Sie hören im Rundfunk nichts anderes mehr als "Stützen", sie sehen im Fernsehen nichts anderes mehr als "Stützen", sie lesen in den Gazetten nichts anderes mehr als "Stützen". Unser Autor macht sich nun auch so seine Gedanken, was in Europa so alles gestützt werden muss.
Stützen bald ausverkauft im Holzhandel und in den Baumärkten
Es ging los mit den Griechen. Die griechische Währung musste und muss gestützt werden. Auch die Portugiesen stehen wackelig da und müssen gestützt werden. Und natürlich erst recht die Iren, die sich bisher gegenseitig gestützt haben, wenn sie nachts aus dem Pub nach Hause wankten.
Und nun stehen auch die Italiener wackelig da wie Berlusconi nach dem zweiten Bunga Bunga in einer Nacht.
Und wer soll das alles stützen? Natürlich zunächst einmal wir Deutschen. Weil wir eine ordnungsliebende Nation sind, deren Bewohner sich gegen alles, was da kommen kann und mag, versichern (und das am liebsten doppelt), ist die Nachfrage nach einer Stütz-Versicherung rasant gestiegen - aber es gibt sie noch nicht, leider.
Folglich rennen wir Deutschen in den Holzhandel und in die Baumärkte und kaufen Stützbalken - und zwar so groß wie möglich.
Stützungskäufe nennt man das. Der Handel kann die Nachfrage nicht mehr befriedigen. Auch die waldarmen Iren und Griechen, die ja bekanntlich ihre Wälder als Volkssport selbst abfackeln, wollen bei uns Stützbalken kaufen, natürlich auf Kredit. Ebenso die Portugiesen, die lieber deutsche Eichen statt die eigenen Korkeichen fällen wollen.
Ich habe vorgesorgt. In meiner Garage lagern Massivholz- und Leimholzbalken noch und nöcher. Ich horte sie, wenn wir uns selbst mal stützen müssen.
Ihr Wolfram Dübbel |