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Die Satire des Monats Juni 2010 in unserem Online-Baumarkt

Unser Autor ist handwerklich geschickt. Das hat er zweifach ausgenutzt. Einmal die katastrophale Finanzsituation Griechenlands. Und dann sein Geschick als Selbermacher. Kurzum: Er hat auf dem Peleponnes ein Haus mit Meerblick gebaut. In deutscher Wertarbeit und mit griechischem know-how. Um den Bau reibungslos über die Bühne zu bringen, hat er kleine Briefumschläge überreicht. Die nennen sich auf Griechisch "Fakelaki" und werden mit Geldscheinen gefüllt.

Mein Landhaus in Griechenland

Die Griechen sind mir lieb und teuer. Nicht nur mir. Von den Milliarden, die wir nach Griechenland versendet haben, habe ich mir meinen Anteil zurück geholt. Wie? Ich habe mir ein Landhaus auf dem Peleponnes gebaut. Mit Meerblick. Und unter Assistenz von Makis Galanis. "galanis" heisst "blauäugig". Und Makis ist blauäugig wie selten einer, wenn er auch tiefdunkle Pupillen hat.

Das Grundstück für mein Landhaus war ein Waldstück. Konnte ich für 8.000 Euro preiswert erwerben. Auf einmal brannte der Wald nieder. Makis meinte, ich könne nun anfangen zu bauen. Ohne Baugenehmigung? Kein Problem, sagte Makis, er habe dem Bürgermeister einen Fakelaki zugesteckt.

Das Baumaterial könne ich fast gratis haben. Einfach wegnehmen von einem verfallenen Tempel in der Nähe. Hätten alle so gemacht. Wer erwischt wird, übergibt einen Fakelaki und die Sache ist erledigt.

Die Bauarbeiter würde mir sein Freund Stavros vermitteln. Gegen einen Fakelaki. Schwarzarbeit? Das ich nicht lache, sagte Makis. Wer von den Beamten klettert schon einen Hang hoch, um zu prüfen, ob Schwarzarbeiter im Einsatz wären? Die Beamten kommen erstens generell nicht zum Dienst, sondern nur auf die Bank, um ihr Gehalt abzuholen. Und zweitens seien die Griechen Fischer und keine Bergsteiger. Und falls doch einer komme, was er in hundert Jahren noch nicht erlebt habe, dann könne ich ja immer noch einen Fakelaki übergeben.

Mein Landhaus ist nun fertig. Den Zement hat mir Makis beschafft. Zum halben Preis plus Fakelaki. Die Solar-Elemente habe ich aus Deutschland anfahren lassen. Bevor sie eingebaut werden konnten, waren sie verschwunden. Ich habe dem Polizeikommandanten einen Fakelaki übergeben - und da waren sie eines Tages wieder da.

Zur Einweihung kam der Archimandrit aus der nahen Kreisstadt. Der hat das Haus gesegnet. Gegen Fakelaki. Die ganze Ortsprominenz war auch zugegen. Es wurde getanzt und viel getrunken, man sollte besser von "saufen" sprechen.

Ich habe das Haus den Besuchern gezeigt. Eine Schönheit namens Artemisia schaute sich auch mein Schlafzimmer mit Meeresblick an. Sie könnte sich vorstellen, meinte sie, neben mir in dem Bett zu schlafen. Gegen Fakelaki.

Wolfram Dübbel

Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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