Das kommt sehr häufig vor, dass eine Erdleitung, die musterhaft bis zum Gartenteich verlegt worden ist, auf einmal verlängert werden soll, weil hinten im Garten ein Schuppen aufgestellt worden ist, der eine Lichtquelle braucht oder weil ein Brunnen „gespült“ worden ist, dessen Pumpe natürlich nur funktioniert, wenn „Saft“ vorhanden ist. Umgekehrt kommt es aber auch oft vor, dass die Abzweigung eines Erdkabel z. B. zur Teichbeleuchtung stillgelegt werden soll (weil Solarleuchten rund um den Teich eingebaut wurden), der Kabelstrang zum Gartenhaus aber Intakt bleiben muss.
In beiden Fällen kommt es darauf an, die Schnittstelle absolut wasserdicht zu versiegeln. Gehen wir einmal davon aus, dass Sie unsere generelle Information über das Verlegen eines Kabels im Erdreich kennen.
Bevor Sie sich daran machen, das alte Kabel mit dem neuen zu verbinden oder das abzweigende Kabel zu kappen, achten Sie darauf, dass der Sicherungshebel im Automaten („Sicherung“) umgelegt, also der Stromzufluss unterbrochen ist.
Ohne Spezialbox aus PVC, die später mit Gießharz verfüllt wird, geht es nicht. Diese Boxen haben sehr unterschiedliche Formate, sie können röhrenförmig sein oder
je nach Installationsanforderung kastenförmig. Immer aber bestehen Sie aus zwei Teilen, die nach erfolgter Installation ineinander gesteckt und dann über einen Einfüllstutzen mit Gießharz verfüllt werden. Seitlich haben die Boxen runde Aussparungen, durch die das Erdkabel geführt wird. In unserem Beispiel anhand von Produkten der Fa. Cellpack zeigen wir, wie die Montage abläuft.
1. Das Erdkabel ist durchtrennt worden, die drei Adern werden freigelegt und so gekappt, dass sie auf eine 2/3 Länge in die Box passen. Es wird geprüft, ob das
schwarze Endstück des Erdkabels in die runde Aussparung der Box passt.

2. Die runde Aussparung ist größer, als das Erdkabel. Also wird das Endstück so lange mit Isolierband umwickelt, bis es sozusagen luftdicht in
die runde Öffnung der Box gepresst werden kann.

3. Die abisolierten Adern werden
in die Box gelegt, die
runde Öffnung am anderen
Ende der Box fest mit Isolierband
verschlossen. Die Box wird
nun zugeklappt, die beiden
Teile der Box rasten ein.

4. Nun muss die zweikomponentige
Gießharzmasse aktiviert werden.
Dazu wird der Trennfaden, der
die beiden Komponenten in der
flexiblen Packung trennt, aufgerissen.
Das sollte bei einer Temperatur
um die 20° geschehen.

5. Die beiden Flüssigkeiten werden
nun durch dreiminütiges Walken
und Kneten verarbeitungsfähig
gemacht. Für diese Arbeit ist das
Tragen von Schutzhandschuhen
obligatorisch.

6. Die viereckige Packung wird
nun an einer Seite schräg
angeschnitten, so dass eine
Art Auslauftrichter entsteht.
Durch diesen wird die gelförmige
Masse in den Einfüllstutzen
der Box gepresst, bis die Box
vollständig verfüllt ist. Die
Einfüllöffnung wird mit einem
Stopfen verschlossen.
7. Nach etwa einer Stunde
ist das Gießharz ausgehärtet.
Es hat sich wie ein Panzer
um das Erdkabel gelegt.
Weder Luft noch Wasser kann
nun mit dem Endstück des
Kabels in Berührung kommen.
Die Box kann nun eingegraben
werden.
Falls das Kabel verlängert, also mit einem anderen Erdkabel verbunden
werden soll, geschieht das auf die selbe Art. Die beiden Endstücke des Kabels werden so lange mit Isolierband umwickelt, bis sie in die runden Öffnungen der Box gedrückt werden können. Innerhalb der Box werden die Adern durch sogenannte Warmschrumpf-Verbindungsmuffen mit
Schraubverbindern zusammen geführt. Das Verfüllen der Box geschieht dann wie beschrieben.
Fotos: www.fotografen-online.de