Wie man auf unkonventionelle Weise schnee- und eisfreie Bürgersteige bekommt, verrät in diesem Beitrag unser Autor Wolfram Dübbel.
Mit Propangas und Spülmaschinensalz gegen Glatteis
Halb Deutschland ist im Februar 2010 unter Schneemassen zusammengebrochen. Streusalz wurde zu Liebhaberpreisen verkauft, wenn es denn solches überhaupt noch irgendwo gab. Aus Tunesien wurde Salz herangeschafft, die Straßendienste vermischten es mit Sand, um die Vorräte zu strecken.
Und ich? Ich hatte noch einen halben Sack Granulat. Der war binnen dreier Tage aufgebraucht. Salz für die Spülmaschine, von mir gestreut, veranlasste meinen Nachbarn zu dem Kommentar: "Das dürfen Sie nicht - Sie schaden damit der Umwelt!"
Aber ich hatte ja noch ein Dachdeckergerät, eine halb- und eine ganz volle Flasche mit Propangas und sogar noch eine Flasche mit Gas für unseren Gasgrill. Ich habe den Schnee weggeschaufelt. Und die Eisplacken unter dem Schnee einfach weggeschmolzen. Ging prima. Die dabei entstandenen Pfützen habe ich schnell weggekehrt. Und der Gehweg war einwandfrei passierbar.
Und mein Nachbar? Als dem das Streusalz ausgegangen war, musste er mit dem Spaten die Eisplacken abhämmern. Haha. Ich hörte sein rhythmisches Tack-Tack schon am frühen Morgen, was mich daran erinnerte, schnell vor die Tür zu laufen und Eis abzuflämmen. Das ging ohne Kraftaufwand und Stöhnerei - im Gegensatz zu meinem Nachbarn, der bei jedem zweiten Hieb mit dem Spaten gotterbärmlich fluchte.
Neidisch schielte er auf die Flamme aus meinem Dachdeckergerät. Nicht im Traum habe ich daran gedacht, ihm mit heißer Flamme zu helfen.
Und was sehen meine entzündeten Augen eines Tages? Der Herr Nachbar war es leid geworden, mit dem Spaten gegen das Eis anzukämpfen.
Stattdessen streute dieser Heuchler Spülmaschinensalz! Ich habe nichts gesagt. Ich habe nur minutenlang demonstrativ auf den Beutel mit dem Salz gestarrt...
Wolfram Dübbel |