Mit einem Tischkicker ist sicherlich jeder in seiner Kindheit oder Jugend einmal in Berührung gekommen. Erst einmal vom Kickerfieber gepackt, lässt einem der Spieltrieb auch im Erwachsenenalter die Hände nicht stillhalten. So gibt es zum Beispiel richtige Meisterschaften im Kickern. Wer den Meisterkickern nacheifern möchte, kann sich jetzt mit dem Bauplan von Festool seinen eigenen Tischkicker nachbauen. So kommt doppelt Freude auf – erst beim Tischlern und danach beim Kickern. Wir wünschen bei beidem viel Spaß!
1.1
1. Beim Zuschnitt von Furniersperrholzplatten (Multiplex) dieser Stärke müssen Sie, um eine saubere Schnittkante zu bekommen, ein
scharfes Sägeblatt verwenden. Sägen Sie die einzelnen Teile, nach den in der Materialliste angegebenen Maßen, zu. Die großen Teile
können mit einer Handkreissäge mit Führungsschiene zugeschnitten werden.
1.2

Beim Zuschnitt der kleinen Teile sollten Sie eine Tischkreissäge verwenden. Die Füße (Pos. 10) bestehen aus zwei 30 mm dicken Platten.
Verleimen Sie dazu zwei Reststücke mit Verschnittzugabe und sägen Sie nach dem Trocknen die einzelnen Füße zu. Beim Sägen
kleiner und schmaler Teile sollte zur Sicherheit immer ein Schiebestock benutzt werden.
1.3

Beim Ablängen kleiner Teile am Schiebetisch ist der Einsatz eines Schiebestockes allerdings nicht geeignet. Achten Sie in solchen Fällen
darauf, dass Sie den größtmöglichen Sicherheitsabstand zum Sägeblatt einhalten und die Schutzhaube über dem Sägeblatt so weit wie
möglich nach unten geschoben ist.
2.1
2. Die beiden Innenseiten (Pos. 4) werden an der Unterkante schräg abgeschnitten. Am späteren Tisch gibt diese Schräge die Neigung
des Ballauswurfes vor. In den beiden Verstrebungen (Pos.6) wird mit der Tischkreissäge jeweils eine Nut geschnitten. Die Löcher für die
Stangenlager, den Ballein- und Auswurf werden die Seiten (Pos.1) gebohrt oder gefräst. Beim Fräsen wurde eine 24 mm Kopierhülse und ein
2.2

12 mm Fräser benutzt. Bei den Löchern (D = 28 mm) für die Stangenlager muss das Loch in der Frässchablone 40 mm groß
sein. Dieses Maß ergibt sich aus der Differenz zwischen Kopierhülsen- und Fräseraußendurchmesser, addiert mit dem Durchmesser
des Lochs. Der Ausschnitt für das Tor wird in die beiden Innenseiten (Pos.4), entweder mit der Stichsäge gesägt oder auch mit der
2.3

Oberfräse gefräst. Auch hier muss die Kontur der der Schablone insgesamt um 6 mm in jede Richtung größer sein. In der Tiefe wird die Platte, beim Tor, in zwei Schritten vollständig
durchgefräst. Es ist wichtig beim zweiten Fräsen in einer der Ecken anzufangen. Dadurch fällt der Abfall am Schluss nach unten und kann sich nicht verkeilen und zu Beschädigungen
führen.
3.1
3. Die Nuten für das Spielfeld werden mit einem 10 mm Fräser und einer 13,8 mm Kopierhülse gefräst. Die Fräsungen in der
Schablone wurden zuvor mit einem 14 mm Fräser ausgeführt. Zum Bau der Schablone wurde die Fräse mit einer Führungsschiene geführt. Achten Sie darauf, dass die Frästiefe
an den Seiten (Pos.1) und an den beiden
3.2

Innenseiten (Pos.4) unterschiedlich ist. Auf der Schablone für die Nut in den Seiten befinden sich auch 14 mm Bohrungen für Schraubenlöcher. Auch diese werden mit dem gleichen
10 mm Fräsungen komplett durch die Seiten (Pos. 1) gefräst. Falls die Länge des Fräsers nicht ausreicht, werden die Löcher mit einem
Bohrer nachgebohrt.
3.3

Je nach Bauart des Fräsers kann es sein, dass Sie, um ein sauberes Bohrloch zu bekommen, die Drehzahl der Fräse vermindern müssen. Nachdem alle Fräsungen gemacht sind werden
die Einzelteile der Seitenkästen nummeriert und die genaue Position der Einzelteile mit einem Schreinerdreieck gekennzeichnet.
4.1
4. Fräsen Sie die DOMINO-Löcher für die Verbinder in die Einzelteile. Alternativ können Sie auch Dübel verwenden. Die Ballrampe
(Pos. 5) wird nicht mit dem Torkasten verklebt, sondern nur mit Dübeln in die kurze Seite (Pos. 2) gesteckt und von unten an der Innen-seite
festgeschraubt. Zeichnen Sie die Schräge der Ballrampe auf der Innenfläche der kurzen Seite an und spannen Sie an dieser Linie die Rampe fest.
4.2

Markieren Sie sich drei Positionen für die DOMINO-Dübel und fräsen Sie waagerecht in die Rampe, anschließend senkrecht in
der Seite die Löcher für die Verbinder ein. Fasen Sie mit einer Kanten- oder Oberfräse alle Kanten, auch an den Stellen an denen die Einzelteile zusammenstoßen. Dadurch entsteht
eine so genannte offene Brüstung und leichter Materialversatz, der durch das Arbeiten
4.3

der Platten entstehen kann, ist nicht mehr spürbar. Geben Sie Leim in den Löchern an und schlagen Sie die Dübel in die Seiten ein. Geben Sie dann in den Gegenlöchern des Deckels
(Pos.3) Leim an und stecken Sie alles zusammen. Kontrollieren Sie, ob die Außenkanten bündig abschließen und spannen Sie alles mit
Zwingen zusammen.
5.1
5. In den vier Füßen (Pos.10) wird jeweils ein 20 mm Loch für die Eindrehmuffen (M12) gebohrt. In diese Muffen werden später die
Stellfüße eingedreht, mit denen der Kicker bei unebenen Böden ausbalanciert werden kann. Drehen Sie die Muffen mit einer gekonterten
Schraube M12 oder einem passenden Eindreher in die Füße ein. Zeichnen Sie die Positionen der Füße auf den Innenseiten
5.2

der Beine an. Fräsen Sie die Dominolöcher, welche die beiden Bretter (Pos. 7+8) zu einem L-förmigen Bein verbindet. Der Fuß wird an der angezeichneten Stelle festgespannt. Fräsen Sie
nun die Dübellöcher um den Fuß mit den Beinen zu verbinden. Zeichnen Sie die Position der Querstrebe (Pos.9) an und fräsen Sie die Dominolöcher. Die Kanten der Beine und der
Füße werden auch
5.3

gefast. Geben Sie in den Löchern der Füße Leim an und schlagen Sie die Dübel ein. Zunächst wird ein Fuß mit der kurzen Seite der Beine verklebt. Kleben Sie dann die Dübel in die Beine ein und
spannen Sie alles zusammen. Der überschüssige Leim wird nach dem Aushärten mit einem scharfen Stemmeisen entfernt.
6.1
6. Entfernen Sie die Zwingen an den Torkästen und schrauben Sie die Ballrampe von unten an die Torseite. Die Positionen der Verstrebungen
(Pos. 6) werden auf der Innenfläche der Seiten (Pos.1) angezeichnet. Spannen Sie die Streben flach an dieser Position fest und fräsen Sie die
DOMINO-Löcher zunächst senkrecht in die Seiten und dann waagerecht in die Verstrebungen.
6.2

Nachdem die Beine ausgespannt sind, wird an der Oberseite mit der Tischkreissäge in mehreren Schnitten eine Aussparung herausgesägt. Durch diese Aussparung drückt das
Gewicht des Oberteils später nicht auf die Schrauben, sondern wird gleichmäßig nach unten auf die Beine verteilt. Verleimen Sie die
Beine mit den Querstreben. Auch die Torkästen und die Seiten werden mit DOMINO-
6.3

Dübeln zusammengesteckt. Fräsen Sie also in die Deckel, in die kurzen Außenseiten des Torkastens und in die Seiten DOMINO-Löcher. Um
später alles einfacher zusammenstecken zu können, werden diese mit der mittleren Breiteneinstellung gefräst. Alternativ können natürlich auch hier Runddübel benutzt werden.
7.1
7. Durch die schräge Nut in den Seiten und rechts und links der Tore sind die Ecken des Spielfeldes nach oben gezogen. So kann der
Ball nicht in den Ecken liegenbleiben. Ebenso werden auch die Außenbanden nach oben gebogen. Um das zu erreichen wird, von unten eine 6 mm breite Nut gefräst (Frästiefe 6 mm). Der
Biegeeffekt wird durch eine 6,5 mm breite Leiste (Pos.12) erreicht, die in die Nut
7.2

eingeschlagen wird. Zuvor wird diese Leiste mit einem Handhobel angeschrägt, um leichter in die Nut zu gleiten. Die Leiste darf nicht bis ganz unten in die Nut eingeschlagen werden,
um ein Spalten des Spielfeldes zu verhindern. Der Überstand wird anschließend mit dem Handhobel entfernt. Vor dem Einbau der Stangenlager und dem Schleifen sollte der
Kicker einmal zusammengebaut
7.3

werden. Legen Sie auch gleich die 19 mm dicke Bodenplatte (Pos. 11) unter dem Spielfeld mit ein und kontrollieren Sie, dass zu den Verstrebungen (Pos. 6) keine Luft ist. Falls ein kleiner Abstand zwischen den Bauteilen ist,
können Sie diesen später mit einem Moosgummistreifen abdichten.
8.1
8. Schleifen Sie alle Flächen und Kanten. Der letzte Schliff vor der Oberflächenbehandlung sollte mit Körnung P 180 ausgeführt werden. Die Oberfläche sollte mindestens zweimal mit
Öl oder Lack behandelt werden. Schrauben Sie die Lager für die Stangen, die Abdeckungen auf der Gegenseite und den Balleinwurf in die
vorgesehenen Löcher ein. Um die Positionierung zu vereinfachen, werden die
8.2

mittleren Löcher auf einer Linie ausgerichtet und die Schraubenpostionen mit einem Vorstecher markiert. Der Toreinsatz wird in der Aussparung mit zwei Zwingen nach oben gedrückt und
mit zwei Tackerklammern auf jeder Seite fixiert. Bauen Sie jetzt die Einzelteile des Kickertisches zusammen. Mit vier durchgehenden
Gewindestangen werden die Einzelteile des Tisches zusammengehalten. Drehen Sie
8.3

den Tisch um und spannen Sie die Beine auf ihrer späteren Position fest. Mit einem 10 mm Bohrer werden die Postionen der Befestigungsschrauben in die Beine gebohrt. Spannen
Sie die Beine aus und bohren Sie die eben gebohrten Löcher mit einem 12 mm Bohrer auf und drücken Sie von innen die Einschlagmuffen M10 in die Beine. Schrauben Sie die Beine am
Tisch fest.
9.1
9. Stecken Sie die Griffe auf die Stangen auf, das geht am besten wenn Sie die Stangen etwas anfeuchten und in den Griff einschlagen. Die
beiden Torwartstangen erhalten als einzige auf jeder Seite einen Stellring aus Metall. Ansonsten ist die Abfolge immer die gleiche:
zunächst einen Kunststoffring, dann den Gummipuffer, einen weiteren Kunststoffring und dann
die Spielfiguren und noch einmal die
Kunststoffringe und Gummipuffer.
9.2

Die Spielfiguren werden mit den passenden Schrauben an der Stange befestigt. Sie Stangen haben in den Lagern etwas Spiel und sollten
sich schon ohne Schmierung leicht drehen lassen. Vor dem Spielen sollten sie aber mit etwas Silikonspray eingesprüht werden. Die Torzähler werden in den zuvor gefrästen Nuten
oder einfach oben auf die Ablagen geschraubt. Richten Sie den Kickertisch mit den Stellfüßen aus und das Spielvergnügen kann beginnen.
Maschinenliste
- Handkreissäge
- Tischkreissäge
- Führungsschiene
- Oberfräse
- Akkuschrauber
- Verbindungsfräse
- Exzenterschleifer
Werkzeugliste
- Zwingen
- Hammer
- Vorstecher
- Handhobel
- Sechskantschlüssel Satz
- Handschleifklotz
- Tacker
Materialliste: Tischfussball
| Pos |
Anz. |
Bezeichnung |
Länge |
Breite |
Dicke |
Material |
| 1 |
2 |
Seite lang |
1480 |
300 |
30 |
Multiplex |
| 2 |
2 |
Seite kurz |
680 |
270 |
18 |
Multiplex |
| 3 |
2 |
Deckel |
680 |
138 |
30 |
Multiplex |
| 4 |
2 |
Innenseite |
680 |
175 |
18 |
Multiplex |
| 5 |
2 |
Ballrampe |
680 |
120 |
18 |
Multiplex |
| 6 |
2 |
Verstrebung |
680 |
146 |
30 |
Multiplex |
| 7 |
4 |
Bein breit |
700 |
120 |
30 |
Multiplex |
| 8 |
4 |
Bein schmal |
700 |
90 |
30 |
Multiplex |
| 9 |
2 |
Querstrebe Beine |
460 |
120 |
30 |
Multiplex |
| 10 |
8 |
Fuß |
90 |
90 |
30 |
Multiplex |
| 11 |
1 |
Bodenplatte |
1198 |
678 |
19 |
Span/Mdf |
| Alle Maße in Millimeter |
Technikteile: Tischfussball
| Pos |
Anz. |
Bezeichnung |
| 1 |
2 |
Stangen D = 16 (15,9) mm, 2 Loch |
| 2 |
4 |
Stangen D = 16 (15,9) mm, 3 Loch |
| 3 |
2 |
Stangen D = 16 (15,9) mm, 5 Loch |
| 4 |
32 |
Figuren und Schrauben, 11 je Mannschaft |
| 5 |
8 |
Griffe |
| 6 |
16 |
Gleitlager für Stangen |
| 7 |
16 |
Innenrosette für Lager |
| 8 |
16 |
Vollgummipuffer für Stangen |
| 9 |
24 |
Kunststoffgleitring für Stangen |
| 10 |
4 |
Stellring für Torwartstange |
| 11 |
2 |
Torzähler |
| 12 |
2 |
Toreinsatz Kunststoff, 190 mm |
| 13 |
1 |
Spielfeld (Maße 1220 x 706 x 10), Ecken hochziehbar |
| 14 |
4 |
Stellfuß M12 |
| 15 |
4 |
Einschraubmuffe M12 |
| 16 |
8 |
Einschlagmuffe M10 |
| 17 |
8 |
Maschinenschraube M10 x 50 |
| 18 |
4 |
Gewindestangen M8 |
| 19 |
8 |
Muttern und evtl. Unterlegscheiben M8 |
| Alle Maße in Millimeter |
Bauplan Tischkicker
Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihres Tischkickers verwenden.
Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.