Unser Autor Wolfram Dübbel ist vor der mörderischen Hitze nach Alaska geflohen. Sein Kollege Siegfried Hockeney schreibt deshalb für diesen Monat die Satire - und die hat auch mit Hitze zu tun.
Wie man einen Swimmingpool aufbaut
Es ist heiß in Deutschland. So heiß, dass einem schon beim Rausschauen die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Kein Wunder, dass meine Eltern (beide "in den Sechzigern") auf einmal stolze Besitzer eines Badepools mit dem Durchmesser von 3,60 Metern geworden sind. Doch wohin nun mit dem Ding, wenn der ach so große Garten abschüssig ist?
Durch einen Telefonanruf bereits vorgewarnt, hielt ich mich in ständiger Bereitschaft Wohl wissend, dass es Fragen geben wird. Und richtig - schon ging es los:
"Siggi, mein Junge! Wir haben den Pool gerade ausgepackt und ausgebreitet. Der ist aber schon sehr groß! Wir wissen nicht, ob der Platz zwischen Terrasse und Garage ausreicht."
"Ja, Mutter! Legt den Pool doch erst mal richtig aus. Ihr werdet sehen, ob es ausreicht. Pumpt ihn dann mit dem Kompressor auf und dann rein mit dem Wasser!"
Keine zwanzig Minuten später klingelt wieder das Telefon:
"Siggi, hier ist noch mal Mama. Der Platz scheint zu reichen, aber ob der Untergrund eben ist, wissen wir nicht."
"Wenn ihr nicht mit der Wasserwaage nachmesst, werdet ihr es nie erfahren!"
"Siggi, also wirklich! So eine lange Wasserwaage haben wir doch nicht!"
"Mutter, eine lange Dachlatte und darauf die Wasserwaage tut es auch!"
Eine Stunde später war mein Vater am Apparat:
"Junge, kannst du nicht mal vorbeischauen? Habe auf einer Seite etwas Sand nachgeschüttet und denke, dass der Pool jetzt eben liegt. Auch der Ring ist aufgepumpt und wir lassen schon Wasser ein. Aber mich machen die beiden Löcher in der Poolwand unsicher!"
Gut, dass es nur zehn Minuten bis zu meinen Eltern ist. Sie werden nicht glauben, was meine hitzegeschwächten Augen erblickten! Aus beiden "Löchern" in der Poolwand - den Anschlüsse für die Pumpe - lief bereits Wasser aus und durch die Garage auf die Straße.
Nach gut einer Stunde hatte sich das Chaos gelichtet. Die Pumpe war angeschlossen, der Boden glatt ausgelegt, die Garage wieder trocken und der Pool lief langsam voll.
Für den Fall, dass der Pool überläuft, habe ich Mama und Papa empfohlen, den Opel Admiral Oldtimer zu vertäuen. Damit er nicht durch die Garage davon schwimmt.
Siegfried Hockeney |