Wer umbaut oder saniert, muss häufig auch eine neue Öffnung für eine Tür oder ein Fenster herstellen.
Sei es, weil die Raumaufteilung anders oder weil mit zusätzlichen Fenstern mehr Licht in die Wohnung
gelassen werden soll. Solch einen Mauerdurchbruch schafft der ambitionierte Heimwerker auch ohne eine
Maurerausbildung. Einiges ist jedoch vor dem Rausklopfen der Steine zu beachten, damit es zu keiner
bösen Überraschung kommt. Und wer einen Statiker zu Rate zieht, liegt niemals verkehrt. Der Ratschlag
eines Fachmanns kostet deutlich weniger als der Wiederaufbau, sollte die tragfähige Wand dann doch
eingestürzt sein. Von der Gefahr für Leib und Leben ganz zu schweigen.
Bei tragenden und aussteifenden Mauern sind in jedem Fall Abstützungsmaßnahmen mit Stahlstützen
notwendig, da der Kraftfluss von der Mauer in den Baugrund durch den Mauerdurchbruch unterbrochen wird.
Bei der Planung der Abstützmaßnahme muss der Fußboden- und Deckenaufbau bekannt sein. An einer
Decke aus Gipskartonplatten lässt sich beispielsweise keine Stütze anbringen, bei Belastung würde der
Gipskarton nachgeben. Gleiches gilt auch bei einem schwimmenden Estrich oder einem Dielenboden. Zur besseren
Lastverteilung können die Stahlstützen eventuell mit Bohlen unterlegt werden. Abgestützt werden müssen tragende
Teile wie Holzbalken oder Stahlträger in Decken. Oft ist auch das Mauerwerk über der geplanten Durchbruchstelle
abzustützen. Dazu werden oberhalb des Durchbruchs quadratische Maueröffnungen ausgebrochen.
Dort werden dann tragfähige Holzbalken eingeführt, die wiederum mit Stahlstützen gesichert werden.
So wird sichergestellt, dass der Kraftfluss bestehen bleibt.

Umrisse anzeichnen

Öffnung für Sturz herstellen

Sturz einlegen
Damit dieser Kraftfluss auch nach dem Herstellen des Mauerdurchbruchs bestehen bleibt, muss ein Sturz in die Mauer einbetoniert werden.
Solche Mauerstürze gibt es als Betonfertigteile im Bausstoffhandel zu kaufen.
Der Sturz wird über dem Durchbruch rechts und links mit mindestens 25 cm Auflager ins Mauerwerk eingebunden.
In Schritt 1 werden also die Umrisse von Fenster bzw. Tür und dem Sturz an der Wand eingezeichnet.
Dabei sollte man etwa zwei bis drei Zentimeter Spiel nach allen Seiten einplanen.
Begonnen wird der Mauerdurchbruch mit dem Sturz, wobei generell von oben nach unten gearbeitet wird,
um das Herabstürzen von Steinen oder Teilen des Mauerwerks zu vermeiden. Als Werkzeuge zum Entfernen
der Steine dienen Hammer und Meißel – wer möchte, kann sich auch einen Meißelhammer oder Abbruchhammer ausleihen.
Beim Herausbrechen der Steine ist darauf zu achten, möglichst wenige Steine locker zu schlagen.
Dazu muss der Meißel weitestgehend senkrecht angesetzt werden. Es kann sein, dass die Mauersteine
über dem Sturz nicht fest genug aneinander haften und mit runter kommen. In dem Fall muss die
Wand über dem Sturz nach dem Einsetzen desselbigen danach wieder hochgemauert werden.

Fugen mit Mörtel ausfüllen

Laibung begradigen

Zwei Stürze nebeneinander
einbringen
Bei schmalen, nicht tragenden Wänden reicht in der Regel ein Sturz aus, bei tragenden Wänden,
die meist auch dicker sind, kommen zwei Stürze nebeneinander zum Liegen. Diese beiden Stürze werden
nacheinander ausgebrochen und vermauert (siehe Abbildung oben rechts). Das hat auch den Vorteil, dass
die Tragwirkung der Wand niemals ganz verloren geht. Es muss allerdings nach dem Einbetonieren des
zweiten Sturzes solange gewartet werden, bis der Mörtel tragfähig ist. Da die eingezeichnete
Maueröffnung in der Regel nicht mit den Mauerfugen übereinstimmt, wird die Öffnung häufig größer als beabsichtigt.
Der Sturz wird dann mit kleinformatigen Steinen oder durch Unterlage mit Betonplatten auf die gewünschte Höhe gebracht.
Einbetoniert wird der Sturz mit druckfesten Mörteln wie Kalkzement- oder Zementmörtel.
Dieser Mörtel wird mit der Fugenkelle in die Fugen rund um den Sturz verteilt und dicht verpresst.
Falls ein zweiter Sturz eingesetzt werden soll, erfolgt der Einbau ebenfalls wie eben beschrieben.
Ist der Sturz oder die beiden Stürze eingebaut und der Mörtel getrocknet, kann die Wand unterhalb des Sturzes entfernt werden.
Dabei unbedingt beachten, dass die Einbindetiefe des Mauersturzes eingehalten wird. Auch arbeitet man wieder von oben nach unten.
Sind alle Steine entfernt und der Bauschutt entsorgt, kann es an die Feinarbeiten gehen. Zunächst werden locker gewordene
Steine wieder sorgfältig eingemauert. Dann kann das Mauerwerk senkrecht ausgerichtet werden. Dieser Ausgleich gelingt am
besten mit einem Putzmörtel – bei größeren Unebenheiten können zusätzlich kleine Mauersteine mitverarbeitet werden.
Anschließend wird ein Brett so in die Öffnung gespannt, dass die Kante bündig mit dem alten Wandputz abschließt.
Eventuell ist noch ein Spritzbewurf aufzubringen und die einzelnen Flächen zuzuputzen. Soll die Maueröffnung so bleiben,
muss anschließend die Laibung verputzt werden.