Ein Rasen übersät mit Erdhügeln ist der Horror für jeden Gartenbesitzer und Hobbygärtner.
Wühlmäuse oder Maulwürfe haben sich im Garten breit gemacht und zerstören den feinen englischen Rasen.
Man kommt mit dem Abtragen der Erdhügel gar nicht nach, so schnell wachsen wieder neue nach. Manch einer
würde gerne zu härteren Methoden greifen, um die lästigen Biester loszuwerden. Doch ist das überhaupt erlaubt?
Maulwürfe zumindest stehen unter Naturschutz – das heißt, sie dürfen nicht gejagt, gefangen, verletzt oder getötet werden.
Man kann ihnen lediglich gut zureden oder durch verschiedene andere Methode dafür sorgen, dass sie sich freiwillig einen anderen
Platz zum buddeln suchen. Bei Wühlmäusen sieht es anders aus, diese dürfen auch etwas härter angepackt werden. Wobei Wühlmäuse
als Vegetarier für Gartenbesitzer eh das größere Übel sind, machen sie sich doch bevorzugt über Möhren, Sellerie oder Tulpenzwiebeln her.
Auch die Wurzelrinde von Rosen oder Obstbäumen sind vor dem Nager nicht sicher. Maulwürfe hingegen helfen dem Gartenbesitzer
als Fleischfresser sogar bei der Jagd nach Kleinlebewesen wie Schnecken, Engerlingen oder anderen Schädlingen.
Wenn nur die Maulwurfshügel nicht wären - weshalb viele Gartenbesitzer dann doch lieber die Schnecken oder Schädlinge
auf andere Weise loswerden wollen, als sie von den Maulwürfen fressen zu lassen.
Wühlmaus oder Maulwurf – das ist hier die Frage und beim Anblick der Hügel für den Laien nicht
auf den ersten Blick zu beantworten. Doch schaut man etwas genauer hin, kann man erkennen, dass Maulwurfshügel
höher sind und das Loch mitten unter dem Haufen liegt. Bei der Wühlmaus ist der Hügel nicht ganz so hoch und der
Ausgang auf der Seite. Zudem enthält der Erdhügel häufig Pflanzenteile oder Wurzeln. Wahrscheinlich wurden diese
Pflanzen getestet und nicht für gut befunden, denn Wühlmäuse gelten als ausgesprochene Leckermäuler, die nicht alles fressen.
Zudem lassen sich Wühlmäuse und Maulwürfe an der Bauart ihrer Gänge unterscheiden. Während Wühlmäuse größere,
hochovale Gänge mit etwa 8 cm Breite bauen, sind Maulwurfsgänge kleiner sowie rund bis breitoval. Damit sollte es
kein Problem sein, den Übeltäter zu identifizieren. Es sei denn, ein Maulwurf nutzt das Gangsystem einer Wühlmaus oder
umgekehrt – das soll auch bereits vorgekommen sein. Egal ob Wühlmaus oder Maulwurf - es gilt auch zu klären, ob er denn
überhaupt noch bei der Arbeit ist. Mit einer sogenannten Verwühlprobe lässt sich herausfinden, ob der Gang noch bewohnt ist.
Dazu muss der Gang an mehreren Stellen freigelegt werden. Das lassen sich die Wühler nicht gefallen und verschließen
den Gang innerhalb weniger Stunden wieder. Bleiben die Gänge offen, vergnügen sich die kleinen Plagegeister mittlerweile
woanders und das Problem hat sich von alleine gelöst.
Maulwürfe vertreiben – was mögen die Tiere überhaupt nicht?
Die Anzahl der Tipps, wie man Maulwürfe vertreibt, sind so zahlreich wie die Hügel in manchem Garten.
Die ultimative Lösung gegen die Hügellandschaft im Garten scheint es aber nicht zu geben. Bei dem einen
funktioniert dieses, beim anderen jenes – da hilft nur ausprobieren und schauen, was passiert. Eine radikale
und sehr sichere Methode ist das Ausbringen von Kaninchendraht. Hier wird der komplette Rasen zehn Zentimeter
tief abgegraben, dann der Draht ganzflächig eingelegt und anschließend kommt wieder Rasen oben drauf.
Gleiches kann man auch im kleineren Umfang für kleinere Beete machen. Da kommt so schnell kein unerwünschter
Gast mehr nach oben. Solch eine Methode ist natürlich sehr aufwändig und ist nur bei kleineren Rasenflächen
vernünftig zu realisieren. Oder wer trägt schon gerne 400 Quadratmeter oder mehr Erde ab? Es müssen also
andere Methoden zum Einsatz kommen, um den Maulwurf dazu zu bringen, sich eine andere Spielwiese zu suchen.
Zwar kann ein Maulwurf nichts sehen, dafür riecht er besonders gut. Und einiges mag er scheinbar überhaupt nicht.
Das fängt bei Buttermilch oder Knoblauch an, geht weiter über Mottenkugeln, Kot bzw. Gülle oder Menschen- bzw.
Katzenhaare und endet noch lange nicht bei Meerrettich, Rasierwasser oder faulenden Fischen.
Jeder Gartenbesitzer hat da seine eigene Methode, die Maulwürfe durch Gestank zu vergrämen.
Auch Holunderjauche scheint die Maulwürfe zu vertreiben. Dazu müssen die grünen Pflanzenteile mit Wasser
angesetzt werden, dann werden die Gänge des Maulwurfs aufgegraben und die Jauche eingebracht. Der Maulwurf
soll dann angeblich ganz schnell das Weite suchen. Allerdings bringt es nichts, wenn man alle Gänge mit den
Gestanksbomben ausstattet, dann rennen die armen Viecher nur im Kreis und wissen nicht, wohin sie den Rückzug antreten sollen.
Ein Fluchtweg sollte schon sein – am besten Richtung Feld, Wald oder Wiese. Oder eben dorthin, wo man den Maulwurf gerne hätte.
Wenn man Glück hat, ist dann eine Weile Ruhe, es kann aber durchaus sein, dass sich nach einiger Zeit ein neuer Maulwurf
oder gar eine Wühlmaus im vorhandenen Gangsystem breit macht. Dann geht die ganze Prozedur von vorne los. Auch Chlorwasser
soll gegen Maulwürfe helfen, aber nicht, weil die den Geruch nicht abkönnen, sondern weil durch das Chlor alle Regenwürmer
die Erde verlassen und nach oben kommen. Da der Maulwurf dann keine Nahrung mehr findet, verschwindet er.
Maulwürfe sind nicht nur geruchsempfindlich, sondern reagieren zudem sehr gereizt auf Lärm bzw.
bestimmte Geräusche. Es haben sich daher originelle und weniger originelle Methoden entwickelt,
Maulwürfe zu vergraulen. Da werden zum Beispiel alte Radios oder Lautsprecher eingebuddelt – auf Musik scheinen die
kleinen Wühler nicht so zu stehen. Bei manchem Musiktitel ist das kein Wunder. Auch der Handel bietet so einiges an Töne
erzeugenden Gerätschaften an, die Maulwürfe in die Flucht treiben sollen. Günstiger ist das Eingraben von Flaschen.
Dazu muss von einer leeren Flasche der Boden entfernt und die Flasche mit der offenen Seite nach oben in die Erde gesteckt werden.
Bei Wind wird dann ein Geräusch erzeugt, das die Maulwürfe dazu bringen soll, das Weite zu suchen. Ist auf dem Rasen zu viel los,
mögen das die kleinen Tiere ebenfalls nicht, vor einer Horde spielender Kinder nehmen sie gerne Reißaus. Mitunter wird auch empfohlen,
Pferde alle paar Tage über den Rasen zu führen, da das Pferdegetrampel wie ein unerträgliches Lärmkonzert auf die Maulwürfe wirkt.
Da stellt sich dann aber die Frage, was mehr stört: Die Haufen der Maulwürfe oder die „Äpfel“ der Pferde? Und wenn das Pferd
die Rabatten mit Gemüse leer frisst, entzückt das keinen Gartenbesitzer.
Wühlmäuse bekämpfen mit verschiedenen Methoden
Während Maulwürfe nicht aktiv bekämpft werden dürfen, sieht das bei Wühlmäusen anders aus.
Diese stehen nicht unter Naturschutz und dürfen daher gefangen und gejagt werden. Was mancher Gartenbesitzer nur
zu gerne macht, wenn das Ungetier die Wurzeln des frisch gepflanzten Apfelbaums oder Kirschbaums angeknabbert hat, so dass diese nicht angehen.
Da geht es dann zu wie im Krieg – von Schussfallen über Gas bis Gift gibt es alles, was das Rächer-Herz begehrt.
Eine Schussfalle verschießt z.B. eine 9mm-Platzpatrone, die von der Maus im Gang ausgelöst wird und diese augenblicklich tötet.
Die Handhabung solcher Fallen soll ganz einfach sein – allerdings kann sie bei falscher Handhabung auch für den Menschen gefährlich werden.
Spielen Kinder im Garten oder tollen Hunde im Garten herum, sollte man von solchen Fallen besser Abstand nehmen. Wer Katzen besitzt,
kann auf eine solch gefährliche Mäusejagd ganz verzichten, die Katzen lösen das Problem auf ihre Weise.
Fallen sind eine weitere Möglichkeit, wenn es im Garten hoch hergeht. Diese Fallen werden mit einem Köder
bestückt und in den Gängen eingegraben. Beim Ausbringen der Fallen sollten Handschuhe (am besten mit Petersilie eingerieben)
getragen werden, da Wühlmäuse den Geruch des Menschen sonst wahrnehmen können und der Falle fernbleiben. Bewährte Fanggeräte
sind die klassische Zangenfalle, spezielle Wühlmausfallen oder Kastenfallen. Es sind aus Tierschutzgründen allerdings
Kastenfallen zu bevorzugen, da den anderen Fallen gelegentlich auch mal Maulwürfe zum Opfer fallen.
Als Köder für die Fallen eignen sich Sellerie, Möhre oder Apfelstücke. Der Gang muss nach dem Einbringen
der Falle lichtdicht geschlossen werden, damit die Wühlmäuse keinen anderen Weg nehmen. Da Kastenfallen nur einen Eingang besitzen, müssen
immer zwei Fallen gegeneinander gestellt werden – denn man weiß ja nicht, aus welcher Richtung der "Feind" kommt.
Gift und Gas sind zwei weitere Methoden, mit denen es den Wühlmäusen an den Kragen geht.
Im Handel gibt es spezielle Wühlmaus-Giftköder zu kaufen, wobei es wohl so ist,
dass Wühlmäuse nur im äußersten Notfall (z.B. im Winter, wenn sie sonst nichts anderes finden),
davon naschen. Auch ist Wühlmausgas im Handel erhältlich. Dieses Gas wird durch die Feuchtigkeit
im Boden aktiviert und vertreibt die Nager – getötet werden sie dadurch nicht. Wie zum Beispiel das WühlmausGas von Neudorff mit dem für Wühlmäuse und Maulwürfe unangenehmen Lebensmittelstoff Rizinusöl. Auch Auspuffgas ist eine beliebte Methode,
die Wühlmäuse durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung auszurotten. Allerdings ist diese Methode illegal, da mit den Auspuffgasen
auch Verbrennungsrückstände des Treibstoffs in den Boden gelangen. Wer auf dem Land wohnt, sollte sich daher lieber die natürlichen
Feinde der Wühlmaus an seine Seite holen – Mäusebussarde oder andere Greifvögel sowie das Mauswiesel. Mäusebussarden muss man
Jagd-Ansitze aus Holzstangen mit kurzem Querriegel im Garten errichten, damit sie immer alles schön im Blick haben.
Mauswiesel werden durch eine verwilderte Ecke mit Haufen aus totem Holz oder Steinen angelockt.