"Allergien plagen Millionen Menschen, gerade jetzt im Frühjahr. Aber längst nicht alle Allergien werden von Gräsern oder Pollen ausgelöst, viele werden auch durch ungesunde Wohnverhältnisse verursacht", weiß Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). Wer unter Heuschnupfen, gereizten Augen, Nase oder Rachen leidet, wer Opfer unerklärlicher Schlafstörungen und Kopfschmerzen ist, wer Haut- und Schleimhautreizungen, Neurodermitis, Konzentrationsstörungen oder Haarausfall beklagt, der geht in der Regel zum Arzt. Und wenn er Glück hat, dann findet der Arzt schnell die Ursache für die Befindlichkeitsstörung. Manchmal allerdings sind Ärzte ratlos und können dem Patienten nicht helfen, weil sie noch viel zu selten das Wohnumfeld eines Patienten in ihre Diagnose mit einbeziehen. Das muss sich ändern, fordert der Verbraucherschutzverband, denn allein in Innenräumen können heute 8.000 chemische Verbindungen nachgewiesen werden, von denen viele dem Menschen gesundheitlich schwer zu schaffen machen. Neben den chemischen Verbindungen gehören auch Stäube, Gerüche sowie Schimmelpilze oder Bakterien zu den so genannten Schadfaktoren.
"Wir sitzen als Experten an der Schnittstelle zwischen Chemie, Medizin und Baupraxis", erläutert Bausachverständiger Penningh. "Mit diesem Wissen können wir vor allem Allergikern und empfindlichen Menschen helfen, ihr neues Haus von Anfang an schadstofffrei zu planen und zu bauen."
"Das Prozedere ist im Grunde einfach, erfordert allerdings den aktiven
Einsatz der Bauherren", erläutert Architekt Penningh. Zunächst müssen alle
betroffenen Familienmitglieder zum Wohnmediziner oder Allergologen und
exakt abklären lassen, worauf sie im Einzelnen reagieren. Mit der Diagnose
und der Liste der Allergene kommt die Familie anschließend zum Bausachverständigen. Der wiederum erarbeitet daraus mit den Bauherren und gegebenenfalls Fachanwälten entsprechende technische Anforderungen an den Bauvertrag. "Wir arbeiten in unserem Beraternetzwerk eng mit Speziallaboren und
Innenraumhygienikern zusammen."
Im nächsten Schritt wird diese Liste in den Bauvertrag verhandelt. Dort
sollte ausdrücklich stehen, vor welchen Allergien der Bauherr und seine
Familie geschützt werden müssen. "Ideal wäre es, wenn der Bauunternehmer
sich vertraglich verpflichtete, dem Bauherrn zum Abschluss eine Dokumentation
der tatsächlich verarbeiteten Inhaltsstoffe zu überreichen", empfiehlt
Thomas Penningh. "Dafür muss man sich aber unter Umständen bei der
Firmenauswahl einschränken."
"Weil der Teufel bekanntlich im Detail steckt und sich Schadstoffe auch
schon in unscheinbaren Bauteilen, wie Klebstoff oder Fugendichtungsmasse
verbergen können, ist die laufende Baukontrolle unentbehrlich", erklärt
Baufachmann Penningh. "Der Bausachverständige prüft regelmäßig, ob die
Vereinbarungen eingehalten werden und nimmt schon während des Baus Proben
von verdächtigen Baustoffen, die er gegebenenfalls im Speziallabor prüfen
lässt."
"Wichtig", resümiert Verbraucherschützer Penningh, "ist die frühzeitige
Einbeziehung aller Fachleute. Wer sich die Mühe macht, sich beim Arzt testen
lässt und die Liste aller Unverträglichkeiten vor Vertragsabschluss
mit dem Bausachverständigen bespricht, der hat die Chance tatsächlich ein
für seine individuellen Anforderungen gesundes Haus zu bekommen."
Mehr Informationen unter www.vpb.de
Foto: Allnatura