Ein Stuhl, der mit einfachen Werkzeugen und aus leicht verfügbarem Material gebaut werden kann und dazu noch überaus bequem ist. Das waren wohl
die Grundgedanken der Trapper im Osten der USA beim Entwurf dieses genialen Stuhls. Es gibt inzwischen unzählige Varianten und Weiterentwicklungen des Ur-Modells. Aber eines blieb
im Lauf der Entwicklung gleich: Wer einmal drin sitzt will nicht mehr raus! Auch mit wenigen Maschinen, gegebenenfalls nur mit Stichsäge und Akkuschrauber,
lässt sich dieser Stuhl herstellen. Man benötigt lediglich ein gewisses Maß an Geschicklichkeit und Geduld. Beim Material greifen wir auf fertig
gehobelte Douglasie-Bretter zurück, die jeder gute Baumarkt im Sortiment hat. Die Schrauben sind alle aus Edelstahl.
1.1
1. Schneiden Sie die einzelnen Bretter auf das angegebene Maß ab. Mit Hilfe der 1:1 Zeichnung können Sie, entweder
durch Ausschneiden der Einzelteile oder mit Hilfe von Blaupause-Papier, die Konturen der gebogenen Teile genau auf das jeweilige Brett übertragen. Die
Schrägen an Pos. 1 und 3 werden mit Hilfe einer Tauchsäge und einer Führungsschiene geschnitten.
1.2

Beim Zuschnitt der Leisten für die Rückenlehne muss zusätzlich noch ein zweites Brett mit der gleichen Dicke unter die Führungsschiene gelegt werden. Die
geschweiften Konturen werden mit einer Stichsäge oder Bandsäge geschnitten. Achten Sie darauf, dass Sie mit der Holzfaser schneiden und nicht dagegen.
So vermeiden Sie starke Ausrisse am Holz. Mit Hilfe des zuvor geschnittenen
1.3

Brettes können Sie die Konturen auf das nächste übertragen und erhalten dadurch identische Teile. Schleifen Sie alle gesägten Kanten entweder mit
einem Handschleifklotz oder einem stationären bzw. handgeführten Bandschleifer. Wenn möglich sollten identische Teile beim Schleifen zusammengespannt
werden.
2.1
2. Runden Sie alle Kanten mit einer Kantenfräse oder einem Handschleifklotz (Radius ca. 5 mm). Die Flächen werden mit einem Exzenterschleifer
geschliffen, letzter Schliff Körnung P 180. Die Einzelteile werden nun miteinander verschraubt, alle Schraubenlöcher werden
mit einem Senkbohrer (D=3,5 mm) vorgebohrt. Legen Sie eine
2.2

Wange (Pos. 1) auf den Tisch und positionieren Sie das vordere Bein darunter. Zum Ausrichten können Sie Tischkanten
benutzen, sofern diese rechtwinklig sind. Achten Sie darauf, dass Sie ein rechtes und ein linkes Seitenteil zusammenbauen. Verschrauben Sie die
beiden Teile miteinander. Positionieren Sie das hintere Bein (Pos. 3) rechtwinklig
2.3

zur Schräge auf der Wange und verschrauben Sie auch diese Bretter miteinander. Wenn Sie die beiden Seiten des Stuhls verschraubt haben, werden
diese mit dem unteren Querstück (Pos. 6) miteinander verbunden. Stecken Sie die beiden Querzargen (Pos. 4 und 5) zwischen die Seiten und
verschrauben Sie alles miteinander.
3.1
3. Das obere Querstück (Pos. 7) wird auf den hinteren Beinen (Pos. 3) aufgelegt, vermittelt und festgeschraubt.
Legen Sie eine der Leisten für die Rückenlehne an das obere und untere Querstück an und zeichnen Sie die Schräge an, in der Sie die Ecken
oben an den Beinen abschneiden müssen. Sie werden mit einer Handsäge
3.2

am Strich genau abgeschnitten. Zeichnen Sie sich am oberen und unteren Querstück (Pos. 6 und 7) einen Mittelstrich ein. Markieren Sie auch auf
der mittleren Leiste für die Rückenlehne auf der Höhe der Querstücke die Mitte. Die mittlere Leiste wird angelegt, mit einer Zwinge fixiert und das untere Loch
vorgebohrt. Nachdem Sie
3.3

die Leiste unten befestigt haben, wird das obere Loch gebohrt und die Schraube eingedreht. Der Abstand zwischen den Leisten beträgt oben 15 mm und unten
10 mm, jeweils in der Höhe der Schrauben. Bereiten Sie am besten zwei Hölzer mit dieser Dicke vor. Schauben Sie nach und nach die restlichen Leisten fest.
4.1
4. Zeichnen Sie sich mit Hilfe eines Streichmaßes die Position der Bohrlöcher auf den Sitzleisten an. Beim Bohren der Löcher ist es ratsam ein
Brett unterzulegen, da so Ausrisse an der unteren Seite vermieden werden. Die erste Leiste wird an der Front bündig mit der Unterkante der Wangen
ausgerichtet
4.2

und festgeschraubt. Alle weiteren Leisten schrauben Sie mit einem Abstand von jeweils 8 mm fest. Als Abstandshalter hat sich eine
durchgehende Leiste als die beste Variante herausgestellt, da diese nicht in den Fugen nach unten fallen kann. Zeichnen Sie die Position der Abstützungen (Pos. 11) für
4.3

die Armlehnen an und befestigen Sie diese an den vorderen Beinen. Bohren Sie die Schraubenlöcher zur Befestigung der Armlehne. Verschrauben Sie die
Armlehne mit dem Stuhl.
5.1
5. Die momentan noch ungleichen Rückenleisten erhalten an der Oberseite einen Rundung. Dazu befestigen Sie einen Bleistift an einer Schnur. Die
Schnur befestigen Sie mittels Nagel an der Unterseite der Lehne auf der Sitzfläche. Der Abstand zwischen Nagel und Bleistift ist der Radius. Wenn Sie,
wie wir, einen flachen Bogen möchten, müssen Sie
den Radius möglichst groß
5.2

und den Einschlagpunkt des Nagels möglichst tief wählen. Wenn der Nagel höher eingeschlagen wird und dadurch der Radius kleiner ist, wird die Rundung
stärker. Schneiden Sie am eingezeichneten Strich entlang mit der Stichsäge die Leisten ab und schleifen Sie die Oberkante mit einem Exzenterschleifer oder
Handschleifklotz nach. Kontrollieren Sie noch einmal alle Flächen und schleifen
5.3

Sie wenn nötig nach. Achten Sie darauf, dass alle Markierungen und Striche entfernt sind. Für eine natürliche
Oberfläche empfehlen wir eine Behandlung mit einem wasserfesten Öl für den Außenbereich. Für eine farbige Oberfläche gibt es Lasuren auf Öl- oder Kunstharzbasis.
Unabhängig davon was Sie benutzen, sollten Sie die Lasur mindestens zweimal auftragen.
Maschinenliste
- Tauchsäge
- Stichsäge
- Kantenfräse
- Akkuschrauber
- Exzenterschleifer
Werkzeugliste
- Bohrer 3,5 mm
- Handschleifklotz
- Bleistift
- Schnur
- Zwingen
Materialliste Gartensessel (1 Stück)
| Pos |
Anz. |
Bezeichnung |
Länge |
Breite |
Dicke |
Material |
| 1 |
2 |
Wange |
940 |
150 |
20 |
Douglasie |
| 2 |
2 |
Beine vorne |
510 |
150 |
20 |
Douglasie |
| 3 |
2 |
Beine hinten |
650 |
90 |
20 |
Douglasie |
| 4 |
1 |
Querzange hinten |
470 |
90 |
20 |
Douglasie |
| 5 |
1 |
Querzange vorne |
510 |
90 |
20 |
Douglasie |
| 6 |
1 |
Querstück Lehne unten |
510 |
90 |
20 |
Douglasie |
| 7 |
1 |
Querstück Lehne oben |
560 |
115 |
20 |
Douglasie |
| 8 |
7 |
Leiste Lehne |
840 |
72/35 |
20 |
Douglasie |
| 9 |
12 |
Sitzleiste |
510 |
38 |
20 |
Douglasie |
| 10 |
2 |
Armlehne |
800 |
185 |
20 |
Douglasie |
| 11 |
2 |
Abstützung |
150 |
90 |
20 |
Douglasie |
|
|
|
|
|
|
|
|
ca. 70 |
Spax VA |
35 |
|
3,5 |
Edelstahl |
| Alle Maße in Millimeter |
Materialtipp
Das Holz für Gartenmöbel sollte auf jeden Fall eine gute Witterungsbeständigkeit aufweisen. Unter den einheimischen Bäumen gibt es einige Laub- und
Nadelbäume, deren Holz in Frage kommt. Bei den Laubbäumen sind dies Robinie, Eiche und Edelkastanie. Von den Nadelbäumen eignen sich
besonders Lärche, Douglasie, Kiefer und mit leichten Einschränkungen auch Fichte. Die drei Laubbäume haben ungefähr dieselbe Beständigkeit, bei
den Nadelbäumen nimmt die Beständigkeit der Aufzählung nach ab. Die genannten Laubholzarten sind schwerer als die Nadelhölzer, was gerade bei
Gartenmöbeln, die öfters bewegt werden, eine Rolle spielt.
Bei Nadelhölzern ist es neben anderen Inhaltstoffen das Harz, das für die Beständigkeit verantwortlich ist. Harz hat aber den Nachteil, dass es bei sommerlichen Temperaturen austreten
kann. Das bedeutet, Hölzer mit viel Harz eignen sich wegen der Verschmutzungsgefahr der Kleidung nur bedingt für Sitzmöbel. Deswegen haben wir uns hier nach einiger
Abwägung für eine harzarme Douglasie entschieden. Dieses Holz ist leicht, einfach zu beschaffen und kostet pro Meter (B=150 mm, D=20 mm
gehobelt) günstige 4,80 Euro. Damit ist sie zwar teurer als die Fichte (ca. 3,20 Euro), dafür kann man seinen Stuhl aber auch länger genießen.
Bauplan Gartensessel
Nachdem Sie sich einen Überblick über die Bauanleitung verschafft haben, können Sie anschließend von unseren Bauplan Gebrauch machen und diesen als Schablone für den Bau ihres Gartensessel verwenden.
Mit freundlicher Genehmigung von festool.de.