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In den USA, Kanada und den skandinavischen Ländern gehört sie fast schon zum Standard. Über die Hälfte der Neubauten werden dort mit einer zentralen Staubsauganlage ausgestattet. In Deutschland gehört der Zentralsauger zu den entbehrlichen Ausstattungsmerkmalen eines Hauses, egal ob Massivhaus, Fertighaus oder Ausbauhaus, ob Altbau oder Neubau. Dabei kam in herrschaftlichen Haushalten bereits vor über 100 Jahren der Staub nicht mit viel Lärm in die Tüte, sondern wurde lautlos aus dem Raum befördert. Mittlerweile könnten sich auch viele Privathaushalte Zentralstaubsauger leisten, aber sie tun es nicht. Dabei sprechen viele Dinge dafür und nur wenige dagegen. |
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Industriesauger saugt über Rohrsystem Schmutz in Behälter
Egal von welchem Hersteller (Fotos: Zehnder), Zentralstaubsauger-Anlagen funktionieren immer in etwa gleich. Im Keller, in der Garage oder einem anderen festen Standort wird ein robuster Industriesauger montiert. Dieser saugt mit gleich bleibender Kraft über ein Rohrsystem den Schmutz in einen großen Behälter. Dieser zentrale Staubbehälter wird nur zwei bis dreimal im Jahr geleert, die Textilfilter der Geräte werden alle paar Monate ausgeklopft und ausgewaschen, so dass man sich die üblichen Papier- und Mikrofilter sparen kann. Der Motor selbst ist nahezu wartungsfrei und hält rund 15 bis 20 Jahre, da er im Gegensatz zu normalen Staubsaugern mit sauberer Luft gekühlt wird. Nur die Kohlebürsten müssen nach fünf bis zehn Jahren ausgetauscht werden. |
Die gefilterte Abluft entweicht samt Feinstaub über ein Rohr nach außen und wird durch die Außenluft so stark verdünnt, dass auch die Nachbarn keine gesundheitlichen Schäden befürchten müssen. Allerdings macht das Gerät nach draußen so viel Lärm (sofern kein Schallschutz installiert), dass die Nachbarn im Umkreis von 50 m hören, wenn Sie staubsaugen. In der Wohnung selbst ist es allerdings so ruhig, dass man nebenbei Musik hören kann oder das Klingeln des Telefons zu den Ohren vordringt. Dabei ist die Saugkraft eines Zentralsaugers bis zu viermal stärker als die eines Einzelgeräts. Anders als bei herkömmlichen Staubsaugern werden zudem keine Staubpartikel aufgewirbelt, Feinststäube nicht durch die Abluft wieder in den Raum geblasen. Das freut Allergiker und Hausfrauen gleichermaßen. Wischtuch und Staubmob bleiben öfter im Putzschrank, die Nase bleibt frei und die Sicht klar. |
 Zentral angebrachte Steckdosen sorgen für Komfort Auch mit schwerem Gerät muss Mann oder Frau sich nicht mehr plagen. Der Saugschlauch wird in zentral angebrachten Steckdosen eingesteckt und es kann losgehen. Über einen elektrischen Kontakt schaltet sich der Sauger automatisch ein. Damit der sieben bis maximal zwölf Meter lange Saugschlauch alle Ecken des Hauses erreicht, werden vor dem Einbau die optimale Position und Anzahl der Saugdosen ermittelt. In einem Einfamilienhaus sind meist ein bis zwei Saugstellen pro Stockwerk ausreichend. Wobei für die Saugkraft gilt: Je kürzer die Leitung, desto höher die Saugkraft. Die hohe Saugkraft birgt natürlich mancherlei Gefahr. Die Lieblingssocken des Töchterleins sind ganz schnell im Höllenschlund verschwunden. Hinter jeder Saugdose befindet sich allerdings ein eng abgewinkelter 90-Grad-Bogen. Er sorgt dafür, dass keine sperrigen Gegenstände im Rohrsystem verschwinden und für Verstopfung sorgen. Die Alternative sind gekreuzte Streben oder Drähte im Querschnitt der Dose. Diese setzen sich jedoch leichter mit Fusseln und Fäden zu. |
Die Rohre bestehen entweder aus PVC oder Polypropylen, wobei letzteres aus ökologischen Gründen zu bevorzugen wäre. Bei beiden Rohrsystemen unterscheidet man zwischen speziellen Vakuumrohren, die mit einem Kaltschweißmittel verklebt werden und Rohren, die ähnlich wie Abwasserrohre über Muffen und spezielle Dichtungen verfügen. Manchmal werden auch normale, wesentlich günstigere Abwasserrohre angeboten. Deren Dichtungen sind allerdings eher gegen drückendes Wasser als für saugende Luft ausgelegt. Es kann daher in solchen Fällen zu Undichtigkeiten kommen, weshalb diese Rohre zusätzlich abgeklebt werden sollten. Im Neubau ist die Rohrführung einfach. Die Verlegung gleicht denen für die Abwasserleitung. Die vier bis fünf Zentimeter starken Plastikröhren werden in der Wand, im Estrich oder Aufputz verlegt. Nachträgliche Einbauten sind möglich, bedeuten aber einen Mehraufwand. Das Rohrsystem lässt sich dann hinter Gardinenblenden, Einbauschränken, Eckblenden, Kaminzügen oder Treppenkostruktionen verbergen. |
Kosten der Anlage Eine fachgerecht installierte Anlage kostet je nach Anzahl der Saugdosen und Auswahl des Gerätetyps ca. zwischen 1.250 Euro und 3.500 Euro. Dies ist im ersten Moment viel Geld, das sich durch die lange Lebensdauer der Geräte und die Vorteile aber bezahlt macht. Wem es in der Bauphase an Kapital mangelt, kann sich zunächst auch nur die Rohranlage einbauen lassen. Zu einem späteren Zeitpunkt, kann man dann problemlos auf Zentralsauger umsteigen. Durch Eigenleistungen lassen sich zudem die Kosten um einiges senken. Schlitze klopfen oder Mauerdurchbrüche herstellen sind mit dem richtigen Werkzeug schließlich kein Hexenwerk. | |
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