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Bauplan Sonnenliege: Oase der Ruhe

Sonnenliege

Sonne, Strand und Meer - wer wünscht sich das nicht im Sommer? Doch auch zu Hause kann man es sich gemütlich machen. Ein schöner Liegestuhl ist eine Oase der Ruhe und ein Schmuckstück für Balkon oder Terrasse. Doch warum muss es denn immer ein gekaufter sein? Wir möchten Ihnen eine Anregung geben, wie Sie sich einen klassischen Liegestuhl selbst bauen können. Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist eine gute Vorbereitung allerdings das A und O.

1.1 Teile für den Klapprahmen

1. Schneiden Sie die Gestell­teile, die Teile für den Klapp­rahmen sowie die Rückenlehne auf das in der Materialliste angegebene Maß ab. Kennzeichnen Sie die Position der Einzelteile mit Hilfe des
1.2 Falz für die Auflageleiste

Schreinerdreiecks (die Spitze des Dreiecks zeigt immer zur Oberseite). Den Falz für die Auflageleiste müssen Sie mit der Tischkreissäge herausschneiden. Kontrollieren Sie die Sägeeinstellung
1.3 Probeschnitt

durch einen Probeschnitt. Beim Schneiden ist es wichtig, dass das Abfallstück am Schluss links vom Sägeblatt frei auf dem Maschinentisch liegt.
2.1 Schlitz- und Zapfenverbindung

2. Um die Schlitz- und Zapfen­verbindung zwischen den Beinen und der Querstrebe auf der Zugsäge herstellen zu können, benötigen Sie eine Schablone. Die Breite von Schlitz und Zapfen ist so gewählt, dass die
2.2 Schlitz an den vier Enden

Holzdicke gedrittelt wird. Zuerst schneiden Sie den Schlitz an den vier Enden der Querstreben. Dabei ist der Arbeitsablauf folgendermaßen: Erster Schnitt, Holz um 180 Grad drehen, zweiter Schnitt. Erst wenn alle
2.3 Zwischenraum heraussägen

vier Enden so eingeschnitten sind, den Anschlag um Säge­blattbreite verstellen und den Zwischenraum heraussägen.
3.1 Passgenauigkeit

3. Bevor Sie den Zapfen am Fuß ausschneiden, empfiehlt es sich, an einem Probestück die Pass­genauigkeit zu prüfen. Der Arbeitsablauf ist ähnlich wie beim zuvor gesägten Schlitz.
Mit dem Unterschied, dass anstatt den Zwischenraum heraus­zusägen, die Abfallstücke
3.2 Schnitttiefe

liegend auf der Zugsäge abge­schnitten werden. Falls die Schnitttiefe der Säge geringer ist als die Rahmenbreite, muss der Zapfen noch abgesetzt (auf der Innenseite abgeschnitten) werden. Die durch die Säge­schnitte zurückbleibenden
3.3 Holzreste mit Stemmeisen entfernen

Holzreste müssen Sie mit einem scharfen Stemmeisen entfernen.
4.1 Passgenauigkeit

4. Legen Sie sich vor dem Verleimen das Material und Werkzeug, das benötigt wird, bereit. Damit wird unnötiger Stress während des Verleimens vermieden. Es empfiehlt sich auch, die Verbindung durch "trockenes" Zusammenstecken auf ihre Passgenauigkeit zu prüfen. Zum Verleimen wird wasserfester PU- (Polyurethan) Kleber verwendet. Den Kleber auf Zapfenaußenseiten und
4.2 Schlitzinnenseiten angeben

Schlitzinnenseiten angeben und mit einem Holzrest verstreichen. Die Teile zügig zusammen­stecken und mit Zwingen ver­spannen. Zunächst müssen Sie die Zwingen von unten an die Beine ansetzen. Wenn der Zapfen zurücksteht, mit Klebe­band schmale Zulagen­klötze an den Beinen befestigen. Falls Sie die benötigte 200 cm lange Zwinge nicht besitzen, können Sie auch zwei kürzere
4.3 Rechtwinkligkeit

Zwingen in der Mitte zusammen­setzen (hierbei am besten mit einem Gehilfen arbeiten). Am Schluss noch eine Zwinge quer auf die Verbindung setzen. Die Rechtwinkligkeit mit einem Winkel kontrollieren, wenn nötig durch Versetzen der Zwingen korrigieren.
5.1 Rückenlehne

5. Zeichnen Sie die Ausspar­ungen und das Loch für die Drehachse auf den Seiten des Klapprahmens (Rückenlehne) an. Beim Bohren der Löcher arbeiten Sie mit einem Unter­lage­brett. Zuerst bohren Sie die Löcher, in denen später die Aluminiumstange einrastet,
5.2 Aussparung beim
Einklappen

sowie das Loch für die Dreh­achse mit einem 20 mm Forst­nerbohrer. Im nächsten Schritt spannen Sie die beiden Teile zusammen und bohren ein 35 mm großes Loch (dient als Aus­sparung beim Einklappen der Rückenlehne). Die Rasterungen mit der Stichsäge oder
5.3 Rasterungen

einer Handsäge vollständig heraussägen. Die beiden Seitenteile laufen am oberen Ende in einem Halbkreis aus. Zeichnen Sie diesen an und sägen Sie ihn mit der Stichsäge aus.
6.1 Klapprahmen
mit Dominos

6. Bei unserer Liege wird der Klapprahmen mit Dominos (5 x 30) verbunden. Dazu müssen Sie den Leistenanschlag der Domino­fräse auf die Leisten­breite einstellen und die Höhe der Klappe über die Schnell­verstellung auf 20 mm ein­stellen. Zunächst werden die
6.2 Unterkante an den
Positionen der Querstücke anlegen

Löcher in das Querholz der kurzen Rahmenteile gefräst. Danach die Klappe wieder nach oben klappen und die Domino­fräse mit der Unterkante an den Positionen der Querstücke an­legen und die Löcher fräsen. Beim Verleimen zunächst den Domino in die kurzen
6.3 Rahmenteile einkleben

Rahmenteile einkleben. Dann den Kleber in den Löchern der Seitenteile angeben und alles mit Zwingen verspannen. Am Schluss den Winkel kontrollier­en, am besten messen Sie dazu das Diagonalmaß.
7.1 Trocknungszeit

7. Nach ca. 2 Stunden Trock­nungszeit können Sie die verklebten Liegestuhlseiten wieder ausspannen. Grobe Kleberreste entfernen Sie am besten mit einem Stemmeisen. Nun alle Teile mit einem Exzenterschleifer (Körnung P 120) schleifen.
7.2 Liegestuhlseiten

Zeichnen Sie die Löcher auf den Seitenleisten der Liegefläche an. Zum Bohren verwenden Sie am besten einen stationären oder mobilen Bohrständer. Zum Übertragen der Löcher auf die Liegestuhlseiten legen Sie die gebohrten Seitenleisten auf ihre spätere
7.3 Bohrer mit
Tiefenanschlag

Position und kennzeichnen den Lochmittelpunkt durch Einstecken des Bohrers. Nun können sie auch diese Löcher bohren. Um die Löcher alle auf die exakte Tiefe zu bohren, verwenden Sie am besten einen Bohrer mit Tiefenanschlag.
8.1 Kanten abrunden

8. Runden Sie alle Kanten mit einer Kantenfräse oder einer Oberfräse (Radius 3 mm). Die Rundungen mit einem Hand­schleif­klotz schleifen. Abschließend alle Flächen noch einmal mit dem Exenterschleifer schleifen (Körnung P 180).
8.2 Falz in ein Kantholz schneiden

Die Aluminiumstangen mit der Zugsäge auf das angegebene Maß abschneiden (Drehzahl drosseln). Damit die Aluminium­abschnitte beim Abschneiden nicht durch die Werkstatt fliegen, einfach einen Falz in
ein Kantholz schneiden und
8.3 Schnittkanten mit
Schleifpapier oder Feile entgraten

die Alu-Stange beim Schneiden darunter legen. Die Schnitt­kanten mit Schleifpapier oder Feile entgraten.
9.1 Liegestuhlseiten

9. Bevor Sie die Einzelteile miteinander verkleben, sollten Sie den Stuhl einmal ohne Kleber zusammenstecken und kontrollieren, ob alles passt. Legen Sie nun beide Liege­stuhlseiten flach auf den Ar­beitstisch und geben Sie in den Löchern PU-Kleber an. Jetzt die
9.2 Aluminiumstangen in eine Seite einstecken

Aluminiumstangen in eine Seite einstecken und zügig nachein­ander Abstandshülse, die erste Seitenleiste, beim Kopfteil den Klapprahmen, die zweite Seiten­leiste und wieder eine Abstands­hülse auf die Stange schieben. Die zweite Liegestuhlseite
9.3 Rechtwinkligkeit

aufstecken und mit Zwingen alles verspannen. Die Rechtwinkligkeit mit einem Winkel kontrollieren, wenn nötig durch Versetzen der Zwingen korrigieren.
10.1 Zwischenraum im Falz
messen

10. Die beiden Seitenleisten nach außen schieben und den Zwischenraum im Falz messen. Die Leisten für die Liegefläche auf das gemessene Maß ab­schneiden. An den Leisten alle Kanten mit der räse runden
10.2 Senkbohrer mit Tiefenanschlag
benutzen

Fund die Löcher zum Fest­schrauben bohren (D = 3,5 mm: am besten Senkbohrer mit Tiefenanschlag benutzen). Mit einem Handschleifklotz die Schmalflächen und die
10.3 Rundungen der Leisten schleifen.

Rundungen der Leisten schlei­fen. Nach ca. 2 Stunden Trocknungszeit können Sie den verklebten Liegestuhl wieder ausspannen. Kleberreste mit einem scharfen Stemmeisen entfernen.
11.1 Außenkante der
Seitenleiste

11. Legen Sie alle Leisten auf die spätere Liegefläche. Schieben Sie die Leisten an einem Ende zusammen und messen Sie den Abstand zur Außenkante der Seitenleiste. Den Abstand durch die
11.2 Abstandsklötzen

Anzahl der Leisten minus eine Leiste teilen. Das Ergebnis ist der Zwischenraum zwischen den Leisten. Schneiden Sie sich nun zwei Abstandsklötze, die Sie beim Festschrauben zwischen die
11.3 Edelstahl-Spax

Leisten legen. Die gleiche Prozedur beim Kopfteil wiederholen. Nun können Sie die Leisten nacheinander mit Edelstahl-Spax (3,5 x 30) in den Falz der Seitenleisten schrauben.
12.1 Schleifen Sie mit dem Exzenterschleifer

12. Schleifen Sie mit dem Exzenterschleifer (Körnung P 180) über die Sitzfläche. Kontrollieren Sie beim gesamten Stuhl noch einmal, ob noch raue oder schmutzige Stellen vorhanden sind und schleifen Sie diese weg. Für die Oberflächenbehandlung empfehlen
12.2 Fasern wegschleifen

wir ein wasserfestes Öl für den Außenbereich (z.B. Clou Holzöl). Das Öl im ersten Schritt dünn mit einem Pinsel auftragen und über Nacht trocknen lassen. Die hochgestellten Fasern mit Schleifpapier (Körnung P 280) wegschleifen (Zwischenschliff). In weiteren
12.3 Oberflächenbehandlung

2 bis 3 Arbeitsgängen das Öl dünn mit dem Pinsel oder Lappen auf den Stuhl auftragen. Zur Pflege den Stuhl einmal jährlich dünn mit einem Leinentuch nachölen.
13.1 Schablone zum Schlitz

13. Schablone zum Schlitz und Zapfen schneiden. Verwenden Sie ein grobes Sägeblatt.

Materialliste

Pos Anz. Bezeichnung Länge Breite Dicke Material
1 2 Längsfrieß Fuß 2000 60 40 Teak/Robinie
2 4 Fuß 280 60 40 Teak/Robinie
3 2 Längsfrieß große Liegefläche 1180 45 40 Teak/Robinie
4 2 Längsfrieß kleine Liegefläche 800 45 40 Teak/Robinie
5 32 Querlatte Liegefläche 550 40 15 Teak/Robinie
6 2 Hakenleiste Stützrahmen 420 30 20 Teak/Robinie
7 2 Querleiste Stützrahmen 465 30 20 Teak/Robinie
8 4 Domino Dübel 5 x 30 mm 30 5 Buche
9 64 Spax VA 3,5 x 30 mm 30 3,5 Edelsthl
10 5 Alu Rohr lang 675 ø20 Aluminium
11 1 Alu Rohr kurz 560 ø15 Aluminium
12 6 Distanzhülse Alu 17 ø25 Aluminium
Alle Maße in Millimeter

Holzarten

Bei der Holzwahl für den Liegestuhl scheiden Nadelhölzer durch Ihren hohen Harzanteil aus. Da es nur wenige einheimische Hölzer gibt, die man dauerhaft im Außenbereich einsetzen kann, werden die meisten Gartenmöbel aus Tropenhölzern hergestellt. Sollten Sie in Ihrem Liegestuhl Tropenholz verwenden wollen, achten Sie bitte darauf, dass es aus nachhaltigem Plantagenanbau kommt. In der anschließenden Holzempfehlung stehen die Hölzer, die es auch in den meisten Schreinereien gibt. Dadurch wird die Holzbeschaffung etwas einfacher.
Robinie Robinie

Einheimische Alternative zu Tropenhölzern, mit großer Widerstandsfähigkeit gegen Verwitterung und Schädlings­befall. Ursprüngliches Her­kunftsgebiet ist Nordamerika.
In Europa ist diese Holzart seit mehreren hundert Jahren hei­misch. Die Farbe ist grüngelblich bis goldbraun. Mit normalem Werkzeug ist dieses Holz gut zu bearbeiten. Es kann sowohl lackiert als auch geölt werden.
Teak Teak

Teak ist wohl das beste Holz für den Außenbereich. Das gold­gelbe bis mittelbraune Holz stammt hauptsächlich aus Südostasien, wird aber mittler­weile auch als Plantagenholz in anderen Tropengebieten ange­pflanzt. Von Natur aus hat es einen sehr hohen Ölgehalt im Holz und ist dadurch schwer zu lackieren. Bitte beachten Sie: Normales Werkzeug wird bei der Bearbeitung von Teak sehr schnell stumpf.
Sipo-Mahagini Sipo-Mahagini

Dieses widerstandsfähige afri­kanische Laubholz ist meist günstiger als Teak und rot bis rötlichbraun gefärbt. Es ist mit jedem Werkzeug gut zu bearbeiten und kann sowohl lackiert als auch geölt werden.

Bauplan Sonnenliege

Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihrer Sonnenliege verwenden.

Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.

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