Nasreddin Hodscha, damals wie heute in der Türkei hoch verehrt, ritt auf seinem Esel zum Dorfschreiner und bestellte eine massive Haustür aus Zedernholz. Dazu muss man wissen, dass vor einigen hundert Jahren die Türken ihre Haustüren nicht verschlossen haben, denn Diebstahl kam nicht vor.
„Aber die Tür muss so klemmen“, erklärte der Hodscha, „dass kein Mensch sie aufdrücken kann!“
Der Schreiner ganz erstaunt: „Ehrwürdiger Hodscha, das verstehe ich nicht!“
„Nun mein Sohn, Du weißt ja, dass täglich viele Menschen zu mir kommen und einen guten Rat haben wollen. Die Gastfreundschaft verlangt, dass ich jeden herein lasse. Dann muss ich ihn bewirten und oft genug werde ich auch noch um den Mittagsschlaf gebracht.“
Und so fuhr der Hodscha fort: „Wenn Du die Haustür richtig machst und jemand klopft dagegen, dann wird mein Weib nach draußen rufen: Ich kann niemanden herein lassen, die Tür klemmt!“