Unser Herr Dübbel ist geflüchtet: Vor dem Zorn seiner zwei Frauen und vor deren Stiefeln. War es letzten Monat noch das Problem, wohin mit den Stiefeln seiner Frau, musste er diesmal ausbaden, was sein heiß geliebter Schwiegersohn wieder für einen Heimwerker-Unfug angerichtet hatte. Dieser hatte nämlich die Methode des "Stiefel-Aufhänges" noch etwas verfeinert. Aber lesen Sie selbst.
Stiefel, Stiefel und wieder nur Stiefel
Nein! Ich bin nicht ausgewandert nach Äthiopien - Sie erinnern sich an meinen letzten Bericht mit den Damenstiefeln. Ich bin mehr oder weniger geflüchtet nach Vietnam - in Urlaub. Grund dafür sind nicht nur die tollen Sehenswürdigkeiten dort, sondern der liebe Hausfrieden, der mal wieder schief hängt. Und das nicht nur bei mir, sondern auch bei meiner Tochter und dem ach so geliebten Schwiegersohn. Ausbaden musste das dann halt mal wieder ich!
Hat dieses Schwiegersohn-Kamel doch glatt meine Methode des "Stiefel-Aufhänges" nachgeäfft und die Stiefel seiner Frau ebenfalls gelocht und geöst. Da meine Tochter ihre Mutter im Besitz von Stiefeln deutlich übertrifft, musste sich unser Schwiegersohn was einfallen lassen. Dabei wollte er cleverer sein als ich - ein an sich schon unmögliches Unterfangen - und hat die Stiefel fein säuberlich an Deckenhaken an die Decke (!) gehängt. Wahrscheinlich wollte er dem Keller das Flair eines Stiefelmuseums geben.
Nachdem meine Ehefrau gerade ihr zweiwöchiges Schweigegelübde beendet und auch sonstige Streikmaßnahmen aufgegeben hatte, kam der Anruf unserer Tochter zu Unzeiten. Sie berichtete aufgebracht, dass ihr Mann nicht daran gedacht hatte, dass die Decken-Unterkonstruktion nur begrenzt gewissen Belastungen stand hält. Die ganze Decke sei herunter gekommen mitsamt sechzehn Paar Stiefel!
Sie werden verstehen, wenn ich mir meine Schadenfreude nur mit Mühe unterdrücken konnte.
Bereits beim Anbringen der Leuchtstoffröhre kurz nach der von meinem Schwiegersohn eigenhändig vollzogenen Kellerrenovierung hatte die Decke verdächtige Geräusche von sich gegeben. Meinen wohlgemeinten Hinweis, er solle nicht jede dritte Schraube weglassen, schlug mein Schwiegersohn damals in den Wind. Nun ist das Desaster da!
Beim Herunterdonnern der Decke wurde auch noch die Stromversorgung in Mitleidenschaft gezogen, so dass das Stromnetz im Haus kurzfristig lahmgelegt war.
Natürlich gab meine Tochter mir die Schuld an dem Schlamassel. Ich sei doch derjenige gewesen, der die Idee mit den Ösen in den Stiefel gehabt hätte!
Meine Frau hat sich auf die Seite meiner Tochter geschlagen und ich bin kurzfristig dem Familiendrama entflohen und nach Vietnam abgeflogen. Die Frauen dort sind sanftmütig und vor allen Dingen tragen sie keine Stiefel.
Ihr
Wolfram Dübbel |