Möbelrollen unter ein selbst gebautes Regal zu schrauben, in dem man die Komponenten seiner Musikanlage unterbringt,
dürfte wohl eine der leichtesten Übungen für den Heimwerker sein. So kann man das Regal in
jedes Zimmer rollen, wo gerade Musik gewünscht wird. So einfach das Anschrauben der sog.
Befestigungsplatte mit ihren vier vorgebohrten Schraublöchern auch ist, sollte man dennoch
ein paar Gedanken auf die Belastbarkeit verschwenden.
Möbelrollen weisen immer einen Hinweis auf die maximale Belastbarkeit auf.
Je nachdem, was in dem Regal gelagert werden soll, sind schnell 180 kg zusammen,
man spricht dann schon von einem Schwerlastregal. Der Heimwerker muss also erst einmal
das Gesamtgewicht des Regals plus Inhalt errechnen. Hundertachtzig Kilo wird er nicht
in einem Stück auf die Personenwaage bringen können – er muss also "etappenweise" wiegen.
Bleiben wir am Beispiel von 180 kg Gesamtgewicht. Dieses muss man durch drei dividieren,
also 180 : 3 = 60. Das bedeutet, dass jede der vier Einzelrollen eine
Mindestbelastbarkeit von 60 kg aufweisen muss.
Wer das Regal nur in seiner Wohnung hin und her rollen will, kommt mit Möbelrollen aus,
die über ein einfaches Gleitlager verfügen. Wird ein solches Regal oder eine Box aber z. B.
von Musikbands genutzt, die ihre Mischpulte und Verstärker ständig woanders einsetzen,
sollte man auf Möbelroller mit Rollenlager zurück greifen, die
sehr robust sind und selbst bei hohen Lasten wenig Rollwiderstand entwickeln.
Die "Luxusvariante" mit Kugellagern wird eigentlich nur im industriellen Bereich eingesetzt.
Ganz gleich, über welches Lager ein Möbelroller verfügt: die Rollen als solche
müssen aus hartem Material sein, wenn sie vorzugsweise über weiche Böden gerollt werden –
und umgekehrt aus weichem Material, wenn sie über einen harten Boden rollen sollen.
Besteht die Gefahr, dass sich das Regal selbständig machen könnte,
etwa bei geringem Gefälle oder wenn jemand dagegen stößt,
sollten Möbelrollen mit Radfeststeller angeschraubt werden.
Das ist aber noch nicht alles, was bedacht werden
sollte. Das hier beispielhaft angeführte Regal
kann mit vier Lenkrollen oder mit zwei Lenkrollen
plus zwei starren Bockrollen ausgestattet werden.
Die Zeichnungen, die wir der Website des bekannten
Herstellers HETTICH entnommen haben, zeigen
die Montagemöglichkeiten auf.
Vier Lenkrollen bieten optimale Manövrierbarkeit
und ein Drehen auf der Stelle – bei Geradeausfahrt
ist jedoch ein seitliches Ausbrechen möglich (A),
womit sicherlich schon jeder seine Erfahrung
gemacht hat. Sind vorne zwei Bockrollen
und hinten zwei Lenkrollen angeschraubt (B),
so ist der Geradeauslauf gut, die Manövierfähigkeit jedoch nur befriedigend.
Sollen lange Lasten transportiert werden, können vorn und hinten je
eine Lenkrolle und seitlich je ein Bockrolle angeschraubt werden.
Die Manövrierfähigkeit ist dann gut,
bei ungleicher Lastverteilung droht allerdings Kippgefahr.