oder zur Wärmedämmung, kann ein Blockstein mit Hohlkammern versehen sein. Es gibt aber auch Vollstein, Vollblöcke oder Vollblocksteine, die nur Grifflöcher haben. Die Maße eines Blocksteins werden als Vielfaches des Dünnformats (DF) angegeben. Ein DF beträgt 240/115/52 mm, bei einem Stein mit 10 DF sind die Maße 300/240/238 mm.

Blockstufe

auch: Klotzstufe, Blockstufen

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Blockstufen sind Stufen mit rechteckigem oder annähernd rechteckigem Querschnitt. Die massiven Stufen aus Holz, Beton oder Naturstein werden meist bei Außentreppen, seltener auch bei Innentreppen verwendet. Die einzelnen Blockstufen überlappen sich zumeist ein wenig. Sie sind die stabilste Stufenform, andere Stufenformen sind zum Beispiel die Legstufe und die Stellstufe. (Abbildung: Paul Wolff)

Blockstufentreppe

auch: Klotzstufentreppe, Blockstufentreppen

Die Block- bzw. Klotzstufentreppe ist eine spezielle Bauart einer Treppe. Im Gegensatz zur Wangentreppe besteht die Blockstufentreppe aus massiven quaderförmigen oder dreieckigen Blockstufen oder Klotzstufen. Deren Stufenkörper liegt auf der Hinterkante der unteren Stufe. Meist sind Blockstufentreppen aus Stein, seltener aus Holz.

Blockverband

auch: Blockverbände

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Bei mindestens einem Stein dicken Erdgeschoßwänden wird häufig der Blockverband gesetzt. Bei ihm wechseln sich Läufer- und Binderschichten regelmäßig miteinander ab. Begonnen wird mit einer Binderschicht, die darüberliegende Schicht besteht aus zwei nebeneinander liegenden Läufern. Bei 24 cm dicken Wänden und bei der Verwendung von kleinformatigen Steinen sind die Läufer um das Maß ½ am gegenüber den Bindern versetzt. Das Gleiche gilt bei 30 cm Wanddicke und der Verwendung von mittelformatigen Steinen. Auf der Abbildung sehen Sie drei Anordnungsmöglichkeiten für unterschiedliche Wanddicken.

Blockverleimung

Mehrlagig verleimte Massivhölzer geeignet für die Rahmenbauweise. Gegenüber dem Massivholz bietet sie ein erhöhtes Standvermögen gegen Verzug.

Blockware

Blockware sind unbesäumte Stammstücke aus Laub- oder Nadelschnittholz, die in der Schweiz auch Klotzware genannt werden. Die Blockware findet Verwendung z.B. bei Fenster-, Treppen-, Leistenherstellern. Die Qualität des verwendeten Holzes muss in der Regel sehr gut sein.

Blockzarge

auch: Blockzargen

Blockzargenrahmen

auch: Blockzarge

Der Blockzargenrahmen bzw. die Blockzarge stellt eine Variante eines Fenster- oder Türrahmens dar. Genauer gesagt ist er eine Zwischenform zwischen Blockrahmen und Zargenrahmen. Der Blockzargenrahmen hat sich vom konstruktiven Fachwerkgerüst getrennt. Die einzelnen Hölzer bekommen unterschiedliche Querschnitte. Die Blockzarge wird in die lichte Maueröffnung gesetzt und ist tiefer als breit. Der Blendrahmen hingegen ist breiter als tief. Vorteile einer Blockzarge beim Fenster sind geringerer Holzverbrauch und größere Lichtausbeute.

Blower-Door-Test

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Der Blower-Door-Test ist ein Luftdichtigkeitstest bei Wohngebäuden und hat durch die EnEV insofern besondere Bedeutung erlangt, als nur durch diesen Test die vom Gesetzgeber geforderte absolute Luftdichtigkeit des Gebäudes nachgewiesen werden kann. Grundsätzlich ist es jedoch keineswegs so, dass bei einem Neubau nach dem 1. Januar 2003 (also dem Inkrafttreten der EnEV) die Durchführung dieses Tests gesetzliche Auflage wäre. Zur Erteilung der Baugenehmigung und für die behördliche Schlußabnahme genügt der rechnerische Nachweis. Beim Test wird bei geschlossenen Fenstern und Außentüren mit einem großen Ventilator bei konstantem Unterdruck (50 Pascal) Raumluft aus dem Haus geblasen. Durch die Messung des von dem Gebläse geförderten Volumenstroms bei unterschiedlichen Druckdifferenzen zwischen innen und außen wird die Luftwechselzahl n50 ermittelt. Die Bestimmung der Luftdichtheit von Gebäuden erfolgt nach ISO 9972. Demnach darf die Luftwechselzahl bei Gebäuden ohne Lüftungsanlagen den Kennwert 3 und bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen den Kennwert 1,5 nicht überschreiten.

Blue Pearl

Blume

auch: Blumen

Als "Blumen" werden in der Holzwirtschaft unterschiedliche Farbzonen oder Strukturen verstanden wie z.B. Porenringe. Blumen mindern den Wert des Holzes.

Blumenfenster

Ein Blumenfenster ist kein feststehender bautechnischer Begriff, obwohl er in den Bauplänen von Architekten auftaucht. In der Regel wird unter einem Blumenfenster ein breites Fenster verstanden, das im Ess- oder Wohnzimmer eingebaut wird, damit auf der Fensterbank Blumentöpfe aufgestellt werden können. Befindet sich unter der Heizung ein Radiator, beeinträchtigt die warme Luft das Wachstum der Pflanzen.

Blumenkastenhalter

auch: Blumenkästen-Halter, Blumenkasten-Halter

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Blumenkästen bieten eine Gefahrenquelle ersten Ranges, wenn sie in oberen Stockwerken mittels Haltevorrichtungen an Fensterbänken oder an Balkonbrüstungen angebracht sind. Stabile Blumenkastenhalter mit tellerförmigen, variablen Distanzstücken (Foto) können diese Gefahr minimieren, sofern die Halterungen fest in der Fassade verdübelt werden. Doch das allein genügt nicht - auch die Kästen selbst müssen in oder an den Blumenkastenhaltern verankert werden, damit sie nicht durch eine Windböe weggeschleudert werden.

Blumenkelle

auch: Gartenkelle, Blumenkellen

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Die Blumen- oder Gartenkelle ist, wie der Name bereits sagt, ein Werkzeug für die Gartenarbeit. Sie ist praktischer Helfer in Garten, auf Balkon und Terrasse oder bei der Grabpflege: An- und Umpflanzen, Balkonpflanzen oder Zwiebeln setzen, ...

Blumenkrippe

Pflanzkasten in Krippenform, wobei die Längsseiten aus Blockbohlen bestehen. Blumenkrippen wirken nur vor ländlichen, speziell alpenländischen Anwesen.

Bluten

Siehe Entmischen.

Bockgerüst

auch: Bockgerüste

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Bockgerüste werden aus stählernen oder hölzernen Gerüstböcken und darüber gelegter Bohle zusammen gefügt. Sie werden als Arbeits- und Schutzgerüst verwendet. Bockgerüste werden bei Mauer- und Putzarbeiten eingesetzt, um bis an die Decke des Erdgeschosses und dann weiter von Stockwerk zu Stockwerk mauern zu können.

Bockleiter

auch: Bockleitern

Boden

auch: Böden

Anhäufung (Sedimente) von Gesteinspartikeln (Körner) verschiedener Größe und Beschaffenheit ohne chemische Kornbindung (Verkittung). Dies ist die wissentschaftliche Erklärung. Doch Boden ist nicht gleich Boden, das dürfte mancher Hobbygärtner oder Bauherr schon leidvoll erfahren haben. Der Gärtner liebt organischen Boden wie Humus oder Torf. Als Baugrund ist er aber völlig ungeeignet. Dafür eignen sich anorganische Böden wie Sand, Kies, Ton oder Fels. Doch auch dort gibt es erheblich Unterschiede bezüglich Tragfähigkeit und Bearbeitbarkeit, weshalb Böden in Bodenarten und Bodenklassen eingeteilt werden.

Bodenablauf

auch: Gully, Bodenabläufe

Ein Bodenablauf ist das, was umgangssprachlich auch als Gully bezeichnet wird, also ein Ablauf in einer begangenen oder befahrenen Fläche. In der Regel dient er zum Abfluss von Wasser. Man unterscheidet Bodenabläufe mit und ohne Geruchsverschluss. Ein Bodenablauf mit Geruchsverschluss führt Abwasser über eine Anschlussleitung der weiterführenden Schmutz- und Mischwasserleitung zu, z.B. Decken-, Regenwasser-, Badablauf. Bei einem Bodenablauf ohne Geruchsverschluss wird Regenwasser über eine Regenwasseranschlussleitung abgeleitet oder zu einem Entwässerungsgegenstand mit eigenem Geruchsverschluss geleitet, z.B. Regenwasser-, Flachdach-, Terrassenablauf.

Bodenabschlussprofil

auch: Bodenabschlussprofile

Bodenart

auch: Bodenarten

Die Bodenarten geben Auskunft über die Tragfähigkeit des Bodens, die bei der Errichtung von Bauwerken berücksichtigt werden muss. Wegen seines unterschiedlichen Verhaltens bei Belastung teilt man den Boden als Baugrund in Bodenarten ein. Man unterscheidet gewachsener Boden, geschütteter Boden und Fels. Im landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Bereich spricht man von folgenden Bodenarten: leichter Boden, mittlerer Boden und schwerer Boden.

Bodenaushub

Beim Bodenaushub handelt es sich um den Teil der Erde, der beim Aushub einer Baugrube anfällt. Da ein Großteil des Bodenaushub nach Beendigung der Baumaßnahme nicht mehr benötigt wird, muss er entsorgt werden. Sauberer Bodenaushub darf uneingeschränkt für andere Zwecke verwendet oder auch bei der örtlichen Deponie abgegeben werden. Bereits bei schwach belastetetem Bodenaushub gibt es bei der Verwertung bestimmte Einschränkungen. Die Verwertungsmöglichkeit hängt vom Gehalt an Schadstoffen, den Nutzungen und den Einbaubedingungen ab. Verschiedene Gesetze und Regelungen beschäftigen sich mit dem Bodenaushub: Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, die Technische Richtlinie Boden der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall, das Bundesbodenschutzgesetz und die Bundesbodenschutzverordnung.

Bodenaustausch

Um die Gefahr von Setzungen bei Gründungen auf weniger tragfähigen Böden zu entgehen, wird er in der Praxis häufig mit einem tragfähigeren Boden ausgetauscht (bindiger Boden wird durch nichtbindigen Boden ersetzt). Dieses Verfahren nennt man Bodenaustausch. Meist ist ein Bodenaustausch nur für oberflächennahe Schichten wirtschaftlich. Sind die Randbedingungen günstig, kann auch ein tieferliegender Bodenaustausch vorgenommen werden.

Bodenaustauschverfahren

Das Bodenaustauschverfahren ist ein Verfahren zur Bodenverbesserung und kommt vor bei besonders gering tragfähigen oder nicht anderweitig verbesserungsfähigen Bodenschichten zur Anwendung. Der Bodenaustausch kann auf verschiedene Weise wie zum Beispiel durch Verdrängen, mit dem Seitenschildgerät oder dem Vorschubgerät erfolgen. Beim Kastenbodenaustauschverfahren werden oben und unten offene Stahlkästen über den auszutauschenden Boden gestellt. Hier wird dann der Boden in dem Kasten bis zu einer bestimmten Tiefe ausgetauscht. Dieses Verfahren kommt z.B. beim Gleisbau zum Einsatz. Vor allem Hochgeschwindigkeitszüge benötigen einen extrem tragfähigen und belastbaren Untergrund. Unterschiede beim Bodenaustausch entstehen auch durch die hydrologischen Verhältnisse. Ist der Boden trocken, kann beim Bodenaustausch ganz anders vorgegangen werden als bei einem nassen Boden. Steht kein Wasser an, wird der Boden in der Regel durch Radlader, Bagger oder Schubraupen ausgehoben und mit LKWs abtransportiert. Beim Bodenaustausch im Nassen wird der Boden mechanisch oder durch eine Kombination mit Spülhilfen gelöst und mit schwimmenden Behältern oder – sofern spülfähig – in Rohrleitungen abtransportiert. Der Einbau des Austauschmaterials sollte möglichst schnell erfolgen, da der anfallende Schlick so verkleben kann, dass ein neuerlicher Aushub notwendig wäre.

Bodenbelag

auch: Bodenbeläge

Begriff für den obersten Belag des Fußbodens. Ein Bodenbelag kann aus sehr verschiedenen Materialien bestehen wie Teppichboden, PVC, Linoleum, Bodenfliesen, Parkett, Laminat, Marmor, Terrazzo, Kork oder Terrakotta. Steinchenteppiche, eingefärbte und versiegelte OSB-Platten, Estrichziegel oder die sog. gestaltungsfähige Nivelliermasse zählen zu den moderneren Varianten des Bodenbelags. In der Regel werden Bodenbeläge auf einem Fließestrich oder auf Estrichverlegeplatten ausgebracht.

Boden-Deckel-Schalung

auch: Boden-Deckel-Schalungen

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Eine Holzverschalung für Innenwände und hauptsächlich für Fassaden, bei der die Bretter vertikal so angebracht werden, dass über dem Abstand zwischen zwei "Bodenbrettern" ein drittes Brett als "Deckel" montiert wird. Je schmaler die Bretter, je eleganter die Optik.

Bodendecker

Bodendecker ist ein Begriff aus dem GaLa-Bau. Bodendecker werden gepflanzt, um schnell größere Flächen mit "Immergrün" abzudecken und dadurch z. B. das Rasenmähen zu ersparen. Das Johanniskraut, der Frauenmantel, die Hebe, der Hahnenfuß oder der Efeu, der keineswegs nur an Mauern hochklettert, sind Bodendecker-Pflanzen.

Bodendurchschlagsrakete

auch: Bodendurchschlagsraketen

siehe Erdrakete.

Bodeneinbauleuchte

auch: Uplights, Bodeneinbauleuchten

bodeneinbauleuchte.jpg bodeneinbauleuchte2.jpg

Bodeneinbauleuchten sind Leuchten, die in den Fußboden eingelassen werden und eine eine nach oben gerichtete Lichtabstrahlung besitzen. Sie werden mit engstrahlender, breitstrahlender, symmetrischer oder asymmetrischer Lichtverteilung angeboten. Dabei dienen engstrahlige rotationssymmetrische Lichtkegel zur akzentuierenden Beleuchtung von Objekten. Sie werden als Gegenstück der Downlights auch als Uplights bezeichnet. Anwendung findet die Bodeneinbauleuchte als Akzentbeleuchtung bzw. flutende Beleuchtung zum Beispiel für Theater, repräsentative Bereiche oder Verkaufsräume. Für den Außenbereich sind Bodeneinbauleuchten besonders widerstandsfähig konstruiert, da sie überfahren werden können und außerdem absolut wasserdicht sein müssen. Das rechte Foto zeigt jeweils eine Bodeneinbauleuchte mit nach oben strahlendem bzw. seitlichem Lichtaustritt.

Bodenerkundung

auch: Bodenprobe, Bodenerkundungen

Vor Beginn einer Baumaßnahme kann es erforderlich sein, die Beschaffenheit des Bodens durch Bodenproben zu erkunden. Das geschieht durch verschiedenartige Verfahren, um entweder Altlasten aufzuspüren oder die Tragfähigkeit von Bodenschichten für den Straßen- und Wegebau oder für Bauwerksgründungen zu ermitteln. Die Maßnahmen zur Bodenerkundung reichen vom Einschlagen von Stutzen über Bodenproben durch Schürfen oder Rammkernsondierungen bis zu Rammsondierungen. Zur Bodenerkundung kann auch eine Bodenluftuntersuchung erforderlich sein.

Bodenerosion

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Der Begriff Erosion wurde aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet soviel wie "Abnagung". Damit ist die Erosion aber auch sehr gut beschrieben, denn tatsächlich "nagt" fließendes Wasser seit Jahrtausenden an Landschaften und selbst Felsformationen. So sind Täler und Schluchten entstanden. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bodenerosion in vielen Teilen der Erde durch Umweltschäden, die der Mensch verursacht hat, erheblich verstärkt. Das unkontrollierte Abholzen riesiger Waldgebiete, aber auch die zunehmende Verdichtung des Bodens durch flächendeckende Bebauung führt dazu, dass das Wasser nicht mehr von den Wäldern aufgenommen wird bzw. nicht mehr ins Grundwasser versickern kann. Die Folge sind Felsrutsche, wie sie fast jedes Jahr aus den Alpen vermeldet werden, aber auch eine Zerklüftung und Auswaschung angeblich "felsenfester" Hänge z. B. an der Algarve in Portugal, siehe Foto. Der Baugrund tausender Häuser in Hanglage ist dort mittelfristig von der Bodenerosion bedroht. Die Ferienhäuser laufen Gefahr, eines Tages ins Meer zu rutschen. In den Alpen versucht man, der Erosion mit der Anlage von Schutzmauern und Gabionen entgegen zu wirken. In den südlichen, vom Tourismus gepägten Ländern geht man daran, durch Küstenbefestigungsmaßnahmen, aber auch durch Rückbau von großen Hotelanlagen das Schlimmste zu verhüten.

Bodenfeuchtigkeit

Die Bodenfeuchtigkeit spielt im Zusammenhang mit der Kellerabdichtung eine Rolle. Als Bodenfeuchtigkeit wird im Erdboden vorhandenes, kapillargebundenes und durch Kapillarkräfte hochsteigendes Wasser verstanden. Man unterscheidet hierbei Bodenfeuchte, Saugwasser, Haftwasser und Kapillarwasser. Bodenplatten und Kellerwände müssen durch geeignete Abdichtungen (z.B. durch Bitumenbahnen, Folien zwischen Wärmedämmung und Bodenplatte, wasserundurchlässigen Beton) vor der Bodenfeuchtigkeit geschützt werden, um zu verhindern, dass sich die Feuchtigkeit auf kapillarem Wege im Gebäude ausbreitet. Neben der Bodenfeuchtigkeit werden nach DIN 18195-4 noch folgende Lastfälle der Feuchtebelastung unterschieden: nichtstauendes Sickerwasser, vorübergehend aufstauendes Sickerwasser und drückendes Wasser.

Bodenfliesen

auch: Bodenkeramik, Bodenfliese

Bodenfliesen zählen zur Gruppe der Wohnkeramik. Bei Fliesen allgemein muss man darauf achten, ob sie für den Innen- oder Außenbereich geeignet sind. Bodenfliesen müssen zusätzlich noch besondere Anforderungen hinsichtlich Abriebfestigkeit und je nach Anwendungsbereich auch hinsichtlich der Rutschfestigkeit erfüllen. Nur weil sie so schön aussehen, sollte man keine Wandfliesen auf dem Badezimmerboden verlegen. Das kann eine ziemlich rutschige und gefährliche Angelegenheit werden. Als Bodenfliesen zum Einsatz kommen Terrakotta, Spaltplatten, Feinsteinzeugfliesen oder Steinzeugfliesen.

Bodenfräse

auch: Bodenfräsen

Die Bodenfräse ist u.a. ein Anbaugerät für den Kompaktlader. Sie gräbt und lockert Böden auf, mischt Kompost und anderes Material unter vorhandenen Boden. Motorgetriebene Handgeräte werden vor allem im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt, um verdichteten Boden umzupflügen.

bodengleich

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Fachausdruck speziell aus dem Sanitärbereich, der dann zur Anwendung kommt, wenn von "bodengleichen" Duschen die Rede ist (siehe auch barrierefreies Bad). Dabei geht es um den Einbau von besonders flachen Duschwannen oder Duschtassen, die so im Boden versenkt werden, dass sich fast eine Ebene mit dem restlichen Bodenbelag ergibt. Allerdings liegt die Wanne immer tiefer als der Boden oder aber sie liegt "bodengleich", weist dann aber eine kurze Schürze auf, so dass von einer absoluten Ebene nicht gesprochen werden kann und immer noch eine Stolpergefahr besteht, wenn auch eine sehr geringe. Absolute Bodengleichheit läßt sich nur erzielen, wenn der Boden aus Fliesen oder Naturstein eine Ebene bildet, also auf den Einbau einer Wanne verzichtet wird, wie das in Erlebnisbädern (siehe Foto) oder in den Duschräumen von Schulen und Sportvereinen üblich ist. Beim bodengleichen Einbau müssen die Leitungsrohre, die durch die Decke führen, mit Manschetten oder speziellen Einbauteilen brandgeschützt werden. Der Planer muss insbesondere beachten, ob innerhalb des Bodenaufbaus ein genügendes Gefälle für den Abfluß des sog. Kriechwassers vorhanden ist. Natürlich müssen auch bodengleiche Duschen mit Fliesen- oder Natursteinboden so verlegt werden, dass ein Gefälle zum Bodenablauf entsteht. Bei dieser Arbeit ist auch der geübte Heimwerker in der Regel überfordert.

bodengleiche Dusche

auch: bodengleiche, Duschen

siehe bodengleich

Bodenhülsentopf

auch: Bodenhülsentöpfe

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Holzzäune und Sichtschutzelemente werden an Holzpfosten befestigt, die ihrerseits einen sicheren Stand haben müssen. Dazu dienen Pfostenträger und Pfostenanker, Einschlagbodenhülsen und der Bodenhülsentopf. Er besteht aus verzinktem Stahlblech und wird auf ein Streifenfundament, eine Mauer oder ähnliche feste Untergründ aufgeschraubt.

Bodenkanalheizung

auch: Unterkanalheizung, Bodenkanalheizungen

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Bodenkanalheizungen bestehen aus flachen, mit Konvektorelementen ausgestatteten Blechwannen, die oberkantenbündig in den Estrich eingebaut werden. Insbesondere in Verbindung mit einer Fußbodenheizung können sie eine gewisse Abschirmung von Verglasungen übernehmen. Fußbodenheizung und Bodenkanal-Konvektorheizung ergänzen sich auch insofern, als die Bodenkanalheizung in den Übergangszeiten (Frühjahr/Herbst) die Raumheizung übernehmen kann, ohne die träge reagierende Fußbodenheizung in Betrieb nehmen zu müssen.

Bodenkeramik

siehe Bodenfliesen.

Bodenklasse

auch: Bodenklassen

Die Bodenklassen geben über die Bearbeitbarkeit des Bodens Auskunft. Dies ist beispielsweise wichtig beim Ausheben der Baugrube oder bei der Baugrubensicherung. Läßt sich ein Boden einfach bearbeiten, ist das gut für den Geldbeutel. Es ist billiger, Sand auf die Seite zu schieben, als Fels zu lösen. Eine Böschung aus Sand muss hingegen flacher ausgebildet sein, was häufig am nötigen Platz scheitert. In diesem Fall hilft dann nur ein Verbau mit senkrechter oder waagerechter Verschalung bzw. Spundwänden. In der DIN 18300 werden Böden und Fels in 7 Klassen eingeteilt. Je höher die Klasse, desto schwieriger ist die Bearbeitbarkeit.

Bodenklinkerplatte

auch: Bodenklinkerplatten

Bodenklinkerplatten werden aus Ziegelton im Flachpressverfahren meist in größeren Dicken als die Fliesen und Spaltplatten gepresst. Bodenklinkerplatten zählen daher zur Grobkeramik. Aufgrund der höheren Schwindmaße des Ziegeltons haben sie größere Maßtoleranzen als Steingutfliesen, aber auch eine höhere Festigkeit. Sie sind sehr strapazierfähig und weisen eine hohe Witterungsbeständigkeit auf. Meist sind die Bodenklinkerplatten auch dicker als Steinzeugfliesen, da sie in Bereichen eingesetzt werden, wo sie stark belastet werden (z.B. KFZ-Werkstatt, Maschinenfundamente). Sie werden sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt.

Bodenleger

auch: Bodenlegerin

Handwerklicher Lehrberuf mit einer Ausbildungsdauer von drei Jahren. Der Bodenleger beschäftigt sich mit Bodenbelägen unterschiedlicher Natur vom Teppichboden und Linoleum über PVC und Korkböden sowie Laminat und Fertigparkett. Vor dem Verlegen bestimmt der Bodenleger den Materialbedarf und transportiert das Material in Form von Platten und Bahnen zum Verlegeort. Vor dem Auslegen prüfen er den Untergrund (Estrich), wenn nötig, glätten er ihn und gleicht ihn aus. Er schneidet Beläge zu und klebt sie dann auf den Untergrund. Elastische Beläge, beispielsweise Kunstoffplatten müssen gegebenenfalls thermisch oder chemisch verschweißt oder ausgefugt werden. Bodenlegerinnen bzw. Bodenleger arbeiten insbesondere in Fußbodenverlegebetrieben, in Fachbetrieben des Raumausstatterhandwerks sowie in allen Betrieben, die entsprechende Dienstleistungen anbieten, zum Beispiel in Raumausstattungsabteilungen von Warenhäusern und in Fachgeschäften für Bodenbeläge oder Raumausstattung. Die Verlegearbeiten nehmen sie vor allem in Wohn- und Geschäftsräumen bzw. auf Baustellen vor.

Bodenleger-Glättekelle

auch: Bodenleger-Glättekellen, Bodenlegerglättekelle, Bodenlegerglättekellen

Bodenluftuntersuchung

auch: Bodenluftuntersuchungen

Vor Beginn einer Baumaßnahme kann es erforderlich sein, die Beschaffenheit des Bodens durch Bodenluftuntersuchungen zu erkunden. Dies ist insbesondere dann angezeigt, wenn auf einem Baugelände chemische Altlasten befürchtet werden oder gar mit Ausgasungen aus einer aufgelassenen Deponie zu rechnen ist. Eine Bodenluftuntersuchung geschieht entweder durch das Einrammen spezieller Stitzsonden oder durch Bodenluftmeßstellen, wobei die flüchtigen Substanzen aufgefangen und später im Labor chemisch untersucht werden.

Bodenmechanik

Die Bodenmechanik ist ein Fachgebiet, mit dem jeder angehende Bauingenieur es während seines Studiums zu tun bekommt. Sie beschäftigt sich - ganz vereinfacht gesagt - mit dem Boden und seiner Eignung als Baugrund. Anhand von Berechnungen oder Versuchen wird z.B. ermittelt, ob ein Gebäude auf dem anstehenden Boden standfest ist. Zudem stellt die Bodenmechanik Berechnungsverfahren, die den auf Bauwerken lastenden Erddruck zu ermitteln. Sie beschäftigt sich mit der Scherfestigkeit, Zusammendrückbarkeit oder Durchlässigkeit von Böden. Auch die Ermittlung der Standfestigkeit von Erdbauwerken wie Böschungen zur Aufgabe der Bodenmechanik.

Bodenmelioration

siehe Melioration.

Bodennagel

auch: Bodennägel

Mit einem Bodennagel lassen sich bewehrte Erdkörper herstellen und somit z.B das Abrutschen von Hängen vermeiden. Der Bodennagel als Zugglied aus Stahl wird in einen vorbereiteten Hohlraum in den Boden eingebracht und mit Mörtel ausgefüllt. Bodennägel werden meist in Raster über eine größere Fläche angeordnet. Neben der Böschungssicherung sind Sicherung von Baugrubenwänden oder Verbesserung der Standsicherheit von Stützmauern weitere Einsatzgebiete. Bodennägel werden entweder als temporäre Nägel mit einer Einsatzdauer von höchstens zwei Jahren oder als Permanentnägel, die eine längere Einsatzzeit haben, eingesetzt.

Bodennivelliermasse

auch: Boden-Nivelliermasse, Boden-Nivelliermassen, Bodennivelliermassen

Bodenplatte

auch: Bodenplatten

Siehe auch Fundamentplatte. Der Begriff der Bodenplatte spielt insbesondere im Fertighausbau eine besondere Rolle, weil die Preisangaben bei einem Fertighauses in der Regel den Aufbau des Hauses ab Oberkante Kellerdecke oder ab Bodenplatte betreffen. Häuser, die nur auf einer Bodenplatte stehen, werden insbesondere in Baugebieten mit hohen Grundwasserständen bzw. in Gebieten errichtet, die von Hochwasser erreicht werden können. Aus diesem Grund ist die weit überwiegende Zahl der Häuser in den Niederlanden nicht unterkellert, sondern steht nur auf einer Bodenplatte. In Deutschland gehört der Keller zur Standardkonstruktion eines Hauses, dementsprechend hat natürlich auch ein Keller eine Bodenplatte.

Bodenplattenvergelung

Bodenprobe

auch: Bodenproben

Bodenrichtwert

auch: Bodenrichtwerte

Nach dem Baugesetzbuch sind Gemeinden und Städte verpflichtet, jährlich mindestens die Bodenrichtwerte für bebautes und unbebautes Land zu ermitteln, wobei bei baureifem Land die Richtwerte zu unterscheiden sind nach Wohnbauflächen, gemischten Bauflächen und gewerblichen Bauflächen. Für andere Flächen, zum Beispiel Bauerwartungsland, können ebenfalls Bodenrichtwerte erhoben werden. Die Bodenrichtwerte werden ermittelt von einem gesetzlich eigens definierten Gutachterausschuss anhand der Preise, die die "beurkundende Stelle" (also der Notar) anhand einer Kaufvertragsabschrift weiterleiten muss. Die Bodenrichtwerte werden von den Kataster- und Liegenschaftsämtern in sog. Bodenrichtwertkarten eingetragen. Bodenrichtwerte bilden eine Bemessungsgrundlage für die Ermittlung von Grundstücks-Verkehrswerten, sind aber in keiner Weise für den Verkäufer von Grund und Boden bindend. Grundsätzlich müssen die Behörden jedem Bürger Auskunft über die Bodenrichtwerte geben (so steht es im Gesetz). Nichts steht im Gesetz davon, dass dafür Gebühren zu erheben sind, was aber viele Gemeinden dennoch tun - zumindest bei schriftlicher Auskunfterteilung.

Bodenrichtwertkarte

auch: Bodenrichtwertkarten

Nach dem Baugesetzbuch sind Gemeinden und Städte verpflichtet, jährlich mindestens die Bodenrichtwerte für bebautes und unbebautes Land zu ermitteln, wobei bei baureifem Land die Richtwerte zu unterscheiden sind nach Wohnbauflächen, gemischten Bauflächen und gewerblichen Bauflächen. Für andere Flächen, zum Beispiel Bauerwartungsland, können ebenfalls Bodenrichtwerte erhoben werden. Die Bodenrichtwerte werden ermittelt von einem gesetzlich eigens definierten Gutachterausschuss anhand der Preise, die die "beurkundende Stelle" (also der Notar) anhand einer Kaufvertragsabschrift weiterleiten muss. Die Bodenrichtwerte werden von den Kataster- und Liegenschaftsämtern in sog. Bodenrichtwertkarten eingetragen. Die Abgabe dieser Karten mit farbig unterschiedlich gekennzeichten Bezirken und Ortsteilen ist gebührenpflichtig. In der Regel verlangen die Katasterämter dafür Preise ab 120 €.

Bodenschätze

auch: Bodenschatz

Eben so wenig, wie der Luftraum über einem Grundstück dem Grundstückseigentümer gehört, gehören Bodenschätze, die sich im Erdreich befinden, demjenigen, der als Grundstückseigentüpmer eingetragen ist. Das betrifft nicht nur sagenumwobene Goldfunde, also richtige Schätze, sondern auch "Bodenschätze" in Form von Granit, Jura-Marmor, Schiefer, Lava, Kies, Kohle, Sande usw., usf. Um den Abbau solcher Bodenschätze betreiben zu dürfen, sind Genehmigungsverfahren erforderlich, die im Bundesberggesetz geregelt sind. Das betrifft auch Bodenschätze, die im Tagebau gewonnen werden. Der Abbau wird heutzutage nur nach komplizierten Planungsverfahren genehmigt, wobei zwischen dem ökologischen Aspekt der Landschaftserhaltung und dem wirtschaftlichen Aspekt am dringenden Bedarf eines bestimmten "Bodenschatzes" abgewogen wird. Ist der Abbau genehmigt worden, sind damit erhebliche Auflagen zur späteren Rekultivierung verbunden.

Bodenschleifer

Schleifgerät zum Abschleifen von Parkett, Massivholzdielen und anderen massiven Holzfußböden. Man unterscheidet Dreischeiben-Schleifmaschine, Einscheiben-Schleifmaschine, Bandschleifer oder Randschleifmaschine.

Bodenschwelle

auch: Bodenschwellen

Die Schwelle ist der horizontale unterste Balken beim Fachwerkhaus. Insofern ist die Bezeichnung "Bodenschwelle", die immer wieder mal genutzt wird, überflüssig. Eine Schwelle ist grundsätzlich eine Bodenschwelle.

Bodenstabilisierung

Die Bodenstabilisierung ist ein Verfahren, mit dem sich die Verdichtbarkeit eines bindigen Bodens verbessern lässt. Dazu wird Feinkalk, Kalkhydrat oder auch Zement dem Boden zugemischt und die Tragfähigkeit dadurch dauerhaft erhöht, weil dem Boden Feuchtigkeit entzogen wird. Im Vergleich zum Bodenaustausch ist die Bodenstabilisierung ein schnelles und effizientes Verfahren. Die Bodenverbesserung findet z. B. bei der Herstellung von Dämmen und Böschungen oder bei Verfüllungen Anwendung.

bodenstehendes Klosettbecken

auch: bodenstehende, Klosettbecken

siehe Stand-WC.

Bodentor

auch: Bodentore

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Bodentore werden dort eingesetzt, wo einerseits durch einen Vertikaltransport Bodendurchbrüche nötig sind und andererseits im offenen Zustand ein einwandfreier Unfallschutz vorausgesetzt wird. Sie bestehen meist aus Stahl und sind sehr stabil. Nicht nur die Tragkraft, sondern auch die Abdeckung ist frei wählbar. Es genügt ein trittsicheres Stahlblech, ein Parkettbelag, Asphalt oder es werden Keramik-Platten und sogar Natursteine eingelegt.

Bodenträger

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Ein Verbindungsbeschlag, der in einem Regal oder Schrank den sogenannten Boden oder Fachboden trägt. Diese kleinen Beschläge, die aus Kunststoff oder Metall bestehen, haben entweder ein flaches Kopfteil, auf dem der Boden aufliegt, oder sie sind (siehe Foto) so gefertigt, dass das Endstück wie ein Schließbolzen in eine Metallhalterung greift, die in die Rückseite des Bodens eingelassen worden ist. Bodenträger werden üblicherweise in das Seitenteil geschraubt oder in vorbereitete Halteschienen oder Bohrlöcher gesteckt.

Bodentreppe

auch: Bodentreppen

Bodentürpuffer

siehe Türpuffer

Bodentürschließer

Bodentürschließer unterstützen und steuern den Schließvorgang einer Tür aus dem Untergrund, da sie in den Fußboden eingelassen sind. Die Produktpalette an Bodentürschließern umfasst Systeme für geringe und hohe Flügelgewichte sowie Türschließer zur Verwendung an Feuer- und Rauchschutztüren. Weiterhin gibt es Bodentürschließer für Pendeltüren bzw. ein- und zweiflügelige Türen.

Bodenverbesserung

auch: Baugrundverbesserung

Um die Tragfähigkeit eines Bodens zu erhöhen, kann der Boden mechanisch verdichtet, hydraulische Bindemittel (Kalk) eingemischt oder entwässert werden. Auch das Bodenaustauschverfahren trägt zur Bodenverbesserung bei. Nicht oder wenig tragfähiger Baugrund kann zudem durch Tiefenrüttelverfahren, Stoßverdichtungsverfahren oder chemische Bodenverfestigung durch Injektionen verbessert werden.

Bodenverdichter

Bodenverdichter werden vor allem im Wegebau und bei der Anlage von Plätzen und Terrassen eingesetzt. Durch ihr Eigengewicht, vor allem aber auch durch vibrierende, rüttelnde Stöße, die über eine Rüttelplatte auf den Untergrund übertragen werden, werden Kies-, Splitt- und Sandschichten verdichtet und somit für die eigentlichen Belagsarbeiten vorbereitet. Bodenverdichter sind als "Rüttler" bekannt. Insbesondere bei Pflasterarbeiten wird das verlegte Pflaster mit dem Bodenverdichter gleichmäßig in das Sandbett eingerüttelt.

Bodenverfestigung

auch: Verfestigung

Bei der Bodenverfestigung wird durch die Zugabe eines hydraulischen Bindemittels, wie beispielsweise Kalk, die Widerstandsfähigkeit des Bodens gegen die Beanspruchung aus Verkehr und Klima, insbesondere der Frostbeanspruchung, langfristig erhöht. Der Boden wird dauerhaft tragfähig, wasserunempfindlich und frostbeständig.

Bodenversiegelung

Bodenwasser

Als Bodenwasser wird die flüssige Komponente der Bodenbestandteile bezeichnet. Das Bodenwasser besteht überwiegt aus dem Regen. Verschiedene Formen des Bodenwassers sind Sickerwasser und Haftwasser. Während sich das Sickerwasser durch die Erdoberfläche in Richtung Grundwasser bewegt, bleibt das Haftwasser (durch Kapillarkräfte oder Adsorptionskräfte gehalten) unbewegt im Boden.

Bogen

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Unter einem "Bogen" versteht man in der Fachsprache des Installateur- und Dachdeckerhandwerks ein gebogenes Rohrteil, das als Zwischen- oder Endstück von Steigrohren, Abwasserrohren und Fallrohren, aber auch von Wasser- oder Gasleitungen eingesetzt wird. Je nach Einsatzzweck wird das Rohr in den Bogen gesteckt oder mit diesem verpresst (siehe Pressfittings), verlötet, verschweißt oder durch Rohrschellen zusammengehalten. Die Zeichnungen zeigen Bögen im Winkel von 30, 45 und 88°.

Bogendach

auch: Bogendächer

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Das Bogendach wird fast ausschließlich als Metalldach konstruiert und gebaut und ist sozusagen der kleine Bruder des Tonnendachs. Während letzteres halbkreisförmig ist, ist das Bogendach wesentlich weniger gewölbt und damit eine Alternative zum Flachdach, wenn einerseits das Flachdach aus architektonischen Gründen nicht gewünscht wird, andererseits aber ein Dachgeschoß mit Tonnendach oder einer anderen Dachform nicht gebaut werden kann, weil eine bestimmte maximale Bauhöhe nicht überschritten werden darf. Bogendächer sieht man insbesondere auch bei Fertiggaragen, um den kistenförmigen Baukörpern eine angenehmere Optik zu verleihen.

Bogenfries

auch: Bogenfriese

siehe Fries.

Bogengang

siehe Arkaden.

Bogenholz

auch: Bogenhölzer

Bogenhölzer sind Kanthölzer und Bestandteile von Wandschalungen. Sie dienen senkrecht stehend zur Befestigung der davor einzubringenden Schalhaut. Auf die Außenseite der Bogenhölzer werden werden rechtwinklig dazu Gurthölzer aufgebracht.

Bogenschnittdeckung

auch: deutsche Deckung, Bogenschnitt-Deckung

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Wer auf die positiven Eigenschaften des Schiefers wie Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit nicht verzichten will, findet mit der Bogenschnittdeckung eine preiswerte Alternative. Zwischen 45 und 55 Euro kostet die Verlegung dieser Schieferart. Die Bogenschnittdeckung wird mit quadratischen, 20 x 20 cm großen Schieferschindeln mit Bogenschnitt ausgeführt. Die Deckung erfolgt mit Gebindesteigung, wobei diese abhängig von der Dachneigung ist und zwischen der Mindest- und Höchstgebindesteigung liegen muss. Die Bogenschnittschablonen werden mit hängender Ferse gedeckt. Jede Bogenschnittschablone ist mit mindestens 3 Schiefernägeln oder -stiften innerhalb der Höhen- und Seitenüberdeckung zu befestigen. Die Bogenschnittdeckung wird auch Deutsche Deckung genannt und wurde inzwischen erweitert durch die Universaldeckung

Bogenstaumauer

Bogentreppe

auch: Bogentreppen

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Bogentreppen sind nicht zu verwechseln mit Spindeltreppen, die sich um eine senkrechte Achse "wendeln". Bogentreppen winden sich in elegantem Schwung von einem Stockwerk ins andere, und zwar sowohl freitragend, als auch einseitig an einen runden oder halbrunden Baukörper geschmiegt. Um eine Bogentreppe zu bauen, bedarf es schon besonderen Geschicks und der Erfahrung spezialisierter Handwerksbetriebe. Bogentreppen werden als Außentreppen aus Metall gefertigt, für Innenräume aus Holz.

Bogenverzahnung

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Spezielle Ausführung der Hiebe an einer Feile. Die Verzahnung in Kurvenform verläuft über die gesamte Feilenoberfläche. Feilen mit bogenverzahntem Hieb sind Spezialwerkzeuge für den Karosseriebauer.

Bohle

auch: Holzbohle, Bohlen

Diele von mindestens 40 mm Stärke und einer Breite von mehr als dem Doppelten der Stärke.

Bohlen

auch: Bohlen

Besäumtes oder unbesäumtes Schnittholz mit einer Mindestdicke von 40 mm und einer Breite von mehr als der zweifachen Dicke (siehe auch Bretter, Kantholz).

Bohlenbalken

Bezeichnung für einen tragenden Balken.

Bohlenbalkendecke

auch: Bohlenbalkendecken,, Bohlen-Balken-Decken

Bohlenbalkendecken sind Holzdecken, die aus massiven Holzbohlen und Zwischenbalken bestehen - genauer gesagt, werden die Bohlen seitlich in die Balken eingenutet. Solche Decken findet man häufig in älteren Fachwerkhäusern, auch große Säle lassen sich mit einer Bohlenbalkendecke überbrücken. Häufig ist die Decke leicht segmentbogig gewölbt.

Bohlenzaun

auch: Bohlenzäune

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Der Bohlenzaun ist die zivilisiertere Variante des Rancherzauns. Die Bohlen sind vierseitig gehobelt, die Kanten sind gerundet oder gefast. Bei Brettstärken um die 25 mm, Brettbreiten um die 200 mm und Brettlängen bis 5 m haben die einzelnen Bohlen ein erhebliches Gewicht. Dementsprechend massiv müssen die Trägerpfosten sein, an denen die Bohlen aufgenagelt werden. Aus Stabilitätsgründen werden auch Verschraubungen mit Muttern ausgeführt.

Böhme-Scheibe

auch: Böhmescheiben,, Böhme-Scheiben

Die Böhme-Scheibe ist ein Instrument zur Prüfung des Schleifverschleißes von Nutzestrichen, mineralisch gebundenen Industrieböden und bei Natursteinen (DIN 52108 08/88 "Prüfung anorganischer nichtmetallischer Werkstoffe, Verschleißprüfung mit der Schleifscheibe nach Böhme"). Bei der Prüfung setzt man quadratische Prüfkörper auf eine Schleifbahn bzw. Schleifscheibe auf - das sogenannte "Verschleiß-Prüfgerät nach Böhme" - auf die ein Norm-Schleifmittel (Korund) aufgestreut wurde. Unter Drehung der Schleifscheibe wird der Probekörper einer definierten Verschleißlast von 294 N ausgesetzt. Nach einer vorgegebenen Anzahl von Umdrehungen ermittelt man anhand des Volumenverlustes des Prüfkörpers pro 50 cm2 den Verschleißwiderstand nach Böhme. Dieser kann auch als Dickenverlust des Prüfkörpers bestimmt werden (z.B. bei Einstreuungen). Das Haupteinsatzgebiet der Böhmescheibe bilden Hartstoffe nach DIN 1100 bzw. Hartstoffestriche nach DIN 18560 Teil 7 sowie Einstreuungen. Vorteil: Mit diesem Prüfverfahren lassen sich gute und schlechte Materialien eindeutig unterscheiden. Allerdings ist die Anwendung auf mineralische Systeme begrenzt. Für Kunstharzestriche eignet sich dieses Verfahren also nicht.

Böhmische Deckung

Als Böhmische Deckung oder Böhmisches Dach bezeichnet man eine Biberschwanzkronendeckung mit Vermörtelung. Zwischen die Lagerfugen wird ein etwa 1,5 cm breiter Querschlag angebracht. Dies erfordert einen tragfähigen Dachstuhl. Dafür gilt die Biberschwanzkronendeckung aber als das dichteste Biberschwanzziegeldach. Die Deckung findet man vor allem in Sachsen und Schlesien, woher sie auch ihre Bezeichnung bekam.

Böhmische Kappe

Bei der Böhmischen Kappe handelt es sich um eine Gewölbeform. Sie ist eng verwandt mit der Hängekuppel. Die Böhmische Kappe lässt sich in der Regel als ein Ausschnitt aus der Schale einer Hängekuppel verstehen. Das hat zur Folge, dass die Bögen, die das Gewölbefeld begrenzen, nicht halbkreisförmig geführt werden. Sie sind ein Bogensegment. Die Böhmische Kappe wird auch als Platzelgewölbe oder Stutzkuppel bezeichnet.

Böhmisches Dach

siehe (%Böhmische Deckung2§.

Böhmisches Kristallglas

siehe Kreideglas.

Bohrbrunnen

Brunnen, der durch eine Bohrung hergestellt wird. Das Bohrrohr wird durch die wasserführende Schicht des Grundwassers hindurch bis auf den Grundwasserträger abgeteuft und danach wieder gezogen. Im Grundwasser bleibt ein gelochtes oder geschlitztes Brunnenfilterrohr, an das sich ein vollwandiges Rohr bis zur Erdoberfläche anschließt, durch welches das Wasser mittels einer Pumpe gefördert wird.

Bohrerschärfgerät

auch: Bohrer-Schärfgerät, Bohrer-Schärfgeräte, Bohrerschärfergäte

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Schleifmaschine, die das Nachschleifen von Spiralbohrern bis zu einem Durchmesser von 13 mm ermöglicht.

Bohrfutter

auch: Spannfutter

Teil der Bohrmaschine, in den der Bohrer eingespannt wird. Das Bohrfutter muss das Einsatzwerkzeug (Bohrer, Bit, Lochsäge usw.) mit der Bohrmaschine kraftschlüssig verbinden. Man unterscheidet Schnellspann-Bohrfutter und Zahnkranz-Bohrfutter.

Bohrfutterschlüssel

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Schlüssel zum Drehen des Zahnkranzes beim Zahnkranz-Bohrfutter.

Bohrhammer

auch: Bohrhämmer

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Elektrowerkzeug, das zusammen mit einem Hammerbohrer speziell zum Bohren in hartem Material wie Beton, Mauerwerk, Naturstein oder Kunststein bestimmt ist. Bohrhämmer arbeiten mit Rotation und Schlag. Die Einzelschlagstärke ist sehr hoch, die Schlagzahl mit 1.000 bis 5.000 Schlägen pro Minute dagegen gering. Je härter das zu bohrende Gestein ist, umso effektiver arbeiten Bohrhämmer. Ein Bohrhammer hat ein integriertes Hammerwerk, das bei manchen Geräten abschaltbar ist, so dass man sie als Bohrmaschine verwenden kann. Verfügt der Bohrhammer auch noch über eine Drehstopp-Funktion, kann er auch noch für leichte Meißelarbeiten wie ein Schlaghammer eingesetzt werden.

Bohrkern

auch: Bohrkerne

Ein Bohrkern ist eine zylindrische Probe, die mit einer Kernbohrmaschine aus dem erhärteten Estrich bzw. Beton herausgebohrt wird und der Überprüfung von Festigkeiten, Feuchtigkeitsgehalten oder zur Ermittlung von Rissursachen dienen kann. Eine ungeeignete Entnahme kann das Bohrkerngefüge beeinträchtigen. Vor jeglicher Entnahme von Probekörpern aus der Betonplatte ist grundsätzlich der Statiker einzuschalten, um die Tragfähigkeit dieses Bauteils nicht zu gefährden.

Bohrkrone

auch: Trockenbohrkrone, Nassbohrkrone, Bohrkronen

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Mit einer Bohrkrone, wie sie in einen handelsübliche Schlagbohrmaschine eingespannt wird, wird nur ein Ringspalt gebohrt. Der Kern bleibt stehen und wird später ausgebrochen. Soll der Kern mit ausgebrochen werden, muss eine Kernbohrmaschine mit entsprechender Kernbohrkrone eingesetzt werden, die ja nach Beschaffenheit des zu durchbohrenden Materials mit Diamanten bestückt ist, siehe Diamant-Bohrkrone. Es gibt Bohrkronen zum Trockenbohren und zum Nassbohren. Da Trockenbohren hauptsächlich bei weicheren Werkstoffen angewendet werden, haben Trockenbohrkronen andere Segmentgrößen als Nassbohrkronen, die für härtere Werkstoffe wie Beton eingesetzt werden.

Bohrlochtränkung

Die Bohrlochtränkung ist ein Verfahren des chemischen Holzschutzes, das insbesondere bei der Behandlung von Gefahrstellen eingesetzt wird. Vor der Bohrlochtränkung werden im gefährdeten Bereich rastermäßig Bohrungen angelegt. Dabei ist statisch zu prüfen, ob die Bohrungen zulässig sind. In die Bohrungen werden anschließend drucklos Holzschutzmittel eingebracht. Für die Bohrlochtränkung werden hochkonzentrierte Salzlösungen oder lösemittelhaltige Holzschutzmittel verwendet. Weiterhin kommt Bohrsalz als Paste oder Pressling zum Einsatz.

Bohrlochverfahren

Das Bohrlochverfahren ist ein Verfahrung zur Mauertrockenlegung. Dabei wird wird mittels Druck oder auch drucklos ein chemisches Mittel eingebracht in Bohrlochreihen eingebracht. Das chemische Mittel muss sich in im Wandquerschnitt lückenlos verteilen, um durch Verkieselung, Verstopfung der Kapillaren, Hydrophobierung u.ä. eine durchgehende Sperrschicht zu erzeugen. Verwendete chemische Mittel sind zum Beispiel Kieselsäure, Kunstharze und Paraffine. Allerdings werden chemische Injektagemittel zunehmend kritisch beurteilt. Anfänglich als gesundheitlich unbedenklich eingestufte Substanzen haben sich nach einigen Jahren als gesundheitsgefährdend erwiesen. Auch die Langzeitstabilität im feuchten Mauerwerk unter dem Einfluss von Salzen, Säuren und anderen chemischen Verbindungen lässt oft zu wünschen übrig. Das ist sicher auch ein Grund, dass ständig neue Injektagemittel am Markt erscheinen. Die Erfolgsquote ist hier recht bescheiden, da hier viele Fehlerquellen vorhanden sind.

Bohrloch-Verfüllmörtel

Bohrmaschine

auch: Bohrmaschinen

Bohrmaschinen arbeiten ausschließlich mit Rotation. Zusammen mit Hartmetall-Mehrzweckbohrern eignen sie sich hervorragend zum Bohren von Löchern in weichem Gestein wie Kalksandstein, Ziegel oder Hohlblocksteine. Auch ausrissfreie Löcher in Kacheln lassen sich mit der Bohrmaschine bohren. Bohrmaschinen sind häufig mit einer anderen Nutzung gekoppelt und heißen dann Bohrschrauber, Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer. Es gibt neben den handgrführten jedoch auch feststehende Bohrmaschinen wie die Ständerbohrmaschine, die Astlochbohrmaschine, die Langlochbohrmaschine oder die Dübellochbohrmaschine. Solche Geräte findet man meist nur bei Profis in der Werkstatt.

Bohrmaschinen-Vorsatzpumpe

auch: Bohrmaschinen-Vorsatzpumpen

siehe Vorsatzpumpe.

Bohrmuldenschloss

auch: Bohrmuldenschlösser

Das Bohrmuldenschloss ist eine Unterform des Stiftschlosses. Bei diesem Schloss weist der Schlüssel auf den flachen Seiten eingebohrte Vertiefungen auf, in welche die Stifte rutschen (siehe Wendeschlüssel. Die Verwendung der flachen Seite als Schließfläche ermöglicht die Benutzung von 10 und mehr Stiften und erschwert gleichzeitig die Verwendung normalen Öffnungswerkzeugs.

Bohrmuldenschlüssel

Bohrpacker

Bohrpfahl

auch: Bohrpfähle

Bohrpfahlwand

auch: Bohrpfahlwände

Eine Bohrpfahlwand besteht aus Ortbetonpfählen, die mit oder ohne Bewehrung als aufgelöste Bohrpfahlwand, tangierende Bohrpfahlwand oder überschneidende Bohrpfahlwand ausgeführt wird. Bohrpfahlwände haben zum einen eine gute Standfestigkeit, zum anderen aber auch hohe Herstellungskosten. Deshalb werden sie in der Regel als tragende Elemente in das Bauwerk mit einbezogen. Eine Weiterentwicklung der Bohrpfahlwand ist die Schlitzwand.

Bohr-Rührmaschine

auch: Bohr-Rührmaschinen

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Elektrowerkzeug, mit dem man nicht nur bohren, sondern auch rühren kann. Die Bohr-Rührmaschine ist eine besonders langsam laufende Maschine und ist daher bestens geeignet zum Durchrühren oder Mischen von Mörtel, Fertigputzen, Fliesenkleber, Farben usw.

Bohrsäule

auch: Bohrsäulen

Die Bohrsäule unterscheidet sich vom Bohrständer allenfalls durch konstruktive Details. Im Grunde ist "Bohrsäule" nur eine andere Bezeichnung für Bohrständer.

Bohrschraube

auch: Bohrschrauben

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Schraube, die sich beim Eindrehen ihr Gewinde und Loch selbst schneidet. Wie die herkömmliche Schraube gibt es Bohrschrauben mit unterschiedlichem Kopf wie beispielsweise Senkkopf, Linsensenkkopf oder Sechskantkopf.

Bohrschutz

auch: Ziehschutz

Unter einem Bohrschutz versteht man den mechanischen Schutz eines Schlosses oder des Außenschildes eines Türbeschlags und dessen Verbindungselementen. Der Schutz erfolgt beispielsweise durch die Verwendung von gehärteten, bohrerabweisenden Materialien. Auch beim Schließzylinder kann durch spezielle Maßnahmen das Aufbohren erschwert werden. Dabei unterscheidet man mehrere Varianten. Ein standardmäßiger Bohrschutz beinhaltet die Ausstattung des Zylinders mit mindestens einem Stiftpaar aus gehärtetem Stahl. Bei gefährdeten Innen- und Außentüren kann der Bohrschutz erhöht werden, indem mehrere Hartmetallstifte bzw. Hartmetallkugeln in das Gehäuse eingelassen sind, die besonders den Bereich der Zuhaltungsfedern schützen sollen. Sind die Türen besonders gefährdet, können die Profilzylinder mit einem gepanzerten Bohrschutz versehen werden. Hier sind zusätzlich im Kernbereich in unmittelbarer Nähe der Schlüsselführungskanäle Hartmetallstifte oder paarweise andere Elemente versetzt angeordnet. Bei dieser Variante des Bohrschutzes spricht man auch von einem Bohr- und Ziehschutz.

Bohrsenker

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Mit dem Bohr­senker, eingespannt in eine Bohr­maschine, werden in einem Arbeits­gang Bohr­löcher hergestellt und diese zum bündigen Versenken des Schraubenkopfes angesenkt. Der Bohrsenker verfügt über eine scharfe Zentrierspitze und kräftige Seitenschneiden, womit auch Terrassendielen aus Hartholz bearbeitet werden können. Sinnvollerweise sollten Bohrsenker mit einem Tiefenanschlag 4eingesetzt werden (siehe Foto), damit Schraube und Schraubenkopf exakt positioniert werden können.

Bohrspindel

auch: Bohrspindeln

Antriebswelle der Bohrmaschine. Sie dient zur Aufnahme des Bohrfutters.

Bohrständer

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Mit einem Bohrständer wird im Bereich des Heimwerkens aus einer Bohrmaschine eines stationäres Gerät. In eine Halterung spannt man die Bohrmaschine ein. Der Bohrständer ist fest mit der Werkbank verbunden. Entweder kann man ihn festschrauben oder er wird mit Schraubzwingen befestigt. Vor allem für präzise Bohrungen ist der Bohrständer ein wichtiges Hilfsmittel. Natürlich gibt es auch Bohrständer für den professionellen Einsatz im Außenbereich, beispielsweise für den Einsatz einer Kernbohrmaschine, mit der Löcher durch Wände aus Mauerstein oder Beton gebohrt werden. Derartige Profi-Bohrständer werden mit Befestigungssets ausgeliefert, um den Bohrständer mit Spreizankern und/oder Einschlagankern "bombenfest" an einer Wand oder einer Betondecke zu fixieren. Auch werden Profi-Bohrständer mit einstellbarem Spannkopf zum Verspannen zwischen Decke und Boden oder zwischen zwei Wänden geliefert.

Bohrstaubfänger

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Der Bohrstaubfänger ist eine Vorrichtung, die den Bohrstaub während des Bohrens auffängt und somit verhindert, dass Kleidung, Wände, Tapeten und Teppiche verschmutzen. Es sind unterschiedliche Systeme auf dem Markt. Der eine Bohrstaubfänger wird einfach auf das Saugrohr des Staubsaugers aufgesetzt und eingeschaltet. Der Bohrstaubfänger saugt sich auf der Stelle fest - an der Wand oder an der Decke. Der Bohrstaub wird direkt während des Bohrens abgesaugt. Andere Bohrstaubfänger werden direkt auf die Bohrmaschine aufgesetzt. Dabei wird der beim Bohren entstehende Staub durch den Drall des Bohrers direkt aus dem Bohrloch in einen Staubfänger befördert. Dieser hat eine so große Auffangkapazität, dass viele Löcher ohne Entleerung gebohrt werden können.

Bohrtiefenanschlag

Mit einem Bohrtiefenanschlag lässt sich die Tiefe einer Bohrung einstellen. Das ist bei einer Schlagbohrmaschine oder einem Bohrhammer sehr praktisch beim Bohren von Dübellöchern. Wird zu tief gebohrt, verschwindet der Dübel im Bohrloch, mit dem Tiefenanschlag wird das verhindert. Bei dem Tiefenanschlag handelt es sich um einen verstellbaren Metallstab, der sich neben oder über dem Bohrfutter befindet. Wer keine Maschine mit Bohrtiefenanschlag besitzt, kann sich auch dadurch helfen, dass er sich ein Kreppband um den Bohrer wickelt. Das Klebeband markiert dann die Tiefe des Dübellochs.

Bohrtiefenbegrenzung

auch: Begrenzungsring

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Um sicher zu gehen, dass der Bohrer garantiert nicht tiefer bohrt wie vorgesehen, kann am Bohrer eine Bohrtiefenbegrenzung befestigt wird. Der Begrenzungsring wird einfach auf den Bohrer aufgeschoben und mit einem Innensechskant-Schlüssel befestigt.

Bohr- und Ziehschutz

Unter einem Bohrschutz versteht man den mechanischen Schutz eines Schlosses oder des Außenschildes eines Türbeschlags und dessen Verbindungselementen. Der Schutz erfolgt beispielsweise durch die Verwendung von gehärteten, bohrerabweisenden Materialien. Auch beim Schließzylinder kann durch spezielle Maßnahmen das Aufbohren erschwert werden. Dabei unterscheidet man mehrere Varianten. Ein standardmäßiger Bohrschutz beinhaltet die Ausstattung des Zylinders mit mindestens einem Stiftpaar aus gehärtetem Stahl. Bei gefährdeten Innen- und Außentüren kann der Bohrschutz erhöht werden, indem mehrere Hartmetallstifte bzw. Hartmetallkugeln in das Gehäuse eingelassen sind, die besonders den Bereich der Zuhaltungsfedern schützen sollen. Sind die Türen besonders gefährdet, können die Profilzylinder mit einem gepanzerten Bohrschutz versehen werden. Hier sind zusätzlich im Kernbereich in unmittelbarer Nähe der Schlüsselführungskanäle Hartmetallstifte oder paarweise andere Elemente versetzt angeordnet. Bei dieser Variante des Bohrschutzes spricht man auch von einem Bohr- und Ziehschutz.

Bohrwiderstandsmessung

auch: Bohrwiderstandsmessungen

Die Bohrwiderstandsmessung ist eine zerstörungsarme Untersuchungsmethode für Vollholz. Mit ihr lassen sich Risse, Fäule oder andere Strukturschäden im Holz ermitteln. Die Bohrwiderstandsmessung erfolgt über eine Bohrnadel mit einer Bohrspitze mit Schneiden und Zentrierspitze. Diese dringt mit gleichmäßigem Vorschub in das Material ein. Über den Bohrwiderstand in Abhängigkeit zur Eindringtiefe lassen sich dann Schäden anhand von Messkurven ermitteln.

Bohrwinde

auch: Bohrwinden

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Die Bohrwinde ist sozusagen ein Vorläufer der elektrischen Bohrmaschine. An einem Ende besitzt sie einen Knopf, in der Mitte einen Griff und am anderen Ende lassen sich die verschiedenen Bohrer einspannen. Um ein Loch zu bohren, dreht man den u-förmigen Bügel im Uhrzeigersinn.

Boiler

auch: Wasserboiler

Boiler sind Warmwasserbereiter auf Speicherbasis. Im Gegensatz zum Durchlauferhitzer wird das Wasser nicht nur erwärmt, sondern auch noch in einem Kessel gespeichert. Heuzutage handelt es sich um High-Tech-Geräte, bei denen die Energie optimal genutzt und weitere Umweltbelange beachtet werden (etwa durch FCKW-freie Isoliermaterialien oder eine gute Recyclebarkeit der eingesetzten Materialien). Die Temperatur des Wassers im Speicher sollte 60°C nicht überschreiten. Zum einen sind die Speicherverluste bei höherer Temperatur größer und zum anderen kommt es zu verstärkter Verkalkung. Boiler gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Grössen: z.B. als Wand-, Einbau- oder Stehboiler. Ihre Stromenergie beziehen Boiler z.B. aus dem öffentlichen Netz, aus einer Anlage zur Kraft-Wärmekopplung oder auch aus einer Photovoltaik-Anlage.

Bois durci

Bois durci kommt aus dem französischen und bedeutet "hartes Holz". Es bezeichnet eine Kunstholzmasse aus harzreichen Sägespänen, Wasser und Blut, die nach dem Trocknen gemahlen und dann in Stahlmatrizen unter Erhitzen hydraulisch in Form gepresst wird. Das Fertigungsverfahren wurde 1855 von dem Franzosen F. C. Lepage patentiert und stellt eine Ebenholz-Imitation dar. Vornehmlich wurden Zierleisten mit diesem Verfahren hergestellt, galt aber auch als Ersatz für aufwändige Schnitzarbeiten.

Bolzenanker

auch: Bolzenanker

Bolzenanker sind Stahlanker (galvanisch verzinkt, Edelstahl oder Sonderedelstahl), die sich im Bohrloch verankern und an denen man an ihren Außengewinde Gegenstände befestigen kann. Als Verankerungsgrund kommen Beton bzw. Stahlbeton sowie hochfeste Natursteine in Frage.

Bolzenschneider

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Wenn andere Zangen wie Seitenschneider oder Kombizange versagen, kommt der Bolzenschneider zum Einsatz. Er wird zum Entfernen oder Zerteilen von dicken Bolzen, Drähten oder Kabeln verwendet. Das Werkzeug besitzt zwei keilförmige Schneiden und zwei lange Hebel. Durch diese können auch dickere Gegenstände ohne großen Kraftaufwand zerteilt werden.

Bolzenschweißen

Beim Bolzenschweißen werden Stifte, Gewindebolzen, Drähte und Flachstäbe an Metallflächen stirnseitig angeschweißt. Als Wärmequelle fungiert ein elektrische Lichtbogen, wobei zwischen Hubzündung und Spitzzündung unterschieden wird. Die Hubzündung wird bei Bolzen bis 30 mm Durchmesser angewandt. Für runde Teile mit einem Durchmesser bis 10 mm eignet sich die Spitzzündung.

Bolzensetzgerät

auch: Bolzensetzgeräte

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Das Bolzensetzgerät ist ein Werkzeug zum Verarbeiten von Nägeln unterschiedlicher Länge. Die Nägel werden in ein Magazin gegeben und dann quasi in das zu befestigende Werkstück geschossen. Schalungen lassen sich somit schnell und bequem positionieren, Stützen können zuverlässig gesichert werden. Aber auch die Befestigung von Isolationen und Stahlbauteilen gehört zum Anwendungsspektrum des Geräts, weiterhin das Anbringen von Dampfsperren oder Trockenbauschienen.

Bolzen-Vornschneider

auch: Bolzenvornschneider

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Vornschneider zum Abtrennen vorstehender Bolzen, Stifte und Drähte. Durch eine optimale Übersetzung und durch gehärtete Schneiden läßt sich dies ohne großen Kraftaufwand bewerkstelligen.

Bombierung

auch: Bombierungen

Die Bombierung ist nicht mehr und nicht weniger als eine Wölbung bei, an oder auf unterschiedlichen Materialien. Bei der sog. Klingschrotverbindung bei Wohnblockhäusern ermöglicht die Bombierung der Zinkenverbindung, dass die Blockbohlen an den Hausecken besonders fest sitzen. Von der Bombierung wird auch im Straßen- und Wegebau gesprochen, wenn von der Mitte her nach rechts und links ein leichtes Gefälle angelegt wird, damit das Oberflächenwasser ablaufen kann.

Bommerband

auch: Bommerbänder

Bonanzazaun

auch: Bonanzazäune

Von verschiedenen Sägewerken und Holzhändlern benutzte Bezeichnung für den Rancherzaun. Der Name wurde abgeleitet von der amerikanischen Wild-West-Fernsehserie "Bonanza", die in den 60-er Jahren auch über deutsche Sender lief.

Bongossi

siehe Azobe.

Bootslack

auch: Bootslacke

Bootslack ist ein wetter- und wasserfester Klarlack für den Grund-, Zwischen- und Schlußanstrich auf Holzuntergründen, innen und außen (z. B. Sitzbänke, Regale, Möbelaußenflächen, Türen, Vertäfelungen, Dachuntersichten, Holzboote, die sich nicht permanent im Wasser befinden bzw. keine Antifoulingfarbe benötigen). Er zeichnet sich durch eine hohe Elastizität, gute Fülle und Wasserfestigkeit (seewasserfest) aus. Bootslack trocknet langsam durch den hohen Ölgehalt.

Borax

auch: Natriumtetraborat

Borax ist ein natürliches Mineral (Natriumtetraborat), das sich gelöst im Wasser bestimmter Salzseen findet. Borax wird vielfältig verwendet, z.B. als Zusatzstoff gegen Verrottung von pflanzlichen oder animalischen Dämmstoffen wie beispielsweise Hanf oder Schafwolle, als Holzschutzmittel oder als mildes Alkali zum Aufschluss von Casein. Als Holzschutzmittel wirkt Borax bzw. Bor-Verbindungen vorbeugend gegen Insekten- oder Pilzbefall sowie Bläue.

Bördeleisen

auch: Umschlageisen

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Das Bördeleisen ist ein Werkzeug zur Blech­be­arbei­tung. Mit ihm lässt sich die Blechkante um 180 Grad voll um­schla­gen - es wird mitunter deshalb auch als Um­schlag­eisen be­zeich­net. Das Blech wird dabei versteift und die Blech­kante ent­schärft, so dass man sich nicht an ihr verletzen kann. Das Bördeleisen erinnert an einen krummen, breiten Meißel, es besitzt jedoch keine Schneide, sondern abgerundete Kanten.

Bördelgerät

auch: Bördelgeräte

Das Bördelgerät ist ein Werkzeug zum Bördeln von Leichtmetall- oder Kupferrohren. Mit dem Gerät wird der äußere Rand der Rohre umgebogen und ausgeweitet. Hauptsächlich findet man Bördelgeräte in der Kfz-Technik, aber auch in der Klima- und Kältetechnik wird das Gerät für Rohranschlüsse verwendet.

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Wenn eine Blechkante um 180° voll umgeschlagen oder maschinell umgebogen wird, spricht man von einer Bördelung. Das Blech wurde dann "gebördelt". Das Bördeln von Blech und Dekorblech dient dazu, das Blech gegen Durchbiegung zu versteifen. Vor allem aber wird durch die Bördelung die Blechkante entschärft, so dass man sich an der Kante nicht verletzen kann.

Bordstein

auch: Bordsteine

Bordsteine sind Steine zur Begrenzung von Verkehrsflächen, meist zur Abgrenzung zwischen Fahrbahn und Gehweg. Bordsteine werden aus Naturstein (Granit) oder Beton hergestellt, im frischen Unterbeton versetzt und nach Flucht und Höhe mit Schnur bzw. Tafeln ausgerichtet. Sie werden vor der Herstellung der eigentlichen Verkehrsflächen versetzt und dienen dann bei Herstellung dieser Verkehrsflächen als Begrenzung. Nach deren Form und deren Kantenausbildung werden Hochbordsteine, Tiefbordsteine, Rundbordsteine oder Flachbordsteine unterschieden.

Bordüre

auch: Bordüren

Unter einer Bordüre werden im Bereich des Bauwesens incl. der Innenarchitektur verschiedene Dinge verstanden. Tapetenbordüren (auch Borte genannt) sind unterschiedlich schmale, mit farbigen Motiven und Ornamenten bedruckte Tapetenrollen. Diese werden auf eine tapezierte Wand geklebt, um diese optisch wirkungsvoller zu machen. Nicht anders verhält es sich mit textilen Bordüren, die an Vorhänge oder an Tischdecken genäht werden. Die Fliesenbordüre erfüllt den selben dekorativen Zweck, kommt aber natürlich nicht von der Endlos-Rolle. Vielmehr handelt es sich dabei um Einzelfliesen, die auf der Wand zu einem umlaufenden Band zusammengesetzt werden. In aller Regel gibt es zu jeder Fliesenserie von der Breite her passende Bordüren und Listel. Bordüren sind in der Regel nicht breiter als 60 - 70 mm und meistens mit farbigen Motiven, Linien, Mustern und Ornamenten bedruckt. Unser Foto zeigt links eine Tapetenbordüre, rechts Fliesenbordüren.

Bordziegel

Bordziegel sind speziell geformte Dachziegel, die den Abschluss am Ortgang des Daches bilden. Während der horizontale Schenkel des Bordziegels die benachbarten Dachpfannen übergreift, überdeckt der senkrechte Schenkel das Hirnholz der Dachlatten. Der Bordziegel ist eine optisch ansprechende Alternative zum Ortgangbrett.

Borke

siehe Baumstamm.

Bornitrid

auch: CBN

Material, aus dem Schleifkörner hergestellt werden. Das besser unter der Abkürzung CBN bekannte kubische Bornitrid ist ein rein synthetisches Produkt und nach Diamant das zweithärteste Schleifmittel. CBN widersteht Temperaturen von bis zu 1.300°C und wird daher zur Bearbeitung schwer spanbarer Stähle mit hohen Legierungs- und Härteanteilen eingesetzt. Die Herstellung findet wie beim synthetischen Diamanten unter extremem Druck und Wärme statt. Ausgangsmaterial ist allerdings nicht Graphit, sondern hexagonales Bornitrid.

Borosilicatglas

auch: Borosilicatgläser

Diese Gläser haben im Vergleich zu anderen Glasarten wie Kalknatronglas oder Bleiglas einen höheren Anteil an Kieselsäure und dadurch eine höhere Toleranz bei Temperaturunterschieden sowie bei chemischen Einwirkungen. Die Gläser werden speziell als Verpackung pharmazeutischer Produkte, aber auch für Glühlampen und hitzebeständiges Geschirr gefertigt.

Borsalz

auch: Borverbindung, Borsalze

Borsalz ist ein vorbeugendes Holzschutzmittel gegen Pilz- und Insektenbefall. Mit Borsalz behandelte Hölzer werden von holzzerstörenden Pilzen und Insekten gemieden. Borsalz ist geruchlos, gast nicht aus, ist leicht löslich, dringt gut in das Holz ein und ist leicht zu verarbeiten. Zudem ist Borsalz ungiftig und unterliegt keinerlei Anwendungsbeschränkungen laut Bundesgesundheitsamt. Das zu schützende Holz muss unbehandelt und saugfähig sein. Empfohlen wird von den Herstellern, vor dem Auftrag bei trockenem, glatt geschliffenem Holz von unter 15 % Holzfeuchte gleichmäßig mit Wasser anzufeuchten. Bei Eiche und Exotenhölzern wird ein Probeanstrich empfohlen. Borsalz wird bei vielen naturnahen Dämmstoffen als Flammschutzmittel eingesetzt.

Borsäure

Borsäure ist eine anorganische Säure, die aus dem Element Bor (Borium, Boron, Boracium) und Sauerstoff besteht. Die Borsäure findet sich in der Natur teils als Borsäurehydrat, in kleinen kristallinischen Schüppchen, Sassolin genannt, teils in Verbindung mit verschiedenen Basen, namentlich Natron (als Borax oder Tinkal), mit Kalk (als Borocalcit) und Magnesia (als Boracit und Staßfurtit). Diese Mineralien werden auch da, wo sie sich in größerer Menge finden, auf Borax (s. bei diesem) und Borsäure verarbeitet, so der Staßfurtit oder fein kristallinische Boracit in Leopoldshall bei Staßfurt. Ferner kommen nicht unbedeutende Mengen von Borocalcit und Boronatrocalcit (Tiza), ein natronhaltiger borsaurer Kalk, aus Südamerika, der Westküste Afrikas und Neuschottland nach England und Hamburg, dort auch Boraxkreide genannt. Die Salze der Borsäure heißen Borate. Das Sie werden wegen der toxischen und konservierenden Wirkung auch als Holzschutzmittel gegen tierische Schädlinge und gegen Pilzwachstum eingesetzt. Die Borsäure ist giftig und wird daher auch als Desinfektionsmittel eingesetzt (früher auch zur Lebensmittelkonservierung). Beim Erhitzen gibt Borsäure Wasser ab (Flammenschutzmittel). Viele Dämmstoffe aus naturnahen Materialien enthalten daher Borsalze als wirksames Brandschutzmittel. Weiterhin wird Borsäure als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Borsilikatgläsern, Porzellan und Emaille verwendet.

Borsilikatglas

auch: Borosilikatglas

Borsilikatglas, auch Borosilkatglas genannt, ist unter verschiedenen Handelsnamen im Markt - der bekannteste dürfte Jenaer Glas sein als Synonym für ein chemikalien- und temperaturfestes Glas, das vor allem für Glasbehälter in Laboren und im Haushalt verwendet wird. Aber auch im Bauwesen kann Borsilikatglas zum Einsatz kommen, dann nämlich, wenn es wie Floatglas zu flachen Scheiben gegossen wird, um als Fensterglas oder Glaswand Hitzebereiche vom restlichen Baukörper abzuschirmen. Borsilikatglas ist auch der Rohstoff für Glas-Granulat. Solche Granulate werden im Gartenbereich wie Zierkies eingesetzt.

Borsten

auch: Borste

Naturborsten, synthetische Borsten und Borsten aus Metall sind an vielen Geräten und Maschinen zu finden. Schleifscheiben und Schleifköpfe mit unterschiedlichen Borsten dienen dem Polieren von Werkstücken, dem Entrosten oder dem Farbentfernen. Borsten sind Wesensbestandteil eines jeden Pinsels.

Borte

auch: Borten

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Borten bestehen aus fertig geschnittenem Tapetenmaterial und sind auf eine oder mehrere Tapeten abgestimmt. Sie sind für die dekorative Gestaltung an Decke, Fußleiste, Tür, Fenster oder der Wände gedacht und geben dem Raum den letzten Pfiff. Ursprünglich kam der Begriff "Borten" aus dem Textilbereich. Dort schmückten die reich verzierten Stoffstreifen Halsausschnitte, Mantelsäume und Ärmel. Im Bereich der Tapeten sind Borten das, was die Bordüren im Bereich der Fliesen sind.

Borverbindung

auch: Borverbindungen

siehe Borsalz.

Böschungsbefestigung

auch: Böschungsbefestigungen

Eine Böschung kann auf unterschiedliche Weise befestigt werden, nämlich mit Natursteinen, Trockenmauern, Stützwänden, Pflanzensteinen, Gabione, Palisaden aus Holz oder Beton oder Pflanzen, die schnell und tief wurzeln. Eine ökologisch sinnvolle Alternative ist der Einbau eines Geflechts aus Weidenruten, wie er auch an Böschungen im Straßenbau vorgenommen wird. Je nach Höhe und Hangdruck wird die Böschung mit oder ohne Fundament, Drainage, senkrecht oder schräg befestigt. Weitere Möglichkeiten, den Hang auf natürliche Weise zu befestigen sind Spreitlage, Heckenbuschlage, Faschine und Weidenflechtzaun.

Böschungsbruch

siehe Geländebruch.

Böschungssickerschicht

auch: Böschungssickerschichten

Eine Böschungssickerschicht ist Bestandteil der Maßnahmen zur Straßenentwässerung. Sie wird am Fuße von Böschungen angeordnet, um ein Abrutschen der Böschung zu vermeiden und die Straße zu sichern. Mit der Böschungssickerschicht wird das an der Böschung austretende Schichtwasser abgefangen und über einen Sickerstrang abgeleitet.

Böschungsstein

auch: Böschungssteine

siehe Pflanzenstein.

Bosse

auch: Bossenwerk, Bossenstein

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Bosse aus Fleisch und Blut gibt es zwar auch im Bauwesen, aber ansonsten wird darunter die rauh bearbeitete Außenfläche eines Quadersteines verstanden. Die Steinfläche wird mit einem Bossiereisen bossiert. Eine weitere Bezeichnung für Bosse ist Bossenstein oder Bossenwerk. Der Begriff leitet sich ab aus dem Mittelhochdeutschen (bozen = schlagen).

bossen

auch: bossiert

Bossen bedeutet, einer Natursteinoberfläche mit einem Spitzeisen (Spitzmeißel) und einem Fäustel eine grob struktuierte Oberfläche zu verleihen. Bossierte Platten werden dadurch rutschfest, bossierte Mauersteine erhalten dadurch ein rustikales Aussehen. Bosse kennt man schon seit altersher, die Ritter der Stauferzeit verwendeten bossierte Steine für den Burgenbau.

Bossenstein

siehe Bosse.

Bossenwerk

siehe Bosse.

Bossieren

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Steinmetzartige Oberflächenbearbeitung einer Betonoberfläche oder von Natursteinen: manuell mit einem Bossierhammer und Setzeisen oder maschinell mit Bohrhammer bzw. Meißelhammer unter Verwendung von Spezialwerkzeugen. Bossiertes Mauerwerk fand man bereits an römischen Bauten, im Mittelalter zuerst an den Wehrbauten der Stauferzeit. Das wuchtig wirkende Bossenwerk wendet man vor allem im untersten Geschoss der Gebäude, häufig auch an Ecken an.

Bossierhammer

Werkzeug zur groben Bearbeitung von Steinflächen oder Betonoberflächen (siehe auch Bossieren.

Bötofen

auch: Bötöfen

siehe Beilegerofen.

Böttcher

Historischer, heute nur noch selten ausgeübter Handwerksberuf. Der Böttcher baut vornehmlich aus Eichenholz Bottiche und offene Gefäße. Sein Beruf ist mit dem des Küfers verwandt. Der Böttcher hat mit dem Bauwesen allenfalls im Bereich der Badgestaltung zu tun, denn tatsächlich werden seit den 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts Holzbadewannen nach- und in moderne Badezimmer eingebaut.

Botticino

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Botticino ist ein sehr beliebter beigefarbener, leicht strukturierter Kalkstein. Er wird überall dort eingesetzt, wo gemütliche nicht aufdringlich wirkende Natursteinflächen gewünscht werden. Häufig wird das Material auch in Bordüren und Marmormosaiken verwendet. In der Innenarchitektur verwendet man den italienischen Naturstein für Wandbekleidungen, Bodenbeläge und Arbeitsplatten.

Bouclé

siehe Schlingenflor.

Bouletfalzziegel

auch: Bouletziegel

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Der Bouletziegel bzw. Bouletfalzziegel ist ein historischer Falzziegel in kleineren Abmessungen als der sonst übliche Falzdachziegel. Er kam um 1880 in Holland, Belgien und Frankreich auf den Markt. Seine Besonderheit ist die keilförmige Erhebung in der Ziegelmitte, die am Ziegelfuß in eine Kugel übergeht.

Bouletziegel

Boulevard

auch: Boulevards

Der Begriff Boulevard kommt zwar aus dem Französischen, ist aber seit Generationen eingedeutscht. Der Boulevard ist ein Bürgersteig, der eine gewisse Breite hat, so dass darauf viele Fußgänger in beiden Richtungen flanieren und sog. Boulevard-Cafés darauf Tische und Stühle platzieren können. Wenn hier von einer "gewissen Breite" gesprochen wird, so kann dazu nur gesagt werden, dass die Breite eines Boulvards nicht genormt ist. In Städten wie Paris oder Nizza sind Boulevards oft breiter, als eine PKW-Fahrspur. Städte wie Düseldorf sind stolz auf ihre Boulevards, auf denen sich bei gutem Wetter bis in die späten Abendstunden das Leben abspielt. Auch Boulevards werden ebenso wie die Bürgersteige von den Städten angelegt, die Kosten auf die Besitzer der angrenzenden Häuser umgelegt. In welchem Ausmaß Gastronomen ihr Lokal auf einen Boulevard ausdehnen dürfen, legen die einzelnen Kommunen fest. Das gilt auch für Rollständer mit Textilien oder Verkaufsschütten, mit denen Einzelhändler Kunden anlocken wollen.

B-Plan

auch: B-Pläne

siehe Bebauungsplan.

Brachland

Bezeichnung für ein Gelände, das weder forst- noch landwirtschaftlich genutzt wird und auch nicht bebaut ist. Brachland ist somit ein der Natur überlassenes Grundstück. Riesige Gelände entlang der ehemaligen Zonengrenze sind Brachland. In diesen oder anderen Fällen kann die Natur aus einem Brachland auch ein Biotop machen, was die Nutzung des Geländes für Bauzwecke erschweren oder sogar unmöglich machen kann.

Bram

Andere Bezeichnung für Giebelspieß. BRAM steht aber auch für Brennstoff aus Müll.

Brandabschnitt

auch: Brandabschnitte

Um die Ausbreitung von Feuer im Gebäude zu verhindern oder um sicherzustellen, dass das Feuer im Brandfall nicht auf das Nachbargebäude übergreift, werden Gebäude in Brandabschnitte unterteilt. Diese Abschnitte können entweder vertikal oder horizontal begrenzt (Wände und Decken) ausgebildet werden. Die Brandausbreitung auf angrenzende Abschnitte wird durch feuerbeständige Bauteile verhindert. Im Allgemeinen beinhaltet ein Brandabschnitt alle Geschosse eines Gebäudes und wird direkt von oben bis nach unten durchgezogen. Treffen zwei Brandabschnitte aufeinander, so ist dort eine Brandwand notwendig. Einzelne Brandabschnitte dürfen in der Regel höchstens 40 m lang und 40 m breit sein, umfassen also eine Grundfläche von 1600 m². Erfordert eine Nutzung größere Flächen, ist auch eine Überschreitung dieser Maße möglich.

Brandfluchthaube

auch: Brandfluchthauben

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Brandfluchthauben schützen Personen davor, im Brandfall an tödlichen Gasen zu ersticken. 95 Prozent der Brandtoten sterben nicht durch das Feuer selbst, sondern an den Folgen einer Rauchvergiftung