Wer einmal das entspannte Sitzen in einer Hollywoodschaukel genossen hat, kommt von dieser äußerst beruhigenden Schaukelbewegung nur schwer
wieder los. Leider benötigt eine Hollywoodschaukel sehr viel Platz und ist im Winter auch nur schwer zu verstauen. Unsere Schaukelbank hat zwar nicht die
ausladende Bewegung einer Hollywoodschaukel, aber auch auf ihr kann man gemütlich entspannen. Durch ihre
knappen Maße passt sie fast überall hin. Und zu zweit ist sie im Garten auch schnell in die Sonne oder in den Schatten gestellt. Auf den breiten Armlehnen finden Getränke oder ein
Buch Platz, ohne dass ein Beistelltischchen dazugestellt werden muss.
Die Bank ist aus fertig gehobelten Fichte-Kanthölzern gebaut. Falls Sie die angegeben Dimensionen bei Ihrem Händler nicht bekommen, können Sie die Bauteile auch auf ähnliche Maße
anpassen. Alle Metallteile sollten aus Edelstahl sein, damit sie nicht rosten. Bei der Bauweise haben wir gezielt auf Dübel verzichtet, um den Einsatz
von Maschinen und Werkzeug so gering wie möglich zu halten. Alle Verbindungsstellen sollten zusätzlich zu den Schrauben noch mit einem wasserfesten Kleber oder Leim
gesichert werden.
1.1
1. Sägen Sie zunächst alle Leisten auf das in der Materialliste angegebene Maß ab. Die Pos. 7 + 8 werden aus drei einzelnen Brettern mit jeweils 20 mm
Dicke verleimt. Dadurch lässt sich auf einfache Art und Weise eine Schlitz- und Zapfenverbindung herstellen.
1.2

Die 20 mm dicken Bretter werden auf einer Seite mit einer Schräge von 18° Grad angeschnitten. Um den Schwung
der Rückenlehne und des Sitz-
es aufzuzeichnen,
müssen Sie zunächst im Abstand von 50
mm Rasterlinien auf ein Brett der Rückenlehne und ein Sitz-
1.3

brett eingezeichnen. Mit Höhenmarkierungen werden die Kreuzungspunkte zwischen Rasterlinien und Schwung angezeichnet. Wenn Sie diese Kreuzungspunkte jetzt
miteinander verbinden, haben Sie eine Linie, an der Sie die genaue Kontur der Bretter ausschneiden können.
2.1
2. Mit einer Stichsäge und einem scharfen Kurvensägeblatt werden die Bretter entlang der Linie gesägt. Schneiden Sie auch gleich die Armlehnen
(Pos. 4) mit aus. Mit Raspel und Feile oder mit einem Bandschleifer wird der Schwung nachgeschliffen, bis keine Unebenheiten mehr vorhanden sind.
Benutzen Sie die beiden ersten Bretter als Schablone, um auf den anderen
2.2

den Schwung anzuzeichnen. Durch den dreischichtigen Aufbau der geschwungenen Teile können die Lehne und die Sitzfläche mit Schlitz und Zapfen
verbunden werden. Bei den Lehnen gehen die beiden äußeren Bretter durch. Das mittlere springt um die Brettbreite (100 mm) nach oben zurück.
Dadurch entsteht ein Schlitz, in den das mittlere Brett der Sitz-
2.3

fläche eingesteckt werden kann. Bei den Sitzflächen ist das mittlere Brett um 100 mm länger und die beiden Äußeren stehen zurück. Diesen dreischichtigen Aufbau müssen
Sie schon beim Übertragen der Kontur auf die anderen Bretter beachten. Die Konturen werden wieder mit der Stichsäge ausgeschnitten, geschliffen
werden Sie allerdings erst wenn die Bretter miteinander verleimt sind.
3.1
3. Die Bretter werden mit wasserfesten Leim oder PU-Kleber miteinander verbunden. Falls Sie nicht über ausreichend
Zwingen verfügen, können Sie die Bretter zum Spannen auch miteinander verschrauben. Die Schrauben sollten später von Außen nicht sichtbar
sein.
3.2

Die Innenfläche von Sitz und die Lehne ist später gänzlich verdeckt und eignet sich daher zum Schrauben. Achten Sie darauf, dass die Schrauben nicht auf den Positionen der Löcher für
die Aufhängung sitzen.
3.3

Während der Kleber trocknet, kann mit dem Bau des Untergestells begonnen werden. Markieren Sie zunächst die Einzelteile der beiden Seiten
mit einem Schreinerdreieck.
4.1
4. Die vier Beine (Pos. 2) werden auf der Innenseite so ausgesägt, dass die Querstreben (Pos. 5) eingesteckt
werden können. Diese Ausschnitte können Sie entweder mit einer Tischkreissäge oder einer Stichsäge schneiden. Das Arbeiten mit der Tischkreissäge
ist die genauere Variante. Dabei wird ein Anschlag so eingestellt, dass mit ihm der obere Schnitt gesägt wird und der andere kommt auf
4.2

die Position des unteren Schnittes. Dazwischen wird das Material mit mehreren Schnitten herausgesägt. Die Höhe des Sägeblattes
entspricht der Dicke der Streben. In den Querstücken (Pos. 1) werden die 8 mm Löcher für die Aufhängung der Sitzfläche angezeichnet und gebohrt. Die
sichtbaren Kanten des Untergestells mit einer Kantenfräse oder einem Handhobel
4.3

abrunden. Die Einzelteile der Seiten werden miteinander verschraubt. Zeichnen Sie die Positionen der Schraubenlöcher an und bohren Sie die Löcher
(d = 6 mm) in den Füßen (Pos. 3), den Querstücken (Pos. 1) und den Streben (Pos. 5) vor.
5.1
5. Verschrauben Sie die Streben und Beine miteinander. Dann werden die Beine mit den Querstücken verschraubt
und die Füße noch von unten mit den Beinen verbunden. Unter den Füßen können Sie noch vier dünne Auflagen (Pos. 6) festschrauben, die das Kippeln
des Gestells verhindern sollen. Spannen Sie die beiden Seitenteile der Sitzfläche aus und entfernen Sie Leimreste mit
5.2

einem Stemmeisen. Die gewölbte Fläche wird mit einem Bandschleifer oder mit Raspel und Feile geglättet. Die Aussparungen für die beiden Streben (Pos. 9)
werden wie zuvor an den Beinen mit der Tischkreissäge ausgesägt. Auch hier die sichtbaren Kanten abrunden. Zeichnen Sie die Löcher (8 mm) für die Aufhängung
an und bohren Sie diese. Falls Sie keinen Bohrständer oder eine
5.3

Ständerbohrmaschine besitzen, kann eine Dübelschablone dabei helfen, die Löcher gerade zu bohren. Verschrauben Sie die Seiten mit den Streben zur Unterkonstruktion
für die Sitzfläche. Runden Sie die Kanten und bohren Sie die Schraubenlöcher in die Sitzleisten und beginnen Sie mit dem Festschrauben an
der unteren
Kante der Sitzfläche.
6.1
6. Um einen möglichst gleichmäßigen Abstand zwischen den Leisten zu bekommen, müssen Sie durch die wechselnde
Wölbung verschiedene Abstandsklötze verwenden. Der Abstand beträgt im Mittel ca. 8 mm an der Vorderkante der Leisten. Nach circa der Hälfte sollten
Sie die restlichen Leisten mit Abstandsklötzen auflegen und kontrollieren ob der Abstand passt. Falls nicht, können
6.2

Sie jetzt dünnere oder dickere Abstandsklötze verwenden, ohne dass dies später zu erkennen ist. Die Aufhänger werden von einem Flachstahl abgeschnitten,
gebohrt, mit einer Feile gerundet und dann im Schraubstock mit einem Gummihammer gebogen. Schrauben Sie die Aufhänger zunächst an die Sitzfläche. Zwischen Holz und
Metall sollte jeweils eine Karosseriescheibe
6.3

unterlegt werden. Zwei gekonterte Muttern oder eine Stoppmutter verhindern, dass sich die Schrauben durch die Schaukelbewegung
lösen können. Die Armlehne wird ausgerichtet und von unten verschraubt oder mit etwas Kleber auf dem Querstück angebracht.
Maschinenliste
- Tischkreissäge
- Stichsäge
- Evtl. Bandschleifer
- Akkuschrauber
- Evtl. Kantenfräse
Werkzeugliste
- Evtl. Zwingen
- Raspel
- Feile
- Bohrer 8 mm
- Bohrer 6 mm
Werkzeugliste
- 6. Bohrer 4,5 mm
- 7. Kegelsenker
- 8. Eisensäge
- 9. Gabelschlüssel 13 mm
Materialliste Strandkorb
| Pos |
Anz. |
Bezeichnung |
Länge |
Breite |
Dicke |
Material |
Bemerkung |
| 1 |
2 |
Querstück |
440 |
90 |
40 |
Fichte |
| 2 |
4 |
Bein |
480 |
90 |
40 |
Fichte |
| 3 |
2 |
Fuß |
580 |
90 |
40 |
Fichte |
| 4 |
2 |
Armlehne |
480 |
100 |
20 |
Fichte |
| 5 |
2 |
Strebe Gestell |
1340 |
105 |
25 |
Fichte |
| 6 |
4 |
Standklotz |
80 |
80 |
10 |
Fichte |
| 7a |
2 |
Sitzfläche lang |
ca. 574 |
100 |
20 |
Fichte |
1 x 18 Grad |
| 7b |
4 |
Sitzfläche kurz |
ca. 470 |
100 |
20 |
Fichte |
1 x 18 Grad |
| 8a |
4 |
Lehne Lang |
ca. 522 |
100 |
20 |
Fichte |
1 x 18 Grad |
| 8b |
2 |
Lehne kurz |
ca. 418 |
100 |
20 |
Fichte |
1 x 18 Grad |
| 9 |
2 |
Streben Sitzgestell |
1220 |
105 |
25 |
Fichte |
| 10 |
23 |
Sitzleisten |
1220 |
36 |
36 |
Fichte |
| 11 |
4 |
Aufhänger |
260 |
30 |
3 |
VA |
|
| 12 |
4 |
Schrauben M8 |
60 |
|
|
VA |
| 13 |
4 |
Schrauben M8 |
60 |
|
|
VA |
| 14 |
24 |
Karosseriescheiben M8 |
80 |
|
|
VA |
| 15 |
8 |
Stoppmuttern M8 |
|
|
|
VA |
| Alle Maße in Millimeter |
Oberflächentipp
Um das Holz vor Verwitterung und Vergrauen zu schützen, sollte die Fläche mit einer Lasur oder einem Lack behandelt werden. Andernfalls können
UV-Strahlen und Regenwasser die Pigmente aus dem Holz waschen und es kommt zum Vergrauen der Oberfläche. Holz verfault an den Stellen, an denen Wasser stehen bleibt und dadurch ins
Holz eindringen kann. Feuchtes Holz bietet dann einen idealen Lebensraum für die zerstörerischen Pilze. Ein deckender Anstrich kann den Verfall
hinauszögern.
Noch besser ist es jedoch, wenn jede Verbindungsstelle zusätzlich zu den Schrauben noch geklebt wurde.
Wenn die Bank dann noch einen wettergeschützten Platz unter einem Vordach bekommt und im Winter mit einer Plane abgedeckt wird, werden Ihnen Ihre Gartenmöbel auch nach Jahren noch Freude bereiten.
Bauplan Schaukelbank
Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihrer Schaukelbank verwenden.
Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.